April 2009
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Anemone – Buschwindröschen
Das Windröschen (ich kenne sie auch als „Buschwindröschen), wie die Anemone bei uns auch genannt wird, macht seinem Namen alle Ehre: Aus allen vier Winden stammt die fast unübersehbare Zahl seiner Arten mit vielen Unterarten und Neuzüchtungen. In Griechenland bekam die Pflanze ihren Namen: Anemos bedeutet Wind.
In allen gemäßigten Zonen der Erde blüht die Anemone mit mehr als sechzig Arten.
Besonders schwierig ist es für die Botaniker, die so unterschiedlichen Erscheinungsformen der Anemone aus der Familie der Hahnenfußgewächse einer einzigen Gattung zuordnen.
Denn es gibt Anemonen, die Knollen bilden, andere zeigen nur knollenförmige Verdickungen und an den Wurzeln und die dritten schließlich haben das normale Wurzelsystem ausdauernder Pflanzen.
Die zunächst sehr verwirrende Vielfalt der Anemonen lässt sich allerdings in drei wichtige und große Gruppen einteilen: Frühjahrsblüher, Herbstblüher und mediterrane Arten, die im Winter als Topfblumen und im Sommer im Freien blühen.
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April
Und wenn du jetzt aufwachst morgens …
ganz leis und fein
spielt um die Dächer
der Sonnenschein,
und du bist nicht mehr müde,
wie sonst, und verzagt:
was soll nun wieder
voll Mühsal und Plag
der ganze lange endlose Tag!“
Froh und munter
geht’s ihm entgegen,
und alles ist so wunderbar
frisch und stark und hell und klar,
das ganze Leben so frei, so leicht,
dass du dich selber drüber wunderst:
Von was für töricht dummen Dingen
du das Herz dir ließest zwingen
und kaum begreifst:
Mit welch erbärmlichen Kleinigkeiten
die Menschen sich das Leben verleiden …
Kleinigkeiten, ob denen es kaum
der Mühe wert, ein Wort zu verlieren,
geschweige denn tage- und wochenlang
zu quälen sich und zu schikanieren …
und vollends jetzt, da es Frühling wird
und, wenn du aufwachst morgens,
ganz leis und fein
um die Dächer spielt der Sonnenschein
und alles rings so wunderbar
frisch und stark und hell und klar …
Wozu sich da grämen und betrüben!
Nein, weg mit all den Schererein!
Es lohnt sich da wahrlich nur: zu lieben!
Es lohnt sich da wahrlich nun froh zu sein!
Cäsar Flaischlen
(1864 – 1920)
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Der Sturmwind
Ein tüchtiger Sturmwind reißt die Schornsteine von den Dächern, schlägt die Läden an den Häusern auf und zu, dass die Fensterscheiben klirrend auseinander fahren. Er jagt den Leuten auf der Straße den Mantel über den Kopf, nimmt ihnen die Kappen und Hüte mit fort, dass sie denselben ganze Straßen lang nachlaufen müssen und kehrt ihnen die Regenschirme um. Der Sturmwind heult in der Nacht um die Türme und Hausgiebel, kreischt und geigt an den rostigen Wetterfahnen und Wirtshausschildern, rasselt und klappert an den Ziegeln und Schiefersteinen, pfeift durch die Speicher und brummt und orgelt im Schornstein. Im Walde braust er durch die Eichen- und Tannenwipfel, bricht Äste ab und reißt ganze Bäume mit den Wurzeln aus.
Der Sturmwind ist ein Reitersmann. Er reitet auf einem wilden Pferde sausend und brausend durch die Welt. Er ist auch ein Spaßmacher; denn er neckt und ärgert die Leute auf den Gassen, treibt haushoch wirbelnd den Staub in die Höhe und lässt die Bogenlampen hin und her baumeln.Kauckhardt
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Das Veilchen
Ich ging im Walde
so für mich,
um nichts zu suchen,
das war mein Sinn.
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Im Schatten sah ich Ich wollt es brechen, |
Ich grub’s mit allen Und pflanzt es wieder |
Johann Wolfgang von Goethe
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Das erste Veilchen
Es war einmal ein Veilchen.
Tief unten im Boden unter der Hecke schliefen die Wurzeln noch den Winterschlaf. Ringsum steckten die kleinen Grasspitzen schon ihre Näschen in die Welt. Sie wollten sehen, ob endlich alles Land grüne und blühe. Frühlingsvögel sangen bereits ihre Lieder. Da sah die Sonne ärgerlich auf das Veilchen, das immer noch schlief und weckte es mit dem Sonnenfinger auf. „Aufstehen, du Langschläfer“, sagte die Sonne, „der Frühling ist da!“
Dem Veilchen war sehr bange und es sagte ganz leise: „Ich habe Angst. Wenn ich mein zartes Blumenköpfchen hinausstrecke, könnte ich leicht in einer kalten Nacht erfrieren. Lass mich noch eine Weile schlafen!“
Als das die Vögel hörten, lachten sie das Veilchen aus und die Sonne sagte: „Warum ist dir so bange? Wenn du stark und gesund bist, kann dir die kalte Nacht nichts anhaben.“ Da schämte sich das Veilchen, dass es so ängstlich gewesen war und steckte sein Blütenknöspchen in den in den Frühlingstag. Die Würzelchen in der Erde gaben dem Veilchen kräftige Nahrung. Die Sonne sandte ihre warmen Strahlen. Als die kalte Nacht kam, war das kleine Veilchen groß und stark und lachte die kalten Winde der Nacht gründlich aus.
Die Sonne lobte das Veilchen und sagte: „Recht so, mein liebes Blümchen; weil du gesund und stark bist, konnte dich die kalte Nacht nicht töten.“
Noch einer sah auf das Veilchen. Das war der liebe Gott im Himmel. Der kennt alle Blumen in der ganzen Welt, auch das kleine Veilchen unter der großen Hecke.Paul Eickelmana
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Nun im Frühling bieten sich viele Objekte an, um fotografiert zu werden, denn man lechzt nach einem langen und dunklen Winter nach Sonne und Blumen.
Aber … eigentlich gibt es kein schlechtes Wetter zum Fotografieren. Sicherlich ist es nicht einfach, bei starkem Schneefall die Kamera zu nutzen. Aber oft ergeben sich auch in solchen Situationen beeindruckende Bilder. Viele Menschen sagen, dass sie keine professionelle Ausrüstung haben. Das braucht man auch nicht. Häufig lässt sich ein Motiv bei extremer Witterung nur durch das Neigen der Kamera besser ins Bild rücken. Manchmal sollte man seinen Standort wechseln. Trotzdem: Wintertage und schneebedeckte Landschaften zeigen ihre kontrastreichsten Motive bei klarem Himmel. Dann bietet auch das Spiel der Schatten reizvolle Perspektiven.
Man sollte wissen, wie das Licht wo einfallen wird. Gerade im winterlichen Gebirge können Einheimische wertvolle Auskünfte über die Lichtverhältnisse geben, zu welcher Tageszeit gewählte Motive von der Sonne angestrahlt werden. Oder wann die Farben am besten zur Geltung kommen. Die Digitalkamera sollte zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Dann lässt sich die Wirkung beeindruckender Licht- und Schattenbildungen fotografisch festhalten. Gerade Schnee und Raureif sorgen für prachtvolle Landschaftsmotive.Tipp: Im Winter sollte die Digitalkamera nicht ungeschützt im Freien liegen. Bei Frost entlädt sich der Akku wesentlich schneller als im Sommer. Reserve-Akkus sollten möglichst nahe am Körper getragen werden, zum Beispiel in der Innentasche der Jacke.
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Frühlingsblumen ...
Frühling, Sonne, blauer Himmel, auf den Wiesen, Blumengewimmel. Der gelbe Huflattich, begrüßt als erster mich. Veilchen strecken sich aus dem Gras, blaue und lila Töne, von dunkel bis blass. Butter- und Schlüsselblumen in Gelbtönen, uns mit ihrem Anblick verwöhnen. Vergissmeinnicht sind am Waldrand zu sehn, in einem herrlichen Blau sie dort stehn. Schlehenblüten wie eine Braut, ganz in weiß, sind dort "aufgebaut". Gänseblümchen, klein und bescheiden uns ihre Gesichtchen zeigen. Am Waldesrand viele Anemonen ... ihre Blüten auf den Blättern "thronen". Es ist ein richtiger Blütenreigen, alle Blumen sich nun zeigen. Wie herrlich ist doch Mutter Natur, man muss sie genießen pur!
Heidi Gotti
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Ein bisschen Liebe kann wie ein
Tropfen Wasser sein,
der einer Blume die Kraft gibt, sich wieder aufzurichten
Ein bisschen Liebe kann einen Menschen heilen.
Einen Menschen heilen heißt, ihm helfen,
den verlorenen Mut zurückzufinden.
Ich glaube an das Gute, auch wenn so viele Menschen
vom Bösen heimgesucht werden.
Ich glaube an das Schöne, auch wenn das Hässliche
in der Welt wuchert und die Verschmutzung tief in den Menschen dringt.
Ich glaube an die Liebe, auch wenn man die Feindschaft und den Hass anstachelt.
- Phil Bosman-
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DU
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Ich sitze am See und
träume, |
Im warmen gleißenden
Sonnenschein, |
Sonne, Regen und Gewitter,
Gewissensbisse – o wie bitter.
Heiße Tränen auf der Haut
einer wunderschönen Braut.
Du hast alles weg geküsst,
Vergangenes ich nie vermisst.
Weit der Himmel der Gefühle,
berauschend hell beim Liebesspiele.
Bebende Hände auf vibrierender Haut,
entlocken den Lippen törichten Laut.
Körper, die sich hoch aufbäumen,
entfliehen in ihren schönsten Träumen.
Die Erde hört auf, sich zu dreh’n,
sekundenlang scheint sie zu steh’n.
Engel schweben leis’ hernieder,
singen zarte Liebeslieder.
Trotz Fegefeuer und Verderben,
möchte ich in deinen Armen sterben.
Heidi Gotti
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10. April - Karfreitag
Das Schokoladenei
Ein Huhn beschloss an Ostern Schokoladeneier legen zu können, damit es an dem Osterfest genauso wichtig ist wie der Osterhase.
Es versuchte viele Pralinen und viel Schokolade zu fressen.
Doch die Schokolade bekam dem Huhn nicht besonders und es musste Bauchschmerzen ertragen.Nach einigen Monaten, genau zu Ostern gelang es dem Huhn ein Ei mit bräunlicher Schale zu legen, doch das war alles.
Als das Huhn bemerkte mit welchen Mühen dieses Ei verbunden war und es trotzdem keine Aufmerksamkeit erfuhr, beschloss es, Huhn zu bleiben und der Osterhase sollte weiterhin die Schokoladeneier bringen.
???
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11. April - Karsamstag
Der kleine
Baumwollfaden
Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden,
der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war.
"Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach," sagte er sich,
"und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen habe ich zu viele
Hemmungen.
Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht,
dazu bin ich zu blass und farblos.
Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich
eine Stola verzieren oder ein Kleid.
Aber so? Es reicht nicht! Was kann ich schon??
Niemand braucht mich. Niemand mag mich -
und ich mich selbst am wenigsten."
So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf
und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.
Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte:
"Lass dich doch nicht so hängen, du Baumwollfaden.
Ich habe da so eine Idee.
Wir beide tun uns zusammen.
Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz,
und ich habe dafür nicht genug Wachs,
aber für ein Teelicht reicht es allemal.
Es ist doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden,
als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!"
Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich,
tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte:
"Nun hat mein Dasein doch einen Sinn!"
Und wer weiß, vielleicht gibt es auf der Welt noch mehr
kurze Baumwollfäden und kleine Wachsklümpchen,
die sich zusammentun könnten, um der Welt zu leuchten.
Verfasser unbekannt
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12. April - Ostersonntag
Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
es machte ein jeder
ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen,
wie kann man da legen
den Kindern das Ei?
o weih, 0 weih!
Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst Weinen und Sorgen,
wir legen sie morgen!
Heinrich Hoffmann
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13. April - Ostermontag
Fausts Osterspaziergang - Vor dem Tor
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behänd sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)
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Stöckelschuhe
"Hohe Absätze sind von einer Frau erfunden worden, die es leid war, nur auf die Stirn geküsst zu werden", glaubte der französische Schriftsteller Sascha Guitry.
Sascha Guitry irrte. Der Absatz, der vermutlich im 13. Jahrhundert durch mongolische Reiter aufkam, diente zunächst dem Mann. Die gestufte Sohle verhinderte, dass sein Stiefel aus dem Steigbügel rutschte. Runter vom Pferd, beeindruckten die asiatischen Krieger ihre flach besohlten Gegner mit ihrer gestreckten Figur, ihrem veredelten Gang und ihrer gespannten Muskulatur. Ein Imponiergehabe, das Edelleute im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs mit beträchtlichen Absatzhöhen perfektionierten und das Frauen bis in die heutige Zeit auskosten.Zwar hielten sich die Venezianerinnen schon im 15. Jahrhundert mit später vor allem von Kurtisanen, getragenen Sockelschuhen, sogenannten Chopinen, das Hochwasser vom Leib, doch Absätze kamen für die Damenwelt wohl erst 1533 in Mode. Um bei ihrer Hochzeit mit dem Herzog von Orleans größer zu erscheinen, soll die 14-jährige Katharina de Medici in hohe florentinische Schuhe geschlüpft sein. Ein Trick, der beim französischen Hof sofort Nachahmer fand. Seine Mitglieder setzten sich damit um einige Zentimeter mehr von den niederen Ständen ab.
So zog der selbst ernannte, aber kleinwüchsige Sonnenkönig Ludwig XIV, die Aufmerksamkeit auf seine geschwungenen Barockabsätze, indem er sie mit purpurrotem Leder beziehen ließ.
Rote Absätze wurden so zum Privileg des Adels - bis die französische Revolution mit der Monarchie auch hohe Schuhe hinwegfegte. Höfische Absätze, eben noch der letzte Schrei, führten ihre Träger nun reihenweise zur Guillotine.Bald schon sollte Rousseaus Devise "Zurück zur Natur" auch die Mode beeinflussen: Flache Slipper ergänzten lose fallende Empire-Kleider. Erst in der Mitte des 19, Jahrhunderts kehrte mit geknöpften Stiefeletten der Absatz in die Damenmode zurück. Verschämt zunächst, dann bis zu einer Höhe, bei der die aus der Halbwelt stammende Trägerin fast wie beim Ballett auf Spitze trippeln musste, Bein zu zeigen, war ehrbaren Frauen noch immer nicht vergönnt. Kein Wunder, setzte schon der Anblick eines beschuhten Damenfußes mit seinem in Leder geschnürten Knöchel erotische Fantasien frei. Aber auch der weibliche Gang vermochte die Männerwelt zu verwirren.
Die Verehrung weiblicher Beine begann erst, als die Rocksäume nach dem Ersten Weltkrieg kürzer wurden. Der Stöckelschuh, kombiniert mit glatten transparenten Nylons, dient bis heute als wichtigste Stimulanz dieses ungebrochenen Kults ums lange Frauenbein.
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Nur ein Spottbild Wo die Sitte und |
Wo ein Handschlag Fort, ihr Bilder |
Heinrich Heine
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Das rosa Tütchen
Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
Sie spürte meine Stimmung und fragte: "Warum bist du so traurig?"
"Ach", sagte ich „Ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll."
"Hmmm", meinte das Mädchen, „Wo hast du denn dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen."
"Was für ein rosa Tütchen?", fragte ich sie verwundert.
"Ich habe nur ein schwarzes Tütchen."
Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnete sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
„Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!""Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern."
„Hier nimm", meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. "Sieh hinein!"
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war.
Wo ist dein schwarzes Tütchen?", fragte ich neugierig.
"Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum", sagte sie.
"Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich soviel wie möglich hinein.
Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser.
Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!"Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz.Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.
Ich wünsche Dir ein stets volles rosa Tütchen!
Bekam ich von einer Freundin geschickt, weiß aber nicht, wer es geschrieben hat.
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Sei wie ein Clown, der keine Tränen
zeigt,
der all sein Herzeleid geschickt verschweigt.
Der auf der Bühne steht – und lacht Dich an,
der alles, was ihn drückt, verbergen kann!
Der Dich erfreut in seinem größten
Schmerz,
der stets in beide Hände nimmt sein Herz.
Der alle Menschen froh und heiter stimmt,
auch wenn das Schicksal ihm das Liebste nimmt.
Sei wie ein Clown und zeige andern
nicht,
was tief in Deiner Seele Bände spricht.
Und hülle oft in eine Maske ein,
so manches, was nur angeht Dich allein.
Nach außen zeig ein tapferes Gesicht,
auch wenn oft stiller Kummer mit Dir spricht.
Lass dann nur Deinen Tränen freien Lauf,
in Stunden, da sich tut kein Vorhang auf!
Fred Endrikat
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Als Kind sammelte ich mit meinen Eltern viele Pflanzen, auch um sie wie Spinat zuzubereiten … damals aus Not. Heute kommt es wieder in Mode, sogar im Kindergarten und der Schule wird das wieder praktiziert.Viele Pflanzen mit zarten grünen Blättern können wie Spinat zubereitet werden. Unsere Urgroßmütter wussten das noch, und nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Welt verzehrten die Menschen junge saftige Triebe und grüne Blätter von verschiedenen Gänsefußgewächsen. Sie sind alle nahe Verwandte des Spinats, enthalten aber weniger Oxalsäure und schmecken daher milder. Bei uns waren die Gartenmelde und der Gute Heinrich - beides Pflanzen vom Ackerrand - als Blattgemüse bekannt. Ein altes Bauerngartengemüse ist der Erdbeerspinat mit seinen erdbeerartigen, roten Früchten. In Amerika beliebt ist der Riesengänsefuß, "Magenta-Spreen" genannt, der in einem Jahr über zwei Meter hoch werden kann. Seine jungen Blätter und Triebe sind leuchtend pink gefärbt. In Mexiko bekommt man Spinat aus "Huizontle", ebenfalls eine Gänsefußart, serviert, und auch die Blätter des berühmten Inkakorns, Quinoa schmecken köstlich. Alle diese Pflanzen lassen sich bei uns im Garten aussäen und anbauen.
Es gibt natürlich jede Menge andere spinatähnliche Blattgemüse, die aber gar nicht mit diesem verwandt sind. Heute wie damals gelten junge Brennnesseltriebe, zarte Hopfensprossen, frische Buchweizenblätter oder Beinwellblätter und junge Amaranth-Triebe als sehr vitaminreiche Beilagen. Den Amaranth kennen wir auch als Fuchsschwanz. Dekorative Sorten mit langen, oft weich herunterhängenden grün-gelben oder rosaroten Blütenzöpfen stehen als imposante Sommerblumen in unserem Ziergarten.
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Das Brot im Weg



Im Weg das Krümchen Brot
tritt nicht mit deinem Fuß,
weil’s in des Hungers Not
ein Tierlein finden muss!
Leg’s auf den Stein vor’m Haus,
und kannst du, brock es klein!
Still dankt es dir die Maus
und still das Vögelein.
Friedrich Güll
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Ein Nimmersatt
Es war einmal ein Bübchen, das hatte immer Hunger. Mochte es noch so viel zu essen bekommen, genug hatte es selten und immer meinte es noch mehr vertilgen zu können. Ganz unglaublich war’s, was in seinen kleinen Magen hineinging. Am besten freilich schmeckten ihm gute Sachen, süße Leckerbissen aller Art, und wenn die Mutter so etwas auf den Tisch brachte, hätte es am liebsten alles für sich allein gehabt; denn solch echter Nimmersatt sieht nicht nach rechts und links, ihm ist’s ganz gleich, ob andere auch etwas abbekommen. Und wie’s immer geht: viel essen macht dumm und träge, in der Schule saß Nimmersatt auf dem letzten Platz. Wo der Bauch so voll ist, will nichts in den Kopf hinein.
Einmal war sein Geburtstag und da er der Älteste in der Familie war, so hielten seine beiden kleinen Schwestern den Tag für sehr wichtig und fanden, es sei ganz begreiflich, dass er als Hauptperson besonders geehrt wurde, dass er die schöne, rote Kappe, die er bekam, den Tag über auf dem Kopf behielt und aß, soviel er nur mochte. Nachmittags kamen auch Vetter und Bäschen, die im Nebenhause wohnten, und es wurde lustig gespielt, wobei Nimmersatt der Anführer war und die Kleinen ihm in allen Stücken gehorchten. Das gefiel ihm außerordentlich.
Die gute Mutter wollte nun den Kindern noch eine besondere Festfreude machen, rührte in der Küche einen süßen Kuchenteig ein und backte herrlich duftende, goldbraune Krapfen, die sie ihnen zur Vespermahlzeit geben wollte. Als sie damit gerade fertig war und eben den Kleinen ihre Schüsseln und Löffelchen hinaustrug in den Hof, wo sie spielten, kam die Nachbarin und wollte sie etwas fragen. Da stellte sie die Krapfen auf den Küchentisch und führte ihren Besuch in die Stube. Nimmersatt aber, dem der Duft des Gebäcks angenehme Vorstellungen eines guten Schmauses geweckt hatte, mochte nicht mehr länger auf den Genuss warten, er lief eilig in die Küche und holte die Pfanne mit dem Leibgericht. Die Kleinen machten große, erwartungsvolle Augen, als er heraustrat, aber er sah nicht rechts noch links, sondern setzte sich auf die unterste Treppenstufe und versuchte einen der Krapfen. Der schmeckte! Noch fanden’s die Kinder ganz begreiflich, dass das Geburtstagskind den ersten Krapfen aß, als es aber einen nach dem andern verzehrte, ohne an sie zu denken, wurden die Gesichter immer länger. Leni, die den Bruder kannte, fing sogar an leise zu weinen.
Da kam die Mutter und mit ihr das Strafgericht. Nimmersatt wurde für den Rest des Geburtstages ins Bett verbannt, wo er sich langweilte und zugleich furchtbare Leibschmerzen infolge seiner Unmäßigkeit leiden musste.
Für die andern Kinder war zwar wenig von dem Festschmaus übriggeblieben, aber auch wenig kann köstlich schmecken, wenn man kein Nimmersatt ist.Hermann Kaulbach
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Das Brot

Als Körnlein gesät,
als Ähre gemäht,
gedroschen im Takt,
gesiebt und gesackt,
dann hurtig und fein
gemahlen vom Stein,
geknetet – und gut
gebräunt in der Glut,
so liegt’s blank und frisch
als Brot auf dem Tisch:
Lasst uns, eh’ wir’s brechen,
den Segen erst sprechen.
J. Lohmeyer
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Der Acker
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Den ganzen Winter über hat der Acker geschlafen. Im Frühling kommt der Bauer und zieht mit dem Pflug lange Furchen durch die Erde.
Kaum hat der Sämann die Körnlein ausgestreut, da ruft der Acker: „Wolken regnet! Sonne scheine!“ Nun werden die Körner lebendig und kriegen Würzelchen und Blättchen. Immer haben sie wie die Menschenkinder Hunger und Durst und der Boden gibt ihnen Speise und Trank, soviel er kann. Und die zarten Pflänzchen recken sich höher und höher zur Sonne hinauf. Da wird der Acker grün wie eine Wiese.
„Mehr, mehr!“, bitten die Wurzeln und der gute Boden versorgt sie alle. Da schießen die Halme auf. Sie bekommen Ähren, darin die neuen Körner wachsen. Tausend, tausend Halme hat der Acker, tausend, tausend Körner reifen in den Ähren.
Das ist die Zeit, wo sich der Acker mit bunten Blumen schmückt, mit blauen Kornblumen, weißen Ackerwinden, lila Kornraden und rotem Mohn. Da bleiben die Leute vor dem Kornfeld stehen und sagen: „Wie schön, wie schön!“Hans Hildebrand
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Die feuerrote Tulpe

Du feuerrote Tulpe,
wie fein ist dein Kleid!
Bist die Schönste im Garten
und weit und breit!
Du stehst so glückselig
im goldenen Licht,
aber – singen und tanzen
wie ich – kannst du nicht!
Olga Stückrath-Stachwitz
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Tulpen
Tulpen sind Liliengewächse mit großer Vergangenheit. Ihre Heimat ist keineswegs Holland, wie oftmals angenommen wird, sondern die Vorfahren unserer heutigen Gartentulpen stammen aus Vorderasien, aus Persien und der Türkei.
Ein Herr namens Busbecq, Gesandter Kaiser Ferdinands I, schickte die ersten Tulpenzwiebeln Mitte de3s 16. Jahrhunderts von Konstantinopel aus nach Wien. So kam es, dass diese fremdartigen Blumen, die bis dahin türkische Herrschafts- und Haremsgärten zierten, erstmals auch in Europa blühten. Diese Tulpen waren bereits Züchtungen aus Wildformen, doch ist bis heute nicht zu ergründen gewesen, wann und wo diese Kreuzungen zustande kamen.
Durch Zufall kamen – unabhängig von der Entdeckung Busbecqs – Tulpenzwiebeln auch nach Augsburg in die Gartenanlagen der königlichen Kaufherren Fugger. Dort sah sie der Schweizer Gelehrte Gesner erstmals im Garten des Kanzlers Herwarth. Gesner ließ die Tulpe zum ersten Male in seinem Buch abbilden. Das war im Jahre 1559.
Erst eineinhalb Jahrzehnte später wurde Dr. Clusius als Gartendirektor von Kaiser Maximilian II. nach Wien berufen. Der leidenschaftliche Pflanzenforscher lernte nun in Wien Busbecq und seine Tulpen kennen. Die Blumen beeindruckten ihn so sehr, dass er kurzerhand in die Türkei reiste, um jener Zwiebel habhaft zu werden. Als man den Gelehrten 1593 nach Leiden in Holland an die Universität berief, nahm er seine Schätze mit. In Holland begeisterte man sich sofort für die neue Blume und Dr. Clusius versprach sich vom Verkauf seiner Tulpenzwiebeln einen hohen Gewinn. Den Holländern aber war der geforderte Preis zu hoch. So kam es, dass eines nachts die kostbaren Tulpenzwiebeln aus Dr. Clusius Garten verschwunden waren. Dennoch gebührt dem Pflanzenforscher die Ehre, die ersten Tulpen nach Holland gebracht zu haben.
Dort begann über Nacht der sogenannte „Tulpenrausch“ …
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Arbeiten mit den Händen. Wandern in der
freien Natur.
Essen, wenn man Hunger hat. Schlafen, wenn man müde ist.
Sprechen mit den Bäumen und den Würmern.
Flöten für die Vögel und auf einem Kamm blasen für die Fische.
Du bekommst neue Augen für die Wunder um dich herum.
Du wirst weniger verbrauchen, aber mehr und bewusster genießen.
Genießen ist ein Segen.
Mit wenig zufrieden sein und viel genießen ist die Kunst und das Glück von
wirklich freien Menschen.
(Phil Bosmans)
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Lego
Ole Kirk Christiansen aus Dänemark gründete 1932 die Firma Lego. Der Name Lego setzt sich aus den dänischen Wörtern für Spiel – leg – und für gut – godt – zusammen. Er bedeutet also gutes Spiel. Anfangs stellte Christiansen Holzspielzeug her. Aber bald erkannte er, dass man auch tolle Dinge aus Plastik machen kann. Also bastelte er an Spielzeug aus Kunststoff. Am 28. Januar 1958 war es so weit: Christiansen ließ seinen Lego-Stein patentieren. Seit damals wurden die Steine kaum verändert. Nur die Farben sind heute etwas frischer, und die Steine halten fester aneinander.
Zurzeit baut Lego im Jahr etwa 15 Milliarden Steine aus dem Kunststoff ABS. Dabei werden ABS-Körnchen auf 232 Grad erhitzt. Sie schmelzen, und das flüssige Plastik wird in Förmchen gegossen. Nach dem Abkühlen sind die Steine fertig.
Christiansen hat den Erfolg seiner Plastiksteine leider nicht mehr mitbekommen. Er starb im Alter von 66 Jahren am 11. März 1958 – kurz nachdem er seine Erfindung gesichert hatte.
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Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind
Und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind;
Als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild;
Dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich stückweise;
Dann aber werde ich erkennen,
wie ich erkannt bin.
Korinther 13,11-12
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Der vorsichtige Träumer
Johann Peter Hebel
In dem Städtlein Witlisbach im Kanton Bern war einmal ein Fremder über Nacht, und als er ins Bett gehen wollte und bis auf das Hemd ausgekleidet war, zog er noch ein Paar Pantoffel aus dem Bündel, legte sie an, band sie mit den Strumpfbändern an den Füßen fest und legte sich also in das Bette.
Da sagte zu ihm ein anderer Wandersmann, der in der nämlichen Kammer übernachtet war: „Guter Freund, warum tut Ihr das?
Darauf erwiderte der erste: „Wegen der Vorsicht. Denn ich bin einmal im Traum in eine Glasscherbe getreten. So habe ich im Schlaf solche Schmerzen davon empfangen, dass ich um keinen Preis mehr barfuß schlafen möchte.“
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Der Traum
Es war ein niedlich Zeiselein,
das träumte nachts im Mondenschein,
es säh’ am Himmel Stern bei Stern,
davon wär’ jeder ein Hirsekern.
Und als es geflogen himmelauf,
da pickte das Zeislein die Sterne auf.
Piep –
Wie war das im Träume so lieb!
Und als die Sonne beschien den Baum,
erwacht’ das Zeislein von seinem Traum.
Es wetzte das Schnäbelchen her und hin
und sprach verwundert in seinem Sinn:
Nun hab’ ich gepickt die ganze Nacht
und bin doch so hungrig aufgewacht!
Ping –
das ist mir ein närrisch Ding!
Viktor Blüthgen
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Erinnerungen an früher bei dieser Geschichte.
Piep, piep!
Die Kinder kamen von der Schule heim. „Mutter, Mutter, uns hungert!“ In der Stube sagt die Mutter: „Scht! Horcht einmal!“
„Piep, piep!“, tönt es. „Wo ist das?“
„Ach auf dem Ofen!“
„Wer tut das?“
Die Mutter holt einen Korb herab und nimmt das warme wollene Tuch weg. Die Kinder schreien: „Oh, oh! Hühnlein, drei, fünf, acht Hühnlein! Wie putzig und nett! Diese Füßchen, die Schnäbelein! Und gelben Flaum tragen sie!“
Die Kinder sitzen im Kreis um den Korb und können sich nicht satt sehen an den herzigen Vögelchen.
Die Mutter bringt ein Brettchen. Darauf ist eine Wasserschale und ein feingehacktes Ei. Die Küchlein werden aus dem Korbe gehoben und aufs Brett gesetzt. Seht, o seht, wie sie picken, wie sie trinken! Wie sie laufen können und sind erst etliche Stunden alt.
Die Mutter hat den Korb auf die warme Ofenplatte gestellt. Sie setzt ihn wieder vor die Kinder und sagt: „Schaut doch das Ei an, es ist als letztes übriggeblieben!“
„Das Ei rührt sich“, rufen die Kleinen, „das Ei bricht! Es pickt was unter der Schale!“
Noch ein Hühnchen schlüpft heraus, stellt sich auf die Füße, hebt die nackten Flügelstümpfchen und schreit auch schon ganz keck: „Piep, piep!“ Jetzt läuft es ans Wasser und hat noch die Eierschalen auf dem Rücken und auf dem Köpflein!Alois Frietinger
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