August 2006

Erntemonat

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1. August

Sommernacht

Laue, stille Sommernacht,
rings ein feierliches Schweigen,
und am mondbeglänzten See
tanzen Elfen ihren Reigen.

Unnennbares Sehnen schwillt
mir das Herz. In jungen Jahren
hab ich n i e der Liebe Lust,
n i e der Liebe Glück erfahren.

Schmeichelnd spielt die linde Luft
um die Stirne, um die Wangen.
und es fasst mit Allgewalt
mich ein selig-süßes Bangen.

Blaue Augen, blondes Haar
soll ich bald mein eigen nennen?
Und der Ehe Hochgefühl
soll ich an Erfahrung kennen.

In der lauen Sommernacht
Wird sie dann im Bette sitzen,
>Männchen<, fragt sie, >sag mir doch,
musst du auch so grässlich schwitzen ?<

~~ Ludwig Thoma ~~

2. August

Doktor Volksmund

Er hat nicht Medizin studiert, plappert munter drauflos, haut manchmal daneben, liegt aber erstaunlich oft richtig: Der Volksmund wagt sich Tag für Tag an Urteile über Menschen, die Ärzte erst nach gründlicher Untersuchung fällen würden. Menschen werden als "heißblütig" und "kopflos" bezeichnet, Herzen hüpfen oder zerreißen, Sorgen zerfurchen die Stirn, und Furcht lässt uns einen Kloß im Magen spüren.
Viele Redensarten über psychosomatische Zusammenhänge, also solche zwischen Körper und Seele, sind seit vielen Generationen gebräuchlich. Da steckt unheimlich viel Wissen drin, das über die Jahrhunderte aufgehäuft worden ist und das sich die Medizin erst in den letzten Jahrzehnten erarbeitet hat.
Sprüche: "Sie lässt den Kopf hängen", "Er ist eine ehrliche Haut" oder "Wir hielten den Atem an".

Doch warum lassen wir die Angst so bildhaft im Nacken sitzen, und warum schwillt uns die Zornesader? Schließlich könnten wir uns auch ganz schnöde fürchten oder ärgern. Noch immer sind wir so etwas wie soziale Hordentiere, und deshalb ist es für uns sehr wichtig, dass wir die Mimik des Gegenübers gut verstehen können, gerade in heiklen Situationen wie etwa einem Bewerbungsgespräch. Wenn der, Personalchef nach einer Aussage von uns die Stirn runzelt, dann werden wir unsere Bemerkung bestimmt noch einmal neu formulieren.

Blumige Sprachbilder erfordert dieses Mimikverständnis noch nicht, doch sie erleichtern die bei Menschen wichtige Kommunikation über Emotionen. Wenn wir erzählen, jemand sei blass vor Angst geworden, versteht unser Gegenüber diesen Code genau und kann sich ebenfalls in die von uns erlebte Situation versetzen. Ein Kniff, den auch Schriftsteller anwenden, um ihre Leser mitfiebern zu lassen.
Wenn jemand behauptet, sein Herz sei zerbrochen, ahnen die Zuhörer, wie traurig der Betreffende sein muss.
Doch manchmal nehmen Herzen tatsächlich Schaden durch Seelenpein. Es gibt einen Fall eines Herzinfarkt-Patienten der psychosomatischen Ambulanz an der Freiburger Uni-Klinik, der auf sehr demütigende Weise erfuhr, dass er einen Nebenbuhler hatte. Schmerz, Enttäuschung und Ärger konnten ihm wirklich das Herz brechen. Der Betrogene trennte sich von seiner Frau, doch auf den Tag genau ein Jahr nachdem er von dem Liebhaber erfahren hatte, erlitt der Mann einen Hinterwandinfarkt. Obwohl der Patient schon länger mit einigen weiteren Infarkt-Risiken lebte, sei dies kein Zufall gewesen wird berichtet. Allerdings könne die Psyche allein einen Infarkt nicht verursachen.
Zwar stimmt das Bild des brechenden Herzens hier nicht ganz. Infarkte zerreißen das Herz schließlich nicht, sie lassen es eher absterben, weil Herzkranzgefäße verstopft sind und den Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit frischem Blut versorgen können. Doch auch Entzündungsvorgänge an den Herzgefäßwänden können einen Infarkt auslösen. Und bei seelischem Stress ausgeschüttete Hormone beeinflussen. solche Entzündungen. Zudem können sich psychische Spannungen wie Angstzustände über Nervenfasern bis in die Herzkranzgefäße fortpflanzen und deren hauchdünne Muskulatur für kurze Zeit verkrampfen lassen. Das kann den Bluttransport in den Herzgefäßen stören und beim Betroffenen zu einem Engegefühl am Herzen führen, wie bei einem echten Herzanfall.
US-Forscher an der Johns Hopkins University in Baltimore haben im Blut von Menschen, bei denen es nach starker Aufregung zu infarktähnlichen Symptomen gekommen ist, zwei- bis dreimal so viel von dem Stresshormon Katecholamin nachweisen können wie bei Vergleichspatienten mit einem klassischen Herzinfarkt und sogar 34-mal so viel wie bei Gesunden. Womöglich verursacht das Hormon Krämpfe an den Herzkranzgefäßen oder in den eng verzweigten Äderchen, die den Herzmuskel versorgen oder es vergiftet die Herzmuskelzellen. Außerdem fanden die Mediziner heraus, dass sich bei den Betroffenen die linke Herzkammer nur noch zum Teil zusammenzog, was die Pumpleistung des Herzens deutlich verringert. Auch das ist eine Erklärung für das gebrochene oder vor Schreck stehen bleibende Herz.
Dass unsere Brust oder die Herzgegend sich eng anfühlt, wenn wir uns ängstigen, ist jedenfalls kein Zufall. Nicht umsonst rührt "Angst" sprachgeschichtlich von "Enge" her. "Mein Herz ist so schwer", sagen wir dann.

Und Joseph von Eichendorff (1788-1857) dichtet beim Anblick seiner Jugendliebe am Arm eines anderen:

"Und es endet Tag und Scherzen,
durch die Gassen pfeift der Wind –
keiner weiß, wie unsre Herzen
tief von Schmerz zerrissen sind."

Das stimmte so natürlich nicht - und der Dichter hat es überlebt.

3. August

Scherzhafte Wetterregel: Ist's im August recht drückend schwül, dann ist's im Schatten auch nicht kühl.

4. August

Lostag: Wenn es heiß ist an Dominikus, ein strenger Winter folgen muss.

Karikaturen und die Kirche

Karikaturen – wird angenommen – sind eine Erfindung der Neuzeit. Doch gibt es sie in Wirklichkeit schon lange: Die ersten finden sich bereits 1200 vor Christus in Ägypten.
Der Begriff „Karikatur“ kommt aus dem Italienischen und heißt übersetzt „Überladung“ oder „Überzeichnung“. In der Karikatur, die heute meistens eine Zeichnung ist, werden Menschen oder gesellschaftliche Zustände überzogen dargestellt. Politiker sind oft Zielscheibe der Karikaturisten.
Aber auch Gott, das Kreuz, Pfarrer werden karikiert. Das gilt zumindest für unsere westliche Welt. In islamischen Ländern sind Karikaturen zwar ausgesprochen beliebt; in Ägypten etwa werden Tageszeitungen oft nicht wegen ihrer Kommentatoren gelesen, sondern wegen ihrer Karikaturisten. Aber die Religion – Islam und Christentum – sind für Karikaturisten in der islamischen Welt ein Tabu.
In der westlichen Welt gibt es bei religiösen Karikaturen nur dann Protest, wenn sich Christen in religiösen Gefühlen verletzt sehen.
Der Christusglaube war schon von Anbeginn an spöttischen Zeichnungen ausgesetzt.
In der Reformation gab es bitterböse Karikaturen – vor allem auf Flugblättern – die noch heute schockieren.
Damals wie heute wird den Gläubigen eine große Toleranz gegenüber spöttischen religiösen Darstellungen abverlangt. Doch die Grenze zur Blasphemie, zur Gotteslästerung ist oft schnell überschritten.

5. August

Lostag: Wenn's an Oswald regnet, wird teuer das Getreid', und wären alle Berge aus Mehl bereit't.

Der Sack und die Mäuse

Ein dicker Sack voll Weizen stand
auf einem Speicher an der Wand. -
Da kam das schlaue Volk der Mäuse
Und pfiff ihn an in dieser Weise:
"Oh, du da in der Ecke,
Großmächtigster der Säcke!
Du bist ja der Gescheitste,
Der dickste und der Breitste!
Respekt und Referenz
vor eurer Exzellenz!"
Mit innigem Behagen hört
Der Sack, dass man ihn so verehrt.
Ein Mäuslein hat ihm unterdessen
ganz unbemerkt ein Loch gefressen.
Es rinnt das Korn in leisem Lauf.
Die Mäuse knuspern's emsig auf.
Schon wird er faltig, krumm und matt.
Die Mäuse werden fett und glatt.
Zuletzt, man kennt ihn kaum noch mehr,
Ist er kaputt und hohl und leer.
Erst ziehn sie ihn von seinem Thron;
Ein jedes Mäuslein spricht ihm hohn;
Und jedes, wie es geht, so spricht's:
"Empfehle mich, Herr Habenichts!"

Wilhelm Busch

6. August

Bauernregel: Was der August nicht vermocht, der September nicht mehr kocht.

DER IS A HIT!!!!!!!!    
 
Drei Mause sitzen an der Bar und protzen damit, wer von ihnen die Coolste ist.

Die Erste sagt: "Wenn ich eine  Mausefalle sehe, nehme ich mit der linken
Hand den Käse raus. Mit der rechten fange ich den Bügel ab und mache vor dem Essen noch etwas Krafttraining."

Die Zweite: "Wenn bei uns  Rattengift gestreut wird, nehme ich mir eine Rasierklinge, hacke den Stoff klein, lege eine Linie und zieh mir das Zeug durch die Nase."

Die dritte Maus steht auf und  geht.
"Hat's Dir die Sprache verschlagen?", fragen die Mäuse.
"Ihr langweilt mich", sagt die Dritte, "ich geh nach Hause, die Katze 'vernaschen'.

Weitere Witze unter: http://www.gottiswelt.de/witziges/witze.htm

7. August

Volksmund: Macht die Ameis große Hauf, folgt ein strenger Winter drauf. Macht sie aber kleine Haufen, wird sie schon im Herzbst ersaufen.

Vom Mäuslein

Die Köchin spricht zum Koch:
„Fang mir das Mäuslein doch!
Es ist nichts sicher in Küch und Keller,
nicht in der Schüssel, nicht auf dem Teller.
Wo’s was riecht,
da ist es gleich,
wo’s was kriegt,
da frisst es gleich,
wo ein Braten dampft,
kommt das Mäuslein und mampft.
Unter der Bank in den Küchenschrank
hat es gebissen ein Loch.
Koch, fang mir das Mäuslein doch
Und jag es wieder aus dem Haus
in das freie Feld hinaus!“

Da macht der Koch ein Gesicht
und spricht:
„Mäuslein, Mäuslein, bleib in deinem Häuslein!
Nimm dich in Acht - heut nacht,
mach auch kein Geräusch,
und stiehl nicht mehr das Fleisch,
sonst wirst du gefangen - und aufgehangen!“

Der Koch aber deckt zu alle
Schüsseln und stellt auf die Falle
hinten im Eck - und tut hinein den Speck,
sperrt die Küche zu - geht und legt sich zur Ruh.

Das Mäuslein aber ist ruhig
Und wispert leis: „Das tu ich!“
Aber es hat nicht lang gedauert,
so kommt schon das Mäuslein und lauert
und sagt: „Wie riecht der Speck so gut!
Wer weiß, ob’s was tut?
Nur ein wenig möchte ich beißen,
nur ein wenig möchte ich speisen.
Einmal - ist keinmal.“

So spricht fein Mäuslein und schleicht,
bis es die Falle erreicht,
duckt sich - und bückt sich,
schmiegt sich - und biegt sich,
ringelt das Schwänzlein - wie ein Kränzlein,
setzt sich ins Eck - und ergötzt sich am Speck,
reißt, beißt - und speist.
Platsch! Tut’s einen Knall
Und – zu ist die Fall!
Das Mäuslein zittert vor Schrecken
und möcht sich verstecken,
aber wo es will hinaus - ist zugesperrt das Haus.
Es pfeift
und zappelt,
es kneift
und krabbelt.
Überall ist ein Gitter - und das ist bitter.
Überall ist ein Draht - und das ist schad.
Leider, leider
kanns Mäuslein nimmer weiter;
Wär’s nur gewesen gescheiter!

Unterdessen wird es Morgen.
Da kommt die Köchin und will besorgen
den Kaffee - und den Tee.
Da sieht sie denn, was vorgegangen,
und wie das Mäuslein ist gefangen.
Ganz leis und sacht - schleicht sie hin und lacht:
„Haben wir endlich doch erhascht
das Mäuslein, das immer von allem genascht?
Siehst du: Einmal - ist nicht keinmal!
Wärst du geblieben in deinem Loch,
gefangen hätte dich nicht der Koch!“

Fr. Güll

8. August

Wetterregel: Ist's in den ersten Augustwochen heiß, so bleibt der Winter lange weiß.

Die Kaiserkrone

Seit dem 16. Jahrhundert ist die Kaiserkrone in unseren Gärten heimisch. Sie ist aus dem Himalaja und aus Persien zu uns gekommen. Wenn der Frühling einigermaßen mild ist und auch nicht zu spät einsetzt, erfreut sie uns schon Ende März mit ihren stattlichen Blüten.

Sie sind aus Großmutters Garten vertraute Blumen. Man sah sie früher vor allen Dingen auf dem Land, in Gärten, in denen sie viele Jahre völlig ungestört an ein und demselben Platz stehen durften. Dort entwickelten sie sich dann zu stattlichen Exemplaren, die jedes Jahr mit einer großen Anzahl Blüten imponierten und damit zeigten, dass es ihnen gut ging und Standort sowie Pflege zusagten.

Sicher sind sie auch früher nicht in allen Gärten gewachsen, denn sie stellen schon besondere Ansprüche an Boden und Umgebung. So mögen sie es gar nicht, wenn sie von anderen Stauden und Sträuchern arg bedrängt werden. Sie lieben einen freien und sonnigen Platz, an dem sie viele Jahre vollkommen ungestört wachsen können sowie einen kräftigen, aber tiefgründigen und absolut ungedüngten Gartenboden. Im Schatten von Bäumen und Sträuchern fallen sie leicht einer Pilzkrankheit zum Opfer, die sich in den Triebspitzen ansiedelt und dort zum Vergilben und Absterben der Knospen führt. Man kann das verhindern, wenn die frischen Triebe im zeitigen Frühjahr wiederholt vorbeugend mit einem pilztötenden Mittel behandelt werden.

Die stark riechenden Knollen wirken übrigens auf Wühlmäuse abstoßend. Aus der näheren Umgebung von Kaiserkronen werden sich diese lästigen Nager bestimmt zurückziehen.

Der Kaiserkrone Blütenpracht
vielen Menschen Freude macht.
Will man sie lange blühen sehn,
muss sie frei und sonnig stehn.

Die Schachbrettblume ist eine kleinere Verwandte der Kaiserkrone. Auch sie fällt durch ihre Blüte auf, wobei diese allerdings sehr klein und dabei fein kariert ist wie ein Schachbrett. Die Schachbrettblume ist naturgeschützt.

9. August

Wetterregel: Wenn die Mücken tanzen und spielen, sie morgiges gut Wetter fühlen.

Der alte Garten

Kaiserkron und Päonien rot,
die müssen verzaubert sein,
denn Vater und Mutter sind lange tot,
was blühn sie hier so allein?

Der Springbrunn plaudert noch immerfort
von der alten schönen Zeit,
eine Frau sitzt eingeschlafen dort,
ihre Locken bedecken ihr Kleid.

Sie hat eine Laute in der Hand,
als ob sie im Schlafe spricht,
mir ist, als hätt ich sie sonst gekannt –
still – geh vorbei und weck sie nicht!

Und wenn es dunkelt das Tal entlang,
streift sie die Saiten sacht,
da gibt’s einen wunderbaren Klang
durch den Garten die ganze Nacht.

Joseph von Eichendorff

10. August

Blindenführhunde
Helfer im Alltag und Freunde fürs Leben

Treppen und Zebrastreifen suchen, Laternenpfähle und Schlaglöcher umgehen, herabhängenden Ästen und Schildern ausweichen und im Bus einen leeren Platz ansteuern - für einen gut ausgebildeten Blindenführhund alles kein Problem.
Etwa ein bis zwei Prozent der Blinden in Deutschland haben einen solchen vierbeinigen Begleiter, der ihnen ein hohes Maß an Mobilität, Sicherheit und Unabhängigkeit schenkt. Eine enge Bindung zwischen Halter und Hund ist unerlässlich, wenn das Führgespann optimal miteinander arbeiten und harmonieren soll.
Als eine Art Navigator erteilt der Hundehalter seinem tierischen Partner, dem "Piloten", akustische Kommandos wie "Geradeaus", "Suche Tür", "Überquere Straße". Hat der Blindenführhund das Gewünschte ausfindig gemacht, bleibt er stehen. Hindernisse umgeht er oder zeigt sie an, indem er ebenfalls stehen bleibt. Droht Gefahr - zum Beispiel im Straßenverkehr - muss der Hund in der Lage sein, die Befehlsausführung zu verweigern.
Etwa 70 Kommandos beherrscht ein gut ausgebildeter Blindenführhund. Möglich ist aber wesentlich mehr: Durch entsprechendes Training kann man ihn bis zu 400 Befehle lehren. Damit diese Fähigkeiten nicht verloren gehen, muss sich der Halter intensiv mit dem Hund beschäftigen und die Kommandos regelmäßig trainieren.

"Junghunde" die zum Blindenführhund ausgebildet werden, müssen ganz bestimmte Eigenschaften mitbringen: Friedfertigkeit, Intelligenz, Wesensfestigkeit, Nervenstärke, Belastbarkeit und Gesundheit. Bereits im Welpenalter, mit etwa acht Wochen, wird ein spezieller Wesenstest durchgeführt. Dann werden die ausgewählten Welpen in so genannten Patenfamilien ein Jahr lang sozialisiert. Im Laufe ihres ersten Lebensjahres werden die Hundekinder mit unterschiedlichen Situationen und Erlebnissen konfrontiert, damit ihre Eignung kontinuierlich getestet werden kann. Besonders beobachtet werden Nervenfestigkeit, Ängstlichkeit, Aggressionsverhalten, Jagdtrieb und das Verhalten im Umgang mit Menschen. Tabu ist aggressives Verhalten.

Grundsätzlich kann fast jede Hunderasse zum Blindenführhund ausgebildet werden - wenn sie eben die verlangten Voraussetzungen erfüllt. Bevorzugte Rassen sind Königspudel, Riesenschnauzer, Australian Shepard, Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever, Golden Retriever und Amerikanisch-Kanadische Schäferhunde. Bei entsprechender Eignung kommen natürlich auch Mischlinge in Frage. Im Dienst sind Blindenführhunde an ihrem weißen Führgeschirr zu erkennen, einem offiziellen Verkehrzeichen, das alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksicht verpflichtet. Mindestens 50 Zentimeter, maximal 65 Zentimeter Schulterhöhe muss der Hund haben, um die Aufgaben zuverlässig ausführen zu können.
Wer glaubt, ein Blindenführhund habe aufgrund seines eher stressigen Daseins eine geringere Lebenserwartung, der irrt: Weil der gut ausgebildete Hund von klein auf mit Stress umzugehen lernt, erreicht er durchschnittlich ein Alter von 11 bis 13 Jahren - was für einen Hund dieser Größe typisch ist.

11. August

Unsere Blacky
sie war nur ein Hund.
Liebe zeigte sie zu jeder Stund.
War ich traurig, lag ihr Kopf in meinem Schoß,
große Augen fragten: Was hast Du den bloß?
Ihr "Pfeifen" gab mir zu verstehen,
"Ich will Dich wieder fröhlich sehen".
Mein Streicheln ein Muss,
ihr Brummen Hochgenuss.
Mit treuen Augen sah sie mich an,
die ich nie vergessen kann.
Kam ein Fremder mir zu nah,
- sie war da! -
Schon stand sie neben mir:
"Ich helfe Dir!"
Wenn ich spazieren geh,
ich sie neben mir seh,
sind auch schon Jahre vergangen,
dass sie in den Hundehimmel gegangen.
Immer wird sie in meinem Herzen sein,
schäme mich auch nicht, wenn ich wein.
Traurig bin ich in der Urlaubszeit,
viele Menschen sind wieder bereit,
um einen schönen Urlaub zu verleben,
ihre Tiere einfach abzugeben.
Angebunden irgendwo,
ohne Futter und Wasser sowieso,
hoffen sie dann ganz verschreckt,
dass sie jemand bald entdeckt.
Herzlos - gewissenlos....
Ruhig schlafen sollten sie kaum,
verfolgen müsste es sie im Traum.
Heidi Gotti
Sommer 2004

12. August

Bauernregel: Weder Gärtner noch der Bauer, sind dem trocknen Sommer sauer.

 Parabel aus der alten Welt

Jeder von uns kennt wohl den alten weisen Satz: „Denn siehe, was du gibst, das wird auch dir gegeben.“ Und eben davon handelt auch unsere kleine Geschichte von dem Prediger und der Sammelbüchse.
Unser Prediger war in seiner Heimatgemeinde und dem ganzen Umkreis als großer Redner vor dem Herrn bekannt. Eines hohen Sommertages ging er mit seinem Sohn in die Wildnis, um sich ein wenig zu erholen. Aber auch dort blieb er nicht lang allein bei seiner Meditation unter einem starken Baum. Kaum öffnete er die Augen, da sah er auch schon vor sich die Abordnung einer nahen Gemeinde. Und die Männer sprachen: „Herr, dein gewaltiger Ruf als Stimme Gottes ist auch zu uns gedrungen. Ob du uns die Ehre erweist, in unserem Stadttempel zu uns zu sprechen?“
Der Prediger überlegte nur kurz und sagte dann: „So sei es.“
Wenige Stunden später, zur frühen Abendzeit, machte er sich mit seinem Sohn zum Tempel auf. Als er durch die Tür schritt, sah der Prediger direkt neben der Tür eine samtene Sammelbüchse, die für Almosen bestimmt war. Und er warf einen halben Taler hinein.
Dann trat er vor die Harrenden und begann zu sprechen. Groß war der Eindruck, den seine Rede auf die Gemeinde machte. Und als sich der Tempel leerte, da gingen die Tempeloberen wieder zu dem Prediger, dankten ihm und sie sprachen: „Herr, bei uns ist es Sitte, daß der Mann, der bei uns predigt, den Inhalt der Sammelbüchse erhält. Ist es dir recht?“
Und der Prediger sprach: „Ja, es ist mir recht.“
Da nahmen die Oberen einen Schlüssel, streiften den samtenen Stoff etwas herunter, schlossen die Büchse auf und reichten dem Prediger einen – halben Taler.
Der Prediger und sein Sohn gingen zurück zu dem Baum, an dem sie gerastet hatten.
Und der Sohn sprach zu seinem Vater: „Siehst du, mein Vater, hättest du mehr gespendet, so wäre auch dein Lohn fürs Predigen höher ausgefallen.“
Ich denke doch: Wenn ein solches Wort für einen Prediger im Tempel gilt, dann gilt es auch für einen jeden von uns.

13. August

Lostag: Wie das Wetter an Kassian, hält es mehrere Tage an.

Eine neue Welt gestalte,
wenn in Trümmern liegt die alte
ohne Trost und Hoffnungsschein!
Reg dich und schalt und walte!
Neue Lebenskraft entfalte!
Wag es, frei und froh zu sein!

Lerne dulden und ertragen!
Lern im Unglück nicht verzagen!
Wag es, frei und froh zu sein!
Auch in deinen trübsten Tagen
ist ein Glück noch zu erjagen:
Wag es - und die Welt ist Dein!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

14. August

Einfach mal zum Nachdenken ...
Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze.
"Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!"
Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass."
Ich denke immer noch an diese Worte ... sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie z.B. "Eines Tages ..." oder "An einem dieser Tage ..." sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.
Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.
Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "an einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen wollen.
Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich "an einem dieser Tage" schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe. Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist ... jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.
Dieses Tantra kommt aus Nordindien. Es enthält ein paar Botschaften, die der Seele gut tun. Das ist ein Totem-Tantra, das Glück bringt.

15. August

Lostag: Schön Wetter zu Mariä Himmelfahrt, verkündet Wein von bester Art.

Böse Worte verwunden mehr als ein scharfes Schwert.

Sprichwort

Darum sollten wir sie vorher abwägen!

16. August

Lostag: Wenn Sankt Rochus trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut.

Friedrich von Bodelschwingh wurde 1831 in ein altes westfälisches Freiherrengeschlecht hineingeboren. Sein Vater, Ernst von Bodelschwingh, hatte den Posten des Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Kobelenz inne, 1842 wurde er von König Wilhelm IV. als Finanzminister nach Berlin berufen und bekam drei Jahre später das preußische Innenministerium übertragen. Friedrich von Bodelschwingh wuchs in höfischer Atmosphäre auf und wurde Spielkamerad des preußischen Kronprinzen.
Zwar erlernte Friedrich zunächst den Beruf eines Gutsverwalters. Auf dem Gut Gramez in Hinterpommern wurde er mit den erbärmlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Landarbeiter konfrontiert. 1854 fiel seine Entscheidung, Theologie in Basel zu studieren. Hier kam Bodelschwingh mit der Mission in enge Berührung. Während seines Studiums hatte er Johann Christoph Blumhardt in Bad Boll kennen gelernt.

Nach dem Examen ging Bodelschwingh als Hilfsprediger nach Paris, wo er deutsche Gastarbeiterfamilien betreute und von deren Elend erfuhr. 1864 wurde er Pastor in Dellwig bei Unna und heiratete seine Cousine Ida von Bodelschwingh. In die Jahre in dieser Gemeinde fiel eine der schwersten persönlichen Erfahrungen der Familie: 1869 starben innerhalb von zwei Wochen alle vier Kinder von Friedrich und Ida an Diphtherie.
Wohl auch, um den Schmerz über diesen Verlust zu übetwinden, übernahm von Bodelschwingh 1871 die Leitung des Diakonissenhauses und ein kleines Haus für epileptische Kinder in Bielefeld. 1873 wurde ein neues großes Epileptikerpflegehaus errichtet, das auf seinen Vorschlag den Namen „Bethel“ bekam. Dieser Name ging später auf die gesamte Einrichtung über.
Bis zum Tod Bodelschwinghs 1910 war aus Bethel eine eigenständige Ortschaft geworden, in der über 4000 Kranke und Gesunde beieinander lebten und arbeiteten. Die Siedlung bestand aus über 20 verschiedenen Pflege- und Krankeneinrichtungen. Zusätzlich standen eigene Handwerksstätten, Wohnungen für Pflegepersonal und andere Mitarbeiter sowie Einrichtungen wie Wasser- und Stromversorgung zur Verfügung.
Die Bodelschwingh’sche Idee und deren Umsetzung waren nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil der sich immer schneller entwickelnde Pfrozess der Industrialisierung und der Verstädterung sich auch auf das Verhältnis zwischen Kranken und Gesunden auswirkte. Menschen, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Behinderungen den Arbeitsansprüchen in den Fabriken nicht gewachsen waren, wurden immer mehr zu Außenseitern. In Anstalten wie Bethel wurde ihnen ein Leben in christlicher Gemeinschaft geboten.
Friedrich von Bodelschwingh war konservativ, antiliberal und antidemokratisch. Als Anhänger der Monarchie war er ein entschiedener Gegner der liberalen Theologie und der historischen Kritik an der Bibel. Nicht zuletzt deswegen gründete er 1905 die Theologische Schule. 1903 ließ er sich in den preußischen Landtag wählen, um für die Durchsetzung das so genannte „Wanderarbeitsstättengesetz“ einzutreten. Damit sollte es möglich werden, billige Wohnungen für Arbeiter zu bauen. Dies gelang zwar 1907, ein langfristiger Erfolg wurde jedoch nicht erreicht.
Bodelschwingh sah in seiner „Stadt der Barmherzigkeit“ eine Zwischenstation auf dem Weg in die Ewigkeit. Diese Frömmigkeit hinterließ Spuren: Alle Häuser wurden nach biblischen Orten benannt, so erhielten die Kranken- und Pflegehäuser die Namen der biblischen Berge Hermon, Gibeon, Karmel, Libanon, Salem. Die 1884 errichtete Kirche erhielt den Namen Zion, andere Einrichtungen hießen Emmaus, Bethanien oder Nain. Diese Namenssymbolik weist auf die Vision Bodelschwinghs und seiner Mitarbeiter vom himmlischen Jerusalem hin, das auf Erden seinen Vorläufer bekommen sollte.
Aus unserer Kirchenzeitung

17. August

Bauernregel: Der August muss Hitze haben, sonst ist des Obstbaums Segen begraben.

Gut, dass wir einander haben
gut, dass wir einander sehn.
Sorgen. Freude, Kräfte teilen -
und auf einem Wege gehn.

Gut das wir nicht uns nur haben,
dass der Kreis sich niemals schließt
und, dass Gott, von dem wir reden -
hier in unsrer Mitte ist.

Keiner, der nur immer redet,
keiner, der nur immer hört.
Jedes Schweigen, jedes Hören, jedes Wort
hat seinen Wert.

Keiner widerspricht nur immer,
keiner passt sich immer an.
Und wir lernen wie man streiten -
und sich dennoch lieben kann.

Keiner, der nur immer jubelt,
keiner der nur immer weint.
Oft schon hat uns Gott, in unsrer Freude -
unserem Schmerz vereint.

Keiner trägt nur immer andere,
keiner ist des andern Last.
Jedem wurde schon geholfen -
jeder hat schon angefasst.

Keiner, der noch alles braucht
und keiner der schon alles hat.
Jeder lebt von allen andern -
jeder wird von jedem satt.

Verfasser unbekannt

18. August

Volksmund, Unwetter-Vorbote: Augustsonne, die am Vormittag heiß brennt, nimmt meist am Nachmittag kein gutes End.

Der Mann und das Pferd.

Es lebte einmal vor langer Zeit in einem kleinen Dorf ein Mann. Er lebte ein einfaches und bescheidenes Leben. Sein einziger Besitz war ein Pferd. Eines Tages lief das Pferd weg und er konnte es nirgends finden. Da kamen die Leute des Dorfes zu dem Mann und sagten: "Du Armer, du tust uns so leid. Dein einziges Pferd, alles was du hattest, ist weggelaufen. Das Schicksal meint es nicht gut mit dir.“ Der Mann hörte den Leuten zu und sagte zuletzt nur: "Wer weiß?“

Nach Wochen kam das Pferd zurück, aber es kam nicht allein. Fünf Wildpferde hatte es unterwegs getroffen und es brachte diese mit nach Hause. Nun hatte der Mann sechs Pferde und war in diesem Dorf ein reicher Mann. Die Leute kamen und sagten: "Du bist ein Glückspilz! Nun hast du sechs Pferde, du bist reich. Freu dich!" Der Mann sagte nur: "Wer weiß?“

Der Mann hatte einen einzigen Sohn und dieser freute sich ebenfalls über die Wildpferde. Er begann damit, sie zuzureiten. Eines Tages jedoch warf ihn eines der Pferde ab, er stürzte zu Boden und verletzte sich so schwer, dass er nie mehr richtig gehen konnte.
Da kamen die Leute des Dorfes und sagten: "Du armer, armer Mann. Wie schlimm, dass dein Pferd diese Wildpferde mitgebracht hat. Nun ist dein Sohn für immer behindert. Du hast es wirklich schwer im Leben." Der Mann jedoch sagte nur: "Wer weiß?“

Ein anderes Land erklärte dem Land, in dem der Mann wohnte, den Krieg und alle jungen Männer des Dorfes mussten Soldaten werden. Sie zogen fort und keiner kam je wieder zurück. Der einzige junge Mann, der im Dorf bleiben musste und so den Krieg überlebte, war der Behinderte. Da kamen die Leute zu dem Mann und weinten über ihre Söhne und sagten: "Du hast es gut, dein Sohn lebt. Wie gut, dass er damals vom Pferd gefallen ist. Doch der Mann sagte nur: "Wer weiß?"

19. August

Die Sonne bringt es an den Tag

Gemächlich in der Werkstatt saß
zum Frühtrunk Meister Nikolas,
die junge Hausfrau schenkt´ ihm ein;
es war im heiteren Sonnenschein. –
Die Sonne bringt es an den Tag.

Die Sonne blinkt von der Schale Rand,
malt zitternde Kringeln an die Wand,
und wie dem Schein er ins Auge fasst:
„Du bringst es doch nicht an den Tag.“

„Wer nicht? Was nicht?“, die Frau fragt gleich;
„was stierst du so an? Was wirst du so bleich?“ –
Und er darauf : „Sei still, nur still!
Ich´s doch nicht sagen kann noch will,
die Sonne bringt´s nicht an den Tag.“

Die Frau nur dringender forscht und fragt,
mit Schmeicheln ihn und Hadern plagt,
mit süßem und mit bitterem Wort,
sie fragt und plagt ihn fort und fort:
„Was bringt es an den Tag?“

„Nein, nimmermehr!“ – „Du sagst es mir noch.“
„Ich sag es nicht.“ – „Du sagst es mir doch.“
Da ward zuletzt er müd und schwach
und gab der Ungestümen nach. –
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

„Auf der Wanderschaft, ´s sind zwanzig Jahr,
da traf es mich einst gar sonderbar;
ich hatt´ nicht Geld, nicht Ranzen noch Schuh,
war hungrig und durstig und zornig dazu. –
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

Da kam mir ein Fremder in die Quer.
Ringsher war´s still und menschenleer.
„Du hilfst mir, Hund, aus meiner Not;
den Beutel her, sonst schlag ich dich tot!“
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

Und er: „Vergieße nicht mein Blut!
Acht Pfennige sind mein ganzes Gut!“
Ich glaubt ihm nicht und fiel ihn an;
Er war ein alter, schwacher Mann. –
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

So rücklings lag er blutend da;
sein brechendes Aug in die Sonne sah,
noch hob er zuckend die Hand empor,
noch schrie er röchelnd mir ins Ohr:
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

Ich macht ihn schnell noch vollende stumm
und kehrt ihm die Taschen um und um,
acht Pfenn´ge, das war ganze Geld.
Ich scharrt ihn ein auf selbigem Feld. –
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

Dann zog ich weit und weiter hinaus,
kam hier ins Land, bin jetzt zu Haus. –
Du weißt nun meine Heimlichkeit,
so halte den Mund und sei gescheit!
Die Sonne bringt´s nicht an den Tag

Wann aber sie so flimmernd scheint,
ich merk es wohl, was sie da meint,
wie sie sich müht und sich erbost –
du, schau nicht hin und sei getrost:
Sie bringt es doch nicht an den Tag.“

So hatte die Sonn´ eine Zunge nun,
der Frauen Zungen ja nimmer ruhn. –
„Gevatterin, um Jesus Christ!
Lasst Euch nicht merken, was Ihr nun wisst!“ –
Nun bringt´s die Sonne an den Tag.

Die Raben ziehen krächzend zumal
nach dem Hochgericht, zu halten ihr Mahl.
Wen flechten sie aufs Rad zur Stund?
Was hat er getan? Wie ward es kund? –
Sie Sonne bracht es an den Tag.

Adalbert von Chamisso

20. August

Wetterregel: Wie im August das Wetter fällt, so ist's das ganze Jahr bestellt.

  

Die Bohne ist ein Schmetterlingsblütler, der Hülsenfrüchte trägt. Die Hülsen und die darin enthaltenen Samen (frisch und getrocknet) sind das zum Verzehr geeignete Gemüse. Es gibt über 100 verschiedene Sorten.

Bohnen werden seit über 7.000 Jahren in Mittel- und Südamerika angebaut. Im 16. Jahrhundert kamen sie mit dem Sklavenhandel nach Europa. Vorher wurden in Europa die sogenannten Fava gegessen, Dicke Bohnen, Saubohnen, Puffbohnen.

Bohnen sind so eiweißreich, dass sie einen vollwertigen Ersatz für Fleisch darstellen (22%). In bestimmten Kulturen bilden sie daher ein Grundnahrungsmittel. Bohnen und Tortillas sind die Basis der Ernährung in Mexiko. Eine absolut vollwertige Speise.

Bohnen enthalten die Vitamine C, K, Folsäure, Provitamin A, B-Vitamine, Vitamin E. Dazu kommen seltene Pflanzenstoffe wie Flavone, außerdem Mineralien wie Magnesium, Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphat, Kieselsäure, besonders wenig Natrium.

Bohnen enthalten ein Gift (Phasin), das aber beim Kochen (15 Minuten) abgebaut wird.

Gegen Blähungen helfen Gewürze wie Bohnenkraut, Kreuzkümmel, Koriander, Rosmarin, Senfkörner usw.

Bohnen machen nicht dick. Andererseits werden sie langsam verdaut und sättigen lang anhaltend, wirken z.B. der Überzuckerung bei Diabetikern entgegen.

Arzneilich werden die Hülsen angewendet. Sie wirken harntreibend, krampflösend, blutreinigend (bei Hautunreinheiten und Ekzemen). Aber auch bei Stoffwechselstörungen, insbesondere bei Rheuma, Gicht und Ischias. Sie senken den Blutzucker und den Cholesterinspiegel. In der Volksmedizin werden sie zusammen mit Heidelbeerblättern angewendet.

Bohnenschalen-Tee: (soll wie kein anderes Mittel die Harnsäurebildung im Körper hemmen!)
1 EL getrocknete Hülsen in 1/2 l kaltes Wasser geben, zum Sieden bringen, 3 bis 5 Minuten kochen, abseihen, 2 bis 3 mal täglich 1/4 l trinken.

Blutreinigungskur: Bohnenschalen 20 Teile - Birkenblätter 10 Teile - Schafgarbe 5 Teile - Minze 5 Teile - Schachtelhalm  5 Teile
2 EL dieser Mischung in 1/4 l kaltem Wasser aufsetzen, 5 Minuten sieden, abseihen und 2- bis 3-mal täglich 1 Tasse trinken.
Vorsicht! Bei eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit den Arzt fragen.

Homöopathie:
Phaseolus nanus D 3 bis D 6 täglich dreimal 5 Tropfen gegen Wassersucht (Ödeme), Harnsäure, Kopfschmerzen in Stirn und Augenhöhlen.

21. August

Bauernregel: Macht der August uns heiß, bringt der Winter sehr viel Eis.

Bohnen

Bohnen im Garten –
Im Tütchen sie warten.
Will sie in die Erde tun,
dürfen nicht weiter ruhn.
Nicht zu tief sie stecken,
damit sie sich bald recken.
Dann wird ich sie pflücken
Voller groß Entzücken.

Heidi Gotti

22. August

Bohnensalat mit Rindfleisch

2 Kartoffeln,
200 g Bohnen,
Salz,
2 EL roter Weinessig,
6 EL Olivenöl,
Pfeffer,
Schnittlauch,
Petersilie,
Borretsch,
Kerbel,
400 g gekochtes Rindfleisch,
1 Zwiebel (gehackt),
4 Gewürzgurken (Scheiben),
2 Eier

Kartoffeln kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Die geputzten Bohnen in Salzwasser al dente kochen. Die Eier hart kochen, schälen und in Achtel schneiden.

Aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer eine Salatsauce rühren, die klein gehackten Kräuter darunter ziehen.

Das gekochte Rindfleisch in Würfelchen schneiden, mit Zwiebel und Gewürzgurken vermischen und die Salatsauce darüber gießen. Gut durchziehen lassen.

 Die noch warmen Kartoffeln und Bohnen darunter heben mit den Eiern garnieren.  Nochmals ca. 15 Minuten ziehen lassen.

23. August

An Menschen zu denken, ihnen zu helfen ist toll,
es tut der eigenen Seele sehr wohl. 
Worte und Gedanken für Freunde, bedeuten Glück,
das bekommt man tausendfach wieder zurück.
Wenn übervoll und glücklich die eigene Seele,
ist es ein Muss davon abzugeben, kein Quälen.
Niemandem kann man die Sorgen nehmen,
aber leichter sind die gemeinsamen Tränen.
So handeln auch meine Freunde bei mir,
in der Not sagen sie: Ich bin bei Dir!
Wie oft ist es mir schon so ergangen,
wurde von Freunden aufgefangen,
getröstet und wieder aufgebaut,
nichts hat mehr so schlimm ausgeschaut.
Die Angst gehört zu jedem Leben,
sie zu bekämpfen sollte man streben.
Angst beherrscht uns in vielerlei Formen,
sie zu benennen gibt es keine Normen.
Aber wenn man stark ist und voller Zufriedenheit,
sollte man zum Abgeben von Hilfe sein bereit.
Vor ein paar Tagen ist mir etwas passiert,
das hat mich wahnsinnig innerlich berührt.
Manchen Menschen ich helfen kann,
dort meinte ich abends dann,
es wird wohl nicht mehr nötig sein,
dass ich bei Euch schaue weiter rein.
Des weiteren tat ich kund,
Ihr seid jetzt seelisch gesund.
Zwei Frauen wollten es nicht glauben,
bekamen runde erschrockene Augen.
"Wir brauchen Dich doch
ohne Dich gibt's ein Loch.
Du bist stark und lustig,
aufbauend nie frustig.
Bitte, lass uns nicht im Stich,
wir wollen nie missen Dich."
Vor Freude kamen mir die Tränen
brauchte mich dafür nicht zu schämen.
So im Stillen ich bei mir denk,
das ist doch das schönste "Geschenk".
Heidi Gotti

24. August

Lostag: Bleiben die Störche nach Bartholomä, so kommt ein Winter, der tut nicht weh.

Die Vorlieben der Sternzeichen

Virgo/Jungfrau:
24.8.-22.9.
 
Element: Erde
Planet: Merkur
Stein: August - Tigerauge
September - Saphir
Pflanze: Kapuzinerkresse oder Goldrute
Farbe: Lila
Charakter: perfektionistisch, gut organisiert, erfolgreich, künstlerisch begabt

 

So küsst die beständige Jungfrau

Der Kuss eines Jungfrau-Geborenen ist zielstrebig und praktisch. Vielleicht ist er dadurch nicht immer so vergnügt und man hat weniger Spaß daran. Doch stellt die Jungfrau einmal Ihre Sittlichkeit und Zweckgebundenheit hinten an, so kommt der Partner zu einem unerwarteten Kussvergnügen. Sogar die unterschwellige Leidenschaft des Erdzeichens kann in einem solchen Kuss spürbar werden.

Jungfrau-Männer küssen, wenn sie denn kussbereit sind, zielstrebig, adrett und immer zuverlässig. Es ist schwierig für ihn, den verliebten Romeo zu geben. Seine romantische Darstellungskraft ist schwach ausgebildet.

Jungfrau-Frauen wollen geküsst werden, in Fahrt gebracht werden. Der Partner sollte dies behutsam tun. Nach den ersten eher zaghaften Küssen können sie sich zu wahren Kuss-Meisterinnen entwickeln. Die Leidenschaftlichkeit, die sie dabei an den Tag legen können, wird den Kusspartner überraschen. Jeder Kuss wird ernst genommen, auch wenn es sich nur um ein kleines Vergnügen handeln sollte.

Gute Kusspartner sind: Steinbock, Stier, Fische und Krebs.
Weniger gute Kusspartner sind: Skorpion, Löwe und Waage.

25. August

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und er wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt...

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchwalten,
denn er muss in einer einsamen Nacht
nicht mehr ängstliche Hände halten,
seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.
 
Rilke 

26. August

Bauernregel: Wenn's im August nicht regnet, mit viel Schnee der Winter uns segnet.

Neues auf der HP: Die August-Digibilder

Ästiger Stachelbart wurde zum Pilz des Jahres 2006 bestimmt

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Astigen Stachelbart zum Pilz des Jahres gewählt, um auf eine seltene und gefährdete Pilzart hinzuweisen, deren Lebensraum - alte Buchenwälder - geschützt werden sollte. Der Ästige Stachelbart beeindruckt vor allem durch sein exotisch anmutendes Äußeres. Bizarr geformt, unendlich verzweigt und blendend weiß, könnte man den Stachelbart eher für eine Südseekoralle halten.
Der Pilz des Jahres 2006 - mit wissenschaftlichem Namen Hericium coralloi - erreicht einen Durchmesser von über 20 Zentimetern. Er entspringt einem dicken Strunk, verzweigt sich in immer feinere Äste, an denen sich seine Sporen bilden. Jedes kleine Ästchen bildet Hunderte davon. Sie sind es, die wiederum an alten Buchen auskeimen, im Holz ein feines Geflecht entwickeln - das Myzel - und so den Stamm vermorschen lassen. Erst in der letzten Phase der Holzzersetzung bilden sich die Fruchtkörper des Ästigen Stachelbartes, also die besagte Koralle.
Der Stachelbart ernährt sich saprotroph, er wächst also nur auf totem Holz. So trägt er dazu bei, den organischen Abfall des Waldes zu beseitigen und bereitet damit auch für andere Organismen einen Lebensraum. Etwa für Insekten, die im morschen Holz leben, oder für Spechte, die dort leichter ihre Höhle zimmern können.
Obwohl der auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitete Ästige Stachelbart auch an anderen Bäumen wächst, kommt er in Europa nur in alten Buchenwäldern vor. Mit dem Verschwinden von alten Buchen engt sich auch sein Vorkommen ein. Aus diesem Grund ist sein Vorkommen in Deutschland stark gefährdet.
Nur in Regionen mit alten Buchenbeständen auf nicht zu trockenen Böden kann man ihm noch etwas häufiger begegnen, zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. Deswegen gilt: Absterbende Buchen nach Möglichkeit stehen lassen, um dem Ästigen Stachelbart und anderen Pilzen und Organismen geeigneten Lebensraum zu erhalten.

27. August

Bauernregel: Wenn's im August ganz ohne Regen abgeht, das Vieh vor leeren Trögen bald steht.

Sommergesang

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser stillen Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an,
als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fleugt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder;
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Mach in mir Deinem Geiste Raum,
dass ich Dir wird ein guter Baum,
und lass mich wohl bekleiden;
verleihe, dass zu Deinem Ruhm
ich Deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Erwähle mich zum Paradeis
und lass mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen:
So will ich Dir und Deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen.

Paul Gerhardt

28. August

Lostag: Um die Zeit um Augustin, ziehen die warmen Tage dahin.

Explosion der Farben – Phlox ist die Staude des Jahres 2006

Zur Staude des Jahres wurde der Phlox vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS) ernannt. Es handelt sich um eine klassische Bauerngartenblume. Vom Frühjahr bis in den Herbst erfreuen die zahlreichen Phlox-Arten mit ihren farbenfrohen und mitunter herrlich duftenden Blüten.
Die Pflanzen erreichen je nach Art eine Höhe von 5 bis 140 Zentimetern. Sie sind daher sowohl als Leit- oder Begleitstaude in Rabatten oder auch im Steingarten zu verwenden.
Die Gattung Phlox gehört zur Familie der Himmelsleitergewächse. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika und besiedeln dort ein Gebiet, das sich von Illinois im Norden bis nach Georgia in den Südstaaten und damit über verschiedene Klimazonen erstreckt.
Im 18. Jahrhundert kamen die ersten Phlox-Arten nach Europa. Durch Züchtungen seit dem 19. Jahrhundert entstand ein umfangreiches Sortiment. An ihren breit gewölbten Dolden sitzen farbenprächtige Einzelblüten, deren Farben von Rot-Violett-Schattierungen über Lilablau bis Weiß reichen.
Die Blütezeit des Hohen Phlox reicht von Juni bis in den September. Seine Höhe variiert zwischen 50 und 150 Zentimetern. Besonders in der Abenddämmerung leuchten die Blüten ganz besonders und geben einen betörenden Duft ab, der zahlreiche Nachtschwärmer anzieht. Neben den Beetstauden gibt es auch einige Phlox-Arten, die sich für den Steingarten eignen. Sie zeichnen sich durch niedrigen, meist polsterförmigen Wuchs aus und überziehen Steinfugen, Mauerkronen sowie Trog- und Dachgartenbepflanzungen mit ihrem feinen Blütenteppich.
Das Frühjahr beginnt mit der Blüte des Niedrigen Polsterphlox, der lediglich eine Höhe von 5 Zentimetern erreicht und rundliche Polster ausbildet, die winter- bis immergrün sind. Die rosa- bis lilafarbenen Blüten erscheinen im Mai bis Juni.
Der Teppichphlox erreicht eine Höhe von 10 bis 15 Zentimetern und hat leicht rundliche, nadelartige Blätter. Sein großes Sortiment. schmückt mit blauen, roten und weißen Blüten Trockenmauern, Steinspalten und senkrechte Wände von Mai bis Juni.
Der Kriechende Phlox erreicht 30 Zentimetern Höhe und wächst auf Nord- und Ostseiten von Gehölzen und Mauern. Er hat einen starken Ausbreitungsdrang, der auf schattigen Gartenplätzen jedoch oft erwünscht ist. Selbst Sommertrockenheit unter Gehölzen kann ihm nichts anhaben, solange es im Frühjahr an seinem Standort feucht war und er austreiben und Blüten entwickeln konnte.

29. August

Wetterregel: Wenn im August der Wind aus Nord, fliegen die Schwalben noch lang nicht fort.

Sonnenblume

"Uns Sonnenblumen kennt jedes Kind, und wir hören botanisch auf den Namen Helianthus.
Wir tragen unseren Namen nicht nur wegen unserer majestätischen Gestalt, die eine Höhe von bis zu fünf Metern erreichen kann, sondern auch wegen unserer phototropischen Eigenschaft, unser blühendes Antlitz stets dem Licht zuzuneigen.
Wir kamen aus Nordamerika herüber und wurden bereits von den Inkas als Symbol des Sonnengottes verehrt und bereits 3.000 v. Chr. wegen unserer essbaren Samen kultiviert. So sind wir außer als Zierpflanze auch wertvoll für die Ölgewinnung.
Wir sind anspruchslose Gesellen, doch bevorzugen wir einen humosen, lehmhaltigen Boden in sonniger Lage und möchten während unserer Wachstumsperiode fleißig gedüngt und gewässert werden. Unansehnliche Gartenecken, alte Zäune und Mauern vermögen wir dann rasch zu verdecken und schattig zu halten. Ihr solltet uns erst im April/Mai aussäen, da Spätfröste unsere Feinde sind.“

30. August

Sommermorgen

Nichts bewegt sich, nicht die Schierlingsdolden,
nicht das Wasser, das im Graben blinkt,
nichts bewegt sich unter diesem holden
Abglanz der vom Himmel sinkt.

Und opalen in den ungezählten
Tropfen morgendlichen Taus verschwebt,
und im Wasser unter den beseelten
Wolkenspielen lautlos lebt.

Wälder, die das Wiesenland umgrenzen,
Röhricht, an den Grabenrand geschmiegt,
nichts bewegt sich in dem großen Glänzen,
das auf allen Dingen liegt.

Manfred Hausmann

31. August

Wetterregel: Wie der August heuer war, wird sein der nächste Februar.

Mein Herz, 
was pochst Du so ängstlich und schwer?
Es ist doch schon so lange her,
dass du erfuhrst so großes Leid!!
Ich dachte, ALLE Wunden heilt die Zeit!
Aber vieles schlummert tief im Innern,
immer wieder gibt's ein Erinnern.
Besonders an diesen trüben Tagen,
beginnt es erneut da drin zu nagen.
Die Frage ist wichtig:
War alles richtig?
Was wäre zu verhindern gewesen?
Devise damals: Schnell vergessen!
Ein tiefes schwarzes Loch,
blieb plötzlich nur noch.
Drinnen letztendlich versunken,
fast für immer ertrunken!!
Daraus endlich befreit,
für eine bessere Zeit!?
Endlich wieder Lachen und Glück,
deshalb blick nach vorn, nie zurück!
Es bleibt Dir Gottes Segen
und Freunde, die Dich mögen.
Denke immer daran, Du bist nie allein,
ein Freund wird immer für Dich da sein!
Heidi Gotti

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