August 2008

Der Gaul
| Es läutet beim Professor
Stein. Die Köchin rupft die Hühner. Die Minna geht: Wer kann das sein?- Ein Gaul steht vor der Türe. Die Minna wirft die Türe zu. "Ich bin, verzeih’n Sie", spricht der
Gaul, |
Die vierzehn Leute samt
dem Mops, sie stehen, als ob sie träumten. Das kleinste Kind tut einen Hops, die andern steh’n wie Bäume. Der Gaul, da keiner ihn versteht, Die dreizehn schau’n auf ihren Herrn, |
Christian Morgenstern
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Der August
Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schau'n aus wie Frau'n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.
Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?
In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit,
das Unverständliche bleibt unverständlich.
Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ...
Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
Erich Kästner
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Die kluge Krähe
Eine Krähe, die fast am Verdursten war, fand endlich einen Krug mit Wasser. Aber, o weh! Der Krug war sehr eng; und es war so wenig Wasser darin, dass sie, soviel sie sich auch plagte, nicht mit dem Schnabel bis zum Wasser hinab kommen konnte. Nun brachte die Not sie auf einen guten Gedanken: Sie warf kleine Kieselsteine in den Krug, einen nach dem anderen – und mit jedem Steine stieg das Wasser etwas höher, bis es zuletzt am Rande ankam. Mit Wohlbehagen konnte die kluge Krähe ihren Durst löschen.
Nach Äsop
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Die SpatzenWieder sind sie hier, sitzen zwitschernd auf der Gartentür. Tschiep, tschiep, gib, gib! Um ein paar Krümel zu erbetteln, sie ein groß' Geschrei anzetteln. Kaum hat sich die Hand erhoben, kommen sie schon angeflogen. Schnell wird geschnappt das erste Stück und gleich das zweite, mit viel Glück. Und damit dann husch, in den nächsten Busch. Kaum verzehrt, man's wieder hört. Tschiep, tschiep, gib, gib!Heidi Gotti
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Die Singvögel
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Ein freundliches Dörfchen war von einem ganzen Walde fruchtbarer Bäume umgeben. Die Bäume blühten und dufteten im Frühling aufs lieblichste. Im Herbst aber waren alle Zweige mit Äpfeln, Birnen und Zwetschgen beladen. Auf ihren Ästen und in den Ecken umher nisteten allerlei muntere Vögel.
Da fingen einige böse Buben an, die Nester der Vögel auszunehmen. Die Vögel zogen aus dem Orte nach und nach ganz hinweg. Man hörte an den schönen Frühlingsmorgen kein Vöglein mehr singen und in den Gärten war es ganz still und traurig. Die schädlichen Baumraupen, die sonst von den Vögeln weggefangen wurden, nahmen überhand und fraßen Blätter und Blüten ab. Die Bäume standen kahl da wie mitten im Winter, und die bösen Buben, die sonst köstliches Obst im Überfluss hatten, bekamen nicht einmal mehr einen Apfel zu sehen.Christoph von Schmid
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Der Ball der Tiere
„Ich denk’,
wir geben einen Ball“,
sagt die Nachtigall.
„So?“,
sagt der Floh.
„Was werden wir essen?“,
sagen die Wespen.
„Nudeln!“,
sagen die Pudeln.
„Was werden wir trinken?“,
sagen die Finken.
„Bier!“,
sagt der Stier.
„Nein, Wein!“,
sagt das Schwein.
„Wo werden wir tanzen?“,
sagen die Wanzen.
„Im Haus!“,
sagt die Maus.
Volksgut
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Silberdisteln
Im Urlaub findet man häufig Silberdisteln in der freien Natur. Wie gern würden wir diese dekorativen Pflanzen auch im eigenen Garten ansiedeln! Manch einer setzt diesen Gedanken in die Tat um, gräbt eine solche Pflanze einfach aus und nimmt sie mit in den eigenen Garten. Das aber ist strengstens verboten, weil Silberdisteln unter Naturschutz stehen. Zudem würden sie in unseren Gärten auch sicherlich nicht anwachsen, denn obwohl sie ausgesprochen anspruchslos sind, lassen sich vor allem ältere Pflanzen nicht mehr umsiedeln.
Staudengärtnereien haben sich aber bemüht, diese wundervollen Pflanzen für den Garten heranzuziehen. Sie werden in vielen Fachkatalogen als Jungpflanzen angeboten. Aber auch diese Pflanzen wachsen nur dann befriedigend, wenn wir ihnen die wichtigsten Wünsche erfüllen.
Ihr Platz muss frei und sonnig sein und der Boden einen hohen Kalkgehalt aufweisen. Carlina acaulis, wie die Silberdistel mit botanischem Namen auch heißt, verabscheut insbesondere zu viel Nässe. Wasser ist nicht ihr Element, sie verträgt es überhaupt nicht und würde an einem zu feuchten Platz mit Sicherheit nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Im Steingarten wird sie dagegen gut gedeihen, wenn wir für einen lockeren, ja sogar steinigen Untergrund aus Schotter, vermischt mit Erde, sorgen. Dort kann sie ein gutes, gesundes Wurzelwerk entwickeln und wird dann auch Jahr für Jahr im Hochsommer von Juli bis August ihre zauberhaften silbrig-weißen Blüten hervorbringen.
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Mit lautem Jubel bringen wir den schönsten
Erntekranz
mit seiner Ähren lichten Pracht, viel mehr als Goldesglanz.
Das Brot, es schmeckt uns doppelt gut, was das
heißt,
wenn man es selbst verdienen muss, mit vieler Müh und Fleiß.
Wir danken Gott für seine Gnad und weihen ihm
die Kron,
für alle Fülle, die er gab, ist dies nur ein kleiner Lohn.
So wünschen wir dem Haus viel Glück und schenken
ihm den Kranz.
Das ist der Schnitter Meisterstück, wiegt mehr als Goldesglanz.
Erntelied 1800
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Ein Weizenfeld |
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Weil es die Ähre verschmäht, sich mit
der Farbe zu zieren,
Hat die Natur ihr den Mohn dicht an die Seite gestellt;
Jener hat sie die Kraft vertraut, den Menschen zu nähren,
Diesem verlieh sie den Reiz, welcher sein Auge erfreut.
Jene frage drum nicht: Wo sprießen dir nützliche Körner?
Oder dieser: Wo trägst du den erquicklichen Schmuck?
Wenn die eine uns fehlte, so könnten wir freilich nicht leben,
Aber wir möchten es nicht, wäre der andre nicht da!
Friedrich Hebbel (1813-1863)
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Was ist Leben?
Leben ... ist eine Gelegenheit -
Nutze sie.
Leben ... ist Schönheit - Bewundere sie.
Leben ... ist ein Traum - Verwirkliche ihn.
Leben ... ist eine Herausforderung - Stell dich ihr.
Leben ... ist eine Pflicht - Leiste sie.
Leben ... ist eine Reise - Vollende sie.
Leben ... ist ein Spiel - Spiel es.
Leben ... ist teuer - Schätze es.
Leben ... ist Reichtum - Bewahr es.
Leben ... ist Liebe - Genieß es.
Leben ... ist ein Versprechen - Erfüll es.
Leben ... ist Leid - Überwinde es.
Leben ... ist ein Lied - Sing es.
Leben ... ist Kampf - Gewinn ihn.
Leben ... ist eine Tragödie - Sei gefasst.
Leben ... ist ein Abenteuer - Wag es.
Leben ... ist Leben - Erhalte es.
Leben ... ist Glück - Mach es!
Bitte vergeude es nicht, es ist so wertvoll!!!!!!
???
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Dalai Lama
Eigentlich ist Dalai Lama ein Titel. Der Name bedeutet übersetzt etwa Ozean des Wissens. Diesen Titel geben die Tibeter ihrem Oberhaupt. Für die tibetischen Buddhisten ist der Dalai Lama ein ganz besonderer Mensch, ein Erleuchteter. Die Tibeter glauben, dass ein Dalai Lama nach seinem Tod in einem Kind wiedergeboren wird. Der jetzige gilt als die 14. Wiedergeburt des ersten Erleuchteten. Der heutige Dalai Lama kam vor 72 Jahren in einem tibetischen Dorf zur Welt. Damals hieß er Lhamo Thondup. Mit nicht mal fünf Jahren wurde er zum tibetischen Oberhaupt erkoren und musste Mönch werden. Er bekam auch einen neuen Namen. Heute heißt er: Seine Heiligkeit Gzong Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama.
Viele Leute, auch außerhalb von Tibet, verehren ihn. Er reist herum und ruft zum Frieden auf. In seine Heimat darf er aber nicht, er lebt in Dharamsala in Indien. Chinas Regierung hat in Tibet vor vielen Jahren die Macht übernommen, deshalb musste der Dalai Lama fliehen. Nun versucht er, aus dem Ausland sein Volk zu unterstützen. Dieses will nicht länger unter der Herrschaft der Chinesen leben. Doch die chinesische Regierung gibt nicht nach.
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Freundschaft
ist ein großes Wort; wie soll man das erklären?
Ein Gefühl, so wunderbar, durch niemand zu zerstören.
Mit F am Anfang steht für mich das für einander Streben.
Das R heißt, jederzeit Respekt dem anderen geben.
Und E das steht für Ehrlichkeit; hat einen großen Wert.
Soll U wie unbedingt bestehen, weil es den Menschen ehrt.
Fast mittendrin im großen Wort hat man das N geschrieben.
Es sollte immer dafür stehen, sich niemals zu belügen.
Ein D so groß wie Dankbarkeit muss eine Rolle spielen.
Auch S wie Schutz und Sicherheit soll jeder fühlen.
Das C das heißt charakterstark; ist's auch nicht immer leicht.
Ist man mit H wie Herz dabei, dann hat man was erreicht.
Das A das fast am Ende steht, will ich für Achtung setzen.
Und F wie fair und recht zu sein; den anderen zu schätzen.
T wie Treue, nun am Schluss und das Gefühl auch geben:
Heißt Freundschaft, Glück und Zuversicht für ein ganzes Leben.
Von einer Mailfreundin
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Ein wahrer Freund |
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Ein einfacher Freund hat Dich noch nie weinen hören.
Ein wahrer Freund hat Schultern, die von Deinen Tränen durchnässt sind.
Ein einfacher Freund kennt nicht die
Vornamen Deiner Eltern.
Ein wahrer Freund hat ihre Telefon-Nummern in seinem Adressbuch.
Ein einfacher Freund bringt eine
Flasche Wein zu Deiner Party mit.
Ein wahrer Freund kommt früher, um Dir beim Kochen zu helfen und bleibt lange um
Dich beim Aufräumen zu unterstützen.
Ein einfacher Freund hasst es, wenn
Du ihn anrufst, nachdem er ins Bett gegangen ist.
Ein wahrer Freund fragt Dich, warum Du erst so spät anrufst.
Ein einfacher Freund versucht mit Dir
über Deine Probleme zu reden.
Ein wahrer Freund versucht Dir bei Deinen Problemen zu helfen.
Ein einfacher Freund macht sich
Gedanken über Deine romantische Vergangenheit.
Ein wahrer Freund könnte Dich damit erpressen.
Ein einfacher Freund verhält sich wie
ein Gast, wenn er Dich besucht.
Ein wahrer Freund öffnet Deinen Kühlschrank und bedient sich.
Ein einfacher Freund glaubt, Eure
Freundschaft ist nach einem Streit beendet.
Ein wahrer Freund weiß, dass es keine Freundschaft gibt, solange man keinen
Kampf gehabt habt.
Ein einfacher Freund erwartet, dass
Du immer für ihn da bist.
Ein wahrer Freund ist immer für Dich da!
Ein einfacher Freund wird diesen Text
lesen und ihn wegwerfen.
Ein wahrer Freund wird ihn Dir so oft zusenden, bis er sicher ist, dass Du ihn
empfangen hast.
Von einer Mailfreundin bekommen
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Die besten Dinge im Leben
sind nicht die,
die man für Geld bekommt.
Am Anfang gehören alle
Gedanken der Liebe.
Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.
Einstein
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Ist der Mensch ein wunderliches Geschöpf?
Johann Peter HebelEinem König von Frankreich wurde durch seinen Kammerdiener der Name eines Mannes genannt, der das 75. Jahr zurückgelegt habe und noch nie aus Paris herausgekommen sei. Er wisse noch auf diese Stunde nicht anders als vom Hörensagen, was eine Landstraße sei oder ein Ackerfeld oder der Frühling. Man könne ihm weismachen, die Welt sei schon vor zwanzig Jahren untergegangen, er müsse es glauben. –
Der König fragte, ob denn der Mann kränklich oder gebrechlich sei.
"Nein", sagte der Kammerdiener, "er ist so gesund wie der Fisch im Wasser."
Oder ob er trübsinnig sei.
"Nein, es ist ihm so wohl wie dem Vogel im Hanfsamen."
Oder ob er durch seiner Hände Arbeit eine zahlreiche Familie zu ernähren habe.
"Nein, er ist ein wohlhabender Mann. Er mag eben nicht. Es nimmt ihn nicht wunder."
Des verwunderte sich der König und wünschte diesen Mann zu sehen. Der Wunsch eines Königs von Frankreich ist bald erfüllt, zwar auch nicht jeder, aber dieser, und der König redete mit dem Menschen von allerlei, ob er schon lange gesund und wohlauf sei.
"Ja, Sire", erwiderte er, "allbereits 75 Jahre."
Ob er in Paris geboren sei.
"Ja, Sire! Es müsste kurios zugegangen sein, wie ich sonst hineingekommen wäre, denn ich bin noch nie draußen gewesen."
"Das soll mich doch wundernehmen", erwiderte der König. "Denn eben deswegen hab' ich Euch rufen lassen. Ich höre, dass Ihr allerlei verdächtige Gänge macht, bald zu diesem Tor hinaus, bald zu jenem. Wisst Ihr, dass man schon lange auf Euch Achtung gibt?"
Der Mann war über diesen Vorwurf ganz erstaunt und wollte sich entschuldigen. Das müsse ein anderer sein, der seinen Namen führe, oder so.
Aber der König fiel ihm in die Rede: "Kein Wort mehr! Ich hoffe, Ihr werdet in Zukunft nicht mehr aus der Stadt gehen ohne meine ausdrückliche Erlaubnis."
Ein rechter Pariser, wenn ihm der König etwas befiehlt, denkt nicht lange, ob es notwendig sei und ob es nicht auch anders ebenso gut sein könnte, sondern er tut's. Der unsrige war ein rechter; als jedoch auf seinem Heimweg die Postkutsche vor ihm vorbeifuhr, dachte er: ,,0 ihr Glücklichen da drinnen, dass ihr aus Paris hinaus dürft!" Als er nach Hause kam, las er die Zeitung wie alle Tage. Aber diesmal fand er nicht viel drin. Er schaute zum Fenster hinaus, das war auf einmal so langweilig. Er las in einem Buch, das war auf einmal so einfältig. Er ging spazieren, er ging in die Komödie, in das Wirtshaus, das war so alltäglich. So das erste Vierteljahr lang, so das zweite, und mehr als einmal im Gasthaus sagte er zu seinen Nachbarn: "Freunde, es ist ein hartes Wort, 75 Jahre kontinuierlich in Paris gelebt zu haben und jetzt erst nicht hinaus zu dürfen."
Endlich im dritten Vierteljahr konnte er's nimmer aushalten, sondern meldete sich einen Tag um den andern wegen der Erlaubnis; das Wetter sei so hübsch, oder es sei heut ein schöner Regentag. Er wolle sich gern auf seine Kosten von einem vertrauten Mann begleiten lassen, wenn's sein müsse, auch von zweien. Aber vergebens. Nach Verlauf aber eines schmerzlich durchlebten Jahres, gerade am nämlichen Tage, als er abends nach Hause kam, fragte er mit bösem Gesicht die Frau: "Was ist das für ein neues Kaleschlein im Hof? Wer will mich zum besten haben?"
"Herzensschatz", antwortete die Frau, "ich habe dich überall suchen lassen. Der König schenkt dir das Kaleschlein und die Erlaubnis, darin spazieren zu fahren, wohin du willst."
"Ma foi!", erwiderte der Mann mit besänftigter Miene, "der König ist gerecht." –
"Aber nicht wahr", fuhr die Gattin fort, "morgen fahren wir spazieren aufs Land?"
"Ei nun", erwiderte der Mann kalt und ruhig, "wir wollen sehen. Wenn's auch morgen nicht ist, so kann's ein andermal sein, und am Ende, was tun wir draußen? Paris ist doch am schönsten inwendig."
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Mein größter Wunsch auf Erden,
das alle Menschen Freunde werden.
Nicht großer Hass,
weil ein anderer Stempel im Pass.
Warum immer Hass und Streit,
Ist es mit der Menschheit wirklich schon so weit?
Zählt wirklich nur noch Macht?
Zählt nicht mehr das man auch noch lacht?
Ist es vorbei mit Zusammenhalt?
Sind wir wirklich schon so kalt?
Gibt es kein liebes Wort?
Gibt es wirklich nur noch Mord?
Wird eine Lüge der Wahrheit vorgezogen?
Wird wirklich nur noch gelogen?
Das alles kann doch gar nicht sein,
bald sind wir alle dann allein.
Wir dürfen nicht immer weiter gehen,
wir müssen auch die Anderen sehen.
Alleine kann der Mensch nicht existieren,
sonst wird er den Kampf des Lebens verlieren.
Darum ein guter Rat von mir,
das schönste ist ein Lachen von Dir.
Deine Wärme gebe weiter,
dann steigst Du auf der Lebensleiter.
Wenn wir uns alle ein bisschen lieben,
dann gibt es nur noch Frieden.
Verfasser unbekannt
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Wisent
Stattliche 3,30 Meter lang und 2 Meter hoch kann so ein Bulle werden, und seine mächtigen Hörner sind ziemlich furchteinflößend: Die vor etwa 250 Jahren in Deutschland ausgestorbenen Wisente – Europas größte und schwerste Landsauger – sollen eines Tages wieder hierzulande in freier Wildbahn leben. Für gleich mehrere Projekte laufen Vorbereitungen. Naturschützer hoffen, dass sich das Wildtier des Jahres 2008 in Deutschland vielleicht bald wieder heimisch fühlen wird. Diese scheuen Pflanzenfresser sind für Menschen völlig ungefährlich, werden die Bedenken wegen einer Auswilderung ausgeräumt. Ab Ende 2008 sollen die Wisente in einem 80 Hektar großen Auswilderungsgehege leben. Nach einer mehrmonatigen Eingewöhnungsphase werden sie dann freigelassen. Mit diesem Projekt will man die Wisente wieder nach Deutschland und damit erstmals wieder zurück nach Westeuropa holen.
Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn sieht dieses und andere Projekte grundsätzlich positiv. Es gibt eine große europäische Verantwortung für die Wisente – sowohl mit Blick auf den Arten- als auch auf den Biotopschutz. Auch der Sprecher der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild begrüßt die Vorhaben. Es ist aber nicht zu prognostizieren, ob hier wirklich in wenigen Jahren wieder in nennenswerten Größenordnungen Wisente frei legen.
Gerade einmal 3500 Exemplare dieser bedrohten Tierart gibt es heute noch weltweit – in Zoos und in Freiheit. Der letzte bekannte freilebende Wisent in Deutschland starb nach Recherchen der Schutzgemeinschaft im Jahr 1755. Die in Freiheit lebende Population der ursprünglich von Spanien bis Sibirien vertretenen Wisente sei in den 20er-Jahren erloschen – es leben nur noch 54 Tiere in Gefangenschaft. Heute gibt es wieder Herden in Freiheit – in Osteuropa. Aus Weißrussland und der Ukraine wurden Bestände gemeldet.
Allerdings sind nicht alle davon begeistert, die Wisente wieder nach Deutschland zu holen. Wo es entsprechende Projekte gibt, regt sich auch gleich der Widerstand. So befürchten bei dem Projekt im Rothaargebirge inzwischen die Bauern der Umgebung Fraßschäden. Erstaunlicherweise ist auch die Gastronomie eher negativ eingestellt. Sie befürchtet, dass ängstliche Besucher dann nicht mehr kommen werden.
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Tötet nicht die Bäume, macht nicht das
Wasser unserer Flüsse trübe.
Reißt nicht das Eingeweide unserer Erde auf.
Sonst werden die Flüsse und Bäume weinen.
Keok, Häuptling der Sauk
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Was einem Riesen ins Auge kam
Irgendwo in den Bergen hauste einmal ein Riese, dem kam eines Tages etwas ins Auge, das ihn arg stach und kratzte. Vergebens versuchte er, es mit dem Finger herauszubringen. Da zog er einen mannshohen Wacholderbusch aus der Erde. Damit wischte er es glücklich heraus.
Was meint ihr, was es war?
Ein Hirschkäfer war’s. Der Riese ließ ihn verwundert auf einer Fingerspitze umherspazieren und sagte: „Man sollte doch nicht glauben, wie so ein winziges Ding weh tun kann.“Volksgut
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Blaue Berge, grüne Täler,
mitten drin ein Häuschen klein.
Herrlich ist dies Stückchen Erde,
und ich bin ja dort daheim.
Als ich einst ins Land gezogen,
Han die Berg mir nachgesehn,
mit der Kindheit, mit der Jugend,
wusst selbst nicht wie mir geschehn.
O mein liebes Riesengebirge,
wo die Elbe so heimlich rinnt,
wo der Rübezahl mit seinen Zwergen
heut noch Sagen und Märchen spinnt.
Riesengebirge, deutsches Gebirge,
meine liebe Heimat du!
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Waldstadt und Riese
Es ist eine Stadt mitten im Walde. Die hat viele hundert Straßen. Darin lebt ein Völkchen, das ist weit und breit berühmt wegen seines Fleißes. Vom Morgen bis zum Abend sind dort alle Einwohner rührig bei der Arbeit. Sie klettern auf die Bäume und holen Holz herab, schleppen Gras heim, pflegen ihre Kinder und bauen neue Wohnungen. Dabei leben sie still und friedlich miteinander. Wenn einer auf der Straße geht und seine Last nicht fortschleppen kann, so springt gleich ein anderer bei und hilft, ohne dass er sich erst bitten lässt. Der Richter und die Polizeidiener haben dort wenig zu tun.
Da geschah aber einmal an einem schönen Sommertag ein großes Unglück. Als eben die Alten ihre weiß eingewickelten Kinder vor die Stadt getragen und in den warmen Sonnenschein gelegt hatten, kam plötzlich ein Riese durch den Wald daher. Die Schildwachen gaben schnell ein Zeichen. Wie, das weiß ich selbst nicht, denn Trommeln und Trompeten hat man in selbiger Stadt nicht.
Als der Riese auf die Stadt zukam, rannte alles hinaus und wollte nur schnell die Kindlein hineinschleppen. Doch ehe noch das Gewimmel verschwunden war, kam schon der Riese heran und trat mit seinem Fuß mitten auf die Stadt, dass gleich mehr als hundert Straßen zusammenstürzten. Alles rannte durcheinander und flüchtete. Der Riese bückte sich und warf mit seinem Finger langsam und wie zum Zeitvertreib eine Straße nach der anderen ein. Er hatte seine Freude daran, wie die armen Leute ängstlich nur immer zuerst nach ihren Kindern griffen und sie über die Trümmer hinweg beiseite schleppten in die unversehrten Straßen.
Das kleine Völkchen verlor den Mut nicht. Viele Hunderte machten sich auf und marschierten tapfer zu den Hosen und Ärmeln des Riesen hinein. Sie stachen mit ihren Waffen so tüchtig auf ihn los, dass es ihn am ganzen Leibe wie Feuer brannte und dass er zurück trat von der Stadt. Aber der Herr des Waldes sprach zu dem Riesen: „Du ungeschickter, fauler Mensch, was hat dir mein gutes, fleißiges Völkchen getan? Du mit deinen großen Händen kannst doch keine einzige Straße so kunstvoll aufbauen wie mein kleines Völkchen da!“
Willst du wissen, wer der Riese war? Das war ein Mensch, so groß wie du. Aber was für eine Stadt ich meine und wer das kleine fleißige Völkchen ist und wer der Herr des Waldes, das sollst du erraten. Und dann geh hinaus in den Wald und besuche die Stadt und das Völkchen und lerne von ihm!Joachim Heinrich Campe
Aus meinem alten Lesebuch von 1945
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Unter den Linden
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Unter den Linden Ich kam gegangen
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Da hat er gemachet Dass er bey mir lege,
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Walther von der Vogelweide
1170 - 1228
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Der Laubfrosch
Er ist leuchtend grün und nur daumengroß. Als vermeintlicher Wetterfrosch im Einmachglas ist der Laubfrosch wohl die bekannteste heimische Amphibienart. Nun ist der Laubfrosch zum Lurch des Jahres 2008 gewählt worden. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde weist damit auf die allgemeine Gefährdung von Amphibien hin – und natürlich auch auf die spezielle des Laubfroschs. Fachlich unterstützt wird die Aktion von österreichischen und schweizerischen Fachverbänden sowie vom Nabu. Der bis zu sechs Zentimeter große und sechs Gramm schwere Frosch lebt in geschützten Tümpeln und Hecken. Die findet er nur noch in Naturschutzgebieten, Kiesgruben oder Steinbrüchen.
Die Zahl der Tiere hatte sich seit dem Zweiten Weltkrieg halbiert.
Wie die meisten der weltweit rund 5 500 Amphibienarten wird unser einheimischer Sympathieträger mit dem niedlichen Äußeren immer seltener. Heute gilt bereits ein Drittel als Amphibienarten als bedroht. Hauptursache ist dabei die Zerstörung der Lebensräume, in den letzten Jahren machen in den artenreichen Tropen aber zusätzlich auch tödliche Pilzinfektionen den Fröschen und Kröten zu schaffen.
Die Weltnaturschutzunion und der Welt-Zooverband rufen deshalb nun das Jahr 2008 zum internationalen „Year of the Frog“ aus. Unter dem Motto: Ein König sucht sein Reich, arbeitet der Naturschutzbund bereits seit vielen Jahren an regionalen und lokalen Laubfrosch-Schutzprojekten. Schwerpunkte sind dabei Hessen, Nordrhein-Westfalen und der Raum Hannover. Aber auch in zahlreichen anderen Bundesländern gibt es Projekte, so etwa in den Rheinauen bei Bingen (Rheinland-Pfalz), an den Haselbacher Teichen (Thüringen) oder in der Froschfarm des Nabu Bremen.
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Der Frosch
Der Frosch sitzt in dem Rohre,
der dicke, breite Mann,
und singt sein Abendliedchen,
so gut er singen kann.
Quak, quak!
| Er meint, es kling gar
herrlich, könnt’s niemand so wie er; er bläst sich auf gewaltig, meint wunder, was er wär. Quak, quak! Mit seinem breiten Maule |
Das ist ein ewig Quaken, er wird es nimmer müd, solange noch ein Blümchen im Wiesengrunde blüht. Quak, quak! Herr Frosch, hur zugesungen. |
Georg Christian Dieffenbach
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Der Froschkönig oder der Eiserne Heinrich
Einst, als unter den Menschen das Wünschen noch half, lebte einmal ein König. Seine Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön, dass sich die Sonne selbst darüber verwunderte, so oft sie ihr ins Antlitz schien.
Nahe dem Schlosse des Königs lag ein großer, dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen. Wenn nun der Tag sehr heiß war, so ging das Königskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens. Und wenn es Langeweile hatte, so nahm es eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder auf. Das war des Mädchens liebster Zeitvertreib.
Einmal jedoch geschah es, dass die goldene Kugel den Händen der Königstochter entglitt, auf die Erde schlug und ins Wasser rollte. Das Mädchen folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der Brunnen war tief, so tief, dass man seinen Grund nicht sah. Da fing die Königstochter zu weinen an und konnte sich gar nicht trösten. Als sie aber so klagte, hörte sie plötzlich eine Stimme: "Was hast du denn, Königstochter, du weinst ja, dass sich ein Stein darüber erbarmen möchte!" Sie blickte sich um, woher die Stimme komme, da sah sie einen Frosch, der seinen dicken, hässlichen Kopf aus dem Brunnen streckte ... weiter unter http://www.gottiswelt.de/maerchen/grimm.htm#Der_Froschkönig_oder_der_eiserne_Heinrich__
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Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See,
Ball und Konzert und ein großes Diner!
Quak, quak, quak, quak, quak, quak, quak, quak.
Volkslied
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Automobilscheinwerfer
Bis 1956 war in Europa für Abblendlicht eine waagerechte Hell-Dunkel-Grenze vorgeschrieben. Sie erwies sich jedoch als wenig praxistauglich, denn Fußgänger oder Radfahrer am äußersten rechten Fahrbandrand blieben oft unerkannt. Deshalb entwickelten die Ingenieure eine neuartige, asymmetrische Lichtverteilung mit nach rechts ansteigender Hell-Dunkel-Grenze.
1957 erhielt dieses Abblendlicht den Segen der Behörden. Wenige Jahre später sprach man bereits schon wieder von einer „neuen Qualität der Lichtleistung“. Die Halogenlampe hatte ihren Siegeszug begonnen. Sie behielt ihre hohe Strahlkraft während der gesamten Lebensdauer. Während sich bei herkömmlichen Glühlampen verdampftes Metall vom Glühwendel auf dem Glaskolben niederschlug und ihn im Laufe der Zeit schwärzte, sorgte die Füllung mit Halogen-Gas dafür, dass verdampftes Metall sich wieder auf dem Glühwendel ablagerte.
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Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf dem Sande Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe
Rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
Grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrschte tiefes
Schweigen,
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lauthals Schach.
Und zwei Fische liefen munter
Durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter,
und der graue Tag erschien.
Lewis Carroll (1832-1898)
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Christina Wilhelmina von Grävenitz
Die „Landverderberin“
Eberhard Ludwig Herzog zu Württemberg 1676-1733 war mit der wenig attraktiven badischen Markgräfin Johanna Elisabetha verkuppelt worden. Nach der Geburt des ersten Kindes, des Erbprinzen Friedrich Ludwig, lässt er die arme Badenerin sitzen und versauern und gibt sich nur noch mit Maitressen ab.
Da kommt 1706 das mecklenburgische Fräulein Christina Wilhelmina von Grävenitz (1786-1744) an seinen Hof. Sie war wohl gewachsen, hatte eine erhabene Brust und schöne muntere Augen, die wenigen Pocken-Gruben aber, die sich im Gesichte zeigten, waren so wenig vermögend, ihren Annehmlichkeiten einigen Abbruch zu tun, dass sie solche vielmehr auf eine ganz außerordentliche Weise erhöhten, wobei sie mit einem scharfsinnigen Verstande und sehr aufgeräumten Gemüte begabt war. Bald war der Prinz von dieser abwechselnden Sprödigkeit und Nachgiebigkeit gefangen. Und sie bringt den ihr mit Haut und Haaren verfallenen und nach wie vor mit seiner Badenerin verheirateten Herzog, der ja obendrein auch der Bischof der württembergischen Landeskirche ist, dazu, dass der zum Bigamisten wird und „hählenge“ auch noch die Mecklenburgerin dazuheiratet. Ende Juli 1707 findet die Hochzeit in aller Heimlichkeit statt.
Kaiser Joseph I. in Wien, der von der ganzen Skandalgeschichte noch nichts wusste, erhebt die Braut bald darauf auch noch in den Grafenstand. Das Diplom kostete über 16 000 Gulden. Als dann alles rauskommt, droht der Kaiser mit Reichsacht und Absetzung, und die Zweitehe wird ungültig erklärt und die Dame auf kaiserlichen Befehl hin aus Württemberg verbannt.
Der liebestolle Herzog reist ihr in die Schweiz nach, treibt einen hochverschuldeten, abgetakelten böhmischen Grafen namens Würben auf, macht ihn zu seinem Landhofmeister und dieser heiratet für 20 000 Gulden die Grävenitz zum Schein. Sie kommt somit als Frau Landhofmeisterin zurück und übernimmt taktisch die Regierung, presst mit ihrer Mischung aus Habgier und Frechheit das Land aus.
„Alles war bey ihr um Geld feil, und alles stund doch in ihrer Hand. Ämter und Bedienungen erhielt nicht der würdigste, sondern der meistbietende …“
Als sie sogar in das öffentliche Kirchengebet eingeschlossen zu werden verlangte, entgegnete ihr der tapfere Prälat Osiander „ohne ihr Angedenken werde kein Vaterunser gebetet: Erlöse uns von dem Übel“
Volle zwanzig Jahre dauerte die verheerendste Despotie, bis sich der Herzog von der Maitresse trennen muss und mit der badischen Gemahlin aussöhnt.
Die „Landesverderbin“ ist am 21. Oktober 1744 in ihrem Berliner Exil im Genusse eines bedeutenden Vermögens verstorben.
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Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
Ich schau dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt,
betend, dass Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.
Heinrich Heine
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Weisheiten des Lebens
Fürchte dich nicht, denn die meisten Dinge vor denen man sich fürchtet treten niemals ein.
Trage niemals Groll mit dir herum, denn Groll ist die schwerste aller Bürden des Lebens.
Behandle alle Probleme, die auf dich zukommen so wie sie sind. Du kannst jeweils nur eines nach dem anderen angehen.
Nimm niemals Probleme mit ins Bett, denn sie besorgen dir schlechte Bettgesellen.
Mach nicht die Probleme von anderen zu deinen. Sie können ohnehin damit viel besser umgehen als du.
Sorge dich nicht um die vergangenen Tage, ob Gut oder Schlecht, sie kommen nicht wieder. Konzentriere dich auf das, was heute ist und sei glücklich - jetzt!
Sei ein guter Zuhörer, denn nur wenn du zuhörst, bekommst du Ideen die sich von deinen unterscheiden.
Bleib niemals in Frustration stecken, denn über 90% kommen von Selbstmitleid und behindert positives Handeln.
Zähle jeden Tag dein Glück auf und übersieh niemals auch nur das kleinste bisschen, denn die kleinen addieren sich zu einem ganz Großen.
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Die Musterehe
Ein rares Beispiel will ich singen,
wobei die Welt erstaunen wird,
dass alle Ehen Zwietracht bringen,
glaubt jeder, aber er irrt.
Ich sah das Muster aller Ehen,
still, wie eine Sommernacht,
o! dass sie keiner möge sehen,
der mich zum frechen Lügner macht!
Und gleichwohl war die Frau kein
Engel,
und der Gemahl kein Heiliger,
es hatte jedes seine Mängel,
denn niemand ist von allen leer.
Doch sollte mich ein Spötter fragen,
wie diese Wunder möglich sind,
dem lasse ich zur Antwort sagen,
der Mann war taub, die Frau war blind.
Lessing
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