August 2009
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Die Sonnenblume
Die Sonnenblume ist eine urdeutsche Bauernblume, obwohl sie nicht aus Europa stammt.
Wahrscheinlich ist ihre Urheimat Mexiko, doch kommt sie inzwischen mit gut hundert Arten vor allem in Nordamerika vor, aber auch in Russland oder balkanischen Landschaften. Aber auch hierzulande sehen wir mehr und mehr Sonnenblumenfelder.
Berühmte Maler wie van Gogh und Braque haben Sonnenblumen gemalt, den Inkas war diese gewaltige goldgelbe Blume das Symbol des Sonnengottes.
Bereits im 16. Jahrhundert kam die Sonnenblume nach Europa und galt hier bis ins vorige Jahrhundert ausschließlich als Zierpflanze. Man bewunderte nicht nur ihre herrlichen Blüten, sondern vor allem auch deren Eigenart, sich immer der Sonne zuzuwenden.
Im 19. Jahrhundert entdeckte man dann den Wert der leckeren Kerne, die aufgrund ihres hohen Kohlehydrat-, Öl- und Proteingehaltes zu einem wichtigen, nahrhaften Lebensmittel wurden. Vor allem aber entdeckte man die Kerne als Öllieferanten. Heute wissen wir, dass Sonnenblumenöl bei schonender Herstellung einen hohen gesundheitlichen Wert besitzt. Es ist ausgesprochen reich an ungesättigten Fettsäuren.
Es ist für Kranke mit Gallen-, Leber- und Magenleiden zu empfehlen. Ein aus frischen Blüten und zerschnittenen oberen Stängelteilen hergestellter alkoholischer Auszug hilft bei fieberhaften Erkrankungen, vor allem bei Malaria, doch hat die Anwendung und Dosierung nach ärztlicher Anweisung zu geschehen. Der Sonnenblumenauszug wirkt auch heilend bei Influenza, Bronchialkatarrh und Lungenerkrankungen, die von leichtem Fieber begleitet werden.Die Sonnenblume zählt zur Korbblütler-Familie und ist eine ausgezeichnete Bienenweide. Die getrockneten Blätter und Stängel sind ein gesundes Viehfutter, weil sie mehr Eiweiß enthalten als Klee- oder Wiesenheu. Bei Kühen bewirkt Sonnenblumenfutter eine Steigerung des Milchertrages. Die geschälten Kerne werden gern von Stubevögeln genommen, für Geflügel sind die Kerne ein vorzügliches Mastfutter und fördern bei Hühnern das Eierlegen.
Als Zierpflanze im Garten gibt es sie in vielen Variationen: hohe und niedrige, groß- und kleinblumige, mit gefüllten und ungefüllten Blüten. Selbst rot blühende Sorten und pollenfreie Züchtungen für Allergiker werden bereits angeboten.
Im April sät man dann die Kerne an Ort und Stelle aus. Sonnenblumen gedeihen in jeder Erde an einem sonnigen Fleck und sind auch als Gründüngung einzusetzen: Mit ihren tief reichenden Wurzeln lockern sie den Boden auf und durchbrechen außerdem verdichtete Bodenschichten.
Sie sind der Stolz vieler Gärtner und der Spaß vieler Kinder. Sie können gar nicht hoch und groß genug werden - und da sie schnell wachsen, ist das Erfolgserlebnis schnell da.
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Sonnenblume

Die Sonnenblume spricht:
Schau, ich verschenke mein Herz
an alle hungrigen Vögel.
Verschenke du deine Liebe
an alle hungrigen Menschen.
Annegret Kronenberg
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Vom Winter, der Vogelfütterung, waren noch ein paar Sonnenblumenkerne übrig.
In Töpfchen gesteckt reckten sich bald die Keimlinge in die Höhe.

Blättchen folgten und eingepflanzt in gute Gartenerde, streckte sich das Gewächs.
Es wurde größer und größer und schon bildete sich eine Knospe.
Bald blühte die erste Sonnenblume und die anderen folgten nacheinander.
Insekten kamen zu Besuch und naschten am Nektar und Blütenstaub.
Erstaunlich, dass sich die Blüten alle der Sonne entgegenstrecken.
Da auch ich ein „Sonnenkind“ bin, kann ich verstehen, dass diese Blumen den Morgenstern lieben.
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Warum der Frosch quakt
Früher, vor langen Zeiten, war der Frosch auch einmal ein Mensch. Er war aber ein schlechter Mensch, denn er hörte nie darauf, was seine Mutter sagte. Er tat immer gerade das Gegenteil davon. Sagte seine Mutter: "Geh bitte nach links!", dann ging der freche Kerl einfach nach rechts. Erzählte jemand von einem Ding, das schwarz sei, dann behauptete er, es sei weiß. Kurzum, er tat nie, was man von ihm erwartete.
Als die Mutter sterben musste, rief sie ihn an ihr Lager und sprach: "Wenn ich gestorben bin, so bereite mir ein Grab, dicht am Ufer des Flusses." Die Mutter sprach mit Absicht so, denn sie dachte daran, dass ihr Sohn doch alles anders ausführte. Sie wollte recht weit vom Fluss entfernt begraben werden. Sie hoffte, dass er wieder das Gegenteil ihrer Anordnung tun und sie auf einem Berg beisetzen würde.Als sie tot war, schlug dem Sohn das Gewissen. Ihm fiel ein, dass er bisher immer die Wünsche ins Gegenteil verkehrt habe und so recht unfolgsam war. "Ich will mich bessern", gelobte er und grub seiner Mutter, wie befohlen, ein Grab am Flussufer. Wenn es nun regnet, dann fürchtet er um das Grab seiner Mutter. Er hat Angst, dass die reißenden Wellen es zerstören. Darum ist er nun ständig als Frosch auf der Wacht, und schon lange vorher kündet sein Trauergeschrei den drohenden Regen an.
Nach einer Überlieferung
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Der liebe FroschDer Frosch sitzt im Teich und fühlt sich so reich. Er quakt und quakt, was er wohl sagt? Bis zum Kinn, reicht das Wasser hin.
Ihn anzusehen ist eine Qual, Kopf und Rücken sind kahl - Kein Haar! Weder Rock noch Hosen, wahrlich nicht zum Kosen!Lustig beginnt er zu hopfen, das Maul kann ihm keiner stopfen, wer weiß, ob er schimpft oder lacht? Er Schläft wohl keine Nacht!? Er hält Ausschau, nach einer Frau. Denn auch in seinem Leben, muss es die Liebe geben.Zufrieden sind seine "Lieder", ist er faul, legt er sich nieder. Ob verheiratet oder geschieden, er ist glücklich und zufrieden.Heidi Gotti
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Verpiss-Dich-Pflanze
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Ihren Duft mögen Hunde und Katzen nicht. Diese Pflanze wurde 2001 zum ersten Mal in der Presse erwähnt und seit damals ist der Siegeszug der neuen Wunderwaffe gegen diese Tiere nicht mehr aufzuhalten. Ein Gärtner aus Baden-Württemberg hatte diese Pflanze entdeckt, die durch ihren von Menschen kaum wahrnehmbaren Geruch besonders ungebetene Vierbeiner von Vorgartenbeet und Gartenzaun fernhalten soll. Als Ausgangsmaterial dienten damals Pflanzen aus Australien, denen nachgesagt wurde, ihr Geruch halte Dingos und Wildkatzen fern.
Die Pflanze gehört zu den wärmebedürftigen, einjährigen Pflanzen. Von Juni bis zum September thronen auf der bis zu 50 cm hohen Pflanze lilafarbene Blüten. Man gibt ihr einen sonnigen bis halbschattigen Platz und lässt sie einfach ihres Amtes walten – Vierbeiner werden einen großen Bogen um sie machen!
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Der naschhafte Pudel
Wer hat hier von der Milch genascht?
Hätt' ich den Dieb doch nur erhascht!
Pudel, warst du es gar?
Pudel, komm doch! Ei fürwahr,
einen weißen Bart hast du;
sag mir doch, wie ging das zu?
Die Hausfrau sah ihn an mit Lachen:
Ei, Pudel, was machst du für Sachen?
Willst wohl gar ein Naschkätzchen werden?
Da hing er trübe den Schwanz zur Erden
und heulte und schämte sich so sehr.
Er naschet wohl so bald nicht mehr.
Wilhelm Hey
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Der alte Sultan
Es hatte ein Bauer einen treuen Hund, der Sultan hieß und schon so alt war, dass er zu nichts mehr nütze schien. "Morgen schieß' ich den Sultan tot", sagte der Bauer zu seiner Frau. "Er hat keinen Zahn mehr im Maul, und kein Dieb fürchtet sich vor ihm."
Die Frau aber bat, dem treuen Tier das Gnadenbrot zu geben, denn jahrelang hatte er brav und ehrlich dem Haus gedient. Doch der Bauer lehnte es ab, den Hund weiter zu ernähren.
Sultan, der arme Hund, hatte die harten Worte des Bauern gehört. Er war traurig, dass morgen sein letzter Tag sein sollte. Abends schlich er in den Wald und klagte seinem Gevatter, dem Wolf, sein Leid.
"Gräme dich nicht!", sagte der Wolf. "Ich werde dir helfen. Pass auf! Morgen geht doch der Bauer mit Frau und dem kleinen Kind ins Heu. Sie werden während der Arbeit das Kind hinter der Hecke in den Schatten legen. Ich werde mich anschleichen und das Kind rauben. Du aber wirst mich in den Wald verfolgen und mir das Kind wieder abnehmen. Wenn du es dann den Eltern zurückbringst, werden sie glauben, du hättest es gerettet. Sie werden dir ewig dankbar dafür sein und dich bestimmt leben lassen." Der Plan gefiel dem alten Sultan. Am nächsten Tag schrie der Bauer entsetzt auf, als er den Wolf mit seinem Kind davonjagen sah. Verzweifelt rannte er hinterher, doch Sultan sauste an ihm vorbei und brachte zur Freude der Bauersleute das Kind wohlbehalten zurück.
"Bis zu deinem Tode werden wir dir dankbar bleiben", sagten die Bauersleute, und Sultan bekam jeden Tag sein gutes Fressen und ein neues weiches Lager. Eines Abends kam der Wolf. "Gevatter Hund", sprach er, "nun ist es an dir, mir einen Gefallen zu tun. Du musst ein Auge zudrücken, wenn ich mir morgen ein fettes Schaf hole."
"Daraus wird nichts", antwortete Sultan, "meinem Herrn bleibe ich treu." Der Wolf lachte und glaubte, das wäre nicht im Ernst gesprochen. Als er aber in der Nacht herbeigeschlichen kam, verbellte ihn der Hund, und der Bauer prügelte den Wolf mit dem Dreschflegel vom Hofe.
"Das sollst du mir büßen!", schrie der Geprügelte dem treuen Hund zu. Am anderen Morgen schickte der Wolf das Wildschwein und ließ den Hund hinaus in den Wald fordern. Dort wollten sie ihre Sache austragen. Sultan fand als Beistand nur eine dreibeinige Katze, die mit ihm in den Wald humpelte und vor Schmerz den Schwanz in die Höhe streckte. Als der Wolf und das Wildschwein sie sahen, meinten sie, sie führte einen Säbel bei sich. Sie hielten den aufgerichteten Schwanz der Katze dafür. Und wenn das arme Tier auf seinen drei Beinen hüpfte, dachten sie, es höbe jedes Mal einen Stein auf und wollte damit auf sie werfen. Da wurde ihnen beiden angst; das Wildschwein verschwand im Gebüsch, und der Wolf sprang auf einen Baum. So besiegte der alte Sultan mit Hilfe der Katze den furchtsamen Wolf.Volksgut
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Glaube an die Welt
Beut’st dem Geiste seine Nahrung,
so lass nicht darben dein Gemüt;
des Lebens höchste Offenbarung
doch immer aus dem Herzen blüht.
Ein Gruß aus frischer Knabenkehle,
ja mehr noch, eines Kindes Lall’n
kann leuchtender in deine Seele
als Weisheit aller Weisen fall’n.
Erst unter Kuss und Spiel und
Scherzen
Erkennst du ganz, was Leben heißt;
O lerne denken mit dem Herzen,
und lerne Fühlen mit dem Geist.
Theodor Fontane
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Friederike von BayreuthWenn auch Fürstenehen aus dynastischer Berechnung geschlossen wurden, hielten sie meist. Umso größer war der Skandal, wenn eine zu Bruch ging wie die des württembergischen Herzogs Carl Eugen im Jahr 1756
Für Giacomo Casanova: Friederike von Bayreuth war "die schönste und vollkommenste Prinzessin ganz Deutschlands". Der italienische Frauenheld stand mit dieser Einschätzung nicht allein. Graf Lehndorff, der Kammerherr der preußischen Königin Elisabeth Christine, rühmte Friederikes "Busen von Alabaster" und ihr "bezauberndes Lächeln". Bei alledem war Friederike noch intelligent und wohlerzogen - alles andere hätte auch verwundert, war sie doch eine Tochter Wilhelmines von Bayreuth, der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen.
Da Friederike das einzige Kind der Markgräfin war, sollte die Hochzeit mit aller nur erdenklichen Pracht gefeiert werden. Das Bayreuther Residenzschloss wurde mit großem Aufwand auf Vordermann gebracht, neue Stühle, Tische und Matratzen gekauft. Für 24 000 Gulden wurde sogar ein neuer Staatswagen angeschafft, der dem Brautpaar einen glanzvollen Auftritt bescheren sollte. Die Vermählung fand schließlich am 26. September 1748 im großen Saal des Bayreuther Schlosses statt, das offizielle Fest mit Opern- und Theateraufführungen, Maskeraden und Empfängen im gerade fertig gestellten Markgräflichen Opernhaus.
Verlief in Bayreuth noch alles nach Plan, so verscherzte sich Friederike die Herzen ihrer neuen Untertanen schon beim Einzug in Stuttgart. Die Markgräfin hatte einen ausgeprägten Standesdünkel und war daher keineswegs erfreut über den innigen Empfang, den ihr die wackeren Schwaben bereiteten. Als das einfache Volk ihrer Kutsche zu nahe kam, ereiferte sie sich über das aufdringliche "Geschmeiß".
In den ersten Monaten der Ehe fühlte sich Carl Eugen zumindest körperlich zu seiner schönen Frau hingezogen - für den Geschmack der Schwiegermutter sogar etwas zu heftig. Unangenehm stieß Wilhelmine auch Carl Eugens Wankelmut auf.
Die Leidenschaft des Herzogs zeitigte bald die gewünschten Folgen. Allerdings kam am 19. Februar 1750 nicht der erhoffte Stammhalter zur Welt, sondern ein Mädchen, das nur etwas mehr als ein Jahr alt wurde. Mit dem Tod der Tochter stürzte die Ehe in eine tiefe Krise. Friederike neigte nach dem Schicksalsschlag dazu, sich in sich selbst zurückzuziehen, Carl Eugen suchte Trost in wechselnden Verhältnissen, die heiße Leidenschaft zu seiner Gemahlin kühlte ab. Friederike war nicht bereit, sich mit den Mätressen ihres Mannes abzufinden, zudem fühlte sie sich am
württembergischen Hof einsam und ungeliebt. Eine Reise nach Italien sollte die Ehe retten, doch der Erfolg war nur von kurzer Dauer. Da entschloss sich Friederike 1754 zu einem spektakulären Schritt: Sie packte ihre Siebensachen und ging zurück nach Bayreuth. Kurzerhand reiste Carl Eugen ihr nach, konnte er sich doch ausrechnen, dass er zum Gespött der Höfe ganz Europas werden würde! Friederike aber ließ sich nicht erweichen. Erst die Hilfe der Schwiegermutter brachte die Wende. Wilhelmine hatte zwar Verständnis für die Leiden der Tochter, wusste aber aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass man selbst in solchen Fällen die Contenance zu bewahren und still zu dulden hatte. Sie redete Friederike schließlich so lange zu, bis diese einwilligte und es mit ihrem Mann noch einmal versuchen wollte. Der Burgfrieden hielt allerdings nur zwei Jahre. Im September 1756 stand Friederike wieder vor der Tür ihrer Eltern in Bayreuth.
Diesmal war es eine Flucht ohne Umkehr. Sie blieb in der Nähe von Bayreuth, wo sie auf Schloss Fantaisie einen Musenhof nach dem Vorbild ihrer Mutter einrichtete. Sie starb 1780, im Alter von 47 Jahren. Zu ihrem Erben setzte Friederike ihren Gemahl Carl Eugen ein; ihre Bibliothek vermachte sie der Hohen Carlsschule - wenigstens im Rückblick wollte die Herzogin ihren württembergischen Untertanen in guter Erinnerung bleiben.Auch wenn Carl Eugen von Württemberg schon bei seiner ersten Begegnung mit Friederike von Bayreuth von ihr begeistert war, so war die Ehe mit der schönen Toch ter der Markgräfin Wilhelmine natürlich dennoch keine Liebesverbindung. Eingefädelt hatte diese Beziehung der Onkel der Braut, Friedrich der Große, bereits im Jahr 1741. Dahinter standen politische Interessen: Im Jahr zuvor war der junge Preußenkönig in Schlesien eingefallen und hatte damit halb Europa gegen sich aufgebracht. Das Herzogtum Württemberg befand sich damals in einer schwierigen Lage. Herzog Karl Alexander war 1737 verstorben; für seinen neunjährigen Sohn Carl Eugen führte ein Administrator die Geschäfte. Gute Beziehungen zu Preußen schienen ratsam. Umgekehrt war Friedrich dringend auf Bündnispartner angewiesen. Als Faustpfand wurden Carl Eugen und seine Brüder zur Erziehung an den Berliner Hof geschickt. Drei Jahre lang blieb Carl Eugen in Berlin. Dann zog es ihn zurück nach Württemberg. Mit 16 Jahren wurde er für mündig erklärt und übernahm die Regierung.
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ERSTER VERLUST
Ach, wer bringt die schönen Tage,
jene Tage der ersten Liebe,
Ach, wer bringt nur eine Stunde
jener holden Zeit zurück!
Einsam nähr ich meine Wunde,
und mit stets erneuter Klage
traur ich ums verlorne Glück.
Ach, wer bringt die schönen Tage,
jene holde Zeit zurück!
Johann Wolfgang von Goethe
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Baden
Die Dusche spart gegenüber einem Vollbad etwa 70 Prozent Wasser, damit Geld, aber auch Zeit. Aber sie erzielt nicht dieselben Effekte, zumindest nicht mit Blick auf die Entspannung des Nervensystems und der Muskulatur. Und entgegen dem Vorurteil, Baden trockne die Haut aus, profitiert auch sie vom Abtauchen - vorausgesetzt die Wassertemperatur, Pflegezusätze und Badedauer sind richtig gewählt. Denn durch den Druck des Wassers wird das Blut zunächst zum Herzen und von dort zurück bis in die feinsten Äderchen der Haut gepumpt. Auf diese Weise gelangen zusätzlich anderthalb bis zwei Liter Blut in die Haut und damit auch Sauerstoff.
Schon die ägyptische Königin Kleopatra wusste, dass Milch als Badezusatz gut pflegt, weil sie Fette enthält, die auch in der Haut vorkommen. Damit trockene Winterhaut streichelzart wird, kann zudem etwas Pflanzenöl ins Wasser gegeben werden, zum Beispiel zart duftendes Mandelöl.
Dass gelöstes Salz die Haut glättet, weiß jeder, der schon einmal im Meer geschwommen ist. Salz aus dem Toten Meer gilt als besonders mineralreich, normales Kochsalz tut es aber auch. Eine Solelösung entfernt abgestorbene Hautschüppchen schonender als ein Peeling und lässt die Poren mehr aufquellen als reines Wasser. Sole wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und bei Akne sollte ein Salzbad zwischen fünf und zehn Prozent Salz enthalten. Bei einer Badewanne kommen da gut und gern 20 Kilogramm zusammen. Wer offene Hautstellen hat, muss allerdings die Zähne zusammenbeißen. Salzwasser führt bei offenen Wunden zu einem Brennen. Wer trockene Haut hat, sollte die Finger vom Salz lassen. Allerdings hilft Salz in Kombination mit Fett auch trockener Haut, Feuchtigkeit besser zu speichern.
Damit die Feuchtigkeit nach dem Baden in der Haut bleibt, sollte der Körper nicht trocken gerubbelt, sondern nur abgetupft und im noch feuchten Zustand mit einem pflanzlichen Öl eingerieben werden. Dabei verbinden sich die Wassertröpfchen mit dem Öl zu einer Lotion - ganz ohne Zusatz von Emulgatoren.
Um die Belastung für den Kreislauf beim Baden gering zu halten, sollte die Wassertemperatur nicht wesentlich über der Körpertemperatur liegen. Wer kälteempfindlich ist, erhöht besser die Raumtemperatur. Ein langsames Aussteigen aus der Wanne nach zehn, spätestens fünfzehn Minuten Badespaß ist genauso ratsam wie eine halbstündige Nachruhe. In dieser Zeit können Körperöl und eine Gesichtscreme oder -maske in die Haut einziehen und sich der Blutdruck stabilisieren. Einen Bademantel überstreifen oder ein großes Handtuch um den Körper wickeln und ab ins Bett.
In Japan wird das Bad nicht zur Körperreinigung benutzt, sondern dient allein der Entspannung. Wer das nachmachen will, duscht, bevor er abtaucht. Japaner baden in heißen Quellen oder in sehr heißem Wasser ohne jeden Zusatz.
Steht keine Wanne zur Verfügung, kann man die Dusche zum türkischen Hamam umfunktionieren und sich bei wohlig temperierter Raumluft mit warmem Wasser begießen. Zum Hinsetzen einen wasserfesten Hocker nehmen und ein bis zwei Schalen so lange mit Wasser füllen und über den Körper auskippen, bis die Haut aufgeweicht ist. Dann den Körper mit einem Handschuh aus Wildseide oder einem Luffaschwamm abrubbeln - stets zum Herzen hin.
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In der Frühe
Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir
Dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
Und schaffet Nachtgespenster.
Ängste, quäle
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu dich! Schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.
Eduard Mörike
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Wer spart, der hat
Zwei Einwohner eines Dorfes, das abgebrannt war, gingen im Nachbardorf von Haus zu Haus, um milde Gaben für ihre Familien zu sammeln. Sie kamen zu einem großen und schmucken Bauernhof. Dieser Bauer muss reich sein, dachten sie. Als sie sich dem Hause näherten, hörten sie, wie der Bauer mit einem Knecht schalt, weil dieser Handwerkszeug über Nacht im Regen liegen ließ. "Glaubst du", schimpfte er den Knecht aus, "das Handwerkszeug kostet kein Geld? Man muss es pflegen und darf es nicht verkommen lassen. Merke dir das!"
Die beiden Bittsucher sahen sich an, und einer meinte: "Das scheint ein großer Geizhals zu sein. Bei ihm werden wir kaum etwas bekommen." Wie verwundert waren sie aber, als der Bauer sie freundlich empfing. Er lud sie zu sich ins Haus, hörte ihr Bittgesuch an und gab ihnen zu essen und zu trinken. Beim Abschied drückte er jedem von ihnen ein Paket mit Lebensmitteln und eine Geldsumme in die Hand. Beschämt gestanden die Bittsucher, dass sie ihn für hartherzig und geizig gehalten hatten, weil er dem Knecht wegen des Handwerkzeugs solche Vorwürfe gemacht hatte.
"Nur weil ich sparsam bin und mein Zeug in Ordnung halte, kann ich Notleidenden helfen", sagte der Bauer und begleitete die beiden Beschenkten an die Tür.Nach einer Überlieferung
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Ein Kaufhaus stirbt
Erst Karstadt, dann Hertie seit
vielen Jahren,
verkauften viele und gute Waren.
Mitarbeiter, die dort seit
Jahrzehnten,
ihren Arbeitsplatz als sicher wähnten.
Ein Kaufhaus mitten in der Stadt,
das lange nicht jede andere hat.
Wenn ich heute dort hineingehe,
tut es mir in der Seele wehe.
Leere Räume und kaum noch ein Regal,
der Anblick ist die reine Qual.
Das Kaufhaus liegt im Sterben heute,
bald kommen hier herein keine Leute.
Die Mitarbeiter haben traurige Augen,
der Eindruck ist, sie können es noch nicht glauben.
Ich wünsche allen, dass sie noch eine
Zukunft haben,
eine neue Arbeit finden, mit ihren Gaben.
von
Detlef Wolfgang Scholz
Apelnstedt im August 2009
Hier noch mehr von Wolfgangs Gedichten:
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Die dunkelblaue Wiese
Ich kenne eine schöne dunkelblaue Wiese. Die ist größer als alle Wiesen auf der Erde. Darauf wandelt schon, solange die Welt steht, ein lieber, freundlicher Schäfer. Er hat viele, viele tausend Schäfchen; die flimmern und funkeln gar prächtig. Noch keines Menschen Fuß hat die Wiese betreten. Ihr habt sie schon oft gesehen und doch ist sie nicht auf der Erde. Aber geht an einem schönen Abend einmal vor die Haustür und schaut in die Höhe!
Kennt ihr nun die Wiese und die Schäfchen und auch den goldnen Schäfer?Alois Friesinger
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Abendgebet

O Gott, die Sonne sinkt ins Meer,
die stille Nacht kommt wieder her,
deckt Feld und Wald mit Schlummer zu.
Wir Menschen gehen auch zur Ruh'.
Wie du das Vögelein im Nest
nun schlafen lässt so warm und fest,
so nimm auch uns in deine Hut
und lass uns schlafen fromm und gut!
Volksgut
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Mondnacht
Leise naht die Nacht ...
Sieh nur, wie sie sacht
sich vom Himmel neigt,
wie der Mond in Seidenschuhen
von den Bergen, die schon ruhen,
sanft hernieder steigt.
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Dort am Kirchendach, |
Weithin ausgespannt, |
Roderich Menzel
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Das Geheimnis der Zufriedenheit - Eine Geschichte zum Nachdenken
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zen-Meister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann
stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe
keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch.
Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher
liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst.
Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt.
Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich
glücklich und zufrieden zu sein."(Verfasser unbekannt)
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Frühstück
Ein ausgewogenes Frühstück ist wichtig für das Wohlbefinden - und das jeden Morgen. Unser Körper braucht täglich eine erste gesunde und sättigende Mahlzeit, um ausreichend Kraft für den Tag zu tanken. Über Nacht haben sich die Energiespeicher des Körpers geleert und müssen dringend aufgefüllt werden. Denn damit unser Kreislauf richtig funktioniert, braucht er Nährstoffe. Ein vollwertiges Frühstück bringt den Stoffwechsel in Schwung und macht fit für den Tag. Wer das Frühstück auslässt, riskiert unerwünschte Heißhungerattacken, Kopfschmerzen und ein Mittagstief.
Jeder Mensch isst anders. Das hängt auch davon ab, in welchem Land man lebt. Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz das Frühstück hauptsächlich aus einem heißen Getränk wie Kaffee, Tee, Milch oder Kakao besteht, dazu Brot oder Brötchen, verschiedene Beläge und Aufstriche, Eier, Obst und Müsli, kommen in anderen Ländern ganz andere Dinge auf den Frühstückstisch.
In Polen und Russland gehört etwa ein heißer Milchbrei zum Frühstück dazu. Amerikaner bevorzugen Pancakes und gebratenen Speck, während Engländer gerne Porridge, Würstchen, gebackene Bohnen und Tomaten frühstücken. Außerdem wird in Großbritannien, genauso wie in Japan, Schweden oder Vietnam, gerne Fisch gegessen. Asiaten mögen es morgens herzhaft. So essen Chinesen gerne Reissuppe, Nudelsuppe, Salzgemüse und andere warme Speisen.
Doch egal was die Menschen auch essen, gefrühstückt wird überall auf der Welt. Ob man nun zum herzhaften Typ zählt oder eher das Süße bevorzugt: Hauptsache, man frühstückt überhaupt. Wer das Gefühl hat, morgens keinen Bissen hinunter zu bekommen, sollte es einmal mit einem Glas Milch, etwas Obst oder Jogurt versuchen. Dafür darf ein zweites Frühstück etwas üppiger ausfallen.
Die besten Energielieferanten für den Start in den Tag sind Kohlenhydrate. Auch Vitamine und Kalzium gehören zu einem gesunden Frühstück dazu. Am besten ist eine Kombination aus VolIwertprodukten, wie etwa Vollkornbrot oder -flocken, Obst oder zum Knabbern geeignetes Gemüse wie Paprika, Möhren oder Radieschen und Milchprodukten wie Jogurt, Quark, Käse und natürlich Milch.Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man schlank bleibt, wenn man auf das Frühstück verzichtet. Häufig tritt genau das Gegenteil ein. Wer ausgewogen und ausreichend frühstückt, beugt Süßgelüsten und Heißhungerattacken vor - und tut sich so leichter, sein Gewicht zu halten.
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Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten,
schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste,
wandeln sich zur Seiten.
Gebe denn, der über uns
Wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage!
Jedem auf des Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte,
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite.
Johann Peter Hebel
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Am Mittag
Bitte!
Man sitzt bei Tisch.
„Gib mir Brot!“, sagt Lili.
Die Mutter antwortet nicht.
„Ich will Brot“, sagt Lili wieder.Aber die Mutter? – Hat sie nicht gehört? – Sie fängt an und erzählt eine Geschichte:
„Es war einmal ein Zaubergarten. Man sah von ferne die Blumen blühen und die Springbrunnen springen. Aber das Tor war verschlossen.
Da wollten die Leute über die Mauer klettern. Aber wenn sie eben meinten, sie seien oben, da wuchs die Mauer immer wieder ein Stück höher hinauf.
Da nahmen die Leute ein Beil und wollten das Tor einschlagen. Da zerbrach das Beil.
Da nahmen die Leute Feuer und wollten das Tor verbrennen. Da erlosch das Feuer.
Da kam ein Kind und sagte nur ein kleines Wort.
„Bitte!“, sagte das Kind und das Tor ging auf und das Kind ging in den Garten hinein –
Wie Lili das hört, da wird sie dunkelrot und sagt: „Bitte, gib mir Brot!“Irmgard v. Faber du Faur
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Nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen
Nimm dir Zeit zum Denken, es ist die
Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit für die Arbeit, denn dies ist der Preis des Erfolges.
Nimm dir Zeit zum Spielen, dies ist das Geheimnis der Jugend.
Nimm dir Zeit zum Lesen, dies ist die Grundlage des Wissens.
Nimm dir Zeit für die Andacht, das wäscht den irdischen Staub von deinen Augen.
Nimm dir Zeit zum Träumen, dies ist der Weg zu den Sternen.
Nimm dir Zeit zum Lachen, das hilft, die Bürden des Lebens zu tragen.
Nimm dir Zeit für die Liebe, sie ist der wahre Reichtum des Lebens.
Nimm dir Zeit, dich umzuschauen, der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.
Nimm dir Zeit, um mit Freunden zusammen zu sein und ihnen zu helfen, dies ist
die Quelle des Glücks.
Zeit ist das begrenzteste Mittel, das du zur Verfügung hast.
Deshalb nimm dir Zeit, den Duft der Rosen zu genießen.
(Aus Irland)
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Der Stachel der Honigbiene
Damals, als die Welt erstand, trugen alle Wespen einen Stachel am Hinterleib. Die Honigbiene besaß jedoch keinen. Sie bat darum Gott den Allmächtigen, ihr auch einen Stachel zu geben. Er wollte zuerst nicht recht und sagte zur Honigbiene: "Deine Aufgabe ist es, den Menschen zu dienen. Du wirst von ihnen gehegt und gepflegt und sollst ihnen dafür Honig geben. Wozu brauchst du da eine Waffe?“
Die Honigbiene aber bat so inständig um einen Stachel, dass der Allmächtige schließlich doch zusagte. Eine Bedingung jedoch war dabei. Die Biene durfte nie einen Menschen stechen. Darum müssen alle Bienen, die einen Menschen stechen, nach Verlust ihres Stachels sterben.überliefert
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Die Wespe und der Knabe
Eine kühne Wespe stach
Hänschen, als es Äpfel brach,
in die Hand, eh’ er es dachte.
Hänschen, das erbärmlich schrie,
war so glücklich, dass er sie
auf der Flucht noch habhaft machte.
„Gnade!“, rief die Täterin
„Weil ich gar nicht strafbar bin,
willst du Blutschuld auf dich laden?
Meinen Stachel, der dich kränkt,
hat mir die Natur geschenkt,
und ich muss gezwungen schaden.“
„Musst du’s?“, fragt der kleine Mann
„Ja, da ich’s nicht ändern kann!“
„Eben drum“, versetzt der Knabe,
„Weil dir das unmöglich fällt,
schaff ich dich auch aus der Welt,
dass man Friede vor dir habe.“
Magnus Gottfried Lichtwer
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Unser Gewächshaus wurde besetzt:
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Fehlgeschossen
Fritz war ein kecker Junge
Und sehr geläufig mit der Zunge.
Einstmals ist er beim Ährenlesen
Draußen auf dem Felde gewesen,
wo die Weizengarben, je zu zehn,
wie Häuslein in der Reihe stehn.
Ein Wetter zog herauf.
Da heißt es: Lauf!
Und flink wie ein Mäuslein
Schlüpft er ins nächste Halmenhäuslein.
Krach! Potztausendnochmal!
Dicht daneben zündet der Wetterstrahl.
„Ätsch!“ rief der Junge der nicht bange
und streckt die Zunge heraus, die lange:
„Fehlgeschossen, Herr Blitz!
Hier saß der Fritz!“
Wilhelm Busch
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Die Kornähren
Es geschah zu den Zeiten, als der liebe Gott noch selbst auf Erden wandelte. Da wuchsen die Körner am Halme von unten bis oben hinaus. So lang der Halm war, so lang war auch die Ähre. Aber die Menschen in ihrem Überfluss achteten nicht darauf.
Eines Tages ging eine Frau mit ihrem Kind an einem Kornfeld vorbei. Das kleine Kind fiel in eine Pfütze und beschmutzte sein Kleidchen. Da riss die Frau eine Handvoll der schönen Ähren ab und wischte ihm damit den Schmutz ab.
Als der liebe Gott dies sah, wurde er zornig und sprach: „Fortan soll der Kornhalm keine Ähre mehr tragen; die Menschen sind der himmlischen Gaben nicht wert!“
Die Leute, die das hörten, erschraken, fielen auf die Knie und flehten: „Lass doch etwas in dem Halme stehen! Wenn wir es auch selbst nicht verdienen, so tu es doch der unschuldigen Hühner wegen, die sonst verhungern müssen!“
Und der liebe Gott dachte an das große Elend, das kommen würde, erbarmte sich über die Menschen und erfüllte ihre Bitte.
Also blieb noch oben am Halme die Ähre übrig, wie sie jetzt wächst.Märchen der Brüder Grimm
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Das große Brot

Vom Bäcker kommt ein Brot ins Haus,
ein Brot, das ist so groß!
Die Mutter, die sieht fröhlich aus
und schneidet frisch drauflos.
Die Kinder stehn all um sie her,
und jedes heischt sein Teil;
Wenn eins gefragt wird: "Willst noch mehr?"
Dann sagt es: "Ja!" in Eil.
Die Mutter hat nicht wenig Müh,
sie schneidet Stück auf Stück,
am Ende aber bleibt für sie
ein Käntlein doch zurück.
Gib Gott, dass überall wie hier
es reicht, bis alle satt,
Dass jede Mutter auch gleich mir
zuletzt ihr Käntlein hat!
Johannes Trojan
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Brot
Eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung ist die beste Schönheitspflege. Brot und Brötchen sind eine besonders gute Quelle für natürliche Beautystoffe, denn kaum ein anderes Lebensmittel enthält Vitamine, und Mineralstoffe in einer so ausgewogenen Kombination.
Besonders die Vitamine der B-Gruppe sind entscheidend, wenn es um ein ausgeglichenes Hautbild geht: Biotin kurbelt den Stoffwechsel an und versorgt die Haut mit Aufbaustoffen. Als Bestandteil von Enzymen stellt Niacin Energie für die Zeilerneuerung zur Verfügung. Pantothensäure hilft bei der Heilung kleiner Wunden und sorgt für die Feuchtigkeitsregulierung in der Haut. Brot und Brötchen gehören zu den besten natürlichen Lieferanten für diese Vitamine: Schon vier Scheiben Brot decken zwanzig Prozent eines Tagesbedarfs an Biotin, mehr als ein Viertel der empfohlenen Zufuhr an Pantothensäure und fast vierzig Prozent der Niacinzufuhr.
Besonders Vollkornbrote aus Roggen gehören zu den Vitamin-E-reichen Lebensmitteln. In zwei Scheiben à fünfzig Gramm sind schon zehn Prozent der empfohlenen Zufuhr enthalten. Vitamin E gilt als "Leibwächter" der Hautzellen, neutralisiert zellschädigende Stoffwechsel-Produkte und beugt damit der Hautalterung vor. Durch die Vielzahl der in Brot und Brötchen enthaltenen Nährstoffe lässt sich allein damit schon ein großer Teil des täglichen Bedarfs an Vitaminen und Mineralstoffen für Schönheit und Gesundheit decken.
Bei den Getreideprodukten ist die Auswahl besonders groß: Mit mehr als dreihundert verschiedenen Sorten ist eine kohlenhydrat- und abwechslungsreiche Ernährung leicht.
Brot und Brötchen enthalten kein Cholesterin und in der Regel wenig Fett. Außerdem liefern sie wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Besonders das Vollkornbrot.
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Das Riesenspielzeug
Es ging die Riesentochter, zu haben
einen Spaß
herab vom hohen Schlosse, wo Vater Riese saß.
Da fand sie in dem Tale die Ochsen und den Pflug,
dahinter auch den Bauern, der schien ihr klein genug.
Pflug, Ochsen und den Bauern, es war
ihr nicht zu groß,
Sie fasst's in ihre Schürze und trug's aufs Riesenschloss.
Da fragte Vater Riese: "Was hast du, Kind, gemacht?“
Sie sprach: "Ein schönes Spielzeug hab ich mir mitgebracht.“
Der Vater sah's und sagte: "Das ist
nicht gut, mein Kind!
Tu es zusammen wieder an seinen Ort geschwind!
Wenn nicht das Volk der Zwerge schafft mit dem Pflug im Tal,
so darben auf dem Berge die Riesen bei dem Mahl.“
Friedrich Rückert
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