Dezember 2008

Der Esel

Es stand vor eines Hauses Tor
ein Esel mit gespitztem Ohr,
der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei. –

Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
die auch sogleich, indem sie lachen,
verhasste Redensarten machen.
Womit man denn bezwecken wollte,
Dass sich der Esel ärgern sollte. –

Doch dieser hocherfahrne Greis
beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
die Seite, wo der Wedel sitzt.

Wilhelm Busch

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1. Dezember

Es treibt der Wind

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus, den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Heiligkeit.

Rainer Maria Rilke 

2. Dezember

Springerle

Der Star im süßen Kanon des Weihnachtsgebäcks ist das Springerle. Es zeichnet sich weniger durch Wohlgeschmack als durch eine ansprechende Optik aus. Trotzdem gelangte es zum Kultstatus.
Sind Springerle zum Essen oder zum Anschauen da? 47 Prozent der Befragten hängen die Springerle an den Christbaum, 54 Prozent trocknen jenes Anisgebäck und benutzen es als Dekoration und 7 Prozent bemalen die Springerle. Das schließt jedoch nicht aus, dass 89 Prozent die Springerle dennoch irgendwann verzehren.
Diese Mehrfachverwertung weist das Springerle ebenso wie seine Endung „le“ als schwäbisches Regionalgebäck aus - was allerdings nicht ganz zutrifft. Es ist im ganzen süddeutschen Raum sowie im Elsass, Österreich und der Schweiz zuhause. Dennoch, so die Forscherin, werde es der Kulturlandschaft Schwaben als „regionale Ikone" zugeordnet.
Zum Namen gibt es unterschiedliche Erklärungen. Während die einen ihn auf ein „Springen" des Teiges zurückführen, erklärt man ihn auch mit dem populärsten Motiv jenes Bildgebäcks, einem Reiter auf einem springenden Ross.
Dieses Motiv führt in die Entstehungsgeschichte des Springerles zurück, das im süddeutschen Raum seit dem 17. Jahrhundert bekannt ist. Wie die Lebkuchen blieb auch dieses Motivgebäck zu Zeiten, als Süßstoffe extrem teuer waren, der Oberschicht und den Klöstern vorbehalten. Entsprechend aufwendig und anspruchsvoll waren die Model, die Träger der Bildmotive, die das Produkt schmücken sollten.
Mit der Entdeckung des billigeren Rübenzuckers im ausgehenden 17. Jahrhundert war der Weg des Springerles frei in die Küchen der Bürger und Bauern. Denn auch die übrigen Zutaten - Eier und Mehl - waren erschwinglich, und wem das noch zu teuer war, der ließ die Eier weg und ersetzte sie durch Wasser. Diese wenig Genuss versprechenden "Wasserspringerle" waren geradezu prädestiniert, als Dekoration verwendet zu werden.
Mit dem Ansteigen der Springerlesproduktion wuchs der Bedarf an Modeln, die zunächst von den Zuckerbäckern gestochen und später industriell gefertigt wurden. Die zunächst religiösen und höfischen Motive wurden teils beibehalten, teils banalisiert bis hin zur Wirtshausszene mit dem Spruch "Lieber alles Geld versoffen als den Huren nachgeloffen."
Durch die Konkurrenz billiger Zuckerwaren wurden die Springerle, die es ursprünglich einmal das ganze Jahr über gegeben hatte, auf die Weihnachtszeit und gegendenweise auf Ostern reduziert. Zudem war allmählich das Wissen über den Symbolgehalt der Motive älterer Model abhanden gekommen, und die waren überdies durch ornamentale Massenware ohne tiefere Bedeutung verdrängt worden.
So gerieten die Springerle in die Rolle eines weihnachtlichen Traditionsgebäcks, und die alten Model verstaubten in den Kellern und auf den Dachböden der Häuser. Als größten Einbruch in der "kulturellen Biographie" der Springerlesmodel hat man den Zweiten Weltkrieg ausgemacht. Wegen Zuckermangels hatten die Bäcker die Springerles-Produktion eingestellt. Die Model wurden zweckentfremdet, etwa als Brettchen zum Brotschneiden, was nachhaltige Spuren hinterließ. Oder sie fielen dem Brennholzmangel zum Opfer.
Nach dem Krieg erkannten Antiquitätenhändler mit einem guten Riecher den Wert, den vor allem die alten Model darstellten. Sie profitierten von der Ahnungslosigkeit der Leute, die dieses "alte Glomp" für ein Nasenwasser verscherbelten. Als sich dann schließlich herumgesprochen hatte, dass Antiquitäten unter Umständen mehr wert sind als Nierentische, stieg das Interesse am Springerlesmodel.
Wer noch im Besitz alter Model war, holte sie vom Dachboden. Andere kauften oder ersteigerten sie, wobei, wie beobachtet wurde, heute Preise bis zu 5000 Euro bezahlt werden. Museen erwarben ganze Springerlesmodel-Sammlungen.
Hatten die Leute ihre wiederentdeckten Model zunächst in den Glaskasten gelegt oder an die Wand gehängt, entstand irgendwann der Wunsch, sie wieder zu benutzen.
Festzustellen ist in jedem Fall, dass das Springerlesbacken in den letzten Jahren geradezu einen Boom erlebte. Modelschnitzer oder -gießer - manche Model sind aus Kunstharz - entwickelten neue Motive, etwa Sternzeichen, Yin und Yang und Max und Moritz, oder sie gossen alte Motive nach.
Das Springerlesbacken wiederum wird von vielen als eine handwerkliche Herausforderung begriffen, denn es bedarf großer Sorgfalt. Und die Leistung wie das Können der Bäckerin - vorwiegend Frauen frönen diesem Hobby - ist am Ergebnis ablesbar. Das Backen ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt zwei Schulen, die "Obenreindrücker" und die "Untendrauflieger". Sie unterscheiden sich in der Art, wie Teig und Model miteinander in Berührung gebracht werden.

3. Dezember

Springerle

Zutaten:
4 große Eier
500 g Puderzucker
500 g Weizenmehl Type 405
1 Messerspitze Hirschhornsalz

Zubereitung:
Eier und Zucker rührt man sehr gut schaumig, mischt das Mehl, das man womöglich einige Tage zum Austrocknen im warmen Zimmer stehen hatte, darunter und wirkt den Teig auf dem Brett gut durch. Dann lässt man ihn, mit einem Tuch bedeckt, in der Kälte 1 Stunde ruhen. Nun schneidet man kleine Stücke davon ab, wellt diese auf der Schnittseite zentimeterdick aus, bestäubt den Springerlesmodel mit einem mit Mehl gefüllten kleinen Leinwandbeutel und drückt das leicht bemehlte Teigstück mit der Oberseite gut in den Model. Dann dreht man ihn um, löst den Teig vorsichtig ab, schneidet die „Bilder“ mit einem scharfen Messer oder dazu passenden Ausstecher aus und lässt sie über Nacht abtrocknen, jedoch nicht in stark geheizten Räumen. Dann bestreicht man sie unten mit Wasser, legt sie auf ein gefettetes, mit Anis bestreutes Blech und bäckt sie blassgelb.
Die richtige Backhitze und ein genügend langes Austrocknen vor dem Backen sind für das Gelingen ausschlaggebend.
(Gibt etwa 50 Stück)
150 – 160° (GBO knapp Stufe 1).
Backdauer je nach Größe der Stücke 18 – 22 Minuten (untere Schiene).

4. Dezember

Kuchenmännlein

Backe, backe, Küchelchen,
Butter in ein Tiegelchen,
Mehl in ein Pfännel,
backen dem Kind ein Männel,
so hoch, so breit, so hoch, so breit.

Volksgut

 

5. Dezember

Weihnachtsgewürze

Vanille, Zimt, Nelken, Kardamom und Ingwer - die typischen Weihnachtsgewürze dürfen im Adventsgebäck nicht fehlen! Wenn wir in der frühen Abenddämmerung bei Kerzenschein heißen, gewürzten Punsch und Zimtsterne, Anisplätzchen oder Lebkuchen genießen, wird es uns wohlig warm, und es kommt gemütliche Adventsstimmung auf. Das ist kein Zufall, denn die typischen Weihnachtsgewürze heben unsere Stimmung, ja schon ihr Duft versetzt uns in gute Laune - das ist wissenschaftlich bewiesen. So ganz nebenbei unterstützen diese exotischen Gewürze unsere Verdauung und wirken anitbakteriell. Deshalb werden sie auch in ihren Heimatgebieten als Heilpflanzen geschätzt.

Steht dann Weihnachten vor der Tür und überall erfüllt der vertraute und lieb gewonnene Duft von Lebkuchen, Spekulatius und anderem Weihnachtsgebäck die Luft. Die Leckereien versüßen die dunklen Wintertage und tun der Seele gut, denn Kohlenhydrate haben eine positive Wirkung auf unser Wohlbefinden. Der Genuss von zuckersüßen Weihnachtsnaschereien fördert im Gehirn die Freisetzung des Botenstoffes Serotonin, der für gute Laune sorgt.
Gewürze wie Zimt, Piment und Kardamom verleihen Plätzchen, Kuchen und Gebäck ihren unvergleichlichen Geruch und Geschmack. Jedes der Gewürze hat in der Weihnachtsbackstube besondere Eigenschaften. Es lohnt sich also, einmal auf eine Entdeckungsreise zu gehen und „Zimt & Co.“ Etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zimt
Ist seit mehr als 4500 Jahren bekannt. Der hoch aromatische, feine und etwas süßliche Geschmack des Zimtes ist aus Leckereien wie Lebkuchen, Früchtebrot, Bratäpfeln und natürlich Zimtsternen nicht wegzudenken. Er ergänzt sich perfekt mit der Süße des Zuckers. In der Weihnachtsbäckerei wird meist gemahlener Zimt verwendet. Man kann aber auch Zimtstangen mit einem Mörser zerstoßen und zum Würzen verwenden.
Schon im Alten Testament wird Zimt erwähnt, und auch das Hohelied Salomos zählt ihn zu den kostbaren Gewürzen und auserlesenen Gerüchen der damaligen Zeit. Selbst in alten chinesischen Werken kommt er vor: So soll der Zimt bereits 2700 Jahre vor Christus von dem chinesischen Kaiser Shen-Nung genannt worden sein. Damit gehört er zu den ältesten Gewürzen, die wir überhaupt kennen. Der Zimt war Anlass genug, um Rivalitäten zwischen den Seemächten jener Zeit auszulösen und sogar den damaligen Handel zu beeinflussen.
So verdanken die damaligen Völker Europas ihre Versorgung mit dem köstlichen Gewürz dem berühmten Seefahrer Vasco da Gama. Durch ihn wurde Ceylon, die Heimat des Zimtbaumes entdeckt und von den Portugiesen besetzt. So war es möglich, dass schon 1498 Zimt in großem Umfang von der Insel eingeführt und frühzeitig in Europa verbreitet wurde.
Der Zimtbaum gehört zur Familie der Lorbeergewächse und wird aus der Rinde des tropischen Zimtbaums gewonnen. Er gilt als erwärmendes, erotisierendes Gewürz, das Angst und Verspannungen löst.

Vanille
besteht aus der Schote und den winzigen Samen einer Orchidee; ihr süßes Aroma beruhigt aufgebrachte Gemüter. Die intensiv aromatischen Gewürznelken sind die Blütenknospen des Nelkenbaums und wirken krampflösend, blähungswidrig und stark antiseptisch. Die Ingwerwurzel ist in Asien schon so lange in Gebrauch, dass niemand mehr weiß, woher sie stammt. Ihre süße Schärfe heizt uns tüchtig ein, stärkt den Magen, vertreibt Erkältungen und wirkt zudem auch noch erotisierend! Kein Wunder, dass sich unsere Urgroßmütter gerade diese exotischen Aromen als aufmunternde und heilsame Zutaten zur winterlichen Bäckerei ausgesucht haben!
Der aromatisch-süße Duft des edlen Gewürzes ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. Doch auch bei Erwachsenen hellt Vanille die Stimmung auf und sorgt für gute Laune.
Wichtig: Nur die echte Vanille wirkt. In ihr stecken die ätherischen Öle, die im Gehirn für die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin sorgen.
Rezept gegen Winterblues: Heiße Milch mit Bourbon-Vanille und Kakao.

Nelken
Die getrockneten Knospen sind mit 20 Prozent besonders reich an ätherischen Ölen, die örtlich schmerzstillend und desinfizierend wirken. Nelken kauen oder Nelkenöl kann daher kurzzeitig gegen Zahnschmerzen helfen.
Muskatnuss
Frisch gerieben entfaltet der Kern der Muskatfrucht sein typisches Aroma und den würzig bis feurig-brennenden Geschmack. Ein wenig davon über winterliche Gemüsegerichte gegeben, steigert den Genuss erheblich. Muskat regt den Appetit und gleichzeitig die Verdauung an.
Was wären Lebkuchen, Früchtebrot und die gespickte Orange ohne den Geschmack von Nelken? Wegen seines feurigscharfen und leicht brennenden Aromas wird das Gewürz gemahlen oder im Ganzen schon seit Jahrhunderten in der Weihnachtsbäckerei verwendet.
Das Nelkengewürz sollte man nie allein aufwachsen lassen. Zwar ist die Halbrosettenstaude mit immergrünen Blättern sehr zäh und widerstandsfähig, jedoch fallen bei allen Arten leicht die Blumen ab. In großer Gesellschaft dagegen bietet die Nelkenwurz mit ihren meist doldentraubigen, anemonenartigen Blüten stets ein herrliches Farbenspiel zwischen Gelb, Orange und Glutrot.
Etwa 56 Arten mit vielen Sorten und Formen umfasst die Gattung aus der Familie der Rosengewächse. Sie sind in der gemäßigten Zone der nördlichen Halbkugel beheimatet.

Ingwer
Die scharfe Powerknolle, ist genau das Richtige für kalte, trübe Tage.
Die Wirkstoffe aus der asiatischen Wurzel kurbeln den Kreislauf an und fördern die Durchblutung. Ob als Tee oder kandiert - Ingwer wärmt und belebt. Und ... Weihnachtsnaschereien ohne Ingwer? Undenkbar!  Das typische Weihnachtsgewürz ist durch sein mildes, leicht zitroniges und trotzdem würziges Aroma, Zutat für köstliche Honig- und Apfelkuchen sowie Makronen. Aber auch als kandiertes Konfekt oder mit Schokolade überzogen versüßt Ingwer die lange Wartezeit auf das Fest der Feste. Die Ingwer-Wurzel ist im Geschmack frisch gerieben am intensivsten, das Pulver hingegen ist deutlich milder.
Arabische Kaufleute priesen im antiken Griechenland die aromatisch duftenden und süßlich-scharf schmeckenden Wurzelknollen des Ingwers an. Sie verrieten indes nicht, woher sie ihn hatten: aus Indien. Dort spielt Ingwer seit Jahrtausenden eine große Rolle in der Küche und als Heilpflanze. Die Wurzelknollen enthalten neben Stärke ein ätherisches Öl sowie ein Harz. Der botanische Name Hingiber stammt aus dem Sanskrit: Sringaveram. Der Ingwer bildet eine eigene Familie, die Ingwergewächse. Er wird noch heute im großen Stil in tropischen Gebieten angebaut.

Anis
Entwickelte sich im Mittelalter zu einem der beliebtesten Gewürze und ist bis heute eine unverzichtbare Zutat für Weihnachtsbrot, Gewürzkuchen und Springerle. Anis schmeckt süßlich und leicht nach Lakritz. Für die Weihnachtsbäckerei verwendet man am besten ganze Samen oder zerdrückt sie im Mörser.
Der würzige Anissamen wurde schon im Altertum von den Völkern des östlichen Mittelmeerraumes genutzt. Er soll bei Erkältungen, Katarrh und Magenverstimmungen heilende Wirkung haben. Anis aus der Familie der Doldenblütler hat eine dicke, fleischige und manchmal bis zu 60 Zentimeter lange Wurzel. Die Anispflanze wird je nach Sorte bis zu 70 Zentimeter hoch. Nur in sehr warmen Sommern werden Anissamen, die wertvolle ätherische Öle enthalten, richtig reif. Der Samen bildet sich dann sehr rasch nach der Blüte der weißen Schirmdolden im Juli oder August. Die Blüte dauert etwa zwei Wochen. Zur Zeit der Reife fallen die lanzettförmigen, braunschwarzen Samen leicht aus. Deshalb sollten die Pflanzen morgens und abends bei Tau geerntet, gebündelt und zum Trocknen unters Dach gehängt werden.
Den Samen kann man später leicht in einem feinen Netz, das vorher um die Pflanzen gebunden wurde, sammeln.
Anis verleiht auch Möhren und Rotkohl  eine interessante Note. Das ätherische Anisöl wirkt krampflösend in Magen und Darm und ist daher gegen Blähungen hilfreich. Zur Vorbeugung Anistee eine halbe Stunde vor dem Essen trinken. Auch bei Husten wirkt dieser Tee lindernd. Wegen seiner schleimlösenden Wirkung wird es in der Medizin auch als mildes Erkältungsmittel eingesetzt. Das ätherische Öl aus kleinen Samen hat desinfizierende und schleimlösende Eigenschaften.

Ein altes Anis-Rezept:
Bei Erkältungen gibt man einen Esslöffel Samenkörner - am besten etwas gemahlen, da hierdurch die ätherischen Öle am schnellsten wirken – in einen halben Liter kochende Milch. Nach zehn Minuten auf kleiner Flamme wird sie anschließend durch ein Sieb gegossen, um als Anismilch getrunken zu werden. Man kann die gemahlenen Samenkörner auch in einem Baumwoll- oder Leinensäckchen in die Milch hängen.

Muskatnuss
In einer kleinen, harten Nuss, der Muskatnuss, steckt besonders viel Gewürzpower. Sie kam im 10. Jahrhundert aus dem Osten Indonesiens nach Europa. Mit ihrem leicht bitteren Aroma verleiht sie Lebkuchen, Christstollen und Pfeffernüssen ihren typischen Geschmack. Besonders würzig schmecken die Weihnachtsgebäcke, wenn das Gewürz frisch gemahlen verarbeitet wird. Gerieben sollte das Gewürz nur in kleinen Mengen gekauft und rasch aufgebraucht werden, denn es verliert schnell an Aroma. Ganze Nüsse können mehrere Jahre gelagert werden.
Schon im 12. Jahrhundert wurden Muskatnüsse in den Mittelmeerländern gehandelt. Vier Jahrhunderte später hatten sich portugiesische Kaufleute das Muskatnuss-Monopol gesichert, verloren es aber später an die Holländer. Die wollten sogar verhindern, dass irgend jemand außer ihnen Muskatbäume zog: Sie vernichteten die Bäume auf den Inseln ringsum ihrer Domäne, den Banda-Inseln. Jedoch: Die Muskatsamen wurden von Tauben verschlungen, die sie unverdaut wieder ausschieden: Muskatbäume sprossen auf den Südsee-Inseln weiter in den Himmel. Der Muskatnussbaum aus der gleichnamigen Familie wird heute in vielen tropischen Gebieten angebaut, vor allem auf den Westindischen Inseln. In botanischen Gärten findet man ihn auch bei uns. Als Topfpflanze würde er kümmern.
In den Blattachseln der eingeschlechtigen Bäume stehen Blüten, die etwa an Maiglöckchen erinnern. Die pfirsichähnliche, fleischige Frucht wird etwa vier bis sieben Zentimeter groß, ist von rötlicher oder gelber Farbe und öffnet sich in zwei Hälften. Der darin enthaltene Samen ist die Muskatnuss. Ihr hoher Gehalt an ätherischem Öl verleiht ihr den aromatischen Geruch, der sie als edles Küchengewürz bekannt gemacht hat. In größeren Mengen genossen wirkt Muskat als narkotisches Gift.
Wirkstoffe des Samens finden sich in manchen Einreibemitteln gegen den Tropenrheumatismus.

Piment
Ist ein typisches Lebkuchengewürz. Da es nach einer Mischung aus Nelken, Muskat und Zimt schmeckt, wird es auch „Allesgewürz“ genannt, entfaltet sein interessantes Aroma aber vor allem im Zusammenspiel mit Schokolade. Erstmals wurde Piment bei den Indianerstämmen Mittelamerikas erwähnt. Schon damals nutzten die Azteken das Gewürz, um Schokoladengetränke damit zu verfeinern.
Um das Jahr 1600 kam erstmals ein Gewürz nach Europa, das gleichermaßen die aromatischen Geschmacks- und Duftnoten der Gewürznelke sowie die von Zimt und Muskat harmonisch in sich vereinigte. Es handelte sich um das getrocknete Fruchtfleisch des Pimentbaumes, der zur Familie der Myrtengewäsche gehört. Das holzige Myrtengewächs ist in Mittelamerika, Westindien und auf den Antillen beheimatet.
Als Gewürz verwendet werden die unreifen, getrockneten Beeren des Pimentbaumes. Sie sind etwa sieben Millimeter groß, dunkelbraun und bergen in der dünnen, rauen Schale zwei schwarzbraune Samen. Diese enthalten zwischen drei und fünf Prozent ätherisches Öl, hauptsächlich Eugenol. Bei uns ist das Gewürz unter sehr vielen Namen bekannt. Am häufigsten werden wohl die Bezeichnungen Piment, Nelkenpfeffer, Jamaikapfeffer oder Englisches Gewürz gebraucht.

Kardamom
Von den Indern liebevoll „Königin der Gewürze“ genannt, gehört Kardamom zu den ältesten und wertvollsten Gewürzen der Welt. Der süßlich-scharfe und leicht bittere Geschmack der Samenkapsel verleiht traditionellem Weihnachtsgebäck wie Stollen, Spekulatius, Lebkuchen und anderen Gewürzkuchen seinen typischen Geschmack.
Für die süße Weihnachtsbäckerei werden nur die Samen genutzt. Dazu werden die Kapseln vorsichtig geöffnet, die Samen herausgelöst und mit einem Mörser oder Messer zerdrückt.
Mit Weihnachtsgewürzen wird das Plätzchenbacken zum Genuss für Gaumen und Nase.
Kardamom "lockt" mit seinem süßlich-würzigen Geschmack nicht nur den Appetit, sondern auch sämtliche Verdauungssäfte. Gegen Völlegefühl einfach einige Kardamomsamen zerstoßen und in den Tee geben.
Tipp für den Genuss: Das Aroma von Kaffee lässt sich mit dem orientalischen Gewürz verfeinern. Es ist eine wichtige Zutat für Lebkuchen, passt aber ebenso gut zu Fleisch- und Fischgerichten, sowie süßen Möhrengerichten.

Koriander
Ist eine uralte Gewürz- und Heilpflanze, denn man hat seine aromatischen Früchte in altägyptischen Gräbern als Beigaben gefunden. Wahrscheinlich stammt er auch aus Nordafrika oder Kleinasien und wurde mit denRömern nach Mitteleuropa gebracht. Hier hat er sich aber als Gewürz gegen den Kümmel, mit dem er vieles gemeinsam hat, nie richtig durchsetzen können.
Der Koriander ist ein einjähriger Doldenblütler und wird etwa 40 bis 60 Zentimeter hoch. Er hat einen runden, fein gerillten Stängel, der sich erst oben verästelt. Die langgestielten, dreilappigen Blätter sind fein gefiedert. Über dem hellgrünen Laub erheben sich von Juni bis August drei- bis fünfstrahlige, weiße bis leicht rötliche Doldenblüten, an denen sich später die kugelförmigen, zweiteiligen Früchte bilden. Die Früchte sind reif, sobald sie bräunlich geworden sind.
Die Pflanze und die unreifen Früchte des Korianders haben einen etwas unangenehmen Geruch. Reife Früchte dagegen riechen süß und aromatisch. Sie enthalten eine Menge an ätherisches Öl und einige Gerbstoffe. Koriander hilft bei Störungen im Magen- und Darmbereich und wirkt auf die Nerven beruhigend. Er ist blähungstreibend, denn er regt die Tätigkeit der Darmmuskulatur an, wobei gleichzeitig Darmkrämpfe gelöst werden. Zusätzlich stärkt Koriander den Magen.

Kardamom, Koriander & Co. Sollten das ganze Jahr über verwendet werden. Sein Duftöl lindert Magenverkrampfungen und hilft gegen Völlegefühl. Rotkohlgerichte und Fleischspeisen vertragen gut eine Verfeinerung damit.

6. Dezember

Am Nikolausabend

Am dunklen Himmel glitzern die Sterne. Sie strahlen in das Kämmerlein hinein. Da liegen die Kleinen still mit offenen Augen in ihren Bettchen.

„Weshalb schlaft ihr denn noch nicht?“, fragen die Sterne ganz erstaunt. „Es ist doch stockdunkle Nacht?“
„Schlafen?“, fragt der Bub und wundert sich. „Schlafen? Wo heute der Nikolaus kommt?“
„Wir haben doch unsere Schuhe ins Fenster gestellt“, sagt die kleine Rosi. „Er soll doch etwas Schönes hineinlegen –„
„Wenn euch der Nikolaus nun aber eine Rute in die Schuhe legt? Man kann doch nie wissen?“
„Ach nein“, sagt Hansi kleinlaut, man kann nie wissen –
Wird es etwas Schönes sein, das er bringt?
Etwas, das nach Weihnachten duftet?
Äpfel, Nüsse, Marzipan?
Oder - - eine Rute?
Wie die Herzen pochen!
Ach nein, man kann wirklich nie wissen.
„Leise, Rosi, leise, ich glaube, er kommt –
Rasch, rasch unter die Decke!“
- - - -
Sie halten den Atem an und warten.

Der Nikolaus ist schon lange auf der Reise, aber er kommt nur langsam vorwärts, denn er hat schwer zu schleppen. Überall in den Häusern warten die Kindlein mit klopfenden Herzen. Überall stehen Kinderschuhe in den Fenstern und warten auch –
Und überall öffnen die Englein die Fenster, dass der Nikolaus die vielen großen und kleinen Kinderschuhe füllen kann.
Deshalb kommt der Nikolaus nur langsam weiter.
Die Kinder aber werden müde vom Warten. Die Augen fallen ihnen zu.
Die Bäckchen glühen im Schlafe.
Da öffnet der gute Nikolaus sein Säckchen. Und die Kinder lächeln im Traum.

Sophie Reinheimer

7. Dezember

Zweiter Advent

Du grüner Kranz mit roten Kerzen,
Lichterschein wärm unsere Herzen!

Weiße Flocken schweben sacht,
vom Himmel in der Nacht,
decken alle Blümlein zu,
träumen in der Winterruh.
Rehe treten aus dem Wald,
der Schnee ist nass, der Schnee ist kalt.
Sie heben witternd ihre Nasen,
suchend scharren sie im Rasen.
Ein Hase rennt in großen Sprüngen,
während im Haus die Kinder singen.
Sie sitzen um den grünen Kranz,
die Lotte, der Peter und der Hans.
Heißer Tee dampft in den Tassen,
an den Händen sie sich fassen.
Vater zündet die zweite Kerze an,
Mutter liest vom Weihnachtsmann.
In die Herzen strömt Friede,
übergroß das Gefühl der Liebe.
Kinderherzen fromm und rein,
öffnen sich beim Kerzenschein.
Glücklich strahlen Kinderaugen,
in vertrauensvollem Glauben,
an Christkindleins Geburt im Stall,
heißt es doch: Ihr Kinderlein kommet all!

Heidi Gotti

8. Dezember

Der Weihnachtsapfel

Den "Weihnachtsapfel", wie man ihn aus der Kindheit kennt, gibt es in diesem Sinne nicht mehr. Bei dem heutigen großen Angebot exotischer Früchte ist er wohl ein bisschen ins Hintertreffen geraten. Das hat er aber wirklich nicht verdient, denn er gehört nach wie vor zum wertvollsten Obst, das wir haben.
Seit eh und je hat der Apfel eine hohe symbolische Bedeutung. Schon Eva hat Adam mit einem Apfel verführt, obwohl man annimmt, dass es sich da wohl um einen Granatapfel gehandelt haben könnte. Wir werden es nie genau erfahren. In unseren Breiten galt der Apfel als Sinnbild der Macht. Der Reichsapfel dokumentierte das deutlich. Er galt außerdem als Symbol der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Schönheit. Dass diese köstliche Frucht, die uns in so vielen Sorten bekannt ist, vom Holzapfel abstammt, der hierzulande gelegentlich noch wild wächst, ist kaum zu glauben.
Der gesundheitliche Wert des Apfels ist unbestritten und so vielseitig, dass er kaum auf einem kleinen Blatt beschrieben werden kann.
Ein Apfelbaum mit seiner ausladenden Krone gehört einfach in einen Garten, zumal er nicht nur nützlich ist mit seinen Früchten und durch den Schatten, den er im Sommer spendet, sondern durchaus auch als Schmuck- oder Ziergehölz zu bezeichnen ist. Ein blühender Apfelbaum nimmt es mit jedem anderen Ziergehölz mühelos auf. Er ist an Schönheit nicht zu überbieten und auch wenn im Herbst die reifen Früchte mit roten Backen an den Zweigen hängen, ist er eine Zierde für den Garten.

9. Dezember

Vorweihnacht

Ein Tännchen m Garten,
ein Tännchen im Wald,
die Flocken, sie wirbeln,
und Weihnacht ist bald.

Verfasser unbekannt

10. Dezember

Im Advent

Mitten im Advent gibt es fast nur brave Kinder. Der kleine Eugen ist sonst immer für eine Lausbuberei zu haben. Aber in diesen Tagen vor Weihnachten hat er sich vorgenommen, eine Art Musterknabe zu sein. Eugen glaubt bestimmt daran, dass am Abend draußen die Engel herumfliegen und nachschauen, was die Leute in der Vorweihnachtszeit in der Stube machen. Da könnte es doch leicht passieren, dass eine Missetat von den Englein beobachtet und an das Christkind gemeldet wird. Eugen weiß, welche Folgen das haben könnte.Das Christkind würde sicher sein goldenes Himmelsbuch aufschlagen und mit seiner Engelsflügelfeder eintragen: "Eugen hat zwei Stück Würfelzucker aus der Zuckerdose stibitzt."

Natürlich würde solche Eintragung die Erfüllung der Weihnachtswünsche in Frage stellen. Deshalb steht der Eugen jeden Morgen rechtzeitig auf, ohne dass die Mutter ihn - wie sonst - mehrmals wecken muss. Er wäscht sich gründlich die Ohren, packt seinen Schulranzen ordentlich ein und marschiert brav zur Schule. Wenn er dann nach Hause kommt, riecht es überall nach Honig- und Pfefferkuchen. Da ist auch der Adventskalender, der alle Tage Überraschungen bringt.
Am Sonntag brennen am Adventskranz die Kerzen; erst eine, dann zwei, später drei und am letzten vier. Zusammen mit den Eltern singt dann Eugen die alten Weihnachtslieder.
Eines Tages, mitten im Advent, kommt dann der Wald in die Stadt. Große und kleine Fichten und auch Tannen, die vor Tagen noch einbeinig im Wald standen, haben die Reise zu den Menschen angetreten. Ehe sie geschmückt werden mit allerlei Zierrat, mit Glaskugeln und Glasketten, mit vergoldeten Nüssen und brennenden Lichtern, kommen sie in den Keller oder auf den Balkon. Da warten sie auf den großen Tag, an dem sie allein im Mittelpunkt stehen. Wie die Kinder auch, zählen sie jeden Tag vor Weihnachten. "Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag!" heißt es auch bei ihnen.
Am Morgen des 24. Dezember holt der Vater den Baum aus dem Keller. Dann ist der strahlende Lichtertag da, dann ist endlich Weihnachten gekommen.
Eugen aber hofft im stillen, dass alles unter dem Baum liegt, was er auf seinen Wunschzettel geschrieben hat. Deshalb ist er in der Adventszeit besonders brav!

Nacherzählt

 

11. Dezember

Winter im Garten

Hinten im Garten, o lustige –Pracht,
haben wir uns einen Schneemann gemacht:
Hat eine Kappe bis über die Ohren,
und seine Nase ist knallrot gefroren,
hat keine Beine und hat keinen Arm,
aber er lacht, denn sein Schneepelz hält warm.

Weiß ist der Garten, wohin ich auch seh`;
Winter willkommen, mit Eis und mit Schnee!
Vöglein, ihr kleinen, auch ihr sollt euch freuen,
Körner und Samen woll`n wir euch streuen.
Schneit`s auch noch toller um Hecken und Höh`n,
heißa – juchhe auch der Winter ist schön!

Adolf Holst

12. Dezember

Christrose

"Man nennt mich auf deutsch auch Nieswurz, weil meine getrockneten Wurzeln mit als Beigabe zum Niespulver verwendet werden. Der Fachmann sagt Helleborus niger zu uns und rechnet uns zu den Ranunkelgewächsen.
Beheimatet sind wir in den europäischen Kalkalpen. Wir werden etwa 25 cm hoch und blühen, wenn eure anderen Stauden längst im tiefen Winterschlaf liegen, oft schon um die Weihnachtszeit. Ob Schnee oder Eis die Natur bedeckt, nichts kann uns am Blühen hindern. Unsere hohe Eigenwärme, die wir in den Wurzeln zu entwickeln verstehen, bringt dieses Wunder zustande.
Wir lieben einen frischen, kalk- und humushaltigen Lehmboden und halbsonnige bis halbschattige Standorte. lasst uns aber bitte in Ruhe wachsen, denn wir möchten keinesfalls gestört werden. Pflanzt uns unter Gehölzgruppen und Ziersträucher oder zwischen Krokusse, Maiblumen, Tulpen und andere Frühlingsblüher, und wir werden überall euer Gartenstolz sein.“

13. Dezember

Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
draußen in Eis und Schnee.
Und wenns in der Winternacht friert und schneit,
das tut der Rose nicht weh.

Es grünt eine Hoffnung zur Weihnachtszeit,
drinnen im Herzen still:
Dass immer und ewig so schön wie heut'
Frieden werden will.

Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Blume der Heiligen Nacht!
Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
hast mir die Hoffnung gebracht!

Die Liebe vertreibt meine Einsamkeit,
mir tut das Herz nicht mehr weh,
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
draußen in Eis und Schnee.

Kurt Hertha

14. Dezember

Advent, Advent,
die dritte Kerze brennt!

Heute will ich beschließen,
diesen Tag zu genießen.
Schnell zünde ich die Kerzen an,
setz mich in den Sessel dann.
Eine Weihnachtsschallplatte hab ich aufgelegt,
dieses wunderschöne Lied mich so bewegt.
Leise fange ich an, zu singen,
Tränen über meine Wangen rinnen.
Ich denke an die Menschen auf der Welt,
die gar nichts haben, kein Gut, kein Geld.
Manche müssen auf der nackten Erde schlafen,
warum muss das Schicksal sie so strafen?
Der Hunger ist ihr „täglich Brot“,
sie leiden entsetzliche Not.
Meine Plätzchen schmecken mir nicht mehr,
das Elend dieser Menschen rührt mich sehr.
Ich würde nicht ruhn,
alles würde ich tun,
könnte ich diese Not lindern,
dieses Elend mindern.
Ich muss erkennen, dass ich machtlos bin,
ohne Geld kommt man dort nicht mal hin,
geschweige denn, den Hunger stillen,
da hilft nicht allein der eigene Willen.
Aber was bringt das nutzlose Klagen,
nach dem Warum beginn ich zu fragen.
Weil ich nicht mehr weiter weiß,
wird es in meinem Innern heiß.
Schnell lösch ich aus die Kerzen,
mit einem sehr traurigen Herzen.

Heidi Gotti

15. Dezember

Winterküche

Deftige Gulaschsuppe, sämiges Raclette, dampfende Bratäpfel – im Winter genießt man traditionell gern etwas üppiger als im übrigen Jahr, denn durch die Kälte benötigt der Körper mehr Energie.
Weitere leckere Lieblingsgerichte für den Winter sind zum Beispiel herzhafte Schupfnudeln mit Speck und Sauerkraut, dicke Kartoffel- oder Erbsensuppe mit Würstchen oder cremige Lauchsuppe.
Zum Ausgleich für kulinarische Seelenwärmer hat der Winter auch viele vitaminreiche Lebensmittel mit wenigen Kalorien zu bieten, zum Beispiel Wintersalate wie Endivie, Frisee- und Feldsalat oder Chicoree.

Für Abwechslung auf dem winterlichen Speisezettel sorgen auch Gemüsesorten wie Wirsing oder Schwarzwurzel. Rahmwirsing mit Speck und etwas Kümmel ist ein tolles Winteressen, als Beilage reichen Kartoffeln. Fleisch braucht es nicht unbedingt zu sein. Außerdem haben im Winter nahezu alle Kohlsorten Saison. Ein Klassiker ist Rotkohl, er harmoniert nach dem Garen mit etwas Apfel hervorragend mit dem sonntäglichen Braten.
Auch Rote Bete gilt wegen ihrer Lagerfähigkeit als typisches Wintergemüse. Die rote Knolle ist aufgrund ihres Eigengeschmacks hervorragend zum Experimentieren mit anderen Aromen geeignet und schmeckt zum Beispiel toll mit Kardamom oder Kreuzkümmel. Wer es traditionell bevorzugt, würzt die Knolle mit Essig, Öl, Salz und etwas Pfeffer.
Ein weiteres Saisongemüse sind Schwarzwurzeln. Zubereitet in Sahnesauce sind sie ein Gedicht. Schwarzwurzel wird wegen ihrer Verwandtschaft auch Winterspargel genannt und passt sehr gut zu vielen Fleischgerichten.
Wer die Jahreszeit mit Gewürzen einfangen will, greift am besten zu winterlichen Aromen wie Kardamom, Gewürznelken, Anis oder Zimt.
Bei den heimischen Speisen soll Zimt toll in Gemüseeintöpfen oder zu einem Mix aus Petersilienwurzelgemüse und Karotten schmecken.

16. Dezember

Und all das Geld und all das Gut
gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
kann’s aber doch nicht machen.

Gott gebe mir nur jeden Tag,
so viel ich darf zum Leben.
Er gibt’s dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt’ er’s mir nicht geben.

Matthias Claudius

17. Dezember

Eintöpfe

Resteverwertung, Arme-Leute-Essen, fades, aber deftiges Allerlei - Eintöpfe werden nicht gerade zu den kulinarischen Glanzleistungen gezählt. Zu Unrecht, immerhin sind zahlreiche Nationalgerichte nichts anderes als verschiedene Zutaten, gekocht in einem Topf - ob Irish Stew, italienische Minestrone, ungarisches Kesselgulasch, Chili con Carne aus Mexiko, die berühmte Bouillabaisse aus Frankreich oder der schwäbische Gaisburger Marsch. Mit knackig frischem Gemüse, den richtigen Gewürzen und Kräutern zubereitet, ergeben Eintöpfe gesunde und schmackhafte Wintergerichte.

Während die hitzeempfindlichen Vitamine leiden, bleibt der Mineralstoffreichtum der Zutaten bei Eintöpfen erhalten. Die Nährstoffe verschiedener Gemüse, von Fleisch oder Fisch sind in der Flüssigkeit gelöst, das sonst als Kochwasser weggeschüttet wird. Positiv wirken sich auch der niedrige Fettgehalt und die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr aus. Daher sind Eintöpfe ideale Mahlzeiten für ältere Menschen, die oft zu wenig trinken. Zudem werden Eintöpfe heiß serviert und dementsprechend langsam gelöffelt, wodurch ein figurfreundliches Esstempo eingehalten wird. Schließlich braucht der Körper Zeit, um zu merken, wann die Sättigung einsetzt. Selbst von geschwächten Menschen werden Eintöpfe vertragen, da die Zutaten mundgerecht zerkleinert sind und die heiße Brühe den Körper wärmt.

Je frischer und vielfältiger das verwendete Gemüse, desto besser. Gesunde Wintergenüsse bieten Kürbis, Grünkohl, Wirsing und Sauerkraut. Wer es knackig mag, sollte Kohlblätter, Paprika und andere Gemüse erst kurz vor dem Servieren und in feine Streifen geschnitten zufügen.
Hülsenfrüchte wie weiße Bohnen, Linsen oder Kichererbsen liefern pflanzliches Eiweiß, viele Ballaststoffe und bereichern den Eintopf durch ihre besondere Konsistenz.
Wer es asiatisch leicht mag: Das japanische Sukiyaki besteht aus Rindfleisch, Chinakohl, Tofu, Zwiebeln, Lauch, Glasnudeln und Pilzen.

Tipp: Gewürze wie Lorbeer, Nelken, Fenchelsamen, Sternanis, Chili oder Safran geben Eintöpfen eine besondere Note.

18. Dezember

 

Die nachfolgende Weisheit aus China sei allen Politikern
ins Stammbuch geschrieben.
 
Wenn Licht in der Seele ist,
ist Schönheit im Menschen.
Wenn Schönheit im Menschen ist,
ist Harmonie im Haus.
Wenn Harmonie im Haus ist,
ist Ordnung in der Nation.
Wenn Ordnung in der Nation ist,
ist Frieden in der Welt.

Aus China

19. Dezember

Wenn Du mal so einen Tag erwischst an dem alles daneben zu gehen scheint,
du keinen eigenen Antrieb findest
Am liebsten mal gerne aussteigen würdest - dich alleine und überlastet fühlst
Dann denke daran - du bist nicht alleine
Es gibt immer einen der dich versteht

Einfach weil er dich mächtig groß findet, an dich glaubt
- Dich mag -
Jemand der an dich denkt wenn er morgens aufsteht
Jemand der dein Lächeln in sich trägt

Dir schöne Träume und alles Glück der Welt wünscht
Jemand der dich ziemlich gern hat

Dafür ist es immer wieder gut und wichtig,
bald wieder mit dem richtigen Fuß aufzustehen

20. Dezember

Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so dass man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf so macht es klirr
und titscher- titscher-dir ...
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vögelein
und tut als wie ein Schwälblein fliegen
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch so sehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.
Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eigenen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wieder holen.

Christian Morgenstern

21. Dezember

Advent, Advent - das vierte Lichtlein brennt

Vitamine

Morgens ein Glas frisch gepressten Saft trinken, eine halbe Grapefruit auslöffeln oder einen Apfel oder eine Banane ins Müsli schneiden.

Wenn man auf die Schnelle eine Suppe in der Mikrowelle erhitzt, einfach eine Tasse gefrorene Erbsen, Bohnen oder Karottenscheiben hinzufügen. Schockgefrorenes Gemüse liefert mehr Vitamine als zu lange gelagertes.

Statt Süßes zwischendurch Obst oder Gemüse knabbern. Praktisch und ohne Aufwand: eine kleine Flasche Tomaten- oder Gemüsesaft.

Für Aufläufe und dergleichen mehr Gemüse – als im Rezept angegeben – nehmen. Ob man nun etwas mehr Sellerie, Zwiebeln, Karotte, Pepperoni, Pilze oder Zucchini wäscht oder schnippelt, macht zeitlich kaum einen Unterschied. Auch Pastasoßen lassen sich mit Gemüse aufpeppen – ohne viele Kalorien extra.

Obst ist nicht nur pur gesund, sondern eignet sich auch zum Verfeinern von Salaten, Hähnchen- oder Feldsalat einfach mit Apfelscheiben, Traubenhälften, Ananas- oder Mangostücken garnieren.

Den Drang nach Süßem kann man statt mit Schokolade auch durch getrocknetes Obst befriedigen. Dafür eignen sich neben Rosinen getrocknete Canberries, Kirschen oder Papayastücke.

Sind einmal keine frischen Früchte im Haus, tut es auch der Früchtecocktail aus der Dose – eine schnelle Alternative auch fürs morgendliche Müsli.

Es sich zur Gewohnheit machen, im Restaurant einen Beilagensalat zu bestellen. Oder als Vorspeise verschiedene Gemüsesorten ordern.

Immer einen Apfel oder ein paar Mandarinen mitführen: Im Handschuhfach des Wagens oder in der Tasche. So gerät man nicht in Versucht, gleich die nächste Konditorei zu stürmen, wenn unterwegs der Magen knurrt.

22. Dezember

Schwarzer Vogel ...
Schwarzer Vogel "Traurigkeit",
spreizt die Flügel, macht sich breit.
Bitte, flieg doch wieder fort,
such Dir einen andern Ort.
Traurig zu sein, ist nicht schön,
man kann vor Tränen ja nichts sehn. 
Freunde, nehmt Euch in den Arm,
vergesst schnell Kummer und Harm!
Dann wird uns der Vogel meiden,
und die Seelen müssen nicht leiden.
Schwarzer Vogel flieg schnell fort,
an einen weit entfernten Ort,
dort musst Du fröhlich singen
darfst nie mehr Kummer bringen!
Heidi Gotti

23. Dezember

Weihnachten ohne Baum?

„Dieses Jahr gibt es keinen Christbaum“, meint Karl überdrüssig. „Immer die Arbeit wegen der zwei, drei Wochen.“
Elfriede, seine Frau, bekommt runde und traurige Augen und so machen sie sich auch dieses Mal doch wieder auf, um einen Baum zu besorgen.

Jahrzehnte haben die beiden Senioren kommen und gehen sehen.
Als sie noch klein waren – damals – im Krieg und kurz danach, da gab es fast nichts. Wie glücklich war man, sich ein Bäumchen, egal wie krumm, aus dem Wald holen zu dürfen. Schmunzelnd erinnert sich Elfriede daran, dass alles Verpackungsmaterial, das nur annähernd glänzte, schon lange vor dem Winter gesammelt wurde. Mit Mutti hatte sie Sterne gebastelt. Na ja, ihre Gebilde sahen nicht unbedingt immer sehr originalgetreu aus. Trotzdem hatte die Arbeit Spaß gemacht und die Wangen glühen lassen. Tannenzapfen bemalte sie als kleines Mädchen mit Gold aus dem Wasserfarbkasten und die winzigen roten Weihnachtsäpfelchen wurden gesammelt. Nachdem diese Herrlichkeiten mit Bändchen versehen waren, wurden sie in einer Schachtel verwahrt, damit das Christkind sie am Heiligen Abend aufhängen konnte.
Später als Elfriede nicht mehr an das Jesulein glaubte, durfte sie beim Baum schmücken mithelfen. Da waren schon die schönen Glaskugeln auf dem Markt und weiterer herrlicher Schmuck. Trotzdem hielt man auch die Kostbarkeiten aus der Kinderzeit in Ehren. Lachend erinnerte sich Elfriede mit den Eltern an die oft lustigen Basteltage und die damit verbundenen Pannen.
Irgendwann gab es auch den süßen Christbaumschmuck, der jeden Tag genascht werden konnte. Das Wirtschaftswunder machte es möglich, sich einige Wünsche zu erfüllen, wenn man auch noch sehr sparen musste.
Später – erinnert sich Karl – hatte er eine eigene Familie und der Kreis schloss sich. Man war nun als Eltern für den reibungslosen Ablauf beim Fest verantwortlich, freute sich über die glänzenden Augen der eigenen Kinder und dass sie nicht solche entbehrungsreichen Weihnachten erleben mussten. Es gab Gans an den Feiertagen und mit Tränen in den Augen dachte der Mann an seine Feste in den allerersten Kindertagen, an denen selbst Brot eine Köstlichkeit war.
Und heutzutage – als Großeltern? Viel hat sich verändert. Wieder herrscht Not, aber eine andere – oft eine seelische. Eine Kälte, die nicht körperlich vorhanden ist. Die Familie hat keine Zeit füreinander. Gebastelt wird fast nicht mehr und auch selten gesungen.
Wie schön war dieses geheimnisvolle Weihnachten, das bereits im Advent begann. Alle Lieder wurden beizeiten geübt, damit man sie auswendig konnte. Die Enkel kennen heute weder Texte noch Noten – schade eigentlich. Auch wird unterm Baum nicht mehr wie früher musiziert. Beim Lied Stille Nacht bekam man immer eine Gänsehaut.
Die Geschenke sind ebenfalls viel kostbarer. Kostbarer den Geldbeutel betreffend. Hatte man damals gebastelt, gemalt, gestickt, gehäkelt oder gestrickt, wird heute alles gekauft. Die Ansprüche sind immens gestiegen. Computer, Handy, Game Boy …
Elfriede und Karl verstehen das nicht, obwohl auch sie online und mit fast all diesen Neuerungen ausgestattet sind.

Aber nun schütteln die beiden all diese trüben, doch auch schönen Gedanken ab.
Die Tanne steht schon und schnell wird die Schachtel mit dem Baumschmuck geholt. Die elektrischen Kerzen sind bald befestigt und probeweise geprüft. Ihr heller Glanz strahlt.
Damals - ja damals - die echten Kerzen - zuerst gab es fast keine und später - wie schön sie flackerten - sie lebten - obwohl es auch gefährlich war. Und wie sie dufteten, wenn man sie ausgeblasen hatte und sich die kleinen Rauchwölkchen im Zimmer verteilten.
Mittlerweile steht der Christbaum im vollen Schmuck. Bald wird die Weihnachtsschallplatte das Lied der Lieder - Stille Nacht - erklingen lassen und Elfriede und Karl werden summend mit einfallen.
„Es war doch gut, einen Baum zu besorgen, um uns zu erinnern und das Fest der Liebe so zu feiern, wie wir es im Herzen haben“, da sind sich die beiden einig.

Heidi Gotti

24. Dezember

Hier die Weihnachtsbotschaft von unserem Freund Wolfgang

Rätsel

Ich kenne ein Bäumchen gar fein und zart,
das trägt Früchte seltener Art.
Es funkelt und leuchtet mit hellem Schein
weit in des Winters Nacht hinein.
Das sehen die Kinder
und freuen sich sehr
und pflücken vom Bäumchen
und pflücken es leer.

Volksgut

25. Dezember

Die Eisprinzessin

Im tiefen Zauberwald lebte der Eiskönig mit seiner wunderschönen Tochter, der Eisprinzessin. Sie wohnten in einem Schloss, das ganz aus Eis gebaut war. Das schimmerte und glitzerte, als ob es aus Silber und Kristall wäre. Vor dem Schloss war ein kleiner Eissee, auf diesem lief die kleine Eisprinzessin jeden Abend, wenn der Mond schien, Schlittschuh. Wenn die Prinzessin Eiswalzer tanzte, sah der König immer zu. Er setzte sich auf einen Sessel aus Eisblöcken. Aus dem Zauberwald kamen die Häslein und Rehe, die Eichhörnchen und Käuzchen als Zuschauer. Die Prinzessin war aber auch wunderschön in ihrem Kleidchen ganz aus Schnee, das über und über mit Eisblumen besetzt war, und mit dem Krönchen aus Eiszäpfchen auf dem Kopf.
Eines Abends, der Mond schien besonders hell, warteten wieder alle darauf, dass die Prinzessin ihren Eiswalzer tanze. Sie aber machte nur ein paar zögernde Schritte auf dem Eis, blieb stehen und ließ traurig das Köpfchen hängen. Das sah der König und fragte: "Warum bist du heute Abend so traurig?“
Da antwortete die Eisprinzessin: "Ach, es ist so langweilig. Nur die Tiere sehen, wie schön ich den Eiswalzer tanzen kann. Ich möchte, dass mich auch die Menschen sehen. Ich weiß, dass es bei ihnen große Eisbahnen gibt, die von Scheinwerfern erleuchtet werden. Bei uns scheint immer nur der alte Mond. Ach, lieber Vater, lass mich zu den Menschen.“
Der Eiskönig liebte seine Tochter sehr und konnte ihr keinen Wunsch abschlagen. Obwohl er und alle Tiere sehr traurig waren, sagte er: "Ich will deinen Wunsch erfüllen und dich zu den Menschen zaubern.“
Ehe die Eisprinzessin recht wusste, wie ihr geschah, stand sie in einer großen Halle auf einer spiegelglatten Eisfläche. Musik spielte, und viele Scheinwerfer strahlten auf sie herab. Die Menschen in der Halle klatschten begeistert in die Hände, denn sie hatten noch nie eine so schöne Eisläuferin gesehen.
Da fing die Prinzessin an, den Eiswalzer zu tanzen. Aber schon nach den ersten Schritten wurde es ihr ganz seltsam, denn die vielen großen Scheinwerfer waren viel zu warm für eine Eisprinzessin, die nur in Eis und Schnee leben konnte. Die Eisblumen an ihrem Schneekleid fingen an zu schmelzen, auch von ihrem Eiszapfenkrönchen tröpfelte es schon. Sie erschrak furchtbar und rief in ihrer Angst den Schneekönig um Hilfe an. Er zauberte seine Tochter schnell wieder zurück auf den Eissee im Zauberwald. Dort tanzt sie jetzt wieder den Eiswalzer vor den Tieren des Zauberwaldes und ist glücklich dabei.

KarI Heilbronner

26. Dezember

In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei
Zwischen Mehl und Milch, macht so mancher Knilch
eine riesengroße Kleckerei. In der Weihnachtsbäckerei.

hier einige Rezepte:

http://www.gottiswelt.de/gedichte/weihnachtsplaetzchen.htm

 

Die hungrigen Vögel

Spätzlein vor den Häusern fragen:
„Habt ihr nicht ein bisschen Brot?“
Finklein klagen auch und sagen:
„Ach, erbarmt euch unserer Not!“

Und die Meislein und Zeislein
sind jetzt arm wie Bettelleut’
und sie schreien: „Tisch und Häuslein
sind uns allen eingeschneit!

Liebe Kinder, streut uns Bröschen,
werdet nicht im Geben müd!
Wenn dann Veilchen blühn und Röschen,
singen wir euch Lied um Lied!“

Johannes Staub

27. Dezember

Katze im Schnee

Kätzchen, wie hebst du die Pfötchen auf, siehst sogar zu ängstlich drauf, sinkst in den Schnee bis zum Halse bald; nicht wahr, da geht's sich gar zu kalt?
Besser wäre es wohl getan, hättest du gute Stiefel an.
Freilich an Stiefeln war sie nicht reich, half sich doch, wie sie’s konnte gleich, lief durch den Schnee in die Scheuer hinein, schüttelte, leckte die Pfötchen rein, hatte dann wieder gar frohen Lauf, stieg zu dem höchsten Balken hinauf.

Wilhelm Hey

28. Dezember

Katzennatur

's war mal 'ne Katzenkönigin,
Ja, ja!
Die hegte edlen Katzensinn,
Ja, ja!
Verstand gar wohl zu mausen,
Liebt' königlich zu schmausen,
Ja, ja! - Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

Die hatt 'nen schneeweißen Leib,
Ja, ja!
So schlank, so zart, die Hände so weich.
Ja, ja!
Die Augen wie Karfunkeln,
Sie leuchteten im Dunkeln,
Ja, ja! - Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

Ein Edelmausjüngling lebte zur Zeit,
Ja, ja!
Der sah die Königin wohl von weit,
Ja, ja!
'ne ehrliche Haut von Mäuschen,
Der kroch aus seinem Häuschen,
Ja, ja! - Mäusenatur!
Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

Der sprach: In meinem Leben nicht,
Ja, ja!
Hab ich gesehen so süßes Gesicht,
Ja, ja!
Die muss mich Mäuschen meinen,
Sie tut so fromm erscheinen,
Ja, ja! - Mäusenatur!
Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

Der Maus: willst du mein Schätzchen sein?
Ja,ja!
Die Katz: ich will dich sprechen allein.
Ja, ja!
Heut will ich bei dir schlafen -
Heut sollst du bei mir schlafen -
Ja, ja! - Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

Der Maus, der fehlte nicht die Stund,
Ja, ja!
Die Katz, die lachte den Bauch sich rund,
Ja, ja!
Dem Schatz, den ich erkoren,
Dem zieh ich's Fell über die Ohren,
Ja, ja! - Katzennatur!
Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

 Adelbert von Chamisso (1781-1838)

29. Dezember

Schöpfung und Katzen

Am ersten Schöpfungstag erschuf Gott die Katze.

Am zweiten Tag erschuf Gott den Menschen, um der Katze zu dienen.

Am dritten Tag erschuf Gott all die Tiere der Erde, um als potentielles Futter für die Katze zu dienen.

Am vierten Tag erschuf Gott die ehrliche Arbeit, damit der Mensch sich für das Wohl der Katze mühen konnte.

Am fünften Tag erschuf Gott den Glitzerball, damit die Katze damit spielen oder es sein lassen konnte.

Am sechsten Tag erschuf Gott die Tiermedizin, um die Katze gesund und den Menschen pleite zu erhalten.

Am siebenten Tag versuchte Gott zu ruhen, aber er musste das Katzenklo saubermachen.

???

30. Dezember

Aus einen Schüleraufsatz von 1903

Eine Hauskatze ist ein vierbeiniges Wesen, dessen Beine sich üblicherweise
an den Ecken befinden.
Sie ist, was man manchmal als zahm bezeichnet, obwohl sie Mäuse und
Vögel fängt und frisst.
Sie ist gestreift, bellt nicht und atmet durch die Nase, anstatt durch den Mund.
Katzen miauen, wie ihr schon gehört habt.
Katzen haben neun Leben, was aber in diesen Land selten erwünscht ist - wegen den Christentums.
Katzen fressen Fleisch und all das Besondere, das du dir nicht leisten kannst.
Das ist alles über Katzen

31. Dezember

Neujahrswunsch

Ein neues Jahr voll Sonnenschein,
voll Äpfel, Birnen, Korn und Wein!
Und allen viel Arbeit und frohe Zeit
und dem Garten ein neues grünes Kleid!
Ein neues Weihnachen auch dabei,
mein Spielzeug ist heute schon entzwei!

Karl Ferdinands

Und hier - wie schon auf der Hauptseite - "Wolfgangs Jahreswechsel"

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