Februar 2006

- Taumonat -

Februar-Sonnenstrahlen dürfen wir genießen,
mutige Frühlingsblüher schon begrüßen.
Freudig strömen die Menschen aus dem Haus,
so sieht die Welt doch gleich freundlicher aus.

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1. Februar

Britta

Wetterregel: Auf trocknen kalten Januar, folgt meist viel Schnee im Februar

Ich wünsche Dir
... Sonne auch in Regenzeiten,
Träume die Dich stets begleiten.
Menschen, die Dir wichtig sind,
nicht alles sehen und doch nicht blind.

Schlechte Tage, die vergehen,
seinen Nächsten zu verstehen.
Freude am Leben und am Tun,
ungestörte Nächte, um zu ruh´n.

Zeit für Freunde, Zeit für Dich,
nicht jeden Tag, doch gelegentlich.
Probleme, die zu lösen sind,
sich auch mal freuen, wie ein Kind.

Arbeit, die zufrieden macht,
eine Seele, die oft lacht.
Nachbarn, die nicht dauernd stören,
Zeit um in Dich hineinzuhören.

Gesundheit, Wohlergehen und Freude,
schlechte Gedanken lass beiseite.
Mit gutem Mut in die Zukunft schauen
und dazu auch viel Vertrauen.
~ unbekannt ~

von meiner lieben Mail-Freundin Sonja

2. Februar

An Mariä Lichtmess, auch Mariä Reinigung genannt, werden Wachs und Kerzen geweiht, die dann das ganze Jahr lang die Häuser gegen Blitzschlag und Feuer schützen sollen.

Lostag: Gibt's zu Lichtmess Sonnenschein, wird's ein später Frühling sein.

Der Gärtner an den Garten im Winter

Eine Idylle
Ludwig Christoph Heinrich Hölty

In Silberhüllen eingeschleyert
steht jetzt der Baum,
und streckt seine nackten Äste
dem Himmel zu.

Wo jüngst das reife Gold des
Fruchtbaums geblinkt, hängt
Jetzt Eiß herab, das keine Sonne
Zerschmelzen kann.

Entblüttert steht die Rebenlaube,
die mich in der Nacht verschloß,
wenn Phoebus flammenathmend
herniedersah.

Das Blumenbeet, wo Florens Töchter
In Morgenroth
Gekleidet, Wohlgeruch verhauchten,
versinkt in Schnee.

Nur du, mein kleiner Buchsbaum,
pflanzest dein grünes Haupt
dem Frost entgegen, und verhöhnest
des Winters Macht.

Mit Goldschaum überzogen, funkelst
Du an der Brust
Des Mädchens, das die Dorfschalmeye
Zum Tanze ruft.

Ruh sanft, mein Garten, bis der Frühling
Zur Erde sinkt,
und Silberkränze auf die Wipfel
der Bäume streut.

Dann gaukelt Zephyr in den Blüthen,
und küsset sie,
und weht mir mit den Düften Freude
in meine Brust.

3. Februar

Lostag: Blasius macht den Winter los.

Erhören - ohne zu verurteilen.
Nahebringen - ohne überzeugen zu wollen.
Geben - ohne zu erwarten.
Einfühlen - ohne sich selbst zu verlieren.
Lieben - ohne zu besitzen.

Du bist niemals allein. Engel begleiten dich, selbst wenn du dich ihrer Anwesenheit nicht bewusst bist. Es gibt keine Grenzen für das, was Engel in deinem Leben tun können. Sie sind sehr, sehr mächtige Wesen. Hast du sie erstmal in dein Leben eingeladen, dann wird sich dein Dasein auf wunderbare Weise ändern. Solltest du noch nicht hundertprozentig an Engel glauben, wirst du wissen, dass es sie wirklich gibt, wenn du um ihre Hilfe gebeten und diese ein paar Mal erhalten hast. Die Engel des Himmels lieben dich und sie sehen dich so, wie du wirklich bist - ein unschuldiges und perfektes Kind Gottes. Sie wissen, dass du gelegentlich Fehler begehst, genau wie der Rest von uns. Doch die Engel übersehen unsere Irrtümer und erkennen stattdessen die liebevollen und guten Absichten in unseren Herzen. Betrachte dich selbst und die anderen Menschen mit den Augen eines Engels und du wirst eine wunderschöne Welt erblicken, die hell, strahlend und voller Hoffnung ist. Du bist ein Engel und ein Segen für die Welt.

Engel werden nicht geboren, sind nur gedacht,
gedacht von großer Kraft, der Kraft der Liebe.
Selbst wenn die Liebe stirbt, Engel sterben nie.

 
4. Februar
 
Janine

Heute wäre er hundert Jahre alt:

Dietrich Bonhoeffer

1906: geboren am 4. Februar in Breslau als sechstes von acht Kindern von Professor Dr. Karl Bonhoeffer und Paula geborene von Hase.
1923: Abitur in Berlin. Beginn des' Theologiestudiums in Tübingen, das Bonhoeffer in Berlin fortsetzt.
1927: Promotion "Sanctorum communio", eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche.
1928: Vikariat in der deutschen Aus
landsgemeinde in Barcelona. t
1930: Zweites theologisches Examen, Habilitation, Privatdozent in Berlin, Reise nach New York.
1931: Studentenpfarrer an der Technischen Universität Berlin. Jugendsekretär des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen.
1932: Umzug in Berlin in die Zionsgemeinde am Prenzlauer Berg. Eröffnung der Jugendstube für erwerbslose Jugendliche.
1933: Februar: Radiovortrag über den Führerbegriff, der von der Sendeleitung abgebrochen wird. August: Flugblatt "Der Arierparagraph in der Kirche". Oktober: Pfarrer an der deutschen Gemeinde in London.
1934: Teilnahme an der ökumenischen Konferenz in Fanö.
1935: Beginn der Arbeit des Predigerseminars der Bekennenden Kirche zunächst in Zingst, später in Finkenwalde bei Stettin:
1936: Entzug der Lehrbefugnis an der Universität.
1937: Schließung des Predigerseminars in Finkenwalde Illegale Fortführung in Hinterpommern.
1938: Ausweisung aus Berlin.
1939: Reise nach London und in die USA Juli: Rückkehr nach Deutschland.
1940: Mitarbeit in der "Abwehr". Bonhoeffer schließt sich dem Widerstandskreis um seinen Schwager Hans von Dohnany an.
1943: Verlobung mit Maria von Wedemeyer. 5. April: Verhaftung. Anklage, Inhaftierung in Berlin-Tegel.
1944: 22. September: Zossener Aktenfund beweist Bonhoeffers Teilnahme am Widerstand. 8. Oktober: Inhaftierung im Gestapo-Kellergefängnis in der Albrechtstraße, Berlin.
1945: 7. Februar, Verlegung in das KZ Buchenwald; 8. April: Einlieferung in das KZ-Flossenbürg; nächtliches Standgericht; 9. April Hinrichtung in Flossenbürg.

 
5. Februar
 
Lostag: Die heilige Agathe ist reich an Schnee.
 
 
Es gibt nichts,
was uns die Abwesenheit
eines uns lieben Menschen
ersetzen kann und man soll
das auch gar nicht versuchen;
man muss es einfach aushalten und durchhalten;
das klingt zunächst sehr hart,
aber es ist zugleich ein großer Trost;
denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,
bleibt man durch sie miteinander verbunden.

Es ist verkehrt, wenn man sagt;
Gott füllt jede Lücke aus;
er füllt sie gar nicht aus,
sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt
und hilft uns dadurch,
unsere alte Gemeinschaft miteinander -
wenn auch unter Schmerzen - zu bewahren.

Je schöner und voller die Erinnerungen,
desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

Dietrich Bonhoeffer

6. Februar

Gibt's an St. Dorothee recht viel Schnee, bringt der Sommer recht viel Klee.

Am 3. Februar berichtete ich über Engel - unsere Schutzengel. Gibt es sie wirklich? Hier eine Geschichte dazu, die ich vor längerer Zeit von einer Freundin bekam:

Eine kleine Geschichte, die beweist, dass es Engel gibt....oder....?

Tess war eine zauberhafte Achtjährige als sie ihre Mutter und ihren Vater über ihren kleinen Bruder Andrew sprechen hörte.
Alles was sie wusste war, dass er sehr krank war und dass sie überhaupt kein Geld mehr besaßen. Nächsten Monat sollten sie in eine Etagenwohnung ziehen, denn Daddy hatte nicht das Geld für die Arztrechnungen und das Haus.
Nur eine sehr teure Operation könnte Andrew noch retten, und es schien niemanden zu geben, der ihnen das Geld leihen würde. Sie hörte, wie ihr Daddy ihrer tränenüberströmten Mutter mit hoffnungsloser Stimme sagte: Nur ein Wunder kann ihn noch retten.
Tess ging in ihr Zimmer und zog ein gläsernes Marmeladenglas aus dem Versteck im Wandschrank. Sie schüttete all das Kleingeld auf den Fußboden und zählte es sorgfältig - gleich drei Mal. Die gesamte Summe musste genau die richtige sein. Irrtum war vollkommen ausgeschlossen.
Sorgfältig steckte sie die Münzen zurück in das Glas, drehte den Deckel darauf und schlüpfte aus der Hintertür hinaus. Sie ging an sechs Häuserblöcken entlang bis zu Rexall´s Drug Store mit dem großen roten Indianerhäuptling auf dem Schild oberhalb der Tür. Sie ging zur Abteilung mit dem Apotheker im hinteren Teil des Ladens.
Geduldig wartete sie, dass er sie bemerkte, aber er hatte gerade zu viel zu tun. Tess machte mit ihren Füßen ein quietschendes Geräusch. Nichts. Sie räusperte sich und versuchte dabei möglichst ekelerregend zu klingen. Nichts tat sich. Endlich nahm sie ein Geldstück aus ihrem Glas und knallte es auf den Glastresen. Das war erfolgreich!
"Und war möchtest du?" fragte der Apotheker in gelangweiltem Ton.
"Ich unterhalte mich gerade mit meinem Bruder aus Chicago, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe", sagte er ohne eine Antwort auf seine Frage abzuwarten.
"Nun, ich möchte mit Ihnen über meinen Bruder reden", gab Tess in dem selben gelangweilten Ton zurück.
"Er ist wirklich sehr, sehr krank .... und ich möchte ein Wunder kaufen".
"Wie bitte?", fragte der Apotheker.
"Er heißt Andrew und in seinem Kopf wächst etwas Böses, und mein Vater sagt, nur ein Wunder kann ihn noch retten. Was kostet also ein Wunder?"
"Wir verkaufen hier keine Wunder, kleines Mädchen. Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen", sagte der Apotheker mit etwas freundlicherer Stimme. "Hören Sie, ich habe Geld, um es zu bezahlen. Und wenn es nicht genug ist, werde ich den Rest noch holen. Sagen sie mir nur, wie viel es kostet."

Der Bruder des Apothekers war ein gut angezogener Mann. Er beugte sich runter und fragte das kleine Mädchen: "Was für ein Wunder braucht dein Bruder denn?" - "Ich weiß nicht", antwortete Tess und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
"Ich weiß nur, dass er wirklich sehr krank ist und Mommy sagt, er brauche eine Operation. Aber mein Daddy kann sie nicht bezahlen, also möchte ich mein Geld dafür nehmen."
"Wie viel hast du?", fragte der Mann aus Chicago.
"Einen Dollar und elf Cents", antwortete Tess kaum hörbar.
"Und das ist alles Geld, was ich habe, aber ich kann mehr holen, wenn ich es muss."
"Nun, was für ein Zufall", lächelte der Mann.
"Ein Dollar und elf Cents - genau der Preis für ein Wunder für kleine Brüder."

Er nahm ihr Geld in eine Hand und mit der anderen Hand ergriff er die ihre und sagte: "Zeige mir wo du wohnst. Ich möchte Deinen Bruder sehen und deine Eltern treffen. Wir wollen mal sehen, ob ich das Wunder habe, das du brauchst."

Diese gutangezogene Mann war Dr. Carlton Armstrong, ein Chirurg, spezialisiert auf Neuro-Chirurgie. Die Operation wurde kostenlos durchgeführt, und es dauerte nicht lange, da war Andrew wieder zu Hause und es ging ihm gut. Mom und Dad erzählten glücklich von den Ereignissen, die sich so gut gefügt hatten.
"Diese Operation", flüsterte ihre Mom, "sie war ein wirkliches Wunder. Ich würde gern wissen, was sie wohl gekostet hat."
Tess lächelte. Sie wusste genau, wie viel ein Wunder kostet ... ein Dollar und elf Cents ... und der Glaube eines kleinen Kindes. Ein Wunder ist nicht die Aufhebung eines Naturgesetzes, sondern die Umsetzung eines höheren Gesetzes ...
...von einem Engel????

7. Februar

Ríchard

Bauernregel: Trocknes Fasten - gutes Jahr.

"Das Erleben der Farben ist eines der ganz besonderen Privilegien, die wir auf diesem Planeten genießen können." - Theo Gimbel -

Winterblüher

Der Winter ist lang und trist, aber wer vorgesorgt hat, der kann sich schon jetzt - und sogar noch etwas früher - an den ersten Blüten erfreuen. Es gibt nämlich durchaus einige Pflanzen, die uns diese graue Zeit fröhlicher gestalten wollen, sowohl unter den Gehölzen, als auch unter den Blumenzwiebeln und Stauden.
Schon die orangegelben oder kräftig roten Blüten der Zaubernuss sind ein wunderschöner Schmuck im winterlichen Garten. Aber auch der Winterjasmin oder der Winterschneeball, die häufig schon im November blühen, lassen uns vom Frühling träumen. Die Kornelkirsche und der Perlschweif gehören ebenfalls in die Gruppe der winterblühenden Gehölze.
Bei den Stauden erfreuen uns natürlich die Schneeheide in zahlreichen Farben, die Christrose und das bezaubernde Adonisröschen. Ganz intensiv leuchten im winterlichen Garten die früh blühenden Blumenzwiebeln, wenn sie in Gruppen gepflanzt wurden. Ganz besonderen Spaß hat man um diese Zeit an den Winterlingen und Schneeglöckchen, die aus der Schneedecke herausschauen. Aber auch das Alpenveilchen und der Goldkrokus zeigen schon früh ihre leuchtenden Blüten. Die meisten Winterblüher kommen in Gruppen gepflanzt viel besser zur Geltung als einzeln stehende Pflanzen. Und natürlich setzt man sie an Plätze, die man vom Fenster aus sehen kann, damit man im warmen Zimmer seine Freude daran hat.

8. Februar

Philípp

Bauernregel: Milder Februar - elend das ganze Jahr.

Die Zaubernuss

So ganz mit rechten Dingen kann es nicht zugehen, mag mancher Betrachter denken, wenn er trotz Eis und Schnee auf einen gelb blühenden, wohlriechenden Strauch mitten im Winter trifft. Dabei ist es für die Zaubernuss durchaus normal dass sie im Winter ihre Blüten öffnet. Bei zu viel Kälte, rollen sich die Blütenblätter wieder ein und öffnen sich erneut, sobald die Witterung milder wird.
Ihren Namen hat diese Pflanze aber nicht wegen der Zauberei, im Winter zu blühen, erhalten, sondern durch europäische Siedler in Amerika, die sie für eine Verwandte des europäischen Haselstrauches hielten und aus ihren Zweigen Wünschelruten anfertigten.
Ihre Heimat haben diese sommergrünen Sträucher, von denen sechs Arten bekannt sind, nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Ostasien. Sie entwickeln sich bei uns zu trichterförmig gegabelten, bis zu vier Meter hohen Exemplaren, die auf Grund ihrer langen Wachstumszeit aber viele Jahre benötigen, ehe sie zu prächtigen Sträuchern heranwachsen. Während der Vegetationszeit zeigen sich die mit ihren hervorstehenden Adern dekorativen Blätter, die sich im Herbst orangerot verfärben. Als erste blüht bereits ab Oktober nach dem Laubfall die aus den Laubmischwäldern Amerikas stammende Zaubernuss. Mit einem Blütezeitpunkt ab Januar folgt die kleinblütige Zaubernuss. Die Lichtmesszaubernuss, besticht durch ihre bis zu vier Zentimeter großen goldgelben Blüten und ist am beliebtesten unter den Hamamelissträuchern.
Neben diesen Arten wurden in den letzten Jahren auch Hybriden gezüchtet, die durch spezielle Blütenfarben auffallen. Diese Hamamelis intermedia Hybriden gibt es in den Farben dunkelrot, rot-hellrot, hellrot, kupfrig orange, goldgelb bis orangegelb und hellgelb.
Im Garten gehört die Zaubernuss zu den kostbaren Sträuchern wegen ihres ungewöhnlichen Blütezeitpunktes und ihres gegenüber anderen Sträuchern höheren Preises, der durch das langsame Jugendwachstum und das veredelte Pflanzmaterial bedingt ist. Deshalb sollte man der Zaubernuss auch einen herausragenden Platz geben, der vor allen Dingen gerade im Winter vom Haus aus gesehen werden kann. Da diese Sträucher zum späteren Zeitpunkt ein Umpflanzen nur schlecht vertragen, ist ein ausreichender Pflanzabstand mit zu berücksichtigen. Ideal ist ein normaler Gartenboden mit guter Wasserführung, der ruhig etwas sauer sein darf, da die Zaubernuss kalkempfindlich ist.
In den ersten Jahren empfiehlt es sich, den Boden um die Zaubernuss offen zu halten und die Jungpflanze nicht zu tief zu setzen, da alle verede1ten Sorten gerne Wildtriebe entwickeln, die auf Astring entfernt werden. Die Blüten kommen natürlich besonders zur Geltung, wenn man die Sträucher vor einen dunklen Hintergrund aus Koniferen setzt; der Standort kann von sonnig bis halbschattig variieren. Störend wirkt oft an diesem Strauch, dass sein trockenes Laub mitunter bis in den Frühling an den Zweigen haftet und dadurch einen Teil der Blüten verdeckt. Mit einer alle zwei Jahre erfolgenden geringen Kalidüngung kann man dieses Manko ausgleichen.

Der Februar - Erich Kästner

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

9. Februar

Nadine und Anja

Neues auf der HP: http://www.gottiswelt.de/diesunddas/tipps.htm

Vielen wird es zu früh vorkommen, aber Gärtner planen schon im Winter. Es ist nun Zeit, im Haus die ersten Samen in die Saatschalen zu säen. Bald kann man dann Salatpflänzchen und andere Gemüsesetzlinge ins Frühbeet oder beheizte Gewächshaus setzen. Bin in unserer Gartenzeitung auf einen interessanten Artikel gestoßen, den ich hier in etwa anbieten möchte.

Mondphasen - Gärtnern mit dem Mond

Hat der Mond und seine unterschiedlichen Mondphasen Einfluss auf das Gedeihen unserer Pflanzen? Darüber streiten sich immer wieder Gärtner und Wissenschaftler, ohne zu einem allgemeingültigen Ergebnis zu kommen.

Tatsache ist, dass schon seit jeher die Menschen an den Einfluss des Mondes auf unser Leben glauben. Schon der griechische Philosoph Plutarch soll erkannt haben, dass der Mond mit seinem feuchten und fruchtbaren Licht günstig für die Vermehrung von Pflanzen sei.
Obwohl der Erdtrabant rund 40.000 km von uns entfernt seine elyptischen Bahnen um die Erde zieht, beeinflusst seine Energie unser Leben. Seine gewaltige Anziehungskraft ist nicht nur für den regelmäßigen Wechsel von Ebbe und Flut verantwortlich, sondern auch für Verschiebungen der Erdoberfläche. Bekannt ist weiter, dass viele Tiere den Mond als Zeitmesser nutzen. Und so wie der gewaltige Himmelskörper das Meer beeinflusst, so soll seine Energie auch auf unsere Pflanzen und ihr Wachstum wirken. Daraus wurden verschiedene Lehren entwickelt, die alle auf der grundsätzlichen Annahme basieren, dass

bei zunehmendem Mond der Saft der Pflanzen nach oben steigt und bei abnehmendem Mond in die Wurzeln und Knollen fließt.

Diese Kenntnisse finden sich bereits in den jahrhundertealten Bauernkalendern, die den Einfluss des zu- oder abnehmenden Mondes auf das Wachstum der Pflanzen über oder unter der Erde berücksichtigen. Und so findet man in den heutigen Mondkalendern für die verschiedenen Mondphasen die Empfehlungen, die schon unsere Vorfahren genutzt haben und die die Zeiten angeben, nach denen man säen, pflanzen, schneiden und ernten soll. Kurz zusammengefasst, gipfeln die Ratschläge in der alten Gärtnerregel, nach der nach oben wachsende Pflanzen bei zunehmenden und nach unten wachsende Pflanzen bei abnehmenden Mond gesät werden sollen.
Da in der Phase des abnehmenden Mondes die Säfte in die Wurzeln steigen, können neu gesetzte Pflanzen besser einwurzeln. Aus diesem Grund sollten Bäume, Sträucher, Stauden und Hecken, aber auch Zwiebel- und Knollenpflanzen in dieser Zeit um oder neu gepflanzt werden. Auch sollte man dann Wurzel- und Knollengemüse wie Kartoffeln und Möhren aussäen und die Früchte ernten, die eingelagert oder konserviert werden.

Alle Blumen sind Augen, zum ewigen Licht aufgetan,
alle Bäume des Waldes Flammen,
die dem Licht der Wahrheit entgegenbrennen.

Ferdinand Ebner - 1882 - 1931

10. Februar

Wilhelm

Wetterregel: Der Hornung ist ein eigener Kauz, wenn's nicht gefroren ist, so taut's

Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur,
sondern nur im Gegensatz zu dem,
was wir über die Natur wissen.
St. Augustin - Apostel von England
und erster Erzbischof von Canterbury

 

Der Mond und die Sternzeichen
Doch soll nicht nur allein die Stellung des Mondes für das Wachstum unserer Pflanzen entscheidend sein, sondern auch seine Stellung zu den Sternzeichen.
Vor allem die Anthroposophin Maria Thun hat bei ihren jahrelangen Aussaatversuchen herausgefunden, dass die Mond-Sternenkonstellation sich unterschiedlich auf das Wachstum der Pflanzenteile wie Wurzeln und Blätter und damit auf die Ernte auswirken soll. Grundlage dieser Überlegung ist die Tatsache, dass jeder Tag eines Monats einem der zwölf Tierkreiszeichen zugeordnet wird. Innerhalb seiner etwa 28 Tage dauernden Wanderung um die Erde nähert sich der Mond jedem dieser Sternbilder einmal für etwa 2,5 Tage. Beginnend beim Mondhöchststand im Tierkreiszeichen Krebs wandert er 14 Tage absteigend zum gegenüberliegenden Steinbock. Dieses Tierkreiszeichen markiert den Mondtiefststand, von wo er 14 Tage aufsteigend wieder nach oben wandert.
Seit dem Altertum werden den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer jeweils drei Tierkreiszeichen zugeordnet, die bestimmte Eigenschaften des Elementes widerspiegeln. Wichtigstes Merkmal für uns Gärtner ist die Wettereigenschaft, die das Element mit dem Sternzeichen verbindet und die Einfluss auf unsere Gartenarbeit haben. So werden die drei Wasserzeichen Krebs, Skorpion und Fische immer mit feuchtem und kaltem Wetter in Verbindung gebracht, während die Feuerzeichen Widder, Löwe und Schütze für warm und trocken stehen. Die Sternzeichen Stier, Jungfrau oder Steinbock werden dem Element Erde und die Sternzeichen Wassermann, Zwilling und Waage dem Element Luft zugeordnet.
Daran angelehnt, hat Maria Thun die Pflanzen nach ihren charakteristischen Merkmalen in Blüten-, Frucht,- Wurzel- und Blattgewächse eingeteilt und ihnen die entsprechenden Tierkreiszeichen zugeordnet.

11. Februar

Hei, so treiben wir den Winter aus,
jagen ihn aus unserm Land hinaus!
Wir jagen ihn zu schanden,
hinweg aus unsern Landen.
Hei, so treiben wir den Winter aus!

Wir schlagen in das alte Stroh,
da brennt der Winter lichterloh.

Wir stürzen ihn vom Berg zu Tal,
auf dass er sich zu Tode fall.

Worte und Weise: Cesar Bresgen

Altes Liederbuch

Wir möchten gerne Gärtnern nach den Mondphasen ...

Wurzelpflanzen wie Kartoffeln, Möhren, Radieschen, Sellerie und Zwiebeln zählen zu dem Element Erde und werden den Sternzeichen Stier, Jungfrau oder Steinbock zugeordnet. An Wurzeltagen vorgenommene Aussaaten und Pflanzungen entwickeln sich nach den Erfahrungen verschiedener "Mondgärtner" besonders gut.

Blattpflanzen wie alle Blattgemüse (z.B. Feldsalat und Chicoree), die meisten Kohlarten (z.B. Brokkoli nicht, da dort die Blüten geerntet werden), alle Blattkräuter (wie Basilikum und Petersilie) stehen in Verbindung mit dem Element Wasser und gehören zu den Tierkreiszeichen Krebs, Skorpion und Fische. An Blatt-Tagen gesäte oder gesetzte Pflanzen nehmen besonders gut Wasser auf und können so ihre oberirdischen Pflanzenteile - und damit die Früchte, die wir ernten wollen - besser entwickeln. Steht der Mond bei Aussaat, Pflanzung und Pflege in einem dieser Wasserzeichen, fördert er Gesundheit, Geschmack und Wachstum besonders.

Zu den Blütenpflanzen zählen alle Stauden, Zwiebelblumen, Sommerblumen, Blütengehölze, Rosen und auch Brokkoli und Blumenkohl. Sie werden dem Element Luft und den Tierkreiszeichen Wassermann, Zwilling und Waage zugeordnet und sollen an Blüten-Tagen gepflanzt und gepflegt besonders üppig blühen und wachsen.

Zu den Fruchtpflanzen zählen alle fruchttragenden Gemüsearten (wie z.B. Gurken, Kürbis, Tomaten), alle Getreidesorten (wie z.B. Weizen und Roggen), alle Samenfrüchte (wie z.B. Bohnen und Erbsen) und alle Obstfrüchte (wie z.B. Erdbeeren und Himbeeren). Ihr Element im Tierkreis sind die Feuerzeichen Widder, Löwe und Schütze, die mit ihren wärmenden Eigenschaften vor allem die Frucht- und Samenbildung fördern sollen.

12. Februar

Wetterregel: Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer heiß.

Hauptsächlich wird zwischen vier verschiedenen Mondphasen unterschieden:

Neumond:
Sonne und Mond treffen sich auf ihrer Erdumrundung (Konjunktion) und für etwa 2 Tage ist die von der Sonne angestrahlte Seite des Mondes von der Erde nicht sichtbar.

Zunehmender Mond
Damit wird die etwa 13tägige Phase zwischen Neu- und Vollmond beschrieben.

Vollmond
Sonne und Mond stehen sich für knapp 1 Tag gegenüber (Opposition) und die uns zugewandte Seite des Mondes wird vollständig von der Sonne angestrahlt.

Abnehmender Mond
Es handelt sich dabei um die etwa 13 Tage dauernde Zeitspanne zwischen Voll- und Neumond.

Zusammenfassung - Gärtnern nach Mondphasen:

Bei zunehmendem Mond werden gesät oder gepflanzt:
Kräuter
Blühende, einjährige Pflanzen
Rosen
Alle Pflanzen, die oberirdisch ihre Früchte tragen, z.B. Artischocken, Bohnen, Erbsen, Gurken, fast alle Kohlsorten, Paprika, alle Salate, Tomaten, Sellerie und Spinat
Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren

Bei abnehmenden Mond werden gesät oder gepflanzt:
Blühende Zwiebel- und Knollenpflanzen
Obst- und Laubbäume
Alle Pflanzen, die unterirdisch ihre Früchte ausbilden wie z.B. Kartoffeln, Möhren, Pastinaken, Radieschen, Rote Bete, Rüben und Zwiebeln.


Die Zeit des abnehmenden Mondes ist für die Pflanzen besonders bedeutsam, die unterirdisch ihre Früchte ausbilden. In dieser Phase sollte der Boden bearbeitet werden, Unkraut gejätet und Gehölze und Stauden geschnitten werden.

Wichtigstes Kriterium beim Gärtnern mit dem Mond ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat und die Pflanzung der unterschiedlichen Kulturen. Aus diesem Grund ist die genaue Kenntnis über die einzelnen Wurzel-, Blatt-, Blüten- und Fruchttage besonders wichtig. Auch sollten die Pflanzen selbst ausgesät werden, damit sichergestellt wird, dass sie am Tag der günstigsten Sternenkonstellation und mit der "richtigen" Energie in die Erde kommen.

13. Februar

- Christina -

Bunte Blüten noch und noch!
Wollen sagen mir,
erfreu dich doch,
pflück sie dir.

Nimm ins Haus
Einen schönen Strauß.
Bei jedem Blick
denk nun zurück:

Aus einem winzigkleinen Korn
Wurde diese Pracht gebor'n.
Ist's nicht ein Wunder der Natur
Und für den Gärtner Freude pur?

Heidi Gotti

14. Februar

Der heutige Lostag macht doch Mut: Ist's an Valentin noch weiß, blüht zu Ostern schon das Reis.

Blumen sprechen ...

Wenn jemand etwas "durch die Blume" sagt, dann spricht er in Andeutungen, er verhüllt seine klare Aussage. Früher ließ man allerdings tatsächlich "Blumen sprechen". Wie das möglich war? Nun, die Bedeutung der Blumen war allen bekannt, und wer es nicht genau wusste, konnte sogar in einem "Lexikon der Blumensprache" nachschlagen.

Es war Liebenden nicht wie heute möglich, sich ungezwungen zu unterhalten, zu verabreden oder sich die Liebe zu gestehen. Man half sich daher, in dem man sich Blumen schenkte, die die Botschaft überbrachten. Dabei war nicht nur die Blumensorte von Bedeutung, sondern auch die Art, in der die Blumen gebunden und zusammengestellt waren, ob sie bereits voll erblüht oder noch knospig, hängend oder aufrecht stehend, mit Schleifen oder ohne gesteckt waren.

Wir kennen nur noch einige wenige Bedeutungen der Blumen -
was z.B. eine einzelne, dunkelrote Rose bedeutet, weiß wohl jeder.
Wer allerdings einen Strauß mit welkenden Rosenblüten bekommt, wird kaum verstehen, dass diese die Bitte um ein Rendezvous um ein Uhr überbringen sollen. Ein Gänseblümchen sagt treuherzig: "Hab mich lieb",
während der Klee, vor allem natürlich der vierblättrige, dem Beschenkten Glück wünscht.
Mit einer Sonnenblume verleiht man seiner Bewunderung für den anderen Ausdruck: "Ich bete dich an";
wohingegen Nelken fast schon ermahnenden Charakter haben.
Die Lichtnelke fordert "Bekenne dich zu mir",
die Bartnelke sagt: "Steh über den Dingen!"

15. Februar

Wetterregel: Viel Regen im Februar, viel Regen im ganzen Jahr.

Die Liebe - Die Frage

Eine Frage steht im Raum, gestellt von einem Kind, wartend auf Antwort.
Ratlose Gesichter wenden sich ab, hoffend darauf, nicht erkannt zu werden.
Andere schauen verwundert: "Ein Kind stellt solch eine Frage?"

Viele haben sie nicht einmal verstanden.
Da steht ein Mann, dessen Augen sich langsam mit Tränen füllen
Er blickt das Kind dankbar an, weil es endlich die Frage gestellt hat.
Scheinbar ist er der einzige, der die Antwort kennt.
Mit aller Kraft schreit er sie heraus, doch sie erreicht kein einziges Ohr.

Sie blicken immer noch beschämt zu Boden.
Allmählich wird das Kind ungeduldig, will eine Antwort hören, die es begreifen kann.
Es schaut in die Runde, doch alle schweigen sich aus.
Nur dem Mann ganz hinten rollen nun die Tränen über das blasse Gesicht:
"Will denn niemand verstehen?"

Enttäuscht läuft das Kind hinaus und hinterlässt viele beschämte Gesichter,
erschrocken über ihre eigene Unwissenheit.

Wortlos geht einer nach dem anderen, niemand sieht den anderen an, jeder ist mit sich selbst beschäftigt.

Schon kurz darauf ist der Raum menschenleer.
Nur der Mann steht noch an seinem Platz.
Auch er ist enttäuscht, weil ihn niemand hören wollte.
Und so bleibt auch die Frage im Raum stehen.
Vielleicht denkt ja noch jemand nach und findet es heraus, wo die Liebe geblieben ist.
Ganz weit hinten, abseits und ungesehen;
???

16. Februar

Bauernweisheit: Was man an der Saat spart, verliert man an der Erde.

Und was ist wohl ein "Glotzophon?", bei den Geschichten etwas Lustiges darüber.

Der Schneemann

Nun scheint die Sonne, so hell sie kann,
vor dem Walde,
da fängt der Schneemann zu schwitzen an,
vor dem Walde.
Vor Wut wird er schon ganz gelb und grau,
und immer glänzt der Himmel klar und blau,
vor dem Walde.

Ach, armer Schneemann, was wird aus dir?
Lauter Wasser.
Von Hals und Nase schon rinnt es hier,
immer nasser!
Die Zeit vergeht, kommt der Frühling her;
Die Lerche singt: Hier ist kein Schneemann mehr,
lauter Wasser!

Die Schwalbe ruft: Er ist nicht mehr dort,
vor dem Walde.
Der Rabe schreit: Er ist endlich fort,
vor dem Walde.
Der Bach, der fließt durch das helle Land,
die Blumen blühen, wo der Schneemann stand,
vor dem Walde!

Aus Norwegen

17. Februar

Bauernregel: Kauf guten Samen, das ist schon ein Amen.

Unwiderstehliche Kulleraugen - Der Seehundbestand hat sich weltweit gut erholt

Der Seehund ist das Wildtier des Jahres 2006. Das entschied die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild. Der kulleräugige Unterwasser-Jäger lebt in der Nord- und Ostsee sowie an den Küsten des Nordatlantiks und ist sowohl an Felsküsten wie auch auf den Sandbänken des Wattenmeeres anzutreffen. Weitere Unterarten des Seehundes leben an der Pazifikküste Nordamerikas, an den Küsten Japans und Kamtschatkas und an Binnengewässern im nördlichen Kanada.
Bei der Geburt im Juni oder Juli wiegen die jungen Seehunde immerhin 7 bis 15 Kilogramm. Ausgewachsene Seehunde werden später bis zu 100 Kilogramm schwer, unter optimalen Bedingungen erreichen sie ein Alter von ungefähr 30 Jahren. In den Wattströmen gehen die Seehunde bei Flut auf die Jagd und erreichen dabei dank ihres torpedoförmigen Körpers Spitzengeschwindigkeiten von 35 Stundenkilometern.
Nach Untersuchungen der Uni Kiel führen die ein- bis dreitägigen Nahrungszüge die Seehunde bis zu 30 Kilometer ins offene Meer hinaus. Genau so lange ruhen sie sich danach auf Sandbänken aus, bevor es zum nächsten Fischzug geht. Die Sandbänke sind nicht nur wichtige Ruheplätze, hier kommen auch die Jungtiere zur Welt. Von Anfang Mai bis Ende September dürfen daher die Seehundbänke in den Nationalparks nur aus sicherer Entfernung beobachtet werden.
Während die Jungtiere auch Krebse und Muscheln fressen, kommt bei den Erwachsenen neben einigen Garnelen fast ausschließlich frischer Fisch auf den Tisch, immerhin drei bis fünf Kilogramm je Tag. Bei den Fischern war und ist der Seehund deshalb nicht gerade beliebt, auch wenn neuste Forschungsergebnisse zeigen, dass fischereirelevante Arten wie Flunder und Scholle nur ein Viertel der Seehundnahrung ausmachen und vor allem kleine Fische deutlich unter 20 Zentimetern Länge gefressen werden.
Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden Seehunde als Nahrungskonkurrenten gnadenlos verfolgt. Seehundjäger erhielten Prämien für jedes erlegte Tier, so dass die Seehundbestände in der Nordsee stark dezimiert und in der Ostsee fast vollständig ausgerottet wurden. Selbst bei Badegästen waren Seehundjagden ein beliebtes Freizeitvergnügen. Erst in den 70er Jahren wurde die Bejagung des Seehunds in Deutschland gestoppt. Danach begann sich der Bestand zu erholen. In der Roten Liste der bedrohten Tierarten wird der Seehund als "gefährdet" geführt. Besonders die Ostsee-Seehunde gelten als bedroht. Im gesamten Ostseeraum gibt es nur noch etwa 250 Tiere. Wasserverschmutzung und mangelnde Nahrung durch Überfischung haben die Bestände dezimiert. Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild leben an der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste nach aktueller Zählung 14 275 Seehunde. Das sind mehr als noch 2004. Der Bestand hat sich nach den großen Staupe-Epidemien 1988 und 2002 - bei denen jeweils 15 000 bis 20 000 Seehunde starben - wieder gut erholt.
 

18. Februar

Es wird still
wenn der Adler weint
weil man
ihm die Flügel bricht.
Seine Jäger prahlen
mit ihrem Mut.

Es wird still, wenn
die Erde weint,
weil man ihr die
Haut zerreißt.
Ein leiser Strom aus
Tränen fließt dann ins Meer.

Ein Wort bricht das Schweigen
macht aus Zweifel Vertrauen.
Ohne Angst wird die Faust zur Hand
und wischt die Träne fort.

Es wird laut
wenn die Seele weint,
weil man ihr die Liebe nimmt.
Werden wir uns wehren
mit ganzer Kraft?

(Verfasser unbekannt )

19. Februar

Wetterregel: Viel Nebel im Februar, bringt Regen oft im Jahr.

Treue

Ein hoher Beamter fiel bei seinem König in Ungnade. Der König ließ ihn im obersten Raum eines Turmes einkerkern. In einer mondhellen Nacht aber stand der Gefangene oben auf der Zinne des Turmes und schaute herab.

Da sah er seine Frau stehen. Sie machte ihm ein Zeichen und berührte die Mauer des Turmes. Gespannt blickte der Mann hinunter, um zu erkennen, was seine Frau hier tat. Aber es war für ihn nicht verständlich, und so wartete er geduldig auf das, was da kam.

Die Frau am Fuß des Turmes hatte ein honigliebendes Insekt gefangen; sie bestrich die Fühler des Käfers mit Honig. Dann befestigte sie das Ende eines Seidenfadens am Körper des Käfers und setzte das Tierchen mit dem Kopf nach oben an die Turmmauer, gerade an die Stelle, über der sie hoch oben ihren Mann stehen sah. Der Käfer kroch langsam dem Geruch des Honigs nach, immer nach oben, bis er schließlich dort ankam, wo der gefangene Ehemann stand.

Der gefangene Mann war aufmerksam und lauschte in die Nacht hinein, und sein Blick ging nach unten. Da sah er das kleine Tier über die Rampe klettern. Er griff behutsam nach ihm, löste den Seidenfaden, befreite das Insekt und zog den Seidenfaden langsam und vorsichtig zu sich empor.

Der Faden aber wurde immer schwerer, es schien, dass etwas daran hing. Und als der Ehemann den Seidenfaden ganz bei sich hatte, sah er, dass am Ende des turmlangen Fadens ein Zwirnfaden befestigt war.

Der Mann oben zog nun auch diesen Faden zu sich empor. Der Faden wurde immer schwerer, und siehe, an seinem Ende war ein kräftiger Bindfaden festgemacht. Langsam und vorsichtig zog der Mann den Bindfaden zu sich empor. Auch dieser wurde immer schwerer. Und an seinem Ende war dem Mann eine starke Schnur in die Hand gegeben.

Der Mann zog die Schnur zu sich heran, und ihr Gewicht nahm immer mehr zu, und als das Ende in seiner Hand war, sah er, dass hier ein starkes Seil angeknotet war.

Das Seil machte der Mann an einer Turmzinne fest. Das Weitere war einfach und selbstverständlich. Der Gefangene ließ sich am Seil hinab und war fei. Er ging mit seiner Frau schweigend in die stille Nacht hinaus und verließ das Land des ungerechten Königs.
???

20. Februar

Neues auf der HP: Bei "dies und das" weitere "Tipps und Tricks"

Die Vorlieben der Sternzeichen

Pisces/Fische:
19.2.-20.3.

Element: Wasser
Planet: Neptun
Stein: Februar - Amethyst
März - Karneval
Pflanze: Krokus oder Lilie
Farbe: Blau
Charakter: verträumt, sensibel, großzügig, idealistisch

So küsst der fantasievolle Fisch

Der Fische-Kuss ist passiv, einfühlsam und gefühlvoll. Das Wasserzeichen ist der fantastische Passiv-Küsser des Tierkreises. Die Verschlossenheit und innere Hemmung des Fisches machen es ihm manchmal schwer, selbst die Initiative beim Küssen zu ergreifen. Fische hüllen sich beim Küssen ganz in ihre geheimnisvolle Aura ein. Sie können sich bei einem Kuss ganz hingeben. Der Kusspartner sollte sich allerdings davor hüten zu glauben, dass er den Fisch damit besitzt.
Fische-Männer haben beim Küssen immer ein Versprechen dabei. Das emotionale Vertrauen in den Partner ist die Grundlage für einen innigen Fische-Kuss. Der Kuss hat immer etwas Sehnsuchtsvolles und Romantisches dabei.
Fische-Frauen faszinieren beim Küssen ebenfalls durch fühlbare Sehnsucht und emotionale Verführbarkeit. Sie küssen hingebungsvoll und voller Einfühlungsvermögen. Fische-Frauen brauchen den emotionalen Halt in einer Beziehung, fürchten sich aber vor dem Verlust der eigenen Identität. All dies können sie dem Partner beim Küssen ohne Worte vermitteln.

21. Februar

Bauernregel: Im Februar müssen die Stürme fackeln, dass dem Ochsen die Hörner wackeln.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud',
in dieser schönen Sommerzeit.
An deines Gottes Gaben!
Schau an der schönen Garten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
(Paul Gerhard)

Sehr bald blühen sie wieder - die Schlehen

Im Frühjahr blüht die Schlehe als erster Strauch. Bevor sich die Blätter entwickeln, erscheinen die weißen Blüten, die von vielen Insekten aufgesucht werden. Die Blüten bilden einen schönen Kontrast zu dem dunklen Holz, daher der Name Schwarzdorn. Seit alters her werden sie zu Tees verwendet und gelten mit als eines der ältesten pflanzlichen Heilmittel überhaupt.

Sie gehört in die Familie der Rosengewächse, ist hier bei uns heimisch und gedeiht auf armen, kalkhaltigen Böden, an Wald- und Wiesenrändern, auf Ödland und Geröllhalden. Man kann sie als echte Wildfrucht bezeichnen, die nur sehr schwer in Gärten anzusiedeln ist, weil sich selbst junge Pflanzen nicht gut versetzen lassen.

Wer die herben Früchte sammeln und zur Saft-, Gelee- oder Likörherstellung verwenden möchte, der sollte damit bis nach den ersten strengen Frösten warten. Erst dann haben die bemehlten, blauen Früchte einen Teil ihrer Gerbstoffe und Säure abgebaut und ein besseres Aroma entwickelt. Ohne Handschuhe kann man es kaum wagen, die dicht an dicht sitzenden Früchte zu ernten, denn die Zweige sind stark bedornt, und man käme mit bloßen Händen nicht ohne Verletzungen davon. Schlehen kann man sehr gut säurearmen Früchten beimengen.
Eine Schlehen-Birnenmarmelade schmeckt vorzüglich. Auch mit Holunder gemischt, erzielt man einen ausgezeichneten Geschmack.

Ich erinnere mich noch an die Zeiten, da wir diese Früchte ernteten, die nach den ersten Frösten richtig "verschrumpelt" an den kahlen Ästchen hingen. Als Kinder schüttelten wir uns, wenn wir dachten, die sehen hübsch aus und die Ernte nicht erwarten konnten. Sie waren wirklich erst nach dem Frost genießbar und dann sogar süß. Das waren noch Zeiten. Die meisten Kinder in der heutigen Zeit, kennen diese Sträucher und Früchte nicht mehr. Oft denke ich, man sollte einen "Ausflug" in die Kindheit machen und wieder Schlehen ernten. Trotzdem überlasse ich diese lieber den Vögelchen, die sie zum Überleben brauchen.

22. Februar

Lostag: Die Nacht vor Petri Stuhlfeier zeigt an, was wir 40 Tag für Wetter han.

Regentropfen,
die an mein Fenster klopfen …

sind auf dem Weg ins große Meer!
Ach - ich wünschte mir so sehr,
ebenfalls mit auf Wanderung zu gehn,
andere Länder und Menschen zu sehn.

Etwas ängstlich bin ich schon,
herrscht draußen doch ein lauter Ton.
Nicht überall geht es friedlich zu,
oft ist’s vorbei mit der Menschen Ruh.

Kriege müssen doch nicht sein,
fällt dir Mensch, nichts anderes ein,
um zu schlichten deinen Streit?
Dann tust du mir richtig Leid!

Deshalb bleib ich doch lieber hier,
freue mich an Dir und Dir …
die ihr meine Freunde seid
und mein Herz erfreut.

Heidi Gotti

 

23. Februar

Bald ist es soweit, sie braucht keine sehr hohen Temperaturen zum Keimen. Im Gewächshaus säe ich sie schon sehr zeitig aus, ziehe Rillen, streue die Samen recht dicht hinein, gieße gut an, decke mit Noppenfolie zu und freue mich, weil sie schnell keimt.

Die Kresse

Schon in der Antike wurde Kresse kultiviert - das weiß man aus Gräberfunden der Pharaonen. Ursprünglich stammt sie zwar aus Asien und Afrika, aber schon die Römer brachten sie nach Mitteleuropa. Inzwischen ist sie fast weltweit verbreitet. Kaum einer weiß, dass Karl, der Große den Anbau von Kresse förderte. Im Mittelalter galt Kresse als innerlich reinigendes Heilmittel.

Heute weiß man: Kresse ist tatsächlich sehr gesund. Sie enthält viele Vitamine, z.B. viel Vitamin C. Den Vitamin-C-Bedarf im Winter kann man problemlos nur mit Kresse decken. Die enthaltenen Vitamine C + B und Carotin wirken übrigens auch erfrischend gegen Frühjahrsmüdigkeit. Eisen und Vitamin K unterstützen die Blutbildung. Und das in der Kresse enthaltene ätherische Senföl hat eine starke antibakterielle Wirkung. Es ist deshalb sehr gut zur Vorbeugung gegen grippale Infekte oder leichte Harnwegsinfektionen geeignet. Außerdem regt Kresse den Appetit an, gilt als harntreibend und blutreinigend.
Schon 20 g pro Tag reichen völlig, die wirksamen Stoffe werden einfach durch Kauen freigesetzt.

Ach ja - der Name Kresse stammt wahrscheinlich vom indogermanischen gres = knabbern ab. Passend, denn Kresse ist nicht nur gesund, sondern auch richtig lecker. Die hier gemeinte Gartenkresse gehört zu den Kreuzblütlern, zu der 80 Arten umfassenden Gattung Lepidum. Mit der sicher auch bekannten Kapuziner- oder Brunnenkresse ist sie nur ganz entfernt verwandt.

24. Februar

Lostag: Nach Sankt Mattheis, geht kein Fuchs mehr über's Eis.

Weißt du, dass die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander,
und sie sprechen zu dir,
wenn du zuhörst.
Aber die weißen Menschen
hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören,
und ich fürchte,
sie werden auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.
Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Großen Geist.

Tatanga Mani, Häuptling der Indianer

25. Februar

Die alte Eiche

In einem großen Walde lebte eine Fee, die war so schön, dass es etwas Schöneres nicht geben konnte. Ihr Haar glänzte goldig wie die Sonnenstrahlen, und ihre Augen waren blau wie der Himmel. Sie hatte ein Kleid, das war wie ein großer weißer Schleier und feiner als das feinste Spinnengewebe. Alle Tiere des Waldes hatten sie lieb und auch alle Bäume, die im Walde wuchsen, weil sie jedem Gutes tat, soviel sie nur konnte. Den Hirschen und Rehen streute sie Futter, und wenn es recht heiß war, dass alles verdursten wollte, ging sie an den Bach und schöpfte Wasser mit einem silbernen Krüglein. Das goss sie über die Wurzeln der vielen Tannenbäumchen, der hohen Fichten und der starken Eiche, die am Rande des Waldes stand. Da tranken die Bäume und wurden wieder frisch.

Einmal saß sie auch am Bach und sah den roten und gelben Blättlein nach; die auf den Wellen schaukelten, denn es war Herbst geworden. Da kam der gewaltige Riese Boreas im Sturmschritte durch den Wald, und wo er ging, knackte und krachte es in den Bäumen, dass die zarte Fee erschrak. Kaum hatte er sie gesehen, trat er auf sie zu. Und weil sie ihm wohl gefiel, sprach er: "Geh mit. mir!"
Sie aber fürchtete sich vor dem Ungeheuer und floh vor ihm; doch ihr langer seidener Schleier blieb in den Ästen hängen. Der Riese holte sie bald ein und wollte sie festhalten. Da verwandelte sie sich in ein Häslein und sprang eilends fort, bis sie an das Dickicht kam. Dort kroch sie unter ein Tannenbäumchen, dessen Äste tief auf die Erde hingen, und sprach zu ihm

"0 weh, 0 weh,
ich bin die Fee,
schnell decke mich,
verstecke mich!"

Als der Riese herbeikam, merkte er, dass sich das Häslein unter den vielen Tannenbäumen verborgen hatte. Weil er es aber nicht sah, wurde er zornig und rief: "Huh, huh! Bei wem ich es finde, den reiß ich mit Stumpf und Stiel aus der Erde!" Da bekam das Tannenbäumchen Angst und sprach zum Häslein: "Geh fort von mir, ich mag nicht sterben!"
Das Häslein war traurig, weil das Tannenbäumchen so undankbar war, und huschte aus dem Gebüsch. Als es der Riese fangen wollte, verwandelte es sich in ein Vöglein, flog in den hohen Wald und setzte sich in den Wipfel einer hohen Fichte. Zu dieser sprach es:

"0 weh, 0 weh,
ich bin die Fee,
schnell decke mich,
verstecke mich!"

Der Riese hatte das Vöglein, wohl in dem Walde verschwinden sehen. Weil er jedoch nicht wusste, auf welchem Baum es saß, schrie er die Bäume an: "Huh, huh! Bei wem ich es finde, den brech ich um, dass es nur so krachen und splittern wird!" Da wurde es auch der hohen Fichte angst, und sie sprach zum Vöglein: "Flieg fort von mir, ich mag nicht sterben!"
Dieses aber trauerte, weil die Fichte so lieblos war, und flog fort. Als es der Riese haschen wollte, verwandelte
es sich in ein Eichkätzchen und lief hin zur starken Eiche, die am Wege stand, und bat sie:

"0 weh, 0 weh,
ich bin die Fee,
schnell decke mich,
verstecke mich!"

Die Eiche sagte: "Flink, flink! Oben in meinem Stamme ist ein tiefes Loch, da kannst du dich verbergen."
Flugs kletterte das Eichhörnchen in die Höhe und huschte hinein in den dicken Baumstamm. Da stand auch schon der Riese vor dem Baume und brüllte: "Huh, huh! Gib mir das Eichkätzchen heraus, sonst hast du am längsten hier gestanden! Ich werfe dich um, so groß und stark du bist!" Die Eiche aber antwortete: "Versuch's nur, du Prahlhans, dann wirst du schon sehen, wie weit du kommst!"
Als der Riese das hörte, geriet er in Wut und rannte an den Stamm, dass es durch den ganzen Wald donnerte. Doch der Baum wankte nicht, sondern lachte nur, weil sich der grobe Patron eine derbe Beule an den Kopf gestoßen hatte. Das brachte den Riesen erst recht um allen Verstand. Wütend griff er mit seinen langen Armen in die Äste und zog und zerrte darauf los. Aber er brach nur die dürren Zweige herunter; mit den andern schlug die Eiche so unbarmherzig auf ihn ein, dass er bald ablassen musste und blutend und heulend von dannen lief -
Nun kam das Eichkätzchen hervor und verwandelte sich wieder in die schöne Waldfee. Sie segnete den Eichbaum und sprach: "Hab Dank, dass du mich behütet hast! Bei dir will ich wohnen immerdar, und niemand wird dir etwas zuleide tun, solange ich bei dir bin."
Bald wurde es Winter, und alle Bäume hatten ein weißes Pelzlein angezogen. Da kamen zwei Männer durch den Schnee gewatet. Der eine hatte eine blanke Axt auf der Schulter, denn er war ein Holzhauer; der andere hatte einen grünen Rock an und war ein Förster.
Als sie bei der Eiche angelangt waren, zeigte der, Holzhauer auf den Baum und sagte: "Soll ich ihn umschlagen? Ei, würde der ein schönes Feuerholz geben den ganzen Winter hindurch!" Da erschrak die Eiche und dachte, es ging ihr ans Leben. Aber der Förster antwortete: "Wo denkt ihr hin! Der schöne Baum in den Ofen. Da wäre es doch jammerschade um ihn. Und wo sollen denn die kleinen Eichkätzchen hinkriechen; wenn es stürmt und wettert wie heute. Drüben im Dickicht schlagt das wilde Gesträuch um, und wenn ihr heimkehrt, so nehmt euch ein Tannenbäumchen für euern Buben mit, denn über acht Tage ist Weihnachten!"
A1s der Holzbauer seine Arbeit getan hatte, suchte er nach einem gut gewachsenen Christbäumchen. Da gefiel ihm das am besten, unter dem das Häslein gesessen hatte, weil es so schöne, breite Äste hatte. Und er hackte es mit seiner Axt ab. Das Tannenbäumchen aber weinte und sprach für sich: "Das ist die Strafe, weil ich die Waldfee nicht behütet habe. Nun muss ich fort aus dem, grünen Wald und in der heißen Stube verdorren."
Im Frühling kam der Förster wieder mit einem Mann in den Wald. Der hatte einen Zollstock in der Hand und eine Säge am Arm, denn er war ein Schreiner. Als er die große Eiche sah, sprach er zum Förster: "Ei, das wäre ein festes Holz zu einem Sarge! Der würde in der Erde sobald nicht verfaulen." Wie die Eiche das hörte, ging es ihr durch und durch, und sie dachte: "Jetzt ist es um mich geschehen!" Der Förster antwortete jedoch: "Ihr seid wohl nicht recht klug, lieber Freund! Der schöne Baum in die Erde. Nehmt nur die hohe Fichte da drüben, aus der könnt ihr viele Särge schneiden!"
Da ging der Schreiner zur Fichte und sägte sie um. Als sie zur Erde fiel; ächzte sie und sprach: "0' weh, nun muss ich fort aus dem schönen, grünen Walde und in die kalte Erde! Das ist die Strafe, weil ich die Waldfee nicht behütet habe!" Die Eiche aber blieb stehen schon über hundert Jahre und steht noch heute dort.
Max Jochen - aus meinem allerersten Lesebuch von 1945

26. Februar

Wetterregel: Wenn's im Hornung nicht recht wintert, so kommt die Kälte um Ostern.

DOKTOR WALD

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt
und mich die schönen Musen nicht liebkosen,
dann konsultiere ich den Doktor Wald.

Er ist mein Augenarzt und mein Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist;
er hilft mir sicher über jeden Kater,
ob er aus Kummer oder Cognac ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein;
und kaum umfängt mich seine sanfte Stille,
raunt er mir zu: Nun atmen Sie mal ein!

Ist seine Praxis auch sehr überlaufen:
In seiner Obhut läuft man sich gesund,
und Kreislaufschwache, die noch heute schnaufen,
sind morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine
und unsre Seelen steht's ins Gleichgewicht,
verhindert Fettansatz und Gallensteine.
Nur Hausbesuche macht er leider nicht!

(Quelle: Hagenbuchs Jagdleben

27. Februar

Gespräch mit Gott

Ich träumte, ich hätte ein Interview mit Gott

"Du möchtest also ein Gespräch mit mir?", fragte Gott.

"Wenn Du die Zeit hast", sagte ich.

Gott lächelte: "Meine Zeit ist die Ewigkeit. Welche Fragen würdest du mir gerne stellen?"

"Was erstaunt Dich am meisten an den Menschen?"

Gott antwortete ...
"Dass sie der Kindheit überdrüssig werden.
Sich beeilen, erwachsen zu werden, um sich dann danach zu sehnen, wieder Kinder sein zu können.
Dass sie, um Geld zu verdienen, ihre Gesundheit auf's Spiel setzen und dann ihr Geld ausgeben, um wieder gesund zu werden.
Dass sie, durch die ängstlichen Blicke in ihre Zukunft, das Jetzt vergessen, so dass sie weder in der Gegenwart, noch in der Zukunft leben.
Dass sie leben, als würden sie niemals sterben, um dann zu sterben, als hätten sie nie gelebt."

Gott nahm meine Hand und wir schwiegen gemeinsam eine Weile.

Dann wollte ich wissen: "Was möchtest du, dass deine Kinder lernen?"

Gott antwortete mit einem Lächeln:
"Dass man niemanden veranlassen kann, jemanden zu lieben, sondern zulassen darf, geliebt zu werden.
Dass es nicht förderlich ist, sich mit anderen zu vergleichen.
Dass eine "reiche" Person nicht jemand ist, die das meiste hat, sondern vielleicht am wenigsten braucht.
Dass es nur einige Sekunden braucht, einem Menschen tiefe Wunden zuzufügen, jedoch viele Jahre, diese wieder zu heilen.
Dass Vergebung durch gelebtes Vergeben geschieht.
Dass es manchmal nicht genug ist, Vergebung zu erhalten, sondern sich selbst zu vergeben.
Dass es Menschen gibt, die sie tief und innig lieben, jedoch nicht wissen, wie sie ihre Gefühle ausdrücken können.
Dass zwei Menschen dasselbe betrachten können und es unterschiedlich sehen.
Und dass ich hier bin - IMMER."

???

28. Februar

Lostag: Donner am Fastnachtsdienstag bedeutet Wind und Überfluss an Obst und Getreide.

Da neigt sich die
Stunde und rührt mich an
mit klarem, metallenem Schlag:
mir zittern die Sinne.
Ich fühle: ich kann -
und ich fasse den
plastischen Tag.

Nichts war noch vollendet,
eh ich es erschaut,
ein jedes Werden stand still.
Meine Blicke sind reif,
und wie eine Braut
kommt jedem das Ding,
das er will.

Nichts ist mir zu klein
und ich lieb es trotzdem
und mal es auf Goldgrund
und groß,
und halte es hoch,
und ich weiß nicht wem
löst es die Seele los.....

Rainer Maria Rilke

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