Februar 2009
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Schneeglöckchen
Sie gehören zu den seit uralter Zeit bekannten Blumen. Schon der griechische Philosoph Theophrast (372-287 v.Chr.) berichtet von den Schneeglöckchen in seiner systematischen Darstellung der Botanik. Der botanische Name dieser Zwiebelblumen, Galanthus, kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Milchblume“. Diese Bezeichnung bezieht sich aber lediglich auf die Blütenfarbe.
Etwa zehn Arten stark ist die Gattung der Schneeglöckchen und sie gehören zu den Amaryllisgewächsen. Sie wachsen meist gesellig, auch in größeren Flächen, auf feuchten Boden unter Gehölzen; ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa, Kleinasien und angrenzende Gebiete.
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Schneeglöckchen

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Es schlief ein weißes
Glöckchen Es streckt sein zartes
Stängelein |
Das hört das blaue
Veilchen, Doch als die Schwestern
blühten, |
Unbekannt
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Schnee und Schneeglöckchen
Als unser Herr alles erschaffen hatte, Gras und Kräuter und Blumen, gab er diesen auch schöne Farben zu ihrer Zierde. Dann schuf er auch den Schnee, damit er im Winter eine warme Decke bilde für die zarten Gräser und Blumen.
„Deine Farbe kannst du dir selbst suchen“, sprach der Schöpfer zum Schnee, „denn du kommst ja überall hin.“
Da ging der Schnee zum Gras und sprach: „Gib mir deine wohltuende grüne Farbe!“ Aber er wurde abgewiesen. Hierauf bat er die Rose um ihr herrliches rotes Kleid, aber sie wies ihn auch fort. Nun wünschte er vom Veilchen die blaue und von der Sonnenblume die gelbe Farbe zu erhalten. Doch überall wurde seine Bitte mit Spott abgeschlagen.
Endlich kam der Verspottete traurig zum Schneeglöckchen, klagte diesem sein Leid und sprach: „Will mir niemand seine Farbe geben, so geht es mir wie dem Wind, der deshalb so böse ist und so viel Schaden anrichtet, weil ihn niemand sieht.“
Da erbarmte sich das mitleidige Schneeglöckchen über den Schnee und sagte: „Wenn dir meine bescheidene weiße Farbe genügt, so will ich sie mit dir teilen.“
Dankbar nahm der Schnee die angebotene Gabe an. Seitdem trägt er ein weißes Kleid. Mit dem Schneeglöckchen hält er treue Freundschaft, aber mit den andern Blumen ist er nicht gut und wehe ihnen, wenn er sie erreichen kann.G.N. Marschall
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Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen
das, worum Du Dich bemühst,
möge Dir gelingen.
Wilhelm Busch
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Baden
Wohlige Entspannung macht sich breit, wenn nach einem anstrengenden Arbeitstag daheim langsam die Badewanne vollläuft. Bei den Zutaten variieren die Vorlieben: Ob Schaum-, Öl oder Pflegebad, die Liste der möglichen Zusätze ist lang.
Manch einer nimmt sich gar die ägyptische Königin Kleopatra zum Vorbild und lässt etwas Milch mit in die Wanne ein. Man sagt, dass die Königin wegen dieser Angewohnheit so lange schön geblieben ist. Allerdings hat Königin Kleopatra in purer Eselsmilch gebadet. Wem das zu kostspielig ist, der kann das antike Erlebnis auch auf Basis von Wasser haben. Diesem gibt man einen Liter Esels-, Ziegen- oder Kuhmilch, einen halben Liter Sahne sowie ein wenig Meersalz, Öl und Honig hinzu. Aromen aus Vanille, Orange oder Rose runden die pflegende Mischung ab.
Bei den Aromastoffen sollte man die Wirkung beachten. Während Kamille, Lavendel oder Rose beruhigen, regt Orange den Kreislauf an. Wer vor dem Schlafengehen ein Bat mit Orangenaroma nimmt, steht danach im Bett, heißt es. Nach einer durchgefeierten Nacht macht ein solches Bad am nächsten Morgen dagegen schnell wieder fit.
Wer gerne unter großen Seifebergen planscht, sollte der Fachfrau zufolge aber beachten, dass diese Bäder die Haut austrocknen können. Für Menschen mit Ekzemen und anderen Hautkrankheiten eignen sich Aromen in Form von Öl besser.
Eine Alternative für empfindliche Hauttypen sind Pflegebäder, eine Mischung aus Öl- und Schaumbad. Auch Algenbäder und solche mit reinen Meersalzen pflegen die Haut, zudem wirken sie entschlackend und regen den Stoffwechsel an.
Über eine Auszeit in der Badewanne freut sich die Seele meist am meisten. Der Erholungseffekt lässt sich noch intensiviere, wenn man dazu schöne Musik anhört. Darüber hinaus wird Kerzenlicht und Duftöl empfohlen. In diesem Ambiente lässt man sich am besten richtig fallen und genießt das Bald in vollen Zügen.
Doch selbst wenn es schwer fällt – länger als 20 Minuten sollte man sich nicht im Badewasser aufhalten. Ansonsten wir der Kreislauf zu sehr belastet.
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Wenn du heute in voller Kraft und
ohne Leid aufgewacht bist
bist du gesegneter als viele andere.
Wenn du niemals die Gefahren des
Krieges,
die Einsamkeit des Gefängnisses und den Hunger gekannt hast
übertriffst du 500 Millionen Personen dieser Welt.
Wenn du zur Kirche gehen kannst, oder
zum Tempel oder deinen Glauben folgen kannst ohne verfolgt zu werden
bist du gesegneter als 3 Millionen Menschen auf diesem Planeten.
Wenn deine Grundbedürfnisse gedeckt
sind
bist du reicher als 75% der anderen
Wenn du etwas an Ersparnissen hast
bist du Teil der 10% Reichen in der gesamten Weltbevölkerung.
Wenn du deine Eltern gemeinsam alt
werden gesehen hast
bist du ein ungewöhnlicher Fall.
Wenn du ein Lächeln auf deinem
Gesicht trägst und für alles dankbar bist
bist du gesegnet, weil die Mehrheit der Menschen könnte es tun, tut es aber
nicht.
Wenn du jemanden an der Hand halten
kannst, ihn umarmen kannst oder ihm nur auf die Schulter klopfen kannst
Freu dich, denn du wirst dich niemals alleine fühlen.
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Der Schnee
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Der Schnee fällt nicht
hinauf Er ist in jeder Weise |
Das Ruhen und das Warten Nie kehrt er dorthin je
zurück, |
Robert Walser
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Einen Schlitten muss ein Junge haben

Einen Schlitten muss ein Junge haben.
Im Sommer kann er barfuß traben
durch Gras und Klee;
Liegt aber im Winter Eis und Schnee,
dann geht’s mit Hurra hinunter die Höh.
Einen Schlitten muss ein Junge haben!
Hei, das ist ein Vergnügen,
wie der Wind so geschwind dahinzufliegen!
Es knirscht der Schnee;
Der Schlitten saust hinunter die Höh
und gleitet, hui! über den See.
Einen Schlitten muss ein Junge haben!
Aber still sitzen und nicht wippen!
Sonst könnte, wupp! der Schlitten kippen,
und du liegst, o weh!
Mit der Nase im Schnee,
und der Schlitten saust hinunter zum See,
und es lachen alle Knaben.
Einen Schlitten muss ein Junge haben!
Emil Weber
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Münster, Kathedrale, DomIn Ulm steht das Münster, in Köln oder Regensburg ist es umgekehrt, obwohl sich diese Kirchenbauten ähneln. Warum heißt es hier Dom und dort Münster?
Münster, Kathedrale, Dom. Die Begriffsdeutung ist nicht ganz einfach, weil die Termini der Kunstgeschichte, des Kirchenrechts und der örtlichen Gewohnheiten nicht einheitlich und nicht eindeutig voneinander abgrenzbar sind.
Klar ist der Begriff der Kathedrale: Im kirchenrechtlichen Sinn ist das der Sitz eines Bischofs, wobei Sitz hier ganz wörtlich gemeint ist, denn in einer Kathedrale steht die griechisch-lateinisch "cathedra", der "Armstuhl" des Bischofs. Er trägt dessen Wappen und Wahlspruch und hat der Kirche ihren Namen gegeben. Man kennt ihn auch vom "Katheder", das zunächst den erhöhten "Lehrstuhl" bezeichnete. Im Begriff "ex cathedra" kommen beide Bedeutungen zusammen, wenn der Papst als Bischof von Rom vom Heiligen Stuhl (!) verbindliche Lehrsätze verkündet.
Dabei müssen "Kathedralen" als Bischofssitze keine großen Kirchen sein: Als 1821 der Sitz des katholischen Bischofs im neuen Königreich Württemberg von Ellwangen nach Rottenburg verlegt wurde, erhob dies die Pfarrkirche der Kleinstadt zur "Kathedrale". Inzwischen ist mit St. Eberhard in Stuttgart eine "Konkathedrale" dazugekommen.
Kunstgeschichtlich bezeichnet der Begriff "Kathedrale" eine gotische Kirche, wie sie in der französischen Gotik im 13. Jahrhundert zum Ausdruck kam: Chartre, Reims, Paris. Diese kathedrale Bauform wurde in vielen Ländern nachgebildet.
Im deutschen Sprachraum bezeichnet man die Kathedrale (im Sinne von Bischofssitz) als Dom, was vom lateinischen "Domus Dei" (Haus Gottes) kommt, wobei zwar die meisten, aber nicht alle Dome Bischofssitze sind und waren.
Sind diese beiden Begriffe weitgehend klar und deckungsgleich, so gilt dies nicht für den dritten im Bunde, das Münster. Auch das stammt aus dem Griechischen und Lateinischen: "Monasterium" bezeichnet das Kloster und im besonderen die Klosterkirche. Das deutet in Ulm auf kirchlichen Besitz hin, da die Ulmer Pfarrkirche zum bedeutenden Kloster Reichenau gehört hatte. Diese Eigentumsverhältnisse wurden abgelöst, als die Ulmer ihre Pfarrkirche, die außerhalb der Stadt gelegen hatte, in die Stadt verlegten. Schon von 1383 an, sechs Jahre nach der Grundsteinlegung zum Münster, ertrotzten sie sich das Recht, Pfarrstellen am Münster selber besetzen zu dürfen.
Als im Mittelalter immer mehr Kirchen entstanden, die keine klassischen Klöster mehr waren, jedoch von einer Gemeinschaft von Geistlichen betreut wurden, nannte man diese Kirchen auch "Münster". Daraus entstand der Brauch, die Hauptkirche einer Stadt, an der meist eine solche Gemeinschaft von Chor- oder Stiftsherren angesiedelt war, "Münster" zu nennen. Im anglikanischen Sprachraum hieß es entsprechend "minster"; bekanntes Beispiel ist Westminster in London.
Schließlich wurde "Münster" die im südwestdeutschen Raum übliche Bezeichnung für eine gotische Hauptkirche mit einem erhöhten Mittelschiff und in der Regel einem Hauptturm. So etwa die Münster in Freiburg, Bern und Straßburg, an denen zum Teil dieselben· Künstler und Handwerker tätig waren wie in Ulm. Eine hervorgehobene Rolle für diese Bezeichnung spielte dabei das Konstanzer Münster, das für den südwestdeutschen Raum seit dem 7. Jahrhundert der Bischofssitz war, bis der 1821 nach Freiburg verlegt wurde. Erst seither ist das Freiburger Münster eine Kathedrale.
Für Ulm ist der Name "Münster" seit 1470 belegt; das ist die Zeit, in der das erhöhte Mittelschiff eingewölbt wurde. Im Unterschied zu anderen Kirchenbauten dieser Größenordnung ist das Ulmer Münster immer eine einfache Pfarrkirche mit mehreren Priestern oder Pfarrern gewesen, von denen keiner eine besonders herausgehobene Stellung hatte. Und als Bürgerkirche einer Reichsstadt hatte das Ulmer Münster keine höheren kirchlichen Weihen erhalten oder nötig. Es war einfach de facto ein Münster, ohne jemals zum Münster "ernannt" worden zu sein.
Damit ist die kirchenrechtliche Bedeutung von Kirchennamen angesprochen, die als römisch-katholische Kirchentitel verliehen werden können. So ist die Stiftskirche Obermarchtal am 16. September 2001 vom Rottenburger Bischof zum "Münster" erhoben worden, was aber nichts mit dem kunstgeschichtlichen Begriff zu tun hat. Bedenkt man schließlich, dass in der Stadt Münster in Westfalen die Hauptkirche ein Dom und damit eine Kathedrale ist, so bleibt trotz aller Begriffsklärungen doch ein letzter Rest verwirrender Vielfalt.
In Ulm dagegen ist der Fall klar: Die Bürgerkirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt ist weder Kathedrale noch Dom, sondern Münster.
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Die wandelnde Glocke
Es war ein Kind, das wollte nie
zur Kirche sich bequemen,
und sonntags fand es stets ein Wie,
den Weg ins Feld zu nehmen.
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Die Mutter sprach: Die
Glocke tönt, Das Kind, es denkt: die
Glocke hängt Die Glocke, Glocke tönt
nicht mehr, |
Sie wackelt schnell, man
glaubt es kaum, Doch nimmt es richtig
seinen Husch, Und jeden Sonn- und
Feiertag |
Johann Wolfgang von Goethe
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Wie uns der Vater abhärtete
Ernst Moritz ArndtUnser gewöhnliches Kinderhausleben ward durch die Sitte der damaligen Zeit, durch die Umstände der Familie und durch den Charakter der Eltern bestimmt. Der Vater war von Natur zu gleicher Zeit heftig und lebhaft und freundlich und mild, tummelte und beschäftigte die Jungen meist draußen herum; im Hause aber überließ er sie, wie es in diesem Alter sein musste, fast ganz der Mutter. Die Mutter war ernst und ruhig und eine Seele, die auf Schein und Genuss gar keinen Wert legte. Diese Frau, die ihre irdischen Sorgen und Geschäfte so treu und eifrig erfüllte, lebte doch fast wenig von irdischer Luft und irdischem Stoff. Kein Kaffee, kein Wein noch Tee ist fast jemals über ihre Lippen gekommen; Fleisch hat sie wenig berührt, sondern sich von Brot, Butter, Milch und Obst ernährt. Dieses mäßige Leben ward auch für die Kinder zur Regel gemacht, und wir älteren Burschen sind fast streng erzogen worden. Ebensowenig ward uns in Beschuhung und Bekleidung Weichlichkeit gestattet.
War bei einem Nachbar, auch wohl bei einem Freunde, der wohl auf eine Meile Entfernung von uns wohnte, etwas zu bestellen, so schrieb der Vater das Briefchen. Das zahme Rösslein ward gesattelt, der Junge daraufgesetzt, und ohne Mantel und Überrock, es mochte Sonnenschein oder Regen und Schneegestöber sein, musste er mit seinem Auftrag fortgaloppieren. Ja, der Vater, noch jung und kräftig, fühlte mit unserer Pimpligkeit kein weichliches Mitleid. Fuhr er im Winter stundenweit mit klingendem Einspännerschlitten zu Verwandten mussten die älteren Buben zur Seite oder hinten aufhocken und, wenn sie froren, nebenbei springen, um sich zu erwärmen. Ja, ich erinnere mich, wie ich als Junge von neun oder zehn Jahren in fremdem Hause auf einem Stuhl oder Bett eingeschlafen lag, während die Männer Karten spielten; wie der Vater mich dann um elf oder zwölf Uhr nachts aufrüttelte und ich schlaftrunken in den Schlitten hinaus musste; wie er dann zum Spaß recht absichtlich mehrmals umwarf, dass ich mich im Schnee umkehren musste; wie ich denn auch immer bereit sein musste, wenn wir durch Dörfer kamen, die Schlagbäume zu öffnen. Wehe mir, wenn ich, mich aus dem Schnee herauswühlend, eine weibisch plinsende Gebärde gezeigt hätte!
Der rüstige, damals noch in der Fülle der Kraft blühende Vater mutete uns mit Recht die Übungen und Arbeiten zu, die er hatte durchgehen müssen; er sah es überhaupt gern, wenn wir aus eigenem Triebe oder im wackern Wettkampf uns Strengen und Härten auflegten, die er eben nicht befohlen hatte. In der Erntezeit, wo viele Hände – und diese oft recht geschwind – gebraucht werden mussten, wurden auch die Jungen oft einige Stunden vor der Sonne aus dem Bette getrieben und mussten oft lange vor der Schulstunde Ochsen und Rosse herbeitreiben oder herbeireiten, oft auch den ganzen Tag in diesen oder ähnlichen jugendlichen und hirtlichen Geschäften ausharren. Waren junge Füllen zuzureiten oder Pferde durch die Teiche zu schwemmen, Bruder Karl und ich wurden daraufgesetzt, oft, wenn es ins Wasser ging, ganz nackt, der Vater mit der knallenden Peitsche hinter uns. Noch erinnert’s mich, dass ich, als ich einmal ein unbändiges Tier splitterfasernackt durch einen Teich ritt, von diesem beim Herausspringen in Nesseln und Dornen abgeworfen ward, dass mir das Fell brannte. Zu solchen Abenteuern durfte nicht sauer gesehen werden. Baden im nahen Meere, Fischen in den vielen Teichen und in den Gräben und Bächen der überschwemmten Wiesen auf Krebse, Krabben, Hechte und Aale, Schlittenfahrten und Schlittschuhlaufen – alles das verstand sich als die Regel eines tüchtigen Landlebens von selbst.
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HARFENSPIELER
Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
der kennt euch nicht,
ihr himmlischen Mächte.
Ihr führt ins Leben uns hinein,
ihr lasst den Armen schuldig werden,
dann überlasst ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.
Johann Wolfgang von Goethe
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Wohlbefinden durch Massage
Streicheln, Klopfen, Dehnen, Kneten und Bürsten durch erfahrene Hände sind immer eine Wohltat für den Körper. Die Durchblutung wird erhöht, das Gewebe entschlackt, Verspannungen, Verkrampfungen und Stress lösen sich.
Neben der klassischen Massage, die per Hand erfolgt, können auch Geräte eingesetzt werden. So kann man beispielsweise mithilfe von Ultraschall behandelt werden. Bei der chinesischen Massage übt der Masseur Druck auf sensible Punkte der Körperoberfläche aus. Erst danach beginnt die eigentliche Massage. Zusätzlich können bei der so genannten Akupunktur Nadeln angewendet werden.
Die klassische manuelle Massage zeichnet sich durch Streichen, Reiben, Kneten und Klopfen aus.
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Valentinstag
Was Liebe und Blumen gemeinsam haben – den Valentinstag
Wer sie gefunden hat, möchte sie nicht mehr missen;
wer sie verloren hat, ist auf der Suche nach ihr … der Liebe!Meist, wenn es am wenigsten erwartet wird, trifft Amors Pfeil mitten ins Herz, heftig und oft unvorbereitet. Wir schweben wie auf Wolken, alles erscheint möglich, zahllose Schmetterlinge kitzeln im Bauch, das Herz ist von Liebe erfüllt und klopft schneller, wenn sich die geliebte Person in der Nähe befindet. Ist sie das nicht, wird der Herzschmerz mit jeder Stunde, die wir ohne sie verbringen müssen, größer und wir fühlen uns "krank vor Liebe".
Auch wenn die Wissenschaft beweist, dass die Liebe nicht aus dem Herzen kommt, sondern im Gehirn entsteht, so wissen doch alle: sie ist das schönste auf der Welt und wir brauchen sie für unser Herz wie die Blumen das Licht. Kleine Überraschungen und Aufmerksamkeiten tragen dazu bei, dass auch nach langen Jahren die Liebe nicht einrostet.
Am 14. Februar ist Valentinstag! Nicht nur am Tag der Verliebten trifft ein wunderschöner Blumenstrauß mitten ins Herz des Partners - und das Gehirn lässt mal wieder die Hormone tanzen!Aus wissenschaftlicher Sicht ist es gar nicht das Herz, dem ja allgemein der Sitz der Liebe zugesprochen wird. Im Gehirn, dem Zentrum der Vernunft, haben die Botenstoffe der Liebe, nämlich u.a. Dopamin, Adrenalin, Testosteron, Serotonin und Pheromone, die Regie übernommen und funken nach dem ersten tiefen Blick in die bis dahin fremden Augen an die Zentrale: "Er oder sie ist es!" Eine Kettenreaktion beginnt: Adrenalin sorgt für Aufregung, Dopamin macht uns euphorisch, Testosteron erhöht die Lust und die Sexualpheromone locken mit Duftstoffen.
Medizinisch betrachtet kommt Verliebtheit einer Zwangsstörung sehr nahe. Frisch Verliebten fehlt erstaunlicherweise das Glückshormon Serotonin fast völlig. Dieser niedrige Serotoninspiegel, ähnlich dem psychisch Kranker, trägt dazu bei, dass wir uns in einem Zustand fast völliger Unzurechnungsfähigkeit befinden, zu irrationalen Handlungen hingerissen werden und Hemmschwellen abbauen. Der Körper setzt durch das Verliebtsein zudem noch Rauschmittel wie Endorphine frei, die für tiefes Wohlbefinden und Euphorie sorgen. "Sie liebten und sie hassten sich" - "Sie stritten sich heftig und versöhnten sich leidenschaftlich"! Was damit gemeint ist, weiß jeder, der diese tiefen Gefühle einmal erleben durfte.
Doch nichts währt ewig! Der Körper gewöhnt sich an die regelmäßige Dosis Glückshormone und nach und nach beendet das Gehirn den Rausch der Sinne. Im Beziehungsalltag vergisst man leicht die Stunden der ersten Seligkeit und die Glücksgefühle werden immer seltener.
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Schicksalstage
Wenn die trüben Tage grauen,
kalt und feindlich blickt die Welt,
findet scheu sich dein Vertrauen
ganz auf dich allein gestellt.
Aber in dich selbst verwiesen
aus der alten Freuden Land,
siehst du neuen Paradiesen
deinen Glauben zugewandt.
Als dein Eigenstes erkennst du,
was dir fremd und feind erschien,
und mit neuem Namen nennst du
dein Geschick und nimmst es hin.
Was dich zu erdrücken drohte,
zeigt sich freundlich, atmet Geist,
ist ein Führer, ist ein Bote,
der dich hoch und höher weist.
Hermann Hesse
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Winterblues
Gerade in der dunklen Jahreszeit lechzen wir nach Süßem. Kein Wunder, denn Schokolade fördert die Produktion des Glückshormons Serotonin, das unser Gehirn durch den Mangel an Tageslicht nur in geringen Mengen bildet. Wenn die süße Schleckerei nur nicht so kalorienreich wäre! Doch auch andere Lebensmittel heben die Stimmung.
• Avocados: Die Frucht enthält zwar viel Fett, ist dafür aber reich an Nährstoffen wie Leuzin und Isoleuzin. Diese Substanzen sind zur Bildung von Serotonin wichtig. Zudem unterstützen die Mineralstoffe Kalium und Magnesium die Übertragung von Nervensignalen im Gehirn.
• Bananen: Unter der sonnengelben Schale stecken die Kohlenhydrate Fructose, Sucrose and Glucose. Diese werden nach und nach an den Körper abgegeben und sorgen anhaltend für Energie. Bananen versorgen den Körper zudem mit den Vitaminen C, B, und B" mit Folsäure und mit Kalium. Bananen lassen sich unterwegs gut essen, da sie weder krümeln noch tropfen.
• Kartoffeln: Für alle, die schnell Energie brauchen. Grund: Unser Körper verdaut Kartoffelstärke schnell, wodurch es schon nach etwa 30 Minuten zu einem Insulin-Ausstoß kommt. Außerdem sind Kartoffeln vitaminreich und kalorienarm.
• Milchprodukte: In Milch, Joghurt und Käse steckt reichlich Kalzium. Der Knochenmineralstoff hilft gegen die Stimmungsschwankungen des prämenstruellen Syndroms. Frauen, die täglich 1200 Milligramm Kalzium zu sich nahmen, konnten Symptome wie Angst, Niedergeschlagenheit und Anspannung deutlich verringern.
• Chili: Aus den scharfen Chilischoten wird Cayennepfeffer gewonnen. Das Gewürz kann Glücksgefühle auslösen. Denn die Schärfe des Capsaicin wird vom Gehirn irrtümlich als Schmerz gedeutet, wodurch es Endorphine ausschüttet. Die Kerne und Trennwände von Gemüsepaprika enthalten ebenfalls Capsaicin und viel Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems. Capsaicin, das durch rohe Paprika aufgenommen wird, wirkt am besten.
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Der Weg ist oft lange und von dunklen Wolken beschattet
doch auch in dunklen Stunden gibt’s ein Lichtblick.
Es gibt immer kleine Hilfen, die uns – manchmal wie ein unsichtbarer Faden und ganz unbemerkt – einen Augenblick durchs Leben navigieren.Niemand räumt uns die Steine aus unserem Weg,
aber vielleicht lernen wir die Form der Steine zu erkennen
und finden so den Weg, sie einfacher zu überwinden.Die Sonne verabschiedet sich jeden Abend
doch jeder neue Morgen bringt sie uns wieder zurück
und jeder Tag gibt uns eine neue Chance.Unser Leben ist wie ein Ozean, wir haben zu kämpfen, mit kleinen und größeren Wogen.
Wir werden irgendwann, irgendwo stranden.Denn ganz egal wie turbulent und steinig der Weg war,
das Ziel wird immer paradiesisch sein.Ein Ort zum Ausruhen und Genießen,
aber auch um uns Gedanken über unser neues Ziel zu machen.
Der Ausgangspunkt um den neuen Weg gestärkt und optimistisch zu beschreiten!Das eigene Leben zu leben ist unsere schwierigste Aufgabe!
Es gibt keine Vorlage, kein Patentrezept!
Wir sind frei, dürfen Fehler machen, können uns verbessern und bekommen eine neue Chance!
Wir haben immer eine Wahl!
Dein Leben liegt in deinen Händen!Ein schöner Gedanke, deshalb mach immer das was Du willst
solange du niemandem dabei schadest!Bekam ich von einer Freundin
Das Würfelspiel
Mein Zug nach Haus ging erst um neun.
Im Wartesaal saß ganz allein
ein alter Mann mit gleichem Ziel.
Er lud mich ein zu einem Würfelspiel.
Ich sagte ihm, ich spiele nie.
Draußen fiel Schnee, ein D-Zug schrie.
Er sagte mir, es geht um viel.
Es geht um dich, in diesem Würfelspiel.
Niemand ahnt es, wie der Würfel fällt.
Nichts geschieht durch Zufall auf der Welt.
Was ich auch warf, er hatte mehr.
Ich dreimal sechs, und neunzehn er.
War wie in Trance vom Spiel erfasst und
hab dabei den Zug nach Haus verpasst.
Plötzlich Alarm, Signal auf Rot.
Der Zug entgleist, zehn Menschen tot.
Der Mann war fort, der Schleier fiel
in der Hand hielt ich das Würfelspiel.(Autor unbekannt)
Ist es nicht seltsam?
… dass wir vom Glück glauben, wir hätten es verdient;
aber vom Unglück denken, es wäre nicht gerecht?… dass Erfahrungen, die wir vergessen wollen, uns am längsten in Erinnerung bleiben;
aber Momente, die wir festhalten möchten, so schnell an Deutlichkeit verlieren?… dass wir darauf bestehen, für eine Sache kämpfen zu dürfen;
es aber als lästig empfinden, um etwas kämpfen zu müssen?... dass wir in guten Zeiten so voller Optimismus sind;
in schlechten Zeiten uns aber jegliche Zuversicht fehlt?… dass das Gegenteil von Liebe die Gleichgültigkeit ist;
das Gegenteil der Gleichgültigkeit aber auch der Hass sein kann?… dass wir ein Leben lang das Glück in der Liebe suchen;
anstatt das Leben zu lieben und darin unser Glück zu erkennen?… dass Freudentränen genauso schmecken, wie die aus Schmerz und Kummer;
sie unserem Leben aber einen völlig anderen Geschmack verleihen?… dass wir es genießen, wenn wir alleine sein können;
aber daran verzweifeln, wenn wir alleine sein müssen?… dass wir von angenehmen Dingen nie genug bekommen können;
aber beim Unangenehmen sofort die Grenze erreicht ist?… dass ALLES gegeben zu haben immer noch zuwenig sein kann;
und NICHTS zu bekommen einem irgendwann zuviel wird?… dass wir viele Dinge erst richtig sehen, wenn wir unsere Augen verschließen;
und manchmal ein dunkler Schatten etwas erst ins rechte Licht rückt?Ist es nicht seltsam?
… dass man etwas finden kann ohne danach gesucht zu haben
und dass all diese Fragen eigentlich auch Antworten sind????
Ballade
Und die Sonne machte den weiten Ritt
um die Welt
und die Sternlein sprachen: „Wir reisen mit
um die Welt“;
Und die Sonne, sie schalt sie: „Ihr bleibt zu Haus,
denn ich brenn’ euch die goldenen Äuglein aus
bei dem feurigen Ritt um die Welt.“Und die Sternlein gingen zum lieben Mond
In der Nacht,
und sie sprachen: „Du, der auf Wolken thront
in der Nacht,
lass uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,
er verbrennet uns nimmer die Äugelein.“
Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond,
in der Nacht,
ihr versteht, was still in den Herzen wohnt
in der Nacht.
Kommt und zündet die himmlischen Lichter an,
dass ich lustig mitschwärmen und spielen kann
in den freundlichen Spielen der Nacht.Ernst Moritz Arndt
Blumenzwiebeltreiberei
Die Treiberei von Blumenzwiebeln ist wirklich kein Kunststück. Immer mehr Blumenfreunde haben es sich deshalb zum Hobby gemacht. Die "Arbeit" macht gerade jetzt viel Spaß, denn es ist sehr schön, endlich wieder Farbe und Blüten zu sehen. Der Winter ist schließlich noch nicht vorbei, und so können wir uns die Zeit bis zum Frühling "versüßen".
Das Vortreiben von Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Krokussen setzt keine großen Fachkenntnisse voraus. Die Zwiebeln müssen im Herbst in Pflanzgefäße gesetzt und zur Wurzelbildung kalt gestellt werden. Wer keinen Keller hat, kann sie im Garten eingraben oder auf den Balkon stellen, dort aber abdecken, damit sie nicht schutzlos der Sonne ausgesetzt sind. Die vertragen sie nämlich überhaupt nicht.
Man kann davon ausgehen, dass die Zwiebeln nach Weihnachten ausreichend Wurzeln gebildet haben. Deshalb können wir sie etwa ab Neujahr nach und nach zum Treiben in wärmere Räume bringen. Es muss immer auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit geachtet werden. Außerdem sollte man sie nur langsam an die höheren Temperaturen gewöhnen, wenn man sie zum Treiben in den Wohnbereich holt. Je kühler die getriebenen Blumenzwiebeln stehen, umso länger kann man sich an ihren Blüten erfreuen. Das gilt vor allem für Krokus, der in warmen Räumen so schnell verblüht, dass man förmlich zusehen kann. Krokusse müssen deshalb unbedingt den kühlsten Platz bekommen, den wir ihnen bieten können.
Das beste Werk auf Erden ist:
Korn in die Scholle säen,
und aller Freuden reichste ist:
die vollen Schwaden mähen!Rund geht der Wurf des Sämanns
und rund des Schnitters Eisen.
Das ganze Leben auf und ab
liegt zwischen diesen Kreisen.Friedrich Rückert
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Helau, Alaaf und Ahoi!
Lang, lang ist’s her, dass die ersten Jecken die Straßen unsicher machten. Bereits 1822 wurde in Köln ein Karnevalskomitee gegründet, welches sich zur Aufgabe machte, einen bunten Umzug zu organisieren und viel Spaß und Frohsinn ins Rheinland zu bringen. Heute wird die Karnevalssaison traditionell am 11.11. eingeläutet, doch der klassische Startschuss zum Straßenkarneval fällt an Weiberfastnacht.
Das Bild von bunt geschmückten Wagen und kostümierten Gruppen, die sich auf den Straßen präsentieren und von einer verkleideten und geschminkten Menschenmasse bejubelt werden, ist das, was den Karneval ausmacht. Von Ort zu Ort unterschiedlich, finden Umzüge schon am Nelkensamstag oder Tulpensonntag statt. Der Ursprung der Weiberfastnacht, die auch „schmutziger Donnerstag“ genannt wird, liegt in Bonn-Beuel. Frauen aus den ärmeren Schichten, die viele Kinder und den Haushalt zu versorgen hatten, verdienten ihr weniges Geld damit, die Wäsche der reichen Familien zu waschen. Für den Transport der Wäsche waren ihre Männer zuständig. 1823 erlebten die Männer auf der Fahrt von Bonn nach Köln den ersten organisierten Straßenkarneval, während die Frauen zu Hause weiterschufteten.
Ein Jahr später beschlossen die Frauen, den Männern das Feiern nicht mehr allein zu überlassen. Daraufhin trafen sie sich an jedem Donnerstag vor dem Karnevalswochenende zum Kaffeeklatsch und ließen Dreckwäsche Dreckwäsche sein. So wurde es Tradition, den Männern an diesem Tag die Krawatten als Symbol der Männlichkeit abzuschneiden. Der Rosenmontag ist der Höhepunkt der Karnevalszeit und der Tag mit den beeindruckendsten Karnevalsumzügen und den größten Feiern. So genannte „Kamelle“ machen den Luftraum unsicher und werden an diesem Tag in die Zuschauermenge geworfen. Dabei landen Tonnen von Bonbons, Hunderte von Schokoladentafeln und vieles mehr in den Händen von Kindern und Erwachsenen, die geduldig am Straßenrand auf die vorbeifahrenden reich geschmückten Wagen warten.
Doch woher stammt der Name „Rosenmontag“? Zurückzuführen ist dieser Begriff wohl auf ein christliches Datum, den so genannten „Rosensonntag“, der seit dem 11. Jahrhundert den vierten Sonntag im Kirchenjahr benennt.
Das 1822 in Köln gegründete Festtagskomitee hielt jedes Jahr am besagten Sonntag seine Generalversammlung ab, um über den Karnevalsumzug am Karnevals-Montag im folgenden Jahr zu bestimmen. Aus diesem Grund nannten sie sich bald „Rosenmontagsgesellschaft“ und dieser Name übertrug sich schließlich auf den Karnevalsmontag.
Nach ausgiebigem langen Feiern beendet der Aschermittwoch traditionell die fröhliche „fünfte Jahreszeit“. Da ursprünglich während der Karnevalszeit die Reste der Ernte und die Vorräte verbraucht wurden und ausgiebig geschlemmert und gefeiert werden durfte, folgte nun die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern. Auch heute noch wird diese Zeit von vielen Menschen mit Verzicht auf sämtliche Genussmittel zelebriert und meistens mit einem Fischessen eingeleitet.
Fasching
Heute spielen wir ein wenig,
Kinderfasching ist's mit Tanz
Bauer, Cowboy, Zauberkönig,
Ziegenbock mit Teufelsschwanz.
Kurt trägt eine rote Nase,
Vetter Franz trägt lange Kleider,
die ihm lieh die nette Base.
Waldemar macht einen Schneider.Ursel schminkte sich die Wangen,
Rottraut geht als Negermädchen,
hat mit Perlen sich behangen.
Alles lacht im ganzen Städtchen.Als Indianer tobt der Fritze,
drohend sieht man 's Beil ihn schwingen;
Karl trägt eine Schiffermütze,
und sie alle, alle singen:Kinderfasching ist es heute,
lustig, lustig woll'n wir sein.
Und wir laden große Leute
gern zu unserm Fasching ein.H.G.
Um den Aschermittwoch noch etwas zu "versüßen", hier etwas Interessantes über ein Gebäck, das gerne in der Fastnachtszeit gegessen wird. Vielleicht ist heute ja noch etwas übrig von diesen beliebten
Krapfen
Es war einmal eine Wiener Köchin namens Cäcilie Krapfen. Die hatte einen vorlauten Lehrjungen. Eines Tages platzte Cäcilie wegen seiner Frechheiten der Kragen. Sie packte das nächste Stück Teig und warf es dem Lausekerl hinterher. Doch der duckte sich und das Stück Hefeteig landete in einer Fettpfanne.
Als die Köchin sah, wie interessant der Teig reagierte und obendrein gut schmeckte, begann sie, damit zu experimentieren und entwickelte ein Gebäck, das sie nach ihrem Vornamen benannte: Cili-Kugel. Er später bürgerte sich der Name Krapfen ein. Der mundete der Bevölkerung Wiens so sehr, dass die Wiener 1815, im Jahr des Wiener Kongresses, bereits mehr als zehn Millionen Krapfen gegessen haben sollen.
In anderen Teilen Deutschlands heißen die süßen Kugeln Berliner. Angeblich stammt deren Name von einem Berliner Zuckerbäcker; der in Erinnerung an seine Zeit als Kanonier unter Friedrich dem Großen 1758 ein Hefefettgebäck hergestellt haben soll, das einer Kanonenkugel ähnelte.Nun bleibt die Frage, weshalb der Berliner beziehungsweise Krapfen sich ausgerechnet zur Karnevalszeit solcher Beliebtheit erfreut. Auch hierzu gibt es eine schöne Geschichte. Ihr zufolge soll Marco Polo das Rezept für knusprige Krapfen aus Hefeteig und Rosinen aus China mitgebracht haben. Unter den Herrschern Venedigs wurden sie dann als "fritole veneziane" zum Modegebäck zur Karnevalszeit. Ganz egal, ob eine dieser Geschichten stimmt oder ob der Krapfen sich von einem mittelalterlichen Zuckergebäck namens "Chraphum" ableitet, der Krapfen hat sich in alle Welt verbreitet. In Amerika wurde der einstige Name "Doughnut", eine Teig-Nuss, zu "Donut" zusammengezogen, die Franzosen nennen ihn "beignet viennois", was so viel wie "gefüllter Wiener Pfannkuchen" heißt, in Italien wird der Krapfen gemäß seiner süddeutschen Bezeichnung ebenfalls Krapfen oder "crafen" genannt. Weit klangvoller ist aber der Begriff "bombolone".
Auch im deutschen Sprachraum hat man sich für das beliebte Fettgebäck aus Mehl, Hefe, Butter; Eier; Zucker; Vanille, Zitrone und einer Prise Salz allerlei Namen ausgedacht: Kräppel, Küchle, Fasnachtschüchli, Faasekiechelcher; Heefmeisja, Berliner Pfannkuchen, Berliner Ballen, Schmalznudeln oder Lewanzen.In Süddeutschland muss ein respektabler Krapfen mindestens einen gehäuften Teelöffel voll Hiffenmark enthalten, also Hagebuttenmarmelade. Anderswo werden Krapfen oder Berliner auch mit einer Füllung aus Aprikosenmarmelade, roter Marmelade, Vanillecreme oder Vanillepudding akzeptiert. In Bonn wurde in den neunziger Jahren der "Bonner" erfunden, ein Berliner mit Eierlikörfüllung. In Sachsen hingegen mag man den Krapfen pur - ohne jede Füllung.
Friedhof im Februar
Auf einem Grabe, neben vertrockneten Weihnachtskränzen,
drängt sich durch dürres Tannenreisig und welkes Laub,
frierend im kalten Wind, ein weißes Schneeglöckchen.Welche Schönheit aus dem Moder des Grabes!
rührend in seiner zarten Zerbrechlichkeit; auferstanden gemäß
seiner Bestimmung, Künder und Bote zu sein nahender
Vollkommenheit - ein Zeichen des Glaubens.Als ich im Nebelherbst unter Tränen den Keim in die dunkle Erde grub,
tropfte Trauer von dem dunklen Geäst und ich wünschte so sehr
unwiederbringliche Zeiten zurück - nun blühst du mir, Antwort der Liebe.Kleines zitterndes Blümchen, so allein im verkrusteten Schnee,
bald bist du verblüht und vergangen, wie der Schläfer im Grab.
Zeig mir den Weg in den Frühling, der schon als Ahnung wartet
in schwellenden Knospen - Sinnbild ewiger Hoffnung.Dieter Bonhoeffer
Samen
Die Samen von Pflanzen sind sehr unterschiedlich in Form, Farbe und Gewicht. Die Größe des Samenkorns lässt aber in keiner Weise auf die Größe der Pflanze schließen. So ist, um flur ein Beispiel zu nennen, das Samenkorn einer Birke winzig im Vergleich zu dem einer Gurke oder Bohne.
Die Größe des Samens ist aber bei der Aussaat sehr wichtig, denn danach richtet sich die Saattiefe. Eine Faustregel besagt, dass der Samen so hoch mit Erde abgedeckt werden muss, wie er selbst dick ist. Diese Anweisung ist natürlich nicht ganz wörtlich zu nehmen, aber sie kommt ungefähr hin. Staubfeine Samen z.B. werden nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt.
Ganz wichtig sind bei einer Aussaat die gleichmäßige Feuchtigkeit und die richtige Temperatur. Schon ein einmaliges Austrocknen zieht meist einen totalen Misserfolg nach sich. Deshalb drücken wir die Aussaaten im Freiland gut an, so sitzen die Samen fest im Boden und trocknen nicht so leicht aus. Aussaaten in Saatschalen schützen wir mit durchsichtiger Folie oder mit einer Glasscheibe, besonders wenn es sich um die besagten staubfeinen Samen handelt oder um Lichtkeimer, die nicht mit Erde bedeckt werden. Wichtig ist auch zu wissen, dass nicht alle Sämereien bei hohen Temperaturen gut keimen. Viele haben es sogar gern kühl, nicht wärmer als 15°C. Dazu gehören z.B. Spinat, Feldsalat, Salat und Zwiebeln. Auch manche Blumensämereien wie Chrysanthemen mögen es nicht sehr warm.
Verkehrte Welt
Dunkel war's der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle
langsam um die Ecke fuhr.Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss'ner Hase
über'n Sandberg Schlittschuh lief.Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.Und auf einer roten Banke,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.Neben ihm 'ne alte Schachtel,
zählte kaum erst sechzehn Jahr',
und sie aß ein Butterbrot,
das mit Schmalz bestrichen war.Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor.
und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.Beide Hände in den Taschen
hielt er sich die Augen zu.
denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.Und das alles dichtet Goethe
als er in der Morgenröte
liegend auf dem Nachttopf saß
und dabei die Zeitung las.Christian Morgenstern