Januar 2006

- Wintermonat -

Januar in Schnee und Eis, Märchenlandschaft ... ganz in Weiß.
An Silvester Glocken klingen, zu Dreikönig Kinder singen.
Neues Jahr wir begrüßen dich, bring uns allen doch viel Glück!

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1. Januar

Lostag: Wenn die Sonne auf Neujahr hell aufgeht, so gibt's ein gutes Jahr

Jahreswechsel

Die Zeit vergeht. Die Uhr rückt vor.
Und wieder öffnet sich ein Tor
zu einem neuen Jahr.
Sehnsüchtig schaust du in das Licht,
das dir daraus entgegen bricht,
so hoffnungsvoll und klar.

Das alte Jahr verebbt, verrinnt,
verfliegt mit dem Dezemberwind
in uferlose Weiten.
Was es dir auch an Wunden schlug
und was dein Herz an Weh ertrug,
war nur ein Wegbereiten.

Nimm still zum Jahresanbeginn
das Menschliche auch menschlich hin,
vergiss des Unrechts Schwere,
damit nicht Hader, Hass und Neid
verankert sich in Ewigkeit
auf deiner Lebensfähre.

(Fritz Kukuk)

2. Januar

Basilius, Makarius

Lostag: Wie das Wetter an Makari, so du es im September wieder siehst.

Dieses Jahr möchte ich auch die Lostage im Kalender anzeigen und habe dazu allerhand Wissenswertes gefunden, das ich hier anfüge:

Lostage

Vor vielen Jahrhunderten sind die meisten Bauern- und Wetterregeln entstanden.
Durch gewissenhafte Naturbeobachtungen:
"Bleiben die Schwalben lange, sei vor dem Winter nicht bange"
und durch das Gespür für Zusammenhänge in der Natur, durch Studien von Mond und Gestirnen, haben sie sich entwickelt. Viele Bauernregeln haben ihren Ursprung bereits in der Antike und zwar schon vor Christi Geburt. Es gab die Göttinnen und Götter als Wettermacher und Propheten. Die griechischen und römischen Dichter verknüpftem das Wetter und die Mythologie: z.B. mit dem altgermanischen Donnergott Thor, dem altgriechischen Blitzeschleuderer Zeus oder auch Poseidon,
dem Gott der Stürme.

Wichtig ist zu wissen, dass Bauernregeln nichts mit Aberglaube zu tun haben. Nach der Entwicklung des Christentums und auch des gregorianischen Kalenders wurden die Tage nach Heiligen benannt und auch viele Bauernregeln:
"Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie (15. Mai) vorüber ist."
Nicht Wetterämter versorgten die Menschen mit Vorhersagen, es zählten nur die eigenen Erfahrungen.

Deshalb galten auch Tiere als Wetterverkünder:
"Wenn die Mücken friedlich tanzen, schnüre deinen Wanderranzen."
Eine einprägsame Reimform war wichtig, um die Bauernregeln im Gedächtnis zu behalten und sie somit von Generation zu Generation zu überliefern.
Von einem Kalenderblatt

Tage des Jahres, die im Volksglauben bedeutsam für das Wetter, in älterer Zeit auch für andere Ereignisse, angesehen werden.
(Brockhaus)

3. Januar

Irmina

Wetterregel: Anfang und Ende des Januar, zeigt uns das Wetter fürs ganze Jahr.

Grauer Jahresbeginn

Drei Tage jung ist das neue Jahr,
nassgrauwindig
lässt es
noch nicht von Frühling träumen

Einigen Menschen dringt Dunkelheit
in ihre Seele.
Sie fühlen das Licht ist aus,
finden den Schalter nicht.

Ihnen sende ich
liebe sonnenstrahlende Gedanken
die ihr Inneres umhüllen mögen
wie ein .... wärmender Mantel.

Karin Ernst

4. Januar

Angela und Roger

Die "Rauhnächte"

Am 21. Dezember ist Winteranfang, und damit beginnt in manchen Gegenden Deutschlands die Zeit der "Rauhnächte", auch "Zwölf Nächte" genannt. Die genauen Zeitangaben schwanken je nach Gegend zwischen dem 21.12., dem Tag des Heiligen Thomas, und dem Neujahrstag, und zwischen dem 25.12. und dem 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige. Es sind in unseren Breiten die dunkelsten Tage des Jahres, die unseren Vorfahren sicherlich viel Angst gemacht haben, denn es ranken sich eine Menge Aberglauben, Geschichten, Sitten und Gebräuche um diese Zeit.
Nach altem Volksglauben gingen die bösen Geister jetzt um, und man konnte sich nur durch bestimmte Verhaltensweisen vor ihnen schützen. So darf in vielen Gegenden an den Tagen, die den Rauhnächten folgen, kein Mist gestreut oder gefahren werden. Man darf keine Wäsche waschen, geschweige denn, diese draußen aufhängen. Drohende Bewegungen müssen unterbleiben, denn sie können die bösen Geister erzürnen. Und so gibt es noch eine Menge anderer "Regeln".
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man sich in meiner Jugend, vor allen Dingen auf dem Lande, strikt danach gerichtet hat. Zwischen den Feiertagen ruhte die Arbeit sowieso. Es wurde nur das Notwendigste getan, wozu selbstverständlich die Versorgung des Viehs gehörte. Weihnachten gab es die schöne Sitte, den Haustieren eine Extraportion Futter zu gönnen. Der Hofhund bekam eine Wurst, die Katze ein Stückchen Sonntagsbraten.
Von einem Kalenderblatt

5. Januar

Simeon

So kalt die Welt!
Wohin sind wir gegangen?
Wann hat der Tod des Lebens angefangen?

So kalt die Welt!
Was Mensch zum Menschen macht,
wird heute oft als Schwäche nur verlacht.

So kalt die Welt!
Ein eisig, scharfer Wind!
Weißt Du denn noch, wer Deine Brüder sind?

So kalt die Welt?
Wo ist der Sinn des Lebens?
Nur Macht und Geld - Dort suchst Du ihn vergebens!

So kalt die Welt!
Und willst Du Wärme finden,
musst du in dir die Flamme erst entzünden!

Fang heute an!
Und wart nicht auf die andern,
die blind und taub auf ihrem Irrweg wandern.

Dann halt sie hoch!
Von vielen, die es sehen
wird einer sicher ihren Sinn verstehen.

Nimm seine Hand!
Und zeig ihm Deine Welt,
in der die Wärme und die Liebe zählt.

Doch führ ihn nicht!
Er hat ja eigne Beine!
Lehr ihn zu geh'n, dann geht er auch alleine!

Auch diese Flamme
werden viele sehen.
Und einer sicher ihren Sinn verstehen.
???

6. Januar

Epiphanias - Heilige Drei Könige

Heute werden in der Kirche Kreide, Wasser und Salz geweiht.

Mit der Kreide schreibt man C+M+B über die Türen
Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus)
 
Aber man feiert heute nicht nur das Dreikönigs-Fest, sondern auch Epiphania Domini, das Fest der Erscheinung, des Offenbarwerdens  der Gott- und Königswürde Christi. Es ist das zweite Hochfest der Weihnachtszeit und der Tag der Taufe Christi.

Nach Bethlehem zu gehen,
trieb Liebe uns dahin,
das Kindlein anzusehen
mit dankerfülltem Sinn.

Es schuf dein mächtig Werde
Die Welten groß und klein,
Fürst Himmels, Fürst der Erde,
willst nun uns Bruder sein.

Doch wo sind Diener, Knechte
für deine Königsnacht?
Kein Zepter trägt die Rechte,
wo ist des Thrones Pracht?

In meiner Brust denn liege
als deiner Ruhestatt,
nimm hin, mein Herz als Wiege
und sei des Trostes satt.

Aus dem 14. Jahrhundert

7. Januar

- Sigrid -

Vogelfütterung im Winter

Nicht alle Vögel gehen im Winter auf die Reise in den warmen Süden. Einige, die aus Skandinavien kommen, überwintern sogar bei uns. Wenn man die aufgeplusterten Gesellen auf kahlen Ästen sitzen sieht, bekommt man leicht Mitleid und möchte ihnen durch den kalten Winter helfen. Was liegt näher als ein Futterhäuschen aufzuhängen oder zu stellen? Dann erfreuen sich auch Groß und Klein gern an dem niedlichen Anblick des lebhaftem Getummels an Futterstellen.

Aber wie füttert man richtig? Schließlich möchten wir unseren kleinen, gefiederten Freunden ja etwas Gutes tun und ihnen keinesfalls schaden. Natürlich haben es die Vögel im Winter nicht leicht, Futter zu finden. Die beste Überlebenschance haben sie aber, wenn sie sich ihr Futter möglichst lange selbst suchen müssen. Und bei warmer Witterung bietet die Natur ihnen noch genug Futter wie z.B. Körner und Insekten. In dieser Zeit sollte man nur ganz kleine Mengen füttern. Denn wir möchten die Tiere ja nicht abhängig machen, ihnen aber schon einmal zeigen, dass wir Ihnen ein winterliches Speiselokal anbieten.

Eine regelmäßige Fütterung ist nur von November bis März bei unter -5 ° C und anhaltendem Frost oder geschlossener Schneedecke sinnvoll. Dann sollten wir ihnen frühmorgens und am späten Nachmittag abwechslungsreiches Futter an verschiedenen Futterplätzen anbieten. So können sie sich vor Einbruch der Dunkelheit noch einmal richtig satt fressen, und den bei Kälte beträchtlichen Energieverlust der Nacht am nächsten Morgen ausgleichen.

Keinesfalls Kuchen und Brotkrumen füttern (diese ziehen Feuchtigkeit und damit Bakterien an), reines Fett (verursacht Darmentzündungen) und keine salzhaltigen Nüsse, gekochte Kartoffeln oder Essensreste.

Um den Durst der Wintergäste braucht man sich keine Gedanken zu machen, Raureif und Schnee reichen völlig aus, den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Vogeltränken bergen zudem Gefahren. Denn oft baden die Vögel auch im Winter darin. Das durchnässte Gefieder bietet aber keinen Kälteschutz, und die Vögel können erfrieren.

Es gibt Körnerfresser und Beerenpicker. Zu den Körnerfressern gehören z.B. Blaumeisen und Buchfinken. Amseln, Drosseln und Rotkehlchen gehören zu den Beerenpickern. Blaumeisen lieben es, Samen und Körner mit Talg und Weizenkleie vermischt (in Futterringen oder Meisenknödeln) in luftiger Höhe zu fressen. Amseln dagegen picken am liebsten Äpfel und Rosinen vom Boden. Im Futterhäuschen freuen sich Finken, Spatzen und Meisen über Sonnenblumenkerne, ungesalzene Nüsse und Bucheckern. Auch Haferflocken fressen gerade Vögel mit kleinen Schnäbeln gern. Die scheuen Zaunkönige trauen sich nur an einen geschützten Futterplatz im Gebüsch. Star und Drossel fressen am liebsten von einem offenen, freien Platz auf dem Boden. Buntspechte und Eichelhäher wagen sich nur an einen geschützten Platz in der Nähe hoher Bäume.

Man sollte dichte Hecken pflanzen, unter denen die Vögel im Winter noch Insekten und Larven picken können. Heimische Sträucher wie Ebereschen, Feuerdorn, Schneeball und Pfaffenhütchen bieten im Winter Beeren als vitaminreiche Nahrungsquelle. Auch die für Menschen giftigen Früchte des Efeus sind für Vögel eine gesunde Delikatesse.

Holunderbeeren und Kürbiskerne kann man im September schon trocknen, um sie den Wintergästen dann ab November mit auf den Speiseplan zu setzen. Meisen, Kleiber und Grünlinge sind ganz wild darauf! Und wenn man dann auch noch die verblühten Sonnenblumen und Samenstände der Disteln stehen lässt ist der Garten im Winter garantiert Tummelplatz vieler Wintergäste - und das reinste Vogel-Winter-Paradies.

8. Januar

Henning und Erhard

Vögel im Winter

Hast du auch an mich gedacht
wenn du sitzt an vollem Tische?
Nicht ein Körnchen finde ich
gibt es heute nichts für mich?

Einst im Sommer meine Lieder
weckten dich an jedem Tag.
Freutest dich doch immer wieder
hörtest sie doch gerne, sag?!

Doch jetzt klopf ich an dein Fenster
bitte heut um Futter dich.
Oh wie würde ich mich freuen
dächtest du heut mal an mich.

Und da öffnet sich das Fenster
du streust mir das Futter hin.
Ich will schnell die Andern rufen
oh wie dankbar ich dir bin.

???

9. Januar

Julian und Alex

Bauernregel: Ist der Jänner rau und hart, ist's für das ganze Jahr ein guter Start.

Der Kleiber ist zum Vogel des Jahres 2006 gewählt worden

Kopfüber zum Vogel des Jahres! Er wurde von Nabu und Landesbund für Vogelschutz in Bayern zum Vogel des Jahres gekürt. Damit folgt dem Uhu als größter Eule Europas in diesem Jahr ein kleiner Singvogel, der in Deutschland weit verbreitet ist. Der Kleiber ist die Stimme unserer Buchen- und Eichenwälder. Der Schutz dieser Wälder, dessen Stimme der Kleiber ist, war ausschlaggebend, denn sie bieten unverzichtbaren Lebensraum für viele andere Vögel, wie Spechte, Meisen oder Greifvögel.
In vielen Regionen ist der Kleiber gegenwärtig. Man kann ihn schon hören: Die Männchen rufen von Ende Dezember bis ins Frühjahr mit der lauten Pfeifstrophe "wi wi wi". Als einziger Vogel kann er den Baumstamm kopfüber herunter laufen. Der Name beschreibt die handwerkliche Fähigkeit des Vogels, den Eingang zur Bruthöhle durch Kleibern (Kleben) von Lehmkügelchen auf die eigene Körpergröße zu verkleinern. Er benötigt ältere Bäume, in denen er nisten kann. Mit 12 bis 15 Zentimetern ist dieser Vogel etwa so groß wie eine Kohlmeise. Typisch sind die kompakte Gestalt, der relativ große Kopf, das blaugraue Obergefieder, sowie der schwarze Augenstreif von den Schultern bis zum langen spitzen Schnabel. Mindestens 8 % der Kleiberpopulation lebt in Deutschland, das eine große Verantwortung bedeutet, für die Art und ihren Lebensraum mit höhlenreichen Altholzbeständen und strukturreichen, lichten Laub-, Laubmisch- und Nadelwäldern.
Diese Wälder sind auch ein Wasserspeicher und nehmen sehr viel Kohlendioxid aus der Luft auf. Deshalb sind sie so wichtig zum Hochwasser- und Klimaschutz.
Geschätzt gibt es derzeit etwa 600 000 bis 1,4 Millionen Brutpaare des Kleibers in Deutschland.
Seit 1971 kürt der Nabu den Vogel des Jahres. Mit dem Kleiber wurde in diesem Jahr nach dem Schwarzspecht (1981) und dem Buntspecht (1997) wieder bewusst ein Waldvogel gewählt.
Abgeändert aus unserer Zeitung

10. Januar

Gregor und Agathe

Am 10. Jänner Sonnenschein, bringt viel Korn und guten Wein

Der Schneemann
Steh, Schneemann, steh!
Und bist du auch von Schnee,
so bist du doch ein ganzer Mann,
hast Kopf und Leib und Arme dran,
und hast ein Kleid, so weiß und rein,
kein Seidenzeug kann weißer sein:
Du stehst so stolz und fest und breit
Als wär' es für die Ewigkeit. -
Steh, Schneemann, steh! -
Wenn ich dich recht beseh',
so fehlt dir nichts auf weiter Welt
du hungerst nicht, sorgst nicht um Geld.
Ich glaub' auch, dass dich gar nichts rührt,
und wenn es Stein und Beine friert;
der Frost, der andre klappern lässt,
ser macht dich erst recht hart und fest -
Steh, Schneemann, steh!
Die Sonne kommt, Juchhe!
Jetzt wirst du erst recht lustig sein! - -
Was ist denn das? Was fällt dir ein?
Du leckst und triefst ohn' Unterlass,
o Schneemann, Schneemann, was ist das?
Das schöne warme Sonnenlicht,
der Menschen Lust erträgst du nicht?
Weh, Schneemann, weh!
Du bist doch nichts als Schnee!
Dein Kopf war dick, doch nichts darin,
dein Leib war groß, kein Herz darin,
und das, was andre fröhlich macht,
hat dir, du Wicht, nur Leid gebracht.
Ich glaub', ich glaub', manch Menschenkind
Ist grade so wie du gesinnt:
Schnee, nichts als Schnee!

Robert Reinick

11. Januar

- Johannes -

Tropenfrüchte bringen nicht nur Farbe auf den Tisch

Exotik zum Reinbeißen

Diese Obstsorten bereichern den Speiseplan nicht nur durch Abwechslung, sondern haben auch viele wertvolle Inhaltsstoffe. Die meisten Tropenfrüchte liefern dem Körper reichlich Wasser und Ballaststoffe, aber wenig Kalorien. Daher sind sie die ideale Ergänzung zur leichten Frühlingskost. Fruchtsäuren unterstützen die Verdauung.
Wichtig zu wissen: Die gesundheitsfördernde Wirkung hängt davon ab, wie reif und frisch die Früchte verzehrt werden.

Ananas:
Das Enzym Bromelain fördert die Verdauung, in dem es Nahrungseiweiße spaltet. Klinische Versuche zeigen, dass 200 Milliliter Ananassaft täglich einem Magensaftmangel entgegenwirken können. Bei Verstopfung: Vor dem Essen eine Scheibe frische Ananas essen.

Kaki - Sharon-Frucht:
Die wie gelbe Tomaten aussehende Frucht strotzt nur so vor Betacarotin und Vitamin C. Daher stärkt sie das Immunsystem. Wegen der Gerbsäure sollte man Sharon-Früchte nur vollreif genießen.

Kapstachelbeere - Physalis:
Die kleinen orangefarbenen Früchte mit der an Lampions erinnernden Hülle stammen aus der Andenregion. Sie sind reich an Betacarotin, Vitamin B und C, sowie Phosphor (wichtig für Muskeln, Knochen, Gehirn und Nerven) und Eisen.

Karambole - Sternfrucht:
Die süß-säuerlich schmeckende Frucht ist wegen ihrer fünfzackigen Form nicht nur dekorativ, sondern auch gesund. Sie liefert Kalzium, Eisen, Phosphor, Betacarotin und Vitamin C. Der Saft soll fiebersenkend und wundheilend wirken. Wegen der Oxalsäure sollten Osteoporose-Gefährdete sie nur ab und zu essen.

Kiwi:
Die Kiwi enthält zwei- bis dreimal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte, dazu Vitamin E, Kalium, Kalzium und Magnesium. Zudem wirkt sie virenhemmend.
Tipp: die mildere Gold-Kiwi enthält im Gegensatz zur grünen Verwandten mehr Vitamin E.

Mango:
Das orangefarbene Fruchtfleisch verrät: die Mango ist reich an Betacarotin (für die Sehkraft) und Lycopin (schützt vor freien Radikalen). Mangos sind auch für Babykost und empfindliche Magen bestens geeignet.

12. Januar

Tanja und Tatjana

Wetterregel: Ist der Januar gelinde, folgen im Lenz die rauen Winde.

Otto kennt dieses Gebäck unter dem Namen "Mitschele". Auch mir ist es bekannt, weil meine Ex-Schwiegermutter es immer am Jahresanfang herstellte, nur wurde es nicht in dieser Größe gebacken.

Mutscheln

Reutlingen - Schon mal gemutschelt? Am Donnerstag nach Dreikönig (12. Januar) wird seit Jahrhunderten in Reutlingen gemutschelt. Was nichts anderes heißt, als dass um ein sternförmiges Mürbegebäck gewürfelt wird. Ab Weihnachten sind die acht-zackigen Mutscheln in verschiedenen Größen und aufwändigen Verzierungen in allen Bäckereien zu finden.
So vielfältig das Angebot an gebackenen Siegestrophäen ist, so ausgefallen sind die Varianten des Würfelspiels: "Nackets Luisle" oder "Langer Entenschiss" heißt es da etwas deftig oder "Der Würfel bläst vom Turm", wenn der Würfel vom Becherrand gepustet werden muss.
Es gibt auch die Variante "Sieben frisst", da darf nur derjenige vom traditionell dazu gereichten Wurstsalat essen, der sieben Punkte gewürfelt hat.
Woher dieser Brauch kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Als heidnisches Opferbrot zur Wintersonnenwende wurde das Gebäck schon interpretiert, als Stern der Weisen aus dem Morgenland gedeutet. Unklar ist auch, warum die Mutschel eine vorwiegend Reutlinger Spezialität ist. Fest steht aber, dass es schon im 15. Jahrhundert einen Reutlinger Bäcker gab, der Mutschier genannt wurde.
Früher wurde um das Backwerk sogar geschossen. Als Reutlingen sich noch Freie Reichsstadt nennen durfte, mussten junge Männer, die im Lauf eines Jahres geheiratet hatten, zum Stadtmilitär. Zuvor wurde acht Tage lang ein Fest gefeiert, bei dem auf Scheiben um die Naschereien geschossen. wurde. Wer kein guter Schütze war, musste in die Bäckerstube.

13. Januar

Yvonne

Südfrüchte - Warum werden Bananen im Kühlschrank schwarz?

Einigen Gemüse- und Obstsorten bekommt die Lagerung im Kühlschrank überhaupt nicht. Und es ist auch nicht egal, in welchem Fach Lebensmittel im Kühlschrank gelagert werden.

Exoten frösteln: Doch es gibt Lebensmittel, die vertragen Kälte nicht. Dazu gehören Bananen, Mangos, Papayas, Ananas und alle Zitrusfrüchte. Werden sie zu kalt gelagert, können sie braun werden und wässrig-glasige Stellen bekommen. Außerdem leidet der Geschmack. Auch Obst- und Gemüsesorten, die nachreifen, haben nichts im Kühlschrank zu suchen wie Avocados, Melonen, oder Kürbisse. Ebenso ist das Gerät für stark wässrige Gemüse (Tomaten, Paprika, Zucchini, Gurken) nicht ideal. Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch mögen es zwar dunkel, aber nicht kalt. Im kühlen Keller sind sie weit besser aufgehoben als im Kühlschrank.

Nicht Äpfel zu Kiwis: Unabhängig davon gibt es Obst- und Gemüsesorten, die nicht nebeneinander gelegt werden sollten. Der Grund: Die einen geben besonders viel des Pflanzenhormons Ethylen aus (wie Äpfel, Birnen, Feigen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen und Avocados), die anderen reagieren empfindlich auf das Gas (Honigmelonen, Kiwis, Mangos, Bananen, Broccoli, Rosenkohl, Gurken und Tomaten). Deshalb Äpfel nicht zusammen mit Bananen lagern und Birnen nicht neben Broccoli.
Umgekehrt: Sollen gelbliche Tomaten rot und harte Kiwis weich werden, hilft es, sie in eine Schale mit Äpfeln zu legen.

Alles an seinem Platz: Konventionelle Kühlschränke haben verschiedene Temperaturzonen. Am kältesten ist es in der Nähe des Verdampfers, also an der Rückwand. Ziemlich kalt ist es auch auf der Glasplatte, denn kalte Luft fällt nach unten. Unter der Glasplatte, im Gemüsefach, herrschen mildere Temperaturen. Am höchsten ist die Temperatur in den Kühlfächern. Auf die Glasplattegehören alle leicht verderblichen Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und frischer Wurstaufschnitt. Während Fisch und Hackfleisch am besten am Tag des Einkaufs verarbeitet werden sollten, halten sich die übrigen Waren zwei bis drei Tage. Auf die Etage über der Glasplattegehören die Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Milch, Sahne. Hier sind auch angebrochene Packungen gut aufgehoben. Das oberste Fach eignet
sich für Käse, zubereitete Speisereste, rohen Schinken, Salami. In die Kühlschranktür sollten Lebensmittel, die nur leicht gekühlt werden wie Butter, Getränke, Saucen und Eier.

14. Januar

Felix und Reiner

Bauernregel: Januar Schnee zuhauf, Bauer halt den Sack auf.

Die Liebe ...
Draußen beginnt die Dunkelheit,
die Nacht macht sich bereit!
Sorgen und Ängste wie Dämonen
in unserm tiefsten Innern wohnen.
Sie wollen uns erschrecken,
Panik in uns wecken.
Sie wollen uns verletzen,
es packt uns das Entsetzen.
Es muss uns doch gelingen,
sie einfach zu bezwingen.
Nur wenn wir aufrichtig lieben,
werden wir unsere Ängste besiegen.
Erhalten wir Liebe zurück,
sind unsere Ängste besiegt.
Nur sie das schafft,
nur sie hat die Kraft.
Sie schafft auch Vertrauen,
darauf können wir bauen.
Darum lasst uns Liebe und Vertrauen schenken
und unsere Sorgen und Ängste damit lenken!
Heidi Gotti

15. Januar

Konrad, Gabriel und Paulus

Lostag: St. Paulus schön mit Sonnenschein, füllt Speicher, Keller bringt gut Wein.

Eine kleine Geschichte für liebe Menschen!

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen.

Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.

Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.

Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.

Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel:

"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.

Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut ruhten.

Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.

Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren, wie er das habe geschehen lassen können?

"Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend.
"Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben."

"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel.

"Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte.

Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...
Manche Leute kommen in unser Leben und gehen schnell...

Manche Leute werden Freunde und bleiben ein bisschen ... wunderschöne Fußabdrücke auf unseren Herzen hinterlassend ...

Gestern ist Geschichte - das Morgen ein Mysterium.
Das Heute ist ein Geschenk. Darum heißt es auch: Präsent.
Ich denke, das ist etwas Besonderes... Lebe und genieße jeden Moment...

16. Januar

Marcel und Tilo

Versuch der Definition vom Glück

Fassungslos dastehen und nicht begreifen was da passiert.
Nicht damit rechnen, dass es geschieht
Etwas finden ohne gesucht zu haben.
Es dann mit allen Sinnen genießen.

Der Schmerz der mich überfällt, wenn du wieder weg bist.
Die Freude auf das nächste Mal.
In deine Augen zu schauen,
mit dir reden, mit dir schweigen,
deine Hand halten, deine Lippen küssen,
deinen Duft aufsaugen, deine Haut zu spüren.
Das ist mein Glück
???

17. Januar

Antonius und Beatrix

Lostag: Ist an St. Anton die Luft ganz klar, rechne mit 'nem trocknen Jahr.

Das Märchen vom Schlaraffenland

Hört zu, ich will euch von einem guten Lande sagen, dahin würde mancher auswandern, wenn er wüsste, wo es läge. Diese schöne Gegend heißt Schlaraffenland. Da sind die Häuser gedeckt mit Eierfladen, die Türen und die Wände sind von Lebkuchen und die Balken von Schweinebraten. Um jedes Haus steht ein Zaun, der ist von Bratwürsten geflochten, die sind teils auf dem Rost gebraten und teils frisch gesotten, je nachdem sie einer so oder so gern isst. Auf den Birken und Weiden, da wachsen die Wecken frisch gebacken, und unter den Bäumen fließen Milchbäche. In diese fallen die Wecken hinein und weichen sich selbst ein für die Leute, die sie gern einbrocken.

Die Fische schwimmen in dem Schlaraffenland oben auf dem Wasser, sind auch schon gebacken oder gesotten und schwimmen ganz nahe am Gestade. Wenn aber einer gar zu faul ist und ein echter Schlaraff, der darf nur bst! bst! rufen, so kommen die Fische auch heraus aufs Land spaziert und hüpfen dem guten Schlaraffen in die Hand, dass er sich nicht zu bücken braucht.

Das könnt ihr glauben, dass die Vögel dort gebraten in der Luft herumfliegen, Gänse und Enten, Tauben und Hühner. Und wem es zuviel Mühe macht, die Hand danach auszustrecken, dem fliegen sie schnurstracks in den Mund hinein. Die Ferkel laufen gebraten umher, und jedes trägt ein Messer im Rücken, damit, wer da will, sich ein frisches, saftiges Stück abschneiden kann.

Die Käse wachsen in dem Schlaraffenland groß und klein, wie die Steine. Im Winter, wenn es regnet, so regnet es lauter Honig in süßen Tropfen. Da kann einer lecken und schlecken, dass es eine Lust ist. Und wenn es schneit, so schneit es klaren Zucker. Und wenn es hagelt, so hagelt es Würfelzucker, untermischt mit Feigen, Rosinen und Mandeln.

Im Schlaraffenland kann man das Geld von den Bäumen schütteln wie Kastanien. Auch hat es große Wälder, da wachsen im Buschwerk und auf Bäumen die schönsten Kleider: Röcke, Mäntel, Hosen und Wämser von allen Farben, schwarz, grün, gelb, blau oder rot. Und wer ein neues Gewand braucht, der geht in den Wald und wirft es mit einem Stein herunter.

Wer nichts kann als schlafen, essen, trinken, tanzen und spielen, der wird zum Grafen ernannt. Der aber, den man als den Faulsten erkennt, der wird König über das ganze Land.

Nun wisst ihr des Schlaraffenlandes Art. Wer also dorthin eine Reise machen will, aber den Weg nicht weiß, der frage einen Blinden. Doch auch ein Stummer ist gut dazu; denn er sagt ihm gewiss keinen falschen Weg. Um das ganze Land herum ist aber eine berghohe Mauer von Reisbrei. Wer hinein will oder heraus, muss sich da erst überzwerch durchessen.

Nach Ludwig Bechstein

18. Januar

Priska

Wetterregel: Je näher die Hasen dem Dorfe rücken, desto ärger sind des Eismonds Tücken

Ein großer Teich war zugefroren;
Die Frösche, in der Tief verloren,
durften nicht ferner quaken noch springen,
versprachen sich aber im halben Traum,
fänden sie nur da oben Raum,
wie Nachtigallen wollten sie singen...
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
nun ruderten sie und landeten stolz
und saßen am Ufer weit und breit
und quakten wie vor alter Zeit.

Johann Wolfgang von Goethe

19. Januar

Mario

Der Kohl ist zum Gemüse des Jahres 2006 bestimmt worden

Das deutsche Nationalgemüse

Ob Rotkohl mit Klößen oder Rippchen mit Sauerkraut: Kohl-Gerichte sind in Deutschland so beliebt und weit verbreitet, dass uns die Briten und Amerikaner mit dem wenig freundlich gemeinten Namen Krauts versehen haben. Aber die Franzosen kommen als Frogs bekanntlich auch nicht viel besser weg. Jedenfalls kann der Kohl als eine Art deutsches Nationalgemüse gelten und da liegt es auf der Hand, dass der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) den Kohl, genauer den Kopfkohl, zum Gemüse des Jahres 2006 ernannt hat.
Unter Kopfkohl werden diejenigen Kohlsorten zusammengefasst, deren leicht wachsartige Blätter am kurz gestauchten Spross einen festen, runden Kopf bilden, also Weißkohl - einschließlich der Sonderform Spitzkohl -, Rotkohl und der leicht krausblättrige Wirsing. Nicht dazu gehören dagegen Grün- und Braunkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Kohlrabi. Von der weiten Verbreitung des Kohls zeugen auch die vielen regionalen Aliasnamen von Kabbes und Kabis bis zu Komst und Welschkohl (für Wirsing).
Dass es einmal Rot- und einmal Blaukohl oder -kraut heißt, liegt an den unterschiedlichen Säurewerten der Böden. Die Kohlblätter funktionieren wie das bekannte Lackmuspapier: In sauren Böden sind die Blätter eher rot, in basischen färben sie sich blau.
Auch lässt beim Kochen die Zugabe säurereicher Äpfel, von Essig oder Wein, Rotkraut entstehen, mit Zucker dagegen wird daraus ein Blaukraut.
Zum Gemüse des Jahres wurde der Kopfkohl jetzt, weil es um die Sortenvielfalt nicht mehr allzu gut bestellt ist. In den letzten Jahren ist das Anbauspektrum immer schmaler geworden, viele Sorten sind für, die Weiterverarbeitung im Industriemaßstab einfach unterlegen. Aus dem Erwerbsanbau ganz herausgenommen wurde zum Beispiel der Butterkohl, eine relativ glattblättrige alte Wirsingform, die bereits im Frühsommer erntereif ist. Selbst das Filderkraut findet immer weniger Abnehmer. Einst galt dieser lockerwüchsige Spitzkohl als besondere Delikatesse und Ausgangsbasis für allerfeinstes Sauerkraut, das bis ins Ausland exportiert wurde. Heute leben nur noch rund 200 Bauern auf der Filderebene vom Krautanbau - vor 50 Jahren waren es noch 3 000.
Kohlanbau und Zubereitung sind in vielerlei Hinsicht lohnenswert. So enthalten alle Kopfkohlsorten besonders viel Vitamin C, Kohl ist damit ein ideales Wintergemüse. Kopfkohl ist zudem reich an Mineral- und Ballaststoffen, Senfölen und sogar Zucker. Das mit natürlicher Milchsäuregärung entstehende Sauerkraut wirkt regulierend auf die Darmfauna, es sollte hierfür aber roh verzehrt werden. Mit Weißkohl- oder Wirsingblätter lassen sich sogar Wunden versorgen und aus Weißkohlsaft kann man mit Honig ein wohltuendes Hustenmittel bereiten.
Im Garten gedeiht Kohl am besten an sonnigen bis halb schattigen Standorten auf möglichst nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Böden.
Kohl ist ein starker Stickstoffzehrer. Das Pflanzbeet sollte deshalb möglichst mit ordentlichen Mengen Kompost vorbereitet werden und über die Wachstumsperiode verteilt vertragen die Pflanzen weitere regelmäßige Düngergaben, zum Beispiel Brennnesseljauche.

20. Januar

Fabian - Sebastion

Lostag: Fabian, Sebastian da steigt der Saft den Baum hinan.

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
mit trotzigen Gebärden,
und streut er Eis und Schnee umher,
es muss doch Frühling werden.

Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
mir soll darob nicht bangen,
auf leisen Sohlen über Nacht
kommt doch der Lenz gegangen.

Drum still! Und wie es frieren mag,
o Herz, gib dich zufrieden,
es ist ein großer Maientag
der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
als sei die Höll' auf Erden,
nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss doch Frühling werden.

Emanuel Geibel

21. Januar

Agnes

Lostag: Agnes hell und klar, gibt's viel Wein in diesem Jahr.

Die Vorlieben der Sternzeichen:

Aquarius/Wassermann: 21.1.-19.2.

Element: Luft
Planet: Uranus
Stein:  im Januar - Granat - im Februar - Amethyst
Pflanze: Krokus
Farbe: Violett
Charakter: aufrichtig, warmherzig, kreativ, gesellig

 

Und so küsst der kreative Wassermann

Der Kuss des Luftzeichens Wassermann ist erfrischend und belebend. Der extrovertierte Wassermann besticht durch Kreativität, Originalität und lockeren Umgang mit der Materie. Seine Unabhängigkeitsliebe und seine Lust auf immer Neues kann er beim Küssen ausleben. Er hält sich weder beim Flirten noch beim Küssen an die gängigen Normen. Man könnte den Wassermann als Erfinder und Reformer des Kusses bezeichnen. Wassermann-Männer sind neugierig und möchten vieles ausprobieren, nicht nur beim Küssen. Etwas Neues ist für Sie stets anregend, der geküsste Partner wird sich sicher nicht langweilen. Das Luftzeichen hat ständig kreative Impulse und lebt diese auch in seinen Küssen aus.
Wassermann-Frauen lassen ihren Partner Küsse immer wieder als neue Kunstform erleben. Ihrem Erfindungsreichtum sind dabei anscheinend keine Grenzen gesetzt.

22. Januar

Jana und Vinzenz

Lostag Vincentius - Schutzpatron der Winzer: Ist auf St. Vinzenz Sonnenschein, so gibt es viel und guten Wein

Bedenklichkeiten

Grad aus dem Wirtshaus nun komm' ich heraus;
Straße, wie wunderlich siehst Du mir aus!
Rechter Hand, linker Hand, beides vertauscht;
Straße, ich merke wohl, Du bist berauscht.

Was für ein schief Gesicht, Mond, machst denn Du?
Ein Auge hat er auf, eins hat er zu;
Du wirst betrunken sein, das seh' ich hell;
Schäme Dich, schäme Dich, alter Gesell!

Und die Laternen erst - was muss ich sehn!
Die können all nicht gerade mehr stehn.
Wackeln und fackeln die Kreuz und die Quer,
scheinen betrunken mir allesamt schwer.

Alles im Sturme rings, großes und klein;
Wag' ich darunter mich nüchtern allein?
Das scheint bedenklich mir, ein Wagestück;
Da geh' ich lieber ins Wirtshaus zurück.

Heinrich von Mühler (um 1840)

23. Januar

Septuagesima

Volksmund: Wenn's nicht mehr richtig wintern tut, wird selten auch der Sommer gut

Die Aussaat von Frostkeimern,
die heute Kaltkeimer genannt werden, ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln.
Und da sie es nicht so genau verstehen, trauen sich die meisten Gartenbesitzer nicht so recht, es mit einer kaltkeimenden Staude auszuprobieren.
Die wichtigsten und auch bekanntesten Arten, die zu den Kaltkeimern zählen, sind Stauden-Phlox, Trollblumen, Duftveilchen, und auch die Alpenedeldistel.
Aussaaten dieser Pflanzen müssen in der kalten Jahreszeit vorgenommen werden, und zwar am besten in Aussaatgefäße,die man nach draußen stellt. Es ist sehr wichtig, sie vor Mäusefraß zu schützen, denn diese Tiere vergreifen sich gern an den Sämereien. Am besten wird deshalb die Saatkiste mit Folie oder einer Glasscheibe abgedeckt.
Die harte Samenschale wird am besten mürbe und platzt, wenn Schnee wiederholt auf der Oberfläche abgetaut ist. Darum entfernt man bei Schneefällen den Schutz, aber nur vorübergehend. Nach wiederholtem Durchfrieren und dem Abtauen von Schnee auf der Oberfläche wird die Aussaat wie alle anderen auch behandelt, also gleichmäßig warm und feucht gehalten.
Natürlich kann man solche Aussaaten auch im Gefrierfach des Kühlschrankes oder in der Gefriertruhe durchfrieren lassen. Dazu wird das Saatgut mit Anzuchterde gemischt und in Plastikbeuteln verschlossen 4-6 Wochen im Kühlschrank aufbewahrt. Auch bei dieser "modernen" Methode wird die Aussaat danach wie üblich behandelt.

24. Januar

Franz von Sales, Vera

Zitronen

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?

schwärmte einst Goethe von Italien, das neben Spanien das bedeutendste Anbaugebiet im Mittelmeerraum ist. Dabei liegt die Heimat der dornigen Sträucher im südasiatischen Raum. Ganz genau lassen sich die Wurzeln nicht mehr bestimmen, denn schon im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde in China der "Chinaapfel" nachweislich kultiviert.
Der drei bis sieben Meter hohe Zitronenbaum gehört zur Familie der Rautengewächse und ist der einzige Obstbaum, der gleichzeitig Blüten und Früchte in unterschiedlichen Reifestadien trägt - eine Eigenschaft, der ihn zum Symbol für das Paradies, ewige Jugend und Fruchtbarkeit werden ließ. Die gelben Früchte mit dem erfrischenden, säuerlichen Aroma galten als Früchte von Gottes schönstem Baum und Evas Apfel vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen wurde zu verschiedenen Zeiten als Zitrusfrucht gedeutet. Dabei wird erzählt, dass Eva bei ihrer Flucht aus dem Paradies eine Zitrone unter ihrem langen Haar versteckte, um wenigstens eine himmlische Frucht auf Erden zu haben.

Zitruspflanzen werden bei uns immer beliebter, vereint doch kaum eine andere Pflanze das Schöne mit dem Nützlichen auf so attraktive Art und Weise. Grundsätzlich sollten diese Gewächse an einem windgeschützen, warmen Ort auf der Terrasse oder im Wintergarten mit viel Sonneneinstrahlung stehen. Die Pflanzen wachsen zwar auch im Schatten oder Halbschatten, bilden dann aber kaum Blüten und Früchte.
Im Winter brauchen sie einen kühlen, aber frostfreien und hellen Platz, wo die Pflanzen dann ihre Blütenknospen anlegen.
Während des Wachstums werden sie reichlich, idealerweise mit kalkarmen Wasser gegossen und regelmäßig mit einem stickstoffhaltigen Volldünger gedüngt. Darauf achten, dass das Wasser gut abtrocknen kann und die Blätter nicht bespritzt werden. Die Wassermenge im Winterquartier auf ein Minimum reduzieren.
Es reicht, wenn man das Bäumchen alle drei bis vier Jahre umtopft. Den Topf nicht zu groß wählen und vor dem Einsetzen der Pflanzen vorsichtig das Wurzelwerk mit einem Stab lockern. Zwischendurch die oberste Erdschicht möglichst mit einer kräftigen und kalkarmen Erde austauschen. Zitronen sind schnittverträglich und gerade in den ersten Jahren sollte man die Pflanzen wie jedes Obstbäumchen beschneiden, um die Verzweigung anzuregen und sie in Form zu bringen. Blattlose Zweige sind zwar nicht schön anzusehen, können aber solange sie grün sind, viele Blüten treiben und stark fruchten - und wer weiß, vielleicht kann man bald eigenen Zitronensaft genießen.

25. Januar

Bekehrung des Apostel Paulus

Lostag: Hat Pauli-Bekehrung weder Schnee noch Regen, bringt das Jahr uns vollen Segen. Gab es aber Wind, regnet's geschwind.

Ein Lied hinter dem Ofen zu singen

Der Winter ist ein rechter Mann,
kernfest und auf Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an
und scheut nicht süß noch sauer.

Er zieht sein Hemd im Freien an
und lässt's vorher nicht wärmen
und spottet über Fluss im Zahn
und Kolik in Gedärmen.

Aus Blumen und aus Vogelsang
weiß er sich nichts zu machen,
hasst warmen Drang und warmen Klang
und alle warmen Sachen.

Doch wenn die Füchse bellen sehr,
wenn's Holz im Ofen knittert
und um den Ofen Knecht und Herr
die Hände reibt und zittert.

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht,
und Teich' und Seen krachen,
das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
dann will er tot sich lachen.

Da ist er denn bald dort, bald hier,
gut Regiment zu führen.
Und wenn er durchzieht, stehen wir
Und sehn ihn an und frieren.

Matthias Claudius

26. Januar

Timotheus, Titus

Volksmund: Der Bauer wird immer ein Jahr zu spät weise.

Dialog zwischen den Geschlechtern:

Ein gutes Zwiegespräch stimmt intim und warm wie nach der Liebe. -
Das Geschlechtergemetzel lässt uns verrohen wie jeder Krieg. Noch nie war das Problem endemisch auftretender Trennungen und Scheidungen so groß wie heute, noch nie aber auch die Chance für eine gleichberechtigte Liebe so stark. Nähe zuzulassen, uns aber auch die Distanz für unsere Individualität einzuräumen - das müssen wir lernen.

Der libanesisch-amerikanische Dichter Khalil Gibran (1883-1931) rückt in seinem 1923 entstandenen Sinnbuch "Der Prophet" die Dialektik von Hingabe und Eigenständigkeit zwischen Mann und Frau poetisch kühn ins Bild:


"Vereint seid ihr geboren
und vereint sollt ihr bleiben immerdar.
Doch lasset Raum zwischen eurem Beieinandersein.
Und lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch.
Liebet einander,
doch macht die Liebe nicht zur Fessel:
Schaffet eher daraus ein webendes Meer
zwischen den Ufern eurer Seelen.
Füllet einander den Kelch,
doch trinket nicht aus einem Kelche.
Gebet einander von eurem Brote,
doch esset nicht vom gleichen Laibe.
Singet und tanzet zusammen und seid fröhlich,
doch lasset jeden von euch allein sein.
Gleich wie die Saiten einer Laute allein sind,
erbeben sie auch von derselben Musik.
Gebet einander eure Herzen,
doch nicht zu nahe beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen einzeln,
und Eichbaum und Zypresse wachsen nicht
im gegenseitigen Schatten."

27. Januar

Angela

Alte Wetterregel: Ist Anfang und Ende des Monats schön, so bedeutet's ein gutes Jahr.

Vor 250 Jahren, am 27. Januar, wurde Wolfgang Amadeus Mozart geboren

Der Bleistift

Er ist das mit Abstand älteste industriell gefertigte Schreibgerät. Er funktioniert selbst unter Wasser und im Weltall. Er ist vielseitig: Seit Jahrhunderten dient der Stift zum Zeichnen und zum Schreiben. Sein Plus: Seine Striche lassen sich ausradieren.
Eigentlich trägt er einen falschen Namen: Bleistift. Denn Grafit, das Mitte des 16. Jahrhunderts in den englischen Cumberlandbergen gefunden wurde, hielt man irrtümlicherweise zunächst für Bleierz.
Vernünftig benützen lässt sich das brüchige Mineral erst dann, wenn es in Holz eingefasst wird. In Deutschland kommt ein Nürnberger Schreiner um das Jahr 1660 als Erster auf diese Idee. Damit beginnt eine Erfolgsgeschichte, die sich bis heute fortsetzt.
Die Region entwickelt sich innerhalb weniger Jahrzehnte zum Zentrum der europäischen Bleistiftproduktion, als Lothar von Faber, der 1839 die Fabrik A.W. Faber übernommen hat, die industrielle Herstellung einführt. Das Unternehmen aus Stein bei Nürnberg, das heute Faber-Castell heißt und dessen Ursprünge bis ins Jahr 1761 zurückreichen, beginnt die Ausfuhr in alle Welt.
Lothar von Faber erschafft den ersten Markenbleistift der Welt, indem er seine Stifte mit "A.W. Faber" kennzeichnet.
Zudem legt der Schöpfer des sechseckigen Stifts Normen für Länge, Stärke und Härtegrade fest, die von fast allen Fabrikanten übernommen werden. Je höher der Grafitanteil, desto weicher die Mine, eine Mischung des gemahlenen Minerals mit Ton, die bei etwa 1100 Grad Celsius gebrannt wird.
Der Stift ist gefragt, viele Schriftsteller benutzen ihn und viele Betriebe entstehen, von denen einige noch immer existieren.

Die Erfindung des Dünnkernbuntstifts 1925 ermöglicht das Schreiben und Zeichnen in Farbe, ohne dass die Mine ständig bricht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bekommt der Bleistift Konkurrenz vom Kugelschreiber, dessen Prinzip schon Ende des 19. Jahrhunderts bekannt war. In den 60er Jahren kommen zudem die ersten Filzstifte auf den Markt. Aber auch bei den Bleistiften gibt es Neuerungen, er wird etwa in ergonomischer Dreikantform angeboten. Sämtliche deutsche Markenhersteller sitzen in und um Nürnberg.
Faber-Castells Farbstiftfabrik in Brasilien ist der größte Bleistifthersteller der Welt und zeigt: Der Bleistift stirbt nicht aus.

Beginn des Schreibens:
Die erste Schrift, die sumerische Keilschrift, entstand vor ungefähr 5 000 Jahren. In Mesopotamien wurden Bildzeichen mit einem dreieckigen Holzgriffel in feuchte Tontafeln gedrückt. Seit etwa 2 000 vor Christus meißelten die Ägypter Hieroglyphen in Stein oder schrieben mit Rohrhalm auf Papyrus. Die Römer benutzten Zinn- und Bleigriffel auf Wachstafeln, Papyrus und Pergament. Bis zur Entdeckung des Bleistifts gebrauchte man dann Kreide, Kohle, Zinn, Silber und Blei zum Zeichnen und Schreiben. Tinte wird schon seit Jahrtausenden genutzt, lange Zeit in Kombination mit Gänsefedern. Doch es dauert bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, ehe sich die Schreibfeder aus Metall zu verbreiten beginnt. 1883 erfindet Lewis Edson Waterman den ersten funktionstüchtigen Federhalter, der am 12. Februar 1884 zum Patent angemeldet wird. In den 1930er Jahren kommt die erste Glaspatronenfeder auf den Markt, 1954 wird die erste Plastikpatrone entwickelt.

28. Januar

Thomas von Aquin, Karl

Wetterregel: Januar muss krachen, soll der Frühling lachen.

Moderne Zeiten

Wir haben größere Häuser
aber kleinere Familien.
Wir haben mehr Bequemlichkeit
aber weniger Zeit.

Wir haben mehr Wissen
aber weniger Urteilsvermögen.
Wir haben mehr Experten
aber größere Probleme.

Wir rauchen und trinken zuviel
aber wir lachen zu wenig.
Wir fahren zu schnell
und regen uns oft zu sehr auf.

Wir lesen zu wenig
und sehen zuviel Fernsehen
und wir beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht
aber unsere Werte reduziert.
Wir wissen, wie man sich den Lebensunterhalt verdient,
aber nicht mehr, wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt
aber nicht den Jahren Leben.
Wir können Atome spalten
aber nicht unsere Vorurteile.

Wir kommen zum Mond
aber nicht mehr bis zur Tür unseres Nachbarn!!!!!!
???

29. Januar

Gerhard

Wetterregel: Gelinder Januar, bringt spätes Frühjahr.

Azaleen

Werden jetzt in vielen Farben und Formen angeboten. Sie werden ganz besonders gern zu Weihnachten verschenkt. Vielen will es aber nicht gelingen, sie über längere Zeit im Haus zu halten, dabei ist das gar nicht so schwierig.
Wir müssen allerdings berücksichtigen, dass die Pflanzen recht durstig sind. Je wärmer sie stehen, desto mehr Wasser brauchen sie. Das darf jedoch nicht dazu führen, dass unbedacht gegossen wird und schließlich ständig Wasser im Untersatz oder Übertopf steht. Das vertragen auch Azaleen nicht. Der Erdballen muss immer feucht sein. Wenn er jedoch einmal völlig austrocknet, dann bereitet er Schwierigkeiten, wieder Wasser aufzunehmen. Die Pflanze muss dann mit Topf in ein größeres Gefäß mit Wasser gestellt werden. Trockene Pflanzen schwimmen. Erst wenn sie absinken, hat sich die lockere Erde wieder vollgesogen, und es kann wieder normal gegossen werden.
Je kühler eine Pflanze steht, umso länger blüht sie. Deshalb sollte man Azaleen nicht auf Fensterbänke über einer Heizung stellen. Sie können getrost im Raum stehen, auf Tischen oder Anrichten. Das vertragen sie gut und blühen dort recht lange. Wichtig ist, möglichst knospige Pflanzen zu kaufen, weil man an ihnen erheblich länger Freude hat.
von einem Kalenderblatt

30. Januar

Sexagesima - Martina

Ein schöner Tag

Das Glück der Welt ist oft so klein,
dass man es übersieht.
Es kann wie eine Blume sein,
die im Verborgnen blüht.

Ein schöner Tag, ein liebes Wort,
ein Lied, das soviel meint,
ein Stern der hoch am Himmel stand
in einer Sommernacht.

Das erste Blatt an einem Baum,
ein bunter Schmetterling,
die Freude über einen Traum
der in Erfüllung ging.

Ein zarter Blick ein leises Du,
das Dir die Liebe schenkt.
Die Treue die ein Mensch Dir hält,
wenn jemand an Dich denkt.

Das Glück der Welt ist oft so klein,
dass man es übersieht.
Es kann wie eine Blume sein,
die im Verborgnen blüht.

Und was das Schicksal dir auch bringt,
was immer kommen mag.
Es bleibt Dir die Erinnerung
an einen schönen Tag.

(Verfasser unbekannt)

31. Januar

Johannes - Brosco

Die Januar-Digibilder sind auf der HP

Wetterregel: Auf trocknen, kalten Januar, folgt meist viel Schnee im Februar.

Der Mönch und ich

Gedicht in Prosa von Iwan S. Turgenjew

Ich kannte einen Mönch, einen Einsiedler, einen Heiligen. Er lebte nur der tiefen Freude des Gebets. -
Und in diesem seligen Rausch stand er so lange auf den kalten Steinfliesen der Kirche, bis ihm seine Füße unterhalb der Knie anschwollen und wie zu Säulen erstarrten. Er fühlte sie nicht mehr, stand da - und betete. Ich verstand ihn. Vielleicht beneidete ich ihn gar. Aber er soll auch mich verstehen und mich nicht verurteilen. Mich, dem seine Freuden unzugänglich sind. Ihm ist es gelungen, sich selbst, sein egoistisches Ich zu vernichten - aber auch wenn ich nicht so wie er zu beten vermag, so ist es doch nicht Eigenliebe, die mich davon abhält. Mein Ich ist mir vielleicht noch beschwerlicher und verhasster als ihm - das seine. Er hat ein Mittel gefunden, sich selbst vergessen zu können im Gebet. Aber auch ich finde ein solches, wenn auch kein dauerndes. Er lügt nicht ... aber auch ich lüge ja nicht.

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