Januar 2008
Meine Ziege
| An meiner Ziege han ich
Freude, Ist ein wunderschönes Tier; Haare hat sie wie aus Seide, Hörner hat sie wie ein Stier. Meck, meck, meck, meck ! |
Hat ein
ausgestopftes Ranzel Wie ein böhm'scher Dudelsack, Und ganz hinten hat's ein Schwanzel Wie ein Stängel Rachtobak. Meck, meck, meck, meck! |
aus Nordböhmen
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Januar
Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
der Himmel grau, die Erde weiß.
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er’s mit den Leuten gut,
erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch,
kommt nur heraus, tut es uns gleich!
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
da hebt erst recht der Jubel an!
Robert Reinick
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Silvester und Neujahr
Bei unseren Vorfahren standen Götterverehrung und Feste in engem Zusammenhang mit dem Wechsel der Jahreszeiten. Sie begannen ihr Jahr nicht mit dem 1. Januar, sondern mit der Wiedergeburt der Sonne in der Wintersonnwend-Nacht.
All-Vater Wodan (Odin) stieg in dieser Nacht zur Menschenwelt herab und hielt dabei einen segnenden Umzug durch Dörfer und Fluren.
Es wurde getanzt, man war fröhlich und hielt festliche Gelage, bei denen vor allen Dingen das Schwein eine Rolle spielte. Der „Jul-Eber“ hat sich bis heute sein Andenken bewahrt und deshalb schenken sich viele Menschen kleine Schweinchen aus Marzipan als Glücksbringer.
Der 17. 1. Anton „Schweinepatron” erinnert noch an die Jul-Eber-Verehrung.
Erst die Kirche legte im Jahre 813 Silvester auf den 31. Dezember fest.
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Neues auf der HP: Lieder über Tiere http://www.gottiswelt.de/liedgut/tierlieder.htm

Winternacht
Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
es kracht der Schnee von meinen Tritten,
es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
nur fort, nur immer fort geschritten!
Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.
Frost! Friere mir ins Herz hinein!
Tief in das heiß bewegte, wilde!
Dass einmal Ruh mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!
Nikolaus Lenau
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Schaltjahr:
Jahr zu 366 Tagen (Februar 29 – Schalttag – statt 28 Tage).
Im Gregorianischen Kalender ist jedes Jahr mit durch 4 teilbarer Zahl ein Schaltjahr, ausgenommen die nicht durch 400 teilbaren, vollen Jahrhundertzahlen (1700, 1800, 1900, 2100 usw.).
Das Schaltjahr wurde vermutlich im 3. Jahrtausend v. Chr. von den Sumerern erfunden.Die Einteilung der Zeit in Jahre, Monate, Wochen und Tage.
Die Grundlage des islamischen Kalenders bildet das Mondjahr von 354 Tagen = 12 synodischen Monaten. Jeder Monat beginnt 2 – 3 Tage nach Neumond, die Jahresanfänge wandern durch die Jahreszeiten.Im jüdischen und altgriechischen Kalender wurden Schaltmonate eingefügt, um den Jahresanfang in Bezug auf die Jahreszeiten festzulegen.
(Metonischer Zyklus) – nach Meton – eine Kalender Schaltregel:
In einem 19jährigen Zyklus waren 7 Schaltjahre mit je 13 Mondmonaten zu 29 bzw. 30 Tagen und 12 Gemeinjahre mit je 12 Mondmonaten erhalten. Damit war der synodische Umlauf des Monds (rund 29,5 Tage) und der Lauf der Sonne durch den Tierkreis zu einem gebundenen Mondjahr oder Lunisolarjahr vereinigt.Die Ägypter hatten ein reines Sonnenjahr von 365 Tagen (12 Monate zu 30 Tagen, die also zum Mondumlauf (29,5 Tage) keine strenge Beziehung hatten, und 5 Zusatztage)
Dieser Kalender wurde in verbesserter Form (mit einem Schalttag alle 4 Jahre) von Julius Cäsar übernommen (julianischer Kalender).Heute wird fast überall der Gregorianische Kalender benutzt, der 1582 durch Papst Gregor XIII. eingeführt wurde und bei dem in allen durch 4 teilbaren Jahren ein Schalttag eingeschoben wird. Sehr alt (wahrscheinlich babylonischen Ursprungs) ist die siebentägige Woche, die unabhängig von Jahr und Monat durchgezählt wird.
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Brot |
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Es wächst viel Brot in der
Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.
Und deucht die Welt dir öd‘ und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer;
Sei still und habe des Wandels acht -
es wächst viel Brot in der Winternacht.
Friedrich Wilhelm Weber
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Dreikönigstag

Die Könige
Der erste König:
O großer Gott, o kleines Kind,
wie ich dich hier in der Krippe find,
so schenk ich dir das rote Gold,
ich bitt, du wollst mir bleiben hold.
Schließ mich ein in deine Huld,
vergib mir alle meine Schuld!
Der zweite König:
O kleines Kind, o großer Gott,
der du hier liegst und leidest Not,
ich schenke dir den Weihrauch mein
und bitt, du wollst mir gnädig sein.
Schließ mich ein …
Der dritte König:
Ich armer Sünder fall dir zu Füßen,
um deine Gottheit zu begrüßen.
Ich schenke dir den bittren Myrrhen,
wie’s deiner Menschheit tut gebühren.
Schließ mich ein …
Aus Glatz
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Delfine
Für die Griechen der Antike waren sie Boten der Götter, verehrungswürdig und unantastbar. Doch vielen Delfin-Arten geht es nicht gut, weil der Mensch ihren Lebensraum beschneidet, sie tötet und ihren Nahrungsvorrat plündert. Mit dem "Jahr des Delfins 2007" sollte für die Meeressäuger und ihr Überleben geworben werden.
Wenn es nach den Delfinen ginge, hätte sich die Menschheit darauf beschränken können, im Griechenland der Antike zu leben und danach tunlichst auszusterben. Die alten Griechen nämlich verehrten die durchs Meer flitzenden Säuger als Boten der Götter.
"Schändlich ist es. Delfine zu jagen", verkündete der griechische Dichter Oppian im 2. Jahrhundert n. Chr. und warnte: "So sehr, wie sie das Morden von Menschen verdammen, hassen die Götter den, der Todesqual über die gütigen Herren der Tiefe bringt."
Das waren noch Zeiten, zumindest aus Sicht der kleinen Zahnwale. Heute sind etliche der rund 40 bekannten Delfin-Arten zunehmend bedroht: Sie ersticken als unerwünschter Beifang in Fischernetzen, leiden unter verschmutzten Meeren und müssen mit einem bedrohlich schrumpfenden Nahrungsangebot auskommen. Denn ihr ärgster Feind, der Mensch, beschneidet nicht nur ihren Lebensraum, sondern schnappt ihnen auch noch Fische, Krebstiere und anderes Meeresgetier vor der Nase weg. Hinzu kommt zu allem Überfluss der Klimawandel, der die Umwelt der Delfine durcheinander bringt.
Aber auch gezielt abgeschlachtet werden sie, so etwa vor der Küste der kleinen japanischen Walfang-Stadt Taiji auf der Halbinsel Kii südlich von Osaka. Dort und an einigen anderen Orten Japans sterben Jahr für Jahr zwischen Oktober und April etwa 2000 Delfine und auch Tausende von Walen. Fischer kreisen die Tiere ein, treiben sie in Lagunen und stechen sie mit Lanzen ab - jeder tote Kleinwal ist aus Sicht der Fischer ein Konkurrent beim Fischfang weniger. Japans Regierung billigt das Gemetzel. Dabei wissen die Behörden, dass die großenteils zum Verzehr bestimmten Delfine stark mit Quecksilber und anderen Umweltgiften belastet sind und oft als wertvolleres Walfleisch deklariert in den Handel gelangen.
Bevor das Schlachten beginnt, werden die schönsten Exemplare von Delfin-Trainern ausgesondert und lebend eingefangen, um sie später für horrende Beträge von bis zu 100 000 US-Dollar an Delfinarien zu verkaufen. Dort dürfen die Großen Tümmler dann - scheinbar lächelnd - den Eindruck erwecken, als hätten sie nie etwas anderen tun wollen, als durch Ringe zu springen und von Kindern getätschelt zu werden. Nach Ansicht der Meeresbiologin Stefanie Werner von Greenpeace führen die Tiere in Gefangenschaft ein Leben als "Hampelmänner" und "Clowns“ für gelangweilte Urlauber.
Da auf die eine oder andere Weise Jahr für Jahr Hunderttausende von Delfinen völlig unnötig umkommen, sind Experten alarmiert.
Zumindest die Griechen der Antike würden sich dafür wohl schämen. Und vielleicht weniger Fisch essen.
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Mit jedem guten
Menschen, der auf der Welt lebt, geht eine Sonne auf.
Nimm an, was dieser Tag dir gibt:
das Licht dieses Tages, die Luft und das Leben,
das Lachen dieses Tages,
das Weinen und das Spielen,
das Wunder dieses Tages.
Nimm dir Zeit, um glücklich zu sein.
Zeit ist keine Schnellstraße zwischen Wiege und Grab,
sondern Platz zum Parken in der Sonne.
Nüsse darfst du knacken, aber keinen Menschen!
Nur ein glücklicher Mensch kann andere glücklich machen.
Nur mit Liebe kannst du Menschen festhalten. Sonst stößt du ab.
Nur Wasser kann eine Wüste verwandeln. Wasser ist Leben.
Liebe ist lebendiges Wasser.
- Phil Bosmans -
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Herzogin Henriette – die „Urgroßmutter Europas“
Als 13. von 15 Kindern des Fürsten Carl Christian und der Prinzessin Caroline geboren, hat sie schon früh ihre Eltern verloren, war als Waisenkind aufgewachsen und ständig auf der Flucht vor der französischen Revolutionsarmee.
Im Sommer 1796 begegnete sie dem Prinzen Ludwig – genannt „Louis“ - von Württemberg und verlobte sich mit ihm. Der Prinz war eben von einer reichen polnischen Fürstin geschieden worden und hatte ein Büble von ihr, den Adam. Alle bedauerten deshalb die blutjunge Braut, denn Louis gilt als schwierig, wenig feinfühlend und kann nicht mit Geld umgehen.
Trotzdem hat das Ehepaar fünf Kinder miteinander, die alle angesehen heirateten.
Selbst Napoleon bezeichnet Henriette als gut, gescheit, bescheiden, fromm und geistvoll.
Henriette selbst zieht sich 1811 für den Rest ihres bis dahin ruhelosen Lebens in das Schloss Kirchheim zurück, wo sie Neujahr 1857 an einem Hirnschlag stirbt. Alle haben geheult und standen Spalier, als sie nach Stuttgart in die Gruft der Stiftskirche überführt wurde. Die Zeitungen schrieben: Die Erinnerung an eine der gütigsten Fürstinnen und edelsten deutschen Frauen bedürfen keiner Auffrischung, ihr Gedächtnis ist durch ihr Wirken und Schaffen für alle Zeiten gesichert.“
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Das ist die rechte Ehe,
wo Zweie sich geeint,
durch alles Glück und Wehe
zu pilgern treu vereint.
Der eine Stab des andern,
und liebe Last zugleich,
gemeinsam Rast und Wandern,
und Ziel das Himmelreich.
*Emanuel Geibel*
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Kaltkeimer
Jetzt werden Kaltkeimer ausgesät. Diese Sämereien keimen nur, wenn sie eine gewisse Zeit lang bei kalten und möglichst wechselnden Temperaturen im Feuchten gelegen haben.
Stauden wie Christrosen, Alpendisteln, Adonisröschen, Phlox, Duftveilchen und Küchenschelle, aber auch Waldmeister und viele heimische Gehölzarten gehören dazu. Harte Schalen und ein Pflanzenhormon, das erst durch Kälte abgebaut wird, hindern die Samen daran, bereits vor dem Winter auszutreiben.
Am besten säen wir Kaltkeimer in Saatgefäßen aus. Gut angegossen werden die Schalen nach draußen an einen schattigen, windgeschützten Platz, z.B. unter einen Strauch gestellt. Wir decken die Schalen mit Gemüsevlies und Hühnerdraht ab, so gelangen Regen und Schmelzwasser zwar an die Samen - Vögel und Mäuse aber bleiben ausgesperrt. Die Aussaaten sollten nie austrocknen, aber auch nicht völlig unter Wasser stehen. Nach einigen Wochen in Wind und Wetter, können wir die Schalen ins Haus oder Frühbeet holen. Dort werden sie, wie alle anderen Aussaaten auch, gleichmäßig warm und feucht gehalten.Alle Kaltkeimer können ihre Kältebehandlung aber auch im Kühlschrank bekommen, allerdings nicht in der Kühltruhe. Weil dann die Samen nämlich zu abrupt extrem tiefen Temperaturen ausgesetzt werden, dehnt sich das gefrierende Wasser in ihren Zellen zu rasch aus und zerstört die Zellwände. Im Kühlschrank stecken wir die Aussaatschalen in eine Plastiktüte, damit die Erde nicht austrocknet.
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Nach grüner Farb
Nach grüner Farb mein Herz verlangt
in dieser trüben Zeit,
der grimmig Winter währt so lang,
der Weg ist mir verschneit.
Die süßen Vöglein jung und alt,
die hört man lang nit meh,
das tut des argen Winters Gwalt,
der treibt die Vöglein aus dem Wald
mit Reif und kaltem Schnee.
Er macht die bunten Blümlein
fahl im Wald und auf der Heid.
Dem Laub und Gras allüberall,
dem hat er widerseit.
All Freud und Lust wird jetzo feil,
die uns der Sommer bringt.
Gott geb dem Sommer Glück und Heil,
der zieht nach Mittentag am Seil,
dass er den Winter zwingt.
Weise Michael Praetorius 1610
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Zur Erinnerung an "Duchesse"

Die Katze
Am späten Samstagabend der Schöpfung blickte der Allmächtige auf sein Werk und legte die Füße hoch. Er freute sich auf seinen ersten Ruhetag; der erste Sonntag der Menschheitsgeschichte konnte kommen. Der Allmächtige war zufrieden. Plötzlich aber vernahm er an der Tür ein seltsames Geräusch, er stand auf um nachzusehen. Es war die Katze.
"Großer Herr", sprach die Katze und strich dem Allmächtigen dabei um die Beine. "Deine Schöpfung ist gar wunderlich und schön und auch ich bin zufrieden. Du gabst mir ein prächtiges Fell, das mich vor Kälte schützt, du gabst mir schöne weiche Pfoten, mit denen ich mich lautlos anschleichen kann und du gabst mir scharfe Krallen und einen biegsamen Körper, der mich zum guten Jäger und Kletterer macht. Und trotzdem kann ich nicht verhehlen, dass mir noch eine Kleinigkeit fehlt."
Der alte Herr legte die Stirn in Falten und überlegte, was er vergessen haben könnte. Die Katzentür konnte es nicht sein; deren Erfindung war erst für später vorgesehen. Dasselbe galt für das Katzenstreu, dem erst die Domestizierung vorausgehen musste.
"Sprich!", forderte der Allmächtige seine Besucherin auf. "Was fehlt dir?"
"Es ist nur eine Kleinigkeit, Herr", sprach die Katze und wischte sich vor Aufregung mit der Pfote über die Barthaare. " Es soll ja auch keine Kritik sein ... "
"Frei heraus damit!", befahl der Allmächtige leicht ungehalten, weil er seine Sonntagsruhe gefährdet sah. "Was ist es?"
"Nun", sprach die Katze und ringelte ihren Schwanz um die Vorderfüße. "Ich bin nicht wehrhaft genug! Meine Krallen und Zähne sind zwar hervorragende Waffen gegen Mäuse und andere Nagetiere und mit meiner Sprungkraft kann ich manchem Vogel einen Schrecken einjagen. Aber dem Menschen bin ich machtlos ausgeliefert."
Unruhig schaute der Allmächtige auf seine Uhr, die Katze nutzte die Pause, um fortzufahren. "Dem Löwen und dem Tiger hast du übergroße Reißzähne und Furcht gebietende Pranken gegeben, die Schlange kann sich mit Gift zur Wehr setzen, und selbst der Igel kann mit seinen Stacheln den Menschen in Schach halten. Nur ich, Herr, ich bin wehrlos und deshalb ein wenig unglücklich."
"Was schwebt dir vor?", fragte der Allmächtige. "Willst Du Flügel wie die Vögel haben oder dich wie der Wurm in der Erde verkriechen können?"
"Ich weiß es nicht", sagte die Katze traurig. "Vielleicht wäre ein großer Stoßzahn wie beim Elefanten oder beim Nashorn gut."
"Wie du willst", sprach der Herr und verpasste der Katze zwei mächtige Hauer aus edelstem Elfenbein. Sofort verlor das Tier das Gleichgewicht und fiel bewegungsunfähig vornüber.
"Ich glaube, Stoßzähne sind doch nicht das Richtige", klagte die Katze noch unglücklicher als zuvor. "Wenn sie nur nicht so groß wären! Vielleicht wäre ein spitzer Schnabel besser."
Wieder erfüllte der Herr ihren Wunsch und ersetzte die kleine Stupsnase durch einen wuchtigen, dolchartigen Schnabel. Aber ach, die Katze war erneut nicht zufrieden.
"Ich glaube, ein Schnabel ist doch nicht das Richtige", jammerte sie und hackte unbeholfen auf den Boden. "Wie soll ich denn jetzt mein Fell pflegen? Vielleicht wäre ein schwerer Echsenpanzer besser!" Und wieder erfüllte der Herr ihren Wunsch, und wieder war die Katze unzufrieden, und wieder wünschte sie sich etwas anderes.
Aber ganz gleich, was ihr der Allmächtige auf den Leib schneiderte, die Katze wurde immer trauriger.
Inzwischen war es bereits eine Minute vor Mitternacht, der siebte Tag, an dem die Schöpfung abgeschlossen sein sollte und der Allmächtige ruhen wollte, rückte erbarmungslos näher. Da schaute der Herr auf das arme Kätzchen und sprach: "Um mit dem Menschen fertig zu werden, brauchst du keine Stoßzähne, keinen Schnabel und auch keinen Panzer. Ich gebe dir jetzt nämlich eine Waffe, die wirkungsvoller ist als jede Pranke oder jedes Gift! Die Menschen werden dir ehrfürchtig zu Füßen liegen: ich schenke dir das Schnurren!"
Im selben Augenblick schlug die Uhr zwölf, begleitet von einem wohligen Laut, der aus der Tiefe einer überglücklichen Katzenkehle kam.
Da sah der Herr, dass es gut war, nahm den schnurrenden Pelzknäuel auf den Schoß und sagte: "Ich habe sechs Tage lang schwer gearbeitet und brauche jetzt ein wenig Entspannung. Meinen ersten Sonntag will ich gemeinsam mit dir verbringen."
Sprach's und rollte sich mit dem Kätzchen zu einem Schläfchen aufs Sofa.???
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Bekommt eine Katze im Himmel Flügel?

Vier Pfötchen im Himmel
Dein Lieblingssessel ist nun leer,
kein Schnurren kündet von Behagen,
kein Samtgetrippel grüßt mich mehr,
und niemand will mein Schuhband jagen.
Kein Schmieren und kein Maunzgeschrei
sagt mehr: Wo bleibt denn nur mein Fresschen?
Wo Spielzeug war und Katzenbrei,
ist jetzt ein einsam stilles Gässchen.
Dein bisschen Habe steht im Schrank,
Du kommst ja doch nie mehr zurück,
und ewig schulde ich Dir Dank
für Freude, Trost und Spaß und Glück.
Von Gott hast Du das Katzenrecht,
das Dir nach irdischem Getümmel,
nach Sorgen, Zärtlichkeit, Gefecht
ein Kuschelplätzchen schafft im Himmel.
(Unbekannter Verfasser)
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St. Theresas Gebet:
Möge heute überall Frieden sein.
Mögest Du Gott vertrauen, dass Du genau dort bist, wo Du vorgesehen bist zu
sein.
Mögest Du Dir der unendlichen Möglichkeiten gewahr sein, die durch den Glauben
geboren werden.
Mögest Du jener Geschenke bedenken, die Du erhalten hast und die Liebe
weiterleiten, die Dir gegeben wurde.
Mögest Du in Zufriedenheit wissen, dass Du ein Kind Gottes bist.
Lass diese Gewissheit mit tiefen Atemzügen bis in deine Knochen dringen
und dort ihren Platz finden und erlaube Deiner Seele die Freiheit zu singen, zu
tanzen, zu loben und preisen und zu lieben.
All dies ist da für jeden und jede von uns.
St. Theresa ist bekannt als die Heilige des kleinen Weges.
Das bedeutet, dass sie daran glaubte, die kleinen Dinge im Leben gut und mit
Liebe zu tun.
Sie ist außerdem die heilige Patronin der Blumenzüchter und Floristen.
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Still, still - seid leise
es waren Engel auf der Reise.
Sie wollten ganz kurz bei euch sein,
warum sie gingen, weiß Gott allein.
Sie kamen von Gott, dort sind sie
wieder.
Wollten nicht auf unsere Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt von ihnen zurück,
in eurem Herzen ein großes Stück.
Sie werden jetzt immer bei euch sein
vergesst sie nicht, sie waren so klein.
Geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denkt, es war ihr Flügelschlag.
Und ihr fragt, wo mögen sie sein?
Ein kleiner Engel ist niemals allein.
Sie können jetzt alle Farben sehn,
und barfuß durch die Wolken gehn.
Und wenn ihr sie auch so sehr
vermisst,
und weint, weil sie nicht bei euch sind,
so denkt, im Himmel, wo es sie nun gibt
erzählen sie stolz:
"Wir werden geliebt!"
Autor leider unbekannt
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Heiliger Jakobus – Auf Pilgerfahrten
Am Anfang war die Legende.
Auf dem "Campus stellae" lagen drei Sarkophage verborgen.
Mit der Entdeckung der Grabstätte des Apostels Jakobus zu Anfang des 9. Jahrhunderts begann eine der größten Pilgerbewegungen des Abendlandes.
Getreu dem Motto: "Marschiere, werde geheilt und sehe!", folgten im Laufe der Jahrhunderte Abertausende von Menschen aus ganz Europa den Jakobswegen bis zu jenem Sternenfeld, Compostela, am Ende, des Kontinentes. Seit über tausend Jahren ist dieser Ort im äußersten Westen der Iberischen Halbinsel Ziel der Christen, aber auch Nichtgläubiger. Entlang der Pilgerpfade, die zu großen Teilen die Regionen Aquitanien und Midi-Pyrenäen durchqueren, entstand ein einmaliges architektonisches Erbe. Jede Meile ist reich an Geschichte und noch immer ist die Anziehungskraft ungebrochen.
Der Ursprung der wohl bedeutendsten Wallfahrt des Abendlandes geht auf den Apostel Jakobus zurück.Anfang des 9. Jahrhunderts wurde der Eremit Pelagius, der in der Nähe des Hafens Iria Flavia lebte, von seltsamen Träumen heimgesucht. Sie verwiesen auf ein Grabmal. Wie die Legende berichtet, habe ein Sternenregen den frommen Mann zusammen mit dem Bischof Theodomir zu einem Feld geleitet, auf dem sie drei Sarkophage entdeckten. Es bestand für Pelagius und seinen Begleiter kein Zweifel, es konnten nur die Gräber des Heiligen Jakobus und seiner Gefährten Athenase und Theodorus sein. Denn einer Überlieferung zufolge waren die Gebeine des in Palästina enthaupteten Märtyrers geborgen und in einem Boot gerettet worden. Von einem Engel geleitet haben die Gefährten mit dem Leichnam des Apostels das Mittelmeer überquert und sind an der galizischen Küste gelandet. Das Feld mit den Sarkophagen erhielt den Namen "Campus stellae" - Sternenfeld. ..
Das Gerücht der wunderbaren Entdeckung verbreitete sich schnell. Der . damalige König Alfonso 11. ließ auf dem Sternenfeld eine Kirche errichten und die ersten Pilger begannen ab Mitte des 9. Jahrhunderts nach Compostela zu strömen. Von Wundertaten wurde berichtet und der Strom der Gläubigen riss nicht ab. Eine neue, größere Kirche war nötig. Als schließlich Bischof Godescalc aus dem französischen Le Puy 950 mit einem Gefolge von fast einhundert Personen zum Grabe des Heiligen Jakobus zog, lancierte er den unaufhaltsamen Aufstieg des Wallfahrtsortes über die Grenzen Spaniens hinaus. Menschen aus allen Teilen Europas begaben sich auf die mühsame Pilgerfahrt nach Compostela, die Jakobswege entstanden.
Die Pilgerreise ins ferne Spanien wurde zu einer europäischen Bewegung. In Frankreich bildeten sich vier Hauptwege. Sie durchqueren alle Aquitanien oder Midi-Pyrenäen, um sich bei den Pyrenäen zu vereinen und dort beim Pass von Roncevaux oder Somport das Gebirge zu überwinden. Einer der ersten bedeutenden Jakobswege, die Via Podiensis, nahm seinen Ausgang in Le Puyen-Velay. Über Tours wanderten die Pilger aus dem nördlichen Europa und Großbritannien auf der Via Turonensis in Richtung Spanien. Ab dem burgundischen Vezelay pilgerten Menschen aus Deutschland und Osteuropa auf einem weiteren Jakobsweg, der Via Lemovicensis, nach Compostela, während Gläubige aus dem Mittelmeerraum ihre beschwerliche Tour bei Arles antraten und der Via Tolosana folgten.
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Barbarossa
Friedrich Rückert
| Der alte Barbarossa, der Kaiser Friederich, im unterirdschen Schlosse hält er verzaubert sich. Er ist niemals gestorben, Er hat hinabgenommen Der Stuhl ist elfenbeinern, |
Sein Bart ist nicht von
Flachse, er ist von Feuersglut, ist durch den Tisch gewachsen, worauf sein Kinn ausruht. Er nicht als wie im Traume, Er spricht im Schlaf zum Knaben: Und wenn die alten Raben |
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Es ist traurig …
wenn man alle Rosen hasst - nur deswegen weil man sich an einem Dorn verletzt hat.
wenn man die Träume aufgibt, weil der Eine sich nicht erfüllt hat.
wenn man den Glauben verliert, nur weil ein Gebet nicht erhört wurde.
wenn man die Anstrengungen, ein Ziel zu erreichen, aufgibt, nur weil man vielleicht einmal versagt hat.
wenn man alle Freunde vergisst, nur weil man von einem betrogen wurde.
wenn man nicht an die Liebe glaubt,
nur weil jemand dir untreu war
oder deine Liebe nicht erwidert hat.
wenn man alle Chancen glücklich zu sein wegwirft, nur weil der eine Versuch misslungen ist.
Ich hoffe, dass auf deinem Lebensweg
die Traurigkeit nie die Oberhand gewinnt.
Denke immer daran
Es gibt neue Möglichkeiten – neue
Freunde – neue Liebe – erneute Kraft.
Sei hartnäckig, suche das Glück jeden Tag – der sichere Weg zu scheitern ist,
aufzugeben.
Oft nach der Niederlage kommt der Erfolg.
Versuche es immer wieder.
Von einer Freundin erhalten
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Baumkult
Bei der Erforschung des alten Wissens stößt man immer wieder auf den Baumkult.
Der 20. Januar war einst ein besonderer Freudentag, denn von da an stieg der Saft nach der Winterstarre wieder in die Bäume. Es war das Zeichens des Lebens – die Natur erwachte.Später legte die Kirche die Pestheiligen Fabian und Sebastian auf diesen Tag, wobei die Verehrung der Pestsäulen bis heute erhalten blieb. Die Pestsäulen selbst gehen wiederum auf die Irminsul zurück, welche vom Volke in der Pestzeit errichtet wurden, nachdem alle Priester-Prozessionen wirkungslos geblieben waren.
Irminsul ist eine „allgemein, alles tragende Säule“, ein großer heiliger Baumstamm, Sinnbild des Weltenbaumes.
Bei den Sachsen nach dem Kriegsgott Irmin (der Erhabene) bekannt.Bei den heidnischen Germanen war Irminsul ein Heiligtum. Die gewaltige Säule sollte die Verbindung des Himmels mit der Erde symbolisiert haben. Wenn diese Verbindung unterbrochen ist, würde die Welt ins Wanken geraten.
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Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Krieg?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald
Erich Kästner
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Jasmin
Der Echte Jasmin ist nur in flüssiger Form bekannt: Als Parfüm.
Seinen wohlriechenden Blüten verdankt der Strauch den Namen: Jasmin heißt Duft.
Aus dem arabischen Wort für „wohlriechend“ hat sich der botanische Name Jasminum gebildet. Zur Gewinnung von Jasminöl wird meist Jasminum grandflorum aus dem subtropischen Himalaja angebaut, so vor allem in der südfranzösischen „Parfümregion“ bei Cannes und in Spanien.
Heimisch ist dieser Kletterstrauch, von dem es etwa 200 Arten gibt, in den Tropen und Subtropen Afrikas, Asiens und Australiens. Die großen, weiß, rosa und gelb gefärbten Blüten haben eine tellergroße Krone. Die Zweige des auch aufrecht wachsenden Strauches sind meist kantig, die gefiederten Blätter gegen- oder wechselständig angeordnet.
Es gibt sommer- und immergrüne Arten, des zu den Ölbaumgewächsen gehörenden Jasmins.
Man darf ihn nicht mit dem Falschen Jasmin oder Pfeifenstrauch verwechseln.Der Winterjasmin stammt aus Nordchina und ist ein industriefester und winterharter, allerdings nur sommergrüner Strauch. Seine Blüte zeigt er schon vor Blattaustrieb, bei entsprechender Witterung bereits vor Weihnachten, meist zeigt er aber seine unzähligen Blüten zur Jahreswende. Wird die erste Blüte vom Frost zerstört, so folgt Wochen später die nächste.
Auch der Echte Jasmin stammt aus China, gedeiht in Südeuropa aber auch im Freien.
Im 16. Jahrhundert wurde er über Persien nach Europa gebracht.
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Zahnweh
Bescheiden fängt ein alter Zahn,
der lange schwieg, zu reden an.
Entschlossen, nicht auf ihn zu hören,
tun wir, als würd uns das nicht stören.
Der unverschämte Zahn jedoch
erklärt, er hab bestimmt ein Loch,
und schließlich meint er, ziemlich deutlich,
dass ihm nicht wohl sei, wurzelhäutlich.
Wir reden dreist ihm ins Gewissen:
„Wenn du nicht schweigst, wirst du gerissen!“
Doch wie? Der Lümmel lacht dazu:
„Das fürcht ich lang nicht so wie du!!“
Wir suchen mild ihn zu versöhnen:
„Ließ ich dich golden nicht bekrönen?
Schau, haben nicht wir beiden Alten
Zusammen jetzt so lang gehalten?
So manchen guten Biss geteilt?“
Es ist umsonst, er bohrt und feilt
Und sieht nicht ein, wie es verwerflich,
uns völlig zu zersägen, nervlich.
Wir werden stark! (In Wahrheit:
schwach!)
Am nächsten Morgen kommts zum Krach.
Der Zahn wehrt sich mit Löwenmut;
Doch übersteht er’s schließlich gut.
Uns aber bangt schon – Zahn um Zahn –
bald kommt vielleicht der nächste dran.
Eugen Roth
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Zahnweh
Queri
„Das vergeht schon, das Zahnweh“, sagt der Bader Prechtl. „Da nimmst ein Maul voll kaltes Wasser. Am besten ist das Wasser, das nach einem Gewitter aus einem Trauffass geschöpft ist. Nimmst also von dem ein Maul voll. Dann nimmst einen Bund dürres Reisig und drei Arme voll Holz; einen Arm voll fichtenes, zwei Arme voll buchenes. Nimmst also drei Arme Holz. Dann schiebst die drei Arme voll in deinen Ofen. Dann legst nach und legst nach, bis die Herdplatte glüht. Bis sie also glüht. Dann tust die Hosen runter und legst sie auf die Bank. Auf die Bank also. Dann tust das Hemd runter und legst es auf die Bank zu der Hosen. Das Hemd also zu der Hosen. Und dann setzt dich auf die Herdplatten. Tust deine Joppe hochheben, dass sie nit verbrennt. Setzt dich also auf die Herdplatten, und jetzt wartst, bis das Wasser in deinem Maul anfängt zu sieden. Wartst also. Und wann das Wasser sied’t, dann vergeht’s Zahnweh.“
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Im Alter
Wie wird nun alles so stille wieder!
So war mir’s oft in der Kinderzeit,
Die Bäche gehen rauschend nieder
Durch die dämmernde Einsamkeit,
Kaum noch hört man einen Hirten singen,
Aus allen Dörfern, Schluchten weit
Die Abendglocken herüberklingen,
Versunken nun mit Lust und Leid.
Die Täler, die noch einmal blitzen,
Nur hinter dem stillen Walde weit
Noch Abendröte an den Bergesspitzen,
Wie Morgenrot der Ewigkeit.
Joseph von Eichendorff
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Großvater und Enkel – Nach Grimm
Es war einmal ein steinalter Mann. Er war fast blind, konnte nur noch schlecht hören, und seine Hände und Beine waren zittrig. Wenn er bei Tische saß, so konnte er nur mühselig den Löffel halten. Oft schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und manchmal floss ihm auch wieder etwas aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor. Deswegen musste der alte Großvater sich mit seinem irdenen Schüsselchen in eine Ecke hinter den Ofen setzen.
Das grämte ihn sehr, und oft liefen Tränen aus seinen trüben Augen.
Eines Tages konnten seine zittrigen Hände das Schüsselchen nicht halten. Es fiel zur Erde und zerbrach. Da schalt die junge Frau. Er schwieg dazu und wurde noch trauriger.
Die Hausfrau kaufte für billiges Geld ein hölzernes Schüsselchen, aus dem er nun essen musste.
Wie sie wieder einmal beim Essen sitzen, kommt der kleine Enkel von vier Jahren mit einem kleinen Brettlein ins Zimmer.
„Was machst du da?“, fragte der Vater.
„Ich baue ein Tröglein“, antwortete das Kind, „daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin.“
Da sahen sich Mann und Frau schweigend an und begannen zu weinen. Sie holten sofort den alten Großvater wieder an den Tisch und sagten kein böses Wort mehr, wenn er ein wenig verschüttete.
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Die gute, alte Zeit ...
| Man hört oft in betagten
Kreisen die guten, alten Zeiten preisen. Doch wer von uns wäre schon bereit zu tauschen mit der alten Zeit. Was hatten früher denn die Leute, das wollen wir betrachten, heute. Keine leichte, sondern Schwerstarbeit gab es in der guten, alten Zeit. Die Schuhe waren schwer zu tragen, mit Eisen und Nägeln voll beschlagen. Zur Arbeit ging man stundenweit in der guten, alten Zeit. Es gab auch keine Urlaubstage, das kam damals nicht in Frage. Beten und Arbeit war das Geleit in der guten, alten Zeit. Es fuhr auch noch kein Omnibus, die Leute gingen alle zu Fuß, vom Badener Land bis in die Heid', in der guten, alten Zeit. Es gab auch kein elektrisch Licht, das Wasser kam aus der Leitung nicht. Das holte man vom Brunnen weit in der guten, alten Zeit. Die Zimmer waren ziemlich klein, da gingen nicht so viele Möbel rein. D'rum schlief man noch im Bett zu Zweit in der guten, alten Zeit. |
Im Bett lag man auf
Haferstroh, ein Lieblingsort auch für den Floh. Der nutzte die Gelegenheit in der guten, alten Zeit. Die Zähne zogen die Barbiere, da brüllten Menschen wie die Tiere. Eine Spritze, die vom Schmerz befreit, gab es nicht in der alten Zeit. Und waren dann viele Zähne raus, sah das Mäulchen wie'ne Tropfsteinhöhle aus. Kein Zahnersatz stand dann bereit in der guten, alten Zeit. In der Wohnung war noch kein Klosett, da stand ein Töpfchen unter'm Bett. Es stand dort immer griffbereit in der guten, alten Zeit. Die Rente war sehr karg bemessen, sie reichte oftmals kaum zum Essen. Was war das für eine Erbärmlichkeit in der guten, alten Zeit. Es gab auch keine Konservendosen, für Damen keine langen Unterhosen. Sie trugen Röcke lang und breit in der guten, alten Zeit. Ein Fass voll Sauerkraut und Bohnen tat sich damals immer lohnen. Das war bestimmt eine Köstlichkeit in der guten, alten Zeit. |
Kroketten und Pommes
waren noch nicht bekannt, doch Kartoffeln
gab es überall im Land.
Da aß man sich satt und der Bauch wurde nicht weit,
in der guten, alten Zeit.
Doch eines muss man gestehen,
man konnte noch sorglos
über die Strassen gehen
in Ruhe und Gelassenheit...,
in der guten, alten Zeit !
Verfasser unbekannt
Der weise alte Mann
Ein 92 –jähriger Mann, klein, in guter Verfassung, der großen Wert auf sein Äußeres legte, begibt sich in ein Altersheim.
Seine Frau war kürzlich, im Alter von 70 Jahren, gestorben und er sieht sich veranlasst, seine Wohnung zu räumen.
Nachdem er mehrere Stunden in der leeren Heim-Lobby gewartet hat, lächelt er freundlich, als man ihm sagt, sein Zimmer ist nun fertig.
Als er langsam, auf seinen Stock gestützt, zum Aufzug geht, beschreibe ich ihm seinen kleinen Raum, einschließlich dieses vor dem Fenster hängende Lakens, welches als Vorhang dient.
“Mir gefällt es sehr gut", sagt er, mit der Begeisterung eines 8-jährigen Kindes, dem man gerade eine neue Puppe schenkte.
„M. Gagné, Sie haben doch den Raum noch gar nicht gesehen. Ein wenig Geduld nur – wir sind gleich da.“
"Das hat damit nichts zu tun", antwortet er.
"Glück ist etwas, was ich in Erwartung wähle. Ob ich den Raum nun mag oder nicht, das hängt nicht von den Möbeln oder der Dekoration ab – vielmehr in der Art, wie ich ihn sehen will.
Ich habe in meinem Kopf bereits entschieden, dass ich diesen Raum mag. Es ist eine Entscheidung, der ich mich jeden Morgen, wenn ich aufwache stets erneut besinne.
Ich kann wählen. Ich kann im Bett liegenbleiben und all die Probleme aufzählen, die ich mit den Teilen meines Körpers habe, die nicht mehr in Ordnung sind oder ich kann aufstehen und den Himmel Dank sagen für das, was mir noch an Gesundheit gegeben ist.
Jeder Tag ist ein Geschenk und solange ich meine Augen öffnen kann, will ich sie auf den neuen Tag richten und alle die glücklichen Stunden, die ich in meinen Leben erleben konnte.
Das Alter ist wie ein Bankkonto. Du hebst im späteren Leben das ab, was du im Verlaufe deines Lebens, entlang deines Lebensweges deponiertest."Mein Hinweis ist, deponiere alles Glück, welchen Du erlangen kannst auf der Bank Deiner Erinnerungen.
Erinnere Dich stets dieses einfachen Leitfadens fürs Glück.
1. Befreie Dein Herz von Hass.
2. Befreie Deine Gedanken von Traurigkeit.
3. Lebe bescheiden.
4. Gebe viel.
5. Erwarte wenig.Bekam ich mit einer Mail geschickt.
Dämmerung
Zögernd geht der lichte Tag
aus der Stube, aus dem Haus,
und der Glanz auf Krug und Schale,
an der Wand die Sonnenmale
löschen langsam aus.Leiser klingt der Kinder Rufen,
Steig und Gassen werden leer,
Schrank und Tisch, Bett und Truhe
stehn in seltsam ferner Ruhe
und gehören mir nicht mehr.Botenspruch der nahen Nacht
wandelt aller Dinge Maß:
Selbst der Liebsten Angesicht
ändert sich im Dämmerlicht
und wird fremd und blass.Friedrich Czerny
Ämilie Juliane Reichsgräfin von Schwarzburg-Rudolfstadt
1637 erblickte sie als Flüchtlingskind auf der Heidecksburg bei Rudolfstadt in Thüringen das Licht der Welt. Mit vier Jahren verlor sie den Vater, mit fünf die Mutter. Die Herrin der Heidecksburg war zum Glück ihre Tante und ihre Patin, eine gutherzige, mütterliche Frau, die das Waisenkind zu sich in Pflege nahm und ihm – wie den eigenen Söhnen und Töchtern – eine exzellente Bildung angedeihen ließ.
Die Fähigkeiten der Pflegetochter waren die Talente und Begierde zur Lateinischen Sprache und Gedichte zu schreiben. Beeinflusst wurde sie nicht nur von der Bibel und dem lutherischen Katechismus, sondern auch von den Werken des frühen Pietismus.
Innige Herzensfrömmigkeit und Nächstenliebe bestimmte die Glaubensrichtung. Sie kümmerte sich um Kinder und Waisen und bekam den schönen Namen „Freundin des Lammes“.
1665 heiratete sie den Sohn Grafen Albert Anton der Pflegemutter und war plötzlich Herrin auf Heidecksburg.
Trotz ihrer Gebrechlichkeit zog sie ein Kind groß, ein anderes starb kurz nach der Geburt. Auch nahm sie an den Problemen der Landbevölkerung Anteil, unterstützte die „Mägdleinschulen“ und … schrieb Lied um Lied, insgesamt 587 geistliche Lieder für alle nur möglichen Anlässe und Nöte.
Am 3. Dezember 1706 war es so weit. Sie ging heim in die andere Welt, von der sie in einer fast neugierigen Vorfreude gesungen hatte: „Es geht zur Hochzeit zu, die Krone blinkt von oben“.
GUTER RAT
Geschieht wohl, dass man einen Tag
weder sich noch andre leiden mag,
will nichts dir nach dem Herzen ein;
Sollt’s in der Kunst wohl anders sein?
Drum hetze nicht zur schlimmen Zeit,
denn Füll und Kraft sind nimmer weit:
Hast in der bösen Stund geruht,
ist dir die gute doppelt gut.Johann Wolfgang von Goethe