Juli 2009

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1. Juli

Begonien

Sie sind ihrer Herkunft nach Schattenpflanzen und stammen aus den tropischen Regenwäldern oder subtropischen Gebieten Amerikas, Asiens und Afrikas. Dort werden noch heute immer wieder neue Arten oder unbekannte Naturhybriden entdeckt.
Einige Arten gedeihen jedoch auch in Gebirgswäldern, sogar noch in Höhen bis zu 4000 Metern. In den tropischen Wäldern leben die Begonien entweder als Bodenpflanzen oder als „Aufsitzer“ auf Bäumen.

Durch Züchtung wurden in den letzten zwei Jahrhunderten Pflanzengestalt, Blütenformen und Blütenfarben stark verändert. Es entstanden weitere Hybriden und eine Vielzahl von Sorten. Deshalb wurde die Gattung Begonia aus der Familie der Schiefblattgewächse sogar für Fachleute nur schwer übersichtlich.
Zwei große Gruppen gibt es: Blatt- und Blütenbegonien.

2. Juli

Arbeiten mit den Händen. Wandern in der freien Natur.
Essen, wenn man Hunger hat. Schlafen, wenn man müde ist.
Sprechen mit den Bäumen und den Würmern.
Flöten für die Vögel und auf einem Kamm blasen für die Fische.
Du bekommst neue Augen für die Wunder um dich herum.
Du wirst weniger verbrauchen, aber mehr und bewusster genießen.
Genießen ist ein Segen.
Mit wenig zufrieden sein und viel genießen ist die Kunst und das Glück von wirklich freien Menschen.
 
Phil Bosmans

3. Juli

Gemüse sind vitaminreich und gesund

Feldsalat – frisch geerntet enthält er viel Vitamin C
Rote Bete – stärkt Körper bei Fieber und ist gut fürs Immunsystem
Möhren – gut für die Sehkraft und Verdauung – harntreibend
Knollensellerie – hilft bei Blasen- und Nierenleiden und beruhigt den Darm
Petersilienwurzel – ist eine Suppenwürze und enthält viel Vitamin C
Kopfkohl – senkt das Darmkrebs-Risiko und wirkt antimikrobiell
Wirsing – wie Kopfkohl; man sollte ihn nur gekocht verzehren.
Grünkohl – senkt den Blutfettspiegel und stärkt Magen und Darm
Rosenkohl – wie Kopfkohl; am besten frisch gepflückt verwenden
Lauch – fördert die Verdauung, senkt Blutdruck, antibiotisch
Schwarzwurzeln – enthalten entgiftende Bitterstoffe und sind gut für Diabetiker
Meerrettich – seine Senföle wirken antibiotisch und er hilft gegen Husten
Topinambur – ist gut für Magen, Galle, Leber - Diabetikergemüse

4. Juli

Mein Garten

Jeden Morgen in meinem Garten
öffnen neue Blüten sich dem Tag.
Überall ein heimliches Erwarten,
das nun länger nicht mehr zögern mag.
Die Gestalt der Natur ist doch wunderschön,
wenn der Dornbusch blüht und die Erde
mit Gras und Blumen prangert.

Nach Matthias Claudius

5. Juli

Einige gärtnerische Begriffe

Man hört immer wieder, dass die "Baumscheibe" offen gehalten werden muss. Darunter kann sich der Laie beim besten Willen nichts vorstellen. Es handelt sich dabei um den Bereich rund um den Stamm der Bäume. Ungefähr im Durchmesser der Krone sollte man den Boden regelmäßig lockern und "offen halten", wie der Fachmann sagt, damit die Wurzeln genug Sauerstoff bekommen und Feuchtigkeit sowie Düngerlösungen gut einsickern können. Bei frisch gepflanzten Bäumen ist diese Maßnahme besonders wichtig. Man sollte die Fläche möglichst mulchen, damit dem Boden auch den Sommer über die nötige Frische erhalten bleibt. Dazu darf man aber keinen Stalldung verwenden. Auch mit Rasenschnitt muss man vorsichtig sein und ihn nur flach verteilen. Wenn geschnittene Gräser zu dick aufgebracht werden, entsteht leicht Fäulnis und das ist nicht gut.
Auch auf dem Kompost muss man damit vorsichtig sein und die Schnittabfälle immer mit ausreichend Erde vermischen, damit sie verrotten und nicht faulen.
Auch der Begriff "Pikieren" ist für manche Ohren noch etwas fremd. Hierbei spricht der Fachmann vom Vereinzeln aufgegangener Aussaaten, was soviel wie "in einen weiteren Stand umpflanzen" bedeutet.


6. Juli

Marie auf der Wiese

Marie auf der Wiese,
auf der Wiese Marie,
alle Gräser und Blumen
sind größer als sie.

Mir wird schon ganz bang,
weil ich nirgends sie seh’.
Ich hab’ sie verloren,
verloren im Klee.

Zwischen Sternblumen weiß
und den Glocken so blau
und den goldnen Ranunkeln
ei, was ist da, schau!

Das ist kein Sternblum’,
ein Köpflein ist das.
Ich hab’ sie gefunden,
gefunden im Gras.

Johannes Trojan

7. Juli

Die Schafgarbe

Sie wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Brachflächen und gehört zu den häufigsten Wildpflanzen, die an Wegrändern und auf Wiesen stehen. Im Juni beginnt sie mit hübschen weißen Blütendolden zu blühen.
Im Mai kann man ihre jungen Blättchen als Salatgewürz ernten. Aber viel wichtiger ist, dass die Schafgarbe wegen ihres hohen Gehaltes an ätherischen Ölen in ihren Blättern und Blüten seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt wird. Man sammelt ihre Stängel, wenn sich die kleinen Einzelblüten in den Dolden gerade eben öffnen. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Morgen an einem sonnigen Tag. Gebündelt hängt man die blühenden Stängel kopfüber an einem dunklen Platz zum Trocknen auf oder verwendet sie frisch. Man kann einen Tee aus der Schafgarbe aufbrühen, der sowohl innerlich wie auch äußerlich angewendet werden kann.
Die Schafgarbe besitzt ganz ähnliche Wirkungen wie die Kamille: Der Tee hilft gut gegen Kreislaufstörungen, Appetitlosigkeit sowie Magen- und Darmbeschwerden. Äußerlich nutzt man abgekühlten Schafgarbentee z.B. für Waschungen und Umschläge bei Hautausschlägen, Frostbeulen oder schlecht heilenden Wunden.
Es gibt Zierformen der Schafgarbe, die sind robuster und zugleich sehr dekorative Stauden. In fast jedem Boden fühlen sie sich wohl und stellen keine großen Ansprüche, blühen fast den ganzen Sommer. Die roten und gelben Blüten lassen sich gut trocknen. Ich habe sie immer für die Wintergestecke auf dem Friedhof verwendet.

8. Juli


Der Sommer

Tra, ri, ra,
der Sommer, der ist da!
Wir wolln hinaus in Garten
und wolln des Sommers warten.
Ja, ja, ja,
der Sommer, der ist da!

Tra, ri, ra,
der Sommer, der ist da!
Wir wolln hinter die Hecken
und wolln den Sommer wecken.
Ja, ja, ja,
der Sommer, der ist da!

Tra, ri, ra,
der Sommer, der ist da!
Der Sommer, der Sommer!
Der Winter hat verloren!
Ja, ja, ja,
Der Sommer, der ist da!

Tra, ri, ra,
der Sommer, der ist da!
Wir wünschen dem Herrn ei
nen goldnen Tisch,
auf jeder Eck ein gebacknen Fisch,
drei Kannen voll Wein,
daß er dabei kann fröhlich sein!
Ja, ja, ja,
der Sommer, der ist da!

Volksgut

9. Juli

Trinken im Sommer

An heißen Sommertagen machen sich die durchschnittlich zwei Millionen Schweißdrüsen des Menschen deutlich bemerkbar. Um den Körper vor Austrocknung zu schützen, sollte deshalb gerade bei schweißtreibendem Wetter viel getrunken werden.

Eiskalte Limonade?
Klare Antwort: Magen und Darm würden das verübeln.

Zu niedrige Temperaturen von Getränken können den empfindlichen Verdauungsorganen einen regelrechten Schock versetzen. Nicht ohne Grund ist es in den wärmeren Regionen Europas üblich, warme Getränke in kleinen Schlucken zu genießen.

Der menschliche Organismus hat eine Betriebstemperatur von 37 Grad. Was darüber hinausgeht, zum Beispiel Fieber, oder darunter liegt, stört den Stoffwechsel nachhaltig. Stürzt etwa ein halber Liter eiskaltes Wasser in den Magen, schockt das die Magenschleimhaut. Fast ohne Verzögerung gelangt die eiskalte Flüssigkeit in den Darm.
Durch die Kälte ziehen sich dort die Blutgefäße zusammen und das Blut wird in andere Körperregionen getrieben. Das belastet Herz und Kreislauf. Die Darmenzyme, die für den Abbau von Nahrungsbestandteilen sorgen, können bei einer solch niedrigen Betriebstemperatur nicht richtig arbeiten. Experten sprechen vom Kälteschock im Darm. Vielfach ist Bauchweh oder gar Durchfall die Folge.
Sanfte und nebenwirkungsarme Hilfe gegen Magen-Darm-Beschwerden kommt aus der Natur. So wirkt die Dreierkombination einer ausgewogenen Mischung aus Kamille, Schafgarbe und Pfefferminze krampflösend, beruhigt die Beschwerden im Magen und normalisiert die Darmtätigkeit. Die krampflösende, antibakteriellen Eigenschaften von Kamillenblüten und Schafgarbenkraut werden von den entblähenden Wirkungen der Pfefferminzblätter ergänzt. Grundsätzlich sollten Getränke gerade im Sommer eine halbe Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank genommen werden. Auch auf Eiswürfel sollte man seiner Gesundheit zuliebe besser verzichten. Denn zu den Problemen, die der Magen mit der Kälte hat, kommt auch noch die Tatsache, dass nach dem Genuss kalter Getränke der Körper erst recht mit der Reaktion des Schwitzens antwortet.

10. Juli

Trinken bei Sommerhitze

Ohne Wasser kein Leben. Auf Nahrung könnten wir wochenlang verzichten, aber ohne Wasser würden wir schon nach wenigen Tagen verdursten. Wasser ist die Grundlage aller biologischen Vorgänge im Körper. Um leistungsfähig zu. bleiben, muss der Verlust über Nieren, Darm, Haut und Atemluft regelmäßig ersetzt werden. Leider denken viel zu wenig Menschen daran, bei Wärme ausreichend zu trinken. Besonders Menschen mit vermindertem Durstgefühl oder erhöhtem Flüssigkeitsbedarf wie Säuglinge und Kinder bis vier Jahre, Erwachsene ab 65 Jahren, Kranke und Pflegebedürftige sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

An heißen Tagen ein bis zwei Liter mehr trinken als sonst. Empfehlenswert sind Mineralwasser mit mindestens 20 Milligramm Natrium pro Liter. Günstig sind zudem Fruchtsaftschorlen aus drei Teilen Wasser und einem Teil Saft sowie Früchte- und Kräutertees.

Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen tragen Kaffee, Tee, Bier und Wein zur Flüssigkeitsbilanz bei. Diese Genussmittel sind aber keine Durstlöscher. Sie sollten nur in Maßen getrunken werden.

Sportler sollten darauf. achten, dass ihr Trinkwasser viele Mineralien, vor allem Magnesium enthält (mindestens 100 Milligramm pro Liter). Als Faustregel gilt: Pro Stunde körperlicher Aktivität gehen ein bis anderthalb Liter Flüssigkeit verloren. Bei einem Training, das länger als eine Stunde dauert, auch zwischendurch trinken! I

Eiskalte Getränke regen die Wärme- und Schweißproduktion an. Besser sind zimmer- bis lauwarme Getränke. Salbeitee ist ein gutes Hausmittel für Menschen, die viel schwitzen. Am besten über den Tag verteilt drei bis vier Tassen trinken.

Trinkmuffel sollten ihre Getränke in Sicht- und Griffweite hinstellen und zudem Obst- und Gemüsesorten mit hohem Wasseranteil zu sich nehmen: dazu gehören Gurken, Tomaten, Melonen und Erdbeeren.

11. Juli

Der römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
er voll der Marmorschale Rund,
die, sich verschleiernd, überfließt
in einer zweiten Schale Grund;
die zweite gibt, sie wird zu reich,
der dritten wallend ihre Flut,
und jede nimmt und gibt zugleich
und strömt und ruht.

Conrad Ferdinand Meyer

12. Juli

Sturmflut an der Nordseeküste

Niemand kann mit so stolzem Selbstgefühl seinen Heimatboden besitzen wie der Bewohner der Marschen, der ihn zum Teil geschaffen und mühevoll errungen hat, der ihn jahraus, jahrein mit ungeheurer Kraft und Ausdauer behaupten und verteidigen muss gegen die wilden, ewig wühlenden und spülenden Fluten.
Die gesegneten Fluren, die er bewohnt, die mächtige, grüne Ebene mit ihren buschreichen Dörfern, mit Turmspitzen und stattlichen Bauerngehöften, mit Saatfeldern und Viehscharen, mit Rädergerassel und Sensenklang, Taubengeflatter und Lerchengeschwirr waren einst nichts anderes als ein weites, sumpfiges Rohrfeld oder gar ödes, kahles Watt ohne allen Pflanzenwuchs. Und sie würden sofort wieder in den alten, wüsten Zustand übergehen, wenn einmal die Deiche verschwänden.
In diesen Deichen, die sich gleich mächtigen Festungswällen in der ganzen Länge der Marschen schützend vor ihnen herziehen, sehen wir die erste aller Bedingungen des Daseins jener reichen, blühenden Ufergebiete. Von ihrer Erhaltung hängt das Wohl und Wehe vieler Tausender, ja die Existenz ganzer Landstriche ab.
Um die hohe Wichtigkeit und Bedeutung der Deiche zu begreifen, muss man einmal eine gewaltige Sturmflut mit angesehen haben; denn wer ein solches Ereignis nie erlebte, wird sich schwerlich von seiner Größe und Schrecklichkeit eine Vorstellung machen können. Die rechte Zeit der Sturmfluten ist vom Oktober bis zum April.
Wenn der Sturm große Wassermassen gegen die Küsten und weit in die Flüsse hinaufpeitscht, wodurch die Ebbe aufgehalten oder fast ganz gehemmt wird, wenn sich dazu noch eine Springflut gesellt, dann steigen die wilden Wasser oft zu einer Höhe und Furchtbarkeit, die einem das Herz erbeben machen. Aber ruhig erwartet sie der Marschbewohner, weiß er doch, dass seine Deiche hoch und stark genug sind, ihm sicheren Schutz zu gewähren. So steht er unbekümmert um den heulenden Sturm auf der Kappe des Deiches und schaut in ernstem Sinnen auf die wallenden Fluten, von denen er genau weiß, wann sie an den Deich heranströmen werden. Noch ist das Vorland trocken, noch sind die Fluten in ihrem Bette; doch man sieht schon, wie sie toben, wie sie sich bäumen und die weißen Zähne zeigen, als harrten sie voll Ungeduld der Stunde, da eine höhere Macht ihnen das Zeichen zum Angriff gibt.
Jetzt nahen sie. Lauter und lauter wird das Brausen und Donnern. Sie erreichen das Vorland, in kurzer Zeit ist es bedeckt und bietet nun, soweit das Auge reicht, nur eine einzige wilde Wasserwüste, deren Schaumkämme blendendweiß gegen das trübe Grau der Wogen abstechen. Kein Schiff ist weit und breit zu erspähen, alle sind vor dem Sturme in sichere Buchten geflüchtet, und nur hier und dort kündet ein einsamer Weidenbaum, der mit seinem nickenden, wild zerzausten Haupte aus den Fluten ragt, dass da unter den wilden Wogen grünes, fruchtbares Land liegt.
Immer höher schwillt das Gewässer. Jetzt ist auch die Bärme, der Fuß des Deiches, beflutet, endlich der Deich selbst. Mit zerstörender Gewalt schnaubt Woge auf Woge am Deich hinauf. Kaum wird die erste von seiner Schrägung zurückgewiesen, als schon die nächste mit erneuter Kraft heranrollt. Dazu steigt die Flut noch mit jedem Augenblick. Hochauf bäumen sich die wilden Wasser und schauen gierig über den Deich ins gesegnete Land, weit hinein ihren stäubenden Schaum schleudernd, als ob der Anblick ihres alten Eigentums sie mit doppelter Wut erfüllte. Dazu der heulende Sturm, der des Himmels dunkle Regenwolken in rasender Eile vor sich herjagt, Scharen segelnder Möwen, die umsonst mit dem Winde kämpfen, bis sie sich ermattet auf die geschützten Wiesen und Acker flüchten, und endlich hier und da ein Marschbewohner, der trotz Sturmgewalt und Wogendrang sich mühsam längs des Deiches durch den spritzenden Schaum arbeitet, um zu erspähen, ob ihm nicht die Fluten einen Balken oder einige Bretter oder sonst eine Beute zutreiben. All dieses gibt ein Bild von wilder Großartigkeit.
Doch der Marschbewohner blickt noch immer kalt und ruhig in den Aufruhr.
Hat nur der Deich hinreichende Höhe und Schrägung, so wird er nicht vor einer Flut weichen, ob ihre Wogen auch noch so mächtige Stücke herausreißen und noch so tiefe Höhlungen in seinen Leib wühlen.
Doch wehe ihm, wenn das Wasser so hoch steigt, dass es mit dem Gipfel des Deiches gleich wird! Von dem unablässigen Bespülen ist dann bald die festgetretene Kappe erweicht, und das Schicksal der Menschen hängt oft nur an einem Haare. Die geringste Lockerheit des Erdreiches, ein einziges Mauseloch oder ein Maulwurfsgang kann jetzt Ursache des größten Unglücks werden. Durch die kleinste Rinne dringt sofort das Wasser, spült sie weiter, und im Nu reißt ein Stück der Kappe fort.
Ist das aber geschehen, so ist auch ein Deichbruch unvermeidlich; denn mit furchtbarer Gewalt dringt jetzt die hoch aufgestaute Flut durch die entstandene Öffnung, die mit jeder Minute breiter und breiter wird. Da endlich bricht auch das letzte noch feste Erdreich bis auf den Grund weg, und, durch nichts mehr gehemmt, schießt donnernd und brausend der rasende Strom durch die weite Gasse dahin. Tief wühlt er den Grund auf und spült alles, was er auf seinem Wege findet, mit sich fort. Im Nu zertrümmert er Häuser, reißt Bäume aus der Erde, begräbt Menschen und Tiere in seinen Fluten und verwandelt die ruhige Marschebene in eine wilde, graue Wasserfläche.
Sobald sich daher eine Kappstürzung zeigen will, wird in höchster Hast das möglichste aufgeboten, um sie zu verhindern. Sandsäcke, Mist, Stroh, Balken, Bretter, alles, was nur irgend dienlich sein kann, wird zur Verstärkung auf die bedrohte Stelle gebracht, um das Heimatdorf zu retten.

Hermann Allmers

13. Juli

Der Kabeljau

Das Meer ist weit, das Meer ist blau
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.

Da kommt ein Hai von ungefähr
ich glaub von links, ich weiß nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr.

Das Meer ist weit, das Meer ist blau
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.

Heinz Erhardt

14. Juli

Morgen

Sooft die Sonne aufersteht,
erneuert sich mein Hoffen
und bleibet, bis sie untergeht,
wie eine Blume offen;
dann schlummert es ermattet
im dunklen Schatten ein,
doch eilig wacht es wieder auf
mit ihrem ersten Schein.

Das ist die Kraft, die nimmer stirbt
und immer wieder streitet,
das gute Blut, das nie verdirbt,
geheimnisvoll verbreitet!

Gottfried Keller (1819-1890)

15. Juli

Diese Zeilen bekam ich einmal geschickt und ich muss sagen: es stimmt

Es gibt Tage wie Samt und Seide, die dich wohlig umarmen, dich lustvoll, Wonne schauernd, von Kopf bis Fuß anschmiegsam umgarnen.

Sie weben dich ein mit Fäden der Zärtlichkeit nur für die Seele, ganz tief drinnen.
Sie lassen dich denken und fühlen:

Ich lebe – Ich bin

16. Juli

Abendgebet

Abends, wenn ich schlafen geh,
vierzehn Engel bei mir stehn,
zwei zu meiner Rechten,
zwei zu meiner Linken,
zwei zu meinen Häupten,
zwei zu meinen Füßen,
zwei, die mich decken,
zwei, die mich wecken,
zwei, die mich weisen
in das himmlische Paradeischen.

Volksgut

17. Juli

Um Mitternacht

Gelassen stieg die Nacht ans Land,
lehnt träumend an der Berge Wand,
ihr Auge sieht die goldne Waage nun
der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;
und kecker rauschen die Quellen hervor,
sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
vom Tage,
vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied,
sie achtet’s nicht, sie ist es müd;
ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
der flüchtgen Stunden
gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer behalten die Quellen das Wort,
es singen die Wasser im Schlafe noch fort
vom Tage,
vom heute gewesenen Tage.

Eduard Mörike

18. Juli

Erdbeeren

Sie sind rot, süß und wenn man nicht aufpasst, schnell matschig.
Als Pflanze ist die Erdbeere etwas Besonderes. Sie gehört zu den Rosengewächsen, an ihren Blüten kann man das erahnen. Die sehen nämlich Wildrosen ähnlich. Die Früchte zählen Fachleute zu den Sammelnüssen, denn eigentlich ist nicht die ganze rote Erdbeere die Frucht, sondern die vielen winzigen braunen Pünktchen auf ihr. Das sind die Nüsschen.
Das Geheimnis der Erdbeere liegt in ihren Geschmackstoffen, den Aromen. Mehr als 300 Aromastoffe stecken in einer einzigen Frucht. Hinter dem Erdbeerengeschmack verbirgt sich also eine Mischung aus verschiedenen Geschmacksrichtungen: Karamell, Pfirsich, Gras, Gummibärchen, Veilchen, Käse und sogar Ziegenbock. Das haben Forscher in Sachsen-Anhalt herausgefunden.
Erdbeeren gibt es schon seit der Steinzeit. Bereits vor Tausenden von Jahren haben Menschen kleine Walderdbeeren gesammelt. Die großen Erdbeeren, die wir heute meist essen, kamen später zu uns. Forscher brachten verschiedene Sorten aus Amerika mit. Aus zwei Sorten entstand vor rund 250 Jahren der Vorläufer unserer heutigen Erdbeere: die Ananas-Erdbeere. Sie sieht ein bisschen so aus wie eine Ananas und duftet auch ähnlich.
Heute gibt es weltweit 1 000 Erdbeersorten. In Indien wachsen sogar weiße Erdbeeren. Sie schmecken nach Kokos, Banane und Pfirsich.

19. Juli

Beerenzeit

Geh’n wir in den Wald hinaus,
lasst uns Beeren suchen!
Morgen gibt’s in jedem Haus
Heidelbeerenkuchen.

Holen wir ihn heim geschwind
aus der Bäckerstube!
Und bald lacht ein jedes Kind
wie ein Negerbube.

Aus einem alten Kinderbuch

20. Juli

Preiselbeer-Parfait

Zutaten für 1 Kastenfonn 20 cm

250 g tief gefrorene Preiselbeeren
6 EL Ahornsirup
400 g Brotaufstrich "Legere mit Joghurt" (z. B. Brunch)
250 ml Schlagcreme (z. B. Rama)

Zubereitung:
Preiselbeeren, Ahornsirup und Brotaufstrich mit einem Pürierstab pürieren.
Schlagcreme mit den Quirlen des Handrührers aufschlagen und unter die Preiselbeermasse heben.
Kastenform mit Frischhaltefolie auslegen, die Parfait-Masse hinein geben und zirka 12 Stunden gefrieren, dabei in den ersten Stunden ab und zu vorsichtig umrühren.
Vor dem Servieren zirka 5 Minuten antauen, stürzen und die Frischhaltefolie vorsichtig abziehen.

21. Juli

Mittagszauber

Goldstaub die Luft! - Der stille Park verträumt,
die Rosen schwer, vom eignen Dufte trunken,
und jeder Halm von weißem Licht umsäumt,
und selbst das Erlenlaub in Schlaf versunken.

Es ist so still - nur dann und wann im Hag
ein Wachtelruf, des Hähers Liebeslocken,
ein schluchzend abgebrochner Amselschlag,
ein kurzes Brausen wie versunkne Glocken.

Ich selbst verträumt, das Auge sonnenschwer,
es flutet über mich mit schwüler Welle,
ein blauer Falter taumelt um mich her,
vom Schilfe tönt das Schwirren der Libelle.

In meiner Seele wird es licht und weit,
ein Schwanken ist's, ein selig Untergehn. ...
Des Sommertags verlor'ne Einsamkeit
fühl ich wie gold'ne Nebel mich umweh’n.

Noch sieht mein Aug' ein fallend Rosenblatt,
ein Wasserhuhn ist taumelnd aufgeflogen.
Ich sinke hin - so still und traumesmatt
und treibe steuerlos auf Traumeswogen.

Hedwig Dransfeld

22. Juli

Ich stimme dem Ende der Geschichte zu. Man muss wirklich nur Augen und Ohren öffnen:

Die Hecke im Sommer

"Ich hab' dich liiib ... ", flötete die Goldammer in der Hecke. Das große Heupferd, das im dichten Gefilz der Zweige und Ranken seinen Wohnsitz hat, schüttelte unwillig den Kopf. Und die Heuschrecken zirpten. empört. Langweilige Gesellschaft! dachte die Goldammer und erhob sich, um einen kleinen Ausflug zu machen. Hoch stieg sie in den blauen Sommerhimmel und flog hinüber in den großen Garten am Haus.
Aber 0 weh! Dort war der große Kater Mauz auf Jagd. Mit seinen Glühaugen schlich er auf sanften Pfoten durch das Gras und duckte sich zum Sprung. "Aufgepasst! Tschilp, tschilp! Achtung!" schrien die kleinen frechen Spatzen, die entsetzt aufstoben.
Da bemerkte auch die Goldammer den Kater, und husch - war sie auf und davon. Das war noch einmal gut gegangen. Noch immer aufgeregt, flüchtete die Goldammer in das Geflecht der Äste und Ruten der Hecke. Hier hatten sie und all die anderen Vögel Ruhe und Sicherheit vor ihren gefährlichen Feinden.
"Das kommt davon", brummte der blau schimmernde Mistkäfer, der geschäftig im ersten Falllaub hin und her lief. "Statt zu Hause zu bleiben und zu arbeiten, flattert man in der Welt herum. Das kann doch nicht gut gehen!"
Aber die Goldammer sang schon wieder ein neues Liebeslied. Singen macht hungrig. Deshalb labte sie sich zwischendurch an den ersten Heckenfrüchten, die bunt in dem dunklen Grün der Hecke aufleuchteten.
So ein Vogel hat es doch zu gut, dachte die Schnecke, die vorsichtig aus ihrem Ornamenthäuschen schaute. Unsereiner muss immer auf dem Boden herumkriechen.
Eilig krabbelte ein großer schillernder Laufkäfer vorbei. Er war auf Beutesuche, und deshalb kümmerte er sich auch nicht um seine Nachbarn, die neben und über ihm in der großen Hecke leben.
Ganz oben aber schwärmen in einer Wolke die Mücken über den grünen Sträuchern im Sonnenlicht.
Die Goldammer hat ihre Mahlzeit beendet. Sie beginnt wieder mit ihrem Lied: "Ich hab dich liiib ... ", klingt es in der Stille des Nachmittags.
Die meisten Menschen, die vorüberkommen, ahnen gar nicht, welch buntes Leben und Treiben in der Einsamkeit der Hecke herrscht ... Man muss nur die Augen und Ohren öffnen.

Cilly Wurzer

23. Juli

Bei diesem Wetter sind sie bei uns unterwegs:

Ich fahr, ich fahr, ich fahr mit der Post.
Fahr mit der Schneckenpost,
die mich keinen Kreuzer kost’.
Ich fahr, ich fahr, ich fahr mit der Post.

Spann die sechs Schimmel ein,
du sollst der Kutscher sein!

Fahre im Schneckentrab,
dann bricht kein Rad uns ab!

Aus Österreich

24. Juli

Schnecken

Sie machen sich über Keimlinge, Jungpflanzen und Stauden her. Man sollte deshalb so früh wie möglich mit der Bekämpfung anfangen, und zwar sobald man die ersten kleinen Jungschnecken entdecken kann. Dann dünn, aber breitflächig Schneckenkorn ausstreuen. Natürlich verwendet man ein nützlingsschonendes Korn und bringt dieses sparsam aus.
Sind die Tierchen dann größer kann man sie morgens und abends absammeln. Dabei nicht quälen, indem man sie z.B. mit Salz bestreut, sondern schnell sterben lassen. Man kann sie in einem Eimer Wasser mit etwas Spülmittel versenken oder sie im Eimer sammeln und dann mit kochendem Wasser übergießen. Die toten Schnecken auf den Kompost.
Schneckenbekämpfung macht viel Arbeit, aber man sorgt dafür, dass im Spätsommer deutlich weniger Tiere im Garten umherkriechen, die dann wieder ihre vielen Eier ablegen.
Gemüsebeete kann man zusätzlich mit einem Schneckenzaun umgeben. Dieser besteht aus scharf nach außen gebogenen Blechen und ist viele Jahre lang haltbar. Die Tiere können die Bleche nicht überwinden, es dürfen allerdings keine Gräser oder Blätter wie Brücken darüberhängen.

25. Juli

*** Neues auf der HP: der Button "Botanik"***

Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
Wo die alten Eichen rauschen.
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich dich Natur belauschen.

Jeder Halm steht wie erwacht;
Grüner scheint das Feld zu leben,
wenn im kühlen Tau der Nacht
warm die ersten Strahlen beben.

Wie die Fülle mich beengt!
So viel Großes! So viel Kleines!
Wie es sich zusammendrängt
in ein übermächtig Eines!

Richard Dehmel

26. Juli

Massage

Wellness liegt nach wie vor im Trend, auch wenn sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass entspannende Anwendungen alleine nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Es kommt auch darauf an, seinen Körper zu fordern, durch regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung zum Beispiel. Doch es gibt auch Anwendungen, die zwar angenehm sein mögen, den Körper aber in einen Alarmzustand versetzen. Dazu gehört Pantai Luar, eine südostasiatische Massagetechnik, die vorgibt, die Haut zu verbrennen.

Pantai Luar ist eine südostasiatische Massageart und bedeutet „an neuen Ufern“ und versteht sich als Ganzkörperanwendung. Im Unterschied zu westlichen Massageformen wird hier nicht mit den Händen gearbeitet, sondern mit zwei Stempelkissen, die mit Kräutern, Kokosflocken und Limetten gefüllt und mit Leintuch überzogen sind.

Zunächst wird der gesamte Körper befeuchtet und anschließend mit einem speziellen Öl eingerieben. In dieses auf 120 Grad Celsius erhitzte Öl werden die Stempelkissen eingetaucht.
Die Hitze soll nach Angaben der Anwender nicht nur dazu dienen, die Wirkstoffe der Kräuter, etwa ätherische Öle, zu lösen, sondern wird auch dazu verwendet, die Haut gezielt zu reizen.
Anfangs kommen die heißen Stempelsäckchen nur kurz mit den gewünschten Körperstellen in Berührung. Dabei werden die Thermorezeptoren der Haut in Alarmbereitschaft versetzt. Dem Körper wird gewissermaßen eine Verbrennung suggeriert, die bei richtiger Anwendung nicht stattfindet. Nach der Theorie soll dieser Schockzustand einen Selbstheilungsprozess in Gang setzen. Um den vermeintlichen Schaden zu reparieren, gehen die Anwender davon aus, dass die Haut neue Zellen bildet. Das soll zu einem strafferem Gewebe und einem verjüngten Hautbild führen.
Je mehr die Stempelkissen abkühlen, desto intensiver wird die Massage. Flüchtige Längsbewegungen werden durch abrollende und drückende Bewegungen abgelöst. Nach und nach werden sämtliche Körperregionen durchmassiert. Die in Öl getränkten Stempelkissen geben dabei die Inhaltsstoffe auf die Haut ab.
Nicht nur die Haut soll von dieser Behandlung profitieren, auch die Muskeln, die durch die Massage und mit Hilfe der Inhaltsstoffe der Kräuter gelockert werden.
Da die Methode mit sehr hohen Temperaturen arbeitet und daher ein Verbrennungsrisiko besteht, sollte sie nur von gut geschultem und erfahrenem Personal durchgeführt werden.

27. Juli

A L T E R

Was ist das?
Es ist wie die Elektrizität oder die Zeit -
stets bleibt´s Geheimnis.
Etwas, das du nicht festhalten kannst,
so sehr du dich auch mühst.
In der Jugend reißt du Bäume aus -
denkst du bist unsterblich.
Für jedes gelebte Jahr tauschst du Erfahrung
Freundschaft, Liebe, Lust - eben
L E B E N.

Du ahnst nicht, dass man von dir verlangen würde
etwas dafür zu geben - ZEIT!
Mit den Jahren fallen dir die Stunden ein,
die du anders hättest nutzen können.
Und doch - auch Schlaf und Muse nennt man
L E B E N!

Du fragst dich, wie lange die Zeit -
das Alter dauern möge,
was für dich von Nöten ist.
Nur du kannst das für dich entscheiden!
Schäme dich deines Alters nicht!
Erfahrung und das
L E B E N
ist letztlich von Gewicht!
Das Gewicht des Körpers,
die Falten im Gesicht,
was ist das zum Vergleich zu dem was man
D A S L E B E N
nennt!

Verfasser nicht bekannt.

28. Juli

Barfuß

Das Wandern auf bloßen Sohlen ist seit einigen Jahren wieder verstärkt in Mode gekommen. Unsere Vorfahren mussten es mitunter zwangsläufig tun. In vielen Ferienregionen sind spezielle Parks entstanden, die auf eigens präparierten Rundwegen verschiedene Untergründe wie Sand, Matsch oder Gras für ein abwechslungsreiches Barfußerlebnis bieten.
Natürlich kann man auch in der freien Natur barfuß wandern. Das Laufen ohne Schuhe erzeugt nicht nur ein wohliges Kribbeln im Fuß, sondern regt auch den Blutkreislauf an. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt.
Auch hat Barfußwandern zudem eine positive Wirkung für die Stützmuskulatur in Rücken und Beinen und nicht zuletzt für die Füße selbst. Die Fußmuskulatur wird gleichmäßiger beansprucht als in Schuhen. Es werden nicht nur die Fersen belastet, sondern auch die Zehen und der Fußballen.
Anfänger sollten bei den ersten Ausflügen nicht gleich übertreiben, es reicht ein etwa einstündiger Spaziergang auf weichem Waldboden, über naturbelassene Feldwege oder Wiesen. Längere Strecken mit hartem oder steinigem Untergrund sollten lieber erst nach einer längeren Gewöhnungsphase in Angriff genommen werden.
Anfänger sollten – um Verletzungen zu vermeiden – die Füße beim Gehen anheben und auf keinen Fall schlurfen.
Der Muskelkater nach solchen Ausflügen ist auch normal.
Menschen mit orthopädischen Problemen an Rücken- oder Fußmuskulatur sollten allerdings vorher einen Arzt befragen.

29. Juli

Barfüßle

Wenn’s warm ist im Sommer
und trocken dazu,
da spar ich der Mutter
die Strümpf’ und Schuh’.

Die Strümpfe und Schuhe,
die kosten viel Geld,
und ich lauf so gern barfuß
wie die Gänslein durchs Feld.

A. Stier

30. Juli

Heilpflanzensäfte

Artischockensaft:
Die Bitterstoffe der essbaren Distel regen die Leber- und Gallentätigkeit an und sollen sogar cholesterinsenkend wirken. Zudem sollen die Inhaltsstoffe die Fettverdauung ankurbeln. Der Trunk wirkt am besten wenn er vor einer Mahlzeit eingenommen wird.

Birkensaft:
Der süßlich schmeckende Saft der Birke lindert Harnwegsinfekte und rheumatische Beschwerden. Er wirkt durchspülend und ist daher besonders für eine Frühjahrskur geeignet.

Brennnesselsaft:
Das Elixier aus dem Kraut und der Wurzel hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit und sorgt für eine glatte und reine Haut.

Brunnenkressesaft:
Die Brunnenkresse und ihr Saft wirken blutreinigend und regen die Verdauung an. Der Trunk liefert zudem Jod und viel Vitamin C.
Brunnenkresse, auch Wasserkresse genannt, wächst an Seen und Bächen. Ihre saftigen, rundlichen, etwas bitter schmeckenden Blätter eignen sich prima als Salatpflanze und veredeln jeden Kräuterquark.

Löwenzahnsaft:
Die Bitterstoffe des jungen Löwenzahns helfen der Leber, der Galle, dem Magen und der Bauchspeicheldrüse. Als Saft ideal für Entschlackungskuren.

Zinnkrautsaft:
Die pflanzliche Kieselsäure strafft die Haut und das Gewebe, kräftigt Nägel und Haare. Zudem entwässert Zinnkraut und regt die Nierentätigkeit an.

31. Juli

Das Wiedersehen

Ein Mensch, im Anzug, seinem guten,
steht schon im Regen, zehn Minuten
und harrt auf seine Straßenbahn:
Die Linie drei kommt, endlich, an.
Hinein! Doch sieh, wer steigt da aus? –
„Ja, Servus, grüß dich altes Haus!“ –
Ein Freund aus fernen Jugendjahren …
Wen lässt der Mensch nun besser fahren?
Die Straßenbahn, nach langem Hoffen?
Den alten Freund, den getroffen?
Der Mensch, obgleich es stärker gießt,
zur Freundestreue sich entschließt.
Doch eh die zwei der uralt-jungen
Gemeinsamen Erinnerungen
Sich zu entladen nur beginnen –
Ist schon der gute Freund von hinnen:
„Ein andermal!“, ruft der und lacht, -
„Verzeih, da kommt grad meine Acht!“

Eugen Roth

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