Mai 2007

Die Rosen leuchten immer noch.
Die dunklen Blätter zittern sacht.
Ich bin im Grase aufgewacht.
O kämst du doch,
Es ist so tiefe Mitternacht.

Dehmel, Richard (1863-1920) 

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Wie die Monate zuvor, ist mein diesjähriger Kalender den Rosen gewidmet und die Königin der Blumen wird uns das ganze Jahr hindurch begleiten.

1. Mai

Mailied

Der Anger steht so grün, so grün,
die blauen Veilchenglocken blühn,
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund
ist schon so bunt
und färbt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt,
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht
hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)

2. Mai

Hopfen und Malz – Gott erhalt’s.

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Uni Würzburg hat den Hopfen zur Arzneipflanze des Jahres 2007 gewählt. Damit wird eine Kulturpflanze gewürdigt, deren Nutzung sich keineswegs auf das Brauereiwesen beschränkt. Extrakte aus den Hopfenzapfen, das sind die zwei bis vier Zentimeter langen, grünlich-gelben weiblichen Fruchtstände, bilden haute in Kombination mit der Baldrianwurzel auch die häufigste Darreichungsform pflanzlicher Schlaf- und Beruhigungsmittel.
Im Bier sorgt der Hopfen für den würzigen Geschmack und auch für den Schaum und bessere Haltbarkeit. Deutschland verfügt über die größten Bierhopfenanbaugebiete der Welt. Sie liegen vor allem im Fränkischen.

Hopfen kann als Faserpflanze und zur Hausbegrünung verwendet werden. Die jungen Sprossen eignen sich als Wildgemüse. Der Hopfen ist ursprünglich eine wild wachsende heimische Kletterpflanze, die in den gemäßigten Zonen der gesamten Nordhalbkugel gedeiht. Er kommt auch heute bei uns noch recht häufig vor, vor allem in Auwäldern. Immer rechts herum windend erreicht der Hopfen eine Höhe von sechs bis zehn Metern. Es gibt rein weibliche und rein männliche Pflanzen.
Gemessen an der Tatsache, dass die meisten europäischen Arzneipflanzen bereits seit mehr als 2000 Jahren in Gebrauch sind, kann der Hopfen als eine verhältnismäßig junge Arzneipflanze bezeichnet werden. Die antike Medizin hat ihn jedenfalls nicht verwendet. In der frühmittelalterlichen Klosterkultur gab es zwar bereits Hopfengärten, aber die Mönche und Nonnen nutzten das Rankengewächs nicht medizinisch, sondern zur Konservierung von Getränken. Das gehopfte Bier ist also eine Erfindung der Mönche.
Die Ärzte entdeckten den Hopfen im 18. Jahrhundert als Schlafmittel wieder: Für Christof Wilhelm Hufeland (1762-1836), einer der bedeutendsten Mediziner seiner Zeit, ist der Hopfen ein Bittermittel für die Verdauung und ein Nervenmittel zur Beruhigung. Dem folgt der ebenfalls sehr berühmte Clarus, der 1864 in seinem „Handbuch der speziellen Arzneimittel“ den Hopfen gegen Appetitlosigkeit bei Magenkatarrhen, für die Magenschleimhaut und bei Schlaflosigkeit empfiehlt. Im 20. Jahrhundert etablierte sich der Hopfen dann als pflanzliches Beruhigungsmittel, vor allem in Verbindung mit der Baldrianwurzel.

3. Mai

Was sind Kinder?

Kinder sind ein Geschenk des Lebens.
Ihr Lachen, ihre Offenheit,
ihre Spontanität, ihre Betroffenheit
sucht man bei Erwachsenen vergebens.

Kinder sind unvoreingenommene Liebe.
Mit Zärtlichkeit, mit Ehrlichkeit,
nur manchmal Scheu und Schüchternheit.
Wenn's bei den größeren so bliebe ...

Kinder sind längst vergessenes Glück.
Verspieltheit und die Leichtigkeit,
die Freude und die
Unbefangenheit -
denkt endlich mal zurück!

???

4. Mai

Sing Michael, sing…

Als Karen feststellte dass sie wieder schwanger war tat sie das, was alle guten Mütter tun:

Sie half ihrem 3jährigen Sohn Michael, sich auf sein kleines Geschwisterchen vorzubereiten.

Nachdem sie schon bald wussten, dass das neue Baby ein Mädchen war, legte Michael den Kopf auf den Bauch seiner Mutter und sang Tag für Tag und Nacht für Nacht seiner Schwester Lieder vor.

Das ging so über die ganzen Monate.

Die Schwangerschaft verlief normal für Karen und als ihre Zeit gekommen war, setzten starke Wehen ein. Alle fünf Minuten … jede Minute …

Stunden um Stunden kamen die Wehen, und plötzlich gab es Komplikationen. Würde ein Kaiserschnitt notwendig werden?

Doch endlich wurde Michaels kleine Schwester geboren. Aber ihr Zustand war kritisch.

Mit heulenden Sirenen wurde das Baby noch in der Nacht in die Intensivstation für Neugeborene
in ein spezielles Krankenhaus gefahren.

Die Tage verrannen… langsam, allzu langsam, und dem kleinen Mädchen ging es schlechter
und schlechter …

Bis der Kinder-Spezialist den Eltern sagte: „Es gibt keine Hoffnung mehr, seid auf das Schlimmste vorbereitet.“

Karen und ihr Mann nahmen traurig Kontakt mit einem Beerdigungs-Unternehmen auf, suchten auf dem Friedhof
ein kleines Fleckchen Erde aus und bereiteten sich auf die Beerdigung vor.

Dabei hatten sie in ihrem Haus einen ganz besonders schönen Raum eingerichtet für ihr neues Baby… und nun planten sie für eine Beerdigung.

Immer und immer wieder bettelte Michael seine Eltern an, ihn doch seine Schwester sehen zu lassen.
„Ich möchte ihr vorsingen“, sagte er.

Die zweite Woche auf der Intensiv-Station… und es schien, als ob die Beerdigung noch vor Ablauf dieser Woche
stattfinden würde.

Michael nörgelte immer noch. Er wollte seiner Schwester unbedingt vorsingen, aber kleine Kinder waren auf der
Intensiv-Station nicht erlaubt.

Da setzte Karen ihren Kopf durch. Sie würde Michael einfach mitnehmen, ob es nun erlaubt war, oder nicht.
Wenn er seine Schwester jetzt nicht sehen könnte, würde er sie nie lebend gesehen haben.

Sie zog ihm einen übergroßen Anzug an, und marschierte mit ihm in die Intensiv-Station. Er schaute aus wie
ein wandelnder Wäschekorb. Aber eine Schwester merkte, dass er noch ein Kind war und bellte: „Bring das
Kind raus! Hier sind keine kleinen Kinder erlaubt!“

Die Mutter in Karen fühlte eine Stärke in sich und die ansonsten zurückhaltende Frau starrte mit stählernem
Blick in das harte Gesicht der Schwester. Und ihre Lippen waren wie ein Strich als sie sagte: „Er geht nicht.
Nicht bevor er seiner kleinen Schwester vorgesungen hat!“

Karen schob Michael zu seiner Schwester. Er starrte auf das winzige Geschöpfchen, das im Begriff stand,
den Kampf um sein kleines Leben zu verlieren.

Und Michael begann mit Inbrunst zu singen… mit der reinen, klaren Stimme eines dreijährigen Kindes, sang er…

„You are my sunshine, my only sunshine, you make me happy, when skies are grey . . . “

Und das Baby reagierte augenblicklich. Der Puls wurde ruhig und gleichmäßig.
Sing weiter, Michael…

"You never know, dear, how much I love you. Please don't take my sunshine away…"
Das abgerissene, stolprige Atmen des Babys wurde ruhig und gleichmäßig, wie das Schnurren
einer Katze.
Sing weiter, Michael . . . . sing weiter Michael !!
 
Und Michael sang weiter "The other night, dear, when I lay sleeping, I dreamed I held you in my
arms."

Michaels kleine Schwester entspannte sich, lag ruhig und schlief der Genesung entgegen.

Sing weiter, Michael . . . sing weiter Michael … sing , sing … sing … sing weiter Michael !

Tränen rannen über das Gesicht der sturköpfigen Schwester und machten es überraschend weich, und Karens Gesicht leuchtete.

"You are my sunshine, my only sunshine. Please don't take my sunshine away . . . !”

Die Beerdigungsvorbereitungen wurden gestoppt und dann ganz abgesagt. Wichtig war nur noch der nächste Tag … noch ein Tag … ein weiterer Tag …

…und dann war das kleine Mädchen außer Lebensgefahr und so weit hergestellt, dass es nach Hause konnte…

Das Women’s Day Magazine nannte es: „Das Wunder vom Lied des Bruders“.
Der medizinische Stab nannte es schlicht nur „Wunder“
Karen nannte es: „Das Wunder von Gottes Liebe“

Deshalb: Gib nie auf, wenn es um Menschen geht, die du liebst.

5. Mai

Augen
Augen uns viel erzählen,
sind doch der Spiegel der Seelen.
Lockend sie verführen,
zärtlich dich berühren.
Dunkel im Zorn, in der Wut,
signalisieren, sei auf der Hut!
Fröhlich sie blicken,
manches Herz entzücken.
Im nassen Verschwimmen,
die Tränen oft schwimmen.
Fragend sie schau'n,
willst du mir vertraun?
Liebe und Treue,
abwartende Scheue!
Offen und ehrlich der Blick
bietet Freundschaft am Stück.
Heidi Gotti

6. Mai

Warum

In diesen hektischen Zeiten ist es schwierig, sich die Zeit zu nehmen, um sich grundlegenden Fragen zu stellen.

WARUM wird einem eine Pizza schneller geliefert als ein Krankenwagen kommt?

WARUM gibt es einen Behindertenparkplatz vor einer Schlittschuhhalle?

WARUM ordern Menschen einen Double Cheeseburger, eine große Portion Pommes rot/weiß und eine Cola light?

Außerdem haben Sie sich wohl noch nie gefragt:

WARUM können Frauen keine Wimperntusche auftragen mit geschlossenem Mund?

WARUM ist das Wort „Abkürzung“ so lang?

WARUM muss man, um WINDOWS zu schließen, das Startprogramm benutzen?

WARUM enthält Zitronensaft künstliche Geschmacksstoffe und ist das Produkt für die Spülmaschine mit echtem Zitronensaft hergestellt worden?

WARUM gibt es kein Katzenfutter mit Mäusegeschmack?

WARUM gibt es Hundefutter „mit verbessertem Geschmack.“ Wer hat das getestet?

WARUM werden Nadeln für Euthanasie-Injektionen (= Sterbehilfe) sterilisiert?

Sie kennen sicher jene unverwüstlichen „Black Boxes“ in Flugzeugen.
WARUM werden die Flugzeuge nicht aus diesem Material hergestellt?

Wenn Fliegen so sicher ist, WARUM heißt dann die Ankunftshalle „Terminal“?
(in der Medizin die Phase unmittelbar vor dem Tod eines Menschen)

WARUM drückt man fester auf die Tasten der Fernbedienung, wenn die Batterien fast leer sind?

WARUM waschen wir unsere Handtücher; wird denn nicht angenommen, dass wir sauber sind, wenn wir uns damit abtrocknen?

WARUM tragen Kamikaze-Piloten einen Helm?

Freuen Analphabeten sich über Buchstabensuppe?

Als der Mensch entdeckte, dass Kühe Milch geben, wonach suchte er da eigentlich?

Wenn im Wörterbuch ein Wort falsch steht, woher weiß man das?

WARUM hat jener Blödmann Noah die beiden Mücken nicht erschlagen?

WARUM laufen Schafe nicht ein bei Regen?

Ich kaufe mir einen neuen Bumerang, wie werde ich den alten los?

WARUM haben Einrichtungen, die 24 Stunden geöffnet haben, überhaupt Schlösser?

WARUM bin ich aus dem Urlaub wieder gekommen?

Diese Zeilen bekam ich selbst einmal geschickt und wenn Du jetzt mindestens einmal gelächelt hast, bist Du jetzt an der Reihe, diesen Blödsinn unters Volk zu bringen und diese Botschaft jemandem weiter zu schicken, den Du auch lächeln sehen möchtest.

7. Mai

Das Lerchennest

Ein Lerchenpaar hatte sein Nest mitten auf die Eisenbahnschienen gebaut, in eine Ecke, wo zwei Gleise sich kreuzten. Und eines Tages lagen wir Eier in dem Nest, und das Lerchenweibchen saß brütend darauf. Wenn ein Zug kam, so duckte der kleine Vogel sein Köpfchen, bis der letzte Wagen vorüber war. Dann schaute er wieder munter um sich. Endlich lagen statt der vier Eier vier junge Vögel im Nest.
Eines Tages aber hatte sich eines der Jungen mitten auf eine Schiene gesetzt. Der Zug kam näher und näher. Die Alten lockten und lockten. Vergebens! Der junge Vogel blieb sitzen. Plötzlich flog eines der Alten heran, packte das Junge beim Kopfbüschel und schleuderte es über den Bahndamm hinaus.
Ein Bahnwärter, der alles mit angesehen hatte, trug nun das Nest mitsamt den jungen Vögeln in ein nahes Kornfeld. Die beiden Alten folgten ihm auf dem Fuß und trillerten ihm bald darauf in den Lüften den Dank für seine Barmherzigkeit.
Herzog.

8. Mai

FREI SEIN

Ich möchte frei sein.
Frei wie ein Vogel.
Möchte davonfliegen,
wenn wieder alles zuviel wird.
Möchte in den Himmel fliegen,
um dort auf den Wolken zu tanzen.
Möchte die Sterne berühren
und dem Mond gute Nacht sagen.
Möchte zu Orten fliegen,
die den Menschen unbekannt sind.
Mich dort niederlassen
und den nächsten Tag begrüßen.
Möchte an diesem Ort glücklich sein,
bis es Zeit ist zurückzukehren.
Zurückzukehren,
um den Menschen Lebewohl zu sagen,
meinen letzten Flug gen Himmel starten,
um schließlich in der Sonne verglühen.
???


9. Mai

Sie waren der Hit:

In den siebziger und achtziger Jahren gehörten Clogs zu den beliebtesten Mitbringseln aus Schweden und Dänemark. Denn anders als der klobige Holzschuh holländischer Machart, Klompe genannt, waren Clogs durch die Verwendung von Leder als Obermaterial leichter und damit alltagstauglich. Nun kehrt der meist fersenfreie Schlupfschuh, der eine Zeit lang als fußgesunde Berufskleidung von Ärzten sein Dasein fristete, in die Mode zurück.

Die Wurzeln der klappernden Treter liegen in England. Im 17. und 18. Jahrhundert dienten dort mit Eisenringen versehene Holzsohlen als Laufflächen oder Überschuhe zum Schutz des eigentlichen Schuhwerks. Später wurden Clogs als skandinavische Schuhe betrachtet. Dänische Holzschuhe sind hinten geschlossen, während bei schwedischen Clogs die Ferse frei bleibt.

Originalform: Klassische Clogs haben eine dicke und massive Holzsohle mit anatomisch geformtem Fußbett und sind unten mit einer rutschfesten Gummisohle versehen. Das angetackerte oder mit Metallnieten befestigte Oberblatt besteht aus stabilem Leder und bildet. eine Kappe, in der die Zehen Bewegungsfreiheit haben. Lässig, bequem und schön zu Jeans und Caprihosen.

Varianten: Ob mit kleinen Luftlöchern im Oberblatt versehen, poppig in Lackleder, bunt gemustert, mit Blütenapplikationen oder mit Reliefprägung versehen, dick mit Lammfell gefüttert oder als rustikale Stiefel- mit der Wiederentdeckung der Clogs als stylische Freizeitschuhe haben sich die Hersteller auf viele Variationen besonnen, die schon in früheren Jahrzehnten ankamen.

Neuerungen: Modische Clogs setzen auf feminine Formen. Daher sind die Absätze schlanker und höher. Sie taugen auch als Gestaltungselement: bemalt, mit Leder bezogen, mit Ziernieten oder Brandzeichen versehen. Anatomisch empfehlenswert sind diese Pantoletten, die zu knöchel- und wadenlangen Volantröcken passen, jedoch nicht mehr. Neu sind als Bootschuhe konzipierte Clogs aus dem synthetischen Material Croslite. In vielen Farben zu haben, erinnern die so genannten Crocs vor allem durch die Entenfußform ans Original.
 

10. Mai

Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon,
und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrig lässt,
Das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
dass Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

(von Erich Kästner)

11. Mai

Der Mammutbaum

Der Mammutbaum ist das größte Lebewesen dieser Erde und ein Symbol für Beständigkeit und stetes Wachstum. Seine Heimat ist ein eng begrenztes Areal in der Sierra Nevada, Kalifornien.

Das stärkste Exemplar, ca. 3200 Jahre alt, hat nahezu unvorstellbare Werte aufzuweisen:

Höhe 94,5 m, Brusthöhendurchmesser 8,81 m
und eine Holzmasse von 1468 m³.
Der stärkste Ast ist 38,1 m lang und hat einen Durchmesser von 2,3 m.

In der Jugend wächst der Baum breit, kegelförmig und ist bis zum Boden beastet.

In den ersten Jahren bildet er eine Pfahlwurzel, die selten tiefer als 1 m in den Boden vordringt, später wird ein Herzwurzelsystem mit weitreichenden Ernährungswurzeln ausgebildet, das den Mammutbaum auch extrem sturmsicher macht.

Vor zirka zehn Jahren bekam ich von meiner Chefin zum neuen Jahr fünf Samenkörner geschenkt, die wir in Töpfchen mit Erde steckten. Drei davon keimten und fingen sehr langsam an sich zu entwickeln. Richtig wuchsen die Pflanzen aber erst ab dem fünften oder sechsten Jahr. Eines "verabschiedete" sich und zwei wuchsen dann etwas schneller. Heute haben sie ungefähr eine Höhe von 1,60 Metern, sind wirklich kegelförmig und die Äste reichen bis zum Boden.

12. Mai

Säerspruch

Bemesst den Schritt! Bemesst den Schwung!
Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht.
Die Ruh ist süß. Es hat es gut.
Hier eins, das durch die Scholle bricht.
Es hat es gut. Süß ist das Licht.
Und keines fällt aus dieser Welt.
Und jedes fällt, wie’s Gott gefällt.

Konrad Ferdinand Meyer

13. Mai

Muttertag

Einmal im Jahr
sind sie für euch da
die Kinder, die Guten
werden sich sputen

euch zu besuchen
wenn sie auch fluchen
doch einmal im Jahr
muss es sein, klar.

Bereits seit Wochen
alle Medien pochen
drauf, wie besessen
dass bloß nicht vergessen

wird, Blumen zu kaufen
alle kommen gelaufen
heut’ muss es halt sein
ach, ist das nicht fein?

Zweiter Sonntag im Mai
Mütter haben mal frei
im Kalender, da steht’s
also vorwärts geht’s.

Will man auch nicht
man tut’s doch, aus Pflicht
die Mutter zu ehren,
man kann sich nicht wehren.

Den Tag kriegen wir rum
schau’n manche auch dumm
würden lieber länger schlafen
sind heut’ aber … die Braven.

Karin Ernst

14. Mai

Vielleicht eine wahre Geschichte?

Im Bauch einer schwangeren Frau waren einmal 3 Embryos...
 
Einer davon ist der kleine Gläubige, einer der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.
 
Der kleine Zweifler fragt: Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?
 
Der kleine Gläubige: Ja klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.
 
Der kleine Skeptiker: Blödsinn, das gibt's doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen ein Leben nach der Geburt?
 
Der kleine Gläubige: Das weiß ich auch noch nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.
 
Der kleine Skeptiker: So ein Quatsch! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt.
 
Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon jetzt viel zu kurz ist.
 
Der kleine Gläubige: Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.
 
Der kleine Skeptiker: Es ist noch nie einer zurückgekommen von nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine einzige Quälerei, und dunkel.
 
Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.
 
Der kleine Skeptiker: Mutter?!? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?
 
Der kleine Gläubige: Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.
 
Der kleine Skeptiker: Quatsch! Von einer Mutter habe ich ja noch nie was gemerkt, also gibt es sie auch nicht.
 
Der kleine Gläubige: Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören, oder spüren wenn sie unsere Welt streichelt. Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt.
 
Und  was  denkst  DU  -
 
Bist du dir wirklich sicher, dass es kein Leben nach dem Tode gibt?

15. Mai

Versuche niemals, alles zu verstehen -
manches wird nie recht viel Sinn machen.
Sträube Dich niemals, Deine Gefühle zu zeigen -
wenn Du glücklich bist, zeige es!
Wenn Du es nicht bist, finde Dich damit ab!
Scheue Dich niemals davor, etwas zu verbessern -
die Ergebnisse könnten Dich überraschen.
Lade Dir niemals die Last der Welt auf Deine Schultern.
Lass Dich niemals von der Zukunft einschüchtern -
lebe einen Tag nach dem anderen.
Fühle Dich niemals der Vergangenheit schuldig -
was geschehen ist, ist nicht mehr zu ändern.
Lerne von den Fehlern, die Du gemacht hast.

Fühle Dich niemals allein,
es gibt immer jemanden, der für Dich da ist
und an den Du Dich wenden kannst.
Vergiss niemals, dass alles,
was Du Dir nur vorstellen kannst,
auch erreichbar ist.
Stell Dir das vor!
Es ist nicht so schwer, wie es aussieht.
Höre niemals auf zu lieben …
Höre niemals auf zu glauben …
Höre niemals auf zu träumen!
???

16. Mai

Keltischer Baumkreis

Jeder Mensch ist einem Baum zugeordnet im keltischen Baumkreis.
Sieh nach deinem Geburtsdatum, und schau mal welcher Baum dein Bruder ist.
Bringt Glück, wenn man diesen Baum des Öfteren umarmt.
Es durchfließt deinen Körper neue Energie.
Begebe dich auf die Suche nach deinen Bruder Baum.

Die Kastanie 15.05. - 24.05.

Die Kastanie lebt erst seit 1576 bei uns, erstmals gezogen aus einem Samen, der aus den Balkanländern stammte. Jetzt aber ist der Anblick dieses stattlichen, bis zu 25 m hohen Baumes nicht mehr wegzudenken aus unseren Gärten, Parks und Alleen.

Kastaniengeborene, sagt man, brauchen klare Verhaltensmuster, an denen sie sich ausrichten können. Haben sie dieses Ideal gefunden, sind sie verlässlich und verantwortungsbewusst. Sie handeln konsequent und geradlinig, können aber auch als etwas starrsinnig bezeichnet werden, weil sie oftmals lieber einen Irrtum durchziehen, als sich selbst untreu zu werden und von der einmal eingeschlagenen Richtung abzuweichen.

 

Kastanie Geborene sind offen für alles Neue und Abenteuerliche. Spontan treffen sie Entscheidungen, die sie in neue aufregende Situationen stürzen. Ihre Begeisterungsfähigkeit ist überwältigend und es ist schwer sich ihr zu entziehen. Ihr freundliches Wesen bringt bei Unternehmungen mit ihnen immer neue Entdeckungen und überraschende Erlebnisse mit anderen Menschen. Ihr Erfindungsreichtum kennt keine Grenzen. Dadurch ist es ihnen möglich, sich auf vielen verschiedenen Gebieten auszukennen und immer wieder neue Dinge zu entwickeln. Mutig stellen sie sich den Herausforderungen auf allen Gebieten des Lebens. Oft sprechen und diskutieren sie mit Freunden über all die Dinge, die sie bewegen. Sie suchen mit Hilfe ihrer Offenheit gut gemeinten Rat und konstruktive Kritik und empfinden sie als wertvolle Unterstützung bei ihrem Bemühen, ihre Ziele noch schneller zu erreichen. So ist ihnen ihre Offenheit ein wichtiger Helfer, um schwierige Situationen zu meistern.

17. Mai

1. Auf Christi Himmelfahrt allein
ich meine Nachfahrt gründe
und allen Zweifel, Angst und Pein
hiermit stets überwinde.
Denn weil das Haupt im Himmel ist,
wird seine Glieder Jesus Christ
zur rechten Zeit nachholen.

2. Weil Er gezogen himmelan
und große Gab empfangen,
mein Herz auch nur im Himmel kann,
sonst nirgends, Ruh erlangen;
denn wo mein Schatz gekommen hin,
da ist hinfort mein Herz und Sinn,
nach Ihm mich stets verlanget.

3. Ach Herr, lass diese Gnade mich
von deiner Auffahrt spüren,
dass mit dem wahren Glauben ich
mag meine Nachfahrt zieren
und dann einmal, wann Dir's gefällt,
mit Freuden scheiden aus der Welt.
Herr, höre doch mein Flehen!

Lied, Autor: Josua Wegelin (1604-1640)

18. Mai

Der Kuckuck

Jemandem „ein Kuckucksei ins Nest legen“ ist eine bekannte Redensart, und gerade im Frühjahr werden wir oft an den Kuckuck erinnert, ruft er doch um diese Zeit häufig aus dem Wald. Viel Aberglaube rankt sich um diesen interessanten, aber auch ausgesprochen rücksichtslosen Vogel, der bedenkenlos seine Eier in das Nest kleinerer Vögel legt, die dann nichtsahnend den Schmarotzer ausbrüten und zum Dank auch noch mit durchfüttern müssen. Die Gefräßigkeit der Kuckucksjungen bringt die Vogel-Pflegeeltern schier zur Verzweiflung, denn sie können es gar nicht schaffen, genügend Futter für sie und die eigene Brut heranzuholen. Folge ist, dass die eigenen Jungen verhungern, und der von Anfang an stärkere Kuckuck überlebt. So spielen sich auch im Leben unserer Singvögel naturgegebene Tragödien ab, die aber kaum je zur Kenntnis gelangen.

Wir freuen uns im Frühling über den Ruf des Kuckucks und zählen schnell unser Geld, weil der Aberglaube sagt, dass, hat man gerade genügend Geld in der Tasche, es das ganze Jahr über reichlich vorhanden sein wird.
„Das mag der Kuckuck wissen“ ist auch eine bekannte Redensart, die vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass man diesem Vogel früher hellseherische Fähigkeiten nachsagte. So zählte man im Frühling mit, wie oft der Kuckuck rief und glaubte, so viele Jahre noch leben zu dürfen. „Zum Kuckuck!“ oder „Hol’s der Kuckuck!“ sind Verwünschungen, die sicher auf das schmarotzende Wesen des Kuckucks zurückzuführen sind.

19. Mai

"Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald"

ist ein bekanntes deutsches Kinderlied,
dessen Text von Hoffmann von Fallersleben
(1798 - 1874) verfasst wurde.

Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald.
Lasset uns singen, tanzen und springen.
Frühling, Frühling wird es nun bald.

Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei'n:
Komm in die Felder, Wiesen und Wälder.
Frühling, Frühling, stelle dich ein.

Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held.
Was du gesungen, ist dir gelungen.
Winter, Winter räumet das Feld.


20. Mai

Löwenzahn

ist eine Pflanze, über die die Meinungen oft weit auseinander gehen. Für die einen ist er nichts weiter als ein lästiges Unkraut, das möglichst schnell beseitigt werden sollte, für die anderen ein vorzügliches Kleintierfutter oder ein gesunder und leckerer Frühlingssalat.
Kinder sind immer begeistert, wenn sie die "Pusteblume" entdecken, wenn also der Löwenzahn seine Samen gebildet hat, den sie dann in alle Richtungen pusten. Dies ist eine sehr wirkungsvolle Überlebensstrategie des Löwenzahns.
Jedes Samenkorn der "Pusteblume" hat eigene Flugorgane und kann vom Wind weit fort getragen werden. So ist auch der gepflegteste Garten niemals vor ihm sicher, auch dann nicht, wenn man im eigenen Garten keine Pflanze zur Blüte kommen lässt und bei der Bodenbearbeitung jedes Wurzelstück sorgfältig herausholt. Das allerdings ist schwierig, denn die tiefgehenden Pfahlwurzeln können meist beim Hacken nicht restlos entfernt werden.
Welch große Kraft im Löwenzahn steckt, kann man häufig auf asphaltierten Feldwegen erkennen, wenn die Straßendecke reißt und sich dort eine Löwenzahnpflanze entwickelt.
Taraxacum officinalis, wie der Löwenzahn botanisch heißt, wird aber auch als Heilpflanze verwendet. Der Namenszusatz "officinalis" weist auf seinen hohen gesundheitlichen Wert hin. Er ist vor allem für seine blutreinigende Wirkung bekannt. Verwendet werden können Blätter, Blüten und die Wurzeln. Am wirksamsten ist ein Tee oder eine Tinktur, die aus allen drei Pflanzenteilen hergestellt wird.

21. Mai

Meine Träume 

Kennst Du meine Träume?
Den Traum der Freiheit
fliegen mit dem Wind,
lachen mit der Sonne
strahlen mit den Sternen.

Den Traum der Liebe - sanfte Berührung
Schmetterlinge fühlen, in Sehnsucht verzehren
pochende Herzen.

Ich schicke meine Träume mit dem Wind
in alle vier Himmelsrichtungen.

Irgendwo steht jemand
der meine Träume einfängt.

Willst Du dieser jemand sein ?
Meine Freude wäre grenzenlos…

???

22. Mai

Rosen

Die Rosen sind ein uraltes Pflanzengeschlecht - umwoben von Märchen und Sagen. Will man zeitgenössischen Bildern glauben, dann war es die Schottische Zaunrose, die das Märchenschloss von Dornröschen umspann. Eine griechische Sage erzählt, die Rosen seien übrig geblieben vom ersten Morgenrot auf Erden, während Anakreon, einer der bedeutendsten griechischen Lyriker, schildert, wie die Rose zusammen mit Aphrodite aus Meeresschaum geboren wurde.
Ursprünglich sollen alle Rosen weiß gewesen sein, und erst ein Blutstropfen aus dem Finger der Venus habe ihnen die rote Farbe verliehen. Unendlich viele Gedichte und Lieder besingen die Rose. Ein Gedicht von Rilke berichtet über ihre Entwicklung vom Altertum bis zur Blüte in unseren Gärten.
Die Rose mit dem botanischen Namen Rosa gehört zu den Rosengewächsen. Etwa 200 Wildarten sind bekannt, die alle ihre Heimat auf der nördlichen Halbkugel haben. Sie wachsen zwar auch in tropischen und subtropischen Gebieten, doch findet man sie dort ausschließlich in gebirgiger Landschaft. Vermutet wird, dass die mittel- und südwestasiatischen Gebirge der Geburtsort der Rosen sind, doch entdeckte man in Amerika Versteinerungen von Rosen, deren Alter auf etwa 32 Millionen Jahre geschätzt wird. Damals waren es einfache Wildrosen, wie sie auch heute noch bei uns in freier Natur als Heckenrosenbüsche wachsen. Sie spielten zu allen Zeiten eine Rolle in der Malerei, der Dichtkunst sowie auch in der Religion, der Politik und Geschichte. Denken wir nur an die vielen Madonnenbilder und die mit Rosen verzierten Gemälde der Heiligen. Oder an die 30 Jahre (1455 bis 1485) dauernden "Rosenkriege" um die englische Thronfolge. Als Symbol trug der Herzog von Lancaster eine rote und der Herzog von York eine weiße Rose.
In der modernen Werbung spielen Rosen eine sehr große Rolle, und aus der Kosmetikindustrie sind sie gar nicht wegzudenken. Das seit dem Altertum begehrte Rosenöl wird heute allerdings auch schon synthetisch hergestellt. Echtes Rosenöl enthält die "Goldene Rose", die der Papst verdienten Persönlichkeiten überreicht. Im Altertum legte man einfach die duftenden Rosenblätter in Öl, während das Öl später durch Destillation gewonnen wurde und heute wird das kostbare Rosenöl aus Bulgarien mit einem Staatssiegel versehen.
In der Küche werden Rosen ebenfalls verwendet - als kandierte Rosenblätter, Rosenmarmelade, Rosenbowle oder Rosenwein. Es gibt auch schwarzen Tee, der mit Heckenrosenblättern durchsetzt ist.
Rosenfeste wurden zu allen Zeiten gefeiert, und dabei kürte man meist eine Rosenkönigin. Auch Rosengärten gab es schon in früheren Zeiten. Als besonders romantisch gilt der Rosengarten von Schloss Bagatelle in Paris. Heute nennt man die großen Rosengärten "Rosarien", und hier finden sich unendlich viele Sorten - altherkömmliche wie auch neueste Züchtungen.

23. Mai

Der Rosengarten

Ich weiß ein Garten hübsch und fein,
da blüht ein rotes Röselein;
Und darum ist ein Heckenzaun,
im Sommer grün, im Winter braun.

Und wer das Röslein brechen will,
muss kommen stumm, muss kommen still;
Muss kommen bei der dustren Nacht,
wenn weder Mond noch Sternlein wacht.

Ich wollte meinem Glück vertraun,
stieg heimlich übern Gartenzaun;
Das rote Röslein war geknickt,
ein andrer hatte es gepflückt.

Das Gärtchen ist nun kahl und leer,
das rote Röslein blüht nicht mehr;
Betrübt muss ich von weitem stehn
und nach dem Rosengarten sehn.

Gedicht von Hermann Löns (1866-1914)

24. Mai

Man muss sich nur zu helfen wissen

Märchen- oder Wunderländer gibt es drüben im Osten allerhand, nach Wunsch und Laune der Dichter und Geschichtenschreiber, zum Beispiel in Indien oder Arabien oder Persien, und es wachsen dort allemal Kalifen oder Sultane, die sich für jede Laune einen Diener halten und für den Diener eine Laune ausdenken können, wäre sie noch so verdreht, und die ihren Sklaven nicht erst kündigen müssen, wenn sie einen an die Luft setzen wollen. Auch sieht man so einen weggejagten Diener dort nicht schief an wie bei uns einen gestürzten Minister, was zwar zu deutsch auch Diener heißt, aber Herr bedeutet.

Kleine Geschichte von H.E. Kromer
Ein Kalif drüben in Arabien hatte die Narrenlaune, sein Diener müsse ihm tagtäglich eine volle Tasse Kaffee aus der Küche auf das offene Hausdach bringen, wo er sie trank, es dürfte aber kein Tröpfchen in die Untertasse schwappen. Das hieß ruhige Nerven haben, und wohl Hunderte, die sich dieses Dienstes unterfingen, wurden am ersten Tag wieder weggejagt. Jetzt machte sich des Amtes ein junger Melonenhändler anheischig; dem verhieß der Kalif jeden Tag ein Goldstück für seine Fertigkeit, und der Sklave hatte bald ein erkleckliches Häufchen davon beiseite gelegt. Niemand ahnte, wie und woher, und als er nach einem halben Jahr wieder unter die Melonenhändler und Wasserträger ging, fragte man ihn begierig, wie er’s anstellte, dem närrischen Kalifen so lange zur Zufriedenheit zu dienen, wo andere am ersten Tag gleich weggejagt wurden. –
„Ich habe“, sagte der Schlaue, „jedes Mal ein tüchtiges Maß Kaffee treppauf ins Maul genommen und auf der letzten Stiege wieder in die Tasse gespuckt.“
Der listige Einfall des jungen Sklaven hatte aber seine guten Folgen. Denn als der Herrscher ihn auf seiner List betraf, jagte er ihn zwar mit Rutenhieben weg, gab aber auch der eigenen Torenlaune den Laufpass, so dass er fürderhin seinen Kaffe nicht wieder gleichsam aus eines niedrigen Dieners Maul trinken musste.

25. Mai

Tröste dich, die Stunden eilen,
und was all dich drücken mag,
auch das Schlimmste kann nicht weilen,
und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew´gen Kommen, Schwinden,
wie der Schmerz liegt auch das Glück,
und auch heitre Bilder finden
ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
und es kommt ein andrer Tag.

*Theodor Fontane*

26. Mai

Existiert das Böse?

Ein Universitätsprofessor forderte seine Studenten mit folgender Frage heraus:
“Gott schuf alles, was existiert?”

Ein Student antwortete mutig: Ja, Er schuf alles.

Gott hat alles erschaffen?, fragte von neuem der Professor.
Ja, Herr Professor, antwortete der Jugendliche.

Der Professor fuhr fort: „Wenn Gott alles erschaffen hat, dann schuf er auch das Böse; denn das Böse existiert, und gemäß der Annahme, dass unsere Werke uns selbst widerspiegeln, ist Gott böse”.

Der Student blieb stumm nach dieser Antwort, und der Professor, triumphierend, rühmte sich, einmal mehr bewiesen zu haben, dass der Glaube ein Mythos ist.

Ein anderer Student hob seine Hand und sagte: Kann ich eine Frage stellen, Herr Professor?

Natürlich, antwortete der Professor.

Der junge Mann erhob sich und fragte: Professor, existiert die Kälte?
Was soll das für eine Frage sein? Natürlich existiert sie. Ist Ihnen etwa noch nie kalt gewesen?

Der Student antwortete:
„In der Tat, Herr Professor, die Kälte existiert nicht. Nach den Gesetzen der Physik ist das, was wir als kalt empfinden, in Wirklichkeit Fehlen von Wärme. Jeder Körper oder Gegenstand kann untersucht werden, wenn er Energie hat oder abgibt; Wärme ist, was besagtem Körper Energie verleiht. Der absolute Nullpunkt ist die totale Abwesenheit von Wärme. Alle Körper werden träge, reaktions-unfähig, aber die Kälte gibt es nicht. Wir haben diesen Ausdruck erfunden, um zu beschreiben, wie wir uns ohne Wärme fühlen.“

Und, existiert die Dunkelheit?, fragte der Student weiter.

Der Professor antwortete: Natürlich.

Der Student sagte darauf: Sie irren sich wieder, Herr Professor.
Die Dunkelheit existiert ebensowenig. Sie ist in Wirklichkeit Mangel an Licht.
Das Licht lässt sich untersuchen, die Dunkelheit nicht. Wir kennen das Prisma von Nichols, um weißes Licht in die verschiedenen Farben zu zerlegen, aus denen es zusammengesetzt ist, mit der je verschiedenen Wellenlänge. Ein einfacher Lichtstrahl bricht die Dunkelheit und erhellt die Oberfläche, auf der sein Schein endet. Wie kann man angeben, wie dunkel ein bestimmter Raum ist? Auf Grund der Lichtmenge, die in diesem Raum präsent ist. Nicht wahr? Dunkelheit ist ein Begriff, den der Mensch entwickelt hat, um zu beschreiben, was vor sich geht, wenn kein Licht vorhanden ist.

Schlussendlich fragte der Jugendliche den Professor: Herr Lehrer, existiert das Böse?

Der Professor antwortete: Natürlich existiert es, wie ich anfangs erwähnt habe; wir sehen Gewalt und Verbrechen auf der ganzen Welt. Diese Dinge sind böse.

Worauf der Student antwortete: Das Böse existiert nicht, Herr Professor.
Oder wenigstens nicht aus sich selbst. Das Böse ist schlicht die Abwesenheit Gottes;
ist – genau wie die vorigen Beispiele – ein Begriff, den der Mensch erfunden hat, um diese Abwesenheit Gottes zu beschreiben.
Gott hat nicht das Böse geschaffen.
Es verhält sich damit nicht wie mit dem Glauben oder der Liebe, die existieren wie die Wärme oder das Licht.
Das Böse ist das Ergebnis dessen, dass der Mensch Gott nicht in seinem Herzen gegenwärtig hat. So wie er es kalt empfindet, wenn Wärme fehlt, oder dunkel, wenn kein Licht da ist.

Darauf nickte der Professor mit dem Kopf und schwieg.

DER JUNGE STUDENT NANNTE SICH
ALBERT EINSTEIN...

HABE GOTT IN DEINEM HERZEN GEGENWÄRTIG!

27. Mai

Pfingst-Bitte

Sehnend blicke ich nach oben,
dürstend wie ein dürres Land;
halte segnend aufgehoben,
Vater, deine treue Hand!
Kehre wieder, Geist der Pfingsten,
senk dich wieder Erdenwerts;
der du kommst zu den Geringsten,
komm auch in mein müdes Herz!

Komm zu mir, mein treuer Leiter!
Zagend, bangend steh ich hier.
Mit dir geh ich stille weiter,
folgend Jesu Kreuzpanier.
Komm zu mir, du scharfer Prüfer,
füll mein Herz mit deinem Licht!
Leuchte heller, strahle tiefer,
bis das letzte Dunkel bricht!

Komm zu mir mit deinen Freuden,
deinem Frieden, deinem Trost!
Schenke mir Geduld im Leiden,
draus ein ew'ger Segen sprosst!
Komm zu mir mit Kraft und Stärke,
zu besiegen Sünd' und Welt!
Fahre fort in deinem Werke,
schaffe, was dir wohlgefällt!

Komm zu mir und lass dein Feuer
mächtig brennen, nie vergeh'n;
dass ich stets als ein getreuer
Jünger Jesu mög' besteh'n.
Komm zu mir, ach komm und bleibe
ewiglich mein Morgenstern!
Komm mit Macht zu mir und treibe
alles eigne Wesen fern!

- Friedrich Traub -

28. Mai

Die Pfingstrose

Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die vor undenkbaren Zeiten bereits von den Chinesen kultiviert wurde. Auch im Laufe der Jahrhunderte hat sie nichts an Beliebtheit eingebüßt, sondern im Gegenteil wegen ihrer schönen und großen Blüten beständig neue Freunde hinzugewonnen.
Nach der Sage heilte der Götterarzt Paion mit dieser Pflanze die Wunde des Gottes Pluto, die ihm Herkules im Krieg um Pylos geschlagen hatte. Und Vergil erzählt im siebten Gesang der Äneis:
"Virbios, der von den Pferden seines Vaters Theseus getötet worden war, wurde von Diana mit einer Päonie wieder auferweckt."
Bemerkenswert ist auch, dass griechisch "Paian", Gnadengesang, später Siegesgesang, den gleichen sprachgeschichtlichen Ursprung wie die Päonie aufweist, also auch auf den Götterarzt Paion zurückzuführen ist.

Heilwirkung
Auch in der Volksheilkunde spielte die Pfingstrose seit Urzeiten eine Rolle. Aus ihrer Wurzel wurde ein beliebtes Heilmittel gegen Gelbsucht, Nieren- und Blasenleiden gewonnen. Für diesen Zweck wurde die Wurzel meist in Wein gesotten. Eine höchst gefährliche Heilmethode, die falsch angewandt böse Folgen haben kann.
Die Homöopathie bereitet aus der frischen Frühjahrswurzel eine Essenz, die vor allem bei Gicht und Rheuma, aber auch bei Hämorrhoiden verordnet wird. Alle anderen angepriesenen Hausmittelchen mit Wurzeln oder Blüten der Pfingstrose sind absolut abzulehnen.
Auch heute noch wird manchmal trotz aller Warnungen aus den Blüten der der Pflanzen ein Teeaufguss bereitet, nach dessen Genuss sich beispielsweise bei Erwachsenen Nierenkoliken oder heftige Reizungen des Darmkanals einstellen können. Als heilkräftiger Teil kommt nur die im Frühjahr oder Herbst frisch gegrabene Pfingstrosenwurzel in Frage, die getrocknet nahezu geruch- und geschmacklos ist.
Wissen sollte man auch, dass die ganze Pflanze giftig ist, auch die Blüten und der Samen.

Die Pfingstrose bildet heute eine eigene Familie, während sie früher zur Familie der Hahnenfußgewächse gerechnet wurde. Standortveränderungen vertragen die Pflanzen nicht. Sie wachsen langsam und erreichen erst im dritten oder vierten Jahr nach der Pflanzung ihre volle Schönheit.
Die Blätter der Pfingstrose sind fiedrig, dreizählig oder doppelt dreizählig zusammengesetzt. Ihre großen, meist einzelnen, endständigen Blüten erscheinen in weißer, rötlicher, bläulicher oder gelber Farbe. Ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit der Pflanze ist die Vielfalt ihres Farben und der Formenreichtums der Blüten. Manche Wildarten schmücken sich sogar mit breiten Kränzen goldgelber Staubfäden.
Viele Arten sind bekannt. Die Vermehrung kann durch Samen oder Teilung erfolgen.

29. Mai

Pfingstrose

Verhaucht sein stärkstes Düften
Hat rings der bunte Flor,
Und leiser in den Lüften
Erschallt der Vögel Chor.

Des Frühlings reichstes Prangen
Fast ist es schon verblüht –
Die zeitig aufgegangen,
Die Rosen sind verblüht.

Doch leuchtend will entfalten
Päonie ihre Pracht,
Von hehren Pfingstgewalten
Im tiefsten angefacht.

Gleich einer späten Liebe,
Die lang in sich geruht,
Bricht sie mit mächtgem Triebe
Jetzt aus in Purpurglut.

Ferdinand von Saar

30. Mai

Keltischer Baumkreis

Jeder Mensch ist einem Baum zugeordnet im keltischen Baumkreis.
Sieh nach deinem Geburtsdatum, und schau mal welcher Baum dein Bruder ist.
Bringt Glück, wenn man diesen Baum des Öfteren umarmt.
Es durchfließt deinen Körper neue Energie.
Begebe dich auf die Suche nach deinen Bruder Baum.

Die Esche 25.05. – 03.06.

Eschen gehören mit einer Größe von bis zu 45 m zu den höchsten europäischen Laubbäumen. Die Esche war Odin geweiht. Aus ihr schufen die Götter den Mann, während die Frau aus der Erle entstand - und tatsächlich wachsen diese beiden Bäume gern nebeneinander. Bei den Kelten galt die Esche als Symbol für die Macht des Wassers. Druiden benutzten ihr Holz für Regenzauber, und aus Eschenholz gefertigte Boote galten als besonders sicher.

Der Esche zugehörige Menschen gelten als offen, begeisterungsfähig und sehr ausdauernd. Sie verfügen über eine große Phantasie und eine positive Denkweise. Esche-Geborene hassen Ungerechtigkeiten und sind auch alles andere als autoritätshörig.

Die im Baumzeichen der Esche Geborenen sind Menschen mit einer Quelle unbegrenzter, unerschöpflicher Energie. Sie sind äußerst belastbar und leisten Ungewöhnliches. Sie stehen fest verwurzelt mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen im Leben und nichts kann sie so schnell umwerfen. In ruhiger Überlegung planen sie das weitere Vorgehen, um aus fast allen Situationen siegreich hervorzugehen. Sie sind ein äußerst zäher Verhandlungspartner, der dennoch zu Kompromissen bereit ist, um das angestrebte gemeinsame Ziel zu erreichen. Sie schaffen es immer wieder, materielle und geistige Interessen miteinander zu verbinden. Dadurch eröffnen sich überraschend neue Aussichten für den Partner. Aus ihrem unbegrenzten Potential erschließen sie sich immer wieder neue Betätigungsfelder.

31. Mai

Amor in einer Rosenknospe

Frau Venus wollte neulich
Ihr loses Söhnchen schlagen:
Da ist er ihr entlaufen
Und hat sich still gekauert
In eine Rosenknospe.
Kommt, ruft er, kommt, ihr Mädchen,
Und pflückt euch eine Rose!
Und Eine, selbst ein Röschen,
Brach sich die Blum´ und steckte
Sie an den kleinen Busen.
Das ist ihr schlecht bekommen!
Denn Amor, ohne Bogen
Und Pfeile, rupft ein Dörnchen
Sich von dem Rosenstiele,
Und sticht damit die Arme,
Daß sie es viele Sommer
Noch wird im Busen fühlen.

Müller, Wilhelm (1794-1827) 

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