November 2009

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1. November

Alpenveilchen

Es ist eine unserer beliebtesten Zimmerpflanzen. Pflegt man es richtig, kann man viele Wochen Freude an der Topfblume haben. Manchmal gelingt es, die Pflanze jahrelang zum Blühen zu bringen.
Viele Sorten gibt es mit Blüten, die stark duften, sehr groß oder gefranst sind. Auch gefüllte Sorten sind dabei. Besonders attraktiv sind die zierlichen kleinblumigen Alpenveilchen, die auch weniger Ansprüche stellen.

Alpenveilchen möchten zwar hell, aber nicht sonnig stehen und vor allem nicht allzu warm. Gießwasser darf nicht in die Knospenansätze gelangen, weil diese dann schnell zu faulen beginnen. Ebenso können auch die Wurzeln faulen, wenn man nicht darauf achtet, dass kein Gießwasser im Übertopf oder Untersetzer stehen bleibt. Trotzdem muss regelmäßig gegossen werden, da sie auch Trockenheit nicht vertragen, sonst erblühen einige Knospen unter den Blättern.

Pate bei der Namensgebung stand bei den Botanikern die mal kugelige, mal scheibenförmige Knolle, denn Cyclamen heißt zu Deutsch nichts anderes als Kreis oder Scheibe.
Die Pflanzen aus der Familie der Primelgewächse, haben bereits ein bisschen Erdgeschichte erlebt, denn die Gattung gab es vermutlich schon im Tertiär. Ihre Heimat sind vermutlich alpine Zonen: In den Bergen Mitteleuropas, im Mittelmeergebiet, im Kaukasus, in Griechenland und Kleinasien. Dort wachsen sie heute noch wild.

2. November

Das wilde Alpenveilchen

In unseren Gärten findet man die Vorfrühlings-Alpenveilchen und das Herbstalpenveilchen. Sie sind im Spätwinter und noch weit im Herbst beglückende Farbenbringer. Mit etwas Schutz überdauern sie auch härtere Winter leicht und breiten sich an günstigen Stellen gerne aus.
Ameisen übernehmen nach der Blüte die Verbreitung der Samen, und so kann man sie manchmal nach Jahren an verschiedenen Stellen im Garten finden. Am wohlsten fühlen sich beide Arten, wie auch in ihrer Heimat, unter dem Schutz Laub abwerfender Gehölze, wo sie erst einmal eingewurzelt und ungestört - selbst dem Wurzeldruck von Bäumen und Sträuchern ohne Probleme standhalten und herrliche Teppiche bilden können.
Zusammen mit den Schneeglöckchen erscheinen die kleinen, karminroten Fähnchen des Vorfrühlings-Alpenveilchens und blühen bis in den Vollfrühling hinein.
Das Herbst-Alpenveilchen beschließt den Jahresflor mit bezaubernden Duftblütchen ab September. Der Blüte folgen dann ausgesprochen hübsche, meist silbergrau marmorierte, efeu-ähnliche Blätter, die alleine schon eine Schmuckwirkung haben und bis zum darauf folgenden Mai zieren.

Doch auch das allseits bekannte Zimmer-Alpenveilchen eignet sich als schöner, lange blühender und wohl duftender Farbtupfer nach dem Sommerflor bis zu den ersten Frösten für Balkonkästen und Beete hervorragend.

3. November

Blumen-Sprache

Es ist von alters her geblieben,
dass alle Frauen Blumen lieben!
Sie schmücken damit gern ihr Heim
und nennen oft sie auch im Reim:
So wünschen sie sich "Rote Rosen",
wenn sie mal gerne mit ihm kosen.
Und sollt die Liebe niemals welken.
dann wünschen sie sich "Bunte Nelken".
Ist's ihnen dann einmal nach küssen,
dann rufen gern sie nach "Narzissen".
Lässt man sie warten gar ein Weilchen
freu'n sie sich auf 'nen Strauß von "Veilchen

W. Meurer

4. November

Noch ein paar Einträge dieses Jahr betreffend:

Wegwarte
Blume des Jahres 2009

Die Gemeine Wegwarte mag es sonnig und warm. Ihre Blüten sind blau-violett und zaubern Farbtupfen auf die Wiese.
Außerdem ist sie nützlich. Schon vor Hunderten von Jahren nutzten Menschen sie als Heilpflanze. So soll sie gegen Bauchschmerzen helfen. Ihre Wurzeln kann man zerkleinern und rösten. Dabei kommt ein Stoff heraus, der aufgebrüht wie Kaffee schmeckt. In voller Blütenpracht wird die Wegwarte höher als einen Meter.

5. November

Knabenkraut

Orchidee des Jahres 2009

Männliches Knabenkraut

Eigentlich passt dieser Name nicht so recht zu dem Aussehen der Orchidee. Mit ihren hellroten bis lilafarbenen Blüten sieht sie eher aus wie eine Prinzessin unter den Pflanzen. Das männliche Knabenkraut ist bis zu 70 Zentimeter hoch. Es wächst zum Beispiel auf feuchten Wiesen und ist bei Wildschweinen sehr beliebt. Diese graben nämlich die Knollen aus und fressen sie. (die zierlichen Blütchen sehen wunderschön aus, wirklich wie die großen Verwandten, die wir so gerne auf der Fensterbank haben)

6. November

Berg-Ahorn

Baum des Jahres 2009

Er strahlt im Herbst gold-gelb, besser gesagt seine Blätter. Sie sehen ein bisschen aus wie eine Hand. Der Baum kann 600 Jahre alt und 30 Meter hoch werden. Das ist etwa doppelt so hoch wie manche Häuser. Und noch etwas ist besonders an diesem Baum. Aus seinem harten Holz kann man Musikinstrumente wie Flöten oder Geigen herstellen. Auch Zimmerleute mögen das helle Holz. Sie bauen daraus edle Treppen.

7. November

Eisvogel

Vogel des Jahres 2009

Wenn die Sonne scheint, schillert der Eisvogel am Rücken blau und türkis. Sein Bauch ist orangenfarben. Weil er so schön bunt ist, nennen ihn viele auch den fliegenden Edelstein. Besonders spannend ist es, wenn der Eisvogel jagt. Der kleine Vogel stürzt sich dann kopfüber ins Wasser und schnappt nach Fischen. Wer Glück hat, kann einen Eisvogel entdecken, wenn er leist mit dem Kanu über Flüsse paddelt.

8. November

Gemeine Blutzikade

Insekt des Jahres 2009

Anders als ihr Name ist sie ganz harmlos – und winzig. Das Insekt wird etwa einen Zentimeter lang. Auf den Flügeln hat die Blutzikade ein rotes Muster. Damit täuscht sie vor, sie wäre gefährlich. In der Tierwelt gilt die Farbe Rot oft als Warnsignal. Bei Gefahr kann die Gemeine Blutzikade aber immerhin einen stinkenden Saft aus ihren Fußspitzen pressen. Dem Angreifer vergeht der Appetit.

9. November

Igel

Das Wildtier des Jahres 2009

Viele Menschen finden Igel putzig. Trotzdem machen sie es den Tieren oft nicht leicht. Igel verkriechen sich zum Beispiel gern in Laubhaufen. Manche Menschen pusten das Laub aber mit Maschinen weg und machen dabei auch noch einen Höllenlärm. Außerdem werden die Tiere oft überfahren. Igel sind Einzelgänger. Am liebsten sind sie nachts unterwegs. Sie fressen gern Mäuse, Insekten und Frösche.

10. November

Der Aal

Der Fisch des Jahres 2009

Der Europäische Aal legt in seinem Leben Tausende von Kilometern zurück. Die Tiere kommen in der Sargassosee zur Welt. Das ist ein riesiges Gebiet im Atlantik, östlich des US-Bundesstaats Florida. Von dort schwimmen sie nach Europa. Nach etwa zehn Jahren kehren die Tiere wieder an ihren Geburtsort zurück. Dort zeugen sie Nachwuchs und sterben.

11. November

Sankt Martin
 
St. Martin mit viel Rittersleut
wohl übers Feld zum Jagen reit't
und als sie kamen an einen Hag,
ein nackter Mann an der Straße lag.
Dem klapperten vor Frost die Zähne,
und an der Wimper fror ihm die Träne.
Er rang die Hände und bat mit Beben:
Sie möchten ihm ein Almosen geben. -
Und all die Ritter zogen fürbass,
dem nackten Armen gab keiner was;
sie wendeten von ihm das Angesicht,
die Jammergestalt zu schauen nicht.

Der Martin aber sein Ross hielt an:
"Von mir, du Armer, sollst was han!"
Er nimmt sein Schwert und alsogleich
haut er seinen Mantel, gesticket reich
mit Gold und Silber, entzwei in Eil
und gibt dem Nackten den einen Teil,
die andre Hälfte er selber behalt't,
und reitet den andern nach in den Wald.

Und wie den Martinus erblicket die Rott',
überhäufen sie ihn mit Hohn und Spott:
"Da seht nur einmal den Narren an,
teilt sein Kleid mit dem Bettelmann;
der halbe Mantel steht ihm gar schön,
er kann damit zum Bankette geh'n,
damit ihn künftig mag jeder kennen,
so woll'n wir den halben Ritter ihn nennen."

Sie lachten und witzelten noch gar viel,
Martinus war all ihres Spottes Ziel. -
Doch wie der Abend zu dämmern beginnt,
so wehet ein kalter schneidiger Wind;
die Ritter hüllen sich alle fein
in ihre großen Mäntel ein
und wollen reiten sogleich von hinnen,
doch konnten sie keinen Ausweg gewinnen,
nur immer tiefer kamen's in den Wald,
und pfiff der Wind noch einmal so kalt;
sie jammerten sehr und vermeinten schier,
sie müssten vor Kälte heut sterben hier.
Martinus nur mit dem halben Kleid,
empfindet's nicht, dass der Wind so schneid't,
er lachet über ihr Schnappern und Bangen
und sitzt auf dem Ross mit glühenden Wangen.

Und jetzo ein rosenfarbiges Licht
hervor aus der dunklen Wildnis bricht,
und unter die Starrenden tritt heran
Herr Christ, mit dem halben Kleid angetan,
das jenem Armen Martinus gegeben,
und um ihn herum seine Engelein schweben.
Und Jesus sich zu Martino wendet:
»Ja wahrlich, was Ihr den Armen spendet,
das habet Ihr mir selber gegeben,
und Früchte trägt's Euch im Tod und Leben,
jedwede Wohltat noch so klein,
wird Euch erwärmen und lohnend sein!«
 
Sie fielen all auf ihr Angesicht,
und Jesus verschwand; doch des Glaubens Licht,
es leuchtete über dem heidnischen Haufen,
sie ließen sich alle zu Christen taufen.

Ignaz Franz Castelli

12. November

Herbstgemüse

Gemüse hält fit und gesund. Gerade im Herbst stellt die Natur eine große Auswahl an frischen Lebensmitteln zur Verfügung. Kürbis, Feldsalat und Brokkoli sollten auf der Einkaufsliste ganz oben stehen.
Weiterhin Staudensellerie, Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln, Blumenkohl, Rote Beete und Grüne Bohnen.
Brokkoli und Kartoffeln sind reich an Vitamin C, die Carotinoide im Kürbis und das Beta-Carotin in der Möhre sind gut für die Sehkraft, Magnesium im Feldsalat kräftigt das Herz. Ätherische Öle im Staudensellerie und in Zwiebeln helfen bei Entzündungen, Blumenkohl ist reich an entschlackendem Kalium und das Mangan in Grünen Bohnen hilft dem Körper beim Entgiften.
Um den Körper fit zu halten, wird empfohlen fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu sich zu nehmen. Auch ein Glas reiner Frucht- oder Gemüsesaft gelte dabei als eine Portion. Im Winter ersetzen Früchte aus der Tiefkühltruhe frische Produkte. Gemüse kann, bis auf Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse, im Kühlschrank frisch gehalten werden. Staudensellerie sollte im Kühlschrank in feuchtem Papier aufbewahrt werden.

13. November

Leer sind die Felder und voll ist die Scheune,
heut lasst uns schütteln die allerletzten Bäume,
und der Müller in der Mühle mahlt das Korn zu Mehl,
darum sind die Burschen und Mädchen so fidel.
Recht die Felder ab, aber nicht zu knapp!
Vögelein und Mäuschen kriegen auch noch etwas ab.

Aus Dänemark

14. November

Kohl

Im Herbst wird Kohl geerntet und er bringt Abwechslung auf den Tisch. In mehr als 3.000 Jahren haben sich aus Wildkohl durch Zucht und Kreuzung zahlreiche Gemüsearten entwickelt. Zu den Nachfahren des ursprünglichen Wildgewächses gehören Weiß-, Rot- und Spitzkohl, Wirsing, Chinakohl, aber auch Blumenkohl und Brokkoli. Außerdem noch Rosenkohl, Grünkohl und Kohlrabi. Und sogar Radieschen und Rettiche sind entfernte Verwandte.
Abwechslungsreich ist das Kochen mit Kohl. Ob als Rohkost, in Suppen und Eintöpfen, als Fleischbeilage oder einfach nur als Roulade.
Außerdem ist der Kohl nicht nur lecker, sondern auch äußerst gesund. Alle Kohlsorten enthalten wertvolle Vitamine, Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium und die für die Verdauung wichtigen Ballaststoffe. Der Gehalt im Kohl an sekundären Pflanzenstoffen ist unübertroffen. Das Gemüse stärkt das Immunsystem und beugt Infektionen vor.

Die vielerei Arten von Kohlgemüse lassen sich wegen ihrer essbaren Pflanzenteile unterteilen in Kopfkohl (Weiß- oder Rotkohl), Blätterkohl (Grün- oder Chinakohl), Blütenstandkohl (Blumenkohl oder Brokkoli) und Stammkohl (Kohlrabi).

15. November

Der Hase im Kohl

An dem Dach viel blanke Zapfen,
in dem Schnee viel kleine Tapfen,
alle laufen nach dem Kohl.
Häschen, das gefällt dir wohl?

Nächtlich bei des Mondes Schimmer
sitzt es dort, zu schmausen immer.
Knusperknäuschen, gar nicht faul,
ei, du kleines Leckermaul!

Häschen ist es schlecht bekommen.
Vater hat`s Gewehr genommen,
eines abends ging es „bum!“
Bauz! Da fiel das Häschen um.

Kannst du wohl das Ende raten?
Morgen gibt es Hasenbraten,
Apfelmus mit Zimt dazu. –
Ach, du armes Häschen du!

Heinrich Seidel

16. November

Kohlarten

Blumenkohl: Ganz in Weiß – nur ein schlauer Trick … Sonnenlicht würde innerhalb weniger Stunden zu Verfärbungen ins Gelbe oder Violette führen. So decken Blumenkohlanbauer die festen Gemüseköpfe ab, und der Kohl behält seine appetitliche Farbe. Man darf daheim ebenfalls tricksen: Dem Kochwasser etwas Zitronensaft oder Milch zugeben und der Blumenkohl bleibt hell.

Brokkoli: Ein Kind der Sonne – Brokkoli darf im vollen Licht heranwachsen. Allerdings muss man den Kleinen gut im Auge behalten … schon einen halben Tag zu viel Sonne quittiert er mit holzigem Stiel, deutlichem Geschmacksverlust und einer beleidigten Gelbfärbung der Knospen. Frischer Brokkoli dagegen strotzt vor Vitaminen.

Romanesco: Die bizarren Formen machen Romanesco zu einem echten Hingucker. Inhaltlich überzeugt das spitzenbewehrte Gemüse durch kräftigeren Geschmack und einem höheren Vitamin-C-Gehalt als Blumenkohl. Um sein sattes Grün beim Kochen zu erhalten, taucht man den Romanesco nach dem Kochen einfach kurz in Eiswasser.

Rosenkohl: Kleine Röschen, großer Genuss. Rosenkohl wächst in mundgerechten Happen an langen Stängeln. Seine Erntezeit dauert von September bis Februar und gelegentliche Fröste verbessern sogar seinen unverwechselbaren Geschmack. Zu kalt darf es allerdings nicht werden. Temperaturen unter minus zehn Grad nimmt Rosenkohl übel und verdirbt.

Rotkohl: Oder doch Blaukraut? Bevor hier jemand an Farbenblindheit denkt: Das Wort „lila“ gab es im Mittelalter in Deutschland noch nicht, und so mussten sich die Menschen für eine der beiden Mischfarben – Rot oder Blau – entscheiden. Und welche der beiden Farben dominiert, dafür ist wiederum der ph-Wert des Bodens zuständig. Man selbst kann zu Hause die Farbe beeinflussen. Gibt man dem Kochwasser Essig zu, färbt sich der Kohl rötlich, mit Backpulver eher blau.

Weißkohl: Die frühen, kleineren Sorten schmecken auch roh. Die späteren „großkopferten“ dienen vor allem zur Herstellung von Sauerkraut. Ein Gemüse, das schon viele Menschen, sei es in strengen Wintern oder auf hoher See, vor der Vitamin-C-Mangel-Krankheit Skorbut bewahrt hat.

Wirsing: Er ist eine besonders einweißreiche Variante des Weiß- und Rotkohls mit gewellten, locker gewickelten grünen bis gelben Blättern. Wirsing überzeugt durch seinen kräftigen Kohlgeschmack und eignet sich gut als Gemüsebeilage oder deftiger Eintopf.

17. November

Herbstgedicht

Der Herbst schert hurtig Berg und Tal
mit kalter Schere ratzekahl.
Der Vogel reist nach warmer Ferne;
Wir alle folgten ihm so gerne.
 
Das Laub ist gelb und welk geworden,
grün blieb nur Fichte noch und Tann’
Huhu! Schon meldet sich im Norden
der Winter mit dem Weihnachtsmann.
 
Joachim Ringelnatz

18. November

Die wohlschmeckende Suppe

"Die Mittagssuppe ist doch gar zu wenig geschmalzen ich kann sie nicht essen!", sagte die kleine Gertrud und legte den Löffel weg.
"Nun wohl", sagte die Mutter, "ich will dir dafür eine bessere Abendsuppe vorsetzen."

Die Mutter ging hierauf in den Krautgarten, grub Erdäpfel heraus, und Gertrud musste, bis die Sonne unterging, die Erdäpfel auflesen und in Säcke sammeln.

Nachdem beide nach Hause gekommen waren, brachte die Mutter endlich die Abendsuppe. Gertrud kostete sie und sagte: "Das ist freilich eine andere Suppe, die schmeckt besser."
Sie aß das ganze Schüsselchen voll aus.
Die Mutter aber lächelte und sprach: "Es ist die gleiche Suppe, die du heute Mittag stehen ließest. Jetzt schmeckt sie dir aber besser, weil du den Nachmittag hindurch fleißig gearbeitet hast."

Christoph von Schmid

19. November

Was sagt' der Herbst der Ros' ins Ohr,
dass sie die Munterkeit verlor?
Er mahnt' sie an die Nichtigkeit
der Treue, die der Lenz ihr schwor.
Sie reißt entzwei den Schleier, den
sie nahm, als er zur Braut sie kor;
Und wie sie bleich vom Throne sinkt,
erseufzt der Nachtigallen Chor.

     

Wer brach entzwei das Lilienschwert?
So blank geschliffen war's zuvor.
Die Tulp' entfloh so eilig, dass
den Turban sie am Weg verlor.
Beschämt senkt der Jasmin sein Haupt,
weil ihm der Ost die Locken schor.

Es streut der Wind mit voller Hand
von Bäumen Blättergold empor.
Das dürre Laub schwirrt durch die Luft
wie Fledermäus' aus Gräbertor.
Das Totenlied der Schöpfung spielt
der Herbstwind auf geknicktem Rohr.

Die finstre Tanne trägt den Schnee
wie weißen Bund ums Haupt ein Mohr.
Der Berg nahm weißen Hermelin,
weil ihm die nackte Schulter fror.

O sieh des Jahrs Verwüstung an
und hole frischen Wein hervor!
Die Sonne sandt' uns, eh sie wich,
den jungen Most ins Haus zuvor,
dass er uns leucht' an ihrer Statt,
wann ihre Kraft dämpft Wolkenflor.

Sieh, wie des Wintergreises Grimm
des Frühlingskindes Hauch beschwor.
Er weckt in Bechertönen ein'
verzaubert' Nachtigallenchor,
und trunkne Blicke sich ergehn
auf schöner Wangen Rosenflor.
Du trink, und seufz' im Winter nicht;
denn auch im Frühling seufzt ein Tor.
 
Friedrich Rückert

20. November

Überwinterung von nicht winterharten Blumenzwiebeln und Knollen

Feucht und kühl
In angefeuchtetem Torf/Sand-Gemisch: Dahlien, Lilien, Wunderblumen (Mirabilis) Maiglöckchen (nur in feuchtem Torf, notfalls im Gemüsefach des Kühlschrankes).

Trocken und kühl bis 5° C: Chin. Laternenblume, Fransenschwertel (Sparaxis), Fritillarien (empfindliche Arten), Frühlingsstern (Triteleia) Glücksklee, Inkalilien, Ritterliliendolde, Indisches Blumenrohr, (im Erdballen im Torf/Sand-Gemisch), Schmucklilie (sie ist immergrün in Kübeln. Sehr hell aufstellen und wenig gießen!) Schopflilien (Eucomis) bei 5 – 8 ° C Tagblumen (Commelina) mit Erdballen im Behälter.

Trocken und warm:
In Torf/Sand-Gemisch oder Sägemehl
Bei 10 – 15 ° CAndenlilien, Gloxinien, Montbretien, Knollenbegonien, Gladiolen (luftig in gelochten Kartons)
Klebschwertel (bei 15 – 20 ° C)
Mormonentulpen, Schönhäutchen (bei ca. 15 ° C
Pfauenlilien und Ranunkeln (bei ca. 10 ° C
Sterngladiolen (vorhandene Wurzeln nicht entfernen) Tritonia (mit Erdballen in Torf/Sand-Gemisch, Tropenlilie (Gloriosa), in Sand bis zum Topfen

21. November

Motto

Wie aus des Lebens Schattenseiten
oft bricht ein Sonnenstrahl hervor,
so wirkt beim Mensch in ernsten Zeiten
der echte goldige Humor.

Weil er für einige Sekunden
den bittren Ernst vergessen macht,
wird rasch ein jedes Herz gesunden,
wenn es mal richtig krank sich lacht.

Fred Endrikat

22. November

Sandmännchen

Den ersten Auftritt hatte es am 22. November vor 50 Jahren im Fernsehen der DDR.
Sein Aussehen hat sich seit damals kaum verändert. Es hat weiße Haare, einen langen Bart und kugelrunde schwarze Augen. Auf dem Kopf hat es meist eine rote Mütze. Abenteuerlustig reist es in Lokomotiven, Raumschiffen oder Kutschen an spannende Orte.
Bei seinem Auftritt erklingt das Sandmann-Lied, das zu Ende geht: Nun schnell ins Bett und schlaft recht schön, dann will auch ich zur Ruhe gehen, ich wünsch’ euch gute Nacht.

In vielen Ländern sehen Kinder das Sandmännchen, etwa in Finnland und Schweden, aber auch in arabischen Staaten.

23. November

Schwere Wissenschaft

Regen prasselt an die Scheiben,
durch die Gassen heult der Wind,
und daheim im Trocknen bleiben
muss den ganzen Tag das Kind.

„Will mir’s recht behaglich machen“,
denkt’s, „und bau’ mir drum ein Haus,
kram’ drin meine Siebensachen
für die Puppenwirtschaft aus!

Solch ein Haus braucht starke Wände,
dass es fest und haltbar sei,
aus dem Bücherschrank am Ende
hol’ ich’s Mauerwerk herbei.“

Aber, oh! Wie schwer zu tragen!
Kleinchen keucht mit seiner Last.
Musst, Baumeisterlein, dich plagen,
bis du alle Mauern hast!

Weißt du auch, warum sie drücken,
dass du schwankst bei jedem Tritt?
In den Büchern, in den dicken,
schleppst du zu viel Weisheit mit.

Wirst noch mehr dich plagen müssen,
und es wird kein Spiel mehr sein,
soll erst all das Bücherwissen
in den kleinen Kopf hinein.

Hermann Kaulbach

24. November

Mann und Frau

die Gleichberechtigung

 

In der Schweiz wurde das Frauenwahlrecht erst 1971 eingeführt, in Lichtenstein erst 1984, in Deutschland 1918 - nach erbittertem Ringen und Streit.

1894 gründete die Münchner Frauenrechtlerin Anita Augspurg die „Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau“.
1902 rief sie mit ihrer Lebensgefährtin den „Deutschen Verein für Frauenstimmrecht“ ins Leben.

Nach englischem Vorbild fand 1912 im Anschluss an den Frauenstimmrechtskongress in München die erste bayerische Frauendemonstration statt. Sie wurde wohl wahrgenommen, aber es änderte sich an der gesellschaftlichen Stellung der Frau nichts.
Im November 1918 rückte nicht nur der Friede, sondern auch die Erfüllung dieser Forderungen in greifbare Nähe.
Am 8. November 1918 proklamierte Kurt Eisner als erster deutscher Politiker das Frauenwahlrecht.

Der lange Weg zur Gleichberechtigung:

1900: das Bürgerliche Gesetzbuch tritt in Kraft und legt die gesetzliche Ungleichheit der Geschlechter fest.

1900 an den Universitäten in Baden werden erstmals Frauen zugelassen.

1903: Zulassung von Frauen an Universitäten in Bayern.

1908: Aufhebung des Vereinsverbotes für Frauen.

1910: Einführung des Internationalen Frauentages durch die Stuttgarterin Clara Zetkin.

1918: Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland.

1919: Erste Landtagswahlen und Wahl zur Nationalversammlung mit Frauenbeteiligung.

1920: Frauen können offiziell in Deutschland habilitieren.

1922: Marie Otto wird erste zugelassene Rechtsanwältin in Bayern und Deutschland.

1939: Der Gleichberechtigungsgrundsatz wird im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert.

25. November

Frauen meinen, Computer wären typisch männlich:

1. Um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, muss man sie anmachen.

2. Sie haben eine Menge Daten, aber wissen trotzdem nichts.

3. Sie sollten eigentlich dabei helfen Probleme zu lösen,
aber in der Hälfte aller Fälle sind sie selbst das Problem.

4. Sobald man sich für einen entschieden hat,
findet man heraus, dass man noch etwas länger hätte warten sollen,
dann hätte man einen besseren bekommen.

26. November

Computerprobleme

Hast du einen PC im Haus
sieht es manchmal traurig aus
wenn dieser bekommt seine Zicken
will nicht mehr so richtig ticken.

Manche Mail kommt nicht hinein
nein, das ist doch gar nicht fein
auch hinaus schickt er nicht jede
bald lieg ich mit ihm in Fehde.

Bilder speichern geht nicht mehr
trotz Versuchen hin und her
auch Entzippen, was sonst ging,
will nicht mehr, das is'n Ding

Stunden dauert die Fehlersuche
dabei kann man wirklich fluchen
fragen auch noch hier und dort
manchmal wünschte ich ihn fort.

Unseren Mitbewohner, den PC -
ihn nicht zu nutzen, tut schon weh.
Erst wenn er's nicht mehr richtig tut
merkt man, es ist gar nicht gut.

Stundenlang davor zu hocken,
denn fängt er plötzlich an zu bocken,
fragst du dich nun sicherlich,
warum ärgert er nur mich.

Du möchtest ihn aus dem Fenster werfen,
denn er zerrt an deinen Nerven.
Weißt nicht, warum er dich quält,
weil ihm wohl so manches fehlt.

Das Schlimmste aber ist die Frage,
was hat er nur, was für' ne Plage,
wenn das, was du machst, nichts bring,t
jeder verzweifelte Versuch misslingt.

Also müssen wohl Ersatzteile her,
das scheint mir doch nicht so schwer.
Hoffe, der Fehler ist behoben dann,
dass ich wieder mit ihm spielen kann.

Karin Ernst

27. November

Das Gehirn

Es ist die Schaltzentrale des Körpers. Seine Leistung kann es aber nur erbringen, wenn es abwechslungsreich und regelmäßig versorgt wird, da es Nahrung und Energie nicht speichern kann.
Fürs Erinnerungsvermögen spielt dabei das Nahrungseiweiß, das die nötigen Aminosäuren für die Nervenzellen und Neurotransmitter liefert, eine wichtige Rolle. Diese entscheiden unter anderem über unser seelisches Gleichgewicht und regeln den Schlafrhythmus. Fettsäuren „schmieren“ das Gehirn, das selbst zu mehr als 50 Prozent aus Fett besteht. Lezithin ist für die reibungslose Weitergabe von Nervenimpulsen zuständig. Für ein gut funktionierendes Oberstübchen sind Vitamine unerlässlich. Besonders B-Vitamine liefern die nötige Energie und steigern die Konzentrationsfähigkeit. Die Vitamine A, C und E schützen als Antioxidantien Nerven und Gefäße und bewirken eine gute Gehirnleistung auch noch im Alter. Auch Mineralstoffe benötigt das Gehirn dringend: Kalzium für die Weiterleitung von Nervenimpulsen, Natrium und Kalium für das reibungslose Funktionieren der Nervenzellen, Phosphor und Magnesium zur Energieproduktion. Letzteres bewahrt unser Nervensystem außerdem vor zu viel Stress.
Zwei Grundnahrungsstoffe braucht das Gehirn: Sauerstoff und Glucose. Je gleichmäßiger der Glucosespiegel im Blut, desto fitter bleiben wir geistig. Am besten sollte man seinen Körper mehrmals am Tag mit Lebensmitteln, die komplexe Kohlenhydrate enthalten, versorgen.

28. November

In der Adventszeit ist es mir wichtig, in meiner Selbsthilfegruppe die Kampagne "Weiße Weihnacht" anzusprechen. Mehr unter: http://www.gottiswelt.de/selbsthilfegruppe_aktivitaeten.htm

Und zum morgigen ersten Advent:

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.

Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke

29. November

1. Advent

Die Weihnachtsseite ist "eröffnet" und auch ein neuer Button "Kunterbuntes", der mit Weihnachten verlinkt ist. Der Adventskalender ist ebenfalls anzuklicken, aber hier muss noch etwas gewartet werden ...

Adventgedicht

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

(Matthias Claudius)

30. November

Seltsame Tannenzapfen

Es war an einem Novembertag vor vielen, vielen Jahren, da zog ein Zwerg durch das Land. Bei Sturm und Regen kam der kleine Wicht eines Abends in ein Dorf. Bis auf die Haut nass, ging das Zwerglein von Haus zu Haus und pochte bittend an die Türen, aber niemand öffnete ihm.
Am Ende des Dorfes wohnte eine arme Frau mit ihren Kindern. Dorthin kam das tropfnasse Zwerglein müde und durchgefroren. Es klopfte dreimal bescheiden an das Fenster. Die Kinder ließen das Zwerglein sofort ein, und die Frau brachte ihm Brot, warme Milch und Käse. Der kleine Wichtel ließ es sich schmecken. Als er gesättigt und aufgewärmt wieder fortwollte, sagte die Frau: "In der Nacht sollst du nicht in das Wetter hinaus. Bleib doch hier. Ich mach' dir ein Nachtlager auf der Ofenbank zurecht." Das Zwerglein ließ sich überreden und blieb die Nacht über in der Hütte der armen Frau. Beim Abschied am anderen Morgen sagte es: „Liebe Frau, du bist sehr gut zu mir gewesen. Geh heute in den Wald, du wirst dort viele Tannenzapfen finden!"
"Das wäre schön", sagte die Frau, "ich habe lange kein gutes Brennholz gefunden."
„Warte nur", lächelte der Wichtel und winkte freundlich, als er ging.

Die Frau nahm einen Korb und wanderte in den Wald. Aber sie fand trotz eifrigen Suchens keinen einzigen Tannenzapfen und glaubte schon, das Zwerglein habe sie gefoppt. Plötzlich fielen, von unsichtbaren Händen geworfen, so viele und große Tannenzapfen von den Bäumen, dass der Korb bald voll war.

Die arme Frau machte sich wieder auf den Heimweg. Aber sie kam nur langsam vorwärts, denn der Korb wurde immer schwerer. Sie konnte die Last kaum mehr schleppen und war froh, als sie endlich vor ihrer Hütte stand. Die Kinder kamen herausgelaufen, und als sie in den Korb hineingeschaut hatten, sagten sie zu ihrer Mutter: „Mutter, was bringst du denn da aus dem Wald, das glänzt ja wie Silber?" Erstaunt trat die Mutter an den Korb, und da sah sie, dass die Tannenzapfen tatsächlich aus purem Silber waren. Da klatschte sie vor Freude in die Hände und sagte zu den Kindern: „Diesen Reichtum haben wir dem Zwerglein zu verdanken. Weil wir gut zu ihm waren, hat es uns diese silbernen Tannenzapfen geschenkt. Jetzt hat für uns die Not ein Ende."
Und so war es auch. Die Frau lebte von da an mit ihren Kindern herrlich und in Freuden.

Nach einer Überlieferung

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