Oktober 2007

Die Rose sprach zum Mägdelein

Die Rose sprach zum Mägdelein:
Ich muss dir ewig dankbar sein,
dass du mich an den Busen drückst
und mich mit deiner Huld beglückst.

Das Mägdlein sprach: O Röslein mein,
bild` dir nur nicht zuviel drauf ein,
dass du mir Aug und Herz entzückst.
Ich liebe Dich, weil du mich schmückst!

Wilhelm Busch

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Wie die Monate zuvor, ist auch der Juni den Rosen gewidmet und die Königin der Blumen wird uns das ganze Jahr hindurch begleiten.

1. Oktober

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete sie kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel (1813-1863)

2. Oktober

Sand-Wolfspinne

Spinnenexperten aus 21 Ländern haben die Sand-Wolfspinne zur Europäischen Spinne des Jahres 2007 gekürt. Sie ist mit knapp zwei Zentimetern Körperlänge - die Beine nicht mitgerechnet - eine der größten einheimischen Spinnenarten. Sie wird auch als Flussufer-Riesenwolfspinne oder Sandtarantel bezeichnet. Wie alle Wolfspinnen - in Deutschland kommen rund 100 Arten vor - webt sie keine Netze, sondern jagt mit ihren gut ausgebildeten Augen auf Sicht. Als Nahrung dienen ihr Insekten wie Laufkäfer, Heuschrecken und Fliegenlarven, aber auch andere Spinnen. Sie überrascht ihre Beute mit ihrer Schnelligkeit. Durch die Hell-Dunkelzeichnung sind die am Boden lebenden Tiere gut getarnt und für uns Menschen kaum zu erkennen. Die Sand-Wolfspinne ist von März bis November aktiv, ab Dezember hält sie dann ihre Winterruhe.
Die nachtaktive Sand-Wolfspinne kommt überall in Europa vor. Sie lebt an naturnahen Kies- und Sandufern von Flüssen und Seen. Die Art ist inzwischen selten geworden, da diese Lebensräume
durch die fast flächendeckenden Regulierungsmaßnahmen der Fließgewässer stark zurückgegangen sind. In weiten Teilen Deutschlands ist sie ausgestorben. Daher ist die Arachnologische Gesellschaft sehr an Funden der Sand-Wolfspinne aus Deutschland mit Bildnachweis interessiert, damit die bisherigen
Verbreitungskarten aktualisiert und vervollständigt werden können.
Häufigere Funde gibt es in Deutschland noch an der Ostsee sowie an einzelnen Flussabschnitten im Einzugsgebiet von Rhein und Elbe. Die Sand-Wolfspinne nimmt aber auch vom Menschen geschliffene Biotope wie Baggerlöcher oder Sand-, und Kiesabbaustellen an. Dort lebt sie solange die Uferabschnitte nicht zugewachsen sind.
Tagsüber versteckt sich die Sand-Wolfspinne in ihrer Wohnröhre, die sie meist unter größeren Steinen oder unter Treibgut in den sandigen Untergrund gräbt. Steigt das Wasser der Flüsse oder Seen im Sommerhalbjahr plötzlich an, verschließt die Spinne die Öffnung ihrer Röhre und überlebt in der bestehenden Luftblase. Zur Winterruhe legt die Spinne eine neue Höhle in ausreichender Entfernung vom Ufer an, damit sie vor Überflutungen geschützt ist.
So gefährlich wie ihr Name klingt, ist die Wolfspinne aber nicht. Weder jagen die Tiere in Rudeln wie Wölfe, noch sind sie sonderlich aggressiv. Auch beim Sex geben sie sich tolerant. So werden die männlichen Wolfspinnen nach der Paarung nicht von den Weibchen gefressen, was bei Spinnen sonst durchaus häufig vorkommt. Trotzdem sind die Männchen vorsichtig und bewerben das Weibchen geduldig, bis es zur Paarung bereit ist. Die Weibchen kümmern sich sorgsam um
ihren Nachwuchs. Dieser ist nach einem Jahr ausgewachsen, benötigt aber eine weitere Überwinterung, bevor die nächste Generation gezeugt wird.

3. Oktober

Tag der deutschen Einheit

Von einem anonymen afrikanischen Schreiber:

Lieber weißer Bruder,

Als ich geboren wurde, war ich schwarz.
Als ich aufgewachsen bin, war ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn es mich friert, bleibe ich schwarz.
Wenn ich Angst habe, bin ich schwarz.
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz.
Wenn ich sterben werde, werde ich schwarz sein.

Während du, weißer Mann...

Als du geboren wurdest, warst du rosa.
Als du aufgewachsen bist, warst du weiß.
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot.
Wenn es dich friert, wirst du blau.
Wenn du Angst hast, bist du grün.
Wenn du krank bist, bist du gelb.
Wenn du sterben wirst, wirst du grau sein.

... und nach all dem, hast du den Mut, mich FARBIGER zu nennen!

4. Oktober

Neues auf der HP: Die Digitalbilder vom Herbst sind online

Herbstzeitlose

Nur wenige Blumenfreunde können den Reizen dieser nackten Spätjahresschönheit widerstehen. Wenn man im August die Knollen der Herbstzeitlosen an einem sonnigen, eher trockenen Platz (nur die heimische Art verlangt etwas mehr Feuchtigkeit) rund 15 cm tief ins Gras oder auch in den Steingarten pflanzt, erscheinen bereits vier Wochen später die reizenden trichterförmigen Blütenkelche nackt, d. h. ohne Blätter, denn die bildet die zarte Schöne erst im Frühjahr .darauf aus.
Aus diesem Grund nannte man sie früher darum auch "Dame ohne Hemd".
Am besten pflanzt man die Herbstzeitlosen zusammen mit Frühjahrsblühern wie Anemonen oder Krokusse. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Letzterem glauben ja viele, die Herbstzeitlose sei eine Art Herbstkrokus, doch weit gefehlt: Sie zählt zu den Liliengewächsen.
Die Farbpalette reicht von Rosa über Violett und Purpur bis Lila. Besonders apart sind die gefüllten Sorten, die Erinnerungen an einen Seerosenteich wachrufen.

Doch wie alles im Leben hat auch diese duftigzarte Herbstblume ihre Kehrseite: Sie ist in allen Teilen extrem giftig und hat deshalb nichts in Gärten zu suchen, in denen Kinder spielen. Das Gift Colchicin ist dennoch zu etwas nütze, es wird nämlich mit Erfolg bei der Behandlung von Gicht und Gelenkschmerzen eingesetzt. Aber bitte nicht auf die Idee kommen, sich selbst eine Medizin aus der Pflanze herzustellen – nur den herbstlichen Blumenschmuck in vollen Zügen genießen.

5. Oktober

Ich sah den Wald sich färben,
die Luft war grau und stumm;
Mir war betrübt zum Sterben,
und wusst' es kaum, warum.


Durchs Feld vom Herbstgestäude
hertrieb das dürre Laub;
Da dacht' ich: deine Freude
ward so des Windes Raub.

Dein Lenz, der blütenvolle,
dein reicher Sommer schwand;
An die gefrorne Scholle
bist du nun festgebannt.

Da plötzlich floss ein klares
Getön in Lüften hoch:
Ein Wandervogel war es,
der nach dem Süden zog.

Ach, wie der Schlag der Schwingen,
das Lied ins Ohr mir kam,
fühlt' ich's wie Trost mir dringen
zum Herzen wundersam.

Es mahnt' aus heller Kehle
mich ja der flücht'ge Gast:
Vergiss, o Menschenseele,
nicht, dass du Flügel hast.

Emanuel Geibel 1815 - 1884

  

6. Oktober

Kürbisse sind vitaminreich

Vorbei sind die Zeiten, da bei uns lediglich die großen gelben Kürbisse im Garten wuchsen. Heute kann man unter Hunderten von Sorten in vielen Farben und Formen auswählen – nicht nur für den Garten und zur Dekoration, sondern auch für die Küche. Denn Kürbisse sind sehr vitamin- und mineralstoffreich, sowie leicht verdaulich und kalorienarm. Wurde früher das Fruchtfleisch in der Regel süßsauer eingelegt, ist die Verwendung heute mannigfaltig. Geschmort, gebraten, gebacken oder nur geraspelt bietet sich eine Zubereitung als Rohkost, Gemüse, Suppe oder zu Eintöpfen an. Wichtig für den guten Geschmack ist die Verwendung frischer Kräuter, wie Basilikum, Minzen, Melisse, Liebstöckel, Koriander und Rosmarin, und unter den Gewürzen sorgen Ingwer und Zimt für eine unverwechselbare Geschmacksnote.
Wenig bekannt ist, dass gerade die warzigen, kleinen Zierkürbisse häufig giftige Bitterstoffe enthalten, die zu Erbrechen, Krämpfen und bei starker Dosierung bis zu Atemlähmungen führen können. Wachsen im Garten nun giftige Zierkürbisse und ungiftige Speisekürbisse nebeneinander, können auch durch die Übertragung von Pollen die zum Verzehr geeigneten Früchte Giftstoffe enthalten. Darum sollte vor der Zubereitung eines jeden Kürbisses dieser roh probiert werden: schmeckt er bitter oder seifig, wird er nicht verzehrt!

 

7. Oktober

Die Wälder schweigen

Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo die Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

- Erich Kästner (1899-1974)-

 

8. Oktober

Die fünfte Jahreszeit

Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuer gebracht ist,
wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es,
wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat,
dann ist die fünfte Jahreszeit.

Mücken spielen im schwarz-goldenen Licht,
im Licht sind wirklich schwarze Töne,
tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen.
Kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still.
Blank sind die Farben,
der See liegt wie gemalt, es ist ganz still.
Boot, das flussab gleitet,
Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.
So vier, so acht Tage.
Und dann geht etwas vor.
 
Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt;
es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert - und doch alles.
Es geht wie ein Knacks durch die Luft - es ist etwas geschehen;
so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt ..., na..na ...,
und nun ist er auf die andere Seite gefallen.
Noch ist alles wie gestern: die Blätter, die Bäume, die Sträucher ...
aber nun ist alles anders.
Das Licht ist hell. Spinnenfäden schwimmen durch die Luft,
alles hat sich einen Ruck gegeben,
dahin ist der Zauber, der Bann ist gebrochen -
nun geht es in einen klaren Herbst.

Wie viele hast du noch? Dies ist einer davon.
Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert, oder fünf,
und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören.
Es ist die Zeit, in der ältere Herren (und auch Damen!)
sehr sentimental werden -
es ist nicht der Johannistrieb,
es ist etwas anderes.
Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes.
Spätsommer, Frühherbst, und das, was zwischen ihnen beiden liegt.
Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.
Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.
 
Kurt Tucholsky

 

9. Oktober

Empfehlung

Achte auf deine Gedanken
denn sie werden deine Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden deine Handlungen.
Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden deine Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter,
denn er wird dein Schicksal.

Jüdische Überlieferung

 

10. Oktober

Keltischer Baumkreis

Jeder Mensch ist einem Baum zugeordnet im keltischen Baumkreis.
Sieh nach deinem Geburtsdatum, und schau mal welcher Baum dein Bruder ist.
Bringt Glück, wenn man diesen Baum des Öfteren umarmt.
Es durchfließt deinen Körper neue Energie.
Begebe dich auf die Suche nach deinen Bruder Baum.

Die Eberesche 04.10. – 13.10

Die Eberesche ist ein anspruchsloser Baum, der in beinahe jedem Boden gedeiht. Mit ihren üppigen weiß-gelben Blütendolden, aus denen sich dann leuchtend rote Vogelbeeren entwickeln, hat sie schon unsere Vorfahren beeindruckt. Die Druiden sprachen der Eberesche die Kraft zu, vor Unheil und bösem Zauber zu bewahren und umpflanzten ihre Kultstätten mit diesem Baum.

Menschen, die der Eberesche zugehörig sind, haben einen ausgeprägten Drang nach Bildung und sind durch ihr strategisches und planerisches Geschick gute Organisatoren. Bei allem, was sie tun, sind sie stets um Harmonie und Gerechtigkeit bemüht; sie möchten die Welt verbessern und verschönern.

Menschen, die im Zeichen der Eberesche geboren sind, sprühen vor Lebensfreude. Sie scheinen das Glück gepachtet zu haben. Mit Leichtigkeit überwinden sie jedes Hindernis und eine harmonische Partnerschaft scheint mit ihnen sehr einfach erreichbar. Sie freuen sich an den kleinen Dingen des Lebens und an der Natur. Gesundheit und Selbstverwirklichung stehen bei ihnen an oberster Stelle. Ihr sympathisches Wesen lässt sie leicht Bekannte und dauerhafte Freunde gewinnen. Unternehmungen mit ihnen sind immer Erlebnisse der besonderen, unvergesslichen Art. Dennoch sind Ebereschen-Geborene sehr bescheiden und dies ermöglicht ihnen, sich jeder noch so schwierigen Situation anzupassen und sie zu bewältigen. Durch ihre Konzentration auf nur ein Ziel erreichen sie dieses auch.

 

11. Oktober

Eure Hochzeitssonne schien heute
Es war zu sehen, dass ihr es ehrlich meint.

Es muss ein Wunderbares sein
ums Lieben zweier Seelen,
sie schließen ganz einander ein,
sich nie ein Wort verhehlen,
und Freud und Leid
und Glück und Not
so miteinander tragen,
vom ersten Kuss bis in den Tod
sich nur von Liebe sagen.

*Oskar von Redwitz*

 

12. Oktober

Türkische Schüler berichten über Ramadan

Zu Hause riecht es nach leckerem Essen, die Stimmung ist festlich - man zählt die Minuten bis zum Sonnenuntergang. Die Mutter beeilt sich, damit sie das Essen zum "Iftar" fertig kocht. Schon klingelt es an der Tür, Gäste kommen und auch der Tisch ist gedeckt und festlich geschmückt. Nur noch kurz warten bis zum Sonnenuntergang!
So erleben wir Ramadan. Weil viele aber gar nicht wissen, was Ramadan ist, wollen wir ein bisschen darüber berichten. Wir haben unsere Eindrücke mit Informationen aus dem Internet, aus Büchern und den Erklärungen unserer Eltern ergänzt.
Sinn von Ramadan ist, auch den Reichen einmal das Gefühl von Hunger zu geben. Daher wird besonders im Ramadan armen Menscher geholfen. Außerdem sollen wir Allah für die Erschaffung des Menschen danken - also betet man viel. Im Koran sagt Mohammed, dass Allah besonders im Ramadan Menschen Sünden verzeiht, wenn man Ärmeren hilft und viel betet. Kriege und Streit sollen aufhören - es ist die Zeit der Besinnung, der Versöhnung und des Friedens. Jedes Jahr im Ramadan fasten wir Muslime von der ersten Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Im islamischen Kalender gehören die Monate nicht zu bestimmten Jahreszeiten. Der Name Ramadan bezeichnet einfach den 9. Monat des Jahres nach dem Mondjahr. Dabei dauert ein Monat 29 oder 30 Tage; das Jahr ist daher um 11 Tage kürzer. Nur alle 33 Jahre fällt daher der Fastenmonat auf den gleichen Zeitraum im europäischen Kalender.
Im Jahr 2005 begann Ramadan am 4. Oktober.
Was passiert, wenn man nicht fastet? Nach Angaben im Koran und den Berichten unserer Eltern, soll jemand, der zum Beispiel wegen Krankheit nicht fasten kann, dies nachholen oder für die versäumtem Tage eine bedürftige Person verköstigen, falls ihm dies finanziell möglich ist. Wer aber unerlaubt nicht fastet muss 61 Tage zur Strafe fasten. Jugendliche beginnen ab der Pubertät mit dem Fasten.
Die Mahlzeit vor der ersten Morgendämmerung heißt Sahur. Das Fastenbrechen nach Sonnenuntergang nennt man Iftar - eine Mahlzeit bestehend. aus Gebäck und türkischen Spezialitäten, die mit Verwandten und Bekannten zusammen eingenommen wird. Die Zeiten richten sich genau nach dem jeweiligen Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang.
Am Ende des Fastenmonats steht das Zuckerfest - 3 Tage lang besucht man Freunde und Verwandte, tauscht Glück- und Segenswünsche aus und beschenkt sich gegenseitig mit Süßigkeiten.
Wie erleben wir hier in Deutschland Ramadan? - Eigentlich fühlen wir uns als Türken dabei immer ein wenig einsam, in unserem Heimatland ist das alles lebendiger: Vor der ersten Morgendämmerung kommt ein Trommler, um die Leute zum Sahur aufzuwecken. Zum Iftar werden von den Moscheen und den Städten Zelte für arme Leute aufgebaut, in denen türkische Spezialitäten angeboten werden.
Auch das Fastenbrechen ist natürlich ein viel größeres Fest als hier. Die Straßen sind geschmückt, und es gibt viele Aktivitäten für Kinder und Erwachsene - wir können das nur im Fernsehen verfolgen oder erfahren dies aus den Erzählungen unserer Eltern.

 

13. Oktober

Du schenkst uns Zeit

Du schenkst uns Zeit!
Wir wollen sie gestalten,
als dein Geschenk
in unseren Händen halten.
Herr, lass uns stille werden,
dass wir sehn:
Du willst zu aller Zeit
Mit uns durchs Leben gehen.

Johannes Köbler

 

14. Oktober

Der Sachsenspiegel ist das älteste mitteleuropäische Gesetzbuch.
Er wurde im 13ten Jahrhundert vom Ritter Eike von Repgau in niederdeutscher Sprache verfasst und bezog sich auf das Land- und Lehnsrecht. Ganz offensichtlich hat das Zusammenleben der Menschen damals schon die gleichen Probleme bereitet wie heutzutage.
Er enthielt bereits Grundsätze des Nachbarschaftsrechts, die in vielen Teilen bis heute noch Gültigkeit haben. So durfte ein Nachbar einen auf sein Grundstück überhängenden Zweig entfernen, wenn der Besitzer des Baumes seinen wiederholten Bitten, den Zweig zu entfernen, nicht nachkam.
Bei der Anbringung von Zäunen musste auch damals bereits der Pfahl innen stehen, so dass der Zaun nach außen, also zum Nachbarn hin, eben war. Selbst Grenzabstände mussten schon im Mittelalter eingehalten werden. Dabei ist allerdings nicht von Bäumen und Sträuchern die Rede, sondern von Stallungen und dem „gewissen Örtchen“. Diese mussten auch entsprechend verdeckt und vor den Einblicken der Nachbarn geschützt sein.
Selbst ein Baurecht definiert genau, welcher Stand wie zu bauen hatte. Wie wenig sich doch menschliches Verhalten in den Grundzügen über Jahrhunderte hinweg verändert hat.

 

15. Oktober

Wieder ein Jahr Bundeswehr in Afghanistan und dazu dieses Gedicht:

Drei Minuten Gehör

Drei Minuten Gehör will ich von euch, die ihr arbeitet!
Von euch, die ihr den Hammer schwingt,
von euch, die ihr auf Krücken hinkt,
von euch, die ihr die Feder führt,
von euch, die ihr die Kessel schürt,
von euch, die mit treuen Händen
dem Manne ihre Liebe spenden -
von euch, den Jungen und den Alten -
Ihr sollt drei Minuten inne halten.
Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern.
Wir wollen uns einmal erinnern:

Die erste Minute gehöre dem Mann.
Wer trat vor Jahren in Feldgrau an?
Zu Hause die Kinder - zu Hause weint Mutter ...
Ihr: feldgraues Kanonenfutter!
Ihr zogt in den lehmigen Ackergraben.
Dort saht ihr keinen Fürstenknaben:
der soff sich einen in der Etappe
und ging mit den Damen in die Klappe.
Ihr wurdet geschliffen. Ihr wurdet gedrillt.
Wart ihr noch Gottes Ebenbild?
In der Kaserne - im Schilderhaus
wart ihr niedriger als die schmutzigste Laus.
Der Offizier war eine Perle,
aber ihr wart nur "Kerle"!
Ein elender Schieß- und Grüßautomat.
"Sie Schwein! Hände an die Hosennaht!"
Verwundete mochten sich krümmen und biegen:
kam ein Prinz, dann hattet ihr stramm zu liegen.
Und noch im Massengrab wart ihr die Schweine:
Die Offiziere lagen alleine!
Ihr wart des Todes billige Ware ...
So ging das vier lange blutige Jahre.
Erinnert ihr euch?

Die zweite Minute gehöre der Frau.
Wem wurden zu Hause die Haare grau?
Wer schreckte, war der Tag vorbei,
in den Nächten auf mit einem Schrei?
Wer ist es vier Jahre hindurch gewesen,
der anstand in langen Polonaisen,
indessen Prinzessinnen und ihre Gatten
alles, alles, alles hatten - -?
Wem schrieben sie einen kurzen Brief,
dass wieder einer in Flandern schlief?
Dazu ein Formular mit zwei Zetteln...
Wer musste hier um die Renten betteln?
Tränen und Krämpfe und wildes Schrein.
Er hatte Ruhe. Ihr wart allein.
Oder sie schickten ihn, hinkend am Knüppel,
euch in die Arme zurück als Krüppel.
So sah sie aus, die wunderbare
Große Zeit - vier lange Jahre ...
Erinnert ihr euch?

Die dritte Minute gehört den Jungen!
Euch haben sie nicht in die Jacken gezwungen!
Ihr wart noch frei! Ihr seid heute frei!
Sorgt dafür, dass es immer so sei!
An euch hängt die Hoffnung. An euch das Vertraun
von Millionen deutschen Männern und Fraun.
Ihr sollt nicht strammstehen. Ihr sollt nicht dienen!
Ihr sollt frei sein! Zeigt es ihnen!
Und wenn sie euch kommen und drohn mit Pistolen:
Geht nicht! Sie sollen euch erst mal holen!
Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!
Keine Monokel- Potentaten!
Keine Orden! Keine Spaliere!
Keine Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!
Euer das Land!
Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
- Nie wieder Krieg - !

Kurt Tucholsky

 

16. Oktober

Ein Gedicht von lieben Freunden aus dem Norden:

De Seereis Korl de künn dat gor nich foten, denn sien Ollsch de har besloten
dat sei von de LPG ok eis führn wulln an de See.
Korl wier gor nich woll to Mauh: „Lat mi mit denn Schiet in Rau!“
reep hei, „ick kann gor nich krupen, wie warn noch dorbi versupen!“

Doch sien Ollsch lat sik nich stürn, sei deit racken, sei deit schüern.
Neigt sick noch een Kleed mit Blaumen. Korl käm gor nich rut ut Staunen.

Mann wat wier dat vörn Gewäs: Sei de Sünnbrill up de Näs.
Hei mit Kuffer un twei Taschen - dei wiern vull mit Kram un Flaschen,
mit dit Bodtüch un son Möhl, Puderdos un Sunnenöl –
müsst hei denn mit ehr taun Schluss doch noch rin in Autobus.

Nach twei Stunnen, krumm un lohm, stünd hei denn up Usedom.
As hei frögt, wo sei denn wiern, säggt sien Ollsch: „Dat heit Zempin.“
Un de Strand un ok de See wiern hier gliek ganz in de Näh.
Tasch un Kuffer in de Hand, stünd uns Korl ok bald an Strand.

Nieglich keek hei sik hier üm: Wat löpt hier nich allens rüm!
Frugens mit ganz korten Büxen! Man uns Korl die käm int Schwitzen.
Wiewers, Kierls, eis dick, eis dünn, allens lägen sei in ne Sünn.

Korl har hier noch länger käken, doch sien Ollsch wull wierer trecken.
Wo taun Düwel wull sei denn hier in dissen Sand noch henn?
Up einmol stünn ein Schild inn Sand: „FKK an diesem Strand“.

Achtern Schild dor sähn sei öwerall nur Nackedei!
Dat wier doch ein Ding, jawoll! Korl sätt ierst sien Kuffer dol.
Un hei künn dat gor nich foten, künn dat Oog dorvon nich loten:
Minsch, dor läg´n sei inne Sünn splitternackt un gor nix üm.
Wo dat bie de Wiewers wackelt! Wo ehr vör dei Bussen schwabbert!
Un de Kierls mit ehr Geschirr harn dei gor kein Anstand miehr?

Korl har, as hei dat betracht, gor nich an sien Ollsch miehr dacht.
Doch mit eis säg hei ehr lopen. Wier sei denn nu ganz besopen?
Wull sei etwa uk an End dor bi all de Nackschen hen?

Korl de kräg nu doch ein Schrecken. Sull hei sick nu uk uttrecken?
Un hei reep: „Putz, Blitz un Hoogel! Säg eis Ollsch, häst Du een Vagel?“

Doch dei Ollsch leet sick nich räden. Korl künn jammern, Korl künn bäden.
Sei blev hart und fast dorbi: „Jo mien Korl, ick mok mi frie.“
Nah ne Wiel, dunn har sei dann nix wierer as de Sünnbrill an.

Un uns Korl de keem in Wut: „Nee, ick treck mi hier nich ut.
Nee Ollsch, disse Schwienerie mok ick nich, dat segg ick di!“

Dunn kreeg de Ollsch in ehre Kuhl nu mit eis dat grote Mul:
„Minsch, nu har di nich so pierlich! Worüm büst du so schanierlich?
Ob mit orer ohne Büx, ik mein, dien lütten Hahn is liekers nich tau seihn!“

http://www.deiplattduetschenanklam.de/

 

17. Oktober

Keltischer Baumkreis

Jeder Mensch ist einem Baum zugeordnet im keltischen Baumkreis.
Sieh nach deinem Geburtsdatum, und schau mal welcher Baum dein Bruder ist.
Bringt Glück, wenn man diesen Baum des Öfteren umarmt.
Es durchfließt deinen Körper neue Energie.
Begebe dich auf die Suche nach deinen Bruder Baum.

Die Eberesche 14.10. – 23.10

Die Eberesche ist ein anspruchsloser Baum, der in beinahe jedem Boden gedeiht. Mit ihren üppigen weiß-gelben Blütendolden, aus denen sich dann leuchtend rote Vogelbeeren entwickeln, hat sie schon unsere Vorfahren beeindruckt. Die Druiden sprachen der Eberesche die Kraft zu, vor Unheil und bösem Zauber zu bewahren und umpflanzten ihre Kultstätten mit diesem Baum.

Menschen, die der Eberesche zugehörig sind, haben einen ausgeprägten Drang nach Bildung und sind durch ihr strategisches und planerisches Geschick gute Organisatoren. Bei allem, was sie tun, sind sie stets um Harmonie und Gerechtigkeit bemüht; sie möchten die Welt verbessern und verschönern.

Menschen, die im Zeichen der Eberesche geboren sind, sprühen vor Lebensfreude. Sie scheinen das Glück gepachtet zu haben. Mit Leichtigkeit überwinden sie jedes Hindernis und eine harmonische Partnerschaft scheint mit ihnen sehr einfach erreichbar. Sie freuen sich an den kleinen Dingen des Lebens und an der Natur. Gesundheit und Selbstverwirklichung stehen bei ihnen an oberster Stelle. Ihr sympathisches Wesen lässt sie leicht Bekannte und dauerhafte Freunde gewinnen. Unternehmungen mit ihnen sind immer Erlebnisse der besonderen, unvergesslichen Art. Dennoch sind Ebereschen-Geborene sehr bescheiden und dies ermöglicht ihnen, sich jeder noch so schwierigen Situation anzupassen und sie zu bewältigen. Durch ihre Konzentration auf nur ein Ziel erreichen sie dieses auch.

 

18. Oktober

Die Tragik des Lebens

Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wieder küssen.
Da hat er verreisen müssen.
So liebte er vergebens,
das ist die Tragik des Lebens!

Joachim Ringelnatz

 

19. Oktober

Fleischfressende Pflanzen,

Botaniker nennen sie Karnivoren, sind in ihrem Verhalten außerordentlich interessant.
Sie entwickeln vielseitige Techniken, um an ihre „Beute“ heranzukommen. An ihren heimatlichen Standorten herrschen meist weniger günstige Bedingungen, was die Nährstoffversorgung betrifft, so dass sie auf zusätzliche Nahrung angewiesen sind. Diese holen sie sich aus gefangenen Tieren, meist sind das Insekten.
Die weitverbreitete Annahme, dass sie fast nur in den Tropen vorzufinden sind, ist nicht richtig, auch hier in Deutschland gibt es einige Sonnentau-Arten, die im Moor, also saurem nährstoffarmem Umfeld anzutreffen sind. Die auffallenden Arten stammen allerdings tatsächlich aus anderen Teilen der Welt, und früher waren die abenteuerlichsten Geschichten über die „Gefährlichkeit“ der tropischen Fleischfresser im Umlauf. Natürlich sind alle solche Schauermärchen der blanke Unsinn.
Nach wie vor ist es aber interessant, sich damit zu befassen, welche geschickten Fangmechanismen eingesetzt werden, um an die tierische Nahrung zu gelangen. Bei den Kannenpflanzen fallen die Insekten in Trichter, aus denen sie nicht mehr herauskommen.
Sie werden dort mit Hilfe des Pflanzensaftes verdaut.
Die Venusfliegenfallen haben eine andere, aber ebenso raffinierte Fang-Methode: sie haben ihre Blätter zu Fallen umgewandelt, die sofort zuklappen, wenn sich ein Insekt auf ihnen niederlässt. Da gibt es dann kein Entrinnen mehr.

Die Pflanze ähnelt einem Schlauch,
ihr krabbeln Fliegen in den Bauch,
und werden dann – infolgedessen,
da drinnen ratzeputz gefressen!

 

Auf einem Gärtner-Pötschke-Kalenderblatt gefunden

 

20. Oktober

Auf dieser Website habe ich einen neuen Button "Liedgut" eingefügt. Es sind Lieder verschiedener Themenbereiche. Angefangen habe ich mit Kinderliedern. Diese Seiten sind aber noch im Aufbau und deshalb erbitte ich Geduld, denn mit der Zeit wird das "Angebot" wachsen und ich hoffe, damit Freude zu bereiten und Erinnerungen zu wecken. Direkt unter http://www.gottiswelt.de/liedgut/kinderlieder.htm

Kommt ein Reitersmann daher
auf der grünen Wiese,
hat ein buntes Röcklein an,
neigt sich vor der Liese:
„Jungfer, schönste Jungfer mein,
tanzen wir ein wenig?“
„Mag nicht tanzen, danke schön,
wart auf einen König!“

Kommt ein Kaufmannssohn daher
Auf der grünen Wiese,
hat ein Wams von Seide an,
neigt sich vor der Liese:

Kommt ein Schneiderlein daher
Auf der grünen Wiese,
hat ein grünrot Röcklein an,
neigt sich vor der Liese:

Liese wartet Jahr um Jahr
Auf der grünen Wiese,
doch kein König kommen mag,
keiner spricht zur Liese:

Jungfer, schönste Junger mein,
tanzen wir ein wenig?
„Ach, wie wär das Tanzen schön,
wär’s auch grad kein König!“

Kommt der Schweinehirt daher,
Jochen Christoph Stoffel,
hat nicht Schuh noch Strümpfe an,
trägt nur Holzpantoffel.

Und der Stoffel tanzt mir ihr, mit der stolzen Liese.

Aus Schwaben

 

21. Oktober

Dass mir so die Seele leuchte

Sie, des Herbstes Geisteshelle
klärt und adelt die Gelände;
Erdenbreiten, Himmelswände
kost dieselbe lautre Welle.

O du glückversunken Säumen,
eh die Sommerfarben sterben!
O du letztes Liebeswerben
aus den unbegriffnen Räumen!

Dass mir so die Seele leuchte,
wenn ich einst des Winters werde!
Und in meines Auges Feuchte
spiegelt sich der Schmelz der Erde!

Christian Morgenstern
1871 - 1914

 

22. Oktober

„Ich möchte mich in Zukunft, nicht länger als 15 Sekunden ärgern.“

Wenn man sich über das Verhalten einer anderen Person ärgert, dann hat das immer etwas mit seinem Programm zu tun und nicht mit dieser Person.
Zum Beispiel, wenn in einem Café eine Person allein am Nebentisch, ohne ersichtlichen Grund, laut und herzlich lacht und einen das stört, ‘weil man das doch nicht darf’, dann ist es wieder das eigene Programm und nicht ihr Verhalten, das Zorn auslöst.
Wenn man sich länger als 15 Sekunden über etwas ärgert, hat das immer mit meinen unerledigten Geschäften zu tun. Wir sollten uns nur 15 Sekunden zugestehen, bis wir merken, dass es unsere eigenen Einstellungen, Erwartungshaltungen und Programme sind, die den eigentlichen Ärger auslösen, nicht das angeblich furchtbare Verhalten eines anderen Menschen. Nicht die sogenannte objektive Realität. Falls man glaubt, 15 Sekunden seien zu wenig, sollte man doch einfach mit 2 oder 3 Minuten beginnen und so lange trainieren bis man seine Reaktion auf 15 Schrecksekunden reduzieren kannst.

 

23. Oktober

Die polyglotte Katze

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt: "Da wart nicht lange ich,
die Maus, die fange ich!"

Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"
Da plötzlich hört sie - statt"miau"-
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "Die arme Katze,
der Hund, der hatse!

Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"
Doch leider - nun, man ahnt`s bereits -
war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft!---

Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man 'ne fremde Sprach kann ...!"

Heinz Erhardt.

 

24. Oktober

Keltischer Baumkreis

Jeder Mensch ist einem Baum zugeordnet im keltischen Baumkreis.
Sieh nach deinem Geburtsdatum, und schau mal welcher Baum dein Bruder ist.
Bringt Glück, wenn man diesen Baum des Öfteren umarmt.
Es durchfließt deinen Körper neue Energie.
Begebe dich auf die Suche nach deinen Bruder Baum.

Der Nussbaum 24.10. - 11.11.

Walnussbäume, einst aus Mittelasien nach Europa gebracht, sind recht empfindlich. Sie können Frost nicht gut vertragen und mögen auch Sandböden ungern. Walnüsse sind ein Fruchtbarkeitssymbol. Im Allgäu war es lange Zeit Brauch, die Plazenta einer Stute in einen Nussbaum zu hängen, damit es dem Fohlen und seiner Mutter gut ergehe.
Menschen, die an Nussbaum-Tagen geboren sind, sagt man nach, dass sie ein Grundbedürfnis nach stabilen Verhältnissen haben. Ist diese Voraussetzung erfüllt, sind sie leistungsfähig und kreativ und voll Leidenschaft, wenn es darum geht, das, was ihnen lieb und wert ist, zu verteidigen. Wenn Nussbaum-Geborene etwas tun, tun sie es ganz und mit großer Beharrlichkeit und Ausdauer.

Menschen, die im Zeichen des Nussbaum geboren wurden, verändern sich beständig. Sie entdecken neue Welten und Interessen, die so vielfältig wie die Blätter an einem Baum mit all seinen Verästelungen sein können. Ihr Drang und Möglichkeiten sich zu verändern scheinen schier unerschöpflich zu sein. Stets sind sie bei all ihren Erkundungen darauf bedacht, den wahren Grund hinter den Dingen zu enträtseln. Und von diesem Auf den Grund-Gehen halten sie auch härtere Widerstände nicht ab. Unbefangen von der Vergangenheit reizt sie immer wieder das Neue, Unbekannte mit all seiner Faszination des aufregenden Neubeginns. Es ist spannend mit ihnen gemeinsam durchs Leben zu gehen, denn immer wieder entdeckt man mit ihnen die unerschöpfliche Vielfalt des Lebens neu. Meisterhaft finden sie sich mit den neuen Gegebenheiten zurecht und sind deshalb auch vertrauenswürdige Ratgeber.

 

25. Oktober

Guten Morgen,

ich bin's doch bloß, Dein heutiger Tag.  
Nun, war eh' in der Gegend und dachte mir:  
ich schaue mal kurz durch den Bildschirm bei Dir hinein.  
Gut siehst Du aus - na ja, ich will mal ehrlich sein ...  
ein bisschen verschlafen noch.  
Aber doch ... gut siehst Du aus heute!!!
 
Nun lächle doch mal und mach nicht so ein Gesicht!!!  
Passiert Dir ja schließlich nicht jeden Tag,  
dass der Tag vorbeikommt, um Dir guten Tag zu sagen ...oder???
 
Sooo, jetzt ist's schon besser –
siehst viel sympathischer aus,  
wenn Du lächelst, ehrlich!
 
Schließlich lache ich zurück wenn man mich anlächelt ... 
so ist dies nun mal mit uns Tagen...
 
Na, gefall ich Dir????
 
Okay, okay - ich bin noch jung,
noch Morgen, aber warts nur ab,  
heute werd ich wunderschön, prächtig und unterhaltsam ...  
das heißt ... nur wenn du mitmachst;  
und wenn ich dann erst mal Abend werde ...  
ich kann Dir sagen, begeistert wirst Du sein, ja begeistert!!!
 
Lob mich doch ein bisschen und sag jetzt bloß nicht,  
man soll dies nicht vor dem Abend tun ...  
sei mal nicht so misstrauisch ...  
wäre ich denn sonst persönlich bei Dir aufgetaucht???
 
Beug Dich lieber ein bisschen vor und sag:  
Guten Tag! lieber Tag,  
schön, dass Du heut so schön bist ...  
und dann flüstere mir Deinen heutigen Wunsch zu ...  
vielleicht werde ich ihn Dir erfüllen ...
 
Schließlich bin ich ein guter Tag!

Nun, dann mache es dir schön  
und genieße mich, Deinen Tag.

Bekam ich von einer Freundin

 

26. Oktober

Brotfruchtbaum

Tropischer Baum mit lederartigen Blättern und großen Früchten
Höhe 15 Meter – in Europa nur in Gewächshäusern

Wegen der übelriechenden Schale der Brotfrüchte kam es 1788 zu der weltberühmt gewordenen Meuterei auf Seiner britischen Majestät Schiff Bounty. Das stärkereiche Fleisch der unreifen Frucht wird von Polynesiern und Sunda-Insulanern in Scheiben geschnitten und auf heißen Steinen gebacken.
In Europa aber hat der Brotfruchtbaum nur in Gewächshäusern Wurzeln schlagen können, weil er sehr hohe Temperaturen bei starker Luftfeuchtigkeit benötigt.

Brotfruchtbaum: indisch-malaiischer B. Artocarpus incisa, wichtiger Nutzbaum aus der Familie der Maulbeergewächse – Moraceae.
Das Holz wird beim Haus- und Bootsbau und für die Herstellung von Geräten verwendet. Das zu Scheiben geschnittene Innere der unreifen Früchte wird auf heißen Steinen gebacken und stellt dann eine Art Dauerproviant dar. Die kastanienartigen Samen dienen in geröstetem Zustand ebenfalls als Nahrungsmittel. Aus dem Fruchtfleisch wird Handelsstärke gewonnen.

 

27. Oktober

Gedanken am Samstagabend

Im Wasser schwimmt der Gummischwamm,
denn heut ist Samstag und ich bade.
Zwei Zähne fehlen mir am Kamm,
es duftet laut nach Haarpomade.

Das Wasser tropft ins Abflussrohr,
der Stöpsel scheint nicht gut zu schließen.
Ich habe Seife in dem Ohr
und Hühneraugen an den Füßen.

Das Wasser ist schon stark getrübt,
und mühsam wälzen sich die Fluten.
Ich bin seit vorgestern verliebt,
da hilft kein Blasen und kein Tuten.

Heinz Erhardt

 

28. Oktober

Zur Uhrenumstellung:

Die Sonnenuhr

Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule
aus dem Gartenschatten,
wo einander Tropfen fallen hören
und ein Wandervogel lautet zu der Säule,
die in Majoran und Koriander steht
und Sommerstunden zeigt;
nur sobald die Dame (der ein Diener nachfolgt)
in dem hellen Florentiner
über ihren Rand sich neigt,
wird sie schattig und verschweigt.
Oder wenn ein sommerlicher Regen aufkommt
aus dem wogenden Bewegen hoher Kronen,
hat sie eine Pause;
denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken,
die dann in den Frucht- und Blumenstücken
plötzlich glüht im weißen Gartenhause.

Rainer Maria Rilke

 

29. Oktober

Ewig jung ist nur die Sonne

Heute fanden meine Schritte mein vergessnes Jugendtal,
seine Sohle lag verödet, seine Berge standen kahl.
Meine Bäume, meine Träume, meine buchendunkeln Höhn -
ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.

Drüben dort in schilf‘gem Grunde, wo die müde Lache liegt,
hat zu meiner Jugendstunde sich lebend‘ge Flut gewiegt,
durch die Heiden, durch die Weiden ging ein wandernd Herdgetön -
ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.

Conrad Ferdinand Meyer

 

30. Oktober

Bald wird der Frost die letzten Rosen "töten" und wir müssen auf den Frühling warten, bis sie uns wieder mit ihrem Duft betören werden.

An die Entfernte

Diese Rose pflückt ich hier,
In der fremden Ferne;
liebes Mädchen, dir, ach dir
brächt ich sie so gerne !

Doch bis ich zu dir mag ziehn
viele weite Meilen,
ist die Rose längst dahin,
denn die Rosen eilen.

Nie soll weiter sich ins Land
Lieb von Liebe wagen,
als sich blühend in der Hand
lässt die Rose tragen.

Oder als die Nachtigall
Halme trägt zum Neste,
oder als ihr süßer Schall
wandert mit dem Weste

(Nikolaus Lenau)

 

31. Oktober 

Halloween

Kürbis

war ja lange Zeit verpönt, vor allem bei jenen, die sich noch an Kriegszeiten erinnern konnten. Aus der Not heraus hat man damals zahlreiche Gerichte auf der Basis von Kürbis hergestellt, denn ein anderes so ergiebiges Gemüse gab es kaum. So hat der Geschmack noch Jahre später nicht nur positive Erinnerungen hervorgerufen.
Doch all das ist nun wirklich sehr lange her und mittlerweile erfreut sich der Kürbis erstaunlich großer Popularität. Die verdankt er der amerikanischen Sitte des Halloween, einem ursprünglich heidnischen Fest zum Ausklang des Sommers.
Am 31. Oktober, in der Nacht zu Allerheiligen, feiern die Amerikaner Halloween. Wichtigstes Halloween-Symbol ist der ausgehöhlte Kürbis, der, mit ausgeschnittenen Augen, Nase und Mund, von innen mit einer Kerze erleuchtet, unheimlich grinst.
Aus dem Fruchtfleisch, das man vorher herausholt, werden viele köstliche Gerichte bereitet.
Überdies ist der Kürbis ein unübertroffen gutes Mittel gegen Würmer. Sogar der hartnäckigste Bandwurm ist mit einer Kürbiskur zu bekämpfen. Insbesondere für Kinder ist sie geeignet, da sie sehr mild ist. Kürbiskerne wirken außerdem heilsam bei Erkrankungen von Nieren, Leber, Harnblase, Harnleiter und Prostata. Vor allem die Kerne des Ölkürbis werden für diesen Zweck verwendet.

Der Kürbis stammt übrigens aus dem tropischen Amerika und ist schon im 16. Jahrhundert in Europa eingeführt worden. Er gehört in die Familie der Gurkengewächse - und so ähnlich schmeckt er ja auch.

 

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