September 2008

| Es weiden meine Schafe um den Machangelbaum; mir hat die Nacht geträumet ein wunderlicher Traum. Feinsliebchen kam gegangen, |
Sie hat zu mir
gesprochen, ich sollte bei ihr sein, wenn alle Leute schlafen im dustren Kämmerlein. Was soll der Traum bedeuten, |
Hermann Löns, 1866-1914
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Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch
die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Eduard Mörike
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Herkulesstaude
Die Herkulesstaude ist die Giftpflanze des Jahres. Zum vierten Mal wurde die Giftpflanze vom Botanischen Sondergarten Wandsbek gekürt, nachdem öffentlich zur Wahl aufgerufen wurde. Besser bekannt ist die Herkulesstaude bei uns als Riesen-Bärenklau.
Er ist für den Menschen nicht ungefährlich, kann Hautirritationen und sogar schwere Verbrennungen auslösen. Bereits leichter Hautkontakt mit der Pflanze und nachfolgende Sonneneinstrahlung können schwere Hautschädigungen auftreten lassen. Die Herkulesstaude gehört nicht zu den giftigsten Pflanzen, birgt jedoch durch die phototoxische Wirkung eine große Gefahr der Vergiftung. Die Pflanze ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ursprünglich nicht heimisch, breitet sich jedoch rasant über die zahlreichen Samen aus.Auch wenn die durchaus schön anzusehenden Blüten unzählige Insekten anlocken, sollte dringend von einer Anpflanzung im Garten und in der Natur abgeraten werden. Bestehende Bestände werden und sollten nachhaltig entfernt werden. Personen, die hiermit beschäftigt sind, sollten eine umfassende Schutzkleidung tragen.
Der Riesen-Bärenklau ist eine oft bis zu drei Meter hohe krautige Pflanze mit sehr großen, dekorativen Doldenblüten. Die mäßig dicht behaarten Stängel der Pflanze sind an der Basis im Durchmesser 2 bis 10 Zentimeter dick. Sie besitzen oft zahlreiche große dunkle (weinrote) Flecken. Die Blätter des Riesen-Bärenklaus erreichen normalerweise eine Länge von etwa einem Meter, jedoch können sie auch schon mal bis zu drei Meter lang werden. Sie können entweder dreiteilig oder fünf- bis neunteilig gelappt sein. Die seitlichen Blattabschnitte können eine Länge von über einem Meter und eine Breie von mehr als 20 Zentimeter erreichen. Die Diasporen des Riesen-Bärenklaus keimen sehr früh im Jahr aus. Das kann bereits Anfang bis Mitte Februar geschehen. Damit hat der Riesen-Bärenkklau gegenüber konkurrierenden Pflanzenarten einen wesentlichen Vorteil, der sich durch das starke Wachstum der Pflanze noch verstärkt.
Einjährige Pflanzen erreichen zu Beginn des Monats Mai, wenn die meisten in Mitteleuropa heimischen Pflanzen noch kein größeres Längenwachstum aufweisen, bereits eine Höhe von bis zu einem Meter. Die großen Blätter verschatten die übrige Vegetation sehr stark, sodass deren Gedeihen stark eingeschränkt wird. Der Riesen-Bärenklau übersteht auch mehrfaches Mähen und gelangt trotzdem zur Blüte. Diese Regenerationsfähigkeit ist auf eine rübenartige Verdickung von Spross und Wurzeln zurückzuführen. In dieser speichert die Pflanze Stärke, was ihr ermöglicht, so früh auszutreiben. Blüht die Pflanze, wird dieses Speicherreservoir aufgebraucht. Die Pflanze stirbt danach ab.
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Kalte Worte lassen Menschen
erstarren,
hitzige Worte schmerzen sie.
Bittere Worte machen sie bitter,
und zornige Worte machen sie zornig.
Freundliche Worte bringen gleichfalls ihr Abbild im Gemüt des Menschen hervor: Sie erheitern, besänftigen und trösten ihn.
Blaise Pascal 1623 - 1662
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MODERNES MÄRCHEN
FEUER, ERDE, LUFT und WASSER,
diese VIER lebten einträchtig nebeneinander.
Erde und Wasser und Feuer und Luft, waren sogar ein wenig miteinander befreundet, aber es gab auch immer wieder Schwierigkeiten in ihrem Nebeneinander und Miteinander, und plötzlich wurden einige von ihnen wild und alle auf ihre eigene Art ... sehr unangenehm.Eines Tages gab es einen Riesenknall. Alles purzelte durcheinander, und alle vier Elemente wurden ohnmächtig.
Es dauerte lange, bis sie sich wiederfanden, aber zunächst war es einfach totenstill.Dann sagte eine leise, furchtsame Stimme: "Was war denn das?"
Die Luft machte ihre großen, blauen Augen ganz weit auf und blickte um sich. Sie drehte und wendete sich und stellte fest, dass sich nichts mehr an seinem alten Platz befand. Alles lag durcheinander. Es war ein einziges Verwirrspiel.
Laut machte die Luft "PUUUUH !"Da machten alle nacheinander die Augen auf und sahen das große Malheur.
Und wieder sagte eine Stimme: "Ich war das nicht."
Da schrien sie alle nacheinander und durcheinander. "Ich auch nicht ... ich auch nicht ... ich auch nicht!"
Dann sagte eine weisere Stimme, ich glaube, es war die der Erde: "Ja, einer muss es doch gewesen sein! Einer muss doch Schuld haben."
"Du warst es!" Das sagte eines von ihnen zum Feuer. " Du kannst Vulkane ausbrechen lassen,
und alles verbrennt unter dir ... Du hast es gemacht!""Ich?", fragte das Feuer? „... ich, dass ich euch immer wärme, wenn euch kalt ist ... ich soll es gewesen sein? Ich behaupte, es war das Wasser, das brausend und tobend alles zerstört und mit sich reißt ... und du warst in letzter Zeit sehr, sehr wild."
"Ich?" ... fragte das Wasser. „... ich? Ich schlage die Wellen doch nur so hoch, wenn mich der Sturm peitscht.... Ansonsten plätschere ich doch viel lieber daher oder schwimme als kleine Tropfchen mitten im großen Strom."... und weiter sagte es: "Vergesst es nicht, ich gebe euch immer etwas ab, wenn ihr durstig seid."
Jetzt meldete sich die Luft wieder und klagte:" Immer ich ... und ich gebe euch meinen köstlichen Atem. Das hat man nun davon! ... Und übrigens, ich fühle mich unschuldig!"
Da riefen sie wieder alle durcheinander: "Ich bin auch unschuldig ... unschuldig ... unschuldig ... unschuldig!"
Bisher hatten alle gesprochen und lauthals geschrieen, nur eines von ihnen nicht ...
Eines lag da ganz still und geduldig ...Es war die Erde. Sie lag ganz erbärmlich da und stöhnte nur leise.
Doch nun erscholl eine mächtige, starke dröhnende und alles übertönende Stimme und erfüllte den ganzen Raum und alle erschraken vor seiner Macht und alle duckten sich.
"WAS STREITET IHR EUCH? ... Ich sage euch ... ICH WAR DER LAUTE KNALL!
Und ich wollte euch nur ... etwas ... warnen. Ihr seid nicht mehr im Einklang miteinander,
denn ihr habt es verlernt, in Frieden und Eintracht miteinander zu leben. Jeder sieht nur noch
SEIN EIGENES RECHT und nicht mehr das Recht dessen, der neben ihm ist. Ihr werdet euch fremd. Ihr verlernt, in Frieden miteinander zu leben und jeden zu achten. Ihr wollt nur eure "eigene" Beachtung.Doch so dient ihr dem Leben nicht.
Dienen solltet ihr, dienen der Erde und den Menschen und den Wesen, die in dieser Welt leben.UND LIEBEN SOLLT IHR!
Ich schuf euch alle. Jeder von euch ist gleichermaßen wertvoll.
Lernt wieder die Liebe und den Frieden. Lernt, dass ihr euch gegenseitig braucht.Hört besser! Seht besser! Schreit nicht herum ! Denkt nach!“
Und nun beginnen sie nachzudenken
Hoffentlich!
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Trinkspruch
Es ist ein alter, edler Brauch,
Da wo man zecht, da preist man auch
Mit echtem Sinn, der Missgunst bar,
Was schön und gut, was treu und wahr.
Das freie Wort entsteigt dem Nass,
Im guten Wein ist Veritas. (latein. Wahrheit)
| Schon Noah nach der
Wasserflut Hielt viel auf guter Trauben Blut, Und seine Weisheit ganz allein Ward ihm durch rot und weißen Wein. Zum Dank bracht er beim Opferschmaus Dem Herrn den ersten Trinkspruch aus. Das Griechenvolk trank mit Bedacht Und heute, wenn der Rede Gold |
Drob Gottes Aug vor
Wonne lacht, Wird solch ein Lied ihm dargebracht, Ihm ist’s das treffliche Gebet, Er sieht, wie wohl es uns ergeht. Drum hoch! Dem Herrn und unsern Dank Für Wein und Weib mit lautem Klang. Einst sprach Herr Luther frank und frei: Ihr Brüder all, auch du, Papist, |
Heinrich Seidel
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Likör und Rumtopf
Ein Likörchen in Ehren kann niemand verwehren – diese oder ähnliche Worte hat sicher jeder Genießer schon einmal gehört, zum Beispiel nach einem guten Essen oder dem nachmittäglichen Kaffeeklatsch. Bei der großen Auswahl, die es an Likören gibt, ist sicherlich für jeden Geschmack das Richtige dabei. Es gibt feine Vertreter, viele Liköre kann man aber in der Küche leicht selbst brauen – ebenso wie einen aromatischen Rumtopf.
Das Beste ist, neben dem Likör selbst, dass die Herstellung zu Hause schnell und einfach geht. Man benötigt nur Alkohol mit 96 Prozent – gibt es in der Apotheke – und die Zutaten für den Geschmack, also zum Beispiel Beeren oder Kräuter. Zum Süßen der Liköre werde Läuterzucker verwendet, der aus Zucker und Wasser gemacht wird. Ähnlich einfach lässt sich auch ein feiner Rumtopf selbst machen. Sobald die ersten Beeren reif sind, werden sie in einem Topf mit Zucker und 54-prozentigem Rum angesetzt. Besonders lecker sind etwa Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Aprikosen oder Kirschen und Pflaumen.
Wenn das nächste Obst nachfolgt, wird der Rumtopf einfach aufgestockt. Das geht solange, bis im Herbst alle Früchte abgeerntet wurden, dann ist der Rumtopf komplett und schmeckt einfach herrlich aromatisch. Der fertige Rumtopf passt zum Beispiel hervorragend zu Vanille-Flammeri, Grießauflauf oder Milchreis.
Beim Likör gibt es in punkto Geschmacksrichtung grundsätzlich vier grobe Einteilungen: Fruchtige Kreationen, Sahniges, Liköre mit Kräutern und bittere Varianten. Bei der Herstellung werden Alkohol, Früchte und Sirup in der Regel im Verhältnis eins zu drei gemischt: Für etwa 350 Milliliter Beerenlikör braucht man 100 Milliliter Alkohol (96 Prozent), 100 Gramm Beeren und 300 Milliliter Sirup. Als Faustregel gilt, dass die Beeren immer von dem Alkohol bedeckt sein müssen. Die Früchte sollen ihr Aroma nun an den Likör abgeben, danach müssen sie wieder abgeschöpft werden. Himbeeren geben ihr Aroma etwa sehr schnell ab und können bereits nach einer Woche vom Likör getrennt werden. Pflaumen benötigen daher etwa vier Wochen, Früchte mit sehr harter Schale – wie Hagebutten – müssen sogar bis zu einem Jahr in der Flüssigkeit bleiben. Bei den Kräutervarianten funktioniert die Herstellung nach dem gleichen Prinzip: Der Alkohol entzieht den Kräutern das Aroma und muss nach einer bestimmten Zeitspanne abgeseiht werden, ansonsten schmeckt das Resultat am Ende bitter. Gesüßt wird auch hier mit Sirup.
Für die Aufbewahrung eignen sich verschließbare Glasflaschen mit weiter Öffnung. Damit nach dem Ziehen die Früchte oder Kräuter wieder problemlos vom Likör getrennt werden können, muss die Öffnung breit genug sein. Der Liköransatz wird nach der Ansatzzeit durch einen Kaffeefilter abgegossen.
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Kleine Hand, große Hand
Es sagte einmal die kleine Hand zur
großen Hand:
Du große Hand, ich brauche dich, weil ich bei dir geborgen bin.
Ich spüre deine Hand, wenn ich wach werde und du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen,
wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche,
wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe.
Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.
Und es sagte die große Hand zur
kleinen Hand:
Du kleine Hand, ich brauche dich, weil ich von dir ergriffen bin.
Das spüre ich, weil ich viele Handgriffe für dich tun darf,
weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann,
weil ich mit dir kleine wunderbare Dinge entdecke,
weil ich deine Wärme spüre und dich lieb habe,
weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.
???
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Arbeiten mit den Händen. Wandern in der freien Natur.
Essen, wenn man Hunger hat. Schlafen, wenn man müde ist.
Sprechen mit den Bäumen und den Würmern.
Flöten für die Vögel und auf einem Kamm blasen für die Fische.
Du bekommst neue Augen für die Wunder um dich herum.
Du wirst weniger verbrauchen, aber mehr und bewusster genießen.
Genießen ist ein Segen.
Mit wenig zufrieden sein und viel genießen ist die Kunst und das Glück von
wirklich freien Menschen.
(Phil Bosmans)
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Astern
Astern – schwälende Tage,
alte Beschwörung, Bann,
die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.
Noch einmal die goldenen Herden
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?
Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch der Rosen, Du –
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,
noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewissheit wacht:
die Schwalben streifen die Fluten
und trinken Fahrt und Nacht.
Gottfried Benn
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Sonnenbraut
Der Bund deutscher Staudengärtner hat die Sonnenbraut zur Staude des Jahres gewählt. Ursprünglich kommt das in warmen Gelb- und Rottönen vom Frühsommer bis in den Herbst hinein blühende Helenium aus den Weiten der nordamerikanischen Prärien und ist daher im Garten für sollsonnige, jedoch nicht zu trockene Standorte im Staudenbeet und im Bauerngarten geeignet. Die Wildart Helenium autumnale, Stammform zahlreicher Gartensorten, wurde früher auch als Heilpflanze bei Erkältungen verwendet.
Ihren botanischen Namen verlieh der schwedische Botaniker Carl von Linné der Gattung, wobei Helenium anders als naheliegend nicht von dem griechischen Wort Helios für Sonne stammt, sondern vom antiken Namen Helenion für den Echten Alant (Inula helenium) eine heimische Staude dem die Sonnenbrautblüte ähnlich sieht.
Die etwa vierzig wildwachsenden Sonnenbrautarten gehören zur großen Familie der Korbblütler. Charakteristisch ist die Fülle kleiner, fruchtbarer Blüten in der Mitte des Blütenstandes, die zu einer flachen Scheibe angeordnet sind. Um die Scheibe herum sitzt ein Kranz unfruchtbarer Strahlenblüten, die die Blume wie eine Sonne aussehen lassen.
Wichtig für Hobbygärtner: Neben Sonnenschein mag Helenium vor allem lockeren Boden, denn in lehmigem Boden geraten die Pflanzenstängel recht dünn, so dass sie leicht umknicken. Als Dünger empfehlen sich reiche Kompostgaben. Läst nach einigen Jahren die Blühfreudigkeit nach, sollte man die Pflanzen teilen und umpflanzen. Vermehren lässt sich die Sonnenbraut entweder durch Teilung oder durch Aussaat. Die Blüten werden gerne von Insekten besucht, Schneckenfraß dagegen muss man als Hobbygärtner kaum befürchten.
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Herbstlied

Der Frühling hat es angefangen,
der Sommer hat's vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
so mancher Apfel lacht!
Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
er teilt sie fröhlich aus,
und geht dann wie am Bettelstabe,
ein armer Mann, nach Haus.
Voll sind die Speicher nun und Gaden,
dass nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
er aber will es nicht.
Er will uns ohne Dank erfreuen,
kommt immer wieder her:
Lasst uns das Gute drum erneuen,
dann sind wir gut wie er.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
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Äpfel
Das runde Obst gehört zum Gesündesten, was die Natur zu bieten hat. Äpfel bieten eine einzigartige Komposition aus Mineralstoffen (darunter Eisen, Kalium, Natrium, Magnesium, Kalzium), Spurenelementen (Jod, Kupfer, Zink), Vitaminen (vor allem Vitamin C) sowie Ballaststoffen (Pektinen). Wenn das Angebot an heimischen Früchten groß ist, lohnt es sich besonders, Äpfel zu essen. Lange Transportwege entfallen, das schont die Vitamine. Die etwas saueren Sorten, wie Berlepsch, Bioskop, Ontario und Jonagold gehören zu den vital-stoffreichsten Äpfeln. Vor dem Verzehr abwechselnd heiß und kalt waschen, um eventuelle Reste von Spritzmitteln zu beseitigen. Das Obst nicht schälen. Unter der Schale sitzen die meisten sekundären Pflanzenstoffe.
Bei Durchfall: Der hohe Pektin-Gehalt normalisiert die Verdauung. Bei akutem Durchfall daher täglich ein bis zwei geriebene Äpfel essen.
Bei Darmentzündungen: Äpfel enthalten Gerbstoffe, die Entzündungen der Darmwände entgegenwirken und Bakterien den Garaus machen. Eine Apfelkur ist selbst bei schweren Darmerkrankungen eine wirksame Hilfe.
Bei Immunschwäche: Äpfel helfen, die gesunde Mikroflora im Darm aufrechtzuerhalten. Viel Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte zusätzlich. Der Verzehr von ungeschälten Äpfeln hat laut Studien die stärkste Wirkung.
Bei hohem Cholersterinspiegel: Eine weitere Leistung der Pektine besteht darin, erhöhte Cholesterinwerte zu senken. Eine Studie hat gezeigt: Apfelpektin verringert den Wert an schädlichem LDL-Cholesterin, gleichzeitig steigen die blutladerreinigenden HDL-Werte.
Bei Herzschwäche: Zu den neu entdeckten Inhaltsstoffen des Apfels gehört das Phenylalanin. Die Aminosäure stärkt zusammen mit dem Co-Enzym Q das Herz.
Bei Asthma: Zwei britische Studien zeigen, dass Obst und insbesondere Äpfel die Lungenfunktion verbessern und das Risiko einer Bronchitis verringern.
Bei Eisenmangel: Eisen wird nur in Verbindung mit Vitamin C optimal vom Körper aufgenommen. Da beides reichlich in Äpfeln steckt, sind sie ideal, um Eisenmangel vorzubeugen. Davon profitieren auch Veganer, die weder Eier noch Milchprodukte zu sich nehmen.
Zur Zahnpflege: Durch regelmäßiges Kauen eines Apfels wird das Zahnfleisch gekräftigt und die Zähne gereinigt.
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Das Apfeljahr
Der Apfel ist nicht gleich am Baum.
Da war erst lauter Blüte.
Da war erst lauter Blütenschaum.
Da war erst lauter Frühlingstraum
Und lauter Lieb und Güte.
| Dann waren Blätter, grün
an grün, und grün an grün nur Blätter. Die Amsel nach des Tages Müh’n, sie sang ihr Abendlied gar kühn. Und auch bei Regenwetter. Der Herbst, der macht die Blätter steif. |
Und haben Backen rund
und rot. Und hängen da und nicken. Und sind das lichte Himmelsbrot. Wir haben unsere liebe Not, dass wir sie alle pflücken. Und was bei Sonn’ und Himmel war, |
Hermann Claudius
(1878-1980)
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Apfel
Mit Evas Apfel könnte man heute keinen Adam mehr verführen. Denn der Urapfel der Menschheitsgeschichte war sehr wahrscheinlich holzig, ganz sicher schmeckte er sauer und bot wenig zu beißen.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Apfel aus der Familie der Rosengewächse vom harten, wilden Holzapfel zu einer prächtigen Frucht entwickelt. Aber auch den Wildapfel gibt es noch. Den dornigen Baum mit den rosa oder weißen Blüten sieht man hin und wieder an den Straßen Süddeutschlands oder in Wäldern. Außerdem gibt es die Zieräpfel, Bäume oder Sträucher, die im Frühling hübsch blühen und im Herbst kleine gelbe oder rote „Äpfel“ tragen.
Ob Wild- Kultur oder Zierapfel – sie alle haben ein gemeinsames Merkmal: Ihr Fruchtansatz entwickelt sich unterhalb der Blütenhülle und bildet zur Reifezeit die Kernfrucht. Das, was wir als Apfel bezeichnen, ist die Hülle, die die Kernfrucht umgibt. Sie besteht aus drei Schichten: der Schale, dem Fruchtfleisch, dem Kernhaus.
Von seiner Urheimat Kleinasien aus hat sich der Apfel über alle Kontinente verbreitet und wurde bald Europas liebste Frucht. Die Römer lernten ihn in Griechenland kennen und schätzen. Sie brachten ihn an den Rhein. Karl der Große, auf dessen Landgütern so manches Neue gewachsen ist, förderte die ersten Apfelkulturen.
Heute gibt es wahrscheinlich 20.000 Apfelsorten in aller Welt.
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Bei einem Wirte wundermild, da war
ich jüngst zu Gaste
ein goldner Apfel war sein Schild an einem langen Aste.
Es war der gute Apfelbaum bei dem ich
eingekehret,
mit süßer Kost und frischem Schaum hat er mich wohlgenähret.
Es kamen in sein grünes Haus viel
leicht beschwingte Gäste,
sie sprangen frei und hielten Schmaus und sangen auf das Beste.
Ich fand ein Bett zu süßer Ruh auf
weichen, grünen Matten,
der Wirt, er deckte selbst mich zu mit seinem kühlen Schatten.
Nun fragt ich nach der Schuldigkeit,
da schüttelt er die Wipfel,
Gesegnet sei er allezeit von der Wurzel bis zum Gipfel!
(Ludwig Uhland)
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Die eigentlichen
Geschenke des Lebens
werden zumeist in der Stille überreicht
Freundschaft und Liebe,
Geburt und Tod,
Freude und Schmerz,
Blumen und Sonnenaufgänge
und das Schweigen
als eine tiefe Dimension des Verstehens!
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Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen. Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte WARUM, antwortete der ältere Engel:
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Hause eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. “Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben.“
“Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel.Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte.
Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.
Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“
Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist ...
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Spätes Erkennen
Siehst du den Stern am Himmel stehn?
Dich freut’s, wenn er dich anblickt mild;
Doch musst’ er lang herniedersehn,
eh’ deinen Blick erreicht sein Bild.
So ging auch mancher Seele auf
ein Stern des Glücks, sie wüsst’ es nicht,
und erst nach vieler Jahre Lauf
empfindet sie sein Segenslicht.
Julius Hammer
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Kastanien
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Extrakte aus den Samen der Gewöhnlichen Rosskastanie werden gegen Beschwerden bei chronischen Venenleiden eingesetzt. Zudem hat der Baum eine lange Geschichte als Arznei- und Nutzpflanze. Darum wurde er jetzt vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.
Bereits im Jahr 2005 war die Rosskastanie zum Baum des Jahres proklamiert worden.Dass man gerne unter ihr im Biergarten sitzt, soll hier also erst in zweiter Reihe ein Thema sein. Vielmehr geht es bei der Arzneipflanze des Jahres um deren heilende und lindernde Wirkung. Wichtigste Wirkstoffgruppe der Rosskastanie ist das Aescin. Der Extrakt aus den Früchten wird auf einen bestimmten Aescingehalt eingestellt und hilft bei Beschwerden der chronischen Veneninsuffizienz, das sind vor allem Schwergefühl, Schmerzen, Schwellungen und Juckreiz in den Beinen, sowie nächtliche Wadenkrämpfe. Das ist medizinisch durchaus bedeutsam, denn etwa sechs Millionen Bundesbürger gelten als betroffen. Aescin ist in seiner Wirkung gut untersucht, es dichtet die geschädigten Blutgefäßwände ab, sodass weniger Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe übertritt und die Ansammlung von Wasser in den Beinen verringert wird. Im Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Cumarinen und Gerbstoffen wirkt der Rosskastanien-Extrakt insgesamt venenstärkend und entzündungshemmend.
Obwohl die Rosskastanie erst in den Kräuterbüchern aus der Mitte des 16. Jahrhunderts Erwähnung findet, wurde sie doch schnell zum festen Bestandteil der Tierheilkunde und Humanmedizin. Die volkstümliche Verwendung ihrer verschiedenen Teile ist angesichts der Inhaltsstoffe zwar nachvollziehbar, es fehlen aber naturwissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit. Die Rinde der Rosskastanie ist reich an Gerbstoffen, die Durchfall und hämmorrhoidale Beschwerden wie Nässen und Juckreiz lindern können. Zudem enthält sie besonders viel Aesculin. Dieser Stoff wird aus der Pflanze isoliert und dann unter anderem in Sonnenschutzcremes eingearbeitet. Die Blätter haben ähnliche Inhaltsstoffe wie die Rinde und wurden früher unter anderem als Hustentee zubereitet. Heute finden sie sich, ebenso wie die Blüten, manchmal in Tees oder Extrakt-Präparaten gegen Venenleiden. Die Blüten wurden gegen Hämorrhoiden eingesetzt. Manche Menschen benutzten Kastanien übrigens auch als Amulette gegen die Gicht, wobei sie die braunen Samen entweder in der Hosentrage trugen oder unter die Bettmatratze legten.Die Rosskastanie blickt auf eine interessante Geschichte zurück. Ursprünglich über ganz Europa verbreitet, zog sie sich in der letzten Eiszeit auf die Mittelgebirge Griechenlands, Mazedoniens und Albaniens zurück und überlebte dort. Erst vor rund 450 Jahren kehrte sie dann nach Mitteleuropa zurück. Der beliebte Baum, der vermutlich 300 Jahre alt werden kann, wächst also erst seit relativ kurzer Zeit wieder hier.
Verbreitet wurde die Rosskastanie unter anderem durch die Feldzüge der Osmanen, denn diese führten Kastaniensamen als Pferdefutter und als Medizin für die Tiere mit. Später wurden Rosskastanien bevorzugt auf Bierkellern gepflanzt. Weil sie nur flache Wurzeln bilden, stören sie die Kellergewölbe nicht. Außerdem sorgten sie mit ihren großen Blättern bei der Reifung und Lagerung des Bieres für zusätzliche Feuchtigkeit und Kühlung. Ihre Funktion als Schattenspender kann die Rosskastanie aber immer schlechter erfüllen. Grund dafür ist die Rosskastanien-Miniermotte, ein Schädling, der dem Baum seit jeher zusetzt. Das Insekt folgte seiner Leibspeise in den vergangenen Jahren bis nach Mitteleuropa und schwächt nun zunehmend die Bestände. Seine Larven ernähren sich ausschließlich von Stoffen, die nur in den Blättern der Rosskastanie vorkommen.Mit der Esskastanie ist die Rosskastanie übrigens nicht näher verwandt.
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Weltgeheimnis

Herbstlich sonnige Tage,
mir beschieden zur Lust,
euch mit leiserem Schlage
grüßt die atmende Brust.
O wie waltet die Stunde
nun in seliger Ruh'!
Jede schmerzende Wunde
schließet leise sich zu.
Nur zu rasten, zu lieben,
still an sich selber zu baun,
fühlt sich die Seele getrieben
und mit Liebe zu schaun.
Jedem leisen Verfärben
lausch ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen und Sterben,
jedem Welken und Blühn.
Was da webet im Ringe,
was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge
ist's dem Schauenden nur.
Jede sprossende Pflanze,
die mit Düften sich füllt,
trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt.
Emanuel Geibel
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Herbstanfang
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Die Farbtypen-Lehre kann beim nächsten Einkaufsbummel helfenHerbst
Im Gegensatz zur Sommerfrau stehen der Herbstfrau warme Rottöne sehr gut - aber auch alle Braunnuancen und Grün in allen Nuancen von hellem Limonengrün über Neon bis hin zu Olivgrün sind für sie ideal. Ein warmer, gelblich-bronzener Unterton bietet sich an, um die Persönlichkeit zu unterstreichen. Finger weg von kühlen und blaustichigen Farben wie Mint! Sie sind wie ein Grauschleier für den warmen Teint.
Herbstfrauen brauchen nur wenig: Make-up.
Sie bringen ihr Gesicht mit warmen Farben zum Strahlen: Bei heller Haut genügt als Grundierung ein zarter Elfenbein- oder ein warmer Pfirsichton. Braune Augen machen am besten mit Lidschatten
in Beigetönen, Gold-, Kupfer- oder Brauntönen Eindruck. Warme Orange- und Rottöne machen sich auch gut auf den Lippen.
Steh auf!
Steh auf! Steh auf, mein liebes Kind!
Hast genug geschlafen.
Auf der Wiese tanzt der Wind
Bei den weißen Schafen.
Steh auf! Steh auf, mein liebes Kind!
Flöte bläst der Schäfer,
und es tanzen mit dem Wind
Schmetterling und Käfer.
Steh auf! Steh auf, mein liebes Kind!
Komm heraus zum Tänzchen!
Wo die schönsten Blumen sind,
pflücke dir ein Kränzchen.Reinhold Braun
Helfe. wer helfen kann!
Am heißen Herd in der Küche schaltete mit eifrigen Händen und glühenden Wangen Frida, die Tochter des Hauses. Die Mutter war ausgegangen, um vor Tisch noch einen dringenden Besuch zu machen; und Frida hatte versprochen, ihre ungeteilte Aufmerksamkeit dem Braten zuzuwenden.
Da ertönte die Klingel. Es wird der Vater sein, dachte Frida, und öffnete. Es war aber nicht der Vater, sondern einer seiner Freunde, der ihn auf der Durchreise ein paar Stunden besuchen wollte. Frida geleitete ihn in das Wohnzimmer und setzte sich zu dem Gast, der sich freundlich mit ihr unterhielt. Bald aber wurde sie unruhig und hörte nur noch mit halbem Ohr zu. Sie dachte an den verlassenen Braten, an das Feuer, das bald ausgehen musste, und überlegte, ob es unhöflich wäre, wenn sie den Gast allein ließe.
Inzwischen hatte der Herr weiter mit ihr gesprochen, Frida hatte aber in ihrer Zerstreutheit nicht viel davon gehört. "Haben Sie auch Töchter?", fragte sie jetzt, um nur irgendetwas zu sagen. Er sah sie erstaunt an. "Das sind eben meine Töchter, von denen ich Ihnen erzählte."
Frida errötete. Es fiel ihr ein, dass er von einer Marie und einer Elise gesprochen hatte. "Ja, ich meine nur, ob Sie viele Töchter haben?", sagte sie in ihrer Verwirrung.
Er lächelte. "Nicht sehr viele, bloß zwei."
In diesem Augenblick hörte Frida zu ihrem Entzücken den wohlbekannten Schritt des Vaters. Herzlich begrüßten sich die beiden Freunde, und eine der ersten Fragen des Vaters an den Gast war: "Du bleibst doch bei uns zu Tisch?" Die Einladung wurde angenommen und Frida von ihrem Vater mit den Worten entlassen: "Nun geh du in die Küche und mach dein Meisterstück!"
Ja, ein schönes Meisterstück war es, das Frida vorfand, als sie hinauskam.
Schwarz wie eine Kohle lag der Braten in der Pfanne, und der Geruch des angebrannten Fleisches erfüllte die ganze Küche. Da war nichts mehr zu retten! Verzweifelt stand die junge Köchin und hatte nur den einen Gedanken: wenn doch die Mutter käme, die wüsste Rat!
Da klingelte es wieder. Eifrig sprang Frida, zu öffnen. Aber es war bloß ein Dienstmädchen mit einem Korb am Arm und einem Netz, in dem ein großer Fisch lag. Sie kam vom Markt und hatte den Auftrag, Fridas Eltern auf den nächsten Abend einzuladen. Aber Frida hörte nur halb die Worte des Mädchens. Sie konnte ihre Blicke nicht von dem Fisch abwenden. "Brauchen Sie diesen Fisch für heute Mittag?", fragte Frida. ,,0 nein, erst für morgen Abend", antwortete das Mädchen. "Ach, wenn Sie mir den Fisch abtreten möchten! Wir haben unerwartet einen Gast bekommen, und ich weiß nun nicht, was ich ihm zu Mittag vorsetzen soll."
"Recht gerne", antwortete das Mädchen, "ich kann bis morgen schon noch einen Fisch bekommen."
"Ist er tot?", fragte Frida. »Jawohl, aber ganz frisch, eben erst abgeschlagen."
Das Mädchen nahm den Fisch heraus, legte ihn auf eine Platte in der Küche, Frida bezahlte, was das Mädchen verlangte, und gab noch ein schönes Trinkgeld. Als das Mädchen fort war, wandte sich Frida eifrig ihrem Fisch zu, um ihn kunstgerecht zu bereiten. Aber, 0 Schrecken, der "tote" Fisch hatte sich von der Platte heruntergeschnellt und schlug mit dem Schwanz auf den Küchentisch. Nun war Frida ratlos. Einen halbtoten Fisch aufschneiden, das konnte sie nicht, und noch viel weniger ihn töten.
"Und das heißt die dumme Person tot!", sagte sie in Verzweiflung, "wenn ich sie nur zurückrufen könnte!" Aber die war nicht mehr zu sehen.
Da klingelte es wieder. Jetzt endlich musste es doch die Mutter sein, die heißersehnte. Frida flog zur Türe. Aber diesmal war es nur ein Handwerksbursche, und vollends einer, der etwas Warmes zu essen verlangte. "Ach, wir haben ja selbst gar nichts", sagte Frida in so verzweifeltem Ton, dass ihr der junge Bursche aufs Wort glaubte und wieder davonging. Als er aber die halbe Treppe hinunter war, kam Frida ein Einfall. Sie rief ihm nach: "Hören Sie, können Sie einen Fisch töten?"
"Ob ich was kann?" rief der Bursche erstaunt.
"Ob Sie einen Fisch ganz totmachen können?"
"Warum denn nicht?" sagte er.
"Oh, so kommen Sie doch gleich herauf", bat Frida, und der Bursche ließ sich's nicht zwei Mal sagen. Als er den Fisch in der Küche liegen sah, meinte er: "Der ist ja schon tot."
,,0 bewahre, der tut nur so, und sowie er allein mit mir ist, bewegt er sich wieder; Sie müssen ihn ganz totmachen." Da ergriff der junge Mann den Fisch und schlug ihm den Kopf mit solcher Macht auf, dass dieser fast davonflog.
"Nun ist er gewiss ganz tot", sagte der Bursche, "ich kann ihm aber auch noch den Bauch aufschlitzen, wenn Sie wollen." Bereitwilligst reichte Frida ein Messer her. Sie gewann immer mehr Vertrauen zu ihrem Küchenjungen. "Können Sie ihn vielleicht auch ausnehmen?"
"Ich habe es zwar noch nie getan, aber so fest wird's nicht sein, dass ich's nicht herausreißen kann. Wollen Sie nicht zusehen, ob ich's recht mache?"
"Ich sehe es gut aus der Ferne", sagte vom Herd aus Frida, die ihr Grauen vor dem Fisch gar nicht mehr loswerden konnte. "Darf man alles herausreißen, was darin ist?"
"Nehmen Sie nur alles heraus; was gut ist, kann ich ja wieder hineintun."
Der Bursche brauchte nicht einmal seine ganze Kraft, um den Fisch auszunehmen, und er machte seine Sache ganz geschickt. - Nun war Frida in glücklicher Stimmung. Ihr Misstrauen gegen den Tod des Tieres war verschwunden, und eifrig ging sie daran, den Fisch zuzubereiten. –
"Kann ich dem Fräulein sonst noch etwas helfen?", fragte der Bursche.
"0 ja, bitte, wenn Sie mir noch helfen wollten, kleine Kartoffeln zu richten, wäre ich recht froh." Einträchtig machten sich die beiden an dies Geschäft, und Frida erzählte dabei ihr Missgeschick mit dem Braten.
"Man wird ihn doch noch essen können", tröstete der Handwerksbursche. Er fand ihn gar nicht so schrecklich, sondern behauptete, da wären noch manche Leute froh daran.
"Wenn Sie ihn vielleicht mitnehmen wollten", sagte Frida ganz schüchtern, "dann müsste ich ihn doch nicht mehr sehen, und ungesund ist es, glaube ich, nicht."
"Durchaus nicht", versicherte der Bursche. Der Braten wurde eingewickelt und verschwand in der Tasche des jungen Mannes, der sich nun dankbar entfernen wollte. Frida aber schenkte ihm für seine Hilfe noch ein Stück Geld und dankte ihm sehr. Vergnügt eilte der Handwerksbursche die Treppe hinunter, auf der ihm Fridas Mutter begegnete. Diese hatte sich bei ihrem Besuch verspätet und kam eiligst herauf. Als sie von Frida hörte, dass ein Gast angekommen war, war ihre erste Frage: "Ist auch der Braten gut geworden?"
"Ach nein, Mutter, der ist verbrannt, während ich den Herrn unterhalten musste. Aber wir haben einen prächtigen Fisch für heute Mittag!" –
"Einen Fisch? Woher?"
"Von der Köchin des Herrn Dr. N. Sie war da, um Euch - oder nein, ich glaube, bloß den Vater, auf morgen - oder nein - ich glaube, auf übermorgen - einzuladen."
"Aber, Kind, wo hattest du denn deine Gedanken?"
"Ach, bei dem Fisch!"
"Nun, lass nur den Braten sehen, wir schneiden noch die schönsten Stücke auf."
"Es geht nicht, Mutter."
"Er kann doch nicht ganz verbrannt sein?"
"Ich mochte ihn gar nicht mehr sehen und habe ihn dem Handwerksburschen mitgegeben, der mir den schrecklichen Fisch totschlug."
"Kind, du wirst doch den dreipfündigen Rindsbraten nicht hergegeben haben?"
Alle weiteren Erörterungen wurden durch den Gast abgeschnitten, der, als er die Stimme der Hausfrau hörte, herauskam, sie lebhaft begrüßte und ins Gespräch zog.
Als Frida bei Tisch den wohlgeratenen Fisch auftrug, erntete sie großes Lob, aber sie schlug beschämt die Augen nieder und dachte an den verbrannten Braten. Die Herren jedoch waren in heiterer Stimmung.
"Aha", sprach der Gast, "da merkt man doch gleich, dass man in einer katholischen Stadt ist, ihr habt heute, am Freitag, Fisch. Ich finde es sehr hübsch, wenn man sich nach der Sitte des Ortes richtet."
Als am Abend der Gast fort war und die Mutter alles erfahren hatte, berechnete sie im stillen: ein feiner Fisch und ein Trinkgeld dem Mädchen, ein dreipfündiger Rindsbraten und ein Trinkgeld dem Handwerksburschen - und sie kam zu dem Schluss, auch den dringendsten Besuch nie mehr vor Tisch zu machen.
Der Handwerksbursche zehrte mittags und abends an dem Braten, von dem er nur die verbrannte Rinde abgelöst hatte, und er fragte sich, ob er es wohl noch einmal in seinem Leben zu so einem kräftigen Stück Fleisch bringen werde.
Frida aber tat um Mitternacht einen lauten Schrei, denn ihr träumte, der Fisch sei vom Tisch heruntergesprungen - ihr in den Schoß.Agnes Sapper
Die Mutter ist krank
Geht nur leise durch die Zimmer,
Mutter liegt nun krank und schwach.
Sorgt nur, dass der Sonne Schimmer
sie nicht stört im Schlafgemach!
Sind wir sacht,
und geben acht,
wird es besser bald.Aber Blumen lasst uns pflücken,
alle, die nun draußen blühn,
und die gute Stube schmücken,
rings mit Laub und Tannengrün!
Steht sie auf
und kommt bergauf,
wird es wie ein Fest.Wolrab Eigenbrodt
Fußbad
Bei Ankündigung einer Erkältung:
Ein bis zwei Tropfen stark anregendes Angelikawurzelöl, zwei Tropfen Muskatellersalbeiöl und zwei bis drei Tropfen Linaloeholzöl – alternativ: Ho-Blätteröl.
Eine deutlich durchwärmende Wirkung lässt sich auch mit einem (!) Tropfen Zimtblattöl, zwei Tropfen Ingweröl und zwei Tropfen Ho-Blätteröl erzielen.
Durchblutungsfördernd und gegen Muskelkater wirksam ist der Apotheke zufolge ein Fußbad, dem zwei Tropfen Wacholderbeeröl, zwei Tropfen Rosmarinöl und zwei Tropfen Cajeputöl beigefügt werden.
Entspannungsbad: einige Tropfen Lavendelöl ins Wasser.
Solle es luxuriöser ausfallen, lässt sich alternativ das Fußbad mit drei Tropfen türkischem Rosenöl, zwei Tropfen Palmarosaöl und zwei Tropfen Ho-Blätteröl veredeln.
Das Zitronen-Fußbad gegen Stress: Die ätherischen Öle der Zitronenschale sollen straffend und – über die Atmung ins Gehirn weitergeleitet – stimmungsaufhellend wirken. Kühle Zitronenbäder regen an, während warme beruhigen. Auch bei Fieber kann die belebende Wirkung helfen: Das fiebersenkende Zitronenbad sollte immer etwa einen Grad unter der Körpertemperatur liegen. Werden als Badezusatz Blüten verwendet, darf das Wasser nicht mehr kochen. Sonst verflüchtigen sich die wohltuenden Inhaltsstoffe.
Fülle
Genug ist nicht genug!
Gepriesen werde der Herbst!
Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte;
der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.Genug ist nicht genug!
Es lacht im Laube!
Die saftige Pfirsiche winkt dem durstigen Munde!
Die trunknen Wespen summen in die Runde:
"Genug ist nicht genug!", um eine Traube.Genug ist nicht genug!
Mit vollen Zügen schlürft Dichtergeist
am Borne des Genusses,
das Herz, auch es bedarf des Überflusses,
genug kann nie und nimmermehr genügen!Conrad Ferdinand Meyer
Stöckelschuhe
Was für eine Horizonterweiterung für die Menschheit, dass der Homo erectus zum aufrechten Gang fand. Überblick, Weitblick - lebensrettend. Nicht genug für so manche Frau. Der Blick auf ihre Schuhe verrät: Sie will höher hinaus. Jeder Zentimeter zählt.
"Hohe Absätze sind von einer Frau erfunden worden, die es leid war, nur auf die Stirn geküsst zu werden", glaubte der französische Schriftsteller Sascha Guitry.
Auf Augenhöhe mit einem Mann und fest auf eigenen Beinen stehend zum innigen Kuss bereit, das sind Frauen meist erst, wenn sie der Natur ein Schnippchen schlagen und die Differenz bei der Körpergröße von Grund auf ausgleichen. Durch Pumps, Stilettos oder Highheels fühlen sie sich der (Männer-)Welt besser gewachsen.Schließlich zeigen Frauen auf hohen Absätzen zwangsläufig mehr Rückgrat. Der Schwerpunkt des Körpers verlagert sich dynamisch nach vorne. Das bedeutet aber auch: Der Busen wird angehoben, die Wölbung des weiblichen Pos betont. Signale, die Feministinnen nicht gerade als emanzipatorischen Schritt betrachten.
Sascha Guitry irrte. Der Absatz, der vermutlich im 13. Jahrhundert durch mongolische Reiter aufkam, diente zunächst dem Mann. Die gestufte Sohle verhinderte, dass sein Stiefel aus dem Steigbügel rutschte. Runter vom Pferd, beeindruckten die asiatischen Krieger ihre flach besohlten Gegner mit ihrer gestreckten Figur, ihrem veredelten Gang und ihrer gespannten Muskulatur. Ein Imponiergehabe, das Edelleute im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs mit beträchtlichen Absatzhöhen perfektionierten und das Frauen bis in die heutige Zeit auskosten.Zwar hielten sich die Venezianerinnen schon im 15. Jahrhundert mit später vor allem von Kurtisanen, getragenen Sockelschuhen, sogenannten Chopinen, das Hochwasser vom Leib, doch Absätze kamen für die Damenwelt wohl erst 1533 in Mode. Um bei ihrer Hochzeit mit dem Herzog von Orleans größer zu erscheinen, soll die 14-jährige Katharina de Medici in hohe florentinische Schuhe geschlüpft sein. Ein Trick, der beim französischen Hof sofort Nachahmer fand. Seine Mitglieder setzten sich damit um einige Zentimeter mehr von den niederen Ständen ab.
Während sich hohe Absätze bei den bodenlang gewandeten Damen nur durch die gestreckte Figur und einen schwankenden Gang bemerkbar machten, schmückte das Statussymbol die Herren effektvoll. So zog der selbst ernannte, aber kleinwüchsige Sonnenkönig Ludwig XIV, die Aufmerksamkeit auf seine geschwungenen Barockabsätze, indem er sie mit purpurrotem Leder beziehen ließ.
Rote Absätze wurden so zum Privileg des Adels - bis die französische Revolution mit der Monarchie auch hohe Schuhe hinwegfegte. Höfische Absätze, eben noch der letzte Schrei, führten ihre Träger nun reihenweise zur Guillotine.*** Morgen geht es weiter ***
Stöckelschuhe weiter ...
Bald schon sollte Rousseaus Devise "Zurück zur Natur" auch die Mode beeinflussen: Flache Slipper ergänzten lose fallende Empire-Kleider. Erst in der Mitte des 19, Jahrhunderts kehrte mit geknöpften Stiefeletten der Absatz in die Damenmode zurück. Verschämt zunächst, dann bis zu einer Höhe, bei der die aus der Halbwelt stammende Trägerin fast wie beim Ballett auf Spitze trippeln musste, Bein zu zeigen, war ehrbaren Frauen noch immer nicht vergönnt. Kein Wunder, setzte schon der Anblick eines beschuhten Damenfußes mit seinem in Leder geschnürten Knöchel erotische Fantasien frei. Aber auch der weibliche Gang vermochte die Männerwelt zu verwirren.
So schrieb Balzac über die konzentrischen Bewegungen einer koketten Dame: "Keiner weiß, ob sie von einem Engel oder einem Teufel dieses, graziöse Schwanken gelernt hat."
Die Verehrung weiblicher Beine begann erst, als die Rocksäume nach dem Ersten Weltkrieg kürzer wurden. Der Stöckelschuh, kombiniert mit glatten transparenten Nylons, dient bis heute als wichtigste Stimulanz dieses ungebrochenen Kults ums lange Frauenbein.
Halsbrecherische Designerschuhe zählen zu den weiblichen Passionen. Sie sind ewige Verlockung, Gesprächsstoff unter Freundinnen und teures Vergnügen.Kaum etwas tröstet das angeschlagene Selbstbewusstsein einer verlassenen Frau so wunderbar wie ein Paar neue Highheels. Sie richten die Gedemütigte wieder auf - und ihre Füße zu Grunde. Bei keinem anderen Kleidungsstück verhalten sich Frauen so irrational wie bei Schuhen. Sie nehmen schmerzende Ballen und sich krümmende Zehen in Kauf, nur um auf aberwitzigen Podesten durch Tag oder Nacht zu wanken.
Aus den USA kam jüngst die Nachricht, dass sich immer mehr Frauen die Zehen verkürzen und ihre Fersen operieren lassen, um in Stöckelschuhe zu passen, wie sie von den Stars der TV-Serie "Sex And The City" getragen wurden, Aschenputtels Stiefschwestern lassen grüßen!
Spitz zulaufende Leisten und hohe Absätze sind das schleichende Gift, das die Wartezimmer der Orthopäden seit Jahren zuverlässig füllt. Oft lautet die Diagnose: Hallux valgus. Die häufigste Zehenfehlstellung, bei der das Grundgelenk der Großzehen nach außen zeigt, wodurch sich der Zeh nach innen dreht, trifft zu 90 Prozent Frauen. Bei barfuß, laufenden Völkern ist dieses Leiden unbekannt. Aus medizinischer Sicht sollten Absätze nicht höher als drei Zentimeter sein. Jeder weitere Zentimeter belastet den Vorderfuß über Gebühr. Das Tragen hoher Schuhe kann aber auch dem Rücken schaden, verkürzt die Achillessehne und die Wadenmuskulatur, fördert den Verschleiß von Knie- und Hüftgelenken und schwächt die gesamte Fußmuskulatur, da der Fuß durch die hochgestellte Sohle nicht richtig abrollen kann. Die Folge sind Senk- und Spreizfüße.
Doch Frauen sind hart im Nehmen. Für einen grandiosen Auftritt, eine schlanke Silhouette, länger wirkende Beine, einen Aufsehen erregenden Gang und einen sexy gerundeten Fußrücken tun manche Frauen alles.
Geduld ist alles
Nicht rechnen und nicht zählen,
sondern reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht.
So als würde dahinter
kein Sommer kommen.
Er kommt doch!
Aber nur zu den Geduldigen,
die da sind, als würde die Ewigkeit
vor ihnen liegen.
Ich lerne es täglich
unter tausend Schmerzen,
denen ich dankbar bin:
Geduld ist alles!(Rainer Maria Rilke )
Als du geboren wurdest, hast du geweint
und alle um dich herum haben gelächelt.
Lebe dein Leben bis zum Schluss so,
dass du immer lächeln wirst,
auch wenn die anderen weinen.???