September 2009
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Hortensien
Woher sie ihren Namen hat ist umstritten.
Einige Botaniker behaupten, der Holländer Karl van Nassau-Siegen habe im 18. Jahrhundert eine Weltreise unternommen und dabei in Nordamerika und Asien diese Sträucher gefunden und sie nach seiner Frau Hortense benannt.
Andere Botaniker wollen wissen, die Pflanzen hätten ihren Namen nach Hortense de Beauharnais, der Tochter der französischen Kaiserin Joséphine.
Geehrt kann sich jeder Namensgeber fühlen, denn die Hortensie ist eine überaus schöne Pflanze mit reichem Blütenflor. Sie stammt aus der Familie der Steinbrechgewächse und bei allen Arten handelt es sich um Sträucher. Bei uns werden sie aber teilweise besser als Zimmerpflanzen gehalten, sofern man sie im Freiland nicht gut gegen Frost schützt.
Mittlerweile gibt es aber auch frostharte Sträucher, die bei uns im Garten von Juni bis August und manchmal noch später, üppig blühen.
Auch habe ich schon Topfpflanzen ins Freie gepflanzt und mich jedes Jahr an ihnen erfreut. Hortensien bevorzugen einen halbschattigen bis schattigen Platz und brauchen während der Blüte viel Wasser. Sie blühen weiß und in allen Rosatönen. Es gibt aber auch blaue Sorten
Rosafarbene Hortensien kann man künstlich färben, indem man ihnen im Herbst und Frühjahr einen Löffel Ammoniak-Alaun ins Gießwasser gibt. Man kann den Stoff in der Drogerie kaufen und er wird in drei bis vier Raten, jeweils mit einer Woche Abstand, verabreicht. So erhält man herrlich blaue Blüten. Setzt man dann in einem Jahr mit diesen Zusätzen aus, blühen die Pflanzen wieder normal rosa.
Die weißen Sorten lassen sich kaum einfärben.
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Goldene Welt
Im September ist alles aus Gold:
die Sonne, die durch das Blau hinrollt,
das Stoppelfeld,
die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,
das Kreuz auf der Kirche,
der Apfel am Baum.
Ob er hält? Ob er fällt?
Da wirft ihn geschwind
der Wind
in die goldene Welt.Georg Britting
Das Märchen von der Herbstzeitlose
Um den Festtag der Heilandsmutter war es. Die Englein huschten emsig über die Himmelsau, um Blumen für die Jesusmutter zu pflücken. In buntem Reigen versammelten sich die Blütensternchen zu einem schönen Kranz. Nur ein Blümlein sträubte sich. Der schlanke Stängel war unbiegsam und die Blüte sehr zerbrechlich. Das Blümlein wollte sich nicht in die Gemeinschaft der anderen einfügen, die alle so lustig dreinschauten. Lieber brach es das zarte Köpfchen, als dass es sich fügte. Da waren die Englein erzürnt und schleuderten das Blümlein durch das hohe Himmelsfenster in den weiten Weltenraum hinaus. Lange, lange Zeit flog es dahin. An einem Herbsttag, gerade so wie heute, erreichte es die Erde, wo die anderen Blumenkinder sich schon alle bald zum Winterschlaf legen würden. Auf einer einsamen Wiese fasste das Blümlein Wurzel. Frierend schaute es zum Himmel empor. Da sah Gottvater sein eigensinniges Blumenkind und lächelte ihm zu. In diesem Augenblick fiel ein Sonnenstrahl auf die Erde, und das Blümlein öffnete seinen Kelch. So entstand die Herbstzeitlose in voller Schönheit mitten in einer Herbstwiese.
Gottvater sagte zu ihr: Du sollst immer auf der Erde geliebt sein von den Zeitlosen. Du sollst ihnen deine Blüte schenken und ihnen ins Herz leuchten, damit sie eine Erinnerung haben, an den schönen Sommer ...
Seitdem blüht, wenn der Wind über die Stoppeln weht, bei uns die Herbstzeitlose. Sie ist dankbar für jeden Sonnenstrahl, aber auch giftig, damit sie niemand noch einmal in den unendlichen Weltenraum stößt ...Nacherzählt
Dass ick dich liebe, o Möpschen,
das ist dir wohlbekannt.
Wenn ick mit Zucker dich füttre,
so leckst du mir die Hand.Du willst auch nur ein Hund sein,
und willst nicht scheinen mehr;
all meine übrigen Freunde
verstellen sich zu sehr.Heinrich Heine
Neues auf der HP: Fotoalbum vom Sommer.
Lumpi
Vater, Mutter und Kinder sitzen ganz still im Zimmer beieinander. Auf einmal rumpelt draußen in der Küche etwas. Fritz rennt hinaus und schaut, was los ist. Er läuft ins Wohnzimmer zurück und bringt vor lauter Lachen kein Wort heraus. Da laufen alle hinaus. Was müssen sie sehen?
In der Küche ist ein Topf mit Milch gestanden. Lumpi war durstig und hat davon ein bisschen trinken wollen. O weh! Da ist sein dicker Kopf in dem Töpfchen steckengeblieben. Nun rennt der Hund in der Küche herum und findet aus dem Töpfchen nicht mehr heraus.
Da erbarmt sich die gute Mutter und hilft ihm aus dem Töpfchen heraus. Aber wie sieht Lumpi aus! Über und über ist er voll Milch. Er saust schnell, schnell hinaus und verkriecht sich in einer Ecke.
Weil die Mutter so ein gutes Herz hat, darf der Vater den Sünder nicht einmal strafen, obwohl er es verdient hat.
Mutter sagt: „Der ist diesmal mit dem Schrecken schon genug gestraft.“
Lumpi hat nie wieder genascht.Aus meinem alten Lesebuch
Guten Morgen!
Heraus aus den Betten!
Heraus, heraus!
Die liebe Frau Sonne,
die lacht euch ja aus!Die geht schon spazieren
durch Felder und Flur
und denkt sich: Wo bleiben
die Kinder heut nur?Und der Hahn auf dem Hof
und die Spatzen vorm Haus,
die lachen die kleinen
Langschläferchen aus.Drum schnell in die Strümpfchen,
in Hosen und Kleid –
Guten Morgen, Frau Sonne!
Jetzt sind wir so weit!Adolf Holst
Handys - früher - in meiner Jugend gab es sie noch nicht
Vor ungefähr 15 Jahren begann in Deutschland mit dem ersten digitalen Mobilfunknetz das Handy-Zeitalter. Mannesmann startete es damals mit dem D2-Netz.
Die ersten Handys waren aus heutiger Sicht riesig – damals jedoch eine Revolution.
Wer erinnert sich nicht mit Schmunzeln an jene Jahre, als man für das Handy noch Muskelkraft benötigte, um es hochzuwuchten. Dabei war der „Knochen“ des US-Herstellers Motorola mit rund einem halben Kilogramm Gewicht schon ein schlankes Baby im Vergleich zu seinen klobigen und unhandlichen Brüdern der analogen C-Netze. Mit dem Startschuss 1992 kamen die Geräte, die heute nur noch in Technikmuseen zu bestaunen sind, auf den Markt.
Alles begann mit gerade einmal 5000 Teilnehmern, zuerst D2-Privat von Mannesmann (heute Vodafone) und wenig später D1 von der Telekom-Tochter DeTeMobil. Eigentlich sollte der kommerzielle Startschuss bereits ein Jahr früher fallen, aber es fehlten die Geräte – ähnlich wie eine Dekade später beim Start der neuen Mobilfunkgeneration UMTS. Die ersten Handys kosteten noch rund 3000 Mark, ein Ein-Minuten-Telefonat 1,45 Mark.
Doch der digitale Mobilfunk kam schnell in Fahrt – viel schneller als die Betreiber zu hoffen glaubten. Weitere Anbieter folgten 1994 mit E-Plus und 1998 mit Viag Interkom (heute O2). Seitdem kämpfen vier Unternehmen auf dem deutschen Markt um Kunden und es hat sich außerdem in Bezug auf Netze und Handys viel getan.
Doppelte Freude
Ein Herr warf einem Bettelmann
fünf Groschen in den Felber.
Das tat dem andern wohl, und dann
tat es auch wohl ihm selber.Der eine, weil er gar so gut,
kann sich von Herzen loben;
der andere trinkt sich frischen Mut
und fühlt sich auch gehoben.Wilhelm Busch
Keine Zeit
Das schlimmste Übel weit und breit das ist der Satz „Hab keine Zeit“.
Die Zeit ist hektisch alles rennt, kaum einer seinen Nachbarn kennt.
Die Autos fahren schnell daher, ein Fußgänger, der zählt nicht mehr.Zu Hause läuft der Flimmerkasten, man drückt nur lässig auf die Tasten,
und schon hat man - wie vorbestellt, den großen Duft der weiten Welt
Man lässt vom Bildschirm sich berieseln, die Ehen fangen an zu kriseln.Man spricht kaum noch ein einzig Wort, ist in Gedanken ganz weit fort.
Und so kommt es, dass weit und breit, kein Mensch hat für den andern Zeit.
Besuche machen gibt es auch nicht mehr, ja selbst der Briefkasten bleibt leer.Und fragt man mal per Telefon: "Na Du - wie geht's, ich warte schon?“
Hab keine Zeit, Dich zu besuchen, mein Mann tat für Mallorca buchen!
Muss schnell noch einiges besorgen, na warte mal, vielleicht passt's morgen.
Oder, ich schick` Dir eine Karte!“ Worauf ich leider heut’ noch warte.Alles hektisch weit und breit, kein Mensch hat für den andern Zeit.
Doch einmal geht die Zeit zu Ende, dann tritt sie ein, die große Wende.
Es kommt der Tod: "Bist du bereit?"
Er fragt nicht lange: "Hast Du Zeit?“
Er fragt auch nicht, ob arm, ob reich,
bei Ihm sind wir ja alle gleich.Drum nimm Dir Zeit, so lang es geht, solang der Mensch im Leben steht.
Wenn er erst auf dem Friedhof ruht, man macht so leicht nichts wieder gut.
Ja selbst der schönste Blumenstrauß, holt keinen aus dem Grabe raus!Drum, nimm Dir Zeit …
Bekam ich einmal in einer Präsentation geschickt und man sollte mal darüber nachdenken und danach handeln.
ERINNERUNG
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
denn das Glück ist immer da.Johann Wolfgang von Goethe
Depressionen
Die Forschung kann jetzt belegen, dass ein durch Folsäuremangel hervorgerufener zu hoher Homocysteinspiegel offenbar in engerem Zusammenhang steht mit der Entwicklung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen wie Depressionen, Demenz und Parkinson.
Das Vitamin Folsäure spielt im menschlichen Körper eine zentrale Rolle bei der Blutbildung und dem Aufbau der Erbsubstanz. Darüber hinaus ist die Folsäure zusammen mit den anderen B-Vitaminen B12 und B6 maßgeblich für das Unschädlichmachen des Zellgifts Homocystein zuständig. Homocystein entsteht als Abfallprodukt im menschlichen Stoffwechsel. Wird es nicht schnell wieder abgebaut, kann diese Substanz die Wände der Blutgefäße angreifen, die Entstehung einer Arterienverkalkung fördern und auf diesem Weg das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen.
Menschen mit einem niedrigen Folsäurespiegei sprechen schlechter auf antidepressiv wirkende Medikamente an. Eine weitere europäische Untersuchung ergab: Ein Mangel an Folsäure und Vitamin B12 sowie ein zu hoher Homocysteinspiegel im Blut können eindeutig die Neigung zu Depressionen fördern.
Folsäure findet man vor allem in grünem Blattgemüse, Brokkoli, Hülsenfrüchten, Leber, Vollkornprodukten, Soja und Eigelb. Da dieses Vitamin äußerst Iicht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich ist, werden bei der Lagerung und beim Kochen große Mengen davon zerstört. Deshalb empfiehlt sich die gezielte Einnahme von hochdosierter Folsäure, am besten in Kombinationen mit den Vitaminen B12 und B6. Wer ganz sicher eine zuverlässige Senkung überhöhter Homocysteinwerte erreichen möchte, sollte sich bei seinem Hausarzt über Arzneimittel für die Behebung eines Folsäure-, Vitamin B6- und B12-Mangels erkundigen.
Man sollte aber zuvor vom Hausarzt eine Messung des tatsächlichen Homocysteinspiegels im Blut vornehmen lassen.
Komme, was mag - Gott ist mächtig
Wenn unsere Tage verdunkelt sind
und unsere Nächte finsterer
als tausend Mitternächte,
so wollen wir stets daran denken,
daß es in der Welt eine große,
segnende Kraft gibt, die Gott heißt.
Gott kann Wege
aus der Ausweglosigkeit weisen.
Er will das dunkle Gestern
in ein helles Morgen verwandeln -
zuletzt in den leuchtenden Morgen
der Ewigkeit.Martin Luther-King
Morgen beginnt in BW nach den Sommerferien die Schule wieder
Zur Schule!
Wer nicht in die Schule geht,
lernt auch nie das Alphabet.
Kann nicht lesen, rechnen, schreiben
und wird stets ein Dummkopf bleiben.
Darum höret immerfort
aufmerksam des Lehrers Wort.Franz Pocci
Heiner im Storchennest
Es ist einmal ein kleiner Junge gewesen, Heiner hat er geheißen; der ist gleich aus dem Storchennest in die Schule gekommen und das ging so zu.
An einem wunderschönen Frühlingstag sagt die Mutter morgens zu ihm: „Heiner, heut’ geht’s zum ersten Male nach der Schule.“
„Das weiß ich“, sagt Klein Heiner, „das Ränzel hab’ ich schon auf dem Rücken; Tafel und Fibel sind darin.“
„Ist noch viel zu früh. Wart ein bisschen, dann bring’ ich dich hin!“
„Kenn’ den Weg allein, Mutter, ade!“, und weg geht der kleine Bursch und die Mutter denkt: „Lasst ihn nur! Morgen hat er sicher nicht mehr solche Eile.“
Klein Heiner geht zur Schule.
„Wo willst du hin?“, fragt ihn der Ochs auf der Weide.
„Zur Schule, lernen. Unsereiner kommt nicht so leicht durch die Welt wie du.“
Und Klein Heiner geht weiter und pfeift und singt, dass der Buchfink denkt: „Der kann’s beinah’ so gut wie ich.“
Als Heiner nun vor die Schultür kommt, ist sie noch verschlossen; es ist wirklich noch viel zu früh. Aber dicht bei der Tür steht eine lange Leiter – der Dachdecker will kommen den Tag - die reicht weit das moosige Strohdach hinauf.
„Tür zu?“, denkt Klein Heiner. „Geht der Weg da ‚rauf? Na, mir recht!“, und fängt an zu steigen und steigt, solange er steigen kann. Und dann klettert er auf das Dach hinauf; oh, wie ein Eichhörnchen kann er klettern und hat immer das Ränzel auf dem Rücken. Und nicht lange dauert es, da kann er nicht weiter als auf der anderen Seite wieder herunter.
„Halt“, denkt der Heiner, „da geht’s die Nase voran bergab und das mag ich nicht; aber reiten mag ich!“, setzt sich auf den Dachfirst und ruft: „Was für ein großes Ross ich hab’! Nun bin ich gleich der Oberste in der Schule.“
Aber bald macht ihm das Reiten keinen Spaß mehr und da will er Seiltänzer werden. Er spaziert auf dem First herum und guckt in den Schornstein hinein; aber der raucht gerade und der Rauch beißt den Heiner ins Auge.
„Pfui!“, sagt er, „das ist aber schlechter Tabak!“, und geht den Weg zurück und kommt an das andere Ende und da hat ein Storch sein Nest gebaut.
„Darf man eintreten?“, fragt Heiner; aber der Storch ist nicht zu Hause und da geht der Heiner so hinein. Das Nest ist gerade groß genug für den kleinen Jungen, und weil er müde ist von all dem Steigen und Gehen, macht er ein wenig die Augen zu und merkt es gar nicht, dass er mit einem Male eingeschlafen ist.
Unterdessen ist die Schultür aufgeschlossen worden und all die anderen Kinder kommen, auch die Kleinen, die heute zum ersten Male da sein müssen, und der Lehrer sagt: „So, nun wollen wir anfangen. Sind alle da?“
„Nein“, sagen die großen Kinder, „Klein Heiner ist noch nicht da. Heute Morgen ist er ganz früh an unserm Hause vorbeigegangen; er wollte der erste sein.“
„Oh, da müssen wir aber schnell suchen“, sagt der Lehrer.
Da suchten sie ihn zuerst hinter der Hecke, aber Klein Heiner ist nicht da; dann im Bach, aber darin schwimmt er auch nicht, und dann im kleinen Tannenbusch, aber auch dort hat er sich nicht versteckt. Oh, da ist Klein Heiner sicher wieder nach Hause gegangen und einer läuft hin und fragt nach.
Ach, erschrecken da Vater und Mutter! Nein, Klein Heiner ist nicht im Hause und nun gehen sie mit nach der Schule; sie wollen doch wissen, wo der Junge ist.
Derweil ist der Storch wiedergekommen von der Wiese und will Eier legen, kann aber nicht; denn in seinem Neste liegt ein kleiner Junge und schläft. Da stellt sich der Storch hin und schlägt mit den Flügeln und klappert mit dem Schnabel: „Ihr Leute, ihr Leute!“
„Was ist denn los, du alter Klapperstorch?“, fragen die Kinder.
„Was los ist? Das ist eine schöne Geschichte! Da liegt ein kleiner Junge in meinem Nest; der ist für mich viel zu groß, und nun kann ich keine Eier legen.“
„Ein Junge? Was für ein Junge ist das denn?“
Ein rotbraunes Ränzel hat er auf dem Rücken und eine graue Mütze auf dem Kopfe.“
„Das ist unser Junge“, rufen Vater und Mutter, „das ist Klein Heiner!“
Und da steigt der Vater die Leiter hinauf und klettert auf das Dach, setzt sich auf den Frist und guckt in das Nest hinein. Ja, das ist sein Junge und er schläft ganz fest.
Dann zieht er ihm die Mütze vom Kopf und ruft: „Klein Heiner, Klein Heiner!“
Der erwacht und sagt: „Ja, Vater, gleich! Ist schon Zeit, nach der Schule zu gehen?“
„Junge, du bist ja schon ganz oben drauf!“
Nun weiß Klein Heiner, wo er ist und klettert mit seinem Vater herunter auf die Erde.
Da lachen all die andern Kinder und rufen: „Guten Tag, Klein Heiner aus dem Storchennest!“Georg Ruseler
Die Schule ist aus!
Die Schule ist aus!
Klipp, klapp! Geht’s nach Haus.
Genug ist’s für heute
mit Lernen, ihr Leute,
jetzt pfeift er sich eins,
so lustig wie keins.Und fragt ihr: warum?
Ei, Fritz war nicht dumm!
Das Exempel, das schwerste,
löst’ er als der erste,
und – hurra – ein Satz,
saß am obersten Platz.Nun weiß er sich viel
…ein Spiel;
…nen Gedanken
…geht noch das Schwanken:
„Was tu’ ich nur heut,
das am meisten mich freut?Spiel’ ich Kreisel und Ball?
Lauf’ in Nachbars Stall?
Geh’ ich Ruten mir schneiden
am Bach von den Weiden?
Spring’ aufs Feld ich hinaus,
treib’ die Gänse nach Haus?“Hermann Kaulbach
Pflaumen und Zwetschgen
Sie gelten als gesunde Schlankmacher und Stressbremser und sie sind verdauungsfördernd. Das weiß man schon seit dem - schriftlich niedergelegt wurde dies bereits im 1. Jahrhundert nach Christus. Verantwortlich für die Wirkung von Pflaumen auf den Magen-Darm-Trakt ist neben Pektinen der relativ hohe Anteil an Sorbit, ein Ersatzsüßstoff, zu dessen Abbau der Mensch kein Insulin braucht. In Zwetschen kommt dieser von Natur aus vor - bis zu 19 Prozent der Früchte-Trockensubstanz macht er aus.
Der relativ hohe Kaliumgehalt von 150 bis 300 Milligramm pro 100 Gramm Frischobst, regt den Stoffwechsel an sowie den Fettabbau. Überschüssiges Kalium wird über die Niere ausgeschieden, was harntreibend wirkt und die Entschlackung fördert. Aufgrund ihrer großen Bandbreite an B-Vitaminen gelten Zwetschen als Nervenstärker, Helfer bei Stress und Leistungsförderer. Mit circa 43 Kilokalorien pro 100 Gramm zählen sie eher zu den Leichtgewichten unter den Obstarten.
Ein gesunder Schlankmacher, denn die süßen Früchte enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Lage sind, krebserregende Stoffe schachmatt zu legen. Sie befinden sich vermehrt in der Schale, sodass es sich empfiehlt, Zwetschen im Ganzen zu verzehren. Bei langem Kochen können die sekundären Pflanzenstoffe verloren gehen, während Tiefkühlen oder Einlegen keine Beeinträchtigungen verursachen.Heißt es nun "Zwetschen" oder "Zwetschgen"?
Der Duden nennt die blauen Früchte "Zwetschen", wobei sich Süddeutsche und Schweizer selbstbewusst geben können. Ihr Begriff "Zwetschgen" wird als regional definiert, ist also weder falsch noch eine alte Schreibweise.
Die Österreicher nennen sie "Zwetschken".
Pflaumenschütteln
Dort oben auf dem Baume – gebt acht!
da sitzt versteckt die Pflaume und lacht.
Nun stellt euch alle unter
den Baum und rüttelt munter
und schüttelt sie herunter.Und fällt sie auf den Rasen, so tappt;
Fällt sie euch auf die Nasen, so schnappt;
Fällt sie euch in die Taschen,
braucht ihr sie nicht zu haschen
und könnte nach Lust sie naschen.Friedrich Güll
Die verzauberten Birnen
Fritz und Hans spielten auf der Wiese vor dem Dorf. Plötzlich fiel dem Fritz ein Birnbaum auf, an dem viele goldgelbe Früchte hingen.
"Hans, wollen wir uns ein paar holen?", fragte Fritz.
"Aber Fritz, der Birnbaum gehört doch dem Herrn Doktor", antwortete Hans und blickte ängstlich zu dem Baum hinüber. "Weißt du nicht, dass der Doktor ein Zauberer ist? Seine Birnen sind bestimmt verzaubert."
"Ach, so ein Unsinn", spottete da Fritz, "wer glaubt denn so etwas?"
Die Jungen machten sich auf den Weg. Als sie unter dem Birnbaum standen und Fritz ihn gerade tüchtig schütteln wollte, hielt Hans ihn noch einmal zurück und sagte leise: "Fritz, die Birnen sind bestimmt verzaubert. Im vergangenen Jahr waren sie es nämlich auch. Alle Kinder, die von den Birnen genascht haben, bekamen fürchterliche Bauchschmerzen. Der Doktor wusste sofort alles, die Kinder brauchten ihm gar nichts zu erzählen."
"Hans, glaub doch nicht an Spuk und böse Geister", lachte da Fritz, "die Birnen waren wahrscheinlich noch unreif, deshalb haben die Kinder Bauchschmerzen bekommen. Aber diesmal sind die Birnen reif."
Fritz trat unter den Birnbaum und schüttelte ihn kräftig. Sofort fielen einige saftige Birnen herunter. Er suchte sich die größte Frucht heraus und biss gleich herzhaft hinein. Kaum hatte er das getan, stieß er auch schon einen jämmerlichen Schmerzensschrei aus. An der Birne hatte eine Wespe gesessen, die ihn in die Lippe gestochen hatte.
Hans wurde bleich, als er dessen schmerzverzerrtes Gesicht sah. "Jetzt siehst du, dass ich recht hatte, die Birnen sind verzaubert", rief er.
Die Jungen rannten nach Hause. Als die Mutter die geschwollene Lippe von Fritz sah, brachte sie ihn sofort zum Arzt. Der wusste natürlich sofort was geschehen war.
"Da hast du noch einmal Glück gehabt", sagte er zu Fritz. "Wenn dich die Wespe in den Hals gestochen hätte, hättest du ersticken können."
Die Geschichte machte schnell die Runde im ganzen Dorf. Alle Kinder glaubten von da an fest daran, dass des Doktors Birnen verzaubert sind.Petra Krauß
Herbst
Ich sah den Wald sich färben,
die Luft war grau und stumm;
mir war betrübt zum Sterben
und wusst es kaum, warum.Durch´s Feld vom Herbstgestäube
her trieb das dürre Laub;
Da dacht´ ich: deine Freude
ward so des Windes Raub.Dein Lenz, der blütenvolle,
dein reicher Sommer schwand;
an die gefror´ne Scholle
bist Du nun festgebannt.Da plötzlich floss ein klares
Getön in Lüften hoch:
Ein Wandervogel war es,
der nach dem Süden zog.Ach, wie der Schlag der Schwingen,
das Lied ins Ohr mir kam,
fühlt´ ich’s wie Trost mir dringen
zum Herzen wundersam.Es mahnt’ aus heller Kehle
mich ja der flücht’ge Gast:
Vergiss, o Menschenseele,
nicht, dass Du Flügel hast.Emanuel Geibel
Eine bemerkenswerte Frau - Markgräfin Sibylla Augusta
war eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Frau. Sie war eine Politikerin, die ihr Land souverän regierte - zu seinem Vorteil. Sie war eine versierte Bauherrin; und sie sammelte mit Leidenschaft Kostbarkeiten. 20 Jahre lang regierte sie die Markgrafschaft Baden-Baden. Die Regierung hatte sie nach dem Tod ihres Ehemanns übernommen, des "Türkenlouis". Er hatte sie dafür testamentarisch eingesetzt - wohl wissend, was diese Frau leisten konnte.
Er sollte recht behalten: 1707 trat Sibylla Augusta die Regierung an in einem Land, das nach jahrzehntelangen Kriegen ausgeblutet war. Die Einwohner hungerten, Dörfer und Felder waren zerstört, die Schulden häuften sich zu einem erdrückenden Berg. Als sie zwei Jahrzehnte später die Regierung an ihren volljährigen Sohn abtrat, blühte die Markgrafschaft, und die Schulden waren bezahlt: eine Politikerleistung, die ihresgleichen sucht und das nicht nur zu ihrer Zeit.
Noch heute verdankt Rastatt, ihre Residenzstadt, sein Aussehen dem Wirken der Markgräfin. Der Bau des Schlosses, von ihrem Mann begonnen, war nur ein Teil einer "Infrastrukturmaßnahme", wenn auch eine sehr nachhaltige: Die weitläufige Barockanlage im Zentrum von Rastatt prägt noch heute das Stadtbild und den Grundriss der einstigen markgräflichen Residenzstadt in der Oberrheinebene.
Damals musste die ganze Stadt neu errichtet werden. Denn auch diese Stadt war, wie alle Orte am Oberrhein, nach den Kriegen weitgehend ruiniert. Zum Glück sind damals nicht nur Nutzbauten entstanden. Sibylla Augusta hatte in vielen Fällen sehr konkrete Vorstellungen, was gebaut werden sollte. Denn die Markgräfin, 1675 geboren, stammte aus einer reichen und gebildeten böhmischen Adelsfamilie, die umfangreiche Kunstsammlungen besaß; das prägte den Geschmack der jungen Fürstin.
Bereits mit 15 Jahren waren sie und ihre Schwester Vollwaisen. Damit gehörten sie zu den lohnendsten Partien im Europa des ausgehenden 17. Jahrhunderts - weshalb Kaiser Leopold I. sie an seine hervorragendsten Kämpfer gegen die Türken vermittelte: Für Sibylla Augusta war Prinz Eugen vorgesehen, für ihre Schwester der badische Markgraf Ludwig Wilhelm. Aber Sibylla Augusta machte nicht mit: sie entschied sich für den 20 Jahre älteren Markgrafen und gegen den Prinzen Eugen - den auch ihre Schwester nicht wollte.
Was folgte, war eine Soldatenehe:
In den nächsten Jahren hielt sich der Markgraf monatelang in verschiedenen Feldlagern auf. Sibylla Augusta zog mit ihm. Ihre neun Kinder, die sie innerhalb von zwölf Jahren gebar, kamen "unterwegs" zur Welt. Doch nur drei davon erreichten das Erwachsenenalter.
Dann starb ihr Mann. Mit 32 Jahren übernahm die junge Witwe die Regierung und führte sie, bis 1727 ihr ältester Sohn volljährig war und sie sich auf ihren Witwensitz Schloss Ettlingen zurückziehen konnte. Per Testament sicherte sie ihre Kunstsammlungen für das Markgrafenhaus. Ironie des Schicksals: Ihre beiden Söhne starben ohne männliche Nachkommen, und die Kostbarkeiten der Markgräfin wurden durch eine Versteigerung in alle Winde zerstreut.
Die Kunstsammlerin Sibylla Augusta hatte offenbar einen guten Riecher für Trends: Sie war eine der ersten, die bei einer der spektakulärsten Neuheiten auf dem Kunstmarkt zugriff: In Meißen hatte man das Porzellan für Europa neu erfunden. Bis heute kann man in ihren Schlössern diese ganz frühen Stücke bestaunen.
Und als Bauherrin und Auftraggeberin verblüffte sie Künstler und Architekten: Sie hatte Sachverstand.
Materialkenntnis, ein eindeutiges Kostenbewusstsein und vor allem einen ganz und gar eigenen Geschmack. Immer wieder lehnte sie Entwürfe ab und schrieb, dass diese "unserem Gousto nicht gemäß zu seyn" scheinen. Jeder der Räume, die sie "komponierte", zeigt heute noch ihre eigenwilligen Vorstellungen, ob feines Kabinett im Lustschloss Favorite oder prachtvolle Schlosskirche in Rastatt.
Als du geboren wurdest, hast du geweint
und alle um dich herum haben gelächelt.
Lebe dein Leben bis zum Schluss so,
dass du immer lächeln wirst, auch wenn
die anderen weinen.
???
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Herbst
Der Herbst ist doch die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Er hält das goldne Obst bereit,
die Nüsse und den Wein!Der Wald steht nun im schönsten Glanz,
in Rot und Gelb und Braun!
Noch einmal ist im Blütenkranz
Die schöne Welt zu schaun.Halli, hallo, mit Hörnerklang
Geht es zur frischen Jagd!
Im Wald, im Feld, am Hügelhang
Des Jägers Büchse kracht.Der Himmel steht so blau und weit
Ob all dem goldnen Schein.
Der Herbst ist doch die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?Heinrich Seidel
Knollen
Folgende Knollen sind botanisch nicht miteinander verwandt. Während Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen gehören, wird die Süßkartoffel (Batate) zu den Windengewächsen und die Topinambur zu den Korbblütlern gezählt. Gesund sind alle.
Kartoffel: Spanische Eroberer brachten die Kartoffel vor rund 400 Jahren nach Europa, wo sie unseren Vorfahren über Hungersnöte hinweghalf. Kartoffeln enthalten 20 Prozent Stärke, zwei Prozent Eiweiß und so gut wie kein Fett. Kartoffeln überzeugen aber auch durch die Mineralstoffe Magnesium und Eisen. Im Winter sind sie zudem eine gute Vitamin-C-Quelle. Eine Portion von 300 Gramm deckt die Hälfte des Tagesbedarfs von 100 Milligramm.
Mit Kartoffelbrei lässt sich Sodbrennen lindern. Kartoffelsaft hilft gegen Magenkrämpfe. Bei Schlafstörungen abends Pellkartoffeln mit Quark essen. Das in den Erdäpfeln enthaltene Magnesium entspannt und lässt Sie besser einschlummern.Süßkartoffel: Bekannt ist die Batate vor allem in der afrikanischen Küche. Zu verdanken ist diese freigelassenen Sklaven, mit denen die Süßkartoffel von Amerika nach Afrika gelangte. Inzwischen ist sie auch hierzulande ein echter Geheimtipp. Die längliche Knolle schmeckt angenehm süßlich. Neben Zucker stecken in ihr reichlich Stärke, Ballaststoffe, Kalium, Kalzium sowie Vitamin C. In den rotfleischigen Sorten ist besonders viel Betacarotin enthalten - wichtig für das Sehvermögen, die Haut und das Immunsystem. Die Süßkartoffeln werden wie Kartoffeln zubereitet. Besonders gut schmecken sie im Ofen gebacken.
Topinambur: Ihre Blüten erinnern an Sonnenblumen. Doch das Kostbarste birgt die Topinambur in der Erde. Die nach dem Indianerstamm Topinambus benannte Erdartischocke sieht aus wie
Ingwer und ist sehr gesund. Zu verdanken ist dies nicht nur ihrem Gehalt an den Vitaminen B, C und D, den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphor, Silizium und Eiweiß, sondern auch ihrem hohen Anteil an dem Mehrfachzucker Inulin, der als Ballaststoff unverdaulich ist und Blutzuckerspitzen verhindert. Daher ist die Knolle ein guter Kartoffelersatz für Diabetiker.
Übrigens sieht die Topinamburknolle wie Ingwer aus.
Kartoffellied
Pasteten hin, Pasteten her,
was kümmern uns Pasteten?
Die Kumme hier ist auch nicht leer
und schmeckt so gut als bonne chere
von Fröschen und von Kröten.Und viel Pastet und Leckerbrot
verdirbt nur Blut und Magen.
Die Köche kochen lauter Not,
sie kochen uns viel eher tot;
Ihr Herren, lasst Euch sagen!Schön rötlich die Kartoffeln sind
und weiß wie Alabaster!
Sie däun sich lieblich und geschwind
und sind für Mann und Frau und Kind
ein rechtes Magenpflaster.Matthias Claudius
Kartoffelpuffer
Je nach Region heißen sie Datschele, Reiberdatschi, Rievekochle oder schlicht Kartoffelpuffer. Ob traditionell mit Apfelmus, nach bayerischer Art mit Sauerkraut oder edel mit Lachs und Dillcreme serviert – goldgelb gebraten, kommen sie immer gut an. Die Lieblinge der schnellen Küche bieten aber auch Spielraum für überraschende Variationen.
Perfekt gelingen die kleinen Fladen mit möglichst wasserarmen Kartoffeln. Mehlig kochende Sorten sind daher erste Wahl.Für vier Portionen werden zirka 800 Gramm benötigt.
Und so geht es: Kartoffeln schälen und fein reiben, entweder von Hand oder zeitsparend per Küchenmaschine mit Reibeeinsatz. Ein Esslöffel Zitronensaft verhindert, dass sich die zerkleinerten Kartoffeln verfärben.
Kurz stehen lassen, dann ein Sieb mit einem Küchentuch auslegen, die Kartoffeln hinein geben und den Saft gut herauspressen, damit die Puffer später in der Pfanne schön kross werden. Anschließend drei Eier, ein Esslöffel Mehl, zwei Esslöffel Rapsöl, eine Prise Salz und eine fein gehackte Zwiebel zufügen und zu einer streichfähigen Masse verrühren. Beliebig noch etwas Eischnee zugeben – das macht den Teig luftig locker.
Zusätzlichen Pep bekommen die Puffer durch Gewürze wie Muskat, Kümmel, feine Speckstreifen oder frische Kräuter. Eine raffiniert pikante Note liefern Senfkörner, die zuvor in einer trockenen Pfanne so lange erhitzt werden, bis sie zu springen beginnen. Ungewöhnlich: Klein gehackte Haselnüsse oder Walnüsse im Pufferteig sorgen für besonderes Aroma und knackigen Biss.
Und als Tipp für die Familienküche: Kleine Gemüsemuffel lassen sich durch Zugabe von geraspelten Möhren, Kohlrabi, Zucchini oder Maiskörnern trickreich überlisten.
Zur Zeit sieht man viele dieser flatternden Schönheiten:
Der bunte Schmetterling
Lass den bunten Schmetterling
durch die blauen Lüfte schweben,
denn das arme kleine Ding
hat ja nur ein kurzes Leben.Lass ihn flattern durch das Tal,
bitte, mach ihm keine Schmerzen,
denn er fühlt in seinem Herzen
so wie du, mein Kind, die Qual!Albert Sixtus
Schmetterlinge
Eigentlich freut man sich, wenn man einen gelben Zitronenfalter oder ein Pfauenauge sieht. Wenn es aber um die Raupen geht, sieht das ganz anders aus. Da ärgert man sich, weil sie Fraßschäden an Zier- und Nutzpflanzen anrichten. Wenn die Anzahl nicht überhand nimmt, geht es ja, ansonsten muss man ihnen den Kampf ansagen.
Raupen sind gar nicht so leicht zu entdecken, da sie bevorzugt an den Blattunterseiten der Pflanzen sitzen. Zudem haben sie die Fähigkeit, sich in Form, Zeichnung und Farbe genau ihren Wirtspflanzen anzupassen. Das ist ihr Glück, sonst gäbe es nämlich noch viel weniger Schmetterlinge, denn ihre natürlichen Feinde, die Vögel, können sie ebenfalls wegen ihrer Tarnfarben und –formen kaum entdecken.
Wenn es gelingt eine Raupe aufzuspüren, sollte man sich ruhig einmal Zeit nehmen und sie genau betrachten. Auch Raupen sind ein kleines Wunder der Natur. Irgendwie ist es aber eine Urangst von den Menschen, sich vor allem, was sich kriechend und schlängelnd am Boden fortbewegt zu ekeln. Trotzdem sollte man die Raupen schätzen lernen. Wer Schmetterlinge schützen will, der muss diesen Schutz auf deren Vorstadium, die Raupen, ausdehnen.
Im Herbst
Der Wald wird falb, die Blätter fallen,
wie öd und still der Raum!
Die Bächlein nur gehen durch die Buchenhallen
lind rauchend wie im Traum,
und Abendglocken schallen
fern von des Waldes Saum.
Was wollt ihr mich so wild verlocken
in dieser Einsamkeit?
Wie in der Heimat klingen diese Glocken
aus stiller Kinderzeit -
ich wende mich erschrocken,
ach, was mich liebt, ist weit!
So brecht hervor nur, alte Lieder,
und brecht das Herz mir ab!
Noch einmal grüß ich aus der Ferne wieder,
was ich nur Liebes hab,
mich aber zieht es nieder
vor Wehmut wie ins Grab.
Joseph Freiherr von Eichendorff
O Mensch, hebe deinen Blick
von der Erde zum Himmel -
welch eine bewundernswerte
Ordnung zeigt sich da!
Leo Tolstoi