Banknoten und Münzen

 

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Übersicht

Einleitung

Die Erfindung der Münzen
Geld aus Papier
Sinnbild des Friedens
Kunst und Millionen
Bäuerin und Holzfäller
Zigaretten und kleine Scheine
Der erste Luxus
Architektur Europas
Banknoten aus dem Kaiserreich (1871 - 1914)
Banknoten vom Ersten Weltkrieg (1914 - 1918)
Banknoten der Inflation (1919 - 1923)
Ausgaben der Deutschen Rentenbank (1923 - 1937)
Banknoten vom Alliierten Kontrollrat (1945 - 1948)
Die DM - ihre Geschichte - Banknoten und Münzen
Banknoten der DDR
Der Euro - Geschichte - Scheine und Münzen

 

 

Einleitung:

Deutsche historische und aktuelle Banknoten und Münzen

Eine kleine Sammlung deutschen Papiergeldes bis zur Währungsreform 1948, die ersten Banknoten der Bundesrepublik Deutschland, die DM, die Währung der DDR und der Euro.

Über Geld spricht man nicht - wohl aber über die Währung. Und dies um so mehr, als ein neuer Stern an Europas Himmel aufgetaucht ist: der Euro. Wer redet da noch von Franc und Lira, wer denkt noch an Mark und Taler, seit der Euro am 1. Januar 1999 "erschienen" ist? Und dennoch ist die Zeit günstig, sich zu erinnern. Wie sahen denn die alten Geldscheine aus, mit denen vor fünfzig, vor hundert oder gar vor hundertzwanzig Jahren im Deutschen Reich gezahlt wurde? Welche Scheinchen hatte damals die Großmutter im Wäscheschrank versteckt?


Die Erfindung der Münzen

Heutzutage werden Zahlungsmittel weder im Sparstrumpf noch in der Schatztruhe gehortet, sondern existieren nurmehr auf dem Papier, wo riesige Summen gebucht werden können, ohne dass sie überhaupt irgendwo als Material auftauchen. In früheren Kulturen war das anders, da galten Schneckenhäuser oder Muscheln als Zahlungsmittel, im alten Mexiko wurde mit Kakaobohnen bezahlt, in Neuguinea mit Hundeeckzähnen, im alten Russland mit Pelzen. In Kleinasien prägte man dagegen im 7. Jahrhundert vor Christus einheitliche Metallscheibchen mit dem Stempel der Obrigkeit - die Münzen aus Silber und Gold waren erfunden.
Aber solcher Besitz war beschwerlich im wörtlichen Sinn. Leichter zu transportieren war das "fliegende Geld" der Chinesen - sie bedruckten das von ihnen erfundene Papier und entwickelten ab 950 einen regen Banknotenverkehr, dessen Kenntnis erst Marco Polo 1299 nach Europa brachte. Im mittelalterlichen Europa schrieb man unterdessen den ersten papierenen Wechsel aus, auf dem der Betrag des hinterlegten Geldes vermerkt war.

Geld aus Papier

Die ersten europäischen Geldnoten aus Papier waren wahrscheinlich die Notgeldscheine von 1485 in der von Mauern belagerten spanischen Festung Alhama. In Kriegszeiten wurden schließlich sogar Münzen aus Papier gestanzt: In den niederländischen Städten Leiden und Middleburg gab es 1574 während der Belagerung durch die Spanier Pappmünzen, die aus den Deckeln katholischer Kirchenbücher gedruckt wurden. Diese Methode der Geldbeschaffung, so scheint es, wurde über Jahrhunderte beibehalten: Bei Geldknappheit - ob nun wegen eines prunkliebenden Kurfürsten oder wegen eines Krieges - wurden Scheine gedruckt, Notgeld herausgegeben, Behelfszahlungsmittel eingeführt. Der Staat verhielt sich manchmal so wie der verschuldete Bürger, der davon träumte, im Keller ein paar neue Hunderter zu drucken.....

Sinnbild des Friedens

Geld, so heißt es im Lexikon, ist das allgemein anerkannte Tausch- und Zahlungsmittel und gleichzeitig der Wertmaßstab für alle Güter und Leistungen. Welchen Wert es tatsächlich hat, verrät jedoch nicht nur die aufgedruckte Zahl, sondern auch Design und Druck. Wie aufwendig ist jene Reichsbanknote von 1904 über 50 Mark gestaltet: Germania als Sinnbild des Deutschen Reiches beschützt einen Knaben, der die Friedenstaube mit dem Ölzweig fliegen lässt. Auf der Rückseite hütet ein Lindwurm den Schatz in Gold und Silber: Frieden und Reichtum ist die Botschaft dieses Papiers. Zehn Jahre später beginnt der Erste Weltkrieg. Auf der 20-Mark-Note von 1915 schütten Männer Taler aus den Füllhörnern, als lebe das Reich im Überfluss, während im Reichsschatzamt Anleihepolitik zur Deckung der Kriegskosten betrieben wird. Papier - auch solches von Geldscheinen - ist eben geduldig.

Kunst und Millionen

Mit Beginn der Inflation besinnt man sich auf ideelle Werte und schmückt die Scheine von hundert, fünftausend und Zehntausend Mark mit deutscher Kunst: Der Bamberger Reiter als bekannteste Monumentalplastik des 13. Jahrhunderts, dann die deutsche Malerei von Hans Memling und Albrecht Dürer zieren die Scheine von 1922. Von da ab ging's bergab. Millionen, Milliarden und Billionen werden nur noch einseitig bedruckt. Die Produktion der Scheine muss schnell gehen, damit sie bei Erscheinen der Noten nicht wertlos sind. Die Inflation schafft Arbeitsplätze für dreißigtausend Menschen, die in Papierfabriken und Großdruckereien an der Herstellung von Banknoten arbeiten, aber das Geld ist nicht mal sein Papier wert. Gleichzeitig ist das deutsche Land von Notgeld überschwemmt, das von Ländern und Gemeinden, von Bahn und Post, von Banken und sogar von Privatleuten ausgegeben wird.

Bäuerin und Holzfäller

In jenem Wirrwarr, in dem man alles nahm, was irgendwie wie Geld aussah, setzt die Einführung der Rentenmark am 15. Oktober 1923 eine Zäsur. Von jetzt ab gibt es zweierlei Geldscheine, und eine Million Mark auf Reichsbanknoten entspricht einer neuen Rentenmark, die ab 10. Oktober 1924 eins zu eins in Reichsmark umgerechnet wird. Diese wird jetzt nicht mehr mit Kunst verziert, und auch die alte Germania hat ausgedient. Ein Bauernmädchen mit Kornähren im Arm schmückt bescheiden die Note von fünf Rentenmark, die 1926 ausgegeben wird. Parallel dazu zieren verdiente deutsche Persönlichkeiten die Reichsmark-Scheine: Werner von Siemens als Vertreter von Industrie und Handwerk 1929, Der Chemiker Justus von Liebig für Wissenschaften 1935 und der Architekt Karl Friedrich Schinkel 1936. 1939 sind dann eine Österreicherin mit Edelweißblume und das Dachstein-Gebirge mit Holzfäller und Sämann auf dem Schein zu zwanzig Reichsmark abgebildet - ein "Willkommensgruß" an die Österreicher, die sich ein Jahr zuvor dem nationalsozialistischen Reich "anschließen" mussten.

Zigaretten und kleine Scheine

Nach dem verlorenen Krieg kehrt man in deutschen Trümmerlandschaften zurück zu den steinzeitlichen Anfängen des Wirtschaftens: Der Tauschhandel blüht, und auf den Schwarzmärkten setzt sich bald sie sogenannte Zigarettenwährung durch. Von der Alliierten Militärbehörde wird ab 1945 eine halbe Mark herausgegeben, die sinnigerweise auch nur halb so groß ist wie bisherige Geldscheine. Mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 werden dann auf einen Schlag alle Noten der Reichsmark, Rentenmark und Alliiertenmark ungültig. Das deutsche Zahlungsmittel, jetzt als Deutsche Mark bezeichnet, ist zunächst nur Papiergeld in Mark und Pfennig, und fünf Pfennig sind etwa so groß wie zwei Briefmarken.


Der erste Luxus

Mit solchen Summen im Geldbeutel musste man sich an das alte deutsche Sprichwort erinnern: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Den silbernen Taler gab es schon seit 1908 nicht mehr, aber nach den briefmarkengroßen Papier-Pfennigen sammelten sich bald auch wieder Münzen in Mark und Pfennig in den Geldbörsen und größere Summen auf den Konten. Nach den entbehrungsreichen Jahren wusste man eine gefüllte Geldbörse wieder zu schätzen. Man leistete sich wieder den ersten Luxus im deutschen Wirtschaftswunderland - etwa eine Reise nach Italien - und war noch weit entfernt von unserer heutigen Konsumgesellschaft, die mit ihrer "Kreditkarte" auch in Indonesien "flüssig" ist.

Architektur Europas

Die vertrauten D-Mark-Scheine werden nun bald verdrängt von Euro-Münzen und Euro-Scheinen. Diesmal werden die neuen Banknoten nicht von Persönlichkeiten verziert, sondern von architektonischen Denkmälern der beteiligten Länder. Grundsätzlich, so sagen die Bankfachleute, ist die Einführung des Euro keine Währungsreform, sondern eine Währungsumstellung und somit ein reiner Rechenvorgang. Ab dem 1. Januar 1999 erscheint der Euro - noch ziemlich abstrakt - als Buchgeld auf den Konten, er ist also zunächst nur auf dem Papier präsent. Echtes Euro-Papiergeld und geprägte Münzen werden ab dem 1.
Januar des Jahres 2002 zu haben sein. Sechs Monate lang dürfen beide Währungen -
D-Mark und Euro - unseren Geldbeutel füllen, und wir werden uns beim Einkaufen auf dem Markt vielleicht wie im Ausland fühlen, wenn wir den falschen Geldbeutel eingesteckt haben.
Zum Trost wird sich mancher einige Scheinchen von der guten alten D-Mark aufheben, zur Erinnerung an fünfzig Jahre D-Mark. Dann gilt es, mit dem neuen Euro zu arbeiten, zu rechnen, zu handeln - und ihn gewinnbringend anzulegen. Doch neben allen Kalkulationen und Spekulationen im Geldgeschäft hat der Volksmund seine Sprichwörter, die hart, aber deutlich sind. So gilt am Schluss auch mit der neuen Währung die alte Weisheit: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Über den Rest streiten die Erben.

Banknoten aus dem Kaiserreich (1871-1914)

5 Mark Reichskassenschein vom 31. Oktober 1904

Vorderseite: sitzende Germania mit einem Knaben
Rückseite: Lindwurm mit einem Schatz

 

50 Mark Reichsbanknote vom 21. April 1910

Vorderseite: Brustbilder der Germania gegeneinander
Rückseite: Ornament mit Wertziffer

 

Banknoten vom Ersten Weltkrieg (1914-1918)

Zur Kriegskostendeckung und zur Behebung des in den ersten Kriegstagen akut einsetzenden Kleingeldmangels durch Silberhortung gab die Reichsschuldenverwaltung Darlehenskassenscheine kleiner bis mittlerer Nennwerte zusätzlich zu den umlaufenden Geldschein-Arten aus.

5 Mark Darlehenskassenschein vom 5. August 1914

Vorderseite: Text
Rückseite: 2 Germaniabrustbilder

 

2 Mark Darlehensschein vom 12. August 1914

Vorderseite: Text

Rückseite: Reichsadler

 

20 Mark Reichsbanknote vom 4. November 1915

Vorderseite: Zwei Männer mit Füllhörnern

Rückseite: männliches und weibliches Brustbild, Arbeit und Ruhe verkörpernd

 

50 Mark Reichsbanknote vom 30. November 1918

Vorderseite: Text in einem Bilderrahmen, in der Mitte weißes Oval, deswegen auch "Bilderrahmen" oder "Eierschein" genannt

Rückseite: weißes Oval zwischen Zweigen

 

Banknoten der Inflation (1919 - 1923)

Die ständig wachsende Geldentwertung nach dem verlorenen Krieg führte gleichzeitig zu einer allgemeinen Geldscheinverknappung.
Zunächst wurden noch Darlehenskassenscheine als bequemer Kleingeldersatz beibehalten.
Der hochwertige Tiefdruck wurde zugunsten schnellerer Verfahren (wie Buchdruck, Offsetdruck, Rotationsdruck) aufgegeben.
Während alle bisherigen Scheine ausschließlich bei der Reichsdruckerei in Berlin gedruckt worden waren, wurde der Druck nun auch im Lohnauftrag vergeben.

 

1 Mark Darlehenskassenschein vom 1. März 1920

Vorder- und Rückseite: Ornamente

 

100 Mark Reichsbanknote vom 1. November 1920

Vorderseite: Der Kopf des Bamberger Reiters zweimal gegeneinander gesetzt
Rückseite: Wertziffer in Ornamenten

 

10 000 Mark Reichsbanknote vom 19. Januar 1922

Vorderseite: Junger Mann - Gemälde von Dürer
Rückseite: Ornamente

 

5 000 Reichsbanknote vom 16. September 1922

Vorderseite: Münzmeister Spinelli, Gemälde von Hans Memling

Rückseite: Ornamente

 

5 Millionen Mark Reichsbanknote vom 1. Juni 1923

Vorderseite: Frauenkopf auf einer Medaille
Rückseite: Ornamente

 

50 Millionen Mark Reichsbanknote vom 25. Juli 1923

Nur einseitig bedruckt

 

100 000 Mark Reichsbanknote vom 25. Juli 1923

Nur einseitig bedruckt

 

100 Millionen Reichsbanknote vom 22. August 1923

Nur einseitig bedruckt

 

10 Milliarden Mark Reichsbanknote vom 1. Oktober 1923

Nur einseitig bedruckt

 

200 Milliarden Mark Reichsbanknote vom 15. Oktober 1923

Nur einseitig bedruckt

 

1 Billion Mark Reichsbanknote vom 5. November 1923

Nur einseitig bedruckt

 

Ausgaben der Deutschen Rentenbank (1923 - 1937)

 

Ende 1923 gelang es, die deutsche Währung wieder zu stabilisieren. Zuerst wurde die Rentenmark ausgegeben. Da das Gesetz zur Einführung der Reichsmark erst im Herbst 1924 in Kraft trat, musste sich die Reichsbank bis dahin mit dem (festgelegten) Kurs 1 Rentenmark ist 1 Billion Papiermark behelfen.

 

1 Rentenmark vom 1. November 1923

Vorderseite: Text im Rahmen
Rückseite: Wert auf Ornamenten

 

5 Rentenmark vom 2. Januar 1926

Vorderseite: Bauernmädchen
Rückseite: Ährengarbe

 

 

20 Reichsmark vom 22. Januar 1929

Vorderseite: Werner von Siemens
Rückseite: Von Putten eingerahmte Medaille mit Männerbrustbild, das Handwerk darstellend

 

100 Reichsmark vom 24. Juni 1935

Vorderseite: Justus von Liebig
Rückseite: Von weiblichen Allegorien eingerahmte Medaille eines Jünglings, die Wissenschaft symbolisierend

 

 

20 Reichsmark vom 16. Juni 1939 - ausgegeben ab Februar 1945

Vorderseite: Brustbild einer Österreicherin
Rückseite: Gosausee von Dachstein, seitlich Holzfäller und Sämann

 

 

5 Reichsmark vom 1. August 1942

Vorderseite: Jünglingskopf
Rückseite: Löwendenkmal vor dem Braunschweiger Dom

 

 

Banknoten vom "Alliierten Kontrollrat" (1945 - 1948)

Die Alliierten hatten diese Scheine bereits vor dem Einmarsch in Deutschland (wie auch für zahlreiche andere Länder) vorbereitet.

Im Raum Aachen wurden sie schon 1944, in den übrigen Gebieten ab 1945 ausgegeben. Die früheren Reichs- und Rentenmarkausgaben blieben daneben weiter gültig.

 

 1/2 Mark der Alliierten Militärbehörde 1944

 

 

10 Mark der Alliierten Militärbehörde 1944

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