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Deutsche historische und aktuelle Banknoten und Münzen
Eine kleine Sammlung deutschen Papiergeldes bis zur Währungsreform 1948, die ersten Banknoten der Bundesrepublik Deutschland, die DM, die Währung der DDR und der Euro.
Über Geld spricht man nicht - wohl aber über die Währung. Und dies um so mehr, als ein neuer Stern an Europas Himmel aufgetaucht ist: der Euro. Wer redet da noch von Franc und Lira, wer denkt noch an Mark und Taler, seit der Euro am 1. Januar 1999 "erschienen" ist? Und dennoch ist die Zeit günstig, sich zu erinnern. Wie sahen denn die alten Geldscheine aus, mit denen vor fünfzig, vor hundert oder gar vor hundertzwanzig Jahren im Deutschen Reich gezahlt wurde? Welche Scheinchen hatte damals die Großmutter im Wäscheschrank versteckt?
Heutzutage werden Zahlungsmittel weder im Sparstrumpf noch in der Schatztruhe gehortet, sondern existieren nurmehr auf dem Papier, wo riesige Summen gebucht werden können, ohne dass sie überhaupt irgendwo als Material auftauchen. In früheren Kulturen war das anders, da galten Schneckenhäuser oder Muscheln als Zahlungsmittel, im alten Mexiko wurde mit Kakaobohnen bezahlt, in Neuguinea mit Hundeeckzähnen, im alten Russland mit Pelzen. In Kleinasien prägte man dagegen im 7. Jahrhundert vor Christus einheitliche Metallscheibchen mit dem Stempel der Obrigkeit - die Münzen aus Silber und Gold waren erfunden.
Aber solcher Besitz war beschwerlich im wörtlichen Sinn. Leichter zu transportieren war das "fliegende Geld" der Chinesen - sie bedruckten das von ihnen erfundene Papier und entwickelten ab 950 einen regen Banknotenverkehr, dessen Kenntnis erst Marco Polo 1299 nach Europa brachte. Im mittelalterlichen Europa schrieb man unterdessen den ersten papierenen Wechsel aus, auf dem der Betrag des hinterlegten Geldes vermerkt war.
Die ersten europäischen Geldnoten aus Papier waren wahrscheinlich die Notgeldscheine von 1485 in der von Mauern belagerten spanischen Festung Alhama. In Kriegszeiten wurden schließlich sogar Münzen aus Papier gestanzt: In den niederländischen Städten Leiden und Middleburg gab es 1574 während der Belagerung durch die Spanier Pappmünzen, die aus den Deckeln katholischer Kirchenbücher gedruckt wurden. Diese Methode der Geldbeschaffung, so scheint es, wurde über Jahrhunderte beibehalten: Bei Geldknappheit - ob nun wegen eines prunkliebenden Kurfürsten oder wegen eines Krieges - wurden Scheine gedruckt, Notgeld herausgegeben, Behelfszahlungsmittel eingeführt. Der Staat verhielt sich manchmal so wie der verschuldete Bürger, der davon träumte, im Keller ein paar neue Hunderter zu drucken.....
Geld, so heißt es im Lexikon, ist das allgemein anerkannte Tausch- und Zahlungsmittel und gleichzeitig der Wertmaßstab für alle Güter und Leistungen. Welchen Wert es tatsächlich hat, verrät jedoch nicht nur die aufgedruckte Zahl, sondern auch Design und Druck. Wie aufwendig ist jene Reichsbanknote von 1904 über 50 Mark gestaltet: Germania als Sinnbild des Deutschen Reiches beschützt einen Knaben, der die Friedenstaube mit dem Ölzweig fliegen lässt. Auf der Rückseite hütet ein Lindwurm den Schatz in Gold und Silber: Frieden und Reichtum ist die Botschaft dieses Papiers. Zehn Jahre später beginnt der Erste Weltkrieg. Auf der 20-Mark-Note von 1915 schütten Männer Taler aus den Füllhörnern, als lebe das Reich im Überfluss, während im Reichsschatzamt Anleihepolitik zur Deckung der Kriegskosten betrieben wird. Papier - auch solches von Geldscheinen - ist eben geduldig.
Mit Beginn der Inflation besinnt man sich auf ideelle Werte und schmückt die Scheine von hundert, fünftausend und Zehntausend Mark mit deutscher Kunst: Der Bamberger Reiter als bekannteste Monumentalplastik des 13. Jahrhunderts, dann die deutsche Malerei von Hans Memling und Albrecht Dürer zieren die Scheine von 1922. Von da ab ging's bergab. Millionen, Milliarden und Billionen werden nur noch einseitig bedruckt. Die Produktion der Scheine muss schnell gehen, damit sie bei Erscheinen der Noten nicht wertlos sind. Die Inflation schafft Arbeitsplätze für dreißigtausend Menschen, die in Papierfabriken und Großdruckereien an der Herstellung von Banknoten arbeiten, aber das Geld ist nicht mal sein Papier wert. Gleichzeitig ist das deutsche Land von Notgeld überschwemmt, das von Ländern und Gemeinden, von Bahn und Post, von Banken und sogar von Privatleuten ausgegeben wird.
In jenem Wirrwarr, in dem man alles nahm, was irgendwie wie Geld aussah, setzt die Einführung der Rentenmark am 15. Oktober 1923 eine Zäsur. Von jetzt ab gibt es zweierlei Geldscheine, und eine Million Mark auf Reichsbanknoten entspricht einer neuen Rentenmark, die ab 10. Oktober 1924 eins zu eins in Reichsmark umgerechnet wird. Diese wird jetzt nicht mehr mit Kunst verziert, und auch die alte Germania hat ausgedient. Ein Bauernmädchen mit Kornähren im Arm schmückt bescheiden die Note von fünf Rentenmark, die 1926 ausgegeben wird. Parallel dazu zieren verdiente deutsche Persönlichkeiten die Reichsmark-Scheine: Werner von Siemens als Vertreter von Industrie und Handwerk 1929, Der Chemiker Justus von Liebig für Wissenschaften 1935 und der Architekt Karl Friedrich Schinkel 1936. 1939 sind dann eine Österreicherin mit Edelweißblume und das Dachstein-Gebirge mit Holzfäller und Sämann auf dem Schein zu zwanzig Reichsmark abgebildet - ein "Willkommensgruß" an die Österreicher, die sich ein Jahr zuvor dem nationalsozialistischen Reich "anschließen" mussten.
Nach dem verlorenen Krieg kehrt man in deutschen Trümmerlandschaften zurück zu den steinzeitlichen Anfängen des Wirtschaftens: Der Tauschhandel blüht, und auf den Schwarzmärkten setzt sich bald sie sogenannte Zigarettenwährung durch. Von der Alliierten Militärbehörde wird ab 1945 eine halbe Mark herausgegeben, die sinnigerweise auch nur halb so groß ist wie bisherige Geldscheine. Mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 werden dann auf einen Schlag alle Noten der Reichsmark, Rentenmark und Alliiertenmark ungültig. Das deutsche Zahlungsmittel, jetzt als Deutsche Mark bezeichnet, ist zunächst nur Papiergeld in Mark und Pfennig, und fünf Pfennig sind etwa so groß wie zwei Briefmarken.
Mit solchen Summen im Geldbeutel musste man sich an das alte deutsche Sprichwort erinnern: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Den silbernen Taler gab es schon seit 1908 nicht mehr, aber nach den briefmarkengroßen Papier-Pfennigen sammelten sich bald auch wieder Münzen in Mark und Pfennig in den Geldbörsen und größere Summen auf den Konten. Nach den entbehrungsreichen Jahren wusste man eine gefüllte Geldbörse wieder zu schätzen. Man leistete sich wieder den ersten Luxus im deutschen Wirtschaftswunderland - etwa eine Reise nach Italien - und war noch weit entfernt von unserer heutigen Konsumgesellschaft, die mit ihrer "Kreditkarte" auch in Indonesien "flüssig" ist.
Die vertrauten D-Mark-Scheine werden nun bald verdrängt von Euro-Münzen und Euro-Scheinen. Diesmal werden die neuen Banknoten nicht von Persönlichkeiten verziert, sondern von architektonischen Denkmälern der beteiligten Länder. Grundsätzlich, so sagen die Bankfachleute, ist die Einführung des Euro keine Währungsreform, sondern eine Währungsumstellung und somit ein reiner Rechenvorgang. Ab dem 1. Januar 1999 erscheint der Euro - noch ziemlich abstrakt - als Buchgeld auf den Konten, er ist also zunächst nur auf dem Papier präsent. Echtes Euro-Papiergeld und geprägte Münzen werden ab dem 1.
Januar des Jahres 2002 zu haben sein. Sechs Monate lang dürfen beide Währungen -
D-Mark und Euro - unseren Geldbeutel füllen, und wir werden uns beim Einkaufen auf dem Markt vielleicht wie im Ausland fühlen, wenn wir den falschen Geldbeutel eingesteckt haben.
Zum Trost wird sich mancher einige Scheinchen von der guten alten D-Mark aufheben, zur Erinnerung an fünfzig Jahre D-Mark. Dann gilt es, mit dem neuen Euro zu arbeiten, zu rechnen, zu handeln - und ihn gewinnbringend anzulegen. Doch neben allen Kalkulationen und Spekulationen im Geldgeschäft hat der Volksmund seine Sprichwörter, die hart, aber deutlich sind. So gilt am Schluss auch mit der neuen Währung die alte Weisheit: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Über den Rest streiten die Erben.
Banknoten aus dem Kaiserreich (1871-1914)
5 Mark Reichskassenschein vom 31. Oktober 1904
Vorderseite: sitzende
Germania mit einem Knaben
Rückseite: Lindwurm mit einem Schatz
50 Mark Reichsbanknote vom 21. April 1910
Vorderseite: Brustbilder der
Germania gegeneinander
Rückseite: Ornament mit Wertziffer
Banknoten vom Ersten Weltkrieg (1914-1918)
Zur Kriegskostendeckung und zur Behebung des in den ersten Kriegstagen akut einsetzenden Kleingeldmangels durch Silberhortung gab die Reichsschuldenverwaltung Darlehenskassenscheine kleiner bis mittlerer Nennwerte zusätzlich zu den umlaufenden Geldschein-Arten aus.
5 Mark Darlehenskassenschein vom 5. August 1914
Vorderseite: Text
Rückseite: 2 Germaniabrustbilder
2 Mark Darlehensschein vom 12. August 1914
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Vorderseite: Text |
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Rückseite: Reichsadler |
20 Mark Reichsbanknote vom 4. November 1915
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Vorderseite: Zwei Männer mit Füllhörnern |
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Rückseite: männliches und weibliches Brustbild, Arbeit und Ruhe verkörpernd |
50 Mark Reichsbanknote vom 30. November 1918
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Vorderseite: Text in einem Bilderrahmen, in der Mitte weißes Oval, deswegen auch "Bilderrahmen" oder "Eierschein" genannt |
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Rückseite: weißes Oval zwischen Zweigen |
Banknoten der Inflation (1919 - 1923)
Die ständig wachsende Geldentwertung nach dem verlorenen Krieg führte gleichzeitig zu einer allgemeinen Geldscheinverknappung.
Zunächst wurden noch Darlehenskassenscheine als bequemer Kleingeldersatz beibehalten.
Der hochwertige Tiefdruck wurde zugunsten schnellerer Verfahren (wie Buchdruck, Offsetdruck, Rotationsdruck) aufgegeben.
Während alle bisherigen Scheine ausschließlich bei der Reichsdruckerei in Berlin gedruckt worden waren, wurde der Druck nun auch im Lohnauftrag vergeben.
1 Mark Darlehenskassenschein vom 1. März 1920
Vorder- und Rückseite: Ornamente
100 Mark Reichsbanknote vom 1. November 1920
| Vorderseite: Der Kopf des Bamberger Reiters zweimal gegeneinander gesetzt |
| Rückseite: Wertziffer in Ornamenten |
10 000 Mark Reichsbanknote vom 19. Januar 1922
| Vorderseite: Junger Mann - Gemälde von Dürer |
| Rückseite: Ornamente |
5 000 Reichsbanknote vom 16. September 1922
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Vorderseite: Münzmeister Spinelli, Gemälde von Hans Memling |
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Rückseite: Ornamente |
5 Millionen Mark Reichsbanknote vom 1. Juni 1923
| Vorderseite: Frauenkopf auf einer Medaille |
| Rückseite: Ornamente |
50 Millionen Mark Reichsbanknote vom 25. Juli 1923
Nur einseitig bedruckt
100 000 Mark Reichsbanknote vom 25. Juli 1923
Nur einseitig bedruckt
100 Millionen Reichsbanknote vom 22. August 1923
Nur einseitig bedruckt
10 Milliarden Mark Reichsbanknote vom 1. Oktober 1923
Nur einseitig bedruckt
200 Milliarden Mark Reichsbanknote vom 15. Oktober 1923
Nur einseitig bedruckt
1 Billion Mark Reichsbanknote vom 5. November 1923
Nur einseitig bedruckt
Ausgaben der Deutschen Rentenbank (1923 - 1937)
Ende 1923 gelang es, die deutsche Währung wieder zu stabilisieren. Zuerst wurde die Rentenmark ausgegeben. Da das Gesetz zur Einführung der Reichsmark erst im Herbst 1924 in Kraft trat, musste sich die Reichsbank bis dahin mit dem (festgelegten) Kurs 1 Rentenmark ist 1 Billion Papiermark behelfen.
1 Rentenmark vom 1. November 1923
Vorderseite: Text im Rahmen Rückseite: Wert auf Ornamenten
5 Rentenmark vom 2. Januar 1926
Vorderseite: Bauernmädchen Rückseite: Ährengarbe
20 Reichsmark vom 22. Januar 1929
Vorderseite: Werner von Siemens Rückseite: Von Putten eingerahmte Medaille mit Männerbrustbild, das Handwerk darstellend
100 Reichsmark vom 24. Juni 1935
Vorderseite: Justus von Liebig Rückseite: Von weiblichen Allegorien eingerahmte Medaille eines Jünglings, die Wissenschaft symbolisierend
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20 Reichsmark vom 16. Juni 1939 - ausgegeben ab Februar 1945
Vorderseite: Brustbild einer Österreicherin Rückseite: Gosausee von Dachstein, seitlich Holzfäller und Sämann
5 Reichsmark vom 1. August 1942
Vorderseite: Jünglingskopf Rückseite: Löwendenkmal vor dem Braunschweiger Dom
Banknoten vom "Alliierten Kontrollrat" (1945 - 1948)
Die Alliierten hatten diese Scheine bereits vor dem Einmarsch in Deutschland (wie auch für zahlreiche andere Länder) vorbereitet.
Im Raum Aachen wurden sie schon 1944, in den übrigen Gebieten ab 1945 ausgegeben. Die früheren Reichs- und Rentenmarkausgaben blieben daneben weiter gültig.
1/2 Mark der Alliierten Militärbehörde 1944
10 Mark der Alliierten Militärbehörde 1944
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