Dezember 2017

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1. Dezember

Erster Schnee

Aus silbergrauen Gründen tritt
ein schlankes Reh
im winterlichen Wald
und prüft vorsichtig Schritt für Schritt,
den reinen, kühlen, frisch gefallenen Schnee.

Und deiner denk ich, zierlichste Gestalt.

Christian Morgenstern

2. Dezember

Handschuhe

Ist es sehr kalt braucht man sie, denn sinkt die Temperatur der Hände nur um ein Grad, erhöht sich das Erkältungsrisiko um zehn Prozent. In der Berufswelt brauchen wir sie als Schutz vor Schmutz oder Verletzungen, in der Mode haben sie eine symbolische Bedeutung.

Im Mittelalter bedeuteten Handschuhe Macht. Als Rechts- und Herrschaftssymbol deutscher Könige und Kaiser wurde mit der Übergabe eines Handschuhs ein Vertrag besiegelt, der König konnte sich im Notfall sogar durch einen Handschuh vertreten lassen. Vornehmen Damen war die Bekleidung ihrer Hände sehr wichtig, deshalb schlüpften sie in wahre Kostbarkeiten – mit Spitze,  Perlen und Bändern, darüber Ringe. Bei Hof galt der Handschuh als Pfand der Liebe, das ein Ritter von seiner Dame erbat und beim Turnier am Helm trug. Auch den Fehdehandschuh kennt man, warf man ihn zu Boden, wurde der Gegner damit zum Kampf herausgefordert.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hielt der Handschuh Einzug in die Welt der Galanterie. Herren- und Damenhandschuhe sahen damals nahezu gleich aus und bald setzten sie sich auch bei den Bürgern durch. Handschuhmacher wurden im 18. Jahrhundert zu Handschuh-Parfümeuren, weil Katharina von Medici nur noch duftende Handschuhe trug. Damit sollte der Geruch des Leders vermieden werden.
Im 17. Jahrhundert war Frankreich führend in Sachen Mode. Es entstanden Glacéhandschuhe aus dünner Lamm- oder Ziegenhaut und adlige Damen trugen diese bis zum Ellenbogen, um zu zeigen, dass sie nicht arbeiten mussten. Die unteren Stände trugen nur die gestrickten Wollhandschuhe. Vornehm war es, mehrmals am Tag die Handschuhe zu wechseln und man nahm auch gern fingerlose. Bei ärmelfreien Empirekleidern gehörten Handschuhe dazu.
Wenige Jahrzehnte später wurden Handschuhe für den Herrn von Welt zum Muss. Die Damen des Biedermeiers trugen Halbhandschuhe sogar beim Klavierspielen und Essen.
Neues gab es im 20. Jahrhundert kaum, außer synthetischen Fasern und Sporthandschuhen, die damals sehr gefragt waren, für Reiter, Autofahrer, Golfer oder Skifahrer.
Bis in die fünfziger Jahre hinein waren sie für Herren wichtig und Damen legten Wert darauf, dass Hut, Handtasche, Schirm zu den Handschuhen passten. In den sechziger Jahren verschwand der Handschuh aus der Alltagsgarderobe, um als Sporthandschuh in den Achtzigern wieder aufzutauchen.

3. Dezember

Zum   A d v e n t

Bleib einmal stehn und haste nicht
und schau das kleine stille Licht.

Hab einmal Zeit für dich allein
zum reinen unbekümmert sein.

Lass deine Sinne einmal ruhn
und hab den Mut zum gar nichts tun.

Lass diese wilde Welt sich drehn
und hab das HERZ, sie nicht zu sehn.

Sei wieder Mensch und wieder Kind
und spür, wie Kinder glücklich sind.

Dann bist von aller Hast getrennt,
du auf dem Weg hin zum   A d v e n t.

unbekannt

4. Dezember

Kinderliebe

Ich habe nichts so lieb, so lieb
wie dich, mein Mütterlein!
Es müsste denn der liebe Gott
im Himmel droben sein.
Den lieb ich, weil er dich mir gab
und weil er mir erhält
das allerbeste Mütterlein
auf weiter, weiter Welt.

Aus einem alten Büchlein

5. Dezember

Der goldene Schlüssel  - aus meinem Lesebuch von 1945

Zur Winterszeit, als einmal tiefer Schnee lag, musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Als er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so fror, noch nicht nach Hause gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bisschen wärmen.
Da scharrte er den Schnee weg und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubt er, wo ein Schlüssel wäre, müsste auch das Schloss dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. Wenn der Schlüssel nur passt, dachte er; es sind gewiss kostbare Sachen in dem Kästchen! Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da; endlich entdeckte er eins, aber so klein, dass man es kaum sehen konnte. Er probierte, und der Schlüssel passte glücklich. Da drehte er einmal um, und nun müssen wir warten bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.

Brüder Grimm

6. Dezember

Ein etwas anderes Nikolausgedicht:

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
weint, wenn's geht, nicht! sondern lacht!

Morgen Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit ...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

von Erich Kaestner

7. Dezember

Amaryllis

Eigentlich sollte man sie als Ritterstern bezeichnen - einer Gattung von Zwiebelpflanzen mit etwa 80 Arten - beheimatet in Mittel- und Südamerika.

Die echte Amaryllis gehört aber zu einer anderen Gattung von Zwiebelpflanzen und stammt aus Südafrika, obwohl sie ihm Aussehen dem Ritterstern gleicht.

Der botanische Name des Rittersterns – Hippeastrum – setzt sich aus dem griechischen Wort hippos (Pferd) und dem lateinischen astrum (Stern) zusammen. Mit dieser Bezeichnung wird das Aussehen beschrieben: Die ungeöffnete Knospe der Stammform hat Ähnlichkeit mit einem nickenden Pferdekopf, sich letztendlich zur Sternform entwickelnd.

Die Zuchtsorten, die es im Handel gibt, sind meistens Hybriden, mit zum Teil prächtigen Blüten mit breitem Kronenblatt, dass man die Sternform nur noch erahnen kann.
Die frostempfindlichen Pflanzen haben lange, riemenförmige und etwas fleischige Blätter, die auf kräftigen, aufrechten Stängeln meist mehrere Blüten tragen, sich entweder gleichzeitig oder kurz hintereinander öffnend.

8. Dezember

Der Esel

Es stand vor eines Hauses Tor
ein Esel mit gespitztem Ohr,
der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei. –

Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
die auch sogleich, indem sie lachen,
verhasste Redensarten machen.
Womit man denn bezwecken wollte,
Dass sich der Esel ärgern sollte. –

Doch dieser hocherfahrne Greis
beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
die Seite, wo der Wedel sitzt.

Wilhelm Busch

9. Dezember

Schlafen Pflanzen auch?

Seerosen haben ihre Blüten nachts geschlossen und bei den Lupinen hängen die Blätter. Botaniker unterscheiden verschiedene Bewegungsarten der Pflanzen, auch wenn diese fest verwurzelt sind und unbeweglich scheinen. Bewegungen werden durch Licht ausgelöst oder durch Temperaturen.
Verschiedene Lichtreize verursachen Schlafbewegungen der Blätter, die schlaff herabhängen, z.B. bei Stangenbohnen, Lupinen, Sauerklee, und das Schließen der Blüten bei Dunkelheit, z.B. bei Astern, Seerosen, Kakteen. Schon eine größere Wolke kann das beim Enzian auslösen.
Es gibt Pflanzen, bei denen der Temperatursinn gut ausgebildet ist: Tulpen, Narzissen und Krokusse.
Viele sprechen nicht nur auf Wärme und Kälte an, sie haben auch einen ganz eigenen Hell-Dunkel-Rhythmus, abgestimmt auf den Insektenflug, z.B. Nachtkerzen, Nachtviolen und andere, deren offene Blüten auf nachtaktive Eulenfalter und Schwärmer warten.
Die Blüten der Hundsrose öffnen sich am frühesten: Um 4 Uhr (Sommerzeit) in stündlichen Abständen folgen Ackerwinde, Leimkraut, Weiße Seerose, Ringelblume und Ehrenpreis. Erst um 11 Uhr folgt die Königskerze und eine Stunde später der Milchstern. Ab 13 Uhr gehen bereits die Blüten der Felsennelke schlafen, die meisten Pflanzen aber erst ab 19 Uhr.

10. Dezember

Adventszeit, Adventszeit,
wir machen uns bereit,
bereit für einen schönen Traum:
den strahlenden Lichterbaum.

11. Dezember

Fingerabdrücke

Gemäß der Vererbungslehre haben eineiige Geschwister die gleichen Erbanlagen. Und wie ist das bei den Fingerabdrücken? Findet man z. B. an einem Tatort Fingerabdrücke und Haare, sind die Fingerabdrücke der eineiigen Geschwister nicht identisch, denn die charakteristischen Muster der Papillarlinien entwickeln sich bereits im Mutterleib und sind individuell unterschiedlich. In 101 Jahren Daktyloskopie (Fingerabdruckverfahren) gab es nicht einen Fall, in dem zwei Menschen dieselben Fingerabdrücke hatten.
Und wie ist es bei den Haaren? Anhand der Erbanlagen, wie zum Beispiel im Speichel, im Blut, in der Haut und in den Haaren, kann das DNS-Identifizierungsmuster (der so genannte genetische Fingerabdruck) ermittelt werden. Dieser ist bei eineiigen Zwillingen - und auch nur bei ihnen - identisch.
 

12. Dezember

Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so dass man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf so macht es klirr
und titscher- titscher-dirr ...
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vögelein
und tut als wie ein Schwälblein fliegen
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eigenen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wieder holen.

Christian Morgenstern

13. Dezember

Die Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem waren Vater und Mutter gestorben. Und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr, darin zu schlafen. Und endlich hatte es gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand. Das hatten ihm gute Menschen geschenkt. Das Mädchen war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.
Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: "Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig!" Das Mädchen reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: "Gott segne dir's!" und ging weiter.
Da kam ein Kind, das jammerte uns sprach: "Es friert mich so an meinem Kopfe; schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann!" Da tat das Mädchen seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror. Da gab es ihm seins und ging noch weiter.
Da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden. Da kam noch ein Kind und bat um ein Hemdlein. Und das fromme Mädchen dachte: Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand. Du kannst wohl dein Hemd weggeben. Es zog sein Hemdchen aus und gab es auch noch hin. Und wie es stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter harte, blanke Taler. Und ob es gleich sein Hemdlein weggeben, so hatte es ein neues an; das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

Brüder Grimm

14. Dezember

Warum weinen Engel
fragte mich einst mein Kind,
Ich sagte weil es Wesen mit Mitleid
in ihrem Herzen sind.

Warum weinen Engel,
stelle ich mir nun selber die Frage,
ich denke weil sie anstimmen
die Weltenklage.

Sie sehen Zerstörung und Kriege,
sehen grausame menschliche Taten,
wollen nicht in den Sog
dieser Welt geraten.

Warum weinen Engel,
frage ich mich fast jeden Tag,
ich denke weil ihnen am Wohle der Menschheit
einst viel lag.

Nun ist ein Teil der Menschheit
verkommen und schlecht,
des Engels Wesen allerdings
sanft und gerecht.

Darum nun weinen sie,
die Engel die uns sehen,
weil viele Menschen
falsche Wege begehen.

Mein Wunsch an die Welt
ist deshalb ganz klar gestaltet,
seid vorsichtig mit dem
was ihr hier verwaltet.

Ich will nicht mehr,
dass Engel vor Trauer über diese Welt weinen,
ich möchte so gerne
die Menschheit in Frieden vereinen.

weiß leider nicht von wem es ist

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