März 2017

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1. März

Der Aschermittwoch

In der Westkirche markiert dieser Tag den Beginn des 40tägigen Fastens, denn die Zeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbrachte.
46 Kalendertage - bis Karsamstag - dauert die eigentliche Fastenzeit, aber die sechs freien Fasten-Sonntage (1.-5. Fastensonntag und Palmsonntag) werden abgezogen.
In der Ostkirche gibt es keinen Aschermittwoch, da dort die Fastenzeit bereits am Sonntagabend beginnt.

Der Name „Aschermittwoch“ stammt von einem Brauch. Man segnete die Asche der Palmzweige vom Palmsonntag des Vorjahres und machte damit den Gläubigen ein Kreuz auf die Stirn. (Kenne ich von meiner Mutti, die es mir als Kind erzählte.)
In Galliens Kirche wurden Menschen, die eine schwere Sünde begangen hatten, am Anfang der Bußzeit, aus der Kirche vertrieben, wie damals aus dem Paradies. Gekleidet in ein Bußgewand, bestreute man sie mit Asche. Dieser Brauch war Ende des 10. Jahrhunderts vorbei, aber die allgemeine Aschenbestreuung setzte sich durch. Das Gebet dazu  stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die Vorschrift für die Aschengewinnung kommt aus dem 12. Jahrhundert.

2. März

In der Schule lernten wir folgendes Lied, das mir immer noch in guter Erinnerung ist, obwohl heutzutage viele Maschinen und Geräte die damalige Arbeit mit den Tieren und die "Handarbeit" übernommen haben.

Im Märzen der Bauer

Im Märzen der Bauer
die Rösslein einspannt;
Er pflanzt und beschneidet die Bäume im Land.
Er ackert er egget, er pflüget und sät
und regt seine Hände gar früh und noch spät.

Den Rechen, den Spaten, den nimmt er zur Hand
und ebnet die Äcker und Wiesen im Land.
Auch pfropft er die Bäume mit edlerem Reis
und spart weder Arbeit noch Mühe noch Fleiß.

Die Knechte und Mägde und all sein Gesind,
es regt und bewegt sich wie er so geschwind;
sie singen manch munteres fröhliches Lied,
und freu'n sich von Herzen, wenn alles schön blüht.

Und ist dann der Frühling und Sommer vorbei,
dann füllt sich die Scheuer im Herbst wieder neu;
es füllt sich der Keller, der Stall und das Haus,
da gibt es im Winter manch' fröhlichen Schmaus.

Aus Mähren

3. März

Die Gartenarbeit beginnt allmählich

Zwiebeln beginnt man im März zu stecken und säen, sofern es wettermäßig möglich ist. Man fragt sich dann: stecken oder säen? Gesäte Zwiebeln bleiben etwas kleiner, Steckzwiebeln wachsen rasch und werden deutlich größer. Auch können Steckzwiebeln zeitiger in die Erde, wenn man wegen der Bodenbedingungen noch nicht säen kann.

Ausgesäte Zwiebeln lassen sich in der Größe während des Wachstums gut steuern. Will man kleine Zwiebelchen, verzieht man die Sämlinge auf 3 cm Abstand, sollen die Exemplare größer werden, lässt man ihnen mehr Platz während des Wachstums und setzt sie in 7 cm Abstand in die Reihen.

4. März

Schädlingsbekämpfung

Brennnesselbrühe: Möglichst junge Brennnesselpflanzen, die an einem sonnigen Platz wachsen, schneiden. Für 10 Liter Wasser etwa 1 kg. Die Pflanzen ins Wasser legen und dort 12 bis 14 Stunden lassen. Nimmt man warmes Wasser geht der Prozess schneller als bei kühlem oder kaltem. Die Brühe wird abgesiebt und kann sofort unverdünnt versprüht werden.

Brennnesseljauche verwendet man zum Düngen. Das Kraut mehrere Tage in der Sonne gären und das Ganze einmal täglich umrühren. Die Jauche entwickelt einen unangenehmen Geruch - eigentlich Gestank, den man durch Beigabe von Steinmehl etwas binden kann. Ich habe die Jauche dann zum Düngen verdünnt verwendet.

5. März

Denkst du an ein Jahr, säe ein Samenkorn.

Denkst du an ein Jahrzehnt, pflanze einen Baum.

Denkst du an ein Jahrhundert,

erziehe einen Menschen.

 

Chinesische Weisheit

6. März

Der Hundertjährige Kalender wird immer wieder zitiert und auch zu Rate gezogen, obwohl diese "Wettervorhersagen" keineswegs auf hundertjähriger Beobachtung beruhen.

Der Abt des Klosters Langheim im Bistum Bamberg, Mauritius Knauer, hat von 1652 bis 1658 Wetteraufzeichnungen gemacht. Niemals hat er gewollt, seine Beobachtungen und Angaben könnten auch außerhalb seines Bereiches gelten. Auch ging er von völlig falschen astronomischen Vorstellungen aus, denn er nannte seine Aufzeichnungen "Beständiger Hauskalender, aus welchem jährlich die Witterung zu erkennen und danach der Wein- und Feldbau mit Frucht und Nutzen zu ordnen sei". Auch im Lexikon heißt es, dass es keine hundertjährige Periode des Wetters gibt.
Kurz nach Knauers Arbeit wurden meist fehlerhafte Abschriften davon verbreitet, von denen eine, die der Arzt Hellwig in Erfurt drucken ließ, Bestand hatte. Von diesem Arzt stammt der Einfall, den Kalender "auf hundert Jahre gestellter Kalender" umzubenennen, und daraus wurde später der "Hundertjährige Kalender".

7. März

Hier ein Vers aus meinem persönlichen Poesiealbum. Das gesamte Album hier

8. März

Der Braunbär

2005 war er das Wildtier des Jahres. Seit 1835 gibt es ihn in Deutschland nicht mehr, aber in Österreich leben Braunbären in sehr kleiner Population wieder. In den vergangenen Jahren wandern immer wieder Bären aus dem Süden und Osten in die Alpen ein, so dass der Bär auch wieder im deutschen Alpenraum heimisch werden könnte.

In ganz Europa leben schätzungsweise 6000 bis 10 000 Braunbären, vor allem in den südosteuropäischen und osteuropäischen Ländern.
Die Allesfresser jagen Nage- und Huftiere, ernähren sich aber vorwiegend pflanzlich, bevorzugt von Beeren und Früchte. Zur Winterruhe ziehen sie sich in Erd- oder Felshöhlen zurück. Die Paarungszeit ist im Juni/Juli. Ein Weibchen bringt in der Regel zwei Junge zur Welt, nach einer Tragezeit von sechs bis neun Monaten. Braunbären halten Winterruhe, während dieser liegen die Jungen in den Pfoten der Bärin. Die Mutter drückt sie wärmend gegen die Brust, leckt sie sauber, bis sie nach etwa 30 bis 32 Tagen die Augen öffnen. Mit drei bis vier Monaten dürfen die Jungen das erste Mal aus der Höhle hinaus, werden aber noch bis ins zweite Lebensjahr geführt.

9. März

Mein erster Adler
nach
Ernst Wiechert

Eines Morgens gingen wir zeitig los, der große Jäger und ich. Ich hatte nicht mehr als eine Stunde geschlafen und es war weiter als eine Meile. Betaute Wälder, über denen die Sonne sich hob und in denen jede Spur und jede Stimme mir vertraut war. Ich trug meines Vaters Doppelflinte und seine Jagdtasche, und mein Herz schlug schon, als ich über die Schwelle unsres Hauses trat. Ein Gang mit dem großen Jäger war nicht leicht. Vieles musste gewusst werden: jeder Vogelruf, jeder Vogelflug; was es bedeutete, dass die Kiefernzapfen weit geöffnet auf dem Moos lagen und dass der Tau auf den Spinngeweben funkelte; Windrichtung und jede Fährte im Sand; das Alter der Bruchstelle an einem geknickten Zweig und das Alter der Schonung, durch die wir gingen.
Der Horst lag an unsrem zweiten See, abseits der sumpfigen Ränder, in einer Verborgenheit, die ich noch niemals betreten hatte. Kraniche riefen von den Uferwiesen, Bäume waren übereinander gestürzt, und die Luft war schwer und fremd. Lautlos schleiche ich in der Spur des großen Jägers. Wir hören den Adler schreien und lauschen. Es ist ein anderer Schrei als der des Fischadlers, aber auch er ist klagend, traurig fallend und ergreifend. Der Wald steht wie ein finsteres Gewölbe und rängt den Schrei auf. Seltsam ist alles, wie ein verbotener Weg, ein Einbruch in ein gebanntes Heiligtum.
Aber der Jäger winkt, und der Adlerschrei ist verstummt. Wir stehen unter dem Horst, gedeckt von einem Lindenbusch, unbeweglich, eine halbe Stunde lang. Noch einmal ruft in der Ferne der Adler, und über uns, aus dem riesigen Horst, antwortete die klagende Stimme des Jungen, hoch und ängstlich wie die Stimme eines Rehkitzes. Ein weißer Kopf schiebt sich über den Horstrand, fahl und hässlich wie der Kopf eines Moorgespenstes.
Mahnend hebt der Jäger die Hand. Und dann pflückt er ein junges Lindenblatt, hebt es an die Lippen, und nun ruft es von unten herauf wie ein junger Adler, klagender noch und wie in Not. Meine Augen fliegen durch den rötlich bestrahlten Wald. Mein Herz klopft, und ich sehe Adler überall. "Ruhig", sagt der Jäger leise. "Ganz ... ruhig ... "
Und dann ist er da. Lautlos. Zuerst ein Schatten, der dunkel und groß über die Wipfel jagt. Und dann er selbst. Die riesigen Schwingen, der herab schießende Leib. Etwas Dunkles fällt in den Horst, eine unerkennbare Beute. Sekundenlang das Bild des Vogels auf einem grauen Eichenast, sich öffnende Schwingen ... der Ast, der hinter ihm erbebt … der Donner des verstörten Schusses ... Widerhall ... Schweigen ... vorbei.
Er starb vor mir auf dem Moos, und die kleinen dreieckigen Federn in seinem Nacken bebten leise in seinem Tod. Wenn ich heute den großen und traurigen Schrei noch einmal höre, dann stehe ich lange still und lausche.

10. März

Flieg kleiner Vogel,
du bist frei, öffne die Tür und lebe.
Flieg der Sonne entgegen aber gib Acht,
sieh was das Leben mit dir macht,
lass dich nicht blenden.

Flieg kleiner Vogel flieg hinauf zu den Bergen
und immer weiter zu den Sternen,
dorthin wo die Träume sind.
Flieg kleiner Vogel und sei frei.

Sieh nach vorne und nie zurück.
Sieh nach vorne und finde dich,
ein Zurück gibt es nicht.
Du bist frei ...

(unbekannter Verfasser)

11. März

Wenn es Frühling wird, sind auch sie wieder da und erfreuen uns mit ihrem "Geschwätz".

Wie Schwalben bauen

Mitten im Dorf kreuzen sich die beiden Straßen. Dort ist ein freier Platz mit einer alten Linde. 1m Schatten des Baumes steht eine Pfütze, sie ist vom letzten Regen zurückgeblieben. In den leeren Straßen jagen Schwalben auf und ab. Eine lässt sich am Rand des Wassers nieder; sofort kommen noch zwei, drei hinzu. Mit ihren zarten Füßchen stehen sie auf dem weichen Schlamm. Wenn sie weiter trippeln, bleiben ganz feine Spuren darin zurück. immer drei Striche nach vorn und einer nach hinten. Eifrig picken sie in der feuchten Erde, erheben sich, fliegen ein Stückchen weiter und lassen sich wieder nieder.
Fritzchen schaut ihnen zu. "Schau mal", sagt er zu seinem Vater, "die Schwalben fressen Erde."

"O nein", antwortet der Vater", sieh mal gut hin!"
Da merkt Fritz, dass sie die Erde nicht fressen. Sie füllen ihren Schnabel damit und fliegen dem Stalle zu. Fritz schaut ihnen nach. Sie fliegen zum Fenster aus und ein.
"Ist an unserem Stall ein Fenster entzwei?", fragt er. "Nein", antwortet der Vater, "ich habe eine Scheibe herausgenommen damit die Schwalben ungehindert aus- und einfliegen können. Sie stehen noch früher auf als wir und können sonst morgens nicht hinaus. Komm, wir wollen einmal zusehen wie sie bauen!"
Beide gehen dem Stall zu. Durch das Loch im Fenster geht es, aus und ein und ein und aus: Nicht ein einzigmal stoßen sie mit den Flügeln an. Erdklümpchen und feine Halme tragen sie im Schnabel herbei, setzen sich damit auf den Nestrand und bauen die Wand höher. Halb ist das eine Nest schon fertig, das andere fast ganz. An jedem baut ein Pärchen. Noch ein drittes ist da, auch erst angefangen; daran wird nicht gebaut, es muss trocknen, ehe weitergebaut wird.
"Sieh, Junge, das sind unsere Schwalben!" sagt der Vater. "Tu ihnen nichts! Sie bringen Glück ins Haus."
Fritz geht an die Pfütze und holt sich einen großen Klumpen Schlamm. Den knetet er mit seinen Händen zurecht. Dann baut er an der Stallwand auch ein Nest, gerade so rund und ebenso groß wie ein Schwalbennest.
"Da sollen sie hineinbauen", meint er. "Es sitzt gut; keine Katze kann daran und kein Regen kann es treffen."
Als er aber am andern Morgen nachschaut, liegt es zerbrochen an der Erde. Es hat nicht gehalten. Die Schwalbennester aber fallen nicht ab, weil die Tiere ihren klebrigen Speichel zwischen die Erde mengen. Davon werden sie fest wie Mörtel. Das hat Fritz nicht gewusst.

Heinrich Grupe - aus meinem alten Lesebuch von 1948

12. März

Vorfrühling

Vorfrühling seufzt in weiter Nacht,
dass mir das Herze brechen will;
Die Lande ruhn so menschenstill,
nur ich bin aufgewacht.

O horch, nun bricht des Eises Wall
auf allen Strömen, allen Seen;
Mir ist, ich müsste mit vergehn
und, Woge, wieder auferstehn,
zu neuem Klippenfall.

Die Lande ruhn so menschenstill;
Nur hier und dort ist wer erwacht,
und meine Seele weint und lacht,
wie es der Tauwind will.

Christian Morgenstern

13. März

Bald werden Schmetterlinge wieder gaukeln und an Blüten naschen:

Argusbläuling

Er war Schmetterling des Jahres 2008, weil er auf bedrohte und seltener werdende Heidelandschaften, Hochmoore und Magerrasen angewiesen ist. Der auch Geißklee-Bläuling genannte Falter gilt in Deutschland als gefährdet und zählt mit einer Flügelspannweite von nur 20 bis 23 Millimetern zu den kleineren Tagfaltern.
Der Name leitet sich von seinen „Argusaugen“ her. Das sind schwarz-orange-blaue Flecken an den Flügelunterseiten.

Argusbläulinge leben in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens und saugen Nektar von Magerrasenpflanzen wie Thymian, Hornklee, Hufeisenklee und Kronwicke. Auch die Raupen fressen vor allem an verschiedenen Kleearten und an der Bunten Kronwicke. In warmen Gegenden flattern sie in zwei Generationen von Mai bis Anfang September, in kälteren und Moorgebieten kommt zwischen Juni und August nur eine einzige Generation vor. Argusbläulinge überwintern als Ei, interessant das Verhalten der Raupen, die mit Ameisen eine Symbiose eingehen. Obwohl Ameisen normalerweise Schmetterlingsraupen fressen, beschützen sie die Raupen des Argusbläulings vor feindlichen Spinnen und Insekten.

14. März

Sie blühen überall, erfreuen und ernähren auch schon die ersten Hummeln:

Was soll denn das bedeuten,
Schneeglöckchen hübsch und fein?
Wir wollen nichts, wir läuten
ja nur den Frühling ein.

Bald wird es Sonntag werden,
und vor Gottes Altar
steigt aus dem Schoß der Erden
der Blumen bunte Schar.

Die grünen Augen brechen
dann auch in Busch und Hag,
und alle Blüten sprechen:
Willkommen, Ostertag!

Hoffmann von Fallersleben

15. März

Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege.
Der eine ist die Liebe,
der zweite ist die Genügsamkeit,
der dritte ist die Demut.

Laotse

16. März

Der weise Rat – Chinesische Legende

Einer großer Kaiser aus der Vorzeit des chinesischen Reiches, ging einst mit seinem ganzen Hof auf eine Inspektionsfahrt durch das Land. Unterwegs nun begegnete ihm ein Weiser, der als das Orakel der Provinz Sim bekannt war.
Der Weise verbeugte sich und sprach: „Mein Kaiser, meine Provinz hat eine große Hungersnot erlebt und den Menschen in meinem Dorf geht es schlecht. Ich möchte ihnen über den Winter helfen, der uns nun bevor steht. Ich weiß, du bist ebenso mildherzig wie reich:  "Wenn du mir nur 5000 Yen gibst, um den Armen zu helfen – so will ich dir im Austausch einen Rat geben, der dein Leben nicht nur ändern, sondern einstmals vielleicht sogar retten kann!“
Da wurde der Kaiser neugierig. Er ließ dem Weisen 5000 Yen abzählen und forderte ihn auf zu sprechen.
Und der Weise sagte: „Unternimm nichts, ohne zuvor den Ausgang der Sache reiflich zu erwägen!“
Da lachte der Hof des großen Kaisers und verhöhnte den Weisen, weil er sich für eine Allerweltsweisheit soviel hatte bezahlen lassen. Und der Narr des Kaisers schalt auf seinen Herren selbst in einem schnellen Scherz, weil er sich von dem Provinz-Orakel so frech habe hereinlegen lassen.

Der Kaiser indes strich sich über seinen Bart und sprach: „Oh, Ihr Herren vom Hofe, die ihr so sehr weltgewandt und voll der Ironie seid – dieser Rat scheint mir sein Geld wahrhaftig wert zu sein. Ihr sollt seinen Rat nicht verächtlich machen, nur weil er eine sehr gewöhnliche Volksweisheit zu sein scheint. Eben weil die Klugheitsregel allgemein ist, wird sie so selten befolgt – und genau deshalb hat sie unser Weiser mir auch so hoch berechnet. Nun, in Zukunft werde ich sie immer in meinem Herzen tragen. Sie soll – wenn wir wieder daheim sind – über alle Türen meines Palastes geschrieben werden, damit niemand sie vergesse!“

Kaum war ein Jahr vergangen, da fasste ein ehrgeiziger Provinzgouverneur den Plan, den großen Kaiser zu töten und sich selbst an seiner Stelle auf den Thron zu setzen. Für ein Vermögen erkaufte er sich die Treue des Leibarztes des Kaisers – und dieser versprach, den Kaiser, sobald sich die Gelegenheit als günstig erweisen würde, mit einer vergifteten Akupunkturnadel ums Leben zu bringen!
Die Gelegenheit fand sich bald. Eines Abends, als der Kaiser ein tiefes Unwohlsein gepackt hatte, bestrich der Arzt seine goldenen Akupunkturnadeln, die der Behandlung des Kaisers vorbehalten waren, mit Gift und machte sich auf zu seinem Palast. Da aber sah er über dem Tor die Inschrift: Unternimm nichts, ohne zuvor den Ausgang der Sache reiflich zu erwägen! Da wurde der Arzt in seinem Herzen unsicher. Und anstatt die vergifteten Akupunkturnadeln zu ergreifen, suchte er in seinem Arzneitäschchen nach Heilkräutern. Sein Zögern und Suchen aber hatte des Kaisers Aufmerksamkeit erregt. Und er fragte seinen Arzt: „Sag, Herr der Heilkunst, warum hast du deine Akupunkturnadeln weg gelegt, mit denen du mich sonst zu behandeln pflegst?“ Da erbleichte der Arzt.

Der Kaiser aber sprang auf und rief: „Sieh mich an und sprich offen: Nur ein Geständnis kann dir nun dein Leben retten!“
Da fiel der Arzt dem großen Kaiser vor die Füße und entdeckte ihm den Anschlag auf sein Leben. Und er gestand, dass er nur gezögert habe, weil er über der Tür des Palastes den Rat des Weisen gelesen habe.
Der Kaiser rief aber seine Diener, erklärte was geschehen war und fragte einen jeden: „Nun, ihr so klugen und zynischen Hofleute, meint ihr immer noch, ich hätte zuviel für den Rat des Weisen gezahlt?“
Und danach tat er dreierlei: Er schickte dem Provinzgouverneur das Seidenband, schenkte dem Arzt das Leben – und ließ dem Weisen 10 mal 5000 Yen zusenden.

17. März

Träume haben Flügel
schwingen sich in endlose Höhen
dringen durch die Dunkelheit,
tauchen ab in unbekannte Tiefen,
ziehen Spiralen durch Gefühle,
lassen schweben,
lassen fallen,
werden lebendig und zerfallen in
Nichts ...

???

18. März

Die sechs Brote - chinesische Legende

Chüen ging jeden Tag zum Bäcker und kaufte diesem sechs Brote ab. Eines Tages fragte ihn sein guter Freund Chen: Sag mir, Chüen, was tust du mit den sechs Broten, die du da täglich erwirbst?" Chüen antwortete: "Ein Brot kaufe ich für mich, um es zu essen, ein Brot werfe ich weg, zwei Brote gebe ich zurück, und die letzten Brote leihe ich aus!"

Chen dachte nach und erwiderte: "Mein Freund, dunkel ist mir der Sinn deiner Worte. Willst Du mir nicht erklären, was du meinst?"

Chüen aber, der Mann, der täglich sechs Brote kaufte, antwortete seinem Freund: "Nun - den Laib, den ich für mich behalte, esse - ich sagte es schon - ich allein. Das Brot, von dem ich sagte, dass ich es wegwerfe, gebe ich meiner Schwiegermutter. Die beiden Brote jedoch, von denen ich sagte, dass ich sie zurückgebe, bekommen meine ehrwürdigen Eltern, weil sie mich im Kindesalter ernährten. Die beiden aber, von denen ich sagte, dass ich sie ausleihe, gebe ich meinen Söhnen und sage ihnen dabei, dass sie sie mir zurückgeben mögen, wenn ich selbst ein Greis geworden bin.

19. März

Mineralien - Make-ups

Bereits die alten Ägypter liebten die Vorteile von fein gemahlenen Gesteinen und Quarzen und nutzten sie für die Schönheit. Die Kosmetikindustrie das antike Wissen für sich entdeckt und preist Make-ups, Puder und Lidschatten auf der Basis von Mineralien an.
Mineralien als Inhaltsstoffe von Kosmetika ersetzen als Sonnenschutzfilter in Form von Titaniumdioxid und Zinkoxid in der Naturkosmetik schon seit vielen Jahren chemische Filter. Mineralkosmetik verspricht, frei von Zusatzstoffen wie Öl und Parfüm zu sein, macht sie deshalb sehr gut verträglich und hilft bei Problemen mit der Haut.
Experten zufolge wirkt Mineralkosmetik entzündungshemmend und hautberuhigend. Es ist für UV-Schutz gesorgt, weil kleine Partikel die Strahlung reflektieren.
Puder aus Mineralien haftet direkt auf der Haut, setzt sich nicht in Vertiefungen und Poren ab. Die Haut gut atmen und zusätzlich werden den meisten dieser Make-ups Vitamine und Antioxidantien zugegeben. Das schützt vor Umwelteinflüssen und beugt Hautalterung vor.
Cremes und Puder verschmelzen optimal mit der Haut, decken gleichzeitig gut ab und sorgen für einen ebenmäßigen Teint. Sogar Falten werden optisch reduziert und gleichzeitig gut abgedeckt, sorgen sie außerdem für einen ebenmäßigen Teint. Sogar Falten werden optisch reduziert.

20. März

Zum Frühlingsanfang ein Gedicht

Märztag

Wolkenschatten fliehen über Felder,
blau umdunstet stehen ferne Wälder.

Kraniche, die hoch die Luft durchpflügen,
kommen schreiend an in Wanderzügen.

Lerchen steigen schon in lauten Schwärmen,
überall ein erstes Frühlingslärmen.

Lustig flattern, Mädchen, deine Bänder,
kurzes Glück träumt durch die weiten Länder.

Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen,
wollt’ es halten, muss es schwimmen lassen.

Detlev von Liliencron

21. März

Schneeglöckchen

Sie machen jedes Jahr Hoffnung auf Frühling.

Seit uralter Zeit gehören sie zu den bekanntesten Blumen. Bereits der griechische Philosoph Theophrast (372-287 v.Chr.) berichtete von den Schneeglöckchen in seiner systematischen Darstellung der Botanik. Der botanische Name dieser Zwiebelblumen, Galanthus, kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Milchblume“. Diese Bezeichnung bezieht sich aber lediglich auf die Blütenfarbe.
Etwa zehn Arten stark ist die Gattung der Schneeglöckchen und sie gehören zu den Amaryllisgewächsen. Sie wachsen meist gesellig, auch in größeren Flächen, auf feuchten Boden unter Gehölzen; ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa, Kleinasien und angrenzende Gebiete.

22. März

Schneeglöckchen

`s war doch wie ein leises Singen
in dem Garten heute Nacht,
wie wenn laue Lüfte gingen:
"Süße Glöcklein, nun erwacht,
denn die warme Zeit wir bringen,
eh's noch jemand hat gedacht."

's war kein Singen, 's war ein Küssen,
rührt die stillen Glöcklein sacht,
dass sie alle tönen müssen
von der künftgen bunten Pracht.
Ach, sie konntens nicht erwarten,
aber weiß vom letzten Schnee
war noch immer Feld und Garten
und sie sanken um vor Weh.

So schon manche Dichter streckten
Sanges müde sich hinab,
und der Frühling, den sie weckten,
rauschte über ihrem Grab.

Eichendorff

23. März

Wenn die Gartenarbeit nun wieder anfängt, sollte man es langsam angehen lassen

Rückenschmerzen

Man kann es nicht erklären, warum sie beim einen Menschen nur einmalig auftreten und bei anderen immer wieder. Unsere Lebensweise hat sicher einen wichtigen Einfluss darauf, denn unser Bewegungsapparat aus Muskeln, Sehnen, Bändern und Knochen ist so geschaffen, dass wir uns viel bewegen sollten. Tun wir das nicht, führt es zu Schmerzen.
Die meisten Rückenschmerzen verschwinden so plötzlich wie sie aufgetreten sind. Man sollte so früh wie möglich seinem normalen Tagesablauf nachgehen. Wenn nötig ein einfaches Schmerzmittel nehmen, aber keine Bettruhe oder Schonung.
Leider tauchen manche Schmerzen immer wieder auf, wenn sie auch oft von selbst verschwinden. Aber auch die Psyche spielt dabei eine große Rolle.

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