September 2017

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1. September

Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser,
weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz

2. September

 

Die verzauberten Birnen

 

Fritz und Hans spielten auf der Wiese vor dem Dorf. Plötzlich fiel dem Fritz ein Birnbaum auf, an dem viele goldgelbe Früchte hingen.
"Hans, wollen wir uns ein paar holen?", fragte Fritz.
"Aber Fritz, der Birnbaum gehört doch dem Herrn Doktor", antwortete Hans und blickte ängstlich zu dem Baum hinüber. "Weißt du nicht, dass der Doktor ein Zauberer ist? Seine Birnen sind bestimmt verzaubert."
"Ach, so ein Unsinn", spottete da Fritz, "wer glaubt denn so etwas?"
Die Jungen machten sich auf den Weg. Als sie unter dem Birnbaum standen und Fritz ihn gerade tüchtig schütteln wollte, hielt Hans ihn noch einmal zurück und sagte leise: "Fritz, die Birnen sind bestimmt verzaubert. Im vergangenen Jahr waren sie es nämlich auch. Alle Kinder, die von den Birnen genascht haben, bekamen fürchterliche Bauchschmerzen. Der Doktor wusste sofort alles, die Kinder brauchten ihm gar nichts zu erzählen."
"Hans, glaub doch nicht an Spuk und böse Geister", lachte da Fritz, "die Birnen waren wahrscheinlich noch unreif, deshalb haben die Kinder Bauchschmerzen bekommen. Aber diesmal sind die Birnen reif."
Fritz trat unter den Birnbaum und schüttelte ihn kräftig. Sofort fielen einige saftige Birnen herunter. Er suchte sich die größte Frucht heraus und biss gleich herzhaft hinein. Kaum hatte er das getan, stieß er auch schon einen jämmerlichen Schmerzensschrei aus. An der Birne hatte eine Wespe gesessen, die ihn in die Lippe gestochen hatte.
Hans wurde bleich, als er dessen schmerzverzerrtes Gesicht sah. "Jetzt siehst du, dass ich recht hatte, die Birnen sind verzaubert", rief er.
Die Jungen rannten nach Hause. Als die Mutter die geschwollene Lippe von Fritz sah, brachte sie ihn sofort zum Arzt. Der wusste natürlich sofort was geschehen war.
"Da hast du noch einmal Glück gehabt", sagte er zu Fritz. "Wenn dich die Wespe in den Hals gestochen hätte, hättest du ersticken können."
Die Geschichte machte schnell die Runde im ganzen Dorf. Alle Kinder glaubten von da an fest daran, dass des Doktors Birnen verzaubert sind.

Petra Krauß

3. September

Spannenlanger Hansel,
nudeldicke Dirn,
gehen wir in den Garten,
schütteln wir die Birn.

Schüttle ich die großen,
schüttest du die klein,
wenn das Säckle voll ist,
gehen wir wieder heim.

Lauf doch nicht so närrisch,
spannenlanger Hans!
Ich verlier die Birnen
und die Schuh noch ganz.

Trägst ja nur die kleinen,
nudeldicke Dirn,
und ich schlepp den schweren
Sack voll großer Birn.

Volksgut

4. September

Als Gott dabei war, die Frau zu erschaffen, erschien in der sechsten Stunde ein Engel und fragte "Warum verbringst du so viel Zeit damit?"

Gott antwortete "Hast du das Datenblatt dazu gesehen? Sie muss komplett waschbar sein, aber kein Plastik, muss über 200 bewegliche Teile haben, die  alle ersetzt werden können und ihr Körper muss auch laufen, wenn sie sich nur mit Diätcola und kleinen Snacks ernährt. Sie muss einen Schoß haben, auf dem vier Kinder gleichzeitig sitzen können, sie muss einen Kuss haben, der alles heilen kann, von einem aufgekratzten Knie bis zu einem gebrochenen Herzen - und sie wird alles nur mit zwei Händen machen."

Der Engel war erstaunt "Nur zwei Hände!? Und das beim Standardmodell? Das ist zu viel Arbeit für einen Tag. Warte bis morgen um sie fertig zu machen."

 "Nein", protestierte Gott, "ich bin nah dran, diese Kreation zu fertigen. Sie kann sich bereits selbst heilen UND kann 18 Stunden am Tag arbeiten."

Der Engel trat näher und berührte die Frau, "Aber du hast sie so weich gemacht, Gott."

 "Sie ist weich", stimmte Gott zu, "aber ich habe sie auch hart gemacht. Du hast keine Ahnung, was sie dulden bzw. durchsetzen kann."

"Wird sie denken können?", fragte der Engel.

Gott antwortete: "Sie wird nicht nur denken können, sie wird erörtern und verhandeln können ... besser als ein Mann."

Der Engel streckte seine Hand aus und berührte die Wange der Frau. "Es sieht aus, als hättest du eine undichte Stelle in diesem Modell. Ich habe dir gleich gesagt, dass das alles zu viel Arbeit für einen Tag ist."

"Das ist keine undichte Stelle", korrigierte Gott, "das ist eine Träne."

"Für was ist die Träne?", fragte der Engel.

Gott antwortete: "Sie ist eine Möglichkeit, mit der sie ihre Freude, ihren Schmerz, ihren Kummer, ihre Enttäuschung, ihre Liebe, ihre Einsamkeit, ihr Bekümmernis und ihren Stolz ausdrücken kann."

Der Engel war beeindruckt: "Gott du bist ein Genie. Du hast an alles gedacht! Frauen sind wirklich erstaunlich."

Und sie sind es wirklich!

Hab ich mal vor langer Zeit von einem Freund bekommen

5. September

Frauen sind Gemälde.
Männer sind Probleme.

Wenn Sie wissen wollen, was eine Frau wirklich meint –
was übrigens immer ein gefährliches Unterfangen ist –
sehen Sie sie an, und hören Sie ihr nicht zu.

(Oscar Wilde, engl. Schriftsteller, 1854-1900)

6. September

Der Rettich

Der Rettich wurde schon im Altertum bei Leber- und Gallenleiden eingesetzt. Regelmäßiger Genuss wirkt harntreibend und verhindert Stein- und Grießbildung. Die Verdauung wird gefördert, der Appetit angeregt und das beeinflusst den Stoffwechsel günstig.

Rettichsaft wirkt schleim- und krampflösend, wird deshalb besonders gern bei Husten und Erkältungen eingesetzt, sogar bei Keuchhusten.

Man stellt ihn folgendermaßen her:
Einen großen Rettich 3 bis 4 cm tief keilförmig aushöhlen und am unteren Ende mit einem kleinen Loch versehen. Den Hohlraum mit braunem Zucker oder Honig füllen und das ganze auf einen Topf stellen, sodass der sich bildende Saft hineintropfen kann. Diesen dann teelöffelweise einnehmen, pur oder mit heißem Wasser.

Bereits die alten Ägypter haben Rettich in ihren Gärten kultiviert. Sie wussten um den hohen gesundheitlichen Wert und nutzten ihn auch.

7. September

Herbszeitlose  
die Wiese ist voll,
den lila Farbton find ich ganz toll.
Saftig grün leuchten die Wiesen,
es ist ein Anblick zum Genießen.
Drüben steht ein Apfelbaum,
voller Äpfel, ich glaub es kaum.
Lauter herrlich rote Früchte,
ich bekomme nun Gelüste. 
Viele Bienen summen,
die Hummeln brummen.
Da ein Schmetterling,
er wiegt sich im Wind.
Die Sonne scheint auf mich herunter,
ich fühl mich glücklich und so munter.
Ich muss einfach singen, ich muss lachen,
vor lauter Übermut Dummheiten machen. 
Und so genieß ich heute,
diesen Tag der Freude.
Im Stillen muss ich an den lieben Herrgott denken,
er möge uns doch noch viele solche Tage schenken.
Leider muss ich feststellen, dass es mit den Bienen, Hummeln und Schmetterlingen nicht mehr so üppig aussieht. Wie sind sie nur geblieben?

8. September

Die Seidenpflanze,

hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Kübelpflanze entwickelt, die den ganzen Sommer hindurch Blüten hervorbringt, mit interessanten Fruchtständen, die der Pflanze den Namen gegeben haben, denn alle Samenkörner sind mit einem seidig schimmernden Haarschopf versehen und können vom Wind weit verbreitet werden.

Der botanische Gattungsname Asclepias erinnert an Asklepios, den griechischen Gott der Heilkunst und der Ärzte. Dieser Name ist sinnvoll, da einige Arten der Seidenpflanzen tatsächlich Heilpflanzen sind. In der Medizin verwendet man die giftigen Rhizome. Gefährlich aber sind diese Stauden aus der Familie der Schwalbenwurz- oder Seidenpflanzengewächse nicht.
Uns bekannte Pflanzen gehören dazu, so die Kranzschlinge, eine beliebte Zimmerpflanze und die Wachsblume mit ihren verschiedenen Arten. Auch die Leuchterblume, genauso wie die Stapelia, auch Aasblume genannt, weil ihre zauberhaften Blüten einen fast unerträglichen Aasgeruch verströmen, mit dem sie in ihrer Heimat die für ihre Bestäubung notwendigen Insekten anlockt. Letztere kennt man in vielen Sorten. Es ist schade, dass die blühenden Pflanzen wegen ihres Geruches kaum zu ertragen sind. Ordensstern werden sie auch genannt, da die Blüten die Form eines solchen haben, frei am Topfrand herunterhängen, ihre Schönheit zeigend. Die Wachsblume hingegen hat einen herrlichen Duft.

9. September

Noch sind sie da, die kleinen Schwätzerlein und erfreuen uns mit ihren Flugkünsten.

Frau Schwalbe ist 'ne Schwätzerin,
sie schwatzt den ganzen Tag,
Sie plaudert mit der Nachbarin,
so lang sie plaudern mag.
Das zwitschert, das zwatschert
   den lieben langen Tag! 

Sie schwatzt von ihren Eltern viel,
von ihren Kindern klein,
und wenn sie niemand hören will
schwatzt sie für sich allein.
Das zwitschert, das zwatschert
   und kann nicht stille sein! 

Hat sie im Herbst Gesellschaft gar
auf jedem Dache dort
so schwatzen die Frau Schwalben all'
erst recht in einem fort!
Das zwitschert, das zwatschert
   und man versteht kein Wort!

Christian Dieffenbach

10. September

In unserer Nähe klettern - so auch heute Morgen - zwei Eichhörnchen herum. Eines braun, das andere schwarz. Verspielt hüpfen sie ins Gras, dann den nächsten Baumstamm hoch und durch die Äste. Sieht richtig putzig aus. Hoffentlich kann das so bleiben und dieses Gelände bleibt unbebaut. Wäre für viele Tiere schlecht, die sich dort tummeln.

Das junge Eichhörnchen

In der Nacht ist Sturm gewesen. Unter den Bäumen liegt es voller Zweige. Der Sturm hat sie abgebrochen.
"Sieh mal, Vater, was liegt dahinten unter den Bäumen?", fragt Rolf. "Es sieht wie eine große Kugel aus und ist aus Zweigen und Laub."
"Das muss ein Eichhörnchennest sein", antwortet Vater, "der Sturm wird es herab geworfen haben."

Sie gehen nahe heran und besehen es. Vater nimmt es auf. Auf einmal ruft Rolf: "An dieser Seite ist ein Loch in dem Neste!"
"Das ist die Haustür im Eichhörnchenhause", sagt Vater.

Er dreht das Nest um und guckt auch in das Schlupfloch. "Du lieber Himmel", ruft er verwundert, "es ist ja noch ein Junges drin!"
Er fasst hinein und holt es heraus. "Komm, kleiner Wuck!", lockt er. "Du armes Ding bist ja schon halb erfroren!"

Er hält es in der hohlen Hand und zeigt es seinem Rolf. Der macht große Augen. Er streichelt ihm das rotbraune Fell und sagt: "Was für große Ohren es hat und solch langen Schwanz! Aber es schläft ja!"
Sein Vater sagt: "Nein, mein Junge, es schläft nicht. Es kann die Augen noch gar .nicht aufmachen. Die kleinen Eichhörnchen sind die ersten neun Tage blind. Erst wenn diese Zeit um ist, können sie die Augen aufmachen."

Er steckt das zitternde Kleine in seine Manteltasche. Da sitzt es ganz still, weil es schön warm darin ist. Als die beiden zu Hause ankommen, läuft Rolf voran in die Küche und ruft: "Mutter, wir haben im Stadtwald ein kleines Eichhörnchen gefunden! Es ist noch ganz blind Vater hat es in der Tasche!"

Gleich danach kommt Vater in die Küche und nimmt das Junge aus der Manteltasche. "Sieh", sagt er; "hier ist der kleine Wuck!"
Mutter wundert sich nicht wenig über das zarte Tierchen. Noch nie hat sie ein solch kleines Eichhörnchen gesehen.

"So", sagt der Vater, "nun müssen wir dafür sorgen, dass das Kleine satt wird. Es wird wohl großen Hunger haben. Mutter, du hast sicher ein leeres Arzneifläschchen. Da tu, bitte Milch hinein und gib etwas Wasser und Zucker dazu! Aber lauwarm muss die Milch sein."
Jetzt fängt das Junge an zu saugen. Aber die Milch wird in der Flasche nicht weniger.
"Der Gummisauger ist viel zu weich", meint Vater, "wir wollen noch einen darüber ziehen. Vielleicht geht es dann besser."
Und wirklich, es geht! Jetzt wird die Milch in der Flasche weniger. Es dauert nicht lange, da hat das Eichhörnchen die Milch ausgetrunken. So hungrig ist es.

Eines Morgens nimmt Rolf das Eichhörnchen aus seinem Neste. Er guckt es voll Liebe an. Und was sieht er da? Das eine Auge ist nicht mehr blind. Ein schönes, braunes Auge guckt ihn neugierig an. "Mutter", ruft Rolf, "Wuck kann mit dem einen Auge sehen! Komm mal schnell her!"

Rolf zeigt ihr seinen Liebling. "Oh", sagt sie, "wie klug das Kleine guckt! Ob es uns wohl richtig erkennt? Es wundert sich gewiss über uns große Menschen."

Am Abend kann das Eichhörnchen mit beiden Augen sehen. Rolf freut sich. Er kann es keinem sagen, wie sehr. Wuck krabbelt Rolf bald auf den. Knien herum. Es klettert auch an seiner Jacke hoch. Es hat ja spitze Krallen an den Zehen. Es sieht putzig aus, wenn es die langen Beine ausstreckt. Sind die dünn und mager!

Aus meinem alten Lesebuch von 1945 - Nach Karl Piepho

11. September

Jede Blüte will zur Frucht,
jeder Morgen Abend werden,
ewiges ist nicht auf Erden
als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
lass es still geschehen.
Lass vom Winde, der dich bricht,
dich nach Hause wehen.

Hermann Hesse

12. September

Fußbad

Wenn sich eine Erkältung ankündigt, ein bis zwei Tropfen stark anregendes Angelikawurzelöl, zwei Tropfen Muskatellersalbeiöl und zwei bis drei Tropfen Linaloeholzöl – alternativ: Ho-Blätteröl. Eine durchwärmende Wirkung lässt sich auch mit einem (!) Tropfen Zimtblattöl, zwei Tropfen Ingweröl und zwei Tropfen Ho-Blätteröl erzielen.
Durchblutungsfördernd und gegen Muskelkater wirkt ein Fußbad, dem zwei Tropfen Wacholderbeeröl, zwei Tropfen Rosmarinöl und zwei Tropfen Cajeputöl beigefügt werden.

Zum Entspannen einige Tropfen Lavendelöl ins Wasser.
Solle es "besser" ausfallen, lässt sich alternativ das Fußbad mit drei Tropfen türkischem Rosenöl, zwei Tropfen Palmarosaöl und zwei Tropfen Ho-Blätteröl veredeln.
Ein Zitronen-Fußbad gegen Stress: Die ätherischen Öle der Zitronenschale sollen straffend und – über die Atmung ins Gehirn weitergeleitet – stimmungsaufhellend wirken. Kühle Zitronenbäder regen an, während warme beruhigen. Auch bei Fieber kann die belebende Wirkung helfen: Das fiebersenkende Zitronenbad sollte immer etwa einen Grad unter der Körpertemperatur liegen. Werden als Badezusatz Blüten verwendet, darf das Wasser nicht mehr kochen, sonst verflüchtigen sich die wohltuenden Inhaltsstoffe.

13. September

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm
es hat vor lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das da steht im Wald allein
mit seinem purpurroten Mäntelein?

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein.
Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein
mit dem kleinen, schwarzen Käppelein?

Das Männlein dort auf einem Bein mit seinem roten Mäntelein
und seinem schwarzen Käppelein kann nur die Hagebutte sein!

14. September

Wildfrüchte

Früher sammelte man sie, es war selbstverständlich und fast wie eine Pflicht. Und man tat es gerne.

Bereits im Mai ging es mit den Blüten des Holunders los. Ich erinnere mich noch daran, dass Mutti sie in einen dünnen Teig tauchte und in der Pfanne briet. Ich mochte sie überhaupt nicht, aber Vati war begeistert, erinnerte ihn das doch an die Heimat, wo das Gericht eine willkommene und preiswerte Bereicherung war. Man konnte die Blüten aber auch trocknen und im Winter den damals so wichtigen Fliedertee herstellen. Aus den Früchten des Holunders entstanden köstliche Säfte und Gelees. Ich hatte auch immer ein paar Flaschen dieser Köstlichkeit im Keller.

Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren wurden gesammelt und haltbar gemacht, auch getrocknet, später eingefroren. Leider sahen die Früchte beim späteren Gebrauch nicht mehr so schön aus. Auch Heidelbeeren wurden gesammelt. Als Kind war ich stolz, wenn mein Behälter voll war und ich ihn bei den Eltern abliefern konnte. Traurig, wenn ich die Beeren verschüttete. Der Keller war oft voll von den köstlichen Säften der Beeren, sogar Äpfel und Birnen wurden verwertet. Es ließ sich leicht Gelee davon herstellen, wenn die Marmelade mal ausging. Denn auch Marmelade war ein Muss und es war schön, die Gläser gut beschriftet in Reih und Glied im Keller stehen zu sehen.

Und sehr wichtig waren die Pilze. Als Kind war ich überglücklich, wenn ich viele entdecken konnte, was oft gelang, obwohl ich ziel- und planlos durch den Wald rannte. Beim Essen war ich von diesen Waldfrüchten nicht so begeistert. Meine Eltern kannten sich bei den Pilzen sehr gut aus und gaben das gerne an mich weiter, ich dann wieder an meine Kinder. Irgendwann fehlt aber dann die Zeit, um in den Wald zum Pilze sammeln zu gehen.

Die Gehölze der Ebereschen, Hagebutten und Schlehen, deren Früchte ebenfalls gesammelt wurden, werden in der freien Natur immer seltener. Wie gut, wenn man einen großen Garten hat und da nachhelfen kann, zumal vor allem die Ebereschen wunderschön aussehen. Aber auch das ist Vergangenheit, denn heute ist unser Gärtchen klein.

15. September

Holunderbeeren

Der Saft hilft bei Erkältungen und eine Suppe aus Holundersaft mit Apfelschnitzeln an kalten Abenden ist herrlich. Eigentlich werden diese aromatischen, gesunden und heilsamen Früchte viel zu wenig genutzt und hat man im Garten keinen Strauch, kann man die Beeren draußen an Wald- und Wegrändern ernten. Natürlich nicht an viel befahrenen Straßen.
Man schneidet die vollreifen Trauben mit einer Schere vom Strauch, es sollten aber alle Beeren reif sein, denn selbst wenige noch grüne vermindern das Aroma.

Für den Dampfentsafter wäscht man die Dolden gründlich und entfernt die dicken Stiele. Der Saft ist sehr bekömmlich, wohlschmeckend und man kann jederzeit Gelee davon machen. Noch würziger, wenn man eine Vanilleschote oder Stangenzimt hinzu gibt.
Für Marmelade, sollte man mit einer Gabel die Beeren restlos von allen Stängeln befreien. Mit etwas Zitronenschale entsteht ein noch besserer und besonderer Geschmack. 

16. September

Arbeiten mit den Händen. Wandern in der freien Natur.
Essen, wenn man Hunger hat. Schlafen, wenn man müde ist.
Sprechen mit den Bäumen und den Würmern.
Flöten für die Vögel und auf einem Kamm blasen für die Fische.
Du bekommst neue Augen für die Wunder um dich herum.
Du wirst weniger verbrauchen, aber mehr und bewusster genießen.
Genießen ist ein Segen.
Mit wenig zufrieden sein und viel genießen ist die Kunst und das Glück von wirklich freien Menschen.
 
(Phil Bosmans)

17. September

Handys - ein Kommunikationsmittel, das es früher in meiner Jugend noch nicht gab

Das Handy-Zeitalter  begann in Deutschland mit dem ersten digitalen Mobilfunknetzwerk.  Mannesmann startete es damals mit dem D2-Netz und die ersten Handys - eine Revolution - waren noch riesig groß und man brauchte Muskelkraft, was schmunzeln lässt. Der "Knochen" des US-Herstellers Motorola mit ungefähr einem halben Kilogramm Gewicht war ja eigentlich schlank, im Vergleich zu denen der analogen C-Netze.
1992 kamen die damaligen Geräte auf den Markt, die man heute nur noch in Technikmuseen bestaunen kann.
5000 Teilnehmer waren es seinerzeit zuerst mit Mannesmann D2-Privat (heute Vodafone), später mit D1 von der Telekomtochter DeTeMobil.

Die ersten Handys kosteten noch rund 3000 Mark und ein-Minuten-Telefonat 1,45 Mark.
Viel schneller, als die Betreiber zu hoffen wagten, kam der digitale Mobilfunk in Fahrt. Es folgten 1994 weitere Anbieter mit E-Plus und 1998 Viag Interkom (heute O2). Und seitdem bekämpfen sich vier Unternehmen auf dem deutschen Markt. Es hat sich viel verändert, was die Kunden betrifft und auch die Netze und Handys.

18. September

Spuren im Sand
von Margret Fishback-Powers

Eines Nachts hatte ich einen Traum. Ich ging am Meer entlang mit meiner Mutter. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.

Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meiner Mutter.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorbeigezogen war, blickte ich zurück.

Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.

Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Da antwortete sie: Mein liebes Kind;

Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da hab ich dich getragen.
 

19. September

Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen.
Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.
Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir.
Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder.

Franziskus von Assisi (1182-1226

20. September

Schmetterlinge

Viele Raupen konnten wir die letzte Zeit entdecken, vor allem im Gewächshaus. Natürlich waren wir nicht sehr erbaut, weil wir doch erhebliche Fraßschäden an den Pflanzen sahen. Da wir uns über Schmetterlinge wie Zitronenfalter, Pfauenauge und Co. sehr freuen, wollte ich die Raupen aber nicht töten, sondern sammelte sie ab und entsorgte sie auf der nahen Wiese.

Sie sind gar nicht so leicht zu finden, da sie bevorzugt an den Blattunterseiten der Pflanzen sitzen. Auch passen sie Form, Zeichnung und Farbe der Wirtspflanze an, eigentlich ein Glück, sonst gäbe es bald keine Schmetterlinge mehr. Vor allem Vögel, als natürliche Feinde der Raupen, können diese somit auch nicht so gut entdecken.

Raupen sind ein kleines Wunder der Natur. Beobachtet man sie, wie sie sich kriechend und schlängelnd am Boden fortbewegen, ist es trotzdem ein komisches, ja ekliges Gefühl - eine Urangst von uns Menschen.

21. September

Regenschirm

Obwohl London als Regenloch gilt, erstaunt es, dass die Engländer diesen Gegenstand anfangs skeptisch betrachteten, ihn ablehnten. Sogar noch Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Herren mit Schirm ausgelacht.  Jonas Hanway, einem englischen Handelsmann (1712-1786)  ging es nicht anders, als er mit einem kunstvoll gefertigten monströsen Exemplar durch die Straßen ging. Von den Sänftenträgern und Kutschern kam die meiste Kritik, fürchteten sie doch um ihr Geschäft. Passanten schüttelten den Kopf und Kinder warfen Steine auf dieses Dach über Hanways Haupt, ihn selbst beschimpfte man als Franzose, weil er den Schirm von Frankreich mitgebracht hatte.

In England schützte man sich mit einem großen Hut und einem Tuch um die Schultern vor Regen. Drei Jahrzehnte ging Hanway bei jedem Wetter mit Schirm durch die Straßen und das hatte Erfolge, denn der Schirm gehörte bald zum ständigen Begleiter eines britischen Gentleman.
Aber erst nach seinem Tod erhielt Hanway Anerkennung durch eine Gedenktafel in der Westminster Abbey, aber ohne dort zu erwähnen, dass er den Siegeszug des Regenschirms vorangetrieben hatte. Es bedurfte sowieso einiger Voraussetzungen, um den Schirm zum Alltagsgegenstand zu machen. 1787 "erlaubte" die Royal Society jedem Gentlemen das Tragen eines Schirmes bei Regen.
Der große Nachteil, die Gestelle bestanden aus schweren Holzstäben und Fischbein, mit Wachsleinwand bezogen. Der Schirm wog bis zu fünf Kilo. Samuel Fox aus Sheffield erfand 1852 ein Stahlgestell, das Schirme leichter machte. Nun stand einer massenhaften Verbreitung nichts mehr im Wege.

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