August 2018

bitte auf die Kalendertage klicken

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

1. August

Die Apfelbäume sind wirklich übervoll und auch die Ernte hat bereits begonnen, drei Wochen früher als sonst.

  

Apfellese

Das ist ein reicher Segen
in Gärten und an Wegen!
Die Bäume brechen fast.
Wie voll doch alles hanget!
Wie lieblich schwebt und pranget
der Äpfel goldne Last!

Jetzt auf den Baum gestiegen!
Lasst uns die Zweige biegen,
dass Jedes pflücken kann!
Wie hoch die Äpfel hangen,
wir holen sie mit Stangen
und Haken all’ heran.

Und ist das Werk vollendet,
so wird auch uns gespendet
ein Lohn für unsern Fleiß.
Dann zieh’n wir fort und bringen
Die Äpfel heim und singen
dem Herbste Lob und Preis.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

2. August

Der große Krautkopf

Zwei Handwerksgesellen, Josef und Karl, gingen einst an einem Krautacker vorbei.
"Sieh doch", sagte Josef, "was das für große Krautköpfe sind!"
"Ei", sagte Karl, der gern prahlte, "die sind gar nicht groß.
Auf meiner Wanderschaft habe ich einmal einen Krautkopf gesehen, der war so groß wie das Pfarrhaus dort."
Josef, der ein Kupferschmied war, sprach hierauf: "Das will viel sagen. Aber ich habe einmal einen Kessel machen helfen, der war größer als die Kirche dort."
"Aber um des Himmels willen", rief jetzt Karl, "wozu hatte man denn einen so großen Kessel nötig?"
Josef sagte: "Man wollte deinen großen Krautkopf darin sieden."

Aus meinem alten Schullesebuch von 1945

3. August

Dieses Lied schmetterten wir oft in der Schule und es ist mir noch in guter Erinnerung:

Sommergesang

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser stillen Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an,
als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fleugt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder;
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Mach in mir Deinem Geiste Raum,
dass ich Dir wird ein guter Baum,
und lass mich wohl bekleiden;
verleihe, dass zu Deinem Ruhm
ich Deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Erwähle mich zum Paradeis
und lass mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen:
So will ich Dir und Deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen.

Paul Gerhardt

16. August

Leider sind mir durch einen "Server-Fehler" einige Einträge verloren gegangen, deshalb hier weiter:

Glaube an die Welt

Beut’st dem Geiste seine Nahrung,
so lass nicht darben dein Gemüt;
des Lebens höchste Offenbarung
doch immer aus dem Herzen blüht.

Ein Gruß aus frischer Knabenkehle,
ja mehr noch, eines Kindes Lall’n
kann leuchtender in deine Seele
als Weisheit aller Weisen fall’n.

Erst unter Kuss und Spiel und Scherzen
erkennst du ganz, was Leben heißt;
O lerne denken mit dem Herzen,
und lerne Fühlen mit dem Geist.

Theodor Fontane

17. August

Das Lachen

Höre oh Freund und Bruder:

Wenn Du ein Kamel hast,
so habe acht, es langsam zu führen, denn du musst an seine weichen Füße denken, denen die harten Bergwege Schmerz bereiten, da sie an den weichen Wüstensand gewohnt sind.

Wenn du ein Pferd hast,
lasse dich leicht sein auf seinem Rücken, dass es dich wie eine Wolke fühle und daher fliege gleich dem Wind.

Wenn du einen Gedanken hast,
oh Freund und Bruder,
so lasse ihn leise schreiten, mit des Kamels weichen Füßen, lasse ihn daherbrausen mit des edlen Pferdes heißer Hast und bleibe du selbst verborgen wie in einer Wolke.

Wenn du aber in deinem Geiste eine wunderbare Lüge birgst,
so mache aus ihr ein Gedicht oder ein Lachen oder beides,
und reite schnell, sehr schnell –
denn wer ein Lachen bringt mit dem Atem einer Lüge, bringt ein Geschenk.

Elsa Sophia von Kamphoevener

zurück zur Hauptseite