November 2018

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1. November

Allerheiligen

"Memento mor!" - "Gedenke, dass du sterblich bist."

Daran sollen wir uns in diesen Tagen erinnern, denn Allerheiligen und Allerseelen sind die Tage der Totenfeiern in der kath. Kirche.

Als Zeichen der Hoffnung zündet man Lichter auf den geschmückten Gräbern an.

2. November

Allerseelen

Bereits seit dem 9. Jahrhundert fällt der Gedenktag Allerseelen auf den 2. November, den Tag nach Allerheiligen.
Diesen Brauch pflegten zunächst nur die Dominikaner, dann die Priester des spanischen Einflussgebietes und es durften an diesem Tag drei Messen von jedem Priester gelesen werden
1915 dehnte Benedikt XV diesen Brauch auf die ganze Kirche aus, der tief im Volksbewusstsein verankert ist und von "Sippenfrömmigkeit" gespeist.
Am Vortag von Allerseelen, dem Nachmittag an Allerheiligen, schmückt man die Gräber mit Grün und Blumen (Astern und Chrysanthemen) und es wird ein "ewiges Licht" aufgestellt.
Viele Legenden und auch Bräuche ranken sich um diesen Tag. Und ich erinnere mich noch, dass Mutti erzählte, dass der Zentralfriedhof in Wien und auch der in Brünn buchstäblich "brannten", wegen des Lichts der vielen Kerzen. Nachdem wir "unsere" Toten nicht mehr auf dem Friedhof besuchen konnten, hat Mutti immer hier in Deutschland Zweige, Grünes, Blumen usw. in der Natur geholt und wir haben in der Wohnung einen Altar erstellt mit Kerzen und dabei stilles Gedenken gehalten.

3. November

Herbstlied

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
hoffst du von Tagen zu Tagen,
was dir der blühende Frühling nicht trug,
werde der Herbst dir noch tragen!

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
abends verstreut er die Rosen.

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
was wir geliebt und gedichtet.

Friedrich Rückert 

4. November

Schlehen

Heutzutage beachtet man sie nicht so wie früher und auch die Zubereitung von Schlehenlikör, -marmeladen, -gelees und anderen Köstlichkeiten ist in Vergessenheit geraten.

Schlehen gehören zur Familie der Rosengewächse, ihre weißen Blüten erscheinen im April vor den Blättern, schön im Kontrast zu dem sehr dunklen Holz. Deshalb wird auch der Name Schwarzdorn für den bis zu drei Meter hohen Strauch häufig verwendet. Die Schlehe ist sehr anspruchslos und wächst sogar auf Ödland in sehr kalkhaltigen, steinigen Böden als Hecke oder an Feld- und Waldrändern. In Gärten ist sie dagegen selten, vermutlich ist dort der Boden zu üppig.

Früher wurde die Schlehe als "wehrhafter Zaun" gepflanzt und bot zudem Nahrung nicht nur für den Menschen, sondern auch für mehr als 300 Kleinlebewesen wie Vögel und Insekten, die die Beeren fressen.

Die Früchte der Schlehe sind sehr sauer und am besten nach dem ersten Frost zu ernten, weil sie dann etwas milder sind. Ernten sollte man mit Handschuhen, da der Schlehbusch viele starke Dornen trägt, die übrigens umgewandelte Seitentriebe sind.

5. November

Astern blühen schon im Garten,
schwächer trifft der Sonnenpfeil,
Blumen, die den Tod erwarten
durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.

Detlev von Liliencron

6. November

Herbstgemüse

Gemüse hält uns fit und gesund und ist - vor allem in dieser Jahreszeit - sehr wichtig. Im Herbst gibt es eine große Auswahl, wie Kürbis, Feldsalat, Brokkoli, Staudensellerie, Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln, Blumenkohl, Rote Bete und Grüne Bohnen.
Brokkoli und Kartoffeln enthalten viel Vitamin C, die Carotinoide im Kürbis und das Beta-Carotin in der Möhre sind gut für die Augen, Magnesium im Feldsalat gut für das Herz. Ätherische Öle in Staudensellerie und Zwiebeln gut bei Entzündungen, Blumenkohl reich an entschlackendem Kalium und das Mangan in Grünen Bohnen hilft dem Körper beim Entgiften.
Um fit zu bleiben, sollten wir fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu uns nehmen. Ein Glas reiner Frucht- oder Gemüsesaft mit eingeschlossen.

Im Winter ersetzen Früchte aus der Tiefkühltruhe frische Produkte. Gemüse kann man, bis auf Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse, im Kühlschrank frisch halten. Staudensellerie sollte in feuchtes Papier eingewickelt werden.

7. November

Am Fenster

Ich schau` in den weißen Nebel hinaus
und seh’ keinen Baum, keinen Strauch und kein Haus,
kein Pferdchen am Wagen, keinen Hund auf dem Platz,
keinen Vogel im Garten, nicht mal einen Spatz.
Kein blauer Himmel, keine Sonne ‚rausguckt:
Der weiße Nebel hat alles verschluckt.

Ernst Kreidolf

8. November

Gesundheit in dieser Jahreszeit

Für das Immunsystem ist der Jahreszeitenwechsel immer eine Herausforderung, denn unser Organismus muss sich auf veränderte Bedingungen einstellen, vor allem auf kühlere Temperaturen und weniger Tageslicht. Man kann viel tun, um da nachzuhelfen.

Ernährung: Täglich frisches Obst und Gemüse, besonders wichtig Vitamin C und die Spurenelemente Zink und Selen.
Vitamin C in Zitrusfrüchten, Kiwis, Paprika und Sanddornsaft.
Selen in Fisch, Fleisch, Eiern und Linsen.
Zink in Meeresfrüchten, Nüssen, Haferflocken und Hirse.

Schleimhäute: Sind sie gut durchblutet, sind sie weniger anfällig gegen Viren. Viel trinken und die Nasenschleimhaut regelmäßig mit Salzwasser befeuchten. Massiert man die Zunge, die inneren Wangentaschen und den Gaumen morgens und abends mit einer weichen Zahnbürste, regt man die Durchblutung im Mundraum an. Auch eiskalte Gesichtsgüsse sind gut.

Kältereize sind bei regelmäßiger Anwendung ebenfalls gut für das Immunsystem. Heiß-Kalt-Duschen oder kalte Güsse nur anwenden bei warmen Händen und Füßen. Friert man vor einer Kneipp-Anwendung, erhört sich das Erkältungsrisiko. Ist man Kälte empfindlich, kann man sich durch Armgüsse auf sanfte Weise abhärten: Einen dichten Wasserstrahl mit etwa 39 Grad Celsius von oben nach unten am Arm entlang zur Hand führen, dabei an der Innenfläche beginnen, danach zur Außenseite wechseln. Am anderen Arm wiederholen. Hinterher mit kaltem Wasser abermals durchführen. Das Warm-Kalt zwei- bis dreimal wiederholen.

Bewegung ist für die Durchblutung des gesamten Körpers gut. Öfters mal spazieren gehen, Radfahren, walken oder joggen. Dabei aber immer auf warme Füße achten.

9. November

Die krumme Nase

Die Nase schauet trutziglich
in's Land, der Nüster blähet sich —
Drum fällst du, Nashorn ohne Horn,
mein stolzes Menschlein, stets nach vorn!
Und stets beisammen find't sich das:
Gerader Stolz, gekrümmte Nas.

Friedrich Nietzsche

10. November

Das Schnupfenmännchen

Wen man auch fragt, gesehen haben ihn die wenigsten, diesen kleinen und heimtückischen Kobold. Er ärgert die Menschen, gleich ob sie jung oder alt sind, alljährlich in den nassen und kalten Monaten. Ein paar alte Frauen wollen das Schnupfenmännchen gesehen haben. Sie beschreiben es als einen kleinen hässlichen Gnom, der einen grauen Lodenmantel mit Kapuze trägt, aus dem nur eine rote Nase herausleuchtet. Die Augen sollen ganz klein und verschmitzt sein, die Lippen ganz weiß. Wenn das Schnupfenmännchen kichert oder lacht, so klingt es blechern und schadenfroh.
Besonders gern hält sich der hinterhältige Gnom an offenen Fenstern, Türen und auf nassen Straßen auf. Dort wartet das Schnupfenmännchen auf unvorsichtige Buben und Mädchen, denen es heimlich folgt, um ihnen in die Nase zu zwicken.
Das ist gar nicht lustig, wenn es auch zuerst nicht weh tut. Aber am nächsten Tag haben die gezwickten Kinder einen richtigen Schnupfen. Es kribbelt ihnen in der Nase, die dauernd geputzt werden muss und nachher vor Entzündung ganz rot ist. Wenn es noch schlimmer wird, muss das gezwickte Kind ins Bett, darf nicht in die Schule, nicht auf der Straße spielen, keinen Krankenbesuch empfangen und muss viel heißen Tee trinken.

Aber wie kann man sich vor dem Schnupfenmännchen schützen? Wenn man es nicht sehen und hören kann, weiß man doch nicht, wann es kommt.
Doch, das weiß man: immer dann, wenn man an nassen oder kalten Tagen nicht dem Rat der Mutter folgt und unvorsichtig ist. Wer leichtsinnig in Pfützen patscht, in zugigen Hausfluren spielt, sich nicht warm genug anzieht oder erhitzt ans offene Fenster oder vor die Tür geht.
Wenn ihr einmal beim Spielen nasse und kalte Füße bekommt, dann ist das Schnupfenmännchen nicht mehr weit. Dann hilft nur noch eins: Ihr müsst tüchtig laufen und springen, bis die Füße wieder warm sind und das Schnupfenmännchen euch mit seinen kurzen Beinchen nicht erreichen kann.
Wer das nicht tut, den wird es zwicken und dazu zwingen, dauernd hatschi! zu rufen; dem wird es eine rote Nase anhängen und ihn vielleicht sogar ins Bett stecken lassen.

H.G.

11. November

Sankt Martin
 
St. Martin mit viel Rittersleut
wohl übers Feld zum Jagen reit't
und als sie kamen an einen Hag,
ein nackter Mann an der Straße lag.
Dem klapperten vor Frost die Zähne,
und an der Wimper fror ihm die Träne.
Er rang die Hände und bat mit Beben:
Sie möchten ihm ein Almosen geben. -
Und all die Ritter zogen fürbass,
dem nackten Armen gab keiner was;
sie wendeten von ihm das Angesicht,
die Jammergestalt zu schauen nicht.

Der Martin aber sein Ross hielt an:
"Von mir, du Armer, sollst was han!"
Er nimmt sein Schwert und alsogleich
haut er seinen Mantel, gesticket reich
mit Gold und Silber, entzwei in Eil
und gibt dem Nackten den einen Teil,
die andre Hälfte er selber behalt't,
und reitet den andern nach in den Wald.

Und wie den Martinus erblicket die Rott',
überhäufen sie ihn mit Hohn und Spott:
"Da seht nur einmal den Narren an,
teilt sein Kleid mit dem Bettelmann;
der halbe Mantel steht ihm gar schön,
er kann damit zum Bankette geh'n,
damit ihn künftig mag jeder kennen,
so woll'n wir den halben Ritter ihn nennen."

Sie lachten und witzelten noch gar viel,
Martinus war all ihres Spottes Ziel. -
Doch wie der Abend zu dämmern beginnt,
so wehet ein kalter schneidiger Wind;
die Ritter hüllen sich alle fein
in ihre großen Mäntel ein
und wollen reiten sogleich von hinnen,
doch konnten sie keinen Ausweg gewinnen,
nur immer tiefer kamen's in den Wald,
und pfiff der Wind noch einmal so kalt;
sie jammerten sehr und vermeinten schier,
sie müssten vor Kälte heut sterben hier.
Martinus nur mit dem halben Kleid,
empfindet's nicht, dass der Wind so schneid't,
er lachet über ihr Schnappern und Bangen
und sitzt auf dem Ross mit glühenden Wangen.

Und jetzo ein rosenfarbiges Licht
hervor aus der dunklen Wildnis bricht,
und unter die Starrenden tritt heran
Herr Christ, mit dem halben Kleid angetan,
das jenem Armen Martinus gegeben,
und um ihn herum seine Engelein schweben.
Und Jesus sich zu Martino wendet:
"Ja wahrlich, was Ihr den Armen spendet,
das habet Ihr mir selber gegeben,
und Früchte trägt's Euch im Tod und Leben,
jedwede Wohltat noch so klein,
wird Euch erwärmen und lohnend sein!"

Sie fielen all auf ihr Angesicht,
und Jesus verschwand; doch des Glaubens Licht,
es leuchtete über dem heidnischen Haufen,
sie ließen sich alle zu Christen taufen.

Ignaz Franz Castelli

12. November

Die Zeit rennt wie verrückt, in guten drei Wochen ist schon erster Advent und so langsam muss man an die Weihnachtsgutsle denken:

Wir helfen beim Backen

Es war kurz vor Weihnachten. Die Mutter buk kleine Plätzchen für den Christbaum. Sie hatte die tiefe Schüssel auf dem Schoße und rührte sorgsam zusammen, was zu einem guten Teig gehört: Butter und Eier, Milch und Mehl, Zucker und Zimt. Eifrig sahen die Kinder zu.
Jetzt war der Teig fertig. Die Mutter rollte ihn dünn aus, dann sagte sie: „So, jetzt könnt ihr helfen. Everl und Bertel, ihr nehmt jede ein Weinglas und stecht damit runde Plätzchen aus!“
„Und was kann ich tun?“, rief die kleine Lore.
„Du nimmst meinen Fingerhut und stichst aus jedem Plätzchen in der Mitte ein Stück Teig heraus, damit man den Faden zum Anbinden durchziehen kann.“
Emsig machten sich die Kinder an die Arbeit.
„Nun haben wir genug runde Plätzchen“, sagte die Mutter nach einer Weile. „Jetzt könnt ihr beiden Großen Herzchen und Sterne ausstechen.“
Die Mutter holte zwei kleine Blechformen und zeigte den Mädchen, wie sie diese auf den Teig drücken und den Teig ausstechen müssten.
„Und ich kann gar nichts tun?“, fragte Lore.
„Du kannst Mandeln auf die Sterne und Herzen legen.“
Da steckte der Vater den Kopf zur Küchentür herein. „Bei euch geht`s ja lustig zu“, sagte er. „Darf ich helfen?“
„Ja, ja!“, riefen alle und Evchen und Bertel boten dem Vater eifrig ihre kleinen Formen an.
Der Vater aber sagte: „Nein, nein, Herzchen und Sterne mache ich nicht, ich steche aus, was mir gefällt!“
Dabei nahm er ein Messer und fing an, die hübschesten Sachen aus dem Teig herauszuschneiden: Vögel und Rehe, Schweine und Esel und sogar ein Auto.
Die Kinder lachten, was sie nur lachen konnten. Dazwischen hieß es: „Vater, dein Elefant hat ja nur drei Beine!“ Oder: „Du hast ja dem Schweinchen keinen Schwanz gemacht!“
Da lachte auch der Vater und besserte sein Kunstwerk aus. Zuletzt war nur noch ein kleines Stückchen Teig da. Aus dem machte der Vater für jedes seiner drei Töchterchen ein Kätzchen mit langem Ringelschwanz und die kleinen Mädchen freuten sich schon, die Kätzchen an dem Christbaum wiederzufinden.
„Nun esst eure Suppe“, sagte die Mutter, „und dann heißt es zu Bett gehen, es ist schon spät!“

Helene Stökl

13. November

Wir machen uns schon eine ganze Weile Gedanken, was wir uns Weihnachten schenken könnten.

Oft ist etwas Bescheidenes, mit viel Liebe erstellt oder gekauft, aber in einer schönen Verpackung, viel persönlicher und zu Herzen gehender, als etwas Teures.

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Herz rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, dass dein Geschenk
du selber bist.

Joachim Ringelnatz

14. November

Wofür wir dankbar sein sollten, es oft aber nicht mal wahrnehmen:

den Partner, der Dir jede Nacht die Decke wegzieht, weil es bedeutet, dass er mit niemand anderem unterwegs ist,

das Kind, das nicht sein Zimmer aufräumt und lieber fern sieht, weil es bedeutet, dass es zu Hause ist und nicht auf der Straße,

die Steuern, die ich zahlen muss, weil es bedeutet, dass ich eine Beschäftigung habe,

die riesige Unordnung, die ich nach der gefeierten Party aufräumen muss, weil es bedeutet, dass ich von Freunden umgeben war,

die Kleidung, die mal wieder zu eng geworden ist, weil es bedeutet, dass ich genug zu essen habe

den Schatten, der mich bei meiner Arbeit "verfolgt", weil es bedeutet, dass ich mich im Sonnenschein befinde,

den Teppich, den ich saugen muss und die Fenster, die geputzt werden müssen, weil es bedeutet, dass ich ein Zuhause habe ,

die vielen Beschwerden, die ich über die Regierung höre, weil es bedeutet, dass wir die Redefreiheit besitzen,

die Straßenbeleuchtung, die so endlos weit von meinem Parkplatz weg ist, weil es bedeutet, dass ich laufen kann und ein Beförderungsmittel besitze,

die hohe Heizkostenrechung, weil es bedeutet, dass ich's warm habe,

die Frau hinter mir in der Kirche, die so falsch singt, weil es bedeutet, dass ich hören kann,

den Wäscheberg zum Waschen und Bügeln, weil es bedeutet, dass ich Kleider besitze,

die schmerzenden Muskeln am Ende eines harten Arbeitstages, weil es bedeutet, dass es mir möglich ist, hart zu arbeiten,

weil es bedeutet, dass ich am Leben bin,

und schließlich:
die vielen E-Mails und Telefonanrufe,
weil es bedeutet, dass ich Freunde habe und es genügend Menschen gibt, die an mich denken.

- diese Zeilen, die ich für nachdenkenswert halte, habe ich selbst einmal vor langer Zeit von Freunden erhalten -

15. November

Das Wunder der Perle

Man erzählt sich eine Geschichte einer Perle hier am Strand.
Sie entstand in jener Muschel durch ein grobes Körnchen Sand.
Es drang ein in ihre Mitte und die Muschel wehrte sich.
Doch sie musste damit leben und sie klagte: Warum ich?

Eine Perle wächst ins Leben, sie entsteht durch tiefen Schmerz.
Und die Muschel glaubt zu sterben, Wut und Trauer füllt ihr Herz.
Sie beginnt es zu ertragen, zu ummanteln dieses Korn.
Nach und nach verstummt ihr Klagen und ihr ohnmächtiger Zorn.

Viele Jahre sind vergangen. Tag für Tag am Meeresgrund
schließt und öffnet sich die Muschel, jetzt fühlt sie sich kerngesund.
Ihre Perle wird geboren. Glitzert nun im Sonnenlicht.
Alle Schmerzen sind vergessen, jenes Wunder jedoch nicht.

Jede Perle lehrt uns beten, hilft vertrauen und verstehn,
denn der Schöpfer aller Dinge hat auch deinen Schmerz gesehn.
Nun wächst Glaube, Hoffnung, Liebe, sogar Freude tief im Leid.
So entsteht auch deine Perle, sein Geschenk für alle Zeit.

Soren Kahl

16. November

Der Dichter Li-tai-pe

Da ein Gelehrter mit seinem Wissen prahlte, bemerkte Li-tai-pe, der große chinesische Lyriker: „Wenn ein Kaufmann klug ist, verbirgt er seine Schätze und trägt einen schlichten Rock. So auch verbirgt der Edle, der vieles erforscht hat, die Schätze seiner Wissenschaft. Bescheidenheit ist das Maß der Gelehrsamkeit.“

Li-tai-pe hatte im Auftrag seines Kaisers ein Sonett auf einen mächtigen Heerführer verfasst, dessen Ruhm den Glanz der Sonne zu verdunkeln drohte. Der Kaiser lobte das Gedicht, bekrittelte aber zugleich, dass Li-tai-pe den Namen des großen Kriegers falsch geschrieben habe in seinem Werk.
Li-tai-pe erwiderte: „Wer in tausend Jahren mein Gedicht zur Hand nimmt, wird sich daran nicht stoßen!“

Ein armer Mann warf einen Stock nach einer Katze, die ihm ein Stück Fleisch gemaust hatte. Der Stock verfehlte sein Ziel und traf mit aller Wucht einen zufällig des Weges kommenden stadtbekannten Wucherer.
Sagte Li-tai-pe, der das kleine Schauspiel verfolgt hatte: „Also doch ins Schwarze getroffen, mein Freund!“

Als ein Kammerdiener darüber spottete, dass der Kaiser zum Geiz neige, äußerte Li-tai-pe: „Dass sich die Kammerdiener über die Knauserigkeit des Regenten lustig machen, ist besser, als wenn das Volk über die Verschwendung des Monarchen Tränen vergießen müsste.“

17. November

Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.

Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
geh her und übergib dein Fell.

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell,
lass dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weiter sprechen.

Und allsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch

(danke unserem Freund Helmut für das Foto)

18. November

Jetzt wird es Zeit, an die Überwinterung nicht winterharter Blumenzwiebeln und Knollen zu denken, damit man auch im nächsten Jahr noch Freude daran hat. Wir haben es zum Glück gestern gemacht, denn letzte Nacht gab es etwas Frost.

Feucht und kühl: Dahlien, Lilien, Wunderblumen in angefeuchtetem Torf/Sand-Gemisch. Maiglöckchen (nur in feuchtem Torf, notfalls im Gemüsefach des Kühlschrankes)

Trocken und kühl bis 5° C: Chinesische Laternenblume, Sparaxis, Fritillarien, Frühlingsstern, Glücksklee, Inkalilien, Ritterliliendolde, Indisches Blumenrohr, (im Erdballen im Torf/Sand-Gemisch), Schmucklilie (sie ist immergrün in Kübeln. Sehr hell aufstellen und wenig gießen!) Schopflilien bei 5 – 8 ° C Tagblumen mit Erdballen im Behälter.

Trocken und warm: In Torf/Sand-Gemisch oder Sägemehl Bei 10 – 15 ° C - Andenlilien, Gloxinien, Montbretien, Knollenbegonien, Gladiolen (luftig in gelochten Kartons)
Klebschwertel (bei 15 – 20 ° C)
Mormonentulpen, Schönhäutchen (bei ca. 15 ° C
Pfauenlilien und Ranunkeln (bei ca. 10 ° C
Sterngladiolen (vorhandene Wurzeln nicht entfernen, mit Erdballen in Torf/Sand-Gemisch, Tropenlilie, in Sand bis zum Topfen

19. November

Amaryllen

Es gibt sie in roten, rosa, weißen, zartrosa, schwefel- oder orangegelben Farbtönen und mittlerweile auch dunkle Blüten mit hellem Schlund und weiße, die zarte, farbige Ränder haben. Aus der Mode gekommen, zieren sie mittlerweile unsere Zimmer, ob als Schnittblumen, in bunt bemalten Tontöpfen oder farbigen Glaszylindern. Oft auch in Töpfen mit einem Büschel Moos, einem Strang Naturbast oder mit Kieselsteinen.

Die eigentlich richtiger als Ritterstern bezeichnete Pflanze gehört zu einer Gattung von Zwiebelpflanzen, die in Mittel- und Südamerika beheimatet sind. Die echte Amaryllis ähnelt zwar im Aussehen, gehört aber zu einer anderen Gattung von Zwiebelpflanzen und stammt aus Südafrika.

Damit die Blüten im Winter oder im zeitigen Frühjahr rechtzeitig erscheinen,  muss man die Zwiebeln bereits im November  in frische Blumenerde pflanzen, wobei nur die untere Hälfte der Zwiebel in die Erde darf. Die Erde leicht anfeuchten und den Topf anschließend hell und zimmerwarm aufstellen. Erst wenn der Trieb etwa zehn Zentimeter lang ist, wird regelmäßig gegossen, am besten in den Untersetzer, so dass die Zwiebeln oben trocken bleiben.
Nach der Blüte die welken Stängel abschneiden, die Blätter aber stehen lassen. Bis August regelmäßig weiter gießen und düngen. Dann beginnt die Ruhephase, in der das Laub eintrocknen darf und anschließend abgeschnitten wird. Ab November beginnt ein neuer Zyklus.

Damit die Stiele gerade wachsen, an Stäbe binden und die Töpfe gelegentlich drehen, damit sie sich nicht einseitig zum Licht neigen.

20. November

Weihnachtskakteen

Diese unverwüstlichen Gewächse gibt es in vielen Sorten und Größen, selbst als Bäumchen. Zu diesem Zweck wurden sie aber auf eine andere Stamm bildende Kakteensorte veredelt.
Obwohl sie in die große Familie der Kakteen gehören, stellen sie doch ganz andere Ansprüche, denn sie lieben einen hellen, aber nicht unbedingt sonnigen Platz, müssen zudem jetzt gleichmäßig feucht gehalten werden. Wiederholtes Trockenwerden führt zum Abfallen der Knospen. Die normale Zimmertemperatur unserer Wohnräume gefällt ihnen, aber nach der Blüte dürfen sie kühler stehen, den Sommer sogar im Garten. Hier dürfen sie aber auch nicht vollkommen austrocknen.
Nur im August ist es ratsam, eine Ruhezeit einzulegen. In dieser Zeit brauchen die Pflanzen wenig Feuchtigkeit und einen schattigen Platz. Nach ungefähr vier Wochen wird wieder regelmäßig gegossen und schon bald zeigen sich dann an den Enden der Triebe die ersten Knospen. Damit diese nicht abgestoßen werden, sollte man die Pflanze möglichst in gleicher Richtung zum Licht und am gleichen Platz stehen lassen. Vom Frühling bis zur Ruhezeit im August sollte man leicht düngen.

21. November

Zum heutigen Buß und Bettag:

Kennst Du den Weg über den Regenbogen?

Er ist wunderschön.
Seine Farben sind aus Träumen gemacht.
und nur wer träumen kann, darf ihn betreten.
Er ist die Sehnsucht nach dem Schönen auf dieser Welt.

Ich war schon oben, auf dem Regenbogen.
Zart umwehte mich der Sonnenschein.
Regentropfen perlten tränengleich an mir herunter.
Es ist ruhig hier oben.
Ganz still.

Das Herz schlägt sanft, man kann es hören.
Leise geht der Atem.
Man kann jetzt alles vergessen was betrübt.
Die Gedanken werden klar, ganz rein.
Dann öffnet sich das Herz.
Und das, was man tief in sich vergraben hat,
dringt in meine Gedanken ein,
macht sie frei von allen Zwängen.

Es ist nur ein kurzer Augenblick.
Dann legt sich Einsamkeit auf meine Seele.
Der Weg über den Regenbogen ist nur ein Traum.
Er führt in die Einsamkeit.
Träumer sind einsam.

In ihren Gedanken gefangen.
Auf ewig verdammt, in ihren Träumen zu leben.
Träume die bunt und schön sind.
Ohne Anfang, ohne Ende ...
so wie der Regenbogen.

von meiner Freundin Marianne

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