März 2019

bitte die Tage aus dem Kalender wählen

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 Frühlingsanfang 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

1. März

März

Es ist ein Schnee gefallen,
denn es ist noch nicht Zeit,
dass von den Blümlein allen,
dass von den Blümlein allen
wir werden hoch erfreut.
Der Sonnenblick betrüget
mit mildem, falschem Schein,
die Schwalbe selber lüget,
die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein.

Sollt ich mich einzeln freuen,
wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
doch kommen wir zu zweien,
gleich ist der Sommer da.

Johann Wolfgang von Goethe

2. März

Man bekommt sie schon überall zu kaufen

Botaniker tauften diese Pflanzen  Viola x wittrockiana (Tricolor Maxima). Das klingt schön und bedeutet: Dreifarbiges großes Veilchen.

In der Zeit der Christenverfolgung waren sie das Sinnbild der göttlichen Dreieinigkeit.

Im Juli/August als Lichtkeimer auf einem geschützten Beet ausgesät, später vereinzelt im Abstand von 15 bis 20 cm, kann man sie bereits im Herbst auf die vorgesehenen Plätze auspflanzen. Ist es im Winter mild, blühen sie dann bereits, aber spätestens im darauf folgenden Frühling. Anspruchslos wachsen sie auf jedem Gartenboden, sogar im Halbschatten, wenn kein anderer Platz da ist.

Früher säten wir sie auch selber aus, mittlerweile kaufen wir diese Schönheiten jedes Frühjahr und erfreuen uns sehr lange an ihnen.

3. März

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt;
Er setzt seine Felder und Wiesen instand.
Er pflüget den Boden, er egget und sät
und rührt seine Hände frühmorgens und spät.

Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen nicht ruhn;
Sie haben im Haus und im Garten zu tun.
Sie graben und rechen und singen ein Lied;
Sie freun sich, wenn alles schön grünet und blüht.

So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei;
Da erntet der Bauer das duftende Heu.
Er mäht das Getreide, dann drischt er es aus;
Im Winter, da gibt es manch fröhlichen Schmaus.

Aus Walther Hensel „Der singende Quell“

4. März

Kinder und gärtnern

Schon möglichst früh sollte man sie heranführen und etwas aussuchen, das Spaß macht und auch spannend ist. Im Winter gibt es nicht viel, aber die Kerne von exotischen Früchten kann man gemeinsam mit den Kindern in Aussaaterde stecken, warm stellen und abwarten, ob sie keimen.
Rasch keimen Samen der Baumtomate, die Pflanze wächst schnell und trägt auch Früchte.
Auch Keimlinge von Wollmispeln, Litchis, Granatapfelbäumchen oder Zitrusfrüchten brauchen nicht lange. Dattelkerne dagegen wie alle Palmensamen  vielen Monate.
Interessant ist der dicke Avocadokern. Er wird gewässert und dann mit der Spitze nach oben in lockere, sandige Erde gesteckt. Wichtig ist, dass man vor der Aussaat die Samen oder Kerne vom Fruchtfleisch reinigt, denn dieses hat oft keimhemmende Substanzen in sich.

Im Frühjahr kann man dann richtig loslegen mit dem Aussäen, sehr zur Freude der Kinder. Meine freuten sich an schnell keimenden Radieschen und später Sonnenblumen.

5. März

Frühling, hinkender Bote des Winters,
ich hasse dich!
Was bist du anderes als ein Winter ohne Ball,
ein Winter ohne Tanz!
Wollt ihr Schnee?
Der Frühling bringt ihn.
Wollt ihr Eis?
Der Frühling bringt es.
Wollt ihr Husten, Schnupfen, Rheuma, Migräne, Gliederreißen, Frostbeulen?
Das alles bringt der Frühling.

Gottlieb Moritz Saphir 

6. März

Wie die Weiden zu ihren Kätzchen kamen

Frierend bog sich der Weidenstrauch im Wind. Pfui, war das noch kalt! Besorgt sah er an sich herunter. Die kleinen Blütenkinder regten sich schon, als wollten sie jeden Augenblick ihre Köpfchen aus den Knospen strecken. "Bleibt ihr wohl, wo ihr seid", schimpfte der Strauch, "es ist doch noch viel zu früh für euch."
Doch eines Morgens, als die Sonne schüchtern zwischen zwei Wolken hervor auf die Erde lugte, wurden die Blütenkinder wach. Sie rumorten und reckten und streckten sich und hoben ihre kleinen Köpfchen empor. "Die Sonne ist da, es ist Frühling!" jubelten sie. "Aber nicht doch!" rief der Strauch. "Glaubt mir doch, es ist zu früh! Ihr werdet sterben, wenn ihr nicht auf mich hört!"
"Ach, woher denn!", antworteten die Blütenkinder. "Sieh doch, die Sonne scheint ja ganz warm, und außerdem sind die Blüten vom Haselstrauch auch schon da!"
"Gewiss", sagte der Strauch, "aber die haben auch ein festes Schuppenkleid an, das sie gegen die Kälte schützt."
"Aber es ist doch gar nicht kalt", riefen die Blütenkinder erstaunt.

Bald merkten sie jedoch ihren Irrtum. Denn als die Sonne müde wurde und sich hinter dicken Wolken wieder zum Schlafen hinlegte, wurde es bitterkalt. Der Wind trieb sein böses Spiel mit den zarten Blütenkindern, bis sie ganz klamm und steif auf ihren Ästen saßen.
"Ja, hilft uns denn niemand, wir erfrieren!",  jammerten sie und bogen ihre Köpfchen in dem eisigen Wind hin und her. "Wenn wir doch auch so ein Schuppenkleidchen hätten", weinten sie und zitterten vor Kälte. "Miau", machte es da plötzlich unten am Strauch. Als die Blütenkinder heruntersahen, erblickten sie eine Wildkatze mit ihren Jungen, die sich behaglich an ihr schönes dichtes Fell schmiegten. "Friert ihr auch?",  wisperten die Blütenkinder. "Aber nein", sagte die Katze, "mein Fell ist warm und weich. Uns können Wind und Kälte nichts anhaben."
"Gib uns doch auch so ein schönes Fell", bettelten die Weidenblüten. Da hatte der liebe Gott Mitleid mit den voreiligen Blütenkindern. Kaum hatten sie ihren Wunsch ausgesprochen, wuchsen ihnen auch schon kleine silberweiße Haare. Zuerst entstand ein kleines Häubchen, dann wurde das Fell immer dicker, und endlich hockten die Blütenkinder wie kleine Kätzchen auf den Ästen. So kam der Weidenstrauch zu seinen Kätzchen.

überliefert

7. März

St. Theresas Gebet:

Möge heute überall Frieden sein.
Mögest Du Gott vertrauen, dass Du genau dort bist, wo Du vorgesehen bist zu sein.
Mögest Du Dir der unendlichen Möglichkeiten gewahr sein, die durch den Glauben geboren werden.
Mögest Du jener Geschenke bedenken, die Du erhalten hast und die Liebe weiterleiten, die Dir gegeben wurde.
Mögest Du in Zufriedenheit wissen, dass Du ein Kind Gottes bist.
Lass diese  Gewissheit mit tiefen Atemzügen bis in deine Knochen dringen
und dort ihren Platz finden und erlaube Deiner Seele die Freiheit zu singen, zu tanzen, zu loben und preisen und zu lieben.
All dies ist da für jeden und jede von uns.

St. Theresa ist bekannt als die Heilige des  kleinen Weges.
Das bedeutet, dass sie daran glaubte, die kleinen Dinge im  Leben gut und mit Liebe zu tun.
Sie ist außerdem die heilige Patronin der Blumenzüchter und Floristen.

8. März

Märchen von der Unke

Es war einmal ein kleines Kind, dem gab seine Mutter jeden Nachmittag ein Schüsselchen mit Milch und Weckbroten, und das Kind setzte sich damit hinaus in den Hof. Wenn es anfing zu essen, so kam die Hausunke aus der Mauerritze hervorgekrochen, senkte ihr Köpfchen in die Milch und aß mit. Das Kind hatte seine Freude daran, und wenn es mit seinem Schüsselchen dasaß und die Unke kam nicht gleich herbei, so rief es ihr zu:

„Unke, Unke, komm geschwind,
komm herbei, du kleines Ding!
Sollst dein Bröckchen haben.
An der Milch dich laben.!

Da kam die Unke gelaufen und ließ es sich gut schmecken. Sie zeigte sich auch dankbar, denn sie brachte dem Kind aus ihrem heimlichen Schatz allerlei schöne Dinge, glänzende Steine, Perlen und goldene Spielsachen. Die Unke trank aber nur Milch und ließ die Brocken liegen. Da nahm das Kind einmal sein Löffelchen, schlug ihr damit sanft auf den Kopf und sagte: „Ding, iß auch Brocken!“ Die Mutter, die in der Küche stand, hörte, dass das King mit jemand sprach und als sie sah, dass es mit seinem Löffelchen nach einer Unke schlug, so lief sie mit einem Scheit Holz heraus und tötete das gute Tier.

Von der Zeit an ging eine Veränderung mit dem Kinde vor. Es war solange die Unke mit ihm gegessen hatte, groß und stark geworden, jetzt aber verlor es seine schönen roten Backen und magerte ab. Nicht lange, so fing in der Nacht der Totenvogel an zu schreien, und Rotkehlchen sammelte Zweiglein und Blätter zu einem Totenkranz, und bald hernach lag das Kind auf der Bahre.

Brüder Grimm

9. März

Die Kröte

Giftig bin ich nicht,
Kinder beiß ich nicht,
Wurzeln mag ich nicht,
nach Blumen frag ich nicht,
Würmlein und Schnecken,
die lass ich mir schmecken.
Ich sitz in dunklen Ecken
und bin so gar bescheiden,
doch keiner kann mich leiden.
Das betrübt mich in meinem Sinn.
Kann ich dafür, dass ich hässlich bin!

Johannes Trojan

10. März

Die Geschichte vom Dummkopf

Es waren einmal ein alter Mann und eine alte Frau. Die hatten einen Sohn. Der war ein Dummkopf. Die Mutter wollte, dass ihr Sohn ein bisschen klüger würde, und sagte daher: "Lieber Sohn, du musst in die Welt gehen und unter die Leute treten. Dann wirst du klüger."
Der Sohn gehorchte. Er kam durch ein Dorf und sah auf der Tenne die Leute Erbsen dreschen. Da die Mutter gesagt hatte, er solle unter die Leute treten, ging er hin und fing an, bald den einen, bald den anderen mit den Füßen zu treten. Zuerst sagten sie ihm im Guten, er solle damit aufhören. Aber als sie sahen, dass er nicht hörte, schlugen alle auf ihn ein. Zerschunden kam er heim. Die Mutter sah ihren Sohn weinen und fragte gleich, warum. Da erzählte er sein Leid.
"Ach, was bist du doch für ein Dummkopf!“, antwortete ihm die Mutter. "Du hättest sagen müssen: Gott lohn' es euch! Ich wünsche euch so viel, dass ihr es gar nicht tragen könnt und dass es nie ein Ende nimmt. Dann hätten sie dir Erbsen geschenkt, und wir hätten sie essen können.“

Am nächsten Tag ging der Dummkopf wieder durch ein Dorf und traf Leute, die einen Toten begruben. Da schrie der Dummkopf laut, was ihn die Mutter gelehrt hatte: "Gott lohn' es euch! Ich wünsche euch so viel, dass ihrs gar nicht tragen könnt und dass es nie ein Ende nimmt!“ Da schlugen die Leute wieder auf ihn los, und als er heimkam, war er zornig auf seine Mutter, weil sie ihn einen bösen Spruch gelehrt hatte.
Da entgegnete sie ihm: "Du hast wieder nicht so gehandelt, wie es richtig war. Du hättest hinknien, einige Vaterunser beten und heftig weinen müssen.“

Jetzt, so dachte der Dummkopf, werde ich mich nicht mehr täuschen lassen. Jetzt weiß ich, was ich in Zukunft zu tun habe.
Nach einigen Tagen ging der Dummkopf wieder in ein Dorf. Da hörte er, wie sie in einem Haus spielten, tanzten und sangen. Es war da nämlich eine Hochzeit. Er ging in das Gehöft, nahm seinen Hut ab, fiel auf die Knie, weinte und betete: "Der Herr gebe euch die ewige Ruhe!“
"Was ist das für ein Mensch?“, riefen die trunkenen Hochzeitsleute. "Wir sind alle fröhlich, und er weint, wie wenn er seinen Vater umgebracht hätte.“ Sie sprangen auf den Dummkopf los und prügelten ihn.

Seit der Zeit ließ die Mutter ihren Sohn nicht mehr unter die Menschen. Bis heute ist er nicht mehr vom Hofe gegangen.

überliefert

11. März

Das Böse

Ein Mensch pflückt, denn man merkt es kaum,
ein Blütenreis von einem Baum.

Ein andrer Mensch, nach altem Brauch,
denkt sich, was der tut, tu ich auch.

Ein dritter, weil’s schon gleich ist, fasst
jetzt ohne Scham den vollen Ast.

Und sieh, nun folgt ein Heer von Sündern,
den armen Baum ganz leer zu plündern.

Von den Verbrechern war der erste,
wie wenig er auch tat, der schwerste.

Er nämlich übersprang die Hürde,
der unantastbar reinen Würde.

Eugen Roth

12. März

Seidelbast

Seidelbast gehört zu den ersten Gehölzen, die im zeitigen Frühjahr blühen. Mit Buschwindröschen, Leberblümchen, Lungenkraut, Schneeglöckchen und Märzbecher, verwandelt sich mancher Laubwaldboden in einen Blütenteppich, da die Bäume in dieser Jahreszeit noch viel Sonnenlicht hindurch lassen, und es auch allmählich wärmer wird.
Dadurch kann der Seidelbast, botanischer Name Daphne, seine tief rosafarbenen Blüten öffnen und seinen süßen Duft verbreiten..

So ging es mir, als wir noch unsere Hunde hatten, da stand im Wald neben unserem Spazierweg, solch ein Gehölz, dessen Blüten man schon von Weitem erschnuppern konnte. Schade, dass wir damals noch keine Digitalkamera hatten, um diese wunderschönen und dekorativen Blüten festzuhalten. Wir konnten das aber Jahre später nachholen.

Allzu gerne würde man Zweige schneiden oder das Gehölz ausgraben. Das klappt nicht und ist außerdem verboten. Im Fachhandel bekommt man solche Pflanzen zu kaufen.
Lockere, humusreiche und kalkhaltige Böden liebt der Seidelbast, aber Vorsicht, die ganze Pflanze ist giftig, vor allem aber die leuchtend roten Beeren, die im Sommer reifen. Kleine Kinder werden gelockt und sogar Berührungen können zu Hautreizungen führen, deshalb Handschuhe anziehen.

13. März

Die Tierphilosophen

Gott hatte die Welt für gut befunden
und verzog sich darauf für einige Stunden,
damit sich die Tiere der Zeiten bedächten,
womit sie die Zeit ihres Daseins verbrächten.

Die meisten besahen sich nur ihren Leib
und bestimmten darnach ihren Zeitvertreib.
Je, ob sie zwei-, vier- oder hundertbeinig,
war man sich schnell über alles einig.

Die wollten einzeln sein, die in Horden,
die wollten nach Süden gehen, die nach Norden -
die Vögel wollten in Lüften schweben,
die Würmer unter der Erde leben,
die Fische wollten im Wasser schwimmen,
die Gämsen hoch auf den Bergen klimmen,
und in kurzer Zeit hatten allesamt
einen Lebensplan und ein Weltenamt.

Und Gott sah hernieder zu seinem Volke
von seiner prächtigsten Purpurwolke.
Da sah er die Tiere schon alle am Werke
und freute sich seiner Schöpferstärke ...

Nur eine Gruppe von seltsamen Vögeln
war noch dabei, ihren Weltplan zu regeln.
Das war die Familie der   M a r a b u; -
Gott wunderte sich und sah ihnen zu.

Doch er vernahm kein Schnattern und kein Zanken, -
sie standen alle in tiefen Gedanken.
Es wusst' noch keiner: sollten sie fliegen
oder sollten sie müßig im Wasser liegen?
Sollten sie Frösche und Kröten verzehren
oder sollten sie sich vegetarisch ernähren?
Sollten zum Schlaf sie im Wüstensand kauern
oder in Nestern an Kirchenmauern?

Sie senkten den Schnabel und hoben den Fuß, -
doch keiner kam zu einem Entschluss.
Da musste Gott sich denn selber bequemen,
den schwierigen Fall in die Hand zu nehmen.

Und er bedachte: den klügsten Geschöpfen
lastet stets der schwerste Verstand in den Köpfen
und lässt sie vor lauter Denken und Sinnen
nicht dazu kommen, ein Werk zu beginnen.

So sollten die Marabus mit ihrem Schweigen
der Welt ein Beispiel des Tiefsinns zeigen;
nicht hadern und zanken mit andern Tieren,
sondern allezeit nur philosophieren.

Drum steht, den Schnabel tief gesenkt,
seitdem der Marabu und denkt,
und überlegt und sinnt und trachtet,
und wird von aller Welt geachtet.

Erich Mühsam

14. März

Die ziemlich intelligente Fliege

Eine große Spinne hatte sich in einem alten Hause ein wundervolles Netz gebaut, um Fliegen zu fangen. Jedes Mal, wenn eine Fliege in dem Netz landete und sich in ihm verfing, verzehrte die Spinne sie, damit andere Fliegen, die vorbeikamen, denken sollten, das Netz sei ein sicherer und gemütlicher Platz.

Eines Tages summte eine ziemlich intelligente Fliege solange über dem Netz herum, ohne sich niederzulassen, dass die Spinne hervor kroch und sagte: „Komm herunter“, aber die Fliege war zu klug für sie und sagte: „Ich lasse mich nirgends nieder, wo ich nicht andere Fliegen sehe, und ich sehe keine anderen Fliegen in deinem Haus.“

 So flog sie weg, bis sie wohin kam, wo sehr viele Fliegen beisammen saßen. Die Fliege war gerade dabei, sich unter ihnen niederzulassen, als eine Biene aufbrummte und sagte: „Halt, du Idiot, hier ist Fliegenleim. Alle Fliegen sind hier gefangen.“               

„Sei nicht töricht“, sagte die Fliege, „sie tanzen doch.“ So ließ sie sich nieder und blieb auf dem Fliegenleim kleben wie die anderen Fliegen.

James Thurber

15. März

Lebenspflichten

Rosen auf den Weg gestreut,
und des Harms vergessen!
Eine kleine Spanne Zeit
ward uns zugemessen.

Heute hüpft, im Frühlingstanz,
noch der frohe Knabe;
Morgen weht der Totenkranz
schon auf seinem Grabe.

Wonne führt die junge Braut
heute zum Altare;
Eh die Abendwolke taut,
ruht sie auf der Bahre.

Ungewisser, kurzer Daur
ist dies Erdeleben;
Und zur Freude, nicht zur Traur,
uns von Gott gegeben.

Gebet Harm und Grillenfang,
gebet ihn den Winden;
Ruht, bei frohem Becherklang,
unter grünen Linden.

Lasset keine Nachtigall
unbehorcht verstummen,
Keine Bien', im Frühlingstal,
unbelauschet summen.

Fühlt, so lang es Gott erlaubt,
Kuss und süße Trauben,
bis der Tod, der alles raubt,
kommt, sie euch zu rauben.

Unser schlummerndes Gebein,
in die Gruft gesäet,
fühlet nicht den Rosenhain,
der das Grab umwehet.

Fühlet nicht den Wonneklang
angestoßner Becher;
Nicht den frohen Rundgesang
weingelehrter Zecher.

Ludwig Heinrich Christoph Hölty

16. März

Der Ring

Ein älterer, weißhaariger Mann kam Freitagabends in ein Juweliergeschäft, an seiner Seite ein sehr junges, sehr hübsches Mädchen.
Er sagte dem Juwelier, dass er einen ganz besonderen Ring für seine Freundin suche.

Der Juwelier schaute nach, was er so hatte, und brachte ihm einen Ring, der 5.000 Euro kostete.

Der alte Mann sagte: „Ich glaube nicht, dass Sie mich richtig verstanden haben. Ich wollte etwas ganz Spezielles, etwas ganz Besonderes haben.“

Nach dieser Erklärung ging der Juwelier in seinen Tresorraum, wo er die besonderen Stücke aufbewahrte und brachte ihm einen anderen Ring.

„Hier ist ein ganz besonders schöner Ring, für nur 40.000 Euro“, sagte der Juwelier. Die Augen der jungen Dame funkelten und ihr ganzer Körper zappelte vor Aufregung. Als der alte Herr das sah, sagte er: „Wir nehmen diesen Ring!“

Der Juwelier beglückwünschte sich innerlich zu diesem guten Geschäft und fragte beflissen, wie die Ware bezahlt werden sollte.
„Per Scheck“, sagte der alte Mann. „Ich weiß, Sie wollen sichergehen, dass der Scheck gedeckt ist. Also werde ich ihn jetzt sofort ausstellen, und Sie können gleich am Montagmorgen bei der Bank anrufen und sich die Bestätigung geben lassen. Ich komme dann Montagabend, um den Ring abzuholen.“

Am Montagmorgen rief ein sehr aufgeregter Juwelier bei dem alten Mann an. „Da ist kein einziger Cent auf diesem Konto, das Sie mir genannt haben!“

„Ich weiß“, sagte der alte Herr. „Aber können Sie sich auch nur im Entferntesten vorstellen, was für ein wundervolles, unvergessliches und aufregendes Wochenende ich hatte?“

17. März

Die Sterne

Ich sehe oft um Mitternacht,
wenn ich mein Werk getan
und niemand mehr im Hause wacht,
die Stern am Himmel an.

Sie geh’n da, hin und her, zerstreut
als Lämmer auf der Flur;
in Rudeln auch, und aufgereiht
wie Perlen an der Schnur;

und funkeln alle weit und breit,
und funkeln rein und schön;
ich seh’ die große Herrlichkeit,
und kann nicht satt mich seh’n ...

Dann saget unterm Himmelszelt
mein Herz mir in der Brust:
Es gibt was Besser’s in der Welt
als all ihr Schmerz und Lust.

Matthias Claudius

18. März

Heiserkeit

Der Winter tut unserer Stimme nicht gut, denn wenn ständig kalte Atemluft durch den Rachen strömt, steigt die Gefahr eines Halsinfekts. Menschen, die ihre Stimme überbeanspruchen, sind besonders anfällig. Steht man auf kaltem Boden und muss viel schreien, sind die Stimmbänder bald rot und dick. Es nisten sich zudem in den oberen Atemwegen gern Viren oder Bakterien ein und häufig tritt eine Kehlkopfentzündung auf. Man wird heiser und muss ständig husten. Reagiert man nicht bei den ersten Anzeichen, kriegt man bald keinen Ton mehr heraus.

Deshalb aufmerksam die Vorboten einer Halsentzündung zu beachten. Wenn sich der Rachen gereizt anfühlt, die Stimme belegt klingt, man das Gefühl hat, einen Fremdkörper im Hals zu haben und sich häufig räuspern muss, stimmt etwas nicht.
Es ist nun ratsam, nicht mehr so viel zu reden, einen Schal umzulegen und heiße Getränke - Tee oder Milch mit Honig - zu trinken. Aber nicht flüstern, sonst tritt schnell eine Fehlfunktion der Stimmbänder auf, die dazu führt, dass diese nicht mehr ganz geschlossen werden können. Lieber leise reden oder die Stimme ganz schonen.
Pflanzliche Heilmittel können die Beschwerden lindern. Empfehlenswert sind vor allem entzündungshemmende Wirkstoffe wie Salbei oder Kamille, die man als Tee zu sich nehmen kann. Den Hustenreiz können Efeu-Extrakte beruhigen, die auch mir persönlich gut tun. Auch Halsbonbons sind geeignet, weil sie die Sekretbildung anregen, wodurch die Stimmbänder feucht gehalten und gepflegt werden.

19. März

Frühjahrsputz

Das Frühjahrswetter sollte man nutzen
die Wohnung und den Keller zu putzen
einmal im Jahr, da muss es doch sein
damit hinterher alles wieder ist rein

die Betten zum Lüften auf den Balkon
Wintersachen dann in den Karton
Gardinen ab, in die Waschmaschine
Hausfrau wird fleißig wie eine Biene

Mann, nicht um die Füße sollst du mir laufen
geh, nimm den Hund mit, Putzmittel kaufen
bring für die Pause ein Kuchenstück mit
dann werd' ich danach gleich wieder fit

jetzt aber anfangen, den Boden zu fegen
danach alle Decken zusammen legen
auch bei ihnen ist ein Wäschegang wichtig
einmal im Jahr, das ist sicher richtig

von den Kuschelkissen die Bezüge ab
erst mal was trinken, sonst mach ich schlapp
nun Möbel abräumen, entstauben gründlich
so was macht man ja auch nicht stündlich

Spiegeln und Kacheln abwaschen, polieren
sie sollen doch nicht ihren Glanz verlieren
Möbel abrücken, Staubsaugen die Ecken
wie viel Flusen sich dahinter verstecken

der Mann, mit Hund, inzwischen zurück
hilft hinrücken wieder, Stück für Stück
verkriecht sich hinter der Zeitung dann
damit der Rest erledigt werden kann

Schubläden entrümpeln und Gläser spülen
zur Entspannung kurz mit Hündchen spielen
Gardinen wieder rauf auf die Stange
auf der Leiter wird mir doch etwas bange

Böden noch wischen, dann Kaffee trinken
nun werden noch kleine Arbeiten winken
doch bald bist du fertig, und stolz auf dich
zwar knülle, aber zufrieden ... sicherlich.

Karin Ernst

20. März

Zum Frühlingsanfang:

Frühlingserwachen

Mit immer wärmerer Temperatur
erwacht nach und nach die Natur.
Auf all den grünen Wiesen
sieht man das Schneeglöckchen sprießen,
Krokus, Lebeblümchen, und Vergissmeinnicht
erblinzeln nun das Tageslicht.

Jedes Pflänzchen noch so klein
reckt sich in den warmen Sonnenschein
und zu des Menschen Freud
steht jeder Baum nun weit und breit
in voller rosa und auch weißer Blüte,
der Fön verweht so manche Hüte.

Und der Natur' Frühlingserwachen
ermuntert auch mich zum fröhlich lachen.
All dies ist für mich geschehen
ich freu mich auf ein Wiedersehen -
wenn du mich dann zärtlich berührst
und all meine Liebe du verspürst.

So verschönst du mir des Mühens Plag,
drum lieb ich dich umso mehr an jedem Tag.
Meine Liebe zu dir soll ab heut
so bleiben bis in alle Ewigkeit.

???

21. März

Primeln

Primula heißt „kleiner Erstling“. Ihren botanischen Namen trägt diese Gattung, weil einige Freilandarten zu den ersten blühenden Pflanzen im neuen Jahr gehören, sie aber auch in Schalen gehalten werden können.
Zimmerprimeln lieben helle, aber unbesonnte Plätze und wollen im Winter nicht besonders warm gehalten werden, sind ebenfalls empfindlich gegen übergroße Bodennässe, aber auch gegen Ballentrockenheit. Man sollte täglich gießen. Stehen Primeln im Winter zu warm, blühen sie nur kurz.
Zimmerprimeln vermehrt man durch Aussaat, hat aber keinen Sinn, man kauft diese Pflanzen preiswerter.

22. März

Ein Blumenglöckchen

Ein Blumenglöckchen
vom Boden hervor
war früh gesprosst
in lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
und naschte fein -
Die müssen wohl beide
für einander sein.

Johann Wolfgang von Goethe

23. März

Die früheste Beere des Jahres

ist nicht die Erdbeere, sondern die Maibeere, die wie ihr Name schon sagt, im Wonnemonat reife Beeren bringt. Sie sind etwa einen Zentimeter lang, walzenförmig, blau und schmecken wie Heidelbeeren - nur süßer und sind vitaminreich. Der ca. 1,5 m hohe Strauch erinnert mit seinen Blättern und seiner Wuchsform an die Kulturheidelbeere, dabei sind die beiden Arten nicht miteinander verwandt.
Die Maibeere gedeiht fast überall, sie braucht auch keinen sauren Boden und ist sehr frostfest. Bereits im Februar blüht dieser robuste Strauch, und die Blüten halten Temperaturen bis zu minus acht Grad aus.
Es sollten aber zwei verschiedene Sorten nebeneinander wachsen, damit sie sich gegenseitig befruchten.
Gleich nach der Ernte schneidet man die zwei Jahre alten Triebe, die man an der borkigen Rinde erkennt, an der Basis ab. Jede Pflanze sollte insgesamt acht bis zehn Triebe behalten. Etwas Beerenobstdünger im Frühjahr, gründliches Wässern wenn es heiß ist und wenn der Strauch im August oder September die Blätter verliert, ist das normal!

zurück zur Hauptseite