Mai 2020

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1. Mai

Im Mittelpunkt des 1. Mai steht immer schon der Maibaum. Noch heute wird er aufgestellt. Beizeiten wird der Baum ausgesucht, spiralig entrindet und seine Spitze wird gekrönt mit einem frei schwebenden großen Reifenkranz der mit allerlei Bändern, Blumen und geschnitzten Figuren behängt wird. Noch heutzutage versuchen die Burschen in manchen Gegenden den Baum zu erklimmen und dadurch einen Preis zu ergattern.

Auch bei uns wird in vielen Ortschaften ein Maibaum aufgestellt, schön geschmückt. Dabei wird musiziert, gesungen und auch schnabuliert. Leider sind wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr alle Festivitäten abgesagt, so auch das Aufstellen des Maibaumes. Ob er trotzdem da sein wird, mal sehen.

2. Mai

Was Schönes

Was Schönes weiß ich in unserm Garten.
Als ich dort ging, die Blumen zu warten,
hab ich’s entdeckt, im Grünen versteckt,
wo die Rosen blühn an der sonnigen Wand.
Fast war ich erschrocken, als ich es fand:
Im zarten Geäst ein niedliches Nest,
geflochten gar zierlich aus Halmen und Moos;
vier Eierchen lagen in seinem Schoß.
Doch die Vögelein, wie Mäuschen so klein,
die piepten so ängstlich, als wollten sie bitten:
„O geh!“ Da bin ich weitergeschritten,
und stand nun von fern. Das sahen sie gern,
und eines flog auf den Zweig und sang,
dass jauchzend es klang: „Hab Dank, hab Dank!“

Heinrich Seidel

3. Mai

Magnolien

Auf kahlen Zweigen öffnen sich die wunderschönen Blüten. Im alten China war die Magnolie ein Sinnbild für Reinheit und Süße und nur der Kaiser durfte den Baum an Günstlinge verschenken. In Europa ist die Magnolie seit dem späten 17. Jahrhundert über den Großen Teich gekommen, denn die Wildformen stammen aus dem atlantischen Nordamerika. 1688 kam ein Exemplar nach England und hundert Jahre später kamen die asiatischen Magnolienarten in die europäischen Gärten. Nachdem die Kontinentalsperre weg war, kamen weitere Arten aus Japan, die aber ein mildes Klima brauchen. Später gab es frostharte Sorten und es wurden Kreuzungen von winterharten Hybriden gezüchtet.

Der Name des auch Tulpenbaum genannten Gewächses erhielt die Magnolie nach Pierre Magnos, der Ende des 17. Jahrhundert Direktor des Botanischen Gartens in Montpellier war.

4. Mai

Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:

Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,

ein A formierend und ein Z –
dass keiner groß zu denken hätt‘.

Befolgend dies, ward der Trabant
Ein völlig deutscher Gegenstand.

Christian Morgenstern

5. Mai

Der Mammutbaum

Er ist das größte Lebewesen unserer Erde, ein Symbol für Beständigkeit und stetes Wachstum, hat seine Heimat in Kalifornien.

Ungefähr 3 200 Jahre alt ist das stärkste Exemplar:

94,5 m, Brusthöhendurchmesser 8,81 m und eine Holzmasse von 1468 m³.
Der stärkste Ast ist 38,1 m lang und hat einen Durchmesser von 2,3 m.

In der Jugend wächst der Baum breit, kegelförmig, während die Äste bis zum Boden reichen.

Anfangs bildet er eine Pfahlwurzel, die aber selten tiefer als einen Meter im Boden ist, später wird daraus ein Herzwurzelsystem mit weitreichenden Ernährungswurzeln.

Vor vielen Jahren bekam ich von meiner Chefin zum neuen Jahr fünf Samenkörner geschenkt, die wir in Töpfchen mit Erde steckten. Drei davon keimten und fingen sehr langsam an sich zu entwickeln. Richtig wuchsen die Pflanzen aber erst ab dem fünften oder sechsten Jahr. Eines "verabschiedete" sich und zwei wuchsen dann etwas schneller. Im Frühjahr 2007 hatten sie ungefähr eine Höhe von 1,60 Metern, waren wirklich kegelförmig und die Äste reichten bis zum Boden. Vor einem Jahr mussten wir uns davon "befreien", weil sie zu hoch geworden wären und die Wurzeln kein anderes Wachstum zugelassen hätten. Schade eigentlich, aber wir haben keinen anderen Standort gefunden.

6. Mai

Gestutzte Eiche
 
Wie haben sie dich, Baum, verschnitten
Wie stehst du fremd und sonderbar!
Wie hast du hundertmal gelitten,
bis nichts in dir als Trotz und Wille war!

Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,
gequälten Leben brach ich nicht
und tauche täglich aus durchlittnen
Rohheiten neu die Stirn ins Licht.

Was in mir weich und zart gewesen,
hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
doch unzerstörbar ist mein Wesen,
ich bin zufrieden, bin versöhnt.

Geduldig neue Blätter treib ich
aus Ästen hundertmal zerspellt,
und allem Weh zu Trotze bleib ich
verliebt in die verrückte Welt.

Hermann Hesse

7. Mai

Die weinenden Bäume

Im Walde war große Aufregung. Vor einigen Tagen waren Männer gekommen und hatten viele der älteren Bäume mit Farbe gekennzeichnet. Das musste etwas zu bedeuten haben, und alle Bäume, ob groß oder klein, waren sich klar darüber, dass es nichts Gutes sein konnte.
Aber was würde geschehen? Niemand wusste es, und von keinem konnte man es erfahren. Alle befürchteten das Schlimmste, und das traf dann auch ein. Es kamen Männer mit Äxten und Motorsägen und begannen die gekennzeichneten Bäume zu fällen.
Ein Ächzen und Stöhnen ging durch den Wald. Die kleinen Bäume weinten und bekamen Angst vor ihrer Zukunft. Es war so schön in Gottes freier Natur, und sie wollten nicht sterben, wollten nicht gefällt werden wie die Großen und Alten.
Doch was nutzte alles Jammern, Wehklagen und Weinen?
Baum für Baum wurde gefällt, der Äste beraubt und auf Wagen verladen. Was wird ihnen noch geschehen?, fragten sich die Zurückgebliebenen und warteten gespannt darauf, was ein paar Vögel berichten würden, die dem Holzwagen gefolgt waren.
Es war nicht leicht, dieses Warten, und noch manche Träne floss im Wald, bis die ersten der Vögel zurückkehrten.
Sie berichteten ganz begeistert von einem neuen Leben der alten Bäume. Sie kamen alle in ein großes Holzlager, so erzählten sie, dort werden sie zu Brettern verarbeitet und später zu allen möglichen praktischen und schönen Dingen für die Menschen gestaltet.
Habt ihr das gesehen?, fragten die neugierigen kleinen Bäume. Nein, antworteten die Vögel, dazu war die Zeit zu kurz. Aber wir sprachen mit vielen, die auch einst im Wald standen und heute dem Menschen dienen oder Freude bereiten.
Wie denn?, wollten die kleinen Bäume wissen.
Oh, das ist gar nicht alles zu erzählen. Wir trafen einen Gartenzaun, er war ganz aus Holz und hütet jetzt die Blumen und das Gemüse der Menschen. Wir sprachen auch mit einem alten hölzernen Haustor, das schon seit vielen Jahrzehnten den Menschen Sicherheit und behagliches Wohnen bietet. Vor vielen Häusern standen Bänke aus Holz, auf denen sich die Menschen nach des Tages Arbeit ausruhen. Wir sahen in einem Keller Menschen mit Kegeln spielen, die auch aus Holz waren und die den Menschen viel Freude bereiten. In einem Wohnzimmer spielten Kinder mit einer hölzernen Eisenbahn, ein kleines Kind hatte sogar eine hölzerne Puppe im Arm und drückte sie liebevoll an das Herz.
Wie schön!, sagten da die kleinen Bäume und weinten nicht mehr.
Als dann die anderen Vögel zurückkehrten und berichteten, dass ein großer Teil der Bretter in eine Möbelfabrik gekommen wären, wo sie zu schönen Tischen, Stühlen, Betten, Schränken und Kästen verarbeitet würden, da freuten sich die kleinen Bäume. Wie glücklich müssen die Alten sein, dachten sie und waren beinahe ein bisschen neidisch.
Die alten zu Möbeln veränderten Bäume aber dachten manchmal trotzdem an die schöne Zeit im Wald zurück.

Christa Nagold

8. Mai

Waldesgespräch

Es ist schon spät, es ist schon kalt,
Was reit’st du einsam durch den Wald?
Der Wald ist groß, du bist allein,
du schöne Braut, ich führ’ dich heim!

„Groß ist der Männer Trug und List,
vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,
wohl irrt das Waldhorn her und hin,
o flieh, du weißt nicht wer ich bin!“

So reich geschmückt ist Ross und Weib,
so wunderschön der junge Leib,
jetzt kenn’ ich dich – Gott steh mir bei!
du bist die Hexe Lorelay.

„Du kennst mich wohl – vom hohen Stein
schaut still mein Schloss in tiefen Rhein;
Es ist schon spät, es wird schon kalt,
kommst nimmermehr aus diesem Wald!“

Joseph von Eichendorff

9. Mai

Leitfaden für ein schöneres Leben

Freue dich jeden Morgen auf den neuen Tag.
Baue dein Glück nicht am Unglück Anderer auf.
Verachte keinen deiner Mitmenschen, nur weil er anders ist als du.
Sei verträglich - zum Streiten gehören immer zwei.
Sei arbeitsam, aber vergiss darüber nicht deine eigenen Bedürfnisse.
Verzweifle nicht, wenn dir nicht alles gelingt.
Denk auch mal an dich.
Wenn Jemand dich braucht, verwehre ihm nicht Deine Hilfe.
Nicht der, der hinfällt ist ein Verlierer, sondern der, der liegen bleibt.
Stecke den Kopf nicht in den Sand.
Neide deinem Nächsten nicht das Glück.
Hab‘ Spaß, das Leben ist zu kurz um Trübsal zu blasen.
Versuche nicht, anders zu scheinen, als du bist.
Erfreue dich auch an den kleinen Dingen.
Höre nicht auf, jeden Tag dazu zu lernen.
Auf jeden Regentag folgt auch wieder Sonnenschein.

 

10. Mai

Mutterliebe

Ein Band wir Mutter bringen,
das reichet Liebe dar,
das soll dich fest umschlingen
am Tag, der dich gebar.

Von Gold ist keine Kette,
kein Stoff aus fernem Land
es ist an Ihrer Stätte,
ein fest gewobnes Band.

Wohl rührt, befreit vom Harme,
dein Herz darunter sich.
Sieh! Deiner Kinder Arme
umschlingen Mutter, dich!

Justinus Kerner

11. Mai

Woher die Schwalben kommen …

Es ist schon lange, lange her, da ging einmal ein Zauberer durch die Straßen. Er trug schrecklich bunte Kleider und einen spitzigen Hut und sah recht sonderbar aus. Da liefen ihm die Buben und Mädchen auf den Straßen und Gassen nach, lachten ihn aus und schrien hinter ihm drein: „Firlefanz, roter, grüner Firlefanz! Dir fehlt noch ein schwarzer Schwanz!"
Da hob der Zauberer voll Zorn seinen Stock gegen die Kinder und murmelte einen bösen Zauberspruch. Im Augenblick waren die Buben und die Mädchen in kleine schwarze Vögel mit schwarzen Schwänzen verwandelt, flogen wild umher und konnten nun weiter nichts mehr rufen als: Zschzsch!
Und weil sie doch einmal Kinder von Menschen waren, wohnen die Schwalben noch heute gerne dort, wo Menschen wohnen, und bauen sich Häuschen aus Erde, wie sie es schon als Menschenkinder gemacht haben.

Volksgut

12. Mai

Im Grünen

Willkommen im Grünen!
Der Himmel ist blau
und blumig die Au!
Der Lenz ist erschienen!
Er spiegelt sich hell
am luftigen Quell
Im Grünen!

Willkommen im Grünen!
Aus knorrigem Spalt
der Eichen erschallt
das Sumsen der Bienen;
Flink tragen sie heim
den würzigen Seim
Im Grünen!

Willkommen im Grünen!
Das Vögelchen springt
auf Sprossen und singt:
Der Lenz ist erschienen!
Ihm säuselt der West
ums heimliche Nest
Im Grünen!

Johann Heinrich Voß
 

13. Mai

Rhabarber

Man bezeichnet ihn als Obst, er wird auch so zubereitet, aber botanisch gesehen ist er ein Gemüse, zu den Knöterichgewächsen gehörend. Bevor der Rhabarber im 16. Jahrhundert von Asien nach Europa kam, nutzten die Chinesen seine Wurzeln als Abführmittel, aber die herb-sauren Stangen galten bei ihnen als ungenießbar.

Rhabarber ist gesund, enthält reichlich Vitamin C sowie Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Als Kalziumräuber, sollte er bevorzugt mit Milchprodukten gegessen werden. Der Ballaststoff Pektin, die Gerb- und Bitterstoffe sind verdauungsfördernd.

Das pelzige Gefühl auf den Zähnen kommt durch die Oxalsäure, die sich mit Hilfe des Kalziums aus Milchprodukten zu Kalziumoxalat verbindet. Um nicht zu viel von der giftigen Oxalsäure zu essen, sollte Rhabarber gut geschält und die Blätter ganz entfernt werden. Blanchiert man die Stangen, das Kochwasser anschließend wegleeren.

Bis Juni geht die Rhabarber-Saison. Ich friere ihn u. a. auch gedünstet ein, schmeckt nach dem Auftauen hervorragend zu Vanille-Eis, auch mit Sahne.

14. Mai

Der Mensch braucht ein Plätzchen und wär’s noch so klein.

Von dem er kann sagen: Sieh her, das ist mein!

Hier leb ich, hier lieb ich, hier ruhe ich aus.

Hier ist meine Heimat. Hier bin ich zu Haus.

 

Aus dem 19. Jahrhundert

15. Mai

An die Spröde

Gertrude, weiße Blume,
was bist du so stolz;
Es wächst kein grünes Blättlein
am trockenen Holz.

Die Nachtigall singt nicht
in Schnee und in Eis;
Die Liebe schmeckt am schönsten,
wenn niemand es weiß.

Gertrude, weiße Blume,
der Flieder, der blüht;
Die Nachtigall im Walde,
die singet ihr Lied.

Sie singet von Liebe,
sie singet von Glück;
Die Zeit, die verpasst ist,
die kommet nicht zurück.

Gertrude, weiße Blume,
und kurz ist der Mai;
Was willst du noch warten,
bald ist es vorbei.

Herman Löns

16. Mai

Der Zauberwürfel

Er hat 54 farbige Felder, die müssen an die richtige Stelle gedreht werden. Jede Seite des Würfels besteht nun nur noch aus einer Farbe: Rot, Orange, Blau, Weiß, Gelb oder Grün.
Viele verschiedene Möglichkeiten gibt es, die Farben vom Würfel zu sortieren. Und ebenso wahnsinnig viele Möglichkeiten, wie seine Steine anfangs verdreht sein können: 43 Quintillionen. Das ist 43 mit 30 Nullen!
Klein, passt der Würfel in jede Tasche und man kann ihn überall benutzen.
Ein Professor aus Ungarn, namens "Rubik", hat den Würfel erfunden. Damals eine Sensation und rasch wurde er auf der ganzen Welt bekannt – allerdings unter einem anderen Namen: vorzugsweise Rubik’s Cube – zu deutsch Rubiks Würfel.

17. Mai

Immer hin und wider

Strebt der Blütenzweig im Winde,
immer auf und nieder
strebt mein Herz gleich einem Kinde
zwischen hellen, dunklen Tagen,
zwischen Wollen und Entsagen.
Bis die Blüten sind verweht
und der Zweig in Früchten steht,
bis das Herz, der Kindheit satt,
seine Ruhe hat
und bekennt;
Voll Lust und nicht vergebens
war das unruhvolle Spiel des
Lebens.

Hermann Hesse

18. Mai

Die blaue Blume der Treue

Es war einmal ein junger König, geliebt von seinen Untertanen. Die Leute hätten es gern gesehen, wenn ihr König endlich eine schöne Prinzessin zur Frau genommen hätte. Der König aber sagte immer: "Ich will nur eine Prinzessin heiraten, die die Tugend der Treue hat.“
Ein altes Kräuterweiblein hörte eines Tages davon. Es ging zum König und sagte: "Ich kenne eine schöne Prinzessin, die treu und gut ist. Sie will aber nur denjenigen heiraten, der ihr die blaue Blume der Treue bringt.“
Da sagte der König: "Diese Prinzessin würde ich heiraten. Aber ich weiß nicht, wo die Blume zu finden ist.“ Die Alte antwortete ihm: "Ich habe einen Zaubervogel, der wird dir den Weg zeigen.“
Der König kleidete sich wie ein einfacher Mann und machte sich mit dem Zaubervogel auf den Weg. Als sie schon eine ganze Weile gegangen waren, kamen sie auf eine große Wiese. Viele bunte Blumen blühten da, und als der König eine große blaue Blume sah, wollte er sie pflücken. Da pickte ihn der Zaubervogel schnell in den Finger und sagte: "Lass diese Blume stehen. Die Hexe, die die Tugend der Treue verabscheut, hat sie hierher gezaubert. Sie will dich damit irreführen.“ Und der Vogel flog dem König weiter voraus. Er sang ihm Lieder vor, und dabei vergaß der König seine Müdigkeit und ging immer weiter. Da sah der König unter einem Baum ein wunderschönes Mädchen sitzen, das hielt eine prächtige blaue Blume in der Hand und lächelte dem König zu. Der wollte zu dem Mädchen hineilen.
Aber da rief der Vogel: "Lass das Mädchen sein. Es ist die Hexe. Sie will dich nur vom richtigen Weg locken.“ Der Vogel flog weiter, und der König folgte ihm. Nach langer Zeit kamen sie wieder auf eine Wiese. Diesmal stand nur eine Blume da und die leuchtete in einem wunderbaren Blau. "Das ist die Blume der Treue“, sagte der Vogel. „Pflücke sie und verwahre sie gut.“
Der König tat, wie der Vogel sagte. Es dauerte nun nicht mehr lange, bis sie zu einem großen Schloss kamen. Im Garten fand der König die schöne Prinzessin. Er reichte ihr die Blume und sagte: "Ich bringe dir die blaue Blume der Treue, damit du meine Königin wirst.“
Die Prinzessin nahm die Blume und willigte ein. Der König führte sie in sein Schloss und feierte mit ihr Hochzeit. Der Zaubervogel aber bekam einen großen goldenen Käfig.

überliefert

19. Mai

Der Ungenannten

Auf eines Berges Gipfel,
da möcht’ ich mit dir stehn,
auf Täler, Waldeswipfel
mit dir hernieder sehn.

Da möcht’ ich rings dir zeigen
die Welt im Frühlingsschein
und sprechen: „Wär’s mein eigen,
so wär’ es mein und dein.

Ludwig Uhland

20. Mai

Wir können den Wind nicht verändern,

aber wir können die Segel richtig setzen!

21. Mai

Christi Himmelfahrt

Er war ihr eigen drei und dreißig Jahr.
Die Zeit ist hin, ist hin!
Wie ist sie doch nun alles Glanzes bar,
Die öde Erd', auf der ich atm' und bin!
Warum durft' ich nicht leben, als sein Hauch
die Luft versüßte, als sein reines Aug'
gesegnet jedes Kraut und jeden Stein?
Warum nicht mich? Warum nicht mich allein
O Herr, du hättest mich gesegnet auch!

Dir nachgeschlichen wär' ich überall
und hätte ganz von fern,
verborgen von gebüschesgrünem Wall,
geheim betrachtet meinen liebsten Herrn.
Zu Martha hätt' ich bittend mich gewandt
um einen kleinen Dienst für meine Hand:
Vielleicht den Herd zu schüren dir zum Mahl,
zum Quell zu gehn, zu lüften dir den Saal –
Du hättest meine Liebe wohl erkannt.

Und draußen in des Volkes dichtem Schwarm
hätt' ich versteckt gelauscht,
und deine Worte, lebensreich und warm,
so gern um jede andre Lust getauscht;
Mit Magdalena hätt' ich wollen knien,
auch meine Träne hätte sollen glühn
auf deinem Fuß; vielleicht dann, ach, vielleicht
wohl hätte mich dein selig Wort erreicht:
Geh hin, auch deine Sünden sind verziehn!

Umsonst! Und zwei Jahrtausende nun fast
sind ihrem Schlusse nah',
Seitdem die Erde ihren süßen Gast
zuletzt getragen in Bethania.
Schon längst sind deine Märtyrer erhöht,
und lange Unkraut hat der Feind gesät;
Gespalten längst ist deiner Kirche Reich,
und trauernd hängt der mühbeladne Zweig
an deinem Baume; doch die Wurzel steht.

Geboren bin ich in bedrängter Zeit;
Nach langer Glaubensrast
hat nun verschollner Frevel sich erneut;
Wir tragen wieder fast vergessne Last,
und wieder deine Opfer stehn geweiht.
Ach, ist nicht Lieben seliger im Leid?
Bist du nicht näher, wenn die Trauer weint,
wo Drei in deinem Namen sind vereint,
als Tausenden in Schmuck und Feierkleid?

's ist sichtbar, wie die Glaubensflamme reich
empor im Sturme schlägt,
Wie Mancher, der zuvor Nachtwandlern gleich,
jetzt frisch und kräftig seine Glieder regt.
Gesundet sind die Kranken; Wer da lag
und träumte, ward vom Stundenschlage wach;
Was sonst zerstreut, verflattert in der Welt,
das hat um deine Fahne sich gestellt,
und jeder alte, zähe Firnis brach.

Was will ich mehr? Ist es vergönnt dem Knecht,
die Gabe seines Herrn
zu meistern? Was du tust, das sei ihm recht!
Und ist dein Lieben auch ein Flammenstern,
willst läutern du durch Glut, wie den Asbest,
dein Eigentum von fauler Flecken Pest:
Wir sehen deine Hand und sind getrost,
ob über uns die Wetterwolke tost,
wir sehen deine Hand und stehen fest.

Annette von Droste-Hülshoff

22. Mai

Kakao

Bereits die indianischen Hochkulturen haben Kakao mit befremdlichen Zutaten gemischt, vor allem mit Chili und anderen scharfen Gewürzen. Es ist nachgewiesen, dass es vor über 3500 Jahren die Olmeken waren. Obwohl ihre Kultur kaum erforscht ist, weiß man, dass das Wort cacao aus ihrer Sprache stammt und von den Mayas und den Azteken benutzt wurde, bei denen ein wahrer Kult um die Kakao-Bohne entstand. Es gab sogar einen Schokoladengott und nur dem Kaiser der Azteken, dem Adel und den Priestern sowie den Kriegern war es erlaubt, heißen Kakao zu trinken. Dieser wurde übrigens bis 1879 getrunken, erst danach gelang es der Schweizer Firma Lindt, mit Hilfe des Conchier-Verfahrens, Tafelschokolade zu produzieren.

Da Kakao mit einem Fettanteil von über 50 Prozent sehr nährreich ist, bekamen die damaligen Krieger ihre tägliche Ration aber nicht umsonst, denn sie mussten Kriege führen, um Anbaugebiete des Kakaos unter ihre Kontrolle zu bekommen. Außerdem waren die sehr haltbaren, getrockneten Bohnen das Zahlungsmittel im Reich.

Noch heute wird der Kakao geschätzt, so machen 80 Prozent der Welternte die bitterste, aber robustete Bohne aus, die vor allem in Afrika (Ghana, Elfenbeinküste) zum großen Teil mit Sklavenarbeit geerntet wird.
Lediglich 3 Prozent umfasst die feinste und begehrteste Sorte, es ist die Ur-Kakao-Bohne, die am säureärmsten ist, aber auch anfällig für Krankheiten, angebaut in den südamerikanischen Ländern, wie Venezuela.
Es gibt dann noch eine Kreuzung, die alle positiven Eigenschaften der beiden anderen vereint.

23. Mai

Ideal Figur

Zur Zeit wird heftig diskutiert,
ob "Frau" ihre "Problemzonen" operiert.
Die einen meinen - se sen z'dick,
de Andere - ein größerer Busa wär ihr Glück.
Fett absauga - Schmollmund schpritza,
unter Folie d'Orangenhaut wegschwitza,
Busa schtraffa - Falten lifta,
biologisch ernährt - "vergifta".
Wer sichs leisten kann goht vier Wocha uf d' "Runzelränch",
kommt bettelarm zurück - als neuer Mensch.

Bloß - wer- diktiert- was ist "ideal",
"guat baut" - oder "Twiggy schmal".
Wie kann sich denn ein Mann getrauen
so z'urteila über uns Fraua?
Seid doch objetiv - und gucket Euch um,
wie laufet denn de meischte Männer rum?
- Mit dicke Bäuch ond krumme Füß,
em G'sicht - o'gepflegtes G'müs,
ausbeulte Hosen - d'Absätz kromm gloffa,
einige auch sternhagel bsoffa!

Mancher - jetzt noch "junge dynamische Männer"
setzt irgendwann au - ein Rettungsring an,
kommt in d'Mittleifkreisis und somit in d'Jahr,
kriegt selber Falten - wird grau und verliert Hoor!
Im Grund genommen - nemmt au sei Kraft ein mal ab,
wird müd und grätig - ond em Bett schlapp.

Liebe " Mitfrauen " - ich geb euch einen Rat:
" Standet zu Euch selber - sonst ist alles zu spat !!
Ich brauch kein Mann - der mir s'Idealbild diktiert,
es hat lang braucht, aber ich - für mich - han's kapiert.
Ich hab keine Angst vor meinem Spiegelbild,
werd net bei jedem Fältle wild,
i schtand zu meine graue Haar,
verschweig au net meine Lebensjahr.
Sag mir - wie ich bin - so ischts richtig,
wer anderscht denkt - - der ischt net wichtig.

???

24. Mai

Spezielle Ernährungsformen

Fragen wir uns nicht immer wieder, wie wir uns ernähren sollen? Achten wir nicht auch auf unser Gewicht und dass wir viel Obst und Gemüse essen? Sicher wird nicht jede Ernährungsform für jeden Menschen gut sein, deshalb müssen wir es selbst herausfinden.

Vegetarische Ernährung: Eine Form der fleischlosen Kost, bei der Eier und Milchprodukte verzehrt werden, aber keine tierischen Produkte. Es wird zudem auf Eierprodukte verzichtet, Milchprodukte werden hingegen konsumiert.
Ovo-Vegetarier essen keine Milchprodukte, jedoch Eier.
Veganer verzichten aus Überzeugung auf alles, was tierischen Ursprungs ist.
Frutarier sind sogar gegen die Ausbeutung von Pflanzen und verzehren nur, was die Natur ihrer Ansicht nach freiwillig zum Verzehr hergibt, zum Beispiel Fallobst.

Ausgewogene Kost: Klasse statt Masse, lautet die Devise bei der ausgewogenen Mischkost.
Viel Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Kartoffeln, Milchprodukte, Seefisch, in Maßen Fleisch, Eier, Zucker, Salz und möglichst wenig fettreiche Lebensmittel.

25. Mai

Aber wie das so ist hienieden:
manchmal scheint's so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück,
immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld,
dann hast du nicht Käthen;
hast du die Frau,
dann fehl'n dir Moneten
hast du die Geisha,
dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein,
bald fehlt uns der Becher.
Etwas ist immer. Tröste dich.
Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel:
Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat: das ist selten.

Kurt Tucholsky 

26. Mai

Warum  

- bekam ich mal von jemandem geschickt -

In diesen hektischen Zeiten ist es schwierig, sich die Zeit zu nehmen, um sich grundlegenden Fragen zu stellen.

WARUM wird einem eine Pizza schneller geliefert als ein Krankenwagen kommt?

WARUM gibt es einen Behindertenparkplatz vor einer Schlittschuhhalle?

WARUM ordern Menschen einen Double Cheeseburger, eine große Portion Pommes rot/weiß und eine Cola light?

Außerdem haben Sie sich wohl noch nie gefragt:

WARUM können Frauen keine Wimperntusche auftragen mit geschlossenem Mund?

WARUM ist das Wort „Abkürzung“ so lang?

WARUM muss man, um WINDOWS zu schließen, das Startprogramm benutzen?

WARUM enthält Zitronensaft künstliche Geschmacksstoffe und ist das Produkt für die Spülmaschine mit echtem Zitronensaft hergestellt worden?

WARUM gibt es kein Katzenfutter mit Mäusegeschmack?

WARUM gibt es Hundefutter „mit verbessertem Geschmack.“ Wer hat das getestet?

WARUM werden Nadeln für Euthanasie-Injektionen (= Sterbehilfe) sterilisiert?

Sie kennen sicher jene unverwüstlichen „Black Boxes“ in Flugzeugen.
WARUM werden die Flugzeuge nicht aus diesem Material hergestellt?

Wenn Fliegen so sicher ist, WARUM heißt dann die Ankunftshalle „Terminal“?
(in der Medizin die Phase unmittelbar vor dem Tod eines Menschen)

WARUM drückt man fester auf die Tasten der Fernbedienung, wenn die Batterien fast leer sind?

WARUM waschen wir unsere Handtücher; wird denn nicht angenommen, dass wir sauber sind, wenn wir uns damit abtrocknen?

WARUM tragen Kamikaze-Piloten einen Helm?

Freuen Analphabeten sich über Buchstabensuppe?

Als der Mensch entdeckte, dass Kühe Milch geben, wonach suchte er da eigentlich?

Wenn im Wörterbuch ein Wort falsch steht, woher weiß man das?

WARUM laufen Schafe nicht ein bei Regen?

WARUM haben Einrichtungen, die 24 Stunden geöffnet haben, überhaupt Schlösser?

27. Mai

Schon ein einziges Lied kann einen Tag durchstrahlen,
eine einzige Blume zum Träumen verleiten.
Mit einem einzigen Baum kann ein Wald beginnen,
mit einem einzigen Vogel der Frühling.
Schon ein einziges Lächeln kann eine Freundschaft begründen,
ein einziger Händedruck die Seele heilen.
Schon ein einziger Stern leitet das Schiff auf dem Meer,
schon ein einziges Wort umreißt das Ziel.
Schon eine einzige Wahlstimme kann ein Land verändern,
ein einziger Sonnenstrahl einen Raum erhellen.
Schon eine einzige Kerze vertreibt das Dunkel,
schon ein einziges Lachen besiegt die Traurigkeit.
Schon eine einzige Stimme kann die Weisheit verkünden,
ein einziges Herz die Wahrheit erkennen,
ein einziges Leben etwas bewirken.
Du siehst, es liegt an Dir!

- Verfasser mir unbekannt -

28. Mai

Kleine Engel

Es war einmal ein Kind das bereit war zur Welt zu kommen. Eines Tages fragte das Kind Gott: "Mir wurde gesagt, dass Du mich
morgen auf die Erde schicken würdest, aber wie kann ich dort leben, so klein und hilflos wie ich bin?"
Gott antwortete: "Unter den vielen Engeln habe ich einen für Dich ausgewählt. Er wird auf Dich warten und auf Dich aufpassen."
"Aber", sagte das Kind, "hier im Himmel tue ich nichts anderes als singen und lachen, das ist was ich brauche um glücklich zu sein!"
Gott sagte: "Dein Engel wird jeden Tag für Dich singen. Und Du wirst die Liebe Deines Engels fühlen und glücklich sein."
"Und", sagte das Kind, „wie wird es möglich sein die Leute zu verstehen, wenn sie mit mir reden, wenn ich deren Sprache nicht kenne?"
"Das ist leicht", sagte Gott. "Dein Engel wird Dir die schönsten und herzigsten Wörter sagen, die Du je
hören wirst, und mit viel Geduld und Sorge, wird Dein Engel Dich das Sprechen lehren."
Zu Gott aufschauend sagte das Kind: "Und was mache ich wenn ich mit Dir sprechen will?"
Das Kind anlächelnd sagte Gott: "Dein Engel wird Dir Deine Hände falten und dich beten lehren."
Das Kind sagte: "Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt. Wer wird mich schützen?"
Gott legte den Arm um das Kind und sagte: "Dein Engel wird Dich verteidigen, selbst wenn er sein Leben kostet!"
Das Kind schaute betrübt und sagte: "Aber ich werde immer traurig sein, weil ich Dich nicht mehr sehen werde."
Gott umarmte das Kind. "Dein Engel wird immer mit Dir über mich sprechen, und er wird Dir den Weg zurück zu mir zeigen, obwohl ich immer in Deiner Nähe sein werde."
In diesem Moment war viel Friede im Himmel, aber Stimmen von der Erde konnten schon gehört werden und in Eile fragte das Kind mit weicher Stimme: "Oh Gott, ich gehe jetzt gleich weg, sage mir bitte den Namen meines ENGELS!"

Gott antwortete: "Der Name Deines Engels ist nicht wichtig ... nenne ihn einfach

MAMA!"

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