August 2022

bitte auf die Kalendertage klicken

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        

1. August

August

Das war des Sommers schönster Tag.
Nun klingt er vor dem stillen Haus
in Duft und süßem Vogelschlag
unwiederbringlich leise aus.

In dieser Stunde goldnen Born
gießt schwelgerisch in roter Pracht
der Sommer aus sein volles Horn
und feiert seine letzte Nacht.

Hermann Hesse

2. August

Hortensien

Hortensienblüten mit riesigen aufgeplusterten Blütenbällen, fast das gesamte Blattwerk bedeckend. Achtet man auf einige Besonderheiten, blühen sie jährlich. Der botanische Name "Hydrangea" - aus dem Griechischen - bedeutet soviel wie "Wasserschlürferin" und den Durst der Pflanzen stillt man am besten an einem halbschattigen Platz.

Bauernhortensien blühen am vorjährigen Holz, ballrund oder ganz flach. Nur abgestorbene (erfrorene) Triebspitzen im Frühjahr entfernen.

Rispenhortensien blühen am diesjährigen Holz. Um die Blütenbildung anzuregen, alle starken Triebe im Frühjahr um ein Drittel oder sogar bis zur Hälfte kürzen und alle schwachen Triebe ganz entfernen.

Blau blühende Hortensien immer in einen sauren Boden pflanzen und alle 14 Tage im Herbst und die ersten sechs Wochen im Frühjahr mit ins Gießwasser gegebenem Aluminiumsulfat versorgen.

3. August

Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rau,
hinter den Blütendolden, die ein Blau
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

Sie spiegeln es verweint und ungenau,
als wollten sie es wiederum verlieren,
und wie in alten blauen Briefpapieren
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

Verwaschenes wie an einer Kinderschürze,
Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht:
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.

Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
in einer von den Dolden, und man sieht
ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.

Rainer Maria Rilke

4. August

Efeu

Auch im Winter grün, hat Efeu einen etwas anderen Rhythmus als viele andere Pflanzen, blüht zum ersten Mal ab einem Lebensalter von 15 bis 50 Jahren und dann erst im Herbst. Somit muss man auch entsprechend lange auf Früchte warten.

Das Laub bietet vielen Singvögeln Schlafplätze und die für uns Menschen giftigen blauen Beeren werden von Tieren gerne gefressen.
Berankte Häuserfassaden halten das Mauerwerk trocken, schaden also nicht. Auch Stämme werden oft berankt, ebenso große Flächen auf dem Boden. Aber selbst dem Wachstum des Baumes schadet das nicht, denn Efeu benutzt zur Befestigung Haftwurzeln, die seiner Trägerpflanze kein Wasser und keine Nährstoffe entziehen. Die Pflanze will in die Höhe zum Licht, um blühen und fruchten zu können.

5. August

An meinen Kaktus

Du alter Stachelkaks,
du bist kein Bohnerwachs,
kein Gewächs, das die Liebe sich pflückt,
sondern du bist nur ein bisschen verrückt.

Ich weiß, dass du wenig trinkst.
Du hast auch keinerlei Duft.
Aber, ohne dass du selber stinkst,
saugst du Stubenmief ein wie Tropenluft.

Du springst niemals Menschen an oder Vieh.
Wer aber mit Absicht oder versehentlich
sich einmal auf dich
setzte, vergisst dich nie.

Ein betrunkener, lachender Neger
schenkte dich mir, du lustiges Kleines,
dass ich den Vater ersetze dir kantigem Ableger
eines verrückten, stets starren Stachelschweines.

Joachim Ringelnatz

6. August

Kakteen

Im Winter trocken und kühl an einem sehr hellen Platz, darf man sie nicht sich selbst überlassen, sonst ist im Frühjahr die Überraschung groß.

Vor allem in den Wintermonaten breitet sich die Wolllaus schnell aus, denn in der trockenen Erde sind gute Bedingungen dafür.
Wollläuse sehen wie kleine Wattebausche aus und man sieht sie am Wurzelhals der Pflanzen. Kaum entdeckt, muss man sofort bekämpfen. Bei vielen Kakteen kann man die Schädlinge zwischen den Stacheln mit einem Stäbchen oder Streichholz entfernen. Doch meistens reicht das nicht.
Will man die Anwendung der üblichen chemischen Präparate vermeiden, kann man Brennspiritus zu gleichen Teilen mit Wasser vermischen und erhält dann ein wirksames Mittel. Mit dieser Lösung die Pflanzen einpinseln oder spritzen. Besonders wichtig ist der Bereich um den Wurzelhals. Übersieht man nur ein paar der Tierchen, kann man bald einen erneuten starken Befall feststellen.

7. August

Sommernacht

Laue, stille Sommernacht,
rings ein feierliches Schweigen,
und am mondbeglänzten See
tanzen Elfen ihren Reigen.

Unnennbares Sehnen schwillt
mir das Herz. In jungen Jahren
hab ich n i e der Liebe Lust,
n i e der Liebe Glück erfahren.

Schmeichelnd spielt die linde Luft
um die Stirne, um die Wangen.
und es fasst mit Allgewalt
mich ein selig-süßes Bangen.

Blaue Augen, blondes Haar
soll ich bald mein eigen nennen?
Und der Ehe Hochgefühl
soll ich an Erfahrung kennen.

In der lauen Sommernacht
Wird sie dann im Bette sitzen,
"Männchen", fragt sie, "sag mir doch,
musst du auch so grässlich schwitzen?"

Ludwig Thoma

8. August

Blindenführhunde

Was er alles kann: z. B. Treppen und Zebrastreifen suchen, Laternenpfähle und Schlaglöcher umgehen, herabhängenden Ästen und Schildern ausweichen und im Bus einen leeren Platz ansteuern.

Blinden bietet solch ein Hund Mobilität, Sicherheit und Unabhängigkeit. Wenn aber solch ein "Gespann" gut miteinander harmonisieren und arbeiten soll, muss eine enge Bindung da sein.

Der Hundehalter sagt seinem Hund die Kommandos, wie Suche Tür, geradeaus, überquere Straße. Bei Gefahr - Beispiel im Straßenverkehr - verweigert der Hund die Befehlsausübung.
Ungefähr 70 Kommandos beherrscht ein gut ausgebildeter Blindenführhund, es sind aber mehr möglich, durch Training  und ständiges Üben können es bis zu 400 Befehle sein.

Schon als junger Hund braucht es bestimmte Eigenschaften: Wesensfestigkeit, Friedfertigkeit, Intelligenz, Nervenstärke, Belastbarkeit und Gesundheit. Ein Wesenstest wird deshalb bereits im Welpenalter durchgeführt und die geeigneten Welpen werden in "Patenfamilien" ein Jahr lang sozialisiert und dann im Laufe ihres ersten Lebensjahres mit unterschiedlichen Situationen und Erlebnissen konfrontiert, damit ihre Eignung fortlaufend getestet werden kann. Sehr wichtig sind Ängstlichkeit, Nervenfestigkeit, Aggressionsverhalten, Jagdtrieb und vor allem das Verhalten im Umgang mit Menschen.

Fast jede Hunderasse ist geeignet, wenn sie die Voraussetzungen erfüllt. Bevorzugt sind Deutsche Schäferhunde, Riesenschnauzer, Königspudel, Australian Shepard, Labrador Retriever, Golden Retriever und Amerikanisch-Kanadische Schäferhunde. Auch Mischlinge bei Eignung.

Zum Glück haben solche Hunde keine geringere Lebenserwartung als andere, da sie von klein an gelernt haben mit Stress umzugehen.

9. August

Der naschhafte Pudel

Wer hat hier von der Milch genascht?
Hätt' ich den Dieb doch nur erhascht!
Pudel, warst du es gar?
Pudel, komm doch! Ei fürwahr,
einen weißen Bart hast du;
sag mir doch, wie ging das zu?

Die Hausfrau sah ihn an mit Lachen:
Ei, Pudel, was machst du für Sachen?
Willst wohl gar ein Naschkätzchen werden?
Da hing er trübe den Schwanz zur Erden
und heulte und schämte sich so sehr.
Er naschet wohl so bald nicht mehr.

Wilhelm Hey

10. August

Wisent

Stattliche 3,30 Meter lang und 2 Meter hoch kann ein Bulle werden, mit mächtigen Hörnern. Vor mehreren hundert Jahren in Deutschland ausgestorben, sollen sie irgendwann hierzulande wieder in freier Wildbahn leben. Mehrere Projekte sind in der Vorbereitung. Diese scheuen Pflanzenfresser sind für Menschen völlig ungefährlich, sollen in einem 80 Hektar großen Auswilderungsgehege leben und nach einer mehrmonatigen Eingewöhnungsphase freigelassen werden.
Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn sieht dieses und andere Projekte grundsätzlich positiv.
Etwa 3500 Exemplare dieser bedrohten Tierart gibt es heute noch weltweit – in Zoos und Freiheit. Der letzte bekannte freilebende Wisent in Deutschland starb nach Recherchen im Jahr 1755. Es leben nur noch 54 Tiere in Gefangenschaft. Heute gibt es wieder Herden in Freiheit – in Osteuropa.

11. August

Elch

Skandinavien-Urlauber können ihm begegnen. Den Elch, seit Kriegsende in Deutschland verschwunden, kann man nun wieder in Einzelfällen in Brandenburg und manchmal auch in Bayern entdecken.
Mit einer Kopfrumpflänge von bis zu drei Metern und einer Schulterhöhe von etwa zwei Metern ist er der größte Vertreter seiner Familie. Sein Geweih kann gute zwei Meter ausladen. Weibliche Tiere sind ohne Geweih und bis zu einem Fünftel kleiner. Etwas Besonderes ist die große Oberlippe (Muffel), die dem Elch beim Äsen hilft. Meist lebt er als Einzelgänger in lichten Wäldern mit Freiflächen, wo er sich als Wiederkäuer von Wasserpflanzen, Rinde und Blättern, im Winter auch von Zweigen, Sträuchern und dem Grün der Nadelbäume ernährt. In der kalten Jahreszeit bilden Elche gelegentlich lose Gruppen, die sich jedoch bald wieder auflösen.
Nach der Paarung im Herbst ist die Elchkuh neun Monate trächtig, bevor sie ein bis zwei Junge zur Welt bringt. Erst vor einer neuen Geburt verjagt das Weibchen ihr Kalb. In der freien Natur können Elche bis zu 15 Jahre alt werden.

12. August

Der Gaul

Es läutet beim Professor Stein.
Die Köchin rupft die Hühner.
Die Minna geht: Wer kann das sein?
Ein Gaul steht vor der Türe.

Die Minna wirft die Türe zu.
Die Köchin kommt: Was gibt’s denn?
Das Fräulein kommt im Morgenschuh,
es kommt die ganze Familie.

"Ich bin, verzeih’n Sie", spricht der Gaul,
"der Gaul vom Tischler Bartels.
Ich brachte Ihnen dazumaul
die Tür- und Fensterrahmen!"

Die vierzehn Leute samt dem Mops,
sie stehen, als ob sie träumten.
Das kleinste Kind tut einen Hops,
die andern steh’n wie Bäume.

Der Gaul, da keiner ihn versteht,
schnalzt bloß mal mit der Zunge,
dann kehrt er still sich ab und geht
die Treppe wieder hinunter.

Die dreizehn schau’n auf ihren Herrn,
ob sprech’n er nicht möchte.
"Das war", spricht Professor Stein,
"ein unerhörtes Erlebnis!" ...

Christian Morgenstern

zurück zur Hauptseite